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Stefanie Stadon
DOWN UNDER IM WOHNMOBIL ERFAHREN
CAMPING IN
AUSTRALIEN
Tipps und Tricks für Selbstfahrerreisen auf dem Fünften Kontinent

IMPRESSUM
Down Under im Wohnmobil erfahren. Camping in Australien
Tipps und Tricks für Selbstfahrerreisen auf dem Fünften Kontinent
Stefanie Stadon
Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek
Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der deutschen Nationalbibliografie.
Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar
© 2016 360° medien gbr mettmann I Nachtigallenweg 1 I 40822 Mettmann
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Der Inhalt des Werkes wurde sorgfältig recherchiert, ist jedoch teilweise der Subjektivität unterworfen und bleibt ohne Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität.
Redaktion und Lektorat: Andreas Walter
Satz und Layout: Serpil Sevim
E-Book-Herstellung: Zeilenwert GmbH 2017
Bildnachweis:
Alle Fotos stammen von Stefanie Stadon, außer Mark Clinton, Tourism Holdings Limited S. 50; Great Ocean Road Marketing S. 14; James Harris, Tourism Holdings Limited S. 48; Maps4News S. 40, 70/71; Tourism Australia S. 20, 44, 66; Tourism Holdings Limited S. 78
ISBN: 978-3-944921-65-5
Hergestellt in Deutschland
www.360grad-medien.de
Inhaltsverzeichnis
Cover
Titel
Impressum
Willkommen in Westaustralien
Vorwort
Teil 1: Das Land – Selbstfahrerparadies für Unabhängige
1. Life is a Highway
1.1 Die Leidenschaft fürs Campen
1.2 Das Straßennetz Australiens
1.3 Der Straßenbelag entscheidet
1.4 Fahr- und Verkehrsregeln in Australien
2. Streckenplanung
2.1 Zeit als Maß aller Dinge
2.2 Fahren nach Jahreszeit
2.3 Fahren nach Saison
3. Reisen mit Kindern
3.1 Australien – ein kinderfreundliches Land
3.2 Das Wohnmobil als ideale Familienkutsche
3.3 Gesetzliche Vorschriften
Teil 2: Das Fahrzeug – Ein Heim auf vier Rädern
4. Preisgestaltung der Campermiete
4.1 Zusätzliche Kostenfaktoren
4.2 Das Wann und Wo der Miete
5. Campervermieter in Australien
5.1 Vermieter im Budgetbereich
5.2 Vermieter im Economybereich
5.3 Vermieter im Premiumbereich
5.4 Niederlassungen
6. Campertypen in Australien
6.1 Kombis und Minivans
6.2 Hochdachcamper
6.3 Sprintermodelle
6.4 Alkoven-Wohnmobile
6.5 Geländewagen
7. Ausstattungsdetails der Camper
7.1 Innenausbau
7.2 Wohnliche Ausstattung
7.3 Technische Ausstattung
8. Das Kleingedruckte
8.1 Mietbedingungen
8.2 Versicherung
8.3 Pflichten des Mieters
9. Kauf als Alternative zur Campermiete
9.1 Abwägen zwischen Miete und Kauf
9.2 Der Autokauf Schritt für Schritt
Teil 3: Die Fahrt – Der Weite entgegen
10. Der Startschuss
10.1 Der Tag der Abholung
10.2 Die Abholung des Campers
10.3 Die ersten Kilometer
10.4 Der erste Einkauf
11. Entlang der Strecke
11.1 Sightseeing unterwegs
11.2 Information und Navigation
11.3 Pausen
11.4 Tanken
11.5 Mautstraßen
11.6 Quarantänebestimmungen
11.7 Road Trains
11.8 Fahren im Outback
12. Der Schlafplatz
12.1 Campingplätze
12.2 Rest Areas
12.3 Nationalparks
12.4 Weitere Übernachtungsmöglichkeiten
12.5 Wild bzw. freedom camping
12.6 Übernachtungsfinder
13. Unterbrechungen und Pannen
13.1 Sicheres Fahren
13.2 Unfall- und Pannengefahren
13.3 Information des Vermieters
13.4 Kritische Wetterverhältnisse
14. Alltag im Camper
14.1 Gepäck und Ordnung
14.2 Tägliche Routine
14.3 Kochen im Camper
14.4 Budget-Planung
14.5 Camping-Etikette
Teil 4: Die Route – Auf ins Vergnügen
15. Klassische Routen
15.1 Die Ostküste
15.2 Die Südostküste
15.3 Das Red Centre
15.4 Das Top End
15.5 Die Westküste
15.6 Tasmania
16. Offroad-Routen
Teil 5: Der Anhang – Auf einen Blick
I. Camping ABC
Fahrzeug
Miete/Kauf
Fahren/Campen
II. Wichtige Internetseiten und Kontaktadressen
Reisetipps und Länderinformationen rund um Australien
Automobilclubs
Notfallnummern
Wetterbedingungen
Straßenbedingungen
III. Übersicht Vermieter
IV. Reiseveranstalter
Fokus auf Campervermietung
Weitere Reiseveranstalter
V. Unterkunftsverzeichnisse
Landesweite Campingplatzketten
Campingplatz-Verzeichnisse
Rest Areas
Nationalparks
VI. Packliste
VII. Individuelle Camperausstattung
Grundausstattung
Offroad-Ausstattung
Persönliche Ausstattung
VIII. Einkaufsliste
Lebensmittel
Drogerie
Weiteres Zubehör
IX. Playlist
X. Übersicht Bußgelder
Stichwortverzeichnis
WESTAUSTRALIEN: DAS PARADIES FÜR CAMPER UND SELBSTFAHRER
AUSSERGEWÖHNLICHE TAGE – AUSSERGEWÖHNLICHE NÄCHTE
Endlose weiße Strände, überwältigende Schluchten, riesige Rinderfarmen und über allem der funkelnde Sternenhimmel des Outbacks – so vielfältig wie die Landschaft sind auch die Abenteuer, die Selbstfahrer und Camper hier erleben.
WESTAUSTRALIEN FREUT SICH AUF SIE!

Glamping im Karijini Nationalpark
Willkommen in Westaustralien

Camping an der Lucky Bay
1. Übernachten in Nationalparks
Über 100 Nationalparks in Westaustralien erwarten Sie mit einzigartigen Campingerlebnissen: vom Frühstück mit Meerblick bis hin zum Lagerfeuer im Outback.
Unser Tipp: Lucky Bay Campground, Esperance – Hier schlagen Sie im Cape Le Grand Nationalpark Ihr Zelt direkt neben dösenden Kängurus auf.

Zelten unter Eukalyptusbäumen
2. Caravan Parks
Die meisten Campingplätze in Westaustralien sind bestens ausgestattet: Neben einem Swimmingpool, WLAN-Internet und Spielplätzen gibt es meistens auch einen Mini-Markt, Münzwäschereien und Gemeinschaftsküchen.
Unser Tipp: Monkey Mia Dolphin Resort, Shark Bay – Hier schlafen Sie in unmittelbarer Nähe zum Strand und erleben morgens hautnah die weltberühmten Delfine von Monkey Mia.
3. Catered Camping
Camping leicht gemacht! Wer sich das tägliche Auf- und Abbauen des eigenen Zelts ersparen möchte, für den bietet WA Wilderness den Zelt-Aufbau-Service.
Unser Tipp: Drafty’s Campsite, Warren Nationalpark – Der von hohen, alten Eukalyptusbäumen gesäumte Warren River lädt zum Schwimmen und Kanufahren ein.

Blick auf die Shark Bay im Francois Peron Nationalpark
4. Glamping – Luxuscamping
Sie wollen Natur, Weite und Wildnis Westaustraliens erleben und dabei nicht auf die Annehmlichkeiten des Alltags verzichten? Beim Glamping erwartet Sie ein Safarizelt mit gemütlichem Bett, dicken Kissen und privatem Badezimmer.
Unser Tipp: Karijini Eco Retreat – Hier erleben Sie Luxuscamping unterm endlosen Sternenhimmel, in einem der spektakulärsten Nationalparks Australiens.
5. Outback Station Stays
Bei der Übernachtung auf einer Rinderfarm im Outback erhalten Sie einen Einblick in eine völlig andere Welt. Treffen Sie auf Originale, die die Legende des Outbacks am Leben erhalten oder genießen Sie einfach die unglaubliche Ruhe des australischen Outbacks.
Unser Tipp: Bullara Station – Genießen Sie echtes Outback-Feeling ganz in der Nähe des Ningaloo Reef.

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Vorwort
Australien – wie geschaffen für einen road trip
Keine andere Reiseart verspricht ein solches Gefühl von Freiheit und Individualität wie eine Campertour quer über den Fünften Kontinent. Man ist unabhängig und fernab überfüllter Touristenpfade unterwegs. Nicht etwa feste Abfahrtszeiten oder Zielorte bestimmen den Reiserhythmus, sondern der eigene Entdeckerdrang.
Allerdings kommt dem Camping Down Under eine etwas andere Bedeutung zu, als wir es hierzulande kennen. Statt mit Zelt und Schlafsack sind die Aussies meist mit einem Wohnmobil oder Caravan unterwegs. Und die Weltenbummler aus Übersee tun es ihnen gerne nach – so auch ich. Seit meiner ersten Reise nach Australien anno 2010 bin ich nicht nur Feuer und Flamme für das Land, sondern auch für einen ganz bestimmten Einheimischen, meinem Mann Corey. Zwar leben wir, für viele unverständlich, in Deutschland, aber so haben wir ein ziemlich gutes Alibi, unseren Urlaub ständig am gleichen Ort zu verbringen. Seither erkunden wir immer wieder aufs Neue die Ecken und Winkel Australiens – natürlich mit dem Camper.
Meine private road trip-Leidenschaft ging über in den Beruf. Mehrere Jahre lang vermittelte ich das passende Wohnmobil an aufgeregte Australien-Urlauber und weiß daher genau, welche Informationen entscheidend sind, um den angehenden Selbstfahrer bestens vorbereitet und vor allem mit der richtigen Erwartungshaltung nach Down Under fliegen zu lassen. Oft fing die Beratung bei herausfordernden Etappenplanungen an und endete mit dem Hinweis, dass ein Fahrzeug mit 140.000 gefahrenen Kilometern in Australien fast noch als Neuwagen gilt. Die Ausgangslage ist eben doch etwas anders, als wenn man mit dem Zelt im Auto nach Italien fährt.
Aus diesem Grund gibt der erste Teil des Buches zunächst einen Überblick über das Streckennetz sowie die Routenplanung. Inhalte wie Verkehrsregeln, Straßenbelag, Distanzen sowie Jahres- und Saisonzeiten sollen dem Reisenden möglichst schon vorab ein gutes Fahrgefühl für Australien vermitteln. Dem Thema Reisen mit Kindern ist ein eigenes Kapitel gewidmet.
Anschließend dreht sich alles darum, das passende Wohnmobil für die bevorstehende Reise zu finden. Teil 2 umfasst Informationen rund um die verschiedenen Campermodelle sowie Vermieter und gibt Einblicke in die Preisgestaltung sowie Ausstattung der Fahrzeuge. Das Kleingedruckte des Mietvertrages darf dabei natürlich ebenso wenig fehlen wie der Exkurs zum Autokauf als Alternative zur Anmietung.

