Читать книгу: «Gemütliche Wanderungen in den Bayerischen Voralpen»
Entspannte Touren
Gemütliche
Wanderungen
Bayerische Voralpen
32 leichte Wege mit grandiosen Aussichten
Exklusiv für Sie als Leser:
MIT GPS-DATEN ZUM DOWNLOAD
unter: gps.j-berg.de

Inhalt
Tourenüberblick
Vorwort
Einleitung
Oberbayerisches Alpenvorland
1 Majestätischer Start am Königsberg
Tolle Tour mit Bademöglichkeit und Bergblick
2 Auf den Hohen Peissenberg
Auf den Spuren der Berg-Knappen zu einzigartigem Aussichtshügel
3 Am Westufer des Staffelsees
Perfekte Bahn-Wanderung, die man am besten im Winterhalbjahr macht
4 Rundwanderung am Riegsee
Wandern, schauen und baden, wie es schöner kaum geht
5 Auf zum Guglhör
Vom Hagener Moor aus auf aussichtsreichen Höhenrücken
6 Auf den Osterfeuerkopf
Waldreicher Südanstieg mit schönen Gipfelblicken aufs Loisachtal
7 Zur aussichtsreichen Pfundalm
Sonniger Anstieg auf tollen Bergrücken
8 Traumtour zur Hochalm
Kleiner Berg mit großer Aussicht
9 Sunset am Sonntraten
Traumhafte Spritztour über dem Isartal
10 Von Bad Tölz nach »Klein Kairo«
Uferwanderung an Bayerns schönstem Alpenfluss
11 Rundtour auf den Taubenberg
Schöne Voralpenwanderung mit herrlicher Einkehrmöglichkeit
12 Waldreicher Anstieg zum Riederstein
Toller Aussichtspunkt mit optionalem »Bonus Track«
13 Zum Schwarzenberg
Abwechslungsreiche Spritztour für ausgewiesene Langschläfer
Wetterstein- und Karwendelgebirge
14 Über den Seebensee zum Drachensee
Bergtour zum Schauplatz einer alten Sage
15 Rund um den Eibsee
Gemütliche Tour im Bann der Zugspitze
16 Vom Eibsee zur Hochthörlehütte
Waldreicher Anstieg zum urigen Berggasthaus
17 Auf dem Klimaweg Grainau
Zeitgemäße Lehrpfade in Panoramalage
18 Auf den Eckbauer
Schöne Bergrunde mit grandiosem Alpspitzblick
19 Vom Barmsee zu den Buckelwiesen
Rundwanderung auf den Spuren der Römer
20 Auf den Hohen Kranzberg
Hübsche Wanderung mit überwältigendem Panorama
21 Zum Lauter- und zum Ferchensee
Idyllische Seen vor gewaltiger Bergkulisse
22 Von Pertisau nach Achenkirch
Beeindruckende Steige am Westufer des Achensees
Chiemgau und Berchtesgadener Land
23 Start an der Eggstätter Seenplatte
Traumhaftes Erbe der eiszeitlichen Alpengletscher
24 Von Prien nach Gstadt
Großartiges »BergKino« am Nordufer des Chiemsees
25 Auf und um die Ratzinger Höhe
Rundwanderung auf dem Obstlehrpfad
26 Rund um den Griessee
Traumpfade an der Seeoner Seenplatte
27 Rundwanderung zur Zifferalm
Gemütlicher BergtourenEinstieg am Sattelberg
28 Vom Kendlmühlfilz zum Westerbuchberg
Moorwanderung zu nettem Aussichtspunkt
29 Auf dem Schmugglerweg zum Klobenstein
Sagenträchtige Wanderung zur Wildbachklamm
30 Durch die Aschauer Klamm
Beeindruckende und wenig bekannte Klammwanderung
31 Übers Klausbachtal zum Hirschbichl
Talweg mit Sicht auf die Felstürme der Reiteralm
32 Am Obersee entlang zur Fischunkelalm
Zum wohl schönsten Bergsee der deutschen Alpen
Zugabe
Register
Impressum

1 Majestätischer Start am Königsberg

3 Am Westufer des Staffelsees

5 Auf zum Guglhör

24 Von Prien nach Gstadt
Piktogramme erleichtern den Überblick
| leicht |
| mittel |
| Gehzeit |
| Höhenunterschied |
| Weglänge |
| Einkehr |
| kinderfreundlich |
| Sehenswürdigkeit |
| wintergeeignet |
| viel Sonne |
| eher Schatten |
| Bademöglichkeit |
| Anreise mit Bahn/Bus |
Zeichenerklärung zu den Tourenkarten
| Tour |
| Tourenvariante |
| Richtungspfeil |
| Ausgangs-/ Endpunkt der Tour |
| Bahnlinie mit Bahnhof |
| S-Bahn |
| Tunnel |
| Seilbahn, Gondelbahn |
| Bushaltestelle |
| Parkmöglichkeit |
| Hafen |
| Autofähre |
| Personenfähre |
| Flugplatz |
| Kirche |
| Kloster |
| Burg/Schloss |
| Ruine |
| Wegkreuz |
| Denkmal |
| Turm |
| Leuchtturm |
| Windpark |
| Windmühle |
| Mühle |
| Hotel, Gasthof, Restaurant |
| Jausenstation |
| Schutzhütte, Berggasthof (Sommer/Winter) |
| Schutzhütte, Berggasthof (Sommer) |
| Unterstand |
| Grillplatz |
| Jugendherberge |
| Campingplatz |
| Information |
| Museum |
| Bademöglichkeit |
| Bootsverleih |
| Sehenswürdigkeit |
| Ausgrabung |
| Kinderspielplatz |
| schöne Aussicht |
| Aussichtsturm |
| Wasserfall |
| Randhinweispfeil |
| Maßstabsleiste |
Touren mit Bademöglichkeit
1Majestätischer Start am Königsberg
4Rundwanderung am Riegsee
5Auf zum Guglhör
10Von Bad Tölz nach »Klein Kairo«
14Über den Seebensee zum Drachensee
15Rund um den Eibsee
16Vom Eibsee zur Hochthörlehütte
17Auf dem Klimaweg Grainau
19Vom Barmsee zu den Buckelwiesen
20Auf den Hohen Kranzberg
21Zum Lauter- und zum Ferchensee
22Von Pertisau nach Achenkirch
23Start an der Eggstätter Seenplatte
24Von Prien nach Gstadt
26Rund um den Griessee
27Rundwanderung zur Zifferalm
32Am Obersee entlang zur Fischunkelalm
Tourenüberblick


Vorwort
Nicht erst seit der Corona-Krise möchten die Menschen raus in die Natur. Gerade der bayerische Alpenrand zieht Einheimische wie Neubürger*innen geradezu magisch an. Und das hat einen guten Grund. Schließlich ist das von den Gletschern der Eiszeit geformte Voralpenland sehr abwechslungsreich und bietet tolle Ausblicke auf die im Süden aufragenden Gipfel, Kämme und Grate. Einige dieser aussichtsreichen Alpenrandberge kann man ohne allzu große technische und konditionelle Anforderungen begehen. Diese Ziele werden bei unseren »Gemütlichen Wanderungen« ebenso vorgestellt wie einfache Touren im Alpenvorland, mit denen man sich ideal auf seine erste Gipfelbesteigung vorbereiten kann.

Der Herbst ist eine besonders schöne Bergwanderzeit.
Aufgrund der Nähe zum großen Agglomerationsraum der Landeshauptstadt München sind leichte Wanderungen im Alpenvorland und in den Bayerischen Voralpen sehr beliebt. Deshalb ist es an schönen Wochenenden eine gute Idee, sich bei nicht zu langen Touren antizyklisch zu verhalten und möglichst früh oder aber (wenn die Tage ab Mai wieder lang sind) möglichst spät unterwegs zu sein. Zudem sollte man, wenn möglich, mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen. So spart man sich selbst den Stress im Stau und den Bewohnern den Autolärm vor Ort. Die Anreise mit Bus und Bahn ist natürlich bei den Beschreibungen der einzelnen Touren berücksichtigt.
Übrigens sind zumindest einige Wanderungen im Alpenvorland auch im Winter sehr zu empfehlen. Einerseits ist dann deutlich weniger los als im Sommer oder Herbst. Und zudem gibt es einige Ziele, wie zum Beispiel die Osterseen oder das Westufer des Staffelsees, die bei etwas glitzerndem Schnee besonders reizvoll sind.

Viele der Touren sind auch mit leichten Wanderschuhen gut machbar.
Einleitung
Wo geht’s hin?
Zwischen dem majestätischen Ammersee im Westen und dem tief eingeschnittenen Königssee ganz im Südosten hat Südbayern wunderbare Wandermöglichkeiten zu bieten, die auch für Einsteiger bestens geeignet sind. Von West nach Ost unternimmt man im Rahmen dieses Buches Touren im Oberbayerischen Alpenvorland, in den Bayerischen Voralpen mit Abstechern ins Wetterstein- und Karwendelgebirge, im Chiemgau sowie in den Chiemgauer Alpen und schließlich im besonders beeindruckenden Berchtesgadener Land.

Freie Bergrücken stellen besonders aussichtsreiche Pausenplätze dar.
Alle diese Voralpenlandschaften und Gebirgsgruppen haben ihre Entstehung einem unvorstellbaren Ablagerungsprozess, gefolgt von einem noch unglaublicheren Crash zu verdanken: Am Boden des Urmeeres Tethys, das sich zwischen Ur-Afrika und Ur-Europa erstreckte, hatten sich über Millionen Jahre hinweg gewaltige Sand- und Kalkschichten abgelagert, die sich zu Kalk- und Sandstein verfestigten.
Vor etwa 80 Millionen Jahren wurde dieses Meer durch Plattentektonik allmählich zusammengeschoben und der Meeresboden wurde aus dem Wasser herausgehoben. Vor 10 Millionen Jahren war das ehemalige Meer bereits um 150 bis 200 Kilometer zusammengedrückt. Der frühere Meeresboden wurde durch das Zusammenschieben zu den Alpen aufgefaltet.

Die Nordwände des Karwendelhauptkamms sind beeindruckend.
Im Endeffekt ergab der tektonische Crash speziell in den Bayerischen Voralpen ein landschaftlich großartiges Durcheinander. So präsentieren sich die Münchner Hausberge mal als beeindruckende Felsgrate (wie beim bombenfesten Wettersteinkalk von Kampenwand oder Wendelstein), mal als grüne Wiesenkuppen (wie in den Chiemgauer Flyschbergen).
Mit diesen geologischen Vorgängen allein kann man die großartige Landschaft der Münchner Hausberge mit ihren teils tief eingeschnittenen Tälern und ihren vielen Mooren und Seen im Alpenvorland freilich nicht erklären. Wie die Alpen insgesamt, so wurden auch die Bayerischen Alpen als Teil der Nördlichen Kalkalpen zusätzlich durch die letzte Eiszeit geprägt. Die Würmkaltzeit hatte ihren Höhepunkt vor etwa 21 000 Jahren und endete vor etwa 10 000 Jahren. Riesige Eisströme wälzten sich bis zum heutigen Wasserburg (Inn-Gletscher) und bis vor die Tore Münchens (Isar-Loisach-Gletscher). Infolge ihrer Abschmelzung hinterließen die Gletscher im Gebirge U-förmige Täler oder kesselförmige Kare und im Vorland eine hügelige Grundmoränenlandschaft. Dort wurden gewaltige Endmoränen zusammengeschoben und tiefe Zungenbecken ausgeschürft, in denen die wunderschönen Alpenvorlandseen ihre Betten fanden. Überdauernde Gletscher wird man am deutschen Alpenrand (außer ganz weit oben im Wetterstein oder in den Berchtesgadener Alpen) allerdings vergeblich suchen. Dafür haben die Berge zwischen Lech und Salzach eine umso spannendere Tierwelt zu bieten. Auerhuhn, Alpensalamander, Kolkrabe oder Steinbock sind nur einige prominente Beispiele, die vor allem Frühwanderer zu Gesicht bekommen können.

Auch Almkühe lieben Kaiserwetter.

Wanderphasen und Pausen bestimmen den Rhythmus einer jeden Bergtour.
Was muss mit?
Das A und O für eine gelungene, weil schmerzfreie Wander- bzw. Bergtour sind natürlich zunächst passende Schuhe mit einem guten Profil. Auch oder gerade weil man immer wieder Leute sieht, die mit superschweren Bergstiefeln auf Voralpengipfel steigen, empfehle ich die Kategorie Trekking-Schuh als leichtere Variante. Knöchelhoch sollten diese aber schon sein, will man sich dieselben etwa bei einem Schnellabstieg nicht verknacksen.

Beschilderung am Guglhör
Aufs Gewicht sollte man auch beim Rucksackkauf achten. Vergleichsweise leichte Tagesrucksäcke oder Daypacks mit bis zu 30 Liter Fassungsvermögen reichen in den Voralpen vollkommen aus. Wichtig ist, dass die Deckeltasche groß genug und leicht zu öffnen ist. Da greift man nämlich viel öfter rein, als man meinen könnte.
In Sachen Outdoor-Kleidung hat sich die Fachwelt schon lange auf das Zwiebel-Prinzip, bestehend aus aufeinander abgestimmten Textillagen geeinigt. Dieses beginnt auf der Haut mit Funktionsunterwäsche aus schweißtransportierendem Material. Ein dünnes Fleece gefolgt von einem warmen Pulli (zumindest im Frühjahr und Herbst) bilden die nächsten zwei Schichten des »Rundum-Warm-Pakets«, das eine Wetterschutzjacke mit Kapuze aus wind- und wasserabweisendem Material vervollständigt. Die Hosen sollten aus strapazierfähigem, elastischem Kunstfasermaterial bestehen und die Wanderstrümpfe ein verstärktes Fußbett besitzen. Zuletzt gehören zumindest im späten Frühjahr und Herbst Mütze und Handschuhe mit in den Rucksack. Das ganze Jahr über ist auf ausreichenden Sonnenschutz bestehend aus Kopfbedeckung, Sonnenbrille und Sonnencreme (mit hohem Lichtschutzfaktor) zu achten.
Teleskopstöcke sind bei richtiger, sprich beinentlastender Anwendung zumindest für steilere Abstiege ein empfehlenswertes Utensil. Um schließlich auf der »sicheren Seite« zu sein, wandern ein kleines Verbandsset und eine Stirnlampe in der Deckeltasche genauso mit wie das aufgeladene Handy. Der Notruf zu den integrierten Leitstellen lautet 112. Aber Vorsicht: Nicht überall in den Bergen hat man Empfang.
Wann geht’s los?
Um welche Uhrzeit man zu Hause startet und wann man in etwa wieder zurück sein wird, hängt natürlich von den, bei den Touren jeweils angegebenen, reinen Gesamtgehzeiten ab. Hierbei sind weder kürzere Trinkstopps noch längere Brotzeit- oder Gipfelpausen einberechnet, sodass man diese noch hinzurechnen muss. Wer mit kleineren Kindern unterwegs ist, sollte in jedem Fall noch einen weiteren großzügigen Zeitpuffer einplanen.
Da einige der Vorschläge Halbtagesaktionen sind, kann man durchaus auch bei einer gemischten Wettervorhersage losziehen. Niemals sind zum Beispiel Luft und Licht klarer als nach dem Abzug einer Schlechtwetterfront. Um ein solches Spektakel und generell gelungene Wandertage zu erleben, lautet daher die Frage aller Fragen: Wie wird das Wetter?

Immer wieder einzigartig … ein Sonnenaufgang im Gebirge
Am besten ist es, sich schon ein paar Tage vor der Tour mit Sonne und Wolken zu beschäftigen. Hier leistet das Internet sehr gute Dienste. Brauchbare Planungshilfe, z. B. fürs kommende Wochenende, ermöglichen die sogenannten Mittelfrist-Prognosen von wetteronline.de oder meteoblue.com. Auch die Seite br-online.de/wetter/action/freizeitwetter/bergwetter.do bietet eine wertvolle Unterstützung zur Planung.
Für die endgültige Entscheidung ist schließlich der Alpenvereins-Wetterbericht (alpenverein.de/DAV-Services/Bergwetter) das Mittel der Wahl. Und wer nicht nur in Sachen Wetter, sondern auch in Bezug auf die aktuellen Tourenverhältnisse (z. B. eine eventuelle Schneelage) auf der sicheren Seite wandern will, klickt den DAV-Bergbericht (alpenverein.de/DAV-Services/Bergbericht) an, für den der Autor dieses Buches jeden Donnerstagnachmittag die Frage klärt: »Was macht Sinn am Wochenende?«

Auch in GPS-Zeiten sollten man Kartenlesen lernen.
Was geht? … Und was geht gar nicht?
Grüß Gott, Servus oder Berg Heil?Wer in den bayerischen Hausbergen unterwegs ist, wird an Wochenenden mit Sicherheit auf Gleichgesinnte stoßen. Während es einem beim Aufstieg bestimmt keiner krummnimmt, wenn man seinem Gegenüber wort-, weil atemlos begegnet, sollte man sich am Gipfel schon zu einer Art von Begrüßung durchringen.
Mit einem netten »Grüß Gott« oder »Servus« ist man auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Ein lauthalses »Berg Heil« wird zumindest bei der U-50-Fraktion ein Stirnrunzeln hervorrufen. Wobei die Vertreter dieses Grußes gebetsmühlenhaft wiederholen, dass der Begriff schon vor den Nazis existierte und von selbigen missbraucht wurde.

Immer wieder großartig: ein kaltes Bad für heißgelaufene Füße.

Wegweiser sind nicht nur für Anfänger eine willkommene Orientierungshilfe.
Ähnlich ambivalent ist bei Bergsteigern das Verhältnis zum »Tschüss«. Das Gros der Tourengeher, unter denen die sogenannten »Zuagroasten« gerade in den Münchner Hausbergen zahlreich vertreten sind, hat kein Problem mit dem ursprünglich norddeutschen Abschiedsgruß. Gestandenen Bayern zieht sich aber nach wie vor die Magenwand zusammen, wenn sie die sieben Buchstaben auditiv ertragen müssen.
Der höchste Punkt ist kein PissoirLeider kommt es, wenn auch selten, vor, dass einem am Gipfel statt frischer Bergluft ein säuerlicher Geruch um die Nase weht. Zumeist sind es die »Herren der Schöpfung«, die sich schnell mal in Gipfel- oder Aufstiegsnähe feuchtigkeitsmäßig erleichtern. Ein derartiges No-Go kann einfach vermieden werden, indem man sich ein wenig in die Pampa begibt … aber Vorsicht! Bei aller Rücksichtnahme muss man die Absturzgefahr beachten. Und das ist kein Witz. Immer wieder kursieren Berichte von Unfällen, die etwa beim Aufsuchen der Außentoilette einer Berghütte erfolgten.

Alpensalamander sieht man am ehesten nach Regennächten.
Handyfreie ZoneNicht nur nach Meinung des Autors stellen lauthals vorgebrachte Erfolgsmitteilungen via Smartphone einen weiteren Gipfel-Fauxpas dar. Eine viel bessere Idee ist es, der Liebsten einen romantischen Blumengruß via Smartphone zu schicken. Schließlich sind viele der Münchner Hausberge für ihre Blumenpracht im Frühsommer berühmt. Und ein Bayerischer Enzian wird um einiges lieber abgelichtet als abgerupft.
Sitzblockaden vermeidenEgal, ob einen Durst, Hunger oder Blasen quälen … wer nicht mehr weiter kann, macht einfach eine kleine Verschnaufpause. Auf schmalen Bergpfaden ist es aber ziemlich unhöflich, sich mitten auf den »Weg zu pflanzen« … zumal man auf einen Bergschuh im Rücken sicher verzichten kann. Doch damit nicht genug. Bei der Wahl eines geeigneten Pausenplätzchens sollten natürlich weder Alpenrose noch Knabenkraut zertrampelt werden … was uns zum nächsten Verhaltens-Tipp führt.
Schütze, was du liebst»Bergsportler sind Motorsportler«, lautet ein nicht ganz aus der Luft gegriffener Vorwurf. Ein umweltverträglicher Bergsport beginnt daher bei der Anreise. Die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel (welche bei den Touren, wann immer möglich, angegeben wird) ist daher das beste Mittel der Wahl. Alternativ dazu stellt die Anfahrt mit einem voll besetzten Auto die zweitbeste Möglichkeit in Sachen CO2-Bilanz dar.
Beim Wandern ist es mittlerweile eine weit verbreitete Selbstverständlichkeit, seine Abfälle selbst wieder ins Tal zu schleppen, was man bezüglich »Abschneider zerstören die Vegetation« leider noch nicht sagen kann. Nach Angaben des Umweltschutzreferats des Deutschen Alpenvereins besteht diesbezüglich gerade bei Neueinsteigern durchaus Aufklärungsbedarf, dem wir an dieser Stelle natürlich gerne nachkommen.
Auch wenn – gerade beim Bergabwandern – die eine oder andere Abkürzung noch so verlockend aussieht … bitte bleiben Sie auf dem breitesten Weg. Selbst schmale Trampelpfade können sich bei Starkregen in kleine Wildbäche verwandeln und das Erdreich mit ins Tal reißen.
Aktiv werden!Und wer sich beim Erwandern der Touren dieses Buches so in die Bayerischen Alpen verliebt, dass er sie tatkräftig schützen möchte, sollte einmal auf mountainwilderness.de klicken.

Auf den meisten Touren liegen nette Einkehrmöglichkeiten.
Oberbayerisches Alpenvorland

Auf dem Weg zum Hirschhörnlkopf
1 Majestätischer Start am Königsberg
Tolle Tour mit Bademöglichkeit und Bergblick
Gletscherseen und Seitenmoränen sind perfekte Orte, um sich mit Bewegungsdrang und Neugier in Richtung Alpen aufzumachen … vor allem wenn sie so tolle Bergblicke zu bieten haben wie der über dem Ammersee aufragende Königsberg.

Tourencharakter Sehr abwechslungsreiche Rundtour auf breiten Fußwegen
Ausgangs- und Endpunkt Kapelle Mariä Himmelfahrt in Buch
Anfahrt Bus & Bahn: Buch ist am Wochenende von der S-Bahn-Haltestelle Herrsching aus zu erreichen. Auto: A95 bis Ausfahrt Inning, durch Inning und am Kreisel am südlichen Ortsende Richtung Herrsching. Nach 2 km rechts nach Buch und der Seestraße bis Kapelle Mariä Himmelfahrt folgen
Einkehr La Perla del Lago, Mi Ruhetag, laperladellago.de
Karte UK 50–41 Ammersee – Starnberger See 1:50 000, Bayer. Landesvermessungsamt
Info Tourismusverband Starnberger Fünf-Seen-Land, Tel. 08151/90 60-0, sta5.de

Start am SeeRichtige Bergschuhe braucht man für die Ouvertüre dieses Buches eigentlich nicht und kann somit superleichten Schrittes z. B. mit knöchelfreien All-Terrain-Schuhen die erste Tour angehen.
In Buch geht man hierfür links an der kleinen Kirche vorbei und folgt dem Fußgängerweg hinunter zum See, wo sich der Bucher Landungssteg befindet. Hier wendet man sich natürlich in Richtung Alpen – also nach links – und folgt nun immer dem schönen Seeuferweg, der entlang von Schilf und kleinen Buchten zum »Dorf der breiten Brunnen im Tal« führt, wie Breitbrunn in früheren Zeit genannt wurde.
Dieses erste Etappenziel hat gleich zwei besondere Alpenvorland-Schmankerl zu bieten: Im Sommer kann man direkt hinter dem dortigen Landungssteg eine längere Badepause einlegen, da sich hier nette Liegewiesen befinden.
Zudem ist es vom Ufer nur ein Katzensprung zu einem empfehlenswerten bayerischen Gasthaus – schließlich bekommt man vom Baden Hunger. Vom Steg aus folgt man der Teerstraße einfach zur Hauptstraße und dieser nach rechts, bis man am Gasthaus »La Perla del Lago« vorbeikommt. Hier kann man sich nach etwa der Hälfte der Tour mit italienischen Spezialitäten stärken.

Am früheren »Platzhirsch« befindet sich heute »La Perla del Lago«

Der Sonnenuntergang am Königsberg ist ein einzigartiges Voralpenerlebnis.
Kleiner Aufstieg zu großer AussichtNach der Einkehr erfolgt ein Anstieg, der aber selbst für volle Mägen kein unüberwindbares Hindernis darstellt. Noch ein kurzes Stück der Hauptstraße folgend, biegt man bei einer Kurve halb links in die Wörthseestraße ab. Nun auf dieser weiter bergan und erst vor dem letzten Haus links in die Jaudesbergstraße. Hier sieht man die Anhöhe bereits vor sich aufragen. Man folgt noch einem Schotterweg und biegt bei einer Sitzbank links in einen Trampelpfad ab, auf dem es über eine Seitenmoräne des Ammersee-Gletschers, dessen gewaltiger Eisstrom von den Alpen bis zum heutigen Grafrath reichte, mit ihren vielen kleinen Terrassen zum höchsten Punkt hinaufgeht. Durch solche Eisrandterrassen an beiden Seiten des Ammersees und des Ampermooses konnte übrigens bewiesen werden, dass der Wasserspiegel des Sees niemals signifikant höher war als heute. Demzufolge wurde das Durchbruchstal von Grafrath bereits beim Abschmelzen des Gletschereises gebildet.
Oben angekommen, muss man sich genügend Zeit für die tolle Aussicht auf den Ammersee und die dahinter aufragenden Allgäuer Alpen nehmen. Die Fernsicht ist natürlich an einem klaren Herbsttag am beeindruckendsten.
Meist wird man am Königsberg auf eine besondere Spezies von »Alpen-Anfängern« treffen. Gleitschirm-Einsteiger nutzen die weite, sanfte Hangflanke, um ihre ersten Flugversuche zu absolvieren, bevor sie sich auf die Startpunkte von Alpengipfeln wagen.

Gerade im Spätherbst hat diese Tour ihren ganz besonderen Reiz.
Auf Wurzelwegen kann man seine Trittsicherheit testen.
Der ebenfalls verbreitete Name »Jaudesberg« liegt übrigens im uralten, ursprünglich keltischen Brauch des Jaudesfeuers begründet, das angeblich seit Menschengedenken am Karsamstagabend auf der Anhöhe entzündet wurde.
Hat man sich sattgesehen,geht man an der offenen Gipfelkapelle vorbei und weiter am Waldrand entlang leicht bergab. Am Nordende der freien Wiesen zweigt dann rechts in den Wald ein schmaler Fußweg ab, der wenig später auf eine Forststraße führt. Dieser folgt man nach links und geht nun geradeaus, bis man auf eine breitere Forststraße stößt, die weiter geradeaus bis zur Straße Inning–Breitbrunn führt. Man geht ein Stück parallel zur Straße nach rechts und zweigt dann halb links in die Hauptstraße ab. Diese führt am Bucher Gemeindehaus vorbei bis zur Seestraße, wo man sich nach links wendet und gleich wieder an der Kapelle Mariä Himmelfahrt steht. Tipp: Wer lieber am Schluss als unterwegs einkehrt, startet die Tour am besten bei der »Perla del Lago« in Breitbrunn.
Wichtiger Hinweis
Während der Vogelbrutzeit von 15. März bis 15. August dürfen die Jaudesberg-Wiesen wegen bodenbrütender Vogelarten nicht betreten werden. In dieser Zeit folgt man daher bitte nicht dem Trampelpfad, sondern der Schotterstraße bergan und biegt dann bei einer Gabelung in einen Fahrweg ab, der schließlich nach links ebenfalls zum Jaudesberg hinaufführt.
2Auf den Hohen Peissenberg
Auf den Spuren der Berg-Knappen zu einzigartigem Aussichtshügel
Mit knapp 400 zu bewältigenden Höhenmetern fordert die Tour auf den Hohen Peißenberg genau jene Vertikaldistanz, die allgemein als für »durchschnittlich trainierte Wanderer« in einer Stunde zu bewältigende Strecke angesetzt wird.

Tourencharakter Abwechslungsreiche Überschreitung zunächst in schönem Laubmischwald, dann über freie Wiesen mit großartigen Ausblicken. Ein Teil des Weges verläuft auf Teerstraßen.
Ausgangs- und Endpunkt Bahnhof Peißenberg
Alternativer Endpunkt Bahnhof Hohenpeißenberg
Anfahrt Bus & Bahn: Mit Umsteigen in Weilheim nach Peißenberg Auto: A95 nach Starnberg und weiter über Weilheim nach Peißenberg. Am beschilderten Bhf. parken.
Einkehr »Bayerischer Rigi« am Hohen Peißenberg, bayerischer-rigi.de
Karte UK 50–49 Pfaffenwinkel, 1:50 000, Bayer. Landesvermessungsamt
Info Tourismusverband Pfaffenwinkel, Tel. 08861/77 73, pfaffen-winkel.de

Stollen- statt HolzwegBei dieser leichten Bergwanderung wird eine für Bergsteiger entscheidende Höhenmarke angekratzt: Das Ziel verfehlt nur um lächerliche 12 Meter die bedeutende 1000-Meter-Grenze.
Egal, ob Auto oder Bahn …Startpunkt ist für jede Art der Anreise der kleine Bahnhof von Peißenberg, wo man über den Parkplatz nach Norden geht und sogleich die Gleise nach links überquert. Wir wandern nun auf der Thalacker und der Sulzer Straße, gehen vor der Kirche links und folgen dem Schild »Stollenweg« und somit den letzten Zeugen des Peißenberger Bergbaus. Am Ende der Sulzer Straße geht es auf einem Teerweg geradeaus in den Wald hinein und an der Gabelung halb rechts. An der nächsten Gabelung folgen wir links dem Bach, kommen am Sulzer Stollen vorbei und gehen hier weiter geradeaus. Über Stufen geht es in schönem Mischwald kurz steiler hinauf. Kurz danach kann man nach links einen Abstecher zum sogenannten Mittelstollen machen. Wieder auf dem Anstiegsweg geht es am Rand einer Wiese weiter und entlang eines Zaunes wieder im Wald bergan. Der Weg wird flacher, und man verlässt den breiteren Weg nach rechts (Schild »P4«). Nach einem Geländer geradewegs über den Fahrweg und schon geht’s aus dem Wald hinaus.
Weite Wiesen – freie BlickeMan folgt der Teerstraße und geht an der nächsten Querstraße rechts. Gleich verlässt man die Straße aber wieder nach rechts (Schild »Hohenpeißenberg«), und es geht über eine große Wiese auf einem Pfad weiter in Richtung des Sendeturms auf dem Peißenberg. Man stößt auf eine weitere Teerstraße und folgt dieser bis kurz vor der Hauptstraße, die auf den Hohen Peißenberg führt. Vor dieser folgen wir links einem unbeschilderten Wiesenpfad, der ein Stück parallel zur Hauptstraße weiterführt. Auch ein Stück am Straßenrand entlang bleibt uns nicht erspart, bevor wir nach einem Hof rechts abzweigen können, um kurz danach wieder links einem Fahrweg zu folgen, der direkt zum Hohen Peißenberg führt.

Auch für Familien ist die Tour sehr zu empfehlen.
Über den Wolken?Der den Alpen vorgelagerte Berg ist vor allem im Herbst ein großartiger Aussichtspunkt. Wenn der Hohe Peißenberg über die Hochnebeldecke des Alpenvorlands herausragt und einen klaren Blick auf die Ammergauer Alpen und das Wettersteingebirge freigibt, fühlt man sich zu Recht über den Wolken.
Wetter-Tipp
Bevor man oben am Gipfel in der Wirtschaft »Bayerischer Rigi« einkehrt, lohnt ein Besuch des Infopavillons (dwd. de/mohp) des Wetterobservatoriums. Es ist sage und schreibe die älteste Bergwetterstation der Erde mit seit 1781 praktisch ununterbrochenen Beobachtungen.
Für den Abstiegfolgt man dem Anstiegsweg. Wer mit der Bahn angereist ist, kann alternativ nach Süden zum Bhf. Hohenpeißenberg absteigen. Hierfür wendet man sich vor einem Haus mit Briefkasten nach Süden und folgt einem wunderschönen Weg entlang alter Bäume bergab. Der Weg führt bald in dichteren Wald hinein und dann auf eine freie Wiese. Hier überquert man, indem man weiter geradeaus Richtung Ort hinabsteigt, zweimal Teerstraßen. Der Weg wendet sich an einer Baumreihe nach rechts und führt zu einer Straße. Vor dem Marterl biegt man wieder rechts ab und folgt dem Fußweg in Richtung Ortszentrum. Rechts in die Blumenstraße und dann links der Rigistraße folgend, erreicht man schließlich die Hauptstraße, wo sich direkt eine Bushaltestelle (Linienverkehr nach Peißenberg) befindet. Wer zum Bahnhof will, folgt am gegenüberliegenden Maibaum der Bahnhofstraße nach links und gelangt, indem es noch ein gutes Stück bergab geht, zum Bahnhof, von wo aus stündlich Züge Richtung München fahren.

Am Gipfel sollte man einen Blick in die prachtvolle Wallfahrtskirche werfen.

Auf dem Anstieg wechseln sich waldreiche Passagen …

… und freie Wiesen immer wieder ab.
3 Am Westufer des Staffelsees
Perfekte Bahn-Wanderung, die man am besten im Winterhalbjahr macht
Am Staffelsee kann man Wandern und Baden ideal miteinander verbinden. Allerdings darf der hier beschriebene wunderschöne Pfad durch das Obernacher Moos erst ab Mitte Oktober betreten werden. Der November bietet bei gutem Wetter zumeist glasklare Fernsicht.

Tourencharakter Abwechslungsreiche, sonnige Tour mit tollen Bergblicken auf zumeist breiten Wegen. Am Westufer auch Moorpfade. Auch bei Schneelage gut machbar
Ausgangspunkt Bahnhof Uffing (666 m)
Endpunkt Bahnhof Murnau (680 m)
Anfahrt Bus & Bahn: Mit dem Zug direkt von München Hbf. zum Bhf. Uffing. Rückreise ebenfalls stündlich zurück vom Bhf. Murnau
Einkehr Kiosk am Ostende des Südufers, in Murnau Kargbräu oder Griesbräu
Karte UK 50–49 Pfaffenwinkel – Staffelsee 1:50 000, Bayer. Landesvermessungsamt
Info Tourist-Information Murnau, Tel. 08841/61 41-0, murnau.de

Wo geht´s zum See?Vom Bahnhof folgt man der Hauptstraße nach Uffing und weiter der Kurve Richtung See. An der Hauptkreuzung geht es rechts Richtung »Böbing« in die Schöffauerstraße und über eine Brücke. Bald biegt man links in die Rötenbachstraße ab (Schild »Obernach/Sportplatz«) und wendet sich direkt vor dem Sportplatz nach rechts und dann wieder nach links (Staffelseerundweg Nr. 1). Nun geht es geradeaus auf den See zu. Als Erstes taucht der felsige Wettersteinkamm mit der markanten Dreitorspitze am Horizont auf. Es folgen die bewaldeten Vorberge zwischen Ettaler Manndl und den drei Hörnle. Dann breitet sich der wunderschöne Staffelsee majestätisch vor dem begeisterten Wanderer aus.

Das wunderbare Westufer darf nur im Winterhalbjahr betreten werden.

Das wunderbare Westufer darf nur im Winterhalbjahr betreten werden.
Zu einem der schönsten Plätze im VoralpenlandDirekt vor dem See geht es an einer Gabelung rechts Richtung »Obernach«. Eine Infotafel mit Landkarte weist darauf hin, dass die rot schraffierten Bereiche im Sommer nicht begangen werden dürfen, da dann hier seltene Vogelarten brüten. Hier folgen wir zunächst noch dem Geländer nach rechts und biegen dann scharf links in einen Fahrweg ab. Ein weiteres Schild macht darauf aufmerksam, dass der Weg im Sommer gesperrt ist. Der Fahrweg wird zu einem Wiesenpfad und führt zum Waldrand. Nun führt der Pfad durch ein mooriges Waldstück – wenn es in den Nächten vorher schon etwas frostig war, ist das hier ein Vorteil – und eine anschließende Wiese zu einem wunderschönen Ort: An der von uralten Eichen bewachsenen kleinen Erhebung am Rande des Obernacher Mooses muss man einfach eine ausgedehnte Brotzeitpause einlegen.
Wichtiger Hinweis!
Von März bis Ende Oktober muss man aus Vogelschutzgründen den Umweg über einen Fahrweg in Kauf nehmen. Man geht hierfür an dem in der Wegbeschreibung erwähnten Geländer weiter geradeaus und folgt somit dem beschilderten »Staffelseerundweg«, der als Fahrweg einen großen Bogen um das Westufer macht und erst südlich des Obernacher Moores wieder den See erreicht. (zusätzlicher Zeitbedarf ca. 40 Min.)

Im Obernacher Moos geht es ein Stück lang weglos über Wiesen nach Süden.
Бесплатный фрагмент закончился.
