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Sonnentanz

Nachthaar

Taja Jetsch

Ein erotischer Fantasy Roman.

Band 1: Sonnentanz Feuerhaar

Band 2: Sonnentanz Nachthaar


Impressum

Texte: © Copyright by Taja Jetsch

Umschlag: © Copyright by Taja Jetsch

Verlag: JS-E Verlag

99817 Eisenach

info@JS-EVerlag.de

ISBN: 978-3-7450-6722-4

2. Auflage

Juli 2018

Mein Dank geht an Silke und Holger. Ohne Eure Unterstützung hätte ich es nicht geschafft.

Prolog

Die Nacht war dunkel. Neumond. Sie lachte innerlich. ‚Perfekt!‘

Dicke Wolken hingen am Nachthimmel. Sicher würde es heute noch schneien. Die Nacht war perfekt. Die Gefährtin des Alphas hatte den Welpen erst vor einigen Tagen geboren. Doch es ging ihr nicht gut. Sie verlor immer noch Blut - ihre Blutung konnte einfach nicht gestoppt werden. Viele der männlichen Wölfe waren zur Jagd unterwegs. Hier war gerade Winter und das Rudel brauchte dringend Nahrung. Eigentlich hätte die Wölfin wohl noch einige Wochen Zeit gehabt, bevor sie den Welpen gebar.

Aber die letzten Nächte waren einfach zu gut gewesen und sicherlich waren die männlichen Rudeltiere noch einige Tage auf der Jagd. So hatte sie der Wölfin einen vergifteten Tee gebracht, der die Wehen auslöste. Das war auch der Grund, warum die Blutung nicht stoppte.

Zwei Tage waren seitdem vergangen. Der Welpe war soweit über den Berg. Sicherlich, er müsste noch gesäugt werden, aber er würde die lange Reise mit Sicherheit überstehen.

Die Kinderstube war gerade unbeaufsichtigt, denn die Alphawölfin heulte vor Schmerz laut und alle aus dem Dorf waren dort.

Sie sah sich nochmals um, hielt die Nase in die Luft und schnüffelte. Nein, es war keiner in ihrer unmittelbaren Nähe. So trat sie leise in die Kinderstube. Hier schliefen mehrere Welpen eng aneinander gekuschelt, um sich gegen die beißende Kälte zu schützen. Doch sie wollte nur eines. Das Mädchen des Alphas. Sie war die Kleinste.

Die Schneewölfe paarten sich, wollten sie Nachwuchs zeugen, ausschließlich als Wölfe. Menschliche Babys hätten in dieser Kälte hier auch nur wenige Überlebenschancen gehabt.

Vorsichtig nahm sie den Welpen in ihren Fang und ging langsam zum Ausgang. Würde man sie jetzt aufhalten, würde sie einfach sagen, dass sie den Welpen zur Alphawölfin bringen wollte. Ihre Schnauze öffnete die schweren Vorhänge und sie sah sich um, schnüffelte nochmal.

Dann lief sie los. Ihre dunkelbraun gestromte Zeichnung war sicherlich hilfreich, denn ein paar Meter weiter war der große und verschneite Wald, in den sie nun hineinrannte.

Es begann zu schneien. Perfekt! Einfach perfekt. Erst nur ein paar, doch dann immer stärker. Immer dickere Schneeflocken fielen vom Himmel. Bald schon wären ihre Pfotenabdrücke verschwunden, genau wie sie und der Welpe.

Innerlich frohlockte sie. Es war so einfach gewesen.

*****

Die junge Wölfin, die heute Morgen für die Versorgung der Welpen zuständig war, bemerkte sofort das Fehlen des Alphawelpen. Sie alarmierte das ganze Dorf. Doch es hatte die ganze Nacht geschneit und es schneite immer noch. Im Dorf selber waren vielen Abdrücke zu sehen, doch kein einziger führte hinaus. Das ganze Dorf wurde abgesucht, aber man konnte den Welpen nicht finden. Zwei der jungen Wölfe wurden dem Alpha und der Gruppe hinterhergeschickt. Die erfolgreiche Jagd war jetzt egal. Der Welpe musste gefunden werden.

Das Alphaweibchen wurde informiert. Ihr geschwächter Wolfskörper zitterte. Sie versuchte aufzustehen, aber das dünne Blut lief einfach aus ihr raus.

Wenn die Männer und mit ihnen auch der Arzt nicht bald zurückkamen, würden sie wohl auch das Alphaweibchen verlieren.

*****

Der Schmerz war unerträglich.

Der Alpha verlor sich in der Suche nach seinem Welpen. Doch mittlerweile hatte es vier Wochen lang nur geschneit und gestürmt. Jegliche Spur war verloren.

1.

Jared

Es war ruhig geworden, großer Wolf sei Dank.

Die große Jagd nach Flying Bird damals war zwar sehr anstrengend, aber dennoch erfolgreich gewesen. Emily hatten sie auch gefunden und – was noch wichtiger war – zurückgebracht, nach Hause. Drake und Emily waren das Vorzeigepaar schlechthin geworden. Sie passten zueinander wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge und ergänzten sich perfekt.

An dem Haus für Emily hatten sie damals alle mitgearbeitet. Sie wollten alle, dass Emily wusste, dass HIER ihr Zuhause war und blieb. Und so war das Haus innerhalb eines Jahres fertig gewesen.

David war nun schon 6 Jahre alt und als er sich das erste Mal wandelte, feierte das ganze Dorf ein großes Fest. Sie waren alle nicht sicher gewesen, ob David sich wirklich wandeln konnte. Soweit er wusste, wäre es aber allen irgendwie egal gewesen. David war ein kleiner Sonnenschein, immer lustig, immer freundlich und höflich, immer gut aufgelegt. Er glich so sehr seinem Vater, es war fast unglaublich. Nicht nur, was das Aussehen betraf, sondern auch sein Verhalten. Und wenn er richtig informiert war, war Emily nun das zweite Mal schwanger.

Niki und Soleigh lebten mit Emily hier im Dorf, als wären sie schon immer hier gewesen. Und es war schön, sie hier zu haben. Sie hatten neues Leben, neues Lachen ins Dorf gebracht.

Emily und Niki hatten alle ihre Riten und Traditionen angenommen. Nur eine behielt Emily aus ihrem alten Leben bei. Jedes Jahr am 24. Dezember wurde in Emilys Haus Weihnachten gefeiert. Meist kam dabei das ganze Dorf zusammen.

Tristan und Niki - Jared lächelte. Er würde bald wieder Onkel werden – Até wie sie hier sagten – und wenn er ehrlich war, er freute sich sehr darauf. Die Zwillinge von Tristan und Niki hatten sich prächtig entwickelt. Sie waren jetzt 3 Jahre alt. Wenn sie sich wandeln würden, davon ging nach David aber jeder aus, wäre das prima. Wenn nicht, auch egal. Dusk und Dawn waren natürlich seine beiden persönlichen Sonnenscheine. Vor allem Dawn war ihm sehr ans Herz gewachsen.

Takomaha und Arizona hatten sich während der großen Jagd geprägt und studierten nun beide an der MSU in Billings Medizin. Sie waren jetzt im letzten Semester und würden bald endgültig nach Hause kommen. Es war wohl noch nicht sicher, ob sie noch weiterführende Ausbildungen machen würden, aber das würde sich sicher über den Winter entscheiden.

Sam und Kaleiope hatten sich direkt nach der erfolgreichen Suche nach Flying Bird verbunden und vermehrten sich. Jared schüttelte den Kopf und lachte. Die beiden hatten wohl auch kein anderes Hobby. Was hatte sich Sam damals über seine Schwester mokiert, da sie vier Kinder zur Welt brachte. Nun hatte er selber drei Jungs. Und Jared bezweifelte irgendwie, dass ihre Familienplanung schon abgeschlossen war.

Auch Jasper und Blossom waren jetzt zusammen und verbunden. Von Sam wusste Jared, dass die beiden sich zurzeit wieder intensiv um Nachwuchs bemühten.

Sie alle hatten sich nach der erfolgreichen Jagd gebunden und irgendwie waren sie alle sehr schnell und fast gleichzeitig trächtig geworden.

Kade, der Sohn von Maddox und Mira, Hero, der älteste Sohn von Sam und Kaleiope, Mattis, der Sohn von Jasper und Blossom, und David waren – genau wie sie damals – beste Freunde geworden und Jared war sich sicher, dass sie eine genauso tiefe und enge Freundschaft verbinden würde, wie die ihrer Väter.

Nur er, Jared, war immer noch allein.

Puh – großer Wolf sei Dank! Dieser ganze Hickhack mit dem Prägen und Verbinden war nichts für ihn.

Er war ein einsamer Wolf und wollte dies auch bleiben. Sex war wichtig für ihn und er versuchte, davon so viel wie möglich zu bekommen. Aber immer nur mit einer?

Jared schüttelte sich.

Ja, manchmal vermisste er die Nächte mit seinen Freunden, aber Jared freute sich sehr für seine Freunde. Und wenn es ihn wirklich mal überrannte, einen Welpen im Arm zu halten, waren seine Freunde mehr als hilfreich gewesen, denn als Babysitter wurde er immer gerne genommen. Er liebte Kinder, egal ob Babys oder Welpen. Aber dass er selber mal Vater werden würde, schloss er für sich konsequent aus.

Es war September. Der Sommer war noch nicht vorbei und der Herbst ließ noch auf sich warten. Jared stellte die Dusche aus, zog sich an. Er wollte heute noch nach Great Falls und das war bekanntlich eine Autofahrt von ca. drei Stunden.

Er packte noch Shorts und frische Shirts, eine Zahnbürste und sogar Kondome in die Tasche, dann wollte er los. Kondome waren ihm eigentlich eher lästig. Die Menschenfrauen wussten nicht, dass er sie weder schwängern noch irgendeine Art von Krankheit hätte übertragen können. Aber er respektierte es, wenn sie keinen ‚ungeschützten‘ Verkehr wollten. Es war Freitag, später Nachmittag, aber vor zehn am Abend würde er keine Diskothek in Great Falls besuchen. Erst mal mussten die ganzen Kinder von der Straße, bevor er auf die Jagd gehen konnte. Er lachte. Seine weißen Zähne blitzten.

Jared trat aus der Haustüre und sah Drake und Emily die Straße hochkommen. Sicher waren sie bei Kiwidinok und Hiamovi gewesen. David und Soleigh liefen voraus.

„Jared!“, rief Drake. „Na, wo geht es hin? Great Falls? Jagen?“ Drake lachte und Emily knuffte Drake in die Seite.

„Lass ihn“, sagte sie leise. „Willst Du den Navara nehmen?“, fragte Emily Jared.

„Gern!“ Jared nickte. „Ich bin aber sicher erst am Sonntagabend zurück.“

Er schulterte seine Tasche und ging mit den beiden zum Haus, denn der Navara parkte dort auf den Wiesen hinter dem Haus.

Helle Sonne kam ihnen entgegen. Sie grüßten sich und gingen aneinander vorbei.

„Jared!“, rief Helle Sonne.

Er drehte sich zu ihr um. „Ja, Helle Sonne?“

„Deine Suche ist bald vorbei, Jared.“

„Suche? Welche Suche?“, fragte Jared erstaunt.

Doch Helle Sonne hatte sich schon wieder umgedreht und ging weiter.

2.

Jared

Nun saß er auf einem der Barhocker an der Theke der großen Diskothek. Es war voll, es war laut und es war heiß. Er hielt sein zweites Bier in der Hand und die Frau vor ihm flirtete mit ihm, was das Zeug hielt.

Jared hatte sich für seine schwarze, weiche und enge Lederhose entschieden, die auch bei ihm mehr zeigte, als sie verbarg. Sein Shirt war weiß. Und wenn er ehrlich sein sollte, eigentlich eine Nummer zu klein. Aber so konnte jeder seinen muskulösen Oberkörper sehen. Die meisten standen einfach darauf und so war es oft einfach für ihn. Auch jetzt. Seine langen braunen Haare trug er offen und sie fielen ihm ungefähr bis zur Mitte seines Rückens.

Sie hatten noch kein Wort miteinander gesprochen, aber die Blicke der Frau vor ihm hatten ihn schon fast ausgezogen. Sie roch nach Alkohol, Tequila.

Jared nahm noch einen großen Schluck von seinem Bier, dann stellte er das Glas auf die Theke. Er öffnete die Beine ein wenig mehr, griff mit der linken Hand an die Hüfte der Frau und zog sie an sich ran. Seine rechte Hand griff ihr an die Wange und sein Daumen strich über ihre Lippen. Sie starrte ihn mit großen Augen erwartungsvoll an und ihre Lippen öffneten sich. Jared lachte. Es war so einfach. Er küsste sie.

Obwohl er saß, musste er sich etwas hinunter beugen, um sie zu küssen. Ihre Hände griffen an seine Schultern und sie prüfte seine Muskeln. ‚Ja, dachte er, das ist alles echt.‘ Seine linke Hand zog sie noch näher an ihn ran. Während seine Zunge mit ihrer spielte, strich seine rechte Hand langsam über ihren Hals. An ihrem Hals konnte er ihren schnellen Herzschlag spüren. Die Menschen, sie waren so einfach gestrickt. Seine Hand fuhr tiefer, dann umfasste er ihre Brust, strich über ihre Brustwarze, die sich sofort ganz aufrichtete, und an seinen Lippen stöhnte sie leise auf. Jared nahm eine ihrer Hände und legte sie auf seine Brust, dann zuckte er kurz mit den Muskeln und ihr Puls beschleunigte sich.

Es war Jared nicht klar, dass auch sein intensiver Moschusgeruch für viele der Reaktionen verantwortlich war. Aber selbst wenn, wäre es ihm sicherlich egal oder er wäre dankbar dafür gewesen. Er führte ihre Hand tiefer, bis zu seinem Speer, der schon hart war. Er griff ihr wieder an die Brust und zog an ihrer Brustwarze.

Er war jemand, der gerne und viel Sex wollte, brauchte und auch bekam. Er hatte keine Vorlieben. Es war ihm egal, ob sie lange oder kurze Haare hatten, große oder kleine Brüste. Es war Jared auch egal, ob es eine Frau oder ein Mann war. Er nahm einfach alles. In der Vergangenheit hatte er manche wirklich heiße Nacht verbracht und war immer auf seine Kosten gekommen, auch wenn er alleine unterwegs gewesen war. Die Menschen waren echt total versaut. In Gedanken lächelte er. Am liebsten hatte er Dreier, zwei Frauen oder auch eine Frau und ein Mann. Ihn törnte das wirklich total an.

Er löste seinen Mund von ihrem und flüsterte ihr ins Ohr „Bist du allein?“ Sie schüttelte den Kopf. „Freund?“ Sie schüttelte abermals den Kopf. „Freundin?“ Sie nickte und Jared schluckte. „Mmh, gut! Welche ist es? Willst Du sie nicht dazu holen? Wir könnten uns zu dritt vergnügen.“ Jetzt sah ihn die Frau wieder mit großen Augen an und schüttelte vehement den Kopf. „Okay. Dann nur ein Quickie, draußen.“ Sie nickte. Jared nahm ihre Hand von seinem Speer und führte sie Richtung Ausgang. Sie gingen über die volle Tanzfläche und mussten sich einen Weg durch die tanzenden Leiber bahnen.

Jared atmete tief ein. Es roch, als würde es gleich beginnen zu schneien. Abrupt blieb er stehen, irritiert sah er sich um. Schließlich waren sie hier in einem geschlossenen Raum und es war noch viel zu früh für Schnee. Er schüttelte den Kopf. Die Frau an seiner Hand drückte gerade ihren Busen an seinen Rücken. Darum würde er sich nun zuerst kümmern, danach um den Schnee.

*****

Jared kam allein von draußen rein und langsam ging er durch die tanzenden Menschen. Doch der Schnee war fort, wahrscheinlich geschmolzen, bei der Hitze hier. Jared lachte. Dann ging er zurück zur Theke. Wie nicht anders zu erwarten, war sein Platz nun besetzt. Ein Blick von ihm reichte aus und der Typ stand auf. Jared bestellte sich ein neues Bier, sein Drittes, und die Nacht hatte gerade erst angefangen. Aber der Start war schon mal gut gewesen. Gedankenverloren strich er sich über seinen nun schlaffen Speer, bevor er sich wieder setzte. Er nahm einen großen Schluck. Suchend sah er sich um.

Er saß angelehnt an der Theke auf dem Barhocker. Da, die zwei Mädels. Kamen sie auf ihn zu oder wollten sie nur zur Theke? Egal. Wie auf Kommando wurden die Plätze rechts und links neben ihm frei und sie stellten sich neben ihn. Die beiden versuchten, beim Barkeeper etwas zu trinken zu bestellen, aber es war voll und so dauerte es. Jared stellte sein Bier auf die Theke. Er nahm sowohl rechts die Blonde als auch links die Brünette in den Arm. „Mädels, was wollt ihr denn trinken?“

„Champagner!“, riefen beide wie aus einem Mund. Jared hob nur den Arm und sofort war der Barkeeper da.

„Zwei Champagner, für die beiden Hübschen hier.“ Der Barkeeper nickte. Kurz darauf stellte er die zwei Drinks auf die Bar. Jared kramte in seiner Hosentasche, legte einen großen Schein auf die Theke und nickte. Die beiden Frauen sahen Jared fragend mit großen Augen an. Sie konnten nicht ahnen, dass Jared mit dem Barkeeper Cuba so eine Art Abkommen getroffen hatte. Wenn Jared immer schnell bedient werden würde, würde er ein wirklich großzügiges Trinkgeld hinterlassen. Und Cuba hatte jetzt schon fast 100 Dollar bekommen.

Jared hatte die Brünette loslassen müssen, um zu bestellen und zu bezahlen, doch jetzt legte er wieder seinen Arm um ihre Hüften. Seine Hände begannen, beiden Frauen über den Rücken zu fahren. Erst nach oben, dann wieder tiefer, bis zu deren Po. Die beiden Frauen sahen sich mit großen Augen an. Jared beugte sich zur Blondine und küsste sie sanft auf den Hals. Sofort beschleunigte sich ihr Puls. Langsam wanderte sein Mund etwas ihren Hals entlang. Jared löste sich von ihr und wandte sich der Brünetten zu. Auch sie küsste er erst sanft auf den Hals, vorsichtig biss er zu. Sie stöhnte leise auf, während seine Hände immer noch die beiden Hintern massierten. Mittlerweile hatten beide Frauen einen Arm um ihn gelegt. Jared zog die Luft tief durch die Nase. ‚Ja‘, dachte er, ‚das wird eine gute Nacht‘. Sein Speer regte sich. Er sah erst der einen, danach der anderen in die Augen. „Interesse?“, fragte er. Die Frauen lachten. Die Blondine umfasste sein Kinn und ihre Lippen strichen über seine. Und plötzlich küssten sich die beiden Frauen. Jared stöhnte auf, als er sah, wie die beiden Zungen der Frauen miteinander tanzten. ‚Ja! Nicht nur gut, heiß wird die Nacht.‘

Die Brünette sprach in sein Ohr: „Uns beide hat noch kein Mann geschafft.“

Jared lachte laut. Das glaubte er sofort. Aber er war ja auch nicht nur ein einfacher Mann.

*****

Ein Duft zog ihm in die Nase. Frischer, fallender Schnee. Er wusste, keine der beiden Frauen in seinen Armen roch so. Sie hatten viel zu viel Parfüm aufgelegt, ihren Duft konnte man gar nicht wahrnehmen. Er ließ die Frauen los und drehte sich wieder in den Raum. Wo kam nur dieser Geruch her? Es war viel zu früh für Schnee und außerdem waren sie immer noch in einem geschlossenen Raum.

Während er die beiden Frauen im Arm hielt und diese schon mit ihren Händen über seinen Körper strichen, scannte er den Raum ab.

Auf der anderen Seite der Tanzfläche stand eine Frau. Sie hatte sehr dunkle, fast schwarze Augen und kurze, strubbelige braune Haare. Und sie sah ihn an, sah Jared direkt in die Augen. Sie sah die beiden Frauen in seinen Armen an, dann ging ihr Blick wieder zu seinen Augen zurück. Sie schüttelte leicht den Kopf. Langsam kam sie auf ihn zu.

Als sie vor ihm stand, umfasste ihre Hand seinen Kopf und zog ihn zu sich herunter, dann küsste sie ihn. Ihre Zunge bohrte sich zwischen seine Lippen und Jareds einziger Gedanke war: ‚Mein Glückstag!‘

Sie war es, die nach Schnee roch. Allerdings, Jared schnüffelte, es war nicht ihr Geruch. Er haftete nur an ihr. Sie selber roch wie Holz. Sie beendete den Kuss und warf den Kopf in den Nacken. Dann sah sie die beiden Frauen in seinen Armen an und sagte: „Ihr könnt gehen. Ich kümmere mich um diesen einsamen Wolf hier. – Haut ab.“ Ihre Augen funkelten.

Jared sah die Frau vor sich mit leicht zusammengekniffenen Augen an. Erst zwei, dann drei . . . und jetzt nur noch eine Frau? Er hielt die beiden in seinen Armen noch einen Moment fest, küsste erst die eine, dann die andere intensiv auf den Mund. „Ein anderes Mal. Morgen vielleicht.“ Dann klopfte er beiden auf den Hintern und ließ sie los.

Er sah die Frau vor sich an. „Hoffentlich werde ich diese Entscheidung nicht bereuen.“, sagte er, doch sie lachte nur und schüttelte den Kopf. „Das glaube ich nicht. Ich denke, Du bist wie ich. Auf der Suche, auf der Jagd. Und ich kann Dir alles geben, was Du brauchst.“ Wieder lachte sie laut.

Ihr Blick ging über seinen Körper, taxierte ihn, ihre Hände folgten. Es fühlte sich an, als würde sie ein Stück Fleisch auf dem Markt begutachten.

Sie nahm seine Hand und gemeinsam verließen sie die Diskothek.

Jared stellte keine Fragen. Ihm war es völlig egal, wohin sie ihn brachte. Hauptsache, sie würde sich ausgiebig um ihn kümmern. Er bestimmte gerne, wie und was im Bett und beim Sex gemacht wurde. Aber wenn jemand wusste, was er wollte und Jared Anweisungen gab, fand er das auch total heiß. Und die Frau vor ihm schien genau zu wissen, was sie wollte. Also ließ er sich auf sie ein. Trotzdem, ein wenig Austausch von Zärtlichkeiten, ein wenig Vorspiel gehörte auch für ihn dazu. Also umarmte er sie auf der Straße, drückte ihr einen Kuss auf den Hals und seine Hände wollten über ihren Körper fahren. Doch sie entwand sich ihm.

„Du bist eine einsame Wölfin und immer auf der Jagd.“ Dies war keine Frage, sondern eine Feststellung.

„Ja!“ Sie lachte ihn an. „Genau wie Du.“

Jared nickte.

Sie hielt ihm eine Hand hin. „Neyla. Wir sind nur auf der Durchreise.“

„Jared. – Was heißt wir?“, fragte er misstrauisch.

„Komm, Jared. Ich habe noch eine Überraschung für Dich! Denn ich bin nicht allein.“ Wieder lachte sie laut. Neyla nahm seine Hand. „Komm! Da vorn ist schon mein Hotel.“

*****

Neyla

Jared sah richtig gut aus; wild, mit den langen Haaren. Sein intensiver Moschusduft törnte sie echt an. Er roch nach weißem Moschus, fein-holzig, leicht süß und irgendwie sauber. Das ließ ihn noch sympathischer wirken. Und er war kein Kostverächter, das hatte sie ja gesehen.

Sie hatte ihn fast sofort wahrgenommen, als sie an diesem Abend auf der Suche nach dem Richtigen war. Gestaltwandler verströmten ihren eigenen, bestimmten Geruch. Dadurch erkannten sie sich alle auf der Welt. Und dann hatte sie ihn gesehen und sah, wie er mit dieser Menschenfrau die Diskothek verlassen hatte. Sie war ihnen gefolgt, denn sie wollte ihn nicht verlieren. Aber Jared hatte die Frau nur um die Ecke gebracht, ihr die Hosen hinunter gezogen und sie von hinten im Stehen genommen. Als er fertig war, hatte er der Frau noch „Danke“ ins Ohr geflüstert und sie dann einfach stehen gelassen. Er war zurück in die Diskothek gegangen. Als sie, Neyla, ihm kurz darauf folgte, hatte er die beiden Frauen ihm Arm. Wenn er mit denen mitging, würde sie ihn heute sicherlich nicht mehr zu Gesicht bekommen.

Also musste sie einschreiten.

Sie hatte sich entschieden. Er sah gut aus. Fast perfekt: ein durchtrainierter Körper, weiße Zähne und er war ein Wolf. Sie würde ihm Mahina anbieten. Die Kleine war jetzt 16 – fast 17 – und sie, Neyla, hatte Mahina an der ganz schön kurzen Leine gehalten. Sie lachte über ihr eigenes Wortspiel. Nun durfte Jared sie „einfahren“. Nur der letzte Abschluss, sein Samen, der war ihr bestimmt. Alles andere konnte Mahina tun, dann musste sie sich nicht damit beschäftigten.

802,99 ₽
Возрастное ограничение:
0+
Дата выхода на Литрес:
24 сентября 2025
Объем:
560 стр. 1 иллюстрация
ISBN:
9783745067224
Издатель:
Правообладатель:
Bookwire
Формат скачивания:

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