Mit Kevin gings 2015 durch den Südwesten Australiens
In Teil 3 geht es schließlich für den Leser hinauf auf die Straße. Der umfangreichste Abschnitt des Ratgebers beginnt mit der Abholung des Campers und befasst sich im Weiteren mit den Themen Pausen, Tanken oder den berühmten road trains, gibt Auskünfte zu Übernachtungsmöglichkeiten, behandelt mögliche Unterbrechungen und berichtet über den Alltag auf einer Camperreise.
Der 4. Teil stellt einige Routen exemplarisch vor. Kein Ratgeber übers Camping in Australien wäre vollständig ohne eine Erwähnung der legendären Great Ocean Road oder dem Offroad-Abenteuer Gibb River Road. Allerdings halten sich die Infos hier bewusst wage. Weder soll das Buch einen Reiseführer ersetzen noch dem Leser vorgeben, wo er idealerweise entlang zu fahren hat. Denn letztendlich sollte jeder selbst entscheiden, wohin ihn der Weg Down Under führt.
Teil 5 bildet schließlich mit zahlreichen nützlichen Internetseiten und persönlichen Tipps den Ausklang des Ratgeber und runden diesen thematisch ab. Darin enthalten sind nicht nur die Websites der Fremdenverkehrsämter oder Campingplatzverzeichnisse, sondern auch Packtipps, Einkaufslisten sowie ein umfangreiches Camping-Wörterbuch. Reinschauen lohnt sich also.
Eine kurze Anmerkung noch zum Schluss: Der begrifflichen Einfachheit halber spreche ich im Folgenden allgemein von Campern, Campervans oder Wohnmobilen, ohne damit eine bestimmte Größenordnung bzw. Ausstattung des Fahrzeuges zu implizieren.
An diesem Punkt bleibt uns nur zu sagen: Ab hinein ins Fahrvergnügen Australien und „have a good one“!
Steffi Stadon
Teil 1
Das Land – Selbstfahrerparadies für Unabhängige

Die Highways sind die Lebensadern des Kontinents
Die Zahlen sprechen für sich: 2015 verbrachten mehr als 183.000 Deutsche ihren Urlaub in Australien – ein leichter Anstieg zum Vorjahreszeitraum, ein stetiger über die vergangenen zehn Jahre. Nicht nur die landschaftliche Traumszenerie sowie einzigartige Tier- und Pflanzenwelt, sondern auch die Gastfreundlichkeit der Einheimischen und schiere Größe Australiens lassen den Besucher eine Anreise von mindestens 24 Stunden willig in Kauf nehmen. Auf einer Fläche von 7,6 Mio. Quadratkilometer findet jeder sein bevorzugtes Plätzchen. Paradiesische Strände treffen auf einsames Outback, vorzeitliche Regenwälder auf schillernde Millionenstädte. Australien trägt nicht umsonst den inoffiziellen Titel „Land der Extreme“.
Down Unders Sehenswürdigkeiten mögen über eine riesige Fläche verteilt sein, doch sie sind durch ein Netz an endlosen Straßen miteinander verbunden. Entlang der gewundenen Küstenhighways, geradlinigen Hinterlandstraßen oder staubigen Outbackpisten entfaltet sich die wahre Mentalität des Fünften Kontinents. Hier kann der Reisende die Wunder und Weiten Down Unders im wahrsten Sinne des Wortes „erfahren“.
Und wie ließe sich das besser tun als mit einem Wohnmobil? Selbst die Australier sind begeisterte Campingfans und haben ihrem Land im Laufe der Zeit ein perfektes Set-up dafür verliehen. Dazu gehören eine immense Auswahl an Mietfahrzeugen sowie einladende Übernachtungsmöglichkeiten, traumhafte Selbstfahrerrouten oder schlichtweg ein öffentliches Toilettensystem, wie man es sich in Deutschland vergeblich wünscht.
Egal, ob in Nationalparks mitten im Grünen oder auf dem Campingplatz am Meer, bei einer Tour durch das Red Centre oder die Ostküste hinauf Richtung Great Barrier Reef, sei es ein Trip unter Freunden im klassischen Bulli oder als Familie in einem großen Motorhome – Australien offenbart ein Spektakel an Campingerlebnissen, das sich hervorragend auf die eigenen Wünsche abstimmen lässt.
Do as the locals do! Wer sich für einen Campingtrip in Australien entscheidet, lässt sich mitreißen von einer einzigartigen Euphorie des Reisens und wird dabei ein Stück weit selbst australisch. Dem Ruf der großen Freiheit, die dieser Kontinent wohl wie kein anderer verspricht, folgt man einfach am besten auf den eigenen vier Rädern. Denn keine andere Reiseart ermöglicht es zugleich, das Land ganz individuell zu entdecken und dabei Zeit und Raum selbst zu bestimmen. Eine Campertour durch Australien verspricht nicht weniger als eine atemberaubende, relaxte, abenteuerliche, mitunter unbegreifliche Reise.
1. Life is a Highway

Great Ocean Road
1. Life is a Highway
Das Auto ist Fortbewegungsmittel Nr. 1 in Australien. Zwar nutzen innerhalb der Großstädte viele Einheimische das gut ausgebaute öffentliche Verkehrsnetz. Doch je weiter man sich aus den großen Ballungsgebieten heraus begibt, desto größer wird die Abhängigkeit vom Fahrzeug. Kleinere Städte liegen mitunter hunderte Kilometer voneinander entfernt. Nicht in jeder davon gibt es einen größeren Supermarkt geschweige denn Bekleidungsgeschäfte oder Freizeitvergnügungen. Bus- bzw. Zuglinien fahren oft nur einmal täglich, wenn überhaupt, und lassen damit jede Flexibilität hinten anstehen.
Die Entfernungen, die in Australien mit dem Auto zurückgelegt werden, zählen zu den längsten der Welt. Sie begründeten nicht nur den Nutzen des Autos, sondern auch die Leidenschaft für das Fahren. Australier sind kein Volk von Spaziergängern. Irgendwo „hingehen“ bedeutet nicht etwa, die Füße für das Laufen zu nutzen, sondern um damit das Gaspedal hinunterzudrücken.
1.1 Die Leidenschaft fürs Campen
Wer einen großen Teil seines Alltages mit Vergnügen auf vier Rädern verbringt, tut das erst recht während des Urlaubs. Australien ist wahrhaftig und ohne Zweifel eine Campingnation. Laut der letzten Studie der Caravan Industry Association of Australia sind Wohnwagen sowie Wohnmobile die am häufigsten registrierten Fahrzeugtypen des Landes – und zwar das sechste Jahr in Folge! Während Touristen überwiegend in Wohnmobilen unterwegs sind, bevorzugen die Australier den Wohnwagen. 85 Prozent der Einheimischen waren mindestens einmal in ihrem Leben campen. Vor allem das Verlangen, mehr vom Land zu entdecken, entfacht ihre Motivation. On the road fühlen sie sich glücklicher und ausgelassener als andere Reisende. Gerade Familien empfinden Camping als eine tolle Möglichkeit, einander näher zu sein. So umfassen die 30- bis 54-Jährigen mit 50 Prozent die größte Gruppe der einheimischen Selbstfahrer, dicht gefolgt von den 55- bis 70-Jährigen, die ein Viertel der Camper ausmachen. Stehen die Feiertage oder der Jahresurlaub vor der Tür, begegnet man vielen Einheimischen fahrend auf der Straße oder grillend auf dem Campingplatz.
Der Camping-Sektor in Australien
528.210 Wohnwagen und 58.375 Wohnmobile waren zum Januar 2015 landesweit registriert.
Es gibt ca. 1700 Campingplätze mit insgesamt 170.000 Stellplätzen.
90 % der Übernachtungen finden in den ländlichen Gegenden fernab der großen Metropolen statt.
Der Camping-Sektor beschäftigt etwa 25.000 Arbeitnehmer.
Campingurlauber geben ca. 7 Mrd. AUD während ihrer Reise aus.
Die Australier verbrachten 2014 rund 43 Mio. Nächte auf Campingplätzen.
Der eigene Campervan eines Australiers ist durchschnittlich stolze 17,9 Jahre alt.
Auf in den Urlaub mit dem eigenen Caravan
Niemand versinnbildlicht die Leidenschaft fürs Campen mehr als die grey nomads, auch sundowners oder silver nomads genannt. Die Ü55-Generation verkauft Haus und Hof und verbringt ihren Lebensabend fortan damit, im eigenen Wohnwagen oder Wohnmobil kreuz und quer durch Australien zu touren. Die Chance, ihnen zu begegnen und von ihren Geschichten zu erfahren, ist also sehr hoch.
Neue Camping-Trends zeichnen sich ab oder sind bereits fest etabliert. Das sogenannte gramping bezeichnet den gemeinsamen Campingurlaub der Großeltern mit ihren Enkelkindern, zusammen gesetzt aus grandparents und Camping. Dem steht das sogenannte glamping gegenüber – der Kombination von Glamour, also Luxus und Camping.
Wenngleich die überragende Mehrheit von 90 Prozent der Wohnmobilurlauber die Australier selbst sind, ist der Selbstfahrer-Markt für Touristen besonders attraktiv und gilt als einer der am schnellsten wachsenden Tourismusbereiche des Landes. Der Reisende aus Übersee kann von diesem Hype nur profitieren! Schließlich steht ihm ein weit verzweigtes Infrastrukturnetz und vor allem jahrelange Erfahrungswerte der Einheimischen zur Verfügung.
Internationale Camperurlauber
46 % der internationalen Camperurlauber sind zwischen 20 und 29 Jahre alt.
Sie geben durchschnittlich 7507 AUD während ihrer Reise aus (andere Besucher durchschnittlich 4776 AUD).
Sie verbrachten 2014 ca. 5,1 Mio. Nächte auf Campingplätzen (10 % aller Übernachtungen ausländischer Besucher).
Die drei Hauptdestinationen für Camperreisen sind New South Wales (33 %), Queensland (21 %) und Victoria (18,5 %).
Deutsche (15,7 %) sind nach den Briten (19 %), aber weit vor den Neuseeländern (9,5 %) und den US-Amerikanern (6,3 %) die häufigsten Camperurlauber in Australien.
Übrigens: Im Jahr 2010 sind sämtliche Camperfahrzeuge Australiens insgesamt 607 Mio. Kilometer durch das Land getourt. Das entspricht der Fahrt zum Mond und zurück ganze 790 Mal! Na dann – ab auf die Straße!
1.2 Das Straßennetz Australiens
Australien verfügt über mehr als 820.000 Straßenkilometer (Stand 2011). Damit sichert sich der Kontinent einen Platz in den Top 10 der Länder mit dem längsten Straßensystem. Allerdings relativiert sich die Länge beim internationalen Vergleich: Deutschland verfügt über ebenso stolze 645.000 Kilometer (Stand 2010, Platz 12), die USA über 6,5 Mio. Kilometer (2012, Platz 1)! Wenn man bedenkt, dass die USA annähernd genauso groß sind wie Australien, Deutschland hingegen deutlich kleiner, wird offensichtlich, dass ein immenser Teil des Fünften Kontinents nicht durch Straßen erschlossen ist. Dazu reicht ein Blick auf die Landkarte.

Szenische Küstenstrecken wie die Sea Cliff Bridge vor Sydney
Die große Mehrheit der australischen Bevölkerung lebt an der Ost- bzw. Südostküste. In der Region zwischen Melbourne, Sydney und Brisbane ist das Straßennetz entsprechend weitläufig ausgebaut. Hier hat der Selbstfahrer eine große Auswahl an unterschiedlichen Streckenführungen, die ihn direkt oder auf Abstechern zum Ziel bringen. Die zentralen Routen führen meist an der Küste entlang und bieten die schönere Szenerie. Sie sind oft länger und während der Hochsaison deutlich verkehrsreicher. Als Alternative ist in der Regel eine kürzere Inlandsroute vorhanden, die jedoch weniger Sightseeing-Potenzial hat. Ein Beispiel dafür ist die Route zwischen Melbourne und Sydney. Während der Princes Highway auf fast gesamter Strecke entlang der Küste verläuft und ein Highlight der South Coast dem nächsten folgt, bietet die Inlandsroute über den Hume Highway höchstens mit der Hauptstadt Canberra eine „klassische Sehenswürdigkeit“. Doch selbst die wird von vielen Reiseführern links liegen gelassen.
Je weiter der Urlauber von der Ostküste landeinwärts fährt, desto spärlicher werden die Straßen. Nur wenige Highways führen hier von A nach B, die Streckenführung ist für den Fahrer weitestgehend vorgegeben. Schaut man sich die Straßenkarten des Northern Territory und South Australias an, sticht eigentlich nur ein Highway besonders hervor: der Stuart Highway. Er verbindet über mehrere tausend Kilometer hinweg die Hauptstädte Darwin und Adelaide.
Nirgendwo offensichtlicher ist der Mangel an Straßen allerdings in Western Australia. Das ist nicht etwa inkompetenten Straßenbauern geschuldet, sondern der geringen Einwohnerdichte. Gerade einmal 2,3 Mio. Menschen leben im größten Bundesstaat Australiens, 1,7 Mio. davon in und um Perth. Reger Verkehr herrscht hier nur im Süden. Auch wer mal eben schnell querfeldein durch Australien reisen möchte und nicht gerade einen Geländewagen hat, muss dafür erhebliche Umwege in Kauf zu nehmen. Die Luftlinie zwischen Perth und Alice Springs beträgt vielleicht nur 2000 Kilometer, doch gemessen in Straßenkilometern legt der Fahrer mühelos 3700 Kilometer zurück.
Je abgelegener und dünner besiedelt eine Region ist, desto spärlicher fallen also die Zufahrtswege aus. Und ob diese dann auch für jeden Camper befahrbar sind, hängt maßgeblich vom Straßenbelag ab.
Das grobe Straßennetz Australiens
1.3 Der Straßenbelag entscheidet

Asphaltierte Highways verbinden die Zentren des Landes
Weniger als die Hälfte der 820.000 Straßenkilometer sind befestigt, d. h. geteert oder gepflastert. Darunter fallen die national highways oder auch national routes genannten Fernstraßen, die die Zentren der Bundesstaaten untereinander verbinden sowie Landstraßen, sogenannte state roads, die kleinere Städte im Hinterland mit den Hauptverkehrsadern verlinken. Jene sogenannten sealed roads bringen den Fahrer zu den wichtigsten Zielen des Landes. Wer mit einem Camper unterwegs ist, hat auf den klassischen Routen keinerlei Probleme, vorwärts zu kommen.
Möchte man sich auf die verbleibenden, nicht befestigten Straßen wagen, benötigt man ganz klar einen Geländewagen. Die sogenannten unsealed roads werden auch als gravel roads bezeichnet. Dabei handelt es sich um Schotterstraßen, Sandpisten oder sonstige Wege mit losem Belag. Auf den Landkarten fallen sie zumeist in die Kategorie other roads & tracks oder minor roads. Sicherlich ist es jedem, der ein eigenes Auto hat, überlassen, ob er der Schotterstraße über Kilometer folgt und Schäden am Unterboden oder Kratzer im Lack in Kauf nimmt. Mit einem Mietcamper jedoch sind solche Abenteuerfahrten ein Risiko für jede Versicherungsdeckung. Doch dazu später im Teil 2 mehr.
TIPP: Straßenzustand
Falls die beste Karte nichts hergibt, ist, Internet vorausgesetzt, die Satellitenansicht bzw. Street View von Google Maps eine große Hilfe, um den Straßenbelag zu bestimmen.
Für Offroad-Fahrer ist Australien ein Paradies auf Erden. Mit einem Geländewagen und den nötigen Erfahrungen kommt der Abenteurer hier ganz auf seine Kosten. So ist die größte Sandinsel der Welt, Fraser Island, z. B. nur mit Geländewagen befahrbar. Und auch der Old Telegraph Track oder die legendäre Gibb River Road lassen sich, wenn überhaupt, nur mit einem 4WD bezwingen. Nähere Routendetails können in Teil 4 nachgelesen werden.
Roter Sand, soweit das Auge reicht
Nicht jede Route, die einen Highway im Namen trägt, ist übrigens befestigt. Zuverlässiger sind die Legenden der Straßenkarten. Je dünner eine Straßenlinie auf der Karte erscheint, desto unwahrscheinlicher ist fester Belag.
Nach eigener Erfahrung sind jedoch mitunter selbst die besten Reiseführer oder Karten irreführend. So standen wir z. B. während unserer Camperfahrt im Südwesten von Western Australia häufig vor dem Problem, dass der Weg zu einer angepriesenen Sehenswürdigkeit nur über eine unbefestigte Straße erreichbar war. In den Infobroschüren gab es dazu keinerlei Hinweise. Ein anderes Mal versicherte uns die Dame aus der Touristeninformation, dass unsere geplante Route zum Cape le Grand National Park ebenfalls ohne Weiteres mit unserem Hochdachcamper befahrbar sei. Ein wenig später tuckerten wir mit gefühlten 10 km/h über eine rote Schotterpiste, die zuvor auf der Karte von der netten Dame als sealed markiert worden war. In solchen Situationen heißt es abwägen. Handelt es sich um eine vergleichsweise kurze Zufahrtsstraße, kann diese auch mit einem normalen Auto unter Vorsicht und im schleichenden Fahrmodus befahren werden. Manchmal lässt sich das auch gar nicht vermeiden. Auf unserer Fahrt nach Kalgoorlie wurde der Highway auf recht langer Strecke neu asphaltiert, eine Umleitung gibt es im Outback nicht wirklich. Für eine gute halbe Stunde hieß es daher, ab aufs rote Fahrparkett und anschließend direkt in die Waschanlage.
Adopt a Highway
Sind hierzulande Tierpatenschaften im Zoo üblich, ist es in Australien gang und gäbe, einen Highway-Abschnitt zu adoptieren. Dazu sind am Straßenrand Schilder mit dem Hinweis „Adopt a Highway“ aufgestellt. Die Patenschaft mag nicht allzu zugänglich und süß sein, aber praktisch allemal. Auf diesem Weg finanzieren die Verkehrsbehörden nämlich nötige Baumaßnahmen.
1.4 Fahr- und Verkehrsregeln in Australien
Die größte Sorge fahrender Touristen in Australien gilt in der Regel dem Linksverkehr. Selbst routinierte Autofahrer verbringen die erste Zeit hinterm Steuer unter höchster Anspannung. Doch die Gewohnheit hält oft schneller Einzug als gedacht. Denn wenn alle links fahren, schließt man sich dem als Fahrer naturgemäß an. Es bleiben einige wenige, heikle Verkehrssituationen, die besondere Aufmerksamkeit erfordern, z. B. das Abbiegen auf Kreuzungen. Als ich einmal von einem Aldi-Parkplatz fuhr, ertappte ich mich dabei, dass ich in der rechten statt linken Spur stand. Gott sei Dank kam in diesem Moment kein anderes Auto, mein Fahrfehler blieb also unbemerkt. In diesen Situation helfen Hinweise in den Mietcampern, die mehr als deutlich an den Linksverkehr erinnern und daran, dass man zuerst nach rechts und dann nach links schaut.

Gefahren wird links, gesteuert rechts
Da auf der „falschen“ Straßenseite gefahren wird, befinden sich das Lenkrad, die Handbremse sowie der Schaltknüppel auf der anderen Seite im Auto bzw. werden mit der anderen Hand bedient. Keine Sorge, auch als Rechtshänder lässt es sich erstaunlich gut mit links schalten. Ebenfalls vertauscht sind Scheibenwischer- und Blinkerhebel, Ursache des Urlauber-Fahrerklischees schlechthin. So erkennt man einen Touristen im Auto leicht daran, dass er den Scheibenwischer benutzt, obwohl die Sonne scheint und währenddessen ohne zu blinken abbiegt. No worries – die Routine kommt schneller als erhofft und bleibt. Wer nach mehrwöchigem Australienurlaub erstmals wieder mit dem Auto zur Arbeit fährt, steigt mitunter auf der rechten Seite ein und greift mit den Händen vor sich ins Leere. So erging es zumindest einem guten Freund, der für drei Wochen mit uns im Camper tourte und die meiste Zeit auch fuhr. Zurück in der Heimat wunderte er sich tatsächlich, wer sein Lenkrad im Auto ausgebaut hätte, ehe er es auf der vermuteten Beifahrerseite wiederfand.

Linksherum im Kreisverkehr!
Der Linksverkehr und damit verbundene Fahrweisen beanspruchen die wohl größte Fahrkonzentration der Reisenden. So wird auf mehrspurigen Straßen in der linken Spur gefahren und auf der rechten überholt. Im Kreisverkehr fährt man im Uhrzeigersinn und nicht diesem entgegen. Aber Achtung, nicht alles findet „auf links gedreht“ statt: An Kreuzungen gilt wie hierzulande rechts vor links. Auch andere Regeln sind dem Fahrer von Zuhause vertraut. Autos auf der durchgehenden Straße haben Vorrang gegenüber Fahrzeugen aus Einmündungen. Ist die Linie auf der Straße unterbrochen, darf überholt werden; ist sie durchgezogen, heißt das Überholverbot. Es gilt unbedingte Anschnallpflicht. Telefonieren während der Fahrt ist nur mit Freisprechanlage erlaubt. Fahren unter Alkohol- und Drogeneinfluss ist strengstens untersagt. Die Promillegrenze liegt bei 0,05 Prozent. In manchen Bundesstaaten gilt darüber hinaus Rauchverbot im Auto, falls Kinder mitfahren.
Der Verkehr in Australien hat neben dem Linksverkehr weitere Besonderheiten zu bieten, die das Fahren nicht nur fließender, sondern auch ein Stück weit herausfordernder, aber vor allem sicherer machen.

Hook Turn in Melbourne
An Ampeln hält der Urlauber in Australien eigentlich nur in den größeren Städten. Außerhalb davon regelt sich der Verkehrsfluss reibungslos und schnell über Kreisverkehre, den sogenannten roundabouts. Fahrzeuge im Kreisverkehr haben Vorrang. Per Blinker wird bereits beim Einfahren die Richtung der Ausfahrt angezeigt. Mit dieser Regelung soll den wartenden Autos frühzeitig deutlich gemacht werden, wo im Kreisverkehr befindliche Fahrzeuge abbiegen. Wer nach rechts oder links blinkt, nimmt folglich die unmittelbar nächste Ausfahrt bzw. umrundet den Kreisverkehr. Kein Blinken indiziert das Fahren geradeaus. Die eigentliche Ausfahrt wird kurz vorher mit einem Linksblinken angedeutet. Aber selbst die Australier wissen mitunter nicht so richtig, wann genau sie eigentlich beim Rundendrehen blinken müssen.
Eine bei Touristen berüchtigte Verkehrsregel gibt es im Bundesstaat Victoria, genauer gesagt im Stadtzentrum von Melbourne. Hier regeln sogenannte hook turns das Abbiegen auf Kreuzungen mit Straßenbahnverkehr. Entsprechende Straßenschilder geben den Hinweis. Bei einem hook turn ordnet sich der Fahrer äußerst links ein, um rechts abzubiegen. Bei grüner Ampel fährt er bis zu einem ausgewiesenen Punkt auf die Kreuzung hinauf und biegt nach rechts ab, sobald die Ampel für diese Fahrtrichtung grün zeigt bzw. der Gegenverkehr dies zulässt. So werden die Straßenbahngleise nicht durch abbiegende Autofahrer blockiert.
Tramverkehr
Melbourne verfügt als einzige australische Stadt über ein ausgedehntes Straßenbahnnetz. Die Stationen befinden sich in der Regel auf Verkehrsinseln, sodass der Verkehrsfluss nicht verzögert wird. Mancherorts ist jedoch auf ein- und aussteigende Passagiere zu achten.
Außerhalb der Städte und Ballungszentren sind die Bahnübergange in der Regel unbeschrankt. Auch wenn kein Zug in Sicht ist, reduziert der Fahrer besser die Geschwindigkeit und schaut mehrmals nach rechts und links.
Mehrspurige Straßen, wie wir es von den Autobahnen hierzulande kennen, gibt es Down Under nur selten. Außerhalb der Metropolen sind die Highways zumeist zweispurig, was ein Überholen gelegentlich ziemlich langatmig und herausfordernd macht. Hier leisten regelmäßig wiederkehrende Überholspuren, die overtaking lanes, gerade in kurvenreichen Gegenden Abhilfe. Auf riskante Überholmanöver sollte bei uneinsehbarem Straßenverlauf also verzichtet und stattdessen auf die nächste Überholspur gewartet werden.

Achtung Wildwechsel
Des Weiteren ist es ratsam, den rückwärtigen Verkehr im Auge zu behalten. Nähert sich z. B. ein Truck, ist zu bedenken, dass dieser einen deutlich längeren Bremsweg hat. Abruptes Stoppen oder Schleichen, weil man noch schnell das Känguru am Straßenrand fotografieren möchte, bringen jeden Truckfahrer berechtigterweise zur Weißglut und in die Bredouille. Mein Schwiegervater, der selbst einen dicken Brummi fährt, kann wahrlich es Lied davon singen. Wer sich mit einem australischen Lkw im Nacken nicht wohl fühlt, lässt diesen überholen. Der Truckfahrer zeigt sich dankbar. Andersherum indiziert dieser per Blinker, dass die Straße vor ihm frei ist und man ohne Mühe überholen kann. Auf australischen Straßen herrscht eben ein Geben und Nehmen.
Ebenso ist auf den regen Wildwechsel zu achten, gerade außerhalb der Städte. Kängurus, Emus, Rinder- und Schafherden sowie weitere wanderlustige Tiere schlendern ohne Rücksicht auf nahende Vierräder über die Straßen. Die Gefahr ist zur Dämmerung besonders hoch, aber auch am Tage sollte im wahrsten Sinne des Wortes vorausschauend gefahren werden. Viele Farmen verlaufen am Highway entlang. Mitunter kreuzen Zäune die Straße. Sogenannte grids, in den Boden eingelassene Gitter, halten die Herden davon ab, Reißaus zu nehmen. Beim Überfahren dieser grids sollte der Reisende besser vom Gas gehen, ansonsten wird es ruppig.

Beliebtes Fotomotiv bei Urlaubern
Förderlich für langsames Fahren sind ebenso dips, plötzliche Fahrsenken, sowie construction sites, also Baustellen. Diese sind durch zahlreiche Verkehrshütchen markiert und bieten mit den Stoppschild-Haltern ein markantes Fotomotiv. Denn steht infolge der Bauarbeiten nur eine Fahrspur zur Verfügung, regulieren nicht etwa Ampeln den Verkehrsfluss, sondern Bauarbeiter, die nichts anderes tun, als ein Verkehrsschild mit den Aufschriften „Stop“ und „Go“ herumzudrehen. Und das bei jeder Wetterlage. Ein Lächeln und Danke-Sagen seitens des Fahrers gilt hier als Zeichen des Mitgefühls.
An die Geschwindigkeitsbeschränkungen in Australien hat sich so mancher Fahrer erst zu gewöhnen. Denn diese geben deutlich weniger Spielraum nach oben als in der Heimat. Auf den Highways gilt ein Limit von 100 bis 110 km/h, nur im Northern Territory darf mitunter 130 km/h oder schneller gefahren werden. In Wohngebieten sind 50 bis 60 km/h zugelassen, in beruhigten Straßen- oder Schulzonen 30 bis 40 km/h. Schilder am Straßenrand verweisen auf die geltende Geschwindigkeit. Wo es keine solchen gibt, z. B. entlang unbefestigter Straßen, gelten die Standard-speed limits des jeweiligen Bundesstaates. Nicht nur der Sicherheit wegen, sondern auch dem Geldbeutel zuliebe sollten diese strikt befolgt werden. Verhängte Bußgelder liegen deutlich über den uns geläufigen und erreichen schnell dreistellige Dollarbeträge.
TIPP: Bußgeldhöhe
Eine gleich aussehende, vorbeiziehende Landschaft, eine gerade Strecke sowie fehlender Gegenverkehr stören die Wahrnehmung der eigenen Geschwindigkeit mitunter erheblich. Ohne sich dessen bewusst zu sein, zeigt der Tacho schnell 120 bis 130 km/h. Also Fuß runter vom Pedal, sonst wird es teuer! Bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung von bis zu von 10 km/h zahlt der Raser derzeit in Victoria 190 AUD, bei 10 - 25 km/h drüber sind es bereits 303 AUD. Einen Überblick über die Höhe der Bußgelder gibt es im Teil 5.

Es gelten die gleichen Vorfahrtsregeln wie bei uns
Die australische Polizei führt regelmäßig Verkehrskontrollen durch und zeigt bei Verstößen keinerlei Kulanz, auch nicht gegenüber Touristen. Mobile oder stationäre speed cameras messen die Geschwindigkeit. Alkoholpegel, Gurtpflicht, eventuell erforderliche Plaketten etc. werden penibel geprüft. Zu größeren Events oder an Wochenenden ist die Polizeipräsenz erhöht. Eine besondere Regelung tritt an Feiertagen in Kraft: Zwischen Weihnachten und Neujahr sind die Fehlerpunkte bzw. Bußgelder grundsätzlich doppelt so hoch wie üblich – eine wirkungsvolle Abschreckung zu verkehrsintensiven Saisonzeiten.
Verkehrsdelikte von Urlaubern sind nicht durch eine etwaige Versicherung des Vermieters abgedeckt. Ein Ticket fürs Parken im Halteverbot sollte, wenn möglich, umgehend beglichen werden. Gelangt der Bußbescheid zum Vermieter als Fahrzeughalter, droht neben dem eigentlichen Bußgeld eine zusätzliche Bearbeitungsgebühr. Wer versucht, durch Ausreise eventuellen Strafzahlungen zu entgehen, kommt wohl oder übel davon. Bisher gibt es kein Abkommen zwischen Deutschland und Australien, das ausstehende Verkehrsdelikte nachträglich abwickelt. Ob diese jedoch bei erneuter Einreise wieder ans Licht kommen, bleibt ein offenes Risiko. Darüber hinaus räumt sich der Vermieter über den Kreditkarten-Durchschlag das Recht ein, nachkommende Bußbescheide von der Kreditkarte zu berechnen.

Unbeschrankte Bahnübergänge sind die Regel
Plaketten im Fahrzeug
In einigen australischen Autos sieht der Urlauber an der Windschutz- und Heckscheibe eine L-oder P-Plakette. Die L-Plakette verweist auf einen Fahrschüler im Auto. Fahrer mit einem P-Schild befinden sich in der vierjährigen Probezeit. Das Anbringen der Plaketten ist Vorschrift in Australien.
Überblick über gängige Verkehrsschilder


2. Streckenplanung

Eine grobe Streckenplanung ist hilfreich
2. Streckenplanung
Dass die Entfernungen in Australien größer ausfallen als in der Heimat, kann in Bezug auf eine geplante Camperreise nicht oft genug betont werden. Wohin möchte man fahren? Was möchte man unbedingt sehen, was nur vielleicht? Und wie viel Zeit hat bzw. nimmt man sich dafür? Diese Fragen sind die Eckpfeiler eines Trips mit einem Mietcamper. Sowohl der Abhol- und Abgabetag als auch -ort stehen fest. Damit ist der Reiseroute zwar nicht der Verlauf, aber die Richtung vorgegeben. Ein open end gibt es nicht, es sei denn, das Auto ist gekauft statt gemietet. Damit einher geht ein gewisser Freiheitsverlust beim Reisen. Die eigene Unabhängigkeit wird der bevorstehenden fixen Abgabe geopfert. Doch wer realistisch und bedächtig an die Planung herangeht, gibt nur so viel an Flexibilität auf, wie er wirklich muss. Zu berücksichtigen sind dabei sowohl die Saison als auch das Wetter. Den Anfang macht allerdings das Bewusstsein für die Weiten des Landes.
2.1 Zeit als Maß aller Dinge
Deutsche Urlauber bleiben im Schnitt drei bis vier Wochen in Australien. Dass man in einem Monat nicht jeden Winkel des Kontinents entdecken kann, steht außer Frage. Nur welche Strecken sind für diese Zeit realistisch und – viel wichtiger – auch empfehlenswert?

Kurvige Strecken reduzieren die Fahrgeschwindigkeit
Aus beruflicher, aber auch persönlicher Erfahrung weiß ich, dass die Entfernungen eine der größten Unterschätzungen für Camperreisen in Australien sind, gerade für Selbstfahrer. Natürlich möchte man möglichst viel sehen, wenn man schon einmal Down Under ist. Die Anreise war schließlich teuer genug. Und wer weiß, ob oder wann man das nächste Mal wiederkommt. So ist der weit abseits im Nirgendwo stehende Uluru wahrhaftig ein störrisches Hindernis für jede ambitionierte Reiseplanung. Auch wir haben bei einer Tour schon den Fehler gemacht, uns zu viel Strecke zuzumuten. So hatten wir für die Fahrt von Melbourne bis zur Gold Coast gerade einmal sieben Tage zur Verfügung. Zwar sind wir pünktlich im Ziel angekommen, aber von der Tour ist ehrlich gesagt nicht viel in Erinnerung geblieben. Dafür war einfach zu wenig Zeit, die Szenerie und Erlebnisse entlang des Weges zu verinnerlichen.
Es mag schwer fallen, einen Routenabschnitt links liegen zu lassen, um andernorts mehr Zeit zu haben, aber weniger ist für Autoreisende in Australien tatsächlich mehr. Nur so kann man die Eindrücke unterwegs auch wirklich genießen. Eine machbare Strecke zu fahren und weiter entfernte Orte mit dem Flugzeug anzusteuern, sofern Zeit dafür bleibt, wäre eine weitere Alternative. Schließlich spricht nichts gegen eine Campertour von Melbourne nach Sydney, um von dort nach Alice Springs zu fliegen.
TIPP: Entfernungen
Um die Distanzen zu verinnerlichen, hilft es bei der Vorbereitung ungemein, in europäischen Dimensionen zu denken. Die Strecke Melbourne – Sydney entspricht der Entfernung zwischen Paris und Prag. Auf der Fahrt von Perth nach Darwin käme man in Europa nach dem Start in Madrid in St. Petersburg an. Natürlich kann der Urlauber die besagten Strecken auch in wenigen Tagen zurücklegen – mit einem Bleifuß und wenig Abwechslung zwischendurch. Doch wer will das schon?
Erschwerend bei der Streckenplanung wirkt der begrenzte Urlaubsanspruch. Länger als ein Monat ist für die meisten Arbeitnehmer nicht drin. Es gilt, die Zeit ideal zu nutzen. Ob ideal bedeutet, so viel wie möglich zu sehen oder sich einen ausgewählten Zipfel des Landes genauer anzuschauen, ist Geschmackssache. Mit einem Camper hat man den Luxus, sein Tempo weitestgehend selbst zu bestimmen. Der Weg ist das Ziel – zugegeben ein vielleicht abgedroschenes, aber berechtigtes Motto für Wohnmobilfahrten Down Under. Letztendlich reist man nicht, um schnell von A nach B zu kommen, sondern um das C, D und E unterwegs zu entdecken.

Vierstellige Kilometerangaben sind keine Seltenheit auf den Schildern
Drei Wochen in Australien sind eine tolle Zeit, um z. B. entspannt von Sydney aus die Ostküste nach Cairns hinauf zu fahren. Das australische Fremdenverkehrsamt empfiehlt Selbstfahrern für diese 2717 Kilometer lange Strecke eine Reisedauer von 16 Tagen. Zum Vergleich: Für die Route Perth – Darwin (4205 Kilometer) sollten mindestens 21 Tage eingeplant werden, was nicht sehr viel mehr erscheint angesichts der deutlichen längeren Strecke. Warum also nur fünf Tage mehr? Ganz einfach: An der Westküste gibt es deutlich weniger zu sehen. Weit und breit nichts außer rotem Sand und weißem Strand mit ein wenig Asphalt und Zivilisation mittendrin. So fährt man in Western Australia längere Strecken am Stück und kommt schneller voran. An der dicht besiedelten Ostküste hingegen tourt der Selbstfahrer von einer Touristenattraktion zur nächsten, auch wenn es nur die „Big Banana“ in Coffs Harbour ist. Mehr Zerstreuung und häufigere Pausen sorgen hier für ein langsameres Reisen.
300 Kilometer am Tag sind ein machbarer und damit empfehlenswerter Fahrdurchschnitt. Man kommt gut vorwärts und hat genügend Zeit für Erkundungen und Pausen. An einigen Tagen wird vielleicht weniger gefahren, an anderen dafür mehr, weil z. B. das Wetter schlecht ist. So pendelt sich die Fahrdistanz im Verlauf der Reise auf ein gemächliches, aber stetiges Vorwärtskommen ein. Doch selbst die beste Theorie kommt in der Praxis gelegentlich ins Wanken. In Queensland ist das die Dämmerung, die bereits gegen 17 Uhr den Himmel schwarz einfärbt und jede Weiterfahrt zum Konzentrationswagnis macht. Wer denkt, hier locker bis 21 Uhr auf den Straßen unterwegs zu sein, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit von scheinwerfergeblendeten Kängurus ausgebremst. Auf Tasmania oder an der Küste zwischen New South Wales und Victoria reduzieren kurvige Straßen die Geschwindigkeit. 100 km/h zeigt der Tacho hier nur selten.
Zeitempfehlung für beliebte Routen, inkl. Sightseeing
| Strecke | Distanz in km | Zeit, mind. |
| Melbourne – Sydney | 872 | 5 Tage |
| Sydney – Brisbane | 1001 | 6 - 7 Tage |
| Brisbane – Cairns | 1716 | 10 Tage |
| Perth – Darwin | 4205 | 21 Tage |
| Darwin – Alice Springs | 1489 | 6 Tage |
| Alice Springs – Adelaide | 1533 | 6 Tage |
| Adelaide – Perth | 2781 | 10 Tage |
| Adelaide – Melbourne | 731 | 5 Tage |
Und schließlich zerstört ein ganz natürliches Urlaubsverlangen die Kilometerplanung für den Tag – die Entdeckerlust. Eigentlich waren die Sightseeing-Aktivitäten des Tages abgehakt, als ein Einheimischer im Café von einem spektakulären Aussichtspunkt abseits des Weges erzählt. Was tun? Den Abstecher wagen und damit das Erreichen des Etappenziels riskieren oder ihn links liegen lassen und mit Bestzeit durchs Ziel fahren? Egal, für welche Variante der Urlauber sich entscheidet: Je großzügiger die Streckenplanung ist, desto mehr Zeit bleibt für ungeahnte Entdeckungen und desto entspannter lassen sich Verzögerungen abfedern. Denn beim Thema Pannen sind wir noch gar nicht angekommen.
2.2 Fahren nach Jahreszeit
Um eines der hartnäckigsten Klischees gleich zu Beginn auszuräumen – nein, in Australien scheint nicht an 365 Tagen im Jahr die Sonne. Hier fällt sogar Schnee, was für Camperreisen nicht unbedeutend ist. Als sechstgrößtes Land besitzt Australien mehr als eine Klimazone. Hier prallen tropische auf europäische Wetterverhältnisse, die sich grob gesagt am Wendekreis des Steinbocks die Hand reichen. Dieser durchläuft Australien von Exmouth in Western Australia über Alice Springs im Zentrum hinüber nach Rockhampton in Queensland.

Der Winter Australiens bringt Bodenfrost im Süden

Im Norden drohen zur Regensaison überflutete Straßen
Südlich davon herrscht weitestgehend gemäßigtes Wetter, das sich in vier Jahreszeiten aufteilt, die unseren entgegengesetzt sind. Der Frühling dauert von September bis November, die Sommermonate Dezember bis Februar gehen in den Herbst von März bis Mai über. Und zwischen Juni und August hält der australische Winter Einzug. Dieser fällt nicht annähernd so frostig aus wie unserer. Vielmehr entspricht er von den Temperaturen her dem Herbst. Einige Gebiete wie die Victorian Alps oder Snowy Mountains verwandeln sich allerdings in ein Winter-Wonderland mit Skipisten und Sesselliften. In den letzten Jahren meldeten auch die Blue Mountains bei Sydney oder die Grampians nördlich der Great Ocean Road Schneefall. Der sorgt aber in den seltensten Fällen für Chaos auf den Straßen. Doch es schadet nicht, den Vermieter nach Schneeketten zu fragen, falls man in den Wintermonaten in den höheren Lagen zwischen Melbourne und Sydney unterwegs sein möchte. Auch ohne Frau Holle sorgen Minusgrade nachts für Eiskristalle an den Fensterscheiben und vereiste Türen. Dickere Kleidung, gerade zum Schlafen, kann ich nur wärmstes empfehlen. Als wir im Juni von Melbourne aus mit dem Camper Richtung Queensland aufbrachen, schliefen wir die ersten Nächte stilsicher mit Mütze, Handschuhen, Socken & Co, Kuscheln inklusive. Denn eine Standheizung hatte unser kleiner Minivan damals nicht. Ist man allerdings erst einmal an der Küste unterwegs, sind die Nächte gleich spürbar milder.
TIPP: Camping im Winter
Aufgrund der kühlen Außentemperaturen verbringt der Urlauber während der Wintermonate tendenziell mehr Zeit im Camper, vor allem abends. Die Campingstühle werden nur selten aufgestellt, die Markise so gut wie gar nicht ausgefahren. Hinsichtlich des Komforts sollte daher ein Fahrzeug gewählt werden, in dem man sich ohne Platzangst länger auf der Pelle hocken kann.
Während die Wintermonate einen Insektenschutz unnötig machen, gehören Mückennetze im Sommer zu den unbedingten Ausstattungsmerkmalen eines Wohnmobils. Nächtliche Temperaturen über 20 Grad sind keine Seltenheit. Wer unter diesen Umständen das Fenster nicht öffnen kann, da sonst unzählige Blutsauger mit der Arbeit loslegen, sitzt morgens sehr unausgeschlafen am Steuer. Auch eine Klimaanlage gehört nicht bei jedem Modell und Vermieter zur Grundausstattung. Bläst die Lüftung bei 35 Grad Außentemperatur zu viel heiße Luft ins Auto, sorgt selbst die beste Playlist beim schweißtreibenden Fahren für keine gute Laune. Doch all der Jammer ist vergessen, sobald die Füße ins Meer tauchen und vom Grill leckerer Steakgeruch hinüber weht. Schließlich ist man im Sommerurlaub!
Je weiter der Urlauber Richtung Norden fährt, desto mehr wird das Klima von der Trocken- und Regenzeit bestimmt. Während der dry season von April bis Oktober sind die Temperaturen angenehm warm bis heiß und das Wetter größtenteils trocken. Von November an hält die wet season Einzug in die Region der Kimberleys in Western Australia, in das Top End rund um Darwin im Northern Territory sowie auf der Cape York Peninsula und in der Region um Cairns in Queensland. Bis in den März hinein fällt wiederholt mal schwacher, mal starker Regen, tropische Gewitterstürme ziehen durch das Land, die Temperaturen sinken kaum, die Luftfeuchtigkeit ist extrem hoch, es wird unerträglich schwül. Der November ist zumeist der heißeste, unerträglichste Monat, Januar und Februar sind die nassesten Monate der wet season.
Von Camperfahrten hinauf in den Norden raten die Vermieter während der Regenzeit ab. Nicht selten schließen sie in den betroffenen Monaten ihre dortigen Depots oder passen die Öffnungszeiten an. Die Gründe dafür sind naheliegend: Mit einsetzendem Regen werden viele der Straßen überflutet. Davon betroffen sind nicht nur Zufahrtsstraßen, sondern auch die zentralen Highways. An ein Weiterkommen ist ohne Geländewagen nicht zu denken. Selbst wenn das Wasser allmählich zurückweicht, ist die Straße darunter oft so stark beschädigt, dass diese zunächst unbefahrbar bleibt. Sofern keine alternative Route zur Verfügung steht, hängt der Camper fest und die Reiseplanung kommt gehörig ins Wanken. Naht ein Zyklon, ist ein Wohnmobil darüber hinaus kein geeigneter Zufluchtsort. Wer zur Regenzeit fährt, reist auf eigenes Risiko und sollte daher vor allem Flexibilität hinsichtlich Zeit und Streckenführung einplanen. Sowohl der Rückgabeort als auch das Abgabedatum stehen bei Einbuchung fest. Gibt der Mieter den Camper aufgrund von Überschwemmung zu spät oder anderswo als vertraglich vereinbart ab, muss er mit nachträglichen Gebühren rechnen.

Günstige Reisezeiten nach Wetterlage
2.3 Fahren nach Saison
Ob in Australien Hoch- oder Nebensaison herrscht, ist an die Jahreszeit der Reiseregion gekoppelt. Zwischen Dezember und Februar zeigt sich im Süden der Sommer von der sonnigsten und die Hochsaison von der teuersten Seite. Wird es im April zunehmend kühler, bewegt sich der Touristenstrom allmählich in nördliche Gefilde. Mit der hier einsetzenden Trockenzeit kehrt das touristische Leben in den Norden des Kontinents zurück und läutet die high season ein, während der Süden in den wohlverdienten Winterschlaf geht.
Eine Campermiete zur Hochsaison hat die gleichen Begleiterscheinungen, wie man es auch von der Flug- oder Hotelbuchung kennt: erhöhte Nachfrage, knappes Angebot, hohe Preise. Einen wesentlichen Unterschied gibt es jedoch: Nach Last-Minute-Schnäppchen hält der Weltenbummler bei der Wohnmobilanfrage vergeblich Ausschau. Hier gilt: Je früher, desto besser! Erst wenige Wochen vor Abreise buchen oder gar erst vor Ort nachfragen, endet fast sicher ohne passendes Fortbewegungsmittel oder mit einer deutlich geschrumpften Reisekasse. Je näher die Hochsaison rückt, desto exorbitanter steigen die Mietpreise. Erfahrungsgemäß sind die günstigsten Modelle am schnellsten ausgebucht. Es kommt zum Dominoeffekt: Die Nachfrage stürzt sich auf den nächsten, halbwegs erschwinglichen Camper, bis auch dieser nicht mehr verfügbar ist. Hinzu kommen Mindestmieten. Über das Jahr fangen diese meist bei fünf Tagen an. Während der Hochsaison oder Feiertage betragen diese gut und gerne auch zehn Tage oder mehr. Auf diese Weise stellt der Vermieter eine bestmögliche Auslastung der Flotte sicher. Mehr dazu im 2. Teil des Buches.

Der Sommer in Sydney ist auch für Camperurlauber verlockend
Auf die Spitze getrieben wird der Wettlauf um den Wunschcamper zwischen den Jahren, dem Reisezeitraum mit der höchsten Nachfrage. Die Mietpreise liegen weit über dem Jahresdurchschnitt, nicht selten bekommt der Anfragende schon Monate im Voraus ein „ausgebucht“ zu hören. Selbst wenn noch Mietfahrzeuge verfügbar sind, ist unter Umständen der Wunschabholtag nicht mehr frei. Übersteigen die Abholungen und Abgaben die Kapazitäten des Depots, muss der Mieter auf den Folgetag ausweichen. Wer diese emotionale und finanzielle Achterbahn ungern fahren möchte, fragt den Camper für Mieten in der Hochsaison sehr frühzeitig an. Unter Umständen gibt es dann sogar noch einen Early-Bird-Rabatt.
TIPP: Camping zwischen den Jahren
Wer auf den eigenen vier Rädern an Weihnachten in Melbourne losfahren möchte um an Silvester in Sydney anzukommen, sollte allerspätestens im September sein rollendes Gefährt reserviert haben, um einen Spießrutenlauf nach verfügbaren und erschwinglichen Fahrzeugen zu vermeiden.
Zu den Feiertagen campen besonders viele Einheimische
Neben der erhöhten Nachfrage an Wohnmobilen offenbart sich die Hochsaison während der Camperreise noch auf anderen Wegen. Zu den Touristen gesellen sich die Einheimischen, die ihren Sommerurlaub als begeisterte Camper ebenfalls on the road verbringen. Auf den gängigen Touristenrouten sind deutlich mehr Autos unterwegs. Außerdem ist es ratsam, am Tag zuvor bei Campingplätzen nach Verfügbarkeiten und Konditionen zu fragen. Unter Umständen sind bereits alle Stellplätze belegt oder an Mindestmieten von mehreren Nächten gebunden. Und natürlich sind die Übernachtungs- sowie Spritpreise auf einem Jahreshoch. Liegen letztere zur Nebensaison in Melbourne bei ca. 1,35 AUD, steigen diese zur Hauptsaison mitunter auf über 1,55 AUD.
Wer etwas klimaresistenter oder ungern in einem fahrenden Urlauberstrom unterwegs ist, liebäugelt mit einem Campingurlaub zur Nebensaison. Im Süden des Landes muss man sich dafür zwar etwas wärmer anziehen und im Norden gießt es unter Umständen aus Kübeln. Aber dafür kommt man in den Genuss überzeugender Vorteile: Wohnmobile sind in der Regel noch sehr kurzfristig und inklusive eventueller low season discounts preiswert zu buchen. Ist man mit seinem Wunschfahrzeug zum Schnäppchenpreis erst einmal unterwegs, teilt man die Highways höchstens mit einigen Trucks. Campingplätze sind leerer und ebenfalls deutlich günstiger. Meist kann der Besucher seinen Stellplatz frei wählen und steht nicht Tür an Tür mit einem anderen Camper. Und schließlich ist das Benzin spürbar billiger.

Leere Campinplätze im Winter bedeuten freie Platzwahl
Vielleicht mag das touristische Angebot nicht ganz so ausgeprägt sein wie zur Hochsaison und eventuell zeigt sich der australische Petrus von seiner launigen Seite. Aber ein Campertrip zur Nebensaison ist nicht nur kostensparender, sondern bietet den Luxus, durch weniger Reservierungsstress mehr ins Blaue hinein fahren zu können. Letztendlich erblickt der Selbstfahrer in dieser Zeit Australien so, wie es nur wenige Urlauber zu Gesicht bekommen – fernab des gängigen Postkartenmotivs sozusagen. Gerade der Norden ist zur Regenzeit eine Augenweide: tosende Wasserfälle, riesige Seen, eine lebendige Tierwelt und Grün, so weit das Auge reicht. Nicht umsonst wird die wet season auch als green season bezeichnet.
Camping zur Hoch- oder Nebensaison – ein Vergleich
| Strecke | Hochsaison | Nebensaison |
| Vorteile | Sommer, Sonne, SonnenscheinCamping-Gefühl mit Barbecue, Fischen etc.viele touristische AngeboteOutdoor-Aktivitätenunterwegs unter Gleichgesinntenideale Straßenbedingungenkaltes Bier schmeckt besser | kurzfristige Camperbuchung möglichgünstige Miet- und Übernachtungspreiseleere Campingplätzebilliger Spritleere StraßenFlexibilitätAustraliens Natur von einer anderen Seite |
| Nachteile | Mindestmieten für den Camperteure Miet- und Unterkunftspreiseüberfüllte Campingplätzehohe Spritpreisedichter VerkehrReservierungsstress vorabstechende Plagegeister und aktive gefährliche Tiere | kältere Temperaturen (Winter) bzw. extreme Schwüle (Regenzeit)schwierige Straßenverhältnisse (Schnee o. Flutwasser)Camping findet eher im Camper als draußen statteingeschränktes touristisches Angebotweniger Mitcamper |
3. Reisen mit Kindern

Picknick mit Kindern am Pebbly Beach
3. Reisen mit Kindern
Trotz der mitunter beschwerlichen und langen Anreise nach Australien zieht es immer mehr Eltern mit ihren Kindern für einen mehrwöchigen Urlaub nach Down Under. Ein gemieteter Camper ist für die Familie oft das bevorzugte Reisemittel. In den Weiten des Internets findet der interessierte Leser zahlreiche Erfahrungsberichte und Reiseblogs zu diesem Thema. Bezüglich der Motivation stimmen fast alle Beiträge überein: Gerade die Elternzeit ist ein idealer Moment, um für längere Dauer ohne Zeitdruck weit entfernte Regionen zu entdecken. Auch wenn der Nachwuchs erst einige Monate alt sein mag, stellt dies für wenige Eltern ein Wagnis dar. Ganz im Gegenteil: Ein Baby erlebt den Flug sowie das Umherreisen meist entspannter als ältere Kinder oder gar die lieben Eltern – nämlich schlafend. Also nur weil Australien am anderen Ende der Welt liegt, sollte das keine Hürde für gemeinsame Familienurlaube sein. Es bedarf lediglich ein wenig mehr Vorbereitung und Recherche.
3.1. Australien – ein kinderfreundliches Land

Kinder erfreuen sich an den Tieren Australiens
Australien gehört zu den sichersten Reiseländern weltweit, die Kriminalitätsrate ist entsprechend gering. Außerdem verfügt das Land über einen hohen Hygiene- und Gesundheitsstandard, was besonders für Familien ein entscheidender Pluspunkt bei der Länderauswahl ist. Mit Englisch als Amtssprache gestaltet sich die Verständigung im Alltag sowie im Notfall außerdem sehr einfach. Die Lockerheit und Unbekümmertheit der Einheimischen zeigt sich ebenso im alltäglichen Umgang mit Kindern. So sorgen z. B. Stillen in der Öffentlichkeit oder auch schreiende Kinder für kein größeres Augenverdrehen.
Überzeugend ist vor allem die Infrastruktur des Landes. In den Supermärkten und Drogerien bekommen Eltern alle nötigen Dinge für den Nachwuchs, in den Apotheken im Bedarfsfall auch ohne Rezept hilfreiche Arzneien bei kleineren und größeren Wehwehchen. Es ist nicht erforderlich, mit einem Wochenvorrat an Windeln oder Babypuder im Gepäck nach Australien zu reisen. Öffentliche Toiletten mit Wickelräumen finden sich in jeder kleineren Stadt. Großzügige und gepflegte Spielplätze sowie Parkanlagen sorgen für Unterhaltung, die aufgestellten Sonnensegel für den nötigen Sonnenschutz der Kleinsten.
TIPP: Spielplatzsuche
Unter www.playgroundfinder.com finden Eltern eine Auflistung der besten Spielplätze für jeden Bundesstaat. Oder man entscheidet sich gleich für den größten Buddelkasten der Welt – Fraser Island.
Ebenso viel zu entdecken gibt es entlang der Strecke: Unzählige Zoos und interaktive Museen laden zum Besuch ein, Themenparks, vor allem an der Gold Coast, bringen selbst Mutti und Papa zum Lachen. Und an den unzähligen Stränden lassen sich hervorragend unter professioneller Aufsicht der life guards Sandburgen bauen. Gerade für Aktivitäten in der freien Natur ist Australien ein regelrechtes Abenteuerland für die Kleinsten. Hier erleben und entdecken sie Dinge, wie sie es zu Hause nur aus Büchern kennen: tosende Wasserfälle, gigantische Bäume sowie super-süße oder spannende Tiere.
Hinsichtlich der bekanntermaßen gefährlichen Tierwelt Australiens herrscht oft Bedenken. Schließlich gehören giftige Schlangen und Spinnen genauso wenig zu den Dingen, die man Down Under unbedingt gesehen haben muss, wie berüchtigte Haie oder Quallen. Wer aufmerksam mit der nötigen Vorsicht durch das Land reist, geht jedoch kein Risiko für die Kleinen ein. Haben z. B. die Schuhe nachts draußen gestanden, genügt in der Früh ein Blick hinein, um sicherzustellen, dass keine Spinne darin genächtigt hat. Warnschilder am Strand geben Aufschluss darüber, ob und wie sich der Nachwuchs bedenkenlos im Wasser abkühlen kann. Und sollte entgegen jeglichen Erwartens doch etwas passieren, ist die australische Ambulanz bestens auf solche Vorfälle vorbereitet.
3.2. Das Wohnmobil als ideale Familienkutsche
Ein Campingtrip ist die perfekte Möglichkeit, Australien als Familie unbeschwert zu erkunden. Das Heim auf vier Rädern verspricht eine Routine auch an fremden Orten, was gerade für die Kleinen wichtig ist. Sie schlafen jede Nacht im selben Bett, wenngleich vor anderer Kulisse, und ihr Spielzeug hat einen festen Aufbewahrungsplatz im Fahrzeug. Auch für die Eltern bedeutet ein Urlaub im Wohnmobil weniger Stress. So muss das Gepäck nicht ständig umgeladen werden und das Lieblingskuscheltier wird nicht im Hotel der letzten Nacht unterm Bett vergessen. Ein Camper entwickelt sich für alle Reisenden zu einem vertrauten Zuhause mit selbstgewähltem Tagesrhythmus. Als Schlafplatz eignen sich die zahlreichen Campingplätze des Landes. Gerade größere Ketten wie z. B. „Top Parks“ sind überaus kinderfreundlich angelegt. Spielplätze oder Swimmingpools erfreuen das Kinderherz, gepflegte Wasch- und Kochküchen das Elternherz. Und da viele australische Familien selbst mit dem Camper unterwegs sind, entstehen hier kurzweilige oder langlebige Freundschaften zwischen Groß und Klein.

Camping in Australien ist auch ein Abenteuer für die Kleinsten
Damit den Sprösslingen bei der Fahrt nicht zu langweilig wird, sind die täglichen Strecken besser kurz zu halten. Stundenlanges Fahren, nur um des Vorwärtskommens willen, bringen selbst das geduldigste Kind früher oder später zum Zappeln. Regelmäßige Pausen oder Sightseeing zwischendurch sorgen stattdessen für die nötige Abwechslung. Um kindgerechte Outdoor-Aktivitäten sicherzustellen, sollte ein Augenmerk auf der richtigen Reisezeit liegen. Wer in den Wintermonaten unterwegs ist, riskiert aufgrund von schlechtem oder kaltem Wetter tendenziell mehr Aufenthaltszeit im Wohnmobil statt in der freien Natur. Im Hochsommer oder kurz vor der Regenzeit hingegen sorgen selbst schattige Plätze kaum für Abkühlung; der ständige Wechsel zwischen Klimaanlage und heißen Außentemperaturen schwächt das stärkste Immunsystem.
Um nicht nur stressfrei, sondern auch komfortabel zu reisen, achten Eltern bei der Camperauswahl besser auf eine großzügige Raumaufteilung. Die beste Planung nützt nichts, falls kaum Stauraum für Spielzeug oder Windeln vorhanden ist und allabendlich das Gepäck umher geräumt werden muss, um die Schlafplätze zu schaffen. Auch die Sitzanordnung ist von Bedeutung. Bei manchen Campertypen liegen die Sitze im Innenraum an der Heckklappe und damit recht weit entfernt vom Fahrer.
TIPP: Was tun für eine unbeschwerte Camperreise mit Kindern
Den Campertrip gemeinsam planen: Aktivitäten zusammen auswählen, die Strecke auf der Karte nachzeichnen, Tagesetappen festlegen.
Für Unterhaltung während der Fahrt sorgen: z. B. Malstifte, Kartenspiele oder Bücher. Weniger geeignet sind Puzzle oder Lego, da sie bei der Fahrt schnell in den Ecken des Campers verloren gehen.
Mehrere Tage am gleichen Ort verbringen: Man „holt Luft“ zwischen den ständigen Ortswechseln und hat mehr Zeit für längere Aktivitäten wie Wandern.
Interessante Outdoor-Aktivitäten planen: Der Sonnenuntergang am Meer mag für Kinder nicht ganz so spannend sein wie für die Eltern. Daher auch für „Action“ sorgen, wie z. B. bei aufregenden Bootstouren mit Krokodil-Spotting oder mit dem Quad über Sanddünen rauschen.
Alternative Aktivitäten bei schlechtem Wetter: Die vier Wände eines Campers werden schnell erdrückend. Australische Museen sind z. B. weitaus interaktiver als hierzulande gestaltet und damit für Kinder besonders interessant. Auch bei heißem Wetter sind die klimatisierten Räume sehr erfrischend.
Die Entdeckerlust schüren: Mit einer Einwegkamera halten die Kleinen ihre ganz eigenen Erinnerungen an den Urlaub fest.
Feste Aufgabenverteilung: Alltägliche, kleine Aufgaben wie den Camper an den Strom anschließen oder, wenn erlaubt, das Holz für das Lagerfeuer sammeln, erhöhen nicht nur das Verantwortungsbewusstsein der Kinder, sondern auch das bewusste Erleben des Campings.
3.3. Gesetzliche Vorschriften
Australien genießt einen der strengsten Sicherheitsstandards, wenn es um die Mitnahme von Kindern in Fahrzeugen geht. So muss ein Kindersitz dem australischen Standard entsprechen, der sich über einen Sticker am Gehäuse mit der Aufschrift „AS/NZS 1754“ erkennen lässt. Europäische Kindersitze erfüllen diesen Standard nicht und können demnach nicht in Australien genutzt werden. Widerrechtliche Nutzungen sind gesetzeswidrig und werden mit hohen Bußgeldern belangt. Bei vielen Vermietern können die Eltern daher einen passenden Kindersitz hinzu buchen. Alternativ besteht die Möglichkeit, diesen zu erschwinglichen Preisen vor Ort zu kaufen oder auch zu mieten.
TIPP: Vermietung von Kinderzubehör fürs Camping
www.hireforbaby.com
www.allbabyhire.com.au
www.bebababy.com.au
www.anythingbaby.com.au

Nur geprüfte Kindersitze dürfen genutzt werden
Nicht nur das Prüfsiegel des Kindersitzes ist entscheidend, sondern auch, wo dieser im Fahrzeug positioniert werden kann. Babyschalen, Kindersitze und z. T. auch Sitzerhöhungen verfügen in Australien über eine sogenannte teather strap, eine Fangleine, die zusätzlich zum Dreipunktegurt als Befestigung dient. Diese wird dafür an einem anchor point, einem Ankerpunkt im Gehäuse des Fahrzeugs, eingehakt. Nicht jeder Wunschplatz im Wohnmobil verfügt über einen solchen Ankerpunkt bzw. wenn ja, unter Umständen nicht in der erforderlichen Anzahl.
Wo darf das Kind im Camper sitzen?
Kinder bis zu vier Jahren müssen in einem Kindersitz auf der Rückbank, also im Innenraum des Campers, sitzen. Der Platz muss über einen sogenannten anchor point verfügen.
Kinder zwischen vier und sieben Jahren müssen in einem Kindersitz oder auf einer Sitzerhöhung im hinteren Bereich des Fahrzeuges sitzen. Ausnahme: Sofern alle hinteren Plätze durch jüngere Kinder besetzt sind oder das Wohnmobil über keine Sitze im Wohnraum verfügt (z. B. Hitop), darf das Kind auf dem Beifahrersitz sitzen. Dies wird von den Vermietern jedoch nicht empfohlen und z. T. auch nicht zugelassen.
Vor der Einbuchung des Campers sollten die Eltern daher frühzeitig mit dem Vermieter oder Vermittler Rücksprache halten, ob und wie viele Kinder im Wunschfahrzeug mitreisen dürfen und wenn ja, wo sie sitzen können.
Teil 2
Das Fahrzeug – Ein Heim auf vier Rädern

Der Camperpreis unterliegt vielen Faktoren
Australien ist als Reiseziel erkoren und die Entscheidung getroffen, den Fünften Kontinent mit dem Wohnmobil zu erkunden. Man hat sich mit den Straßen- und Verkehrsverhältnissen vertraut gemacht und auf der Landkarte die Fahrroute grob mit dem Finger nachgezeichnet. Jetzt heißt es, das passende Eigenheim auf vier Rädern zu finden. Wer einmal mit der Suche begonnen hat, stellt schnell fest, dass die Wohnmobilauswahl für Selbstfahrer in Australien den Ausmaßen des Landes in nichts nachsteht. Angebotene Camper unterscheiden sich je nach Vermieter nicht nur deutlich im Preis, sondern auch hinsichtlich der Ausstattung und des Alters, örtlicher Verfügbarkeit und Konditionen wie Mindestalter und Versicherung.
Hier ist unter einer Vielzahl potenzieller Kandidaten der eine Camper zu finden, der perfekt zu den eigenen Bedürfnissen und finanziellen Ansprüchen passt. Und da ein Auto hierzulande nicht nur als bloßer Gebrauchsgegenstand behandelt, sondern liebevoll umsorgt wird, sollte zwischen dem Fahrer und seinem Modell der Wahl unbedingt die Chemie stimmen. Nicht jede gewünschte Ausstattung oder Größenordnung lässt sich mit dem verfügbaren Budget vereinen. Um Enttäuschungen und damit Urlaubsfrust zu vermeiden, heißt es, Kompromisse einzugehen und/oder die eigene Erwartungshaltung neu auszurichten. Sind mögliche Differenzen erst einmal aus dem Weg geräumt, steht dem Happy End der mobilen Partnerwahl nichts mehr im Weg.
4. Preisgestaltung der Campermiete

Je größer der Camper, desto tiefer muss man in die Tasche greifen
4. Preisgestaltung der Campermiete
Der Mietpreis eines Campers wird pro gebuchtem Kalendertag berechnet und damit unabhängig von der Uhrzeit. Wer das Fahrzeug also erst um 16 Uhr abholt, zahlt für diesen Tag ebenso den vollen Preis wie derjenige, der bereits um 9 Uhr abgibt. Die gültigen Tagesraten werden auf Grundlage unterschiedlicher Berechnungsmodelle ermittelt. Einige Vermieter bestimmen ihre Konditionen nach Saisonphasen, wodurch innerhalb einer festgelegten Periode die Tagessätze weitestgehend konstant bleiben. Andere Anbieter hingegen nutzen sogenannte flexrates, in denen die aktuelle Nachfrage für das gewünschte Modell, die Strecke und den Zeitraum einkalkuliert sind. Daher werden die Preise regelmäßig, meist einmal pro Woche, je nach Auslastung angepasst.
Im Preis grundsätzlich enthalten sind eine Standardhaftpflicht- und -kaskoversicherung sowie Grundausstattung und unbegrenzte Freikilometer. Letzteres ist gerade für australische Streckenverhältnisse ein kostensparender Bonus, wenn man etwas mehr vom Land bereisen möchte als nur die Vororte von Sydney. Einzige Ausnahme sind die Geländewagen, für die meist ein Tageslimit von z. B. 300 Kilometer/Tag vorgegeben ist. Für jeden weiteren Kilometer kommt eine Pauschale hinzu. Beim Anbieter Britz liegt diese derzeit bei 0,50 AUD/Kilometer.
Davon abgesehen variieren die Mietpreise für Camper in Australien stark. Nicht nur die Fahrzeuggröße und Ausstattung, sondern weitere naheliegende, aber auch unerwartete Kostenpunkte beeinflussen den endgültigen Preis. Oft lachen dem Interessenten in den Angeboten traumhafte Preise entgegen. Der Tagesmietpreis beginnt mitunter ab einladenden 30 AUD/Tag. Bei diesen „ab-Preisen“ handelt es sich allerdings um den nackten Standardpreis, der besonders werbewirksam ist. Hinzu gesellen sich gegebenenfalls Kosten für die Versicherung, Zusatzequipment, Einweggebühren und Saison- oder Routenzuschläge. Hat der Urlauber also erst einmal seine gewünschten Reisedaten angegeben, steigt der Gesamtpreis recht schnell in die Höhe.
4.1 Zusätzliche Kostenfaktoren
Vermieter: In Australien existieren je nach Zielgruppe diverse Camperkategorien mit verschiedener Preisausrichtung. Sogenannte low cost-Camper sind besonders bei Backpackern beliebt, während Interessenten von luxuriösen Wohnmobilen deutlich mehr Geld für die Miete ausgeben. Steigende Qualität bedeutet höhere Kosten.
Fahrzeuggröße: Je größer das Modell, desto teurer das Gesamtpaket. Die Anzahl der Mitreisenden spielt allerdings eine Rolle, denn der Mietpreis gilt pro Fahrzeug. Je mehr Insassen an Bord sind, desto günstiger wird es für den Einzelnen.
Versicherung: Der Standardpreis beinhaltet nur eine Basisversicherung unter Einbezug einer Selbstbeteiligung sowie Kaution. Wer seine wertvollen Ersparnisse nicht für Lackschäden, geplatzte Reifen und Auffahrunfälle ausgeben möchte, bucht ein zusätzliches Versicherungspaket. Mehr Schutz hat natürlich seinen Preis.
Reisezeit: Zur Hochsaison schellen die Mietpreise aufgrund der enormen Nachfrage in astronomische Höhen. Aber auch an stark besuchten Events wie dem Formel 1 Grand Prix in Melbourne liegen sie über dem Jahresdurchschnitt.
Reisestrecke: Die gewünschte Route beeinflusst ebenfalls den Preis. Wer im Dezember in Cairns auf Tour sein möchte, fährt in der tiefsten Nebensaison und hat dank kräftiger Regengüsse und Schwüle ordentlich gespart. Für Trips von Melbourne nach Sydney hingegen kostet der gleiche Camper für den gleichen Zeitraum ein kleines Vermögen.
Einwegmiete: Für Mieten, die nicht den gleichen Abgabe- wie Abholort haben, verlangt der Vermieter in der Regel eine einmalige Einweggebühr (ab 150 AUD). Diese ist umso höher, je weiter abgelegen und weniger nachgefragt eine der gewählten Niederlassungen ist.
Mietlänge: Mit steigender Mietdauer sinkt der Tagesmietpreis. Grund dafür sind einkalkulierte Langzeitrabatte, die meist ab drei Wochen zum Tragen kommen. Bucht der Reisende zwei Camper desselben Anbieters zu unterschiedlichen Zeiträumen, aber in einer bestimmtem Periode (meist drei Monate), kann er sich über Ermäßigungen für die Mehrfachmiete freuen. Da die meisten Vermieter oft auch Depots in Neuseeland haben, lässt sich eine Miete im Kiwi-Land ebenso anrechnen.

Für jeden weiteren Fahrer fallen i.d.R. Gebühren an
Feiertage: Haben die Niederlassungen an Feiertagen geöffnet, wie am 2. Weihnachtsfeiertag oder an Neujahr, fällt für die Abgabe bzw. Abholung mitunter eine zusätzliche Gebühr an (ca. 100 AUD). Buchungszeitpunkt: Es ist ratsam, das Fahrzeug frühestmöglich zu reservieren. Gerade in stark nachgefragten Reisezeiträumen sind Wohnmobile oft weit im Voraus ausgebucht bzw. steigen im Preis, je näher die Abholung rückt. Wer frühzeitig bucht, jubelt darüber hinaus über mögliche Frühbucherrabatte.
Zusatzequipment: Jeder Camper verfügt über eine Grundausstattung, zu der u. a. Küchenzubehör und Bettzeug gehören. Der Mieter kann außerdem weiteres Equipment hinzu buchen, z. B. Campingstühle, Navigationsgerät, Ventilator oder auch Kindersitze (ab 15 AUD).

Zusatzausrüstung wie Campingstühle erhöhen den Mietpreis
Alter: Bei einigen wenigen Vermietern müssen Reisende zwischen 18 und 21 Jahren mitunter einen höheren Beitrag für die Versicherung zahlen.
Extra-Fahrer: Jeder weitere Fahrer bezahlt eine zusätzliche Gebühr dafür, dass er ebenfalls hinterm Steuer sitzen darf (ab 3 AUD/Tag).
Auf eigene Kosten
Es steht wohl außer Frage, dass Nebenkosten für Kraftstoff und Lebensmittel prinzipiell vom Mieter zu tragen sind. Auch Gebühren für die Übernachtung auf Campingplätzen sowie Mautstraßen oder eventuelle Strafzettel etc. werden nicht übernommen. Selbst ein All-Inclusive-Super-Premium-Paket des Vermieters hat irgendwann seine Grenzen.
4.2 Das Wann und Wo der Miete

(Quelle: autofahren-australien.de)
Je nach persönlicher Ausgangslage kann der Camper sowohl vor Abreise als auch in Australien gebucht werden. Backpacker sowie Langzeitreisende haben viel Zeit im Gepäck und sind damit deutlich flexibler. In ihrem Fall rentiert es sich, das Fahrzeug erst vor Ort zu mieten. Auf diese Weise können sie sich das Wunschmodell zunächst anschauen und sicherstellen, dass die Chemie zwischen ihnen stimmt.
Der klassische „Kurzzeiturlauber“ hingegen sollte das Fahrzeug möglichst schon vor Abflug reservieren. So umgeht er die Gefahr, dass das Wunschmobil nach Ankunft ausgebucht ist bzw. verliert keine wertvolle Reisezeit bei der Suche nach dem passenden Gefährt. Zwar lässt sich der Camper so zuvor nicht „live und in Farbe“ anschauen, aber viele Reiseveranstalter und Vermieter hierzulande verfügen über ein umfangreiches Foto- sowie Videomaterial, womit sich der Interessent einen realistischen Eindruck vom Wohnmobil machen kann.
Auch was den Preis betrifft, kommt der Reisende in der Regel günstiger, wenn er von zu Hause aus bucht. Er profitiert nicht nur von eventuellen Frühbucherrabatten und generell günstigen Preisen, da die Abholung noch in weiter Ferne liegt. Ebenso geben die Vermieter über ihre Partneragenten Vergünstigungen an den Kunden weiter, um durch Vorabbuchungen die Auslastung ihrer Fahrzeugflotte frühzeitig zu optimieren. Last-Minute-Schnäppchen kommen eher selten vor. Wer in der Heimat bucht, sichert sich außerdem in der Regel einen garantierten Reisepreis seitens des Anbieters, sobald die Buchung bestätigt ist. Der Urlauber geht so kein Währungsrisiko aufgrund von Wechselkursschwankungen ein; eine nachträgliche Preisanpassung ist ausgeschlossen.
TIPP: Relocation eines Campers
Entscheidet sich der Reisende für eine kurzfristige Anmietung vor Ort, kann er mit einem sogenannten Relocation-Deal ein wahres Schnäppchen machen. In diesem Fall fährt er ein ganz bestimmtes Fahrzeug für den Vermieter von A nach B. Vorteil: Der Mieter zahlt, wenn überhaupt, nur einen Tiefstpreis. Nachteil: Modell und Fahrroute liegen fest. Hinzu kommt ein sehr enger Zeitrahmen, in welchem das Fahrzeug zu überführen ist. Für Sightseeing bleibt da wenig Zeit.
Und schließlich überzeugt ein ganz simpler Grund, sich den Camper bereits bei einem Reiseveranstalter bzw. Vermittler in der Heimat zu sichern: Der Selbstfahrer kann sich ausführlich auf Deutsch beraten lassen. Gerade bei der kostspieligen Fahrzeugmiete sind viele Fragen oder Unsicherheiten zu klären. Informationsmaterial zu Touren und Fahrtipps gibt es oft gratis dazu. Ein ausgestellter Sicherungsschein sichert die Vorauszahlungen des Mieters im Fall einer Insolvenz des Vermieters. Hat der Kunde während der Reise Probleme am Fahrzeug oder mit dem Vermieter, ist es ihm möglich, sich an seinen Reiseveranstalter zu wenden. Auch wenn diesem durch die Distanz ein Stück weit die Hände gebunden sind, kann er zumindest zwischen Mieter und Vermieter vermitteln. Und sollte es schließlich zu einem Rechtsstreit kommen, unterliegt der Reisende aufgrund des Vertragsrechts der Rechtsprechung seines Heimatlandes. Streitigkeiten müssen so nicht mühselig über die Distanz mit einem australischen Gericht ausgetragen werden. Doch dazu kommt es hoffentlich nicht.
Für die eigentliche Campersuche bzw. -reservierung stehen dem Interessenten zahlreiche Wege offen. So kann er sein perfektes Angebot entweder im Katalog der großen Reiseveranstalter finden oder ins Reisebüro gehen und dort nicht nur einen Camper, sondern ebenso Flug und Touren buchen. Online-affine Urlauber stürzen sich in die Tiefen des Internets. Hier wartet eine mittlerweile immense Zahl an Camper-Vergleichsportalen nur darauf, mithilfe der Suchmaschine den passenden Gefährten auszuspucken. Angebote sind entweder direkt buchbar oder werden nach unverbindlicher Anfrage per E-Mail geschickt. So kann der kommende Selbstfahrer bequem von der Couch aus nach dem perfekten Preis-Leistungs-Verhältnis schauen. Es lohnt sich auf jeden Fall, mehrere Seiten und Kataloge miteinander zu vergleichen, denn oft bietet nicht jeder Reiseveranstalter alle renommierten Camperfirmen an. Wer ohne Zwischendistanzen buchen möchte, kann dies natürlich auch direkt beim Vermieter tun. Eine Übersicht über Camperanbieter in Deutschland ist im Anhang zu finden.
5. Campervermieter in Australien

In Australien gibt es viele renommierte Vermieter
5. Campervermieter in Australien
Urlauber in Australien, allen voran Deutsche, haben einen hohen Qualitätsanspruch, wenn es um Autos geht. Sie sind an zuverlässige Fahrzeuge gewöhnt, die sie problemfrei zum Ziel bringen. Was nicht ihrer bekannten Norm entspricht, wird bisweilen zunächst mit Skepsis beäugt. Dies gilt vor allem bei Mietfahrzeugen, deren Pflege und Wartung nicht ihrer Kontrolle unterliegen und somit detailliert hinterfragt werden.
Bei australischen Vermietern ist jede Sorge hinsichtlich Sicherheit und Service unbegründet. Natürlich gibt es unter ihnen die schwarzen Schafe, über die man jedoch ausgiebig im Internet nachlesen und sich ein eigenes Urteil bilden kann. Die bekannten Vermieter sind hingegen seit vielen Jahren im Geschäft und bieten einen hohen Standard. In der Regel operieren sie parallel in Neuseeland, sodass sich für Inselhopper eventuell ein Mehrfachmieten-Rabatt ergibt. Die Fahrzeugflotte ist gemäß ihrem Baujahr gepflegt und wird regelmäßig gewartet. Während der gesamten Miete stehen die Vermieter nicht nur als Ansprechpartner zur Verfügung, sondern sie geben darüber hinaus hilfreiche Tipps sowie Rabatte auf Attraktionen und Campingplätze. Welches Gesamtpaket der Mieter bucht und zu welchem Preis, hängt maßgeblich davon ab, für welche Vermieterkategorie er sich entscheidet.
5.1 Vermieter im Budgetbereich
Australien ist sehr beliebt bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 31 Jahren, die den Kontinent mit einem Working-Holiday-Visum bereisen. Jene Backpacker möchten möglichst günstig durch das Land touren. Einige Vermieter haben sich auf diese preisbewusste Zielgruppe spezialisiert. Sie vermieten mehrheitlich kleinere Modelle an Reisende ab 18 Jahren. Damit sind die sogenannten low cost-Camper vor allem für die jüngeren Urlauber von Interesse, da das erforderliche Mindestalter anderer Anbieter oft bei 21 Jahren liegt.

Jucy fällt auf durch knallige Farben
Die niedrigen Tagesmietpreise resultieren aus einer bis zu zehn Jahre alten Fahrzeugflotte (wenn nicht sogar älter), die mitunter deutliche Gebrauchsspuren aufweist, seien es Kratzer, Dellen oder sichtbare Reparaturarbeiten an der Innenausstattung. Dem Alter und der Fahrleistung entsprechend hoch sind die gefahrenen Kilometer, die nicht selten jenseits der 300.000 Kilometer liegen.
TIPP: Vom Schock über den Kilometerstand
Auch unser erster Camper „Franky“ hatte bereits mehr als 500.000 km auf dem Buckel; der anfängliche Tacho-Schock war entsprechend heftig. Der hohe Kilometerstand, für heimische Verhältnisse vielleicht nicht undenkbar, aber zumindest fraglich, ist einmal mehr den großen Entfernungen Australiens geschuldet und damit alles andere als ungewöhnlich. Gerade bei einem regelmäßig vermieteten Camper summieren sich die Kilometer sehr schnell. So gesellten sich während unserer dreiwöchigen Tour allein 5000 km zur Tachoanzeige hinzu. Hier mit deutschen Maßstäben anzusetzen und die Fahrtauglichkeit des Autos anzuzweifeln, widerspräche wohl der australischen Auffassung eines fairgo.
Die Wohnmobile der Budget-Vermieter sind komfortabel und zuverlässig. Sie werden regelmäßig gewartet und technisch überprüft. Eine Grundausstattung ist in der Regel enthalten bzw. kann ebenso wie Zusatzequipment dazu gemietet werden. Auch der Service der Vermieter steht dem neuwertiger Fahrzeuganbieter in nichts nach, wenngleich er deutlich reduziert ist. So gibt es z. B. weder einen kostenfreien Bettwäsche-Wechsel im nächsten Depot noch Porzellangeschirr in der Küche.

Travellers Autobarn ist seit über 20 Jahren im Geschäft
Wicked-Camper
Ein auch unter den Australiern sehr umstrittener Vermieter ist Wicked, der in erster Linie an Backpacker auf der Suche nach dem ultimativen Schnäppchen vermietet. Die sehr schrill, mit kontroversen Sprüchen bemalten Vans locken mit offensiven Werbekampagnen für ihre Tiefstpreise. Dass dabei die Fahrtauglichkeit auf der Strecke bleibt, deckte eine Untersuchung des Staates Queensland im Jahr 2010 auf. Mechaniker sprachen der Mehrheit der Fahrzeuge ein bedenkliches Zeugnis aus; sie wurden umgehend aus dem Verkehr gezogen. Wicked wehrte sich gegen die Vorwürfe. Doch noch immer weht ein kräftiger Gegenwind, z. B. mit Unterschriftsammlungen gegen frauenfeindliche Marketing-Aktionen.
Budget-Vermieter wenden sich an junges bzw. junggebliebenes Zielpublikum, das sehr preisbewusst reist und dafür Abstriche beim Komfort und Alter des Fahrzeuges in Kauf nimmt. Ein hoher Qualitätsanspruch steht bei diesen Campermodellen nicht im Vordergrund, sonder eher die Einsparungen beim Mietpreis. Wer bei Gebrauchsspuren und 300.000 gefahrenen Kilometern Bauchschmerzen bekommt, sollte lieber etwas mehr Geld für die Miete beiseite legen.
Beispiele für Budget-Vermieter
Travellers Autobarn
Jucy Rentals
Mighty Campers
Cheapa Campa
Hippie Camper
Camperman
Spaceships
Tassie Motor Shacks
5.2 Vermieter im Economybereich

Apollo ist ein führender Economy-Anbieter in Australien
Traditionelle Vermieter lassen sich in der Economy-Sparte einordnen und bewegen sich im preislichen Mittelfeld. Das Mindestalter für Mieten liegt in der Regel bei 21 Jahren. Die Fahrzeugflotte ist besonders breit gefächert und umfasst sowohl kleinere Hochdachcamper als auch große Motorhomes für bis zu sechs Personen sowie Geländewagen. Sie sind meist nicht älter als fünf Jahre. Entsprechend neuwertig ist die Einrichtung, wenngleich sich auch nach mehrjähriger Nutzung Gebrauchsspuren nicht ausschließen lassen. Zusätzliche Ausstattungsmerkmale wie eine Nasszelle mit Dusche und WC sowie ein großzügiges Raumangebot erhöhen den Reisekomfort.
Verglichen mit den Campern aus dem Budgetbereich punkten die Modelle aus der Economy-Kategorie mit einem für die breite Mehrheit ansprechendem Preis-Leistungs-Verhältnis, das die Qualität auf Reisen stärker in den Fokus rückt. Darunter fällt ein ausgiebiger Service sowie ein breites Spektrum an zusätzlich buchbaren Equipment. Eine intensive Wartung sowie Pflege garantieren ein neuwertiges Fahrzeug. Nichtsdestotrotz ist auch bei den Fahrzeugen dieser Gruppe mit einem etwas erhöhten Kilometerstand zu rechnen.
Zielgruppe dieser Vermieter sind anspruchsvollere Reisende, meist älter als 30 Jahre. Die Urlauber sind gern dazu bereit, für neuere Modelle und erhöhten Komfort mehr Geld auszugeben. Besonders Familien richten aufgrund ihrer erhöhten Ansprüche, aber der begrenzten Reisekasse ihr Augenmerk auf Camper dieser Kategorie. Daher vermieten viele Anbieter zusätzlich Kindersitze und informieren umfassend über Selbstfahrerreisen mit Kindern.
Beispiele für Economy-Vermieter
Britz Rentals
Apollo Motorhome Holidays
Let's Go Motorhomes
Cruisin Motorhomes
5.3 Vermieter im Premiumbereich

Maui ist ein Premiumanbieter und gehört zur thl-Gruppe
Wer ein Wohnmobil im Luxussegment mietet, erhält ein Fahrzeug, das nicht älter als ein oder zwei Jahre ist und damit als brandneu bezeichnet werden kann. Sie werden von den Vermietern als Neufahrzeuge angeschafft und anschließend in den betriebseigenen Werkstätten umgebaut. Die Bedürfnisse der äußerst anspruchsvollen Kunden, die älter als 21 Jahre alt sein müssen, stehen dabei voll und ganz im Vordergrund.
Der hochwertige, großzügige Innenausbau sowie stilvolle Ausstattungsdetails vermitteln dem Mieter ein Gefühl von Luxus, auf den auch bei Campingreisen nicht verzichtet werden muss. Ein herausragender Service von Anfang bis Ende runden das exklusive Gesamtangebot ab – ein Angebot, das natürlich seinen Preis hat. Da ein weitläufiges Platzangebot ebenso zu den Anforderungen der Mieter gehört, finden sich in der Fahrzeugflotte der Premiumanbieter meist ausschließlich längere Kastenmodelle oder große Motorhomes.
Premiumcamper eignen sich für Urlauber, die während ihrer Reise nicht auf erstklassigen Komfort und ein gewisses Maß an Luxus verzichten möchten. Ihre Reisekasse lässt den hohen Qualitätsanspruch ohne Weiteres zu.
Beispiele für Premium-Vermieter
Maui Rentals
Star RV Rentals
Mehrere Vermieter unter einem Dach
Viele Camperfirmen vereinen mehrere Anbieter. Maui, Britz und Mighty gehören beispielsweise alle zur neuseeländischen thl-Gruppe. Die Modelle sind überwiegend identisch, besitzen jedoch ein unterschiedliches Branding und richten sich gemäß ihres Baujahres an verschiedene Zielgruppen. So werden praktischerweise die Wohnmobile von einer Kategorie in die nächste durchgereicht. Ist z. B. ein Maui-Fahrzeug älter als zwei Jahre und genügt damit nicht mehr den Ansprüchen, wird daraus ein Britz-Modell. Es verbleibt weitere zwei bis drei Jahre in der Economy-Sparte, ehe die Firma es schließlich zu einem Mighty-Camper der Budgetkategorie umfunktioniert.
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