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Von ihren Partnern entführt
Interstellare Bräute® Programm: Band 5
Grace Goodwin


Inhalt

Willkommensgeschenk!

Interstellare Bräute® Programm

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Willkommensgeschenk!

Interstellare Bräute® Programm

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Über Die Autorin

Von ihren Partnern entführt Copyright © 2020 durch Grace Goodwin

Interstellar Brides® ist ein eingetragenes Markenzeichen

von KSA Publishing Consultants Inc.

Alle Rechte vorbehalten. Dieses Buch darf ohne ausdrückliche schriftliche Erlaubnis des Autors weder ganz noch teilweise in jedweder Form und durch jedwede Mittel elektronisch, digital oder mechanisch reproduziert oder übermittelt werden, einschließlich durch Fotokopie, Aufzeichnung, Scannen oder über jegliche Form von Datenspeicherungs- und -abrufsystem.

Coverdesign: Copyright 2020 durch Grace Goodwin, Autor

Bildnachweis: Deposit Photos: amoklv, sdecoret

Anmerkung des Verlags:

Dieses Buch ist für volljährige Leser geschrieben. Das Buch kann eindeutige sexuelle Inhalte enthalten. In diesem Buch vorkommende sexuelle Aktivitäten sind reine Fantasien, geschrieben für erwachsene Leser, und die Aktivitäten oder Risiken, an denen die fiktiven Figuren im Rahmen der Geschichte teilnehmen, werden vom Autor und vom Verlag weder unterstützt noch ermutigt.

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Interstellare Bräute® Programm

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1


Jessica Smith, Abfertigungszentrum für Interstellare Bräute, Erde

Der dunkle, holzige Duft der Haut meines Liebhabers tränkte meine Sinne, als ich mein Gesicht in die Mulde an seinem Hals drückte. Meine Augen waren verbunden, aber er war mir vertraut. Ich brauchte meine Augen nicht, um zu wissen, dass er mir gehörte. Ich erkannte seine Berührung. Ich erkannte das weiche Gleiten seines goldenen Haares unter meinen Fingern und das Gefühl, von seinem riesigen Schwanz weit gedehnt zu werden, wenn er mich hart und kräftig fickte. Ich erkannte die Kraft seiner Arme, die mich an den Hüften hochhoben und meine feuchte Mitte über sich platzierten, wissend, dass ich ihn tief in mir aufnehmen und seinen Namen schreien würde, wenn er mir endlich gestattete, Erlösung zu finden.

Ich schlang meine Beine um seine Hüften und warf den Kopf zurück, und er füllte mich völlig aus. Er stand stark und aufrecht da, der wahre Krieger, als den ich ihn kannte.

Hoch und nieder hob er mich, dann ließ er mich los, sodass ich über seinen harten Schaft glitt. Ein weiteres Händepaar, die sanfte Berührung meines zweiten Gefährten, streichelte den Kragen um meinem Hals. Ich erkannte das Gefühl seiner Hände, wusste, dass er in einem Moment zärtlich und sanft sein konnte, und im nächsten schon unnachgiebig und fordernd.

Ich wusste, dass ich ihnen gut gefiel, der Anblick meiner Pussy, die weit offen und gedehnt war, und meines Hinterns, der frei zur Schau stand. Sein Verlangen blitzte in meiner Wahrnehmung auf, über die gedankliche Verbindung, die der Kragen schuf. Doch was mich so richtig in den Wahnsinn trieb, war die feuchte Hitze, die sich in meinem Inneren aufbaute, als mein erster Gefährte sich tief in mir vergrub. Ich drückte ihn mit meinen inneren Muskeln, sein Hunger so deutlich in der Dringlichkeit seiner wilden Stöße.

Ich konnte ihre Emotionen ebenso fühlen wie ihre körperlichen Bedürfnisse; die Verbindung, die durch die Kragen geschaffen wurde, die wir alle drei trugen, war tief und völlig ungehemmt. Es gab keine Lügen, kein Leugnen von Lust oder Begehren oder Bedürfnissen. Es gab nichts als Wahrheit, Liebe und Lust. So viel Lust.

„Nimmst du meine Besitznahme an, Gefährtin? Gibst du dich mir und meinem Sekundär frei hin, oder wünscht du, einen anderen primären Gefährten zu wählen?“

Die tiefe Stimme forderte eine Antwort, und ein Schauer lief mir über die Haut und brachte meine Pussy dazu, sich mit nahezu brutaler Gewalt um seinen Schwanz herum zusammenzuziehen. Er stöhnte auf vor Lust, und ich biss mir auf die Lippe, um ein selbstzufriedenes Grinsen zu unterdrücken. Mein erster Gefährte hatte den Anspruch auf meine Pussy, bis ich sein Kind trug, aber mein zweiter? Er hatte gewartet, geduldig dafür gesorgt, dass mein Körper bereit war, von beiden meiner Gefährten zugleich gefüllt zu werden.

Nicht gewillt, auf Antwort zu warten, küsste mich mein zweiter Gefährte auf die Schulter und rieb mir mit einer Hand über den Hintern, gefährlich nahe an der verbotenen Stelle, die er in Besitz nehmen würde. Seine andere Hand legte sich mit sanftem Druck um meinen Hals, wodurch ich mich hilflos fühlte, schwach und ihnen völlig ausgeliefert. „Willst du, dass wir beide dich ficken, meine Liebe? Oder nicht?“

Meine Pussy zog sich wieder zusammen, und mein erster Gefährte fluchte und stieß mich mit einer zielstrebigen Intensität, die ich inzwischen sehnsüchtig erwartete, an seinem Schwanz entlang nach unten.

„Ja. Ich nehme eure Besitznahme an, Krieger.“ Die förmlichen Worte glitten mir mit einem Seufzen über die Lippen, und ich kippte meine Hüften, um meinen Kitzler am Körper meines ersten Gefährten zu reiben, während ich zugleich meinem zweiten meinen Hintern darbot. „Ich will euch beide. Ich will euch jetzt gleich.“

Die Worte brachen aus meiner Kehle hervor, aber sie gehörten nicht zu mir. Ich hatte keine Kontrolle über die Frau, deren Sinne ich teilte; ich konnte nur zusehen und zuhören... und mitspüren.

Mein erster Gefährte hielt unter mir still, und ich wimmerte, als mir die wilden Stöße seines Schwanzes in meine sehnsüchtige Pussy versagt wurden. „Ich nehme dich in Besitz, durch das Ritual der Benennung. Du gehörst mir, und ich werde jeden anderen Krieger töten, der es wagt, dich anzurühren.“

Mir war egal, wen er töten musste. Ich wollte nur, dass er mich für immer zu seinem Eigentum machte.

Mein zweiter Gefährte küsste mich weiter an meinem Rückgrat entlang. Seine nächsten Worte erforderte nicht das Ritual, sie waren für mich bestimmt. Nur für mich.

„Du gehörst mir, Gefährtin. Ich werde jeden anderen Krieger töten, der es wagt, dich auch nur anzusehen.“ Mit diesen Worten arbeitete er vorsichtig einen gut geölten Finger in meinen Hintereingang hinein, und ich schrie auf. Unser erstes Mal würde schnell gehen, denn unsere Leidenschaft brannte zu heiß, um sich lange zurückzuhalten.

Ich wollte, dass sie mich fickten, mich mit ihrem Samen füllten. Und dann wollte ich meine Gefährten wieder in unserem Quartier haben, nackt und völlig alleine. Ich wollte mir mit ihnen Zeit lassen. Ich wollte mich über ihre Körper reiben, ficken und schmecken und erkunden, bis unsere Gerüche zu einem verschmolzen, bis mein Körper so sehr schmerzte, dass ein Weitermachen keine Freude mehr bereiten würde.

Dieser Gedanke brachte mich für einen kurzen Augenblick wieder zu mir selbst zurück, und ich erkannte, dass die drei Liebenden nicht alleine im Raum waren. Männerstimmen erfüllten den Rand meiner Wahrnehmung mit leisem Sprechgesang. Ich hatte mich so stark auf meine Gefährten konzentriert, dass ich sie völlig ignoriert hatte; bis jetzt, wo sich ihre vereinten Stimmen erhoben und das Zimmer mit den Worten erfüllten:

„Mögen die Götter euch bezeugen und beschützen.“

Als mein zweiter Gefährte seinen Finger aus meinem Hingerausgang zog und mit der Spitze seines Schwanzes gegen mein jungfräuliches Loch stupste, waren die anderen völlig vergessen. Er presste sich vorwärts und dehnte mich weit... weiter... immer weiter, und nun füllten mich zwei Schwänze. Da wusste ich, dass ich wahrhaftig in Besitz genommen war.

„Miss Smith.“

Nein, diese Stimme gehörte keinem meiner Gefährten. Ich wischte sie geistig beiseite.

„Miss Smith.“

Die Stimme ertönte erneut. Es war eine Frauenstimme, und zwar eine strenge.

„Jessica Smith!“

Da schrak ich auf, mein Verstand wurde weggezerrt von den zwei Männern um mich herum, hin zu... nein, keine Männer waren um mich. Ich war im Abfertigungs-Zimmer. Ich hatte keinen Schwanz in meinem Hintern oder meiner Pussy. Ich hatte keine zwei muskulösen Körper um mich herum. Ich konnte ihre Hitze nicht spüren, ihren kraftvollen Duft nicht einatmen. Das Gewicht ihres Kragens lag nicht um meinen Hals.

Ich öffnete die Augen und blinzelte. Einmal, zweimal. Ach ja. Aufseherin Egara. Die steife und förmliche Frau ragte über mir auf.

„Ihr Test ist abgeschlossen, und ihre Zuordnung ist erfolgt.“

Ich leckte mir über die trockenen Lippen und versuchte, mein rasendes Herz zu beruhigen. Ich konnte die Männer immer noch spüren, aber es verblasste zunehmend. Ich wollte nach ihnen greifen und sie packen, mich mit aller Kraft festhalten. Es war das erste Mal gewesen, dass ich mich sicher und geborgen fühlte, geschätzt und begehrt. Dabei waren sie nicht einmal meine Männer.

Da lachte ich trocken auf, und die Aufseherin zog eine dunkle Braue hoch.

Das einzige Mal, dass ich mich geborgen gefühlt hatte, war in einem Traum gewesen. Die Wirklichkeit, tja. Die Wirklichkeit war beschissen.

„Ist es vorbei?“, fragte ich. Meine Stimme war ein wenig heiser, als hätte ich im Traum vor Lust geschrien. Gott, das hoffte ich ja doch nicht. Das wäre, wie neben einem neuen Liebhaber zu schnarchen, nur schlimmer. So viel schlimmer.

Sie gab sich wohl mit dem zufrieden, was auch immer sie in meinem Gesicht las, denn sie nicke knapp und ging um den schlichten Tisch herum, um sich hinzusetzen. Während sie sich auf dem einfachen Metallstuhl niederließ, war ich immer noch an den Abfertigungs-Stuhl geschnallt und trug ein schlichtes Krankenhaus-Nachthemd, auf dessen grauen Stoff das Logo des Bräuteprogramms als Muster aufgedruckt war. Ich blickte hinunter und konnte durch den dünnen Stoff hindurch meine steif aufgerichteten Nippel sehen. Es gab keinen Zweifel, dass auch die Aufseherin sie sehen konnte, aber sie sagte nichts.

„Nennen Sie bitte Ihren Namen fürs Protokoll.“

„Jessica Smith.“ Ich rückte mich im Stuhl zurecht und bemerkte, dass mein Nachthemd unter mir feucht war.

„Miss Smith, sind Sie derzeit, oder waren Sie jemals, verheiratet?“

„Nein.“

„Haben Sie jeglichen biologischen Nachwuchs?“

„Die Antwort kennen Sie bereits.“

„Das stimmt, aber vor dem Transport ist eine verbale Aufzeichnung notwendig. Beantworten Sie bitte die Frage.“

„Nein, ich habe keine Kinder.“

Sie tippte ein paar Mal auf ihrem Bildschirm herum, ohne zu mir aufzusehen. „Ich bin verpflichtet, Sie darauf hinzuweisen, Miss Smith, dass Sie dreißig Tage Zeit haben, den Gefährten, der Ihnen von unserem Zuordnungsprotokoll zugewiesen wurde, anzunehmen oder abzulehnen.“ Sie blickte mich an. „Sie sind die dritte Erdenfrau, die auf diesen Planeten zugewiesen wird. Hmm.“

Ich hatte meine Zweifel über die Tests und darüber, dass sie wirklich den Passenden finden konnten. Ich hatte auf der Erde keinen Mann gefunden, der an mir interessiert war, also war es ein wenig deprimierend, dass ich das gesamte Universum nach ihm absuchen musste.

Aber warum waren in meinem Test-Traum dann zwei Männer gewesen? Was stimmte nicht mit mir, dass ich solche Träume hatte? Bestimmt würde mein Gefährte nicht begeistert davon sein, dass ich perverse Träume mit mehr als nur ihm hatte.

„Es gibt keine Rückkehr zur Erde, falls Sie nicht zufrieden sind. Sie können nach dreißig Tagen einen neuen primären Gefährten beantragen... aber weiterhin auf Prillon Prime. Sie können diesen Prozess wiederholen, bis Sie einen Gefährten finden, der Ihnen zusagt.“

„Prillon Prime?“

Davon hatte ich noch nie gehört, aber das hieß nicht viel. Ich hatte von vielen der anderen Planeten und der Rassen, die auf ihnen ansässig waren, noch nie gehört. Ich war mit meiner Arbeit zu beschäftigt gewesen, meinem Leben auf der Erde, um überhaupt an das All zu denken. Aber das hatte sich verdammt schnell geändert.

„Ich fühle mich wie ein Häftling. Gibt es einen Grund dafür, dass ich immer noch festgeschnallt bin?“ Ich knickte die Handgelenke und ballte die Hände zu Fäusten.

„Viele unserer Freiwilligen sind, wie Sie wissen, Häftlinge.“

„Also sind sie nicht wirklich Freiwillige“, entgegnete ich.

Sie spitzte die Lippen. „Ich werde mich mit Ihnen nicht um die Wortwahl streiten, Miss Smith, aber durch Ihre Militärerfahrung muss Ihnen bewusst sein, dass es manchmal im besten Interesse einer Person sein kann, in ihrer Bewegung eingeschränkt zu sein. Während unserer Tests werden Frauen oft...unruhig. Wir müssen für ihre Sicherheit sorgen.“

„Und jetzt?“, fragte ich.

Sie blickte auf meine Fäuste. „Jetzt ist es dafür gut, dass Sie stillhalten, während eventuell notwendige Präparationen oder Körpermodifikationen für den Transport vorgenommen werden.“

„Körpermodifikationen? Aufseherin, befreien Sie mich auf der Stelle von diesen Fesseln.“ Ich hörte die Härte in meiner Stimme und hoffte, sie wusste, dass ich nicht mit mir spaßen ließ.

Sie zuckte mit keiner Wimper. „Keine Sorge, Sie werden nicht bei Bewusstsein sein, wenn diese vorgenommen werden. Sie haben die Dokumente bereits unterschrieben, und die Zuordnung hat stattgefunden, Miss Smith. Aus diesem Grund sind Sie nicht länger Bürgerin der Erde, sondern eine Kriegerbraut auf Prillon Prime, und als solche unterliegen Sie den Gesetzen und Bräuchen Ihrer neuen Welt.“

„Gehört dazu, gefesselt zu sein?“

Sie legte den Kopf schief. „Wenn Ihr Gefährte das so wünscht.“

„Ich will keinem Mann zugeordnet werden, der mich festbindet!“

„Sie sind zugeordnet worden, Jessica, und zwar einem tapferen Krieger von der dortigen Welt. Sie sollten stolz darauf sein, sich ihm hinzugeben.“

„Sie denken, nur, weil er Soldat ist, soll ich mich ihm beugen? Was war dann ich? Ich habe gekämpft. Ich habe getötet.“

Die Aufseherin stand auf und kam um den Tisch herum.

„Das weiß ich, aber manchmal ist es ausgesprochen schwer für so starke Frauen wie Sie, einen Gefährten zu finden, der dominant genug ist, um mit Ihren... ähm... Bedürfnissen zurechtzukommen.“

Ach du liebe Scheiße, wurde sie etwa rot? Die schmallippige Aufseherin lief in drei verschiedenen Rottönen an. Was zum Teufel wollte sie damit sagen?

„Denken Sie daran, Jessica: er ist ebenso Ihnen zugeordnet worden. Was Sie brauchen, das wird er Ihnen geben. Es ist sein Recht, seine Pflicht, und vor allen Dingen sein Privileg.“ Dann lächelte sie, mit einem wehmütigen Ausdruck in den Augen. „Kein Verstecken mehr. Sie werden sich gegen ihn wehren, das merke ich schon, aber ich verspreche Ihnen, er wird den Preis wert sein, den Sie bezahlen werden.“

„Welchen Preis?“ Wohin zur Hölle schickte sie mich da? Ich hatte nicht eingewilligt, mich von irgendeinem Mann dominieren zu lassen. Meine Pussy zog sich zusammen bei der Erinnerung an die kräftige Hand um meine Kehle in der Abfertigungs-Simulation, aber der Mann, der stark genug war, um mich zu nehmen und meinen Willen zu beugen, war mir noch nicht begegnet. Ich bezweifelte, dass ein solcher Mann existierte.

„Geben Sie nach.“ Während sie sprach, drückte die Aufseherin einen Knopf am Ende meines Stuhles, und eine grelle blaue Öffnung erschien in der Wand. Immer noch festgeschnallt, war ich machtlos, als eine lange, ausgesprochen große Nadel erschien. Ich versuchte, mich davonzuwinden, mich dagegen zu wehren, aber ich konnte mich nicht rühren. Die Nadel war an einem langen Metallarm an der Wand befestigt.

„Leisten Sie keinen Widerstand, Jessica. Ihnen wird nichts geschehen. Das Gerät implantiert Ihnen nur Ihre dauerhaften NPUs.“

Die Nadel brannte, als sie mir in die Schläfe fuhr, aber sonst nichts weiter. Eine weitere kam aus der gegenüberliegenden Wand hervor und wiederholte die Aufgabe an meiner anderen Schläfe. Ich fühlte mich nicht anders als vorher, also atmete ich tief auf. Der Stuhl senkte sich, ähnlich wie beim Zahnarzt, aber ich wurde in eine Art warmes Bad eingetaucht. Blaues Licht umgab mich.

„Wenn Sie aufwachen, Jessica Smith, wird Ihr Körper auf die Paarungsbräuche von Prillon Prime sowie auf die Erfordernisse ihres Gefährten hin vorbereitet worden sein. Er wird auf Sie warten.“ Sie klang eintönig, als hätte sie denselben Satz bereits unzählige Male ausgesprochen.

Prillon Prime. „Jetzt gleich?“

„Ja, jetzt gleich.“

Aufseherin Egaras knappe Stimme war das Letzte, was ich über das leise Surren der elektrischen Gerätschaften und Lichter hinweg hörte. „Ihre Abfertigung beginnt in drei... zwei...“

Ich spannte mich an, wartete darauf, dass sie das Ende ihres Countdowns erreichte, aber ein rotes Licht blitzte über mir auf, und ihr Kopf fuhr herum und starrte auf einen Bildschirm, den ich nicht sehen konnte.

„Nein. Das kann nicht stimmen.“ Ihr Stirnrunzeln wandelte sich zu Schock, dann Verwirrung, während ich die ganze Zeit über nackt in dem dämlichen blauen Badewasser wartete—wann war ich denn nackt geworden, und was war mit meinem Nachthemd passiert?—und mich fühlte, als wäre ich zu drei Vierteln besoffen.

„Was ist los?“

„Ich weiß es nicht, Jessica. Dies ist noch nie zuvor passiert.“ Sie blickte finster auf das Programm-Tablet in ihrer Hand hinunter. Ihre Finger flogen über den Bildschirm, als tippte sie gerade eine ausgesprochen lange, äußerst komplizierte Nachricht.

„Was ist denn?“

Sie schüttelte den Kopf, ihre Augen groß und verwirrt. „Prillon Prime hat Ihren Transport verwehrt.“

Was zur Hölle sollte das denn heißen? Meinen Transport verwehrt? Was wollten die denn von mir, dass ich in ein Raumschiff steige? War ihr Transporter kaputt, oder war ihnen was auch immer für eine Stromquelle dafür ausgegangen? „Ich verstehe nicht.“

„Ich auch nicht. Die haben das Protokoll von ihrer Seite aus abgewürgt. Sie wollen Ihre Ankunft nicht anerkennen, und auch nicht Ihr Recht, Ihren Gefährten in Besitz zu nehmen.“

2


Jessica

Am Tisch festgeschnallt musste ich untätig zusehen, wie Aufseherin Egara wütend auf ihrem Tablet herumtippte. Ich zerrte an meinen Fesseln, aber ich wusste, dass meine Bemühungen vergebens waren. Mit jedem Pling ihres Tablets, wenn eine neue Nachricht eintraf, runzelte sie noch tiefer die Stirn und bewegte die Finger noch schneller, mit ruckartigen, hastigen Bewegungen, als würde sie demjenigen, mit dem sie da quer über die Weiten des Weltalls hinweg kommunizierte, am liebsten eine verpassen.

Ich hatte während meiner Zeit beim Militär, und danach als Enthüllungsreporterin, auf die harte Tour gelernt, geduldig zu sein. Ich konnte meiner Beute tagelang auflauern, und ich wurde der Jagd nicht müde. Ich wusste, wann ich warten musste, und wann ich besser als Erste schießen sollte. Aggressionen würden mir in dieser Situation keine Punkte verschaffen, besonders, da ich gefesselt war—selbst wenn mein Frust so groß war, dass ich die Fesseln wie der unglaubliche Hulk vom Stuhl reißen wollte.

„Aufseherin, bitte sagen Sie mir doch, was los ist.“

Ja, das klang ruhig. Gut gemacht.

Die Aufseherin biss sich auf die Lippe und sah mit einem Mal aus wie die junge Frau Mitte Zwanzig, die sie ja auch war. Ihre Schultern sackten zusammen, als trüge sie eine große Bürde und Verantwortung. Vielleicht war es auch so. Es war ihr Job, dafür zu sorgen, dass alle Frauen—egal aus welchem Grund—gut und sicher zugewiesen und an ihren Zielort überstellt wurden, wo auch immer im Universum das war. Als sie schließlich ihren Kopf hob und mich direkt anblickte, erkannte ich an den dunklen Wolken in ihrem Blick, dass es keine guten Nachrichten gab, zumindest für mich nicht.

Ein dunkles, öliges Bangen füllte meinen Bauch.

„Die Ablehnung bezog sich speziell auf Sie, nicht auf Erdentransporte generell.“ Sie seufzte, und ich fühlte mich, als hätte mir gerade jemand gesagt, ich wäre das hässlichste Mädchen der Klasse. Jep, das Gefühl war genau dasselbe. Ich hatte es zuvor bereits verspürt, viele Male, wenn mir etwas verweigert worden war. Freunde, Geliebte, Jobs, Familie. Ich sollte es gewohnt sein, aber das war ich nicht. Das hatte mich so idiotisch sein lassen, trotzdem Hoffnung zu haben. Mir war nicht klar gewesen, wie sehr ich jemandem zugewiesen werden wollte—jemandem, der nur für mich bestimmt war. Bis ich abgelehnt worden war. Wie üblich.

„Genau in diesem Moment wird ein Transport von unserer Bräute-Abfertigungseinrichtung in Asien durchgeführt, also weiß ich, dass es nicht am System liegt. Aus irgendeinem Grund wird Ihnen die Reise nicht genehmigt. Die Nachricht kam vom Primus höchstpersönlich.“

Dem Primus? Was zum Teufel war ein Primus?

„Sie meinen meinem Gefährten?“

Sie schüttelte abwesend den Kopf. „Nein. Dem Primus. Dem Herrscher des dortigen Planeten. Dem Herrscher von Prillon Prime.“

Sein Titel war nach dem Planeten selbst benannt, und ich wurde von ihm abgewiesen. Na toll.

„Sowas wie ihr König?“ Du liebe Scheiße. Ihr König erlaubte mir nicht, meinen Gefährten in Besitz zu nehmen? Ich war diesem Krieger, dem ich zugeordnet worden war, noch nie begegnet, aber er sollte doch mir gehören. Und nun, da ich abgewiesen wurde, war dieses kleine Fünkchen Hoffnung, ja, es war Hoffnung gewesen— Kacke—diese Hoffnung, die ich in meiner Brust getragen hatte, war verzischt und verflogen. Das tat weh.

„Ja. Er ist Herrscher über mehrere Planeten, genau gesagt, und der Kommandant der gesamten interstellaren Flotte.“ Sie murmelte und wandte den Blick ab, unfähig, meinem Blick zu begegnen.

Ich zog mich innerlich zusammen, und bei ihren Worten stieg mir die Galle in den Hals. Ich war vom außerirdischen König eines gesamten Planeten abgewiesen worden? War ich so schrecklich? Ich war ein wenig herrisch und wahrscheinlich ein bisschen eine Nervensäge. Etwas hart für eine Frau, aber welche Frau schoss nicht gerne mit Waffen und bekämpfte Bösewichte? Kacke. Der Primus wollte irgendein zartes Weiblein für eine Zuordnung nach Prillon. Das war es wohl. War es das?

Meine Gedanken waren wie benebelt, als ich die einzige Frage stellte, die mir einfiel. „Warum? Liegt es daran, dass sie mich für eine Drogenhändlerin halten?“

Ich würde lieber als angebliche Drogenhändlerin abgewiesen werden, als als Mannsweib.

„Miss Smith, die halten Sie nicht für eine Drogenhändlerin. Sie wissen, dass Sie eine verurteilte Drogenhändlerin sind. Aber nein, ich habe bereits verurteilte Mörderinnen vom Planeten geschickt. Ich weiß nicht, warum sie das tun.“

Sie schüttelte traurig den Kopf und drückte an einer Reihe von Knöpfen auf ihrem Tablet herum. Ich wurde weiter aus dem Wasser gehoben und war vom seidigen Gleiten auf der Haut abgelenkt, bevor ich an mir hinunterblickte und entdeckte, dass meine gesamte Behaarung fort war. Mein Kopf tat von den neuen Implantaten in meinem Schädel höllisch weh, und in meinem Hirn summten Geräusche ähnlich dem statischen Rauschen in einem Lautsprecher.

Während mein Körper wieder auf den Untersuchungsstuhl heruntergelassen wurde, brachte mir Aufseherin Egara eine trockene graue Decke, die sie über mich breitete. „Es tut mir so leid, Jessica. So etwas ist hier noch nie passiert. Ich werde ein formelles Ansuchen an die Interstellare Koalition richten müssen, um herauszufinden, was passiert ist.“

Ich war nackt, bläuliches Wasser tropfte an mir herunter, ich war in eine kratzige Decke gewickelt und immer noch an den dämlichen Tisch geschnallt. Wie viel elender konnte es noch werden? „Wie lange wird das dauern?“ Das Surren in meinem Kopf wurde lauter.

„Mindestens ein paar Wochen.“ Ihre leisen Worte waren plötzlich laut wie aus einem Megaphon zwei Zentimeter neben meinem Ohr, und ich zuckte zusammen.

Sie legte den Kopf schief, als ich mich zusammenkrampfte, und ließ mich einen Moment alleine, bis sie mit einer Injektionsröhre daherkam, die sie mir seitlich an den Hals presste. Ich zuckte zusammen.

Der kurze Stich war es aber wert, denn der Schmerz in meinem Kopf verflog in Sekunden.

„Es tut mir leid, dass das für Sie so unangenehm ist. Die meisten Bräute schlafen durch den Neurostim-Integrierungsvorgang.“ Sie beobachtete mich mit sanften runden Augen, freundlicher, als ich sie je zuvor gesehen hatte. Ich blinzelte über die Veränderung, dann erkannte ich, dass sie mir keine Besorgnis entgegenbrachte, sondern Mitleid. Ich konnte nicht einmal vom Planeten geschippert werden, ohne dass es ein Problem gab.

„Was ist ein Neurostim?“

„Es ist ein Gehirn-Implantat, das es Ihrem Verstand ermöglicht, neue Sprachen und Bräuche aufzunehmen. Sie werden nun innerhalb nur weniger Minuten in der Lage sein, jegliche neue Sprache zu verstehen und zu sprechen, einschließlich aller Sprachen auf der Erde. Diese Technologie ist nur für jene bestimmt, die den Planeten verlassen, aber da Sie scheinbar hierbleiben, würde ich das als gehörigen Vorteil ansehen.“

Ich blinzelte und versuchte, zu verarbeiten, was sie mir gerade gesagt hatte. Ein Vorteil? Dies war mein Trostpreis, die Fähigkeit, andere Sprachen zu sprechen und zu verstehen? „Jede Sprache?“

Sie nickte knapp, sichtlich begeistert von der Technologie, aber auch immer noch verwirrt und enttäuscht über meine Ablehnung. „Absolut. Von überall auf der Erde und innerhalb der Koalition.“

Da ich nicht länger auf einen Koalitionsplaneten unterwegs war, glaubte ich nicht, dass ich viel Nutzen davon haben würde. Ich hatte eine Art Super-Chip in meinem Kopf, mit dem ich ausländische Fernsehserien und Touristen am Flughafen verstehen konnte. Na toll. Genau davon hatte ich schon immer geträumt. Ich hätte lieber ein Auto geschenkt bekommen, oder eine Reise nach Hawaii. Etwas Geld vielleicht.

Viel besser wäre es gewesen, transportiert zu werden und meinen eigenen realen Traum zu leben. So wie den Abfertigungs-Traum, in dem zwei mächtige Männer meinen Körper bedeckten und mich fickten, als wäre ich die begehrenswerteste Frau, die ihnen je begegnet war. Wo ich mich schön fühlte. Begehrt. Geliebt.

Nein. Ich bekam einen dämlichen eingebauten Übersetzer.

Ich hatte meine Freunde in der Nachrichtenagentur im Stich gelassen, meine Freunde bei der Polizei, hatte es nicht geschafft, meine Unschuld vor Gericht zu beweisen, und nun war ich es nicht einmal wert, einen außerirdischen Gefährten zu bekommen, der so scharf auf eine nasse, heiße Pussy war, dass er sogar eine Diebin oder Mörderin zur Gefährtin nehmen würde, die er noch nie gesehen hatte. Frauen—Kriminelle—waren zu Hunderten über die letzten paar Jahre ans interstellare Bräute-Programm geschickt worden. Die Frauen, die festgenommen und abgefertigt wurden, kamen aus allen Gesellschaftsschichten, waren drogenabhängig oder Verräterinnen. Diebinnen und Mörderinnen.

All diese Frauen waren in die Sterne geschickt worden, hatten ein neues Zuhause gefunden und ein neues Leben mit außerirdischen Gefährten, die verzweifelt genug waren, um sich über das Programm eine Braut zu holen. Diese Frauen hatten einen völligen Neustart gewährt bekommen.

Aber ich? Ich natürlich nicht. Ich hatte Bestechungsgelder abgelehnt, wurde eines Verbrechens beschuldigt, das ich nicht begangen hatte, und nun war ich nicht nur von meinem zugewiesenen Gefährten abgelehnt worden, sondern vom verdammten König seines gesamten Planeten?

Nicht gerade mein bester Tag.

„Und was mache ich jetzt?“

Aufseherin Egara legte den Kopf schief und seufzte. „Nun, Ihre freiwillige Meldung zum Bräute-Programm war die einzig notwendige Voraussetzung, um die Bedingungen Ihrer Verurteilung zu erfüllen. Da noch nie zuvor jemand abgelehnt wurde, fallen Sie hiermit durch ein Schlupfloch, das nun bestimmt geschlossen wird. Ich gehe davon aus, dass in Zukunft eine abgelehnte Frau stattdessen ins Gefängnis muss. Aber derzeit gibt es keine Regeln für alternative Bestrafungen, daher haben Sie alle Auflagen Ihrer Verurteilung erfüllt.“

„Sie meinen—“

„Sie sind frei, Miss Smith.“

Sie hob eine Ecke der Decke hoch und wischte mir ein paar Tropfen der blauen Flüssigkeit aus dem Augenwinkel, wo sie sich angesammelt hatte und mir über die Wangen lief wie Tränen.

Ich war frei. Keine Verurteilung. Kein Gefängnis. Kein scharfer Kerl von einem anderen Planeten.

„Gehen Sie nach Hause.“

Ich wollte nicht nach Hause. Ich hatte kein Zuhause. Keinen Job, keine Freunde und keine Zukunft. Da ich in einer weit, weit entfernten Galaxis sein sollte, war mein Bankkonto leergeräumt und mein Haus verkauft worden. Wenn eine Frau den Planeten über das Bräute-Programm verlässt, wird ihr Hab und Gut aufgeteilt, als wäre sie verstorben. Tot und vorbei, kein Weg zurück. Ich hatte niemanden, der meinen Toaster oder meine abgewetzte Couch haben wollen würde, also musste ich annehmen, dass alles wohltätigen Zwecken zugekommen war.

Ich war die erste Braut, die je wie ein geprügelter Hund zurück nach Hause geschickt wurde, mit eingezogenem Schwanz, eines außerirdischen Gefährten unwürdig.

Wenn ich aus dem Abfertigungs-Zentrum spazieren und mich in der Stadt sehen lassen würde? Nun, die Schurken, die mich in diese Lage gebracht hatten, würden ihre Schläger schicken, um zu beenden, was sie angefangen hatten. Sobald die erfuhren, dass ich noch auf der Erde war, würden sie innerhalb von Stunden ein Kopfgeld auf mich ausgesetzt haben.

Andererseits war ich kein verwöhntes Prinzesschen. Ich hatte eine Notfalltasche gepackt, einen Packen mit Kleidung und Bargeld, wie es mir ein Freund, der in Übersee als Spion arbeitete, als überlebensnotwendig eingebläut hatte. War ich froh, dass ich auf ihn gehört hatte. Nun musste ich nur zu meinem Schließfach, von dem niemand wusste, und konnte neu beginnen. Ich war frei. Einsam. Elend. Gekränkt. Aber es stand mir frei, zu tun, was immer ich wollte...wie etwa, eine Gruppe von korrupten Beamten und Politikern auffliegen zu lassen.

Diese hinterhältigen Bastarde glaubten, dass ich fort war, den Planeten verlassen hatte. Nicht länger ihr Problem war. Vielleicht war dies das einzige Glück, das ich heute haben würde.

Ich schwang die Beine vom Tisch und lächelte, plötzlich von einer unerwarteten Heiterkeit erfüllt. Ich war vielleicht nicht gut genug dafür, von einem Alien gefickt zu werden, aber ich war sehr gut mit einem Teleobjektiv. Ich betrachtete es als meine persönliche Art von Scharfschützengewehr. Ein einziges perfekt geschossenes Foto reichte schon aus, um jemanden zu stürzen, seine Lügen auffliegen zu lassen, sein Leben zu ruinieren. Wenn meine Kamera eine Waffe war, dann hatte ich schon eine kilometerlange Abschussliste. Wenn ich ein Geist war, während ich dieser Beschäftigung nachging—eine Person, die nicht einmal auf der Erde sein sollte—, dann umso besser.

Ich hüpfte vom Tisch, klammerte die Decke vor mir zusammen, aber bereute die plötzliche Bewegung sofort, denn das Zimmer begann sich zu drehen. Aufseherin Egaras Arme fuhren hervor, um mich aufzufangen, und ich nickte ihr dankend zu.

Es war Zeit, zu gehen, aber es gab eine Sache, die meine masochistische Ader unbedingt wissen musste. Wenn ich meine Chancen auf eine andere Welt hier in diesem Zimmer zurücklassen musste, dann wollte ich es wissen. „Wie hieß er?“

Aufseherin Egara runzelte die Stirn. „Wer?“

„Mein zugewiesener Gefährte?“

Sie zögerte, als würde sie über Staatsgeheimnisse entscheiden, dann zuckte sie die Schultern. „Prinz Nial. Der älteste Sohn des Primus.“

Da lachte ich auf. Ich wäre doch tatsächlich eine Prinzessin geworden, hätte ich die Erde verlassen können. Einem außerirdischen Prinzen zugewiesen, in Ballkleider und unmögliche Schuhe gequetscht, mein langes blondes Haar nicht durch meinen üblichen Pferdeschwanz gebändigt, sondern mit juwelenbesetzten Haarnadeln aufwändig hochgesteckt, wie es meinem königlichen Rang gebührte. Hilfe, ich hätte Wimperntusche und Lippenstift tragen müssen, denn meine blasse Haut war ungeschminkt nicht gerade ansehnlich.

Eine Prinzessin? Niemals. Vielleicht war das der wahre Grund für meine Ablehnung gewesen. Ich war eindeutig und ohne Zweifel kein Aschenbrödel.

„Ich denke, es ist besser so, Aufseherin. Ich bin nicht gerade aus Prinzessinnen-Holz geschnitzt.“ Ich kam besser mit einem Dolch zurecht als der flinken Zunge eines Politikers, und besser mit einem Gewehr als einem Tanzpartner. Und das war die traurige Wahrheit. Wer auch immer dieser Prinz Nial war, er war gerade nochmal davongekommen.

Von mir.

Vielleicht war dieser Prinz ohne mich besser dran. Das hieß noch lange nicht, dass ich tief in mir, wo die Emotionen dieser anderen Frau und ihrer Besitznahme-Zeremonie noch nachhallten, dieser Traum, in dem ich für wenige Augenblicke gewusst hatte, wie es sich anfühlt, begehrt zu sein, geliebt, gefickt und von den Gefährten in Besitz genommen, dass ich nicht zutiefst verletzt war.


Prinz Nial von Prillon Prime, an Bord des Schlachtschiffes Deston

Als ich auf den Anzeigeschirm zustürmte, um mit meinem Vater zu sprechen, war ich wie betäubt. Ich fühlte mich, als wäre mein Körper federleicht, nicht schwerer als ein Kind. Es würde am Einfachsten sein, mit meinem Vater zu interagieren, wenn ich keine Emotionen zeigte.

Die Cyborg-Implantate, die während meiner Gefangenschaft in der Hive-Integrationskammer in meinen Körper injiziert worden waren, waren mikroskopisch klein und konnten nicht entfernt werden, ohne mich dabei zu töten. Daher galt ich nun als verseucht, ein Risiko für die Männer unter meinem Kommando und die Bevölkerung meines Planeten. Ich sollte behandelt werden wie ein höchst gefährliches feindliches Wesen. Zumindest war das die allgemein vorherrschende Ansicht. Krieger, die mit Hive-Technologie verseucht waren, wurden üblicherweise in eine der Kolonien verbannt, wo sie den Rest ihrer Tage als Schwerarbeiter verlebten. Sie nahmen keine Bräute. Und sie wurden nicht zum Primus der Zwillingswelten von Prillon.

Mein Geburtsrecht als Erbe des Primus und Prinz meines Volkes hatte mich davor bewahrt, sofort in die Kolonien verbannt zu werden. Aber es gab etwas, das mir noch wichtiger war, und das war nicht die Person, die den Anzeigeschirm vor mir ausfüllte.

Ich starrte auf das bemüht ausdruckslose Gesicht eines Mannes, der doppelt so alt war wie ich. Er sah mir recht ähnlich, nur älter und ohne die Cyborg-Implantate. Er war riesig, mit kämpferischem Gesicht und einer maßgefertigten Rüstung, die ihn noch größer wirken ließ als seine ohnehin schon über zwei Meter. Er war der Primus von zwei Planeten voller ausgewachsener Krieger. Er musste stark sein. Beim geringsten Anzeichen von Schwäche würden seine Feinde ihn stürzen.

Und in diesem Augenblick stellte ich eine solche Schwäche für ihn dar. Ich war der missratene Sohn, der zu einer Cyborg-Bedrohung geworden war.

„Vater.“ Ich neigte meinen Kopf leicht zum Gruß, trotz des Zornes, der in meinen Adern pochte. Er gehörte vielleicht biologisch gesehen zu meinen Eltern, aber er war kein Vater.

„Nial, ich habe mit Commander Deston gesprochen. Ich habe den offiziellen Befehl erteilt, dich in die Kolonien zu überstellen.“

Ich biss die Zähne zusammen, um meine unmittelbare Reaktion zu unterdrücken. Soviel dazu, sich betäubt zu fühlen. Also würde mein Status als blutsverwandter Thronfolger mich doch nicht vor der Verbannung schützen. Er gab einen prillonischen Scheiß drauf, dass ich sein Sohn war. Ich war schadhaft, vom Hive ruiniert und nicht würdig, Anführer zu sein. Sein Sohn zu sein.

Jemand reichte ihm ein Tablet und er überflog, was darauf zu lesen war, während er weiter mit mir sprach und nicht einmal hochblickte. „Ich reise in wenigen Tagen an die Front, um unsere Krieger zu besuchen und den Zustand einiger unserer älteren Schlachtschiffe zu begutachten. Ich setze voraus, dass dein Transfer bis zu meiner Rückkehr abgeschlossen ist.“

Ich holte tief Luft und versuchte, meine Stimme so neutral und gutmütig klingen zu lassen wie seine. „Ich verstehe. Und was ist mit meiner Braut? Sie sollte doch bereits vor drei Tagen mittels Transport hier angekommen sein.“

„Du hattest kein Recht darauf, eine Braut anzufordern. Ich hatte eine Übereinkunft mit dem Hofrat Harbart. Es war vorgesehen, dass du seine Tochter als Gefährtin in Besitz nimmst.“

Ich konnte meine Hände nicht davon abhalten, sich in den Stuhl vor mir zu krallen.

„Harbart war ein feiger Hund, der vorhatte, mich und Commander Destons Braut zu ermorden. Warum würde ich seine Tochter in Besitz nehmen wollen?“

Der Primus zog eine Augenbraue hoch und blickte doch tatsächlich zu mir hoch, als würde ihn das verwirren. „Diese Frage hat sich nun erübrigt, da du... nicht mehr dazu geeignet bist, eine Gefährtin in Besitz zu nehmen. Du wirst niemanden in Besitz nehmen. Der Transport deiner Erdenbraut ist natürlich abgewiesen worden. Keinem verseuchten Krieger ist die Ehre gestattet, eine Braut zu haben. Das weißt du. Inzwischen ist sie wohl einem anderen Krieger zugewiesen worden, der nicht...“

Seine Stimme verklang, und er legte den Kopf schief und betrachtete mich. Ich ließ ihn gaffen. Wenn er ein echter Vater war, würde er an den Cyborg-Modifikationen des Hive vorbeisehen und sehen, dass ich immer noch dieselbe Person war, immer noch sein Sohn. Immer noch der Prinz.

„Der nicht was?“

Dies war das erste Mal seit meiner Bergung aus dem Hive, dass er mich sehen konnte. Mit verschränkten Armen ließ ich ihn das leichte metallische Schimmern der Haut auf meiner linken Gesichtshälfte betrachten, die seltsame silbrige Färbung der Iris in meinem linken Auge, welches zuvor dunkles Gold gewesen war. Ich hatte absichtlich die Unterarme freigelassen, damit er die dünne Schicht lebender Biotechnologie sehen konnte, die auf meinem halben Arm und einem Teil meiner linken Hand aufgetragen worden war. Ich wollte, dass er alles davon sah und trotzdem noch mich darin erkannte.

Seine Augen blieben an meinem Arm haften. „Die Implantate und Hautveränderungen können nicht entfernt werden?“

Jegliche dumme Hoffnung meinerseits starb bei dieser Frage. Ich dachte, dass vielleicht nichts davon von Bedeutung war, aber nein. Er sah nur, was der Hive angerichtet hatte, und nicht seinen Sohn.

„Doktor Mordin sagt, die Hautveränderungen sind dauerhaft. Sie müssten mir den ganzen Arm abnehmen, um sie zu entfernen.“

„Ich verstehe.“

„Tust du das, Vater? Und was genau verstehst du?“ Er hatte nicht die ähnlichen Hive-Implantate gesehen, die die Hälfte meiner linken Schulter überzogen, den Großteil meines linken Beines und einen Teil meines Rückens. Ich konnte in seinen kalten Augen sehen, dass das, was er gesehen hatte, ihm reichte.

Mein Vater, der Mann, den ich nie geliebt hatte, jedoch respektiert und für den ich mein ganzes Leben damit verbracht hatte, ihm zu gefallen, schüttelte den Kopf.

„Ich sehe einen Krieger, der einmal mein Sohn war.“ Er lehnte sich in seinem Stuhl zurück, und der Blick in seinen Augen wurde noch kälter. „Du wirst von der Liste der Thronfolger gestrichen und in die Kolonien überstellt werden. Es tut mir leid, mein Sohn.“

„Sohn? Sohn? Du wagst es, mich im gleichen Satz Sohn zu nennen, mit dem du mich in die Kolonien verbannst?“ Meine Stimme war laut. Es war nun nicht mehr wichtig, ruhig zu bleiben. Ich hatte nichts davon.

Er lehnte sich vor, um die Verbindung zu trennen, aber meine nächste Frage ließ ihn stocken. „Und wer wird dann dein Thronfolger?“

„Du hast viele entfernte Cousins, Nial. Vielleicht wird Commander Deston mit seiner Braut einen Thronfolger zeugen. Wenn nicht, bin ich mir sicher, dass unser Volk die alten Traditionen ein weiteres Mal willkommen heißen würde.“

Die alten Traditionen...

„Ein Todesturnier?“ Er würde es lieber sehen, dass gute, starke Krieger bis zum Tod um das Recht kämpften, Primus zu sein, als seinen eigenen Sohn auch nur in Erwägung zu ziehen? Nur deswegen, weil dieser Sohn etwas Hive-Biotechnologie auf seine Haut implantiert bekommen hatte?

„Möge der stärkste Krieger überleben.“

Wenn ich durch den Bildschirm fassen und ihm in die Fresse hauen könnte, hätte ich das getan. „Du würdest zulassen, dass unsere feinsten Krieger sterben?“

Ich hielt den Mann für lieblos. Gefühllos, zumindest mir gegenüber. Nun erkannte ich, dass sich das auf alle erstreckte. Er würde zusehen, wie starke Männer unnötig kämpften, unnötig starben, nur weil er eben so war. So. Unglaublich. Grausam.

„Es gibt keinen Thronfolger. So ist es unser Brauch.“

Es hatte schon über zweihundert Jahre lang kein Todesturnier mehr gegeben, seit unser Vorfahre gewonnen und den Thron für sich beansprucht hatte. „Ich bin stark, Vater, mein Verstand ist intakt. Es gibt keinen Grund dafür, unsere stärksten Krieger zu opfern...“

Ich musste zumindest versuchen, mit dem Mann zu verhandeln, um die anderen zu retten. Die Stärksten würden sich melden, um Anspruch zu erheben, und sie würden unnötig sterben, wo sie doch stattdessen an der Front sein sollten und den Hive bekämpfen.

„Du bist verseucht.“

„Ich verfüge über Wissen über die Systeme des Hives, ihre Strategien. Du wärst ein Narr, mich in die Kolonien zu verbannen. Ich sollte an der Front sein, bei den Schlachtgruppen, wo ich...“

Er schnitt mir wieder das Wort ab. „Du bist ein Niemand, ein Verseuchter. Eine Hive-Kreatur. Du bist für mich gestorben.“

Ich hätte noch weiter diskutiert, aber die Verbindung wurde von seiner Seite abgeschnitten.

Scheißkerl. In den letzten Jahren war ich täglich dazwischen hin und her gependelt, das Arschloch beeindrucken zu wollen, oder umbringen.

„Ich hätte ihn umbringen sollen“, murmelte ich in meinen Bart.

Ich starrte einige Minuten lang auf den leeren Schirm. Ich war abgefertigt worden und ich wusste, dass ich meinen Vater nie wieder sprechen würde. Es tat mir nicht leid, nicht mehr. Vielleicht hatten die Cyborg-Implantate ja auch etwas Gutes. Ich wusste, woran ich mit meinem Vater war, und er war meine Zeit und meine Gedanken nicht länger wert.

Nein. Der Gedanke, der sich in meinem Kopf zu einem Wirbelsturm zusammengebraut hatte, bereitete mir viel mehr Sorge. Er hatte meine Braut abgewiesen. Meine mir zugeordnete Gefährtin. Eine schöne Erdenfrau wie Commander Destons Hannah Johnson. Ich hatte auf eine solche Zuordnung gehofft, eine weiche, kurvige Frau von diesem Planeten. Hannah war klein, aber stark, und so verliebt in ihre Gefährten, alle beide, dass sie diese in der Besitznahme-Zeremonie angebettelt hatte, sie zu nehmen.

Meine Hive-Implantate hatten mir an jenem Tag einen Vorteil verschafft, ein Geheimnis, das ich noch niemandem verraten hatte. Ich hatte eine vollständige Aufzeichnung ihrer Zeremonie in meinem System. Ich sah sie mir oft in meinem Kopf an, sah mir wieder und wieder an, wie die Menschenfrau gerne angefasst wurde, wie sie ihren Rücken gekrümmt hatte, ihre Laute, als ihre Gefährten sie küssten, sie berührten, sie fickten. Ich wollte das für mich selbst. Wollte eine solche Gefährtin, also hatte ich mir diese Aufzeichnung angesehen, bis sie mir in die Seele gebrannt war. Erlernt. Jedes Detail ihrer rituellen Besitznahme.

Ich würde meine Gefährtin zum Schreien bringen, so wie sie das getan hatten. Ich würde dafür sorgen, dass sie zitterte und darum bettelte, dass mein Schwanz sie füllte.

Zeuge der Zeremonie zu sein war eine Ehre, die mir mein Cousin, Commander Deston, nicht verwehrt hatte. Ich hatte zugesehen, wie er und sein Sekundär Dare Hannah wie zwei Wilde fickten. Ihre Menschenbraut hatte ihre Zuwendung genossen, nach mehr gebettelt, ihre Krieger angesehen, als wären sie der Atem in ihrem Körper, ihr Herzschlag selbst.

Ich erinnerte mich an die andere Zeremonie, bei der ich Zeuge gewesen war, diesmal während der Tests im Abfertigungszentrum. Es war der Traum gewesen, der mich meiner Gefährtin zugewiesen hatte. Die Männer waren fordernd gewesen, dominant und hingebungsvoll. Da meine Gefährtin mir über den gleichen Traum zugewiesen worden war, wusste ich, was sie von mir brauchte. Von meinem Sekundär.

Ich wollte diese Art von Verbindung, die in beiden Zeremonien zugegen war, und ich würde sie bekommen.

Ich hatte eine Zuordnung. Eine Frau war abgefertigt und mir zugewiesen worden. Über diese verdammt scharfe Zeremonie. Die Zuweisungsrate des Bräute-Programms war fast zu einhundert Prozent perfekt. Das ließ keinen Zweifel daran, dass es eine Frau gab, die nur für mich war. Ich hatte keinen Sekundär, keinen Thron und keine Zukunft, aber nichts davon war wichtig. Das Einzige—die Einzige—die mir wichtig war, war diese Frau auf der Erde, die mir zugewiesen worden war. Und ihr Transport war von meinem Vater abgewiesen worden. Das änderte nichts an der Zuweisung, der Verbindung, die wir teilten. Es führte nur dazu, dass ich sie noch mehr wollte. Sie würde mir nicht verwehrt bleiben. Ich fragte mich, was sie wohl von mir dachte, da sie abgewiesen worden war. Der Schmerz musste sich ähnlich angefühlt haben wie der Zorn über die Einmischung meines Vaters, der in mir brannte.

Ihr Gefährte, ihre Zuweisung würde ihr nicht verwehrt bleiben, nur weil mein Vater ein Arschloch war. Sie würde nicht zum Opfer seiner Machenschaften werden.

Sie war unschuldig.

Sie gehörte mir.

Wenn das Abfertigungszentrum den Transport nicht genehmigen wollte, dann würde ich einfach zur Erde reisen und sie mir holen.

3


Prinz Nial, Schlachtschiff Deston, Transporterraum

Ich bewegte mich durch die Korridore des Schlachtschiffs wie ein Monster. Abgebrühte Krieger wandten den Blick ab, konnten den Anblick meiner silbrigen Haut nicht ertragen. Ich bezweifelte, dass das meinetwegen war. Es ging eher darum, was mit ihnen selbst passieren könnte. Es war mir egal. In wenigen Stunden würde ich auf der Erde sein, mit einer Braut in den Armen. Dies war eine Mission, die nicht scheitern würde.

Sobald meine Gefährtin sicher in meiner Obhut war, würde ich einen Krieger finden, der gewillt war, sie mit mir zu teilen. Ich würde einen sekundären Gefährten ernennen, um sie zu beschützen, und dann würde ich einen Weg finden, meinen Thron zurückzugewinnen. Während ich unterwegs war, schnürte sich mein Zorn zu einem festen Knoten in meinem Bauch zusammen. Mein Vater war ein Narr, und ich hatte zu viele Jahre damit verbracht, blind seinen Befehlen zu folgen. Es war an der Zeit, ihm den Thron abzuringen, wenn nötig mit Gewalt. Seine Taktiken im Krieg gegen den Hive waren ineffektiv und schwach, und ich war der lebende Beweis dafür. Wenn Commander Deston die Flotte nicht so meisterlich anführen würde, wären wir schon lange verloren.

Der Transporterraum war voller Leute. Commander Deston, seine Gefährtin Hannah und ihr Sekundär Dare standen an der Kante zur Transportplattform und warteten auf mich. Zwei Krieger, die ich nicht kannte, bedienten das Kontrollpult, gaben die Koordinaten für meinen Transfer zum Abfertigungszentrum auf der Erde ein, wo erst vor wenigen Tagen meine Gefährtin abgewiesen worden war. Abgewiesen! Mein Zorn wurde nur noch größer bei dem Gedanken daran, wie sie behandelt worden war.

Zwei riesige Krieger standen am Eingang Wache. Bei ihrem Anblick wurde mir klar, welches Risiko mein Cousin für mich einging. Nicht jeder an Bord des Schiffes war glücklich darüber, dass ein verseuchter Krieger unter ihnen wandelte, Prinz hin oder her.

„Commander.“ Ich packte den Unterarm meines Cousins zur traditionellen Begrüßung, unfähig, mit Worten auszudrücken, was mir diese Chance bedeutete. Indem er mich zur Erde schickte, um meine Braut aufzuspüren, widersetzte er sich sowohl meinem Vater als auch dem gesamten planetarischen Rat. Es machte deutlich, dass er von meinem Vater wenig hielt, und vom Gefährten-Zuweisungssystem sehr viel.

Ich blickte zu Hannah, die an seiner Seite stand. So klein, so zerbrechlich im Vergleich zu ihren beiden Gefährten, und doch so stark und machtvoll. Sie war wahrlich das starke Glied in ihrem Bund. Ich blickte auf ihre gleichfarbigen Kragen und beneidete sie um ihre Verbindung.

Auch ich würde diese Verbindung haben. Schon bald. Ich musste es nur zur Erde schaffen, sie finden und nach Hause bringen.

„Ich wünsche dir eine sichere Reise, Nial“, sagte Deston. „Sobald wir dich erst transportiert haben, wird dein Vater bestimmt die Transportstationen sperren lassen und höchstwahrscheinlich Kopfgeldjäger auf dich ansetzen.“

„Ich habe vor meinem Vater keine Angst.“

Commander Deston nickte mir mit einem tiefen Respekt zu, den ich zuvor noch nicht von ihm empfangen hatte. Ich war früher ein verwöhntes Kind gewesen. Ich wusste das jetzt, und ich schreckte nicht vor diesem Eingeständnis zurück. Ein verhätschelter Prinz, der Krieg spielen wollte, aber die Kosten nicht wirklich verstand. Ich war nun nicht mehr dieser Mann. Ich ließ den Commander los und verneigte mich vor seiner Braut. „Lady Deston.“

„Alles Gute.“ Sie streckte sich auf die Zehenspitzen hoch und gab mir einen Kuss auf die Wange, die linke Wange. Diese Geste überzeugte mich nur noch mehr davon, dass eine Erdenbraut meine einzige Chance war, ein weibliches Wesen zu finden, das mich so, wie ich jetzt war, akzeptieren konnte.

Ihr zweiter Gefährte Dare erwiderte meinen Blick, und ich beneidete ihn um den leisen Hauch eines silbrigen Glanzes in seinem eigenen Auge. Auch er war gefangengenommen worden. Doch als Thronfolger des Primus war ich für den Hive Priorität gewesen, und sie hatten ihre Arbeit an mir begonnen. Dare war ihrer Technologie mit nicht mehr als dem geringsten Hauch von Silber in einem Auge entkommen—einem Hauch, von dem nur seine engsten Vertrauten überhaupt wussten.

Dare streckte seinen Arm aus, und ich nahm ihn entgegen. „Wie wirst du deine Gefährtin ohne einen Sekundär beschützen?“ Er hielt mich weiter fest, obwohl ich ihn bereits losgelassen hätte. „Du solltest einen Sekundär erwählen, Nial. Und bring ihn mit dir.“

„Ich bin ein Verstoßener, ein Verseuchter.“ Ich schüttelte den Kopf. „Das könnte ich von keinem Krieger verlangen. Noch nicht.“

Dare hielt mich weiter fest. „Was verlangen? Eine wunderschöne Braut zu beschützen und sich um sie zu kümmern? Ihren Körper zu teilen und sie zu ficken, bis sie vor Erlösung aufschreit?“ Er grinste dabei, und ich sah, wie Hannah rot wurde. „Vertrau mir, Nial, es ist nicht gerade eine Zumutung, ein sekundärer Gefährte zu sein.“

Ich kannte die Wahrheit in seinen Worten von seiner—ihrer aller—Vereinigungszeremonie in meinem Kopf.

Er sprach wohl die Wahrheit, aber dennoch war ich ein Verseuchter, der kurz davor stand, prillonische Gesetze zu brechen und auf einen verbotenen Planeten zu reisen. Ich war einer Braut zugeordnet worden, die mich nicht kannte und höchstwahrscheinlich beim Anblick meines ruinierten Aussehens schreiend davonlaufen würde. Ich konnte von keinem Krieger verlangen, mich unter diesen Umständen zu begleiten.

Ohne zu antworten ließ ich Dare los und betrat die Transportplattform, wo ich sah, wie Lady Deston mich mit einem schelmischen Funkeln in ihren auffälligen dunklen Augen anlächelte. Ihr schwarzes Haar stach unter der goldblonden Rasse von Prillon Prime hervor wie ein Stern im Dunkel des Weltalls. „Sie werden nackt sein, wenn Sie dort ankommen, das wissen Sie doch?“

„Ja.“ Ich nickte. Keine Kleider, keine Waffen. Ja, ich kannte das prillonische Protokoll und wusste, wie unsere Transporter programmiert waren. Keine Kleidung oder Waffen würden über einen Langstrecken-Transport übermittelt werden. Die Ankunft einer nackten und begierigen Braut war ein Ereignis, das in der gesamten insterstellaren Koalition stets mit äußerster Vorfreude erwartet wurde. Ich musste mich fragen, was die im Abfertigungs-Zentrum auf der Erde davon halten würden, wenn ein nackter Mann—nein, ein nackter Halb-Cyborg—auftauchte.

„Sie sind außerdem etwa einen Kopf größer als die meisten Männer auf der Erde. Sie werden auffallen wie ein bunter Hund.“

„Ich weiß nicht, was dieser Ausdruck bedeutet, aber ich gehe davon aus, dass ich schon aufgrund meiner Körpergröße eine Seltenheit sein werde, und nicht nur deswegen.“ Ich deutete auf eine Seite meines Gesichts.

Hannah spitzte die Lippen und nickte.

„So sei es.“

Ich ärgerte mich darüber, wie lange alles dauerte, und warf den Kriegern hinter dem Pult einen finsteren Blick zu, damit sie sich beeilten. Der Krieger an der Steuereinheit nahm meine stumme Anweisung mit einem Nicken entgegen.

„Wartet.“

Wir alle drehten uns zu der tiefen Stimme herum. Einer der Wächter an der Tür trat auf mich zu.

Sein Name war Ander, und er war einer der Krieger gewesen, die mich und Dare vom Hive befreit hatten. Er war noch größter als ich, mit gewaltigen Schultern und einer großen Narbe, die sich über die gesamte rechte Seite seines Gesichts zog. Eine solche Narbe war ein Zeichen für seine Tapferkeit als Krieger, für den Preis, den er in der Schlacht um unsere Rückkehr bezahlt hatte.

Meine Färbung war blasses Gold, wie üblich in unserem Volk. Ander war dunkler, seine Augen hatten die Farbe von rostigem Stahl, und sein Haar und seine Haut hatten einen dunklen Farbton, näher an Braun und häufiger bei den alten Familien zu finden. Selbst vor meiner Bergung war er mir bekannt gewesen. Er war auf dem Schlachtschiff weithin angesehen und respektiert, und einer von Commander Destons Elitekriegern. Ich verdankte ihm mein Leben. So wie auch Dare. Ihn im Transporterraum zu haben, bewies, dass sowohl der Commander als auch sein Sekundär ihm vertrauten, und dass er zu ihrem engsten Kreis gehörte, ein zutiefst getreuer Krieger und Vertrauter.

Ich begegnete seinem Blick, ohne zu zucken, von einem gezeichneten Außenseiter zum anderen. Ich sah verwundert zu, wie er seine Waffe beiseitelegte und auf mich zukam. „Ich biete mich als Ihr Sekundär an.“

Ander war keine Augenweide und einige Jahre älter als ich, aber ein tapferer Krieger. Ich hätte mir keinen besseren Krieger dafür wünschen können, meine Braut finden und beschützen zu helfen. Er hatte seine Loyalität mir gegenüber, wie auch Dare und dem Commander gegenüber, viele Kriegsjahre lang bewiesen. Ich kannte ihn nicht gut, aber gut genug. Er war einer Braut würdig. Verdammt, er war womöglich sogar würdiger als ich.

Ich dachte an das Vereinigungsritual zurück, das die Grundlage für unsere Zuordnung gewesen war—das mit dem dominanten Sekundär, der seine Gefährtin mit gekonnter und lustvoller Präzision in den Hintern gefickt hatte. Da ich die Bedürfnisse meiner Gefährtin alleine schon von diesem Traum her kannte, wusste ich, dass Ander passen würde. Sogar ausgesprochen gut.

Ich wandte mich an den Commander, denn ich würde nicht ohne seine Zustimmung einen seiner besten Krieger abbestellen. Mein altes Ich, der verwöhnte Prinz, der glaubte, dass ihm alles zustand, hätte den Krieger genommen und sich keine Gedanken über die Verantwortung dieses Mannes gegenüber jenen auf dem Schiff gemacht, jenen in seinem Kommando, jenen, die er beschützte.

Auch Ander wandte sich an den Commander. Der Commander stand mit einem Arm um die kurvige Taille seiner Gefährtin da und grinste ein seltenes Grinsen. „Geh nur. Mögen die Götter euch beide beschützen.“

Lady Deston lehnte ihren Kopf an seine Schulter und lächelte aufrichtig. „Bemüht euch, nicht all zu viele Idioten umzubringen. Und bemüht euch, die Frau nicht zu Tode zu erschrecken.“ Sie streckte die Hand aus, und Dare legte drei schwarze Halsbänder in ihre Handfläche. Sie wandte sich zu mir. „Ich glaube, die werdet ihr brauchen.“

Ich schüttelte den Kopf. „Ich fürchte, meine Dame, dass sie den Transport nicht überstehen würden. Außerdem würden sie außer Reichweite des Schiffs nicht ordnungsgemäß funktionieren.“

„Oh. Dann werden sie bei eurer Rückkehr hier auf euch warten.“ Ihre Hand senkte sich zu Dares, und sie hielt sich an ihren beiden Gefährten fest, sichtlich emotional, während sie uns beide betrachtete, die wir Schulter an Schulter auf der Transportplattform standen. „Viel Glück. Ihr werdet ihr einen gehörigen Schrecken einjagen. Seid bitte geduldig.“

Ich nickte und bereitete mich innerlich auf die wringenden Verdrehungen eines Langstreckentransportes vor, Ander direkt hinter mir. Ich spürte die Energiewelle durch meine Zellen fahren, die bedeutete, dass das Transportprotokoll begonnen hatte. Ich hatte den Ausdruck nicht verstanden, ihr einen gehörigen Schrecken einjagen. Noch brauchte ich geduldig zu sein. Diese Erdenfrau war meine Gefährtin. Wir waren einander zugeordnet worden. Sie würde die Verbindung ebenso richtig erkennen wie ich. Sie würde sich vielleicht über Ander wundern, aber ich hatte ihn als meinen Sekundär anerkannt, und das brauchte sie nicht zu hinterfragen. Nicht ihren Gefährten. Es würde nicht nötig sein, Zeit damit zu verschwenden, unsere neue Braut mit hübschen Gesichtern oder netten Worten zu umwerben.

Ich war ihr zugeordnet!

Ich hatte vor, sie einfach zu nehmen. Und wenn meine Braut Angst hatte? Wenn sie Einspruch über die Zuordnung erhob? Es würde keinen Unterschied machen. Sie gehörte mir, und ich würde sie nicht mehr aufgeben. Ich würde sie für mich gewinnen, sollte es eine Woche dauern oder ein Jahr—sie würde einlenken.


Jessica, Erde

Ich hockte tief geduckt auf dem Dach und starrte durch die lange Linse der Kamera, die ich in meiner Notfalltasche versteckt gehabt hatte, auf die Drogenfahnder hinunter. Meine Zielperson saß unter einem Sonnenschirm an einem von sieben Tischen eines privaten Innenhof-Restaurants im Herzen der Stadt. Ich trug mein übliches Outfit für verdeckte Ermittlungen, schwarzes Top und schwarze Hosen.

Die Polizisten waren Gäste des Kartells, ihre Anwesenheit ein Indiz für ihre finsteren Machenschaften, ein Beweis dafür, dass die Ganoven sie in der Tasche hatten. Beweis dafür, dass mir das Verbrechen in die Schuhe geschoben worden war. Das Lokal war schwer bewacht, von Muskelmännern mit Kanonen unten auf der Straße, und einer weiteren Streife auf den Dächern, die pünktlich jede Stunde einen Rundgang machte.

Was hieß, dass ich noch fünfzehn Minuten Zeit hatte, mich aus dem Staub zu machen, bevor sie mich erwischen würden.

Eine Frau kniete auf dem Beton zwischen den Beinen eines der Männer und gab ihm unter dem Tisch einen Blowjob, während er Whiskey sippte und mit seinen Freunden scherzte. Er unterbrach nicht einmal seinen Redefluss, als die unter Drogen stehende Frau seinen Schwanz in ihren Hals steckte und mit seinen Eiern spielte. Das gesamte Areal wimmelte nur so von Drogenhändlern, Zuhältern und den Prostituierten, die ihnen dienten, ihre Sklaven waren.

Ich war mir nicht sicher, wer es schlimmer hatte: die Frauen, die an der Anfangs-Überdosis von C-Bomb starben, oder die Überlebenden, die in die Sklaverei gezwungen wurden, um an den nächsten Schuss zu kommen.

Ich hatte schon seit zwei Tagen keine vernünftige Mahlzeit mehr gegessen, mein Körper war dehydriert und ich hatte nur Protein-Gel und Kaffee im Magen. Mein Überleben war nicht notwendig. Ich hatte kein Zuhause, kein Geld und keine Familie mehr. Selbst mein außerirdischer Gefährte, der eine perfekte Mann für mich im ganzen Universum, hatte mich abgewiesen. Das Einzige, was mir blieb, war meine Ehre, und eine Chance, dafür zu sorgen, dass keine weiteren Frauen mehr gekidnappt und in den Drogen- und Prostitutionsring gezwungen wurden. Die Rekrutierungstaktik dieser Leute war es, gekidnappten Frauen einen Drogencocktail zu spritzen—auf der Straße C oder C-Bomb als Abkürzung für „Cunt-Bomb“ genannt—der jede Frau in eine willenlose Nymphomanin verwandelte. Die Droge war erstaunlich wirkungsstark. Schon nach einer Dosis waren die Frauen entweder einfach zu kontrollierende Süchtige, oder tot.

Die Frau, die sich gerade mit dem Schwanz des Mannes in ihrem Hals erniedrigte, war sichtlich abhängig.

Ich sah zu, wie einer der Handlanger des örtlichen Drogenbarons eine Tüte voll mit Drogen, Geld und weiß Gott was noch allem über den Tisch zum Drogenfahnder hin schob, der die Tüte öffnete, lächelte und eine einzelne Pille—ich konnte ihre blassrosa Farbe durch meine Linse sehen—aus der Tüte holte. Er nahm sie zwischen Daumen und Zeigefinger und hielt sie der Frau hin, die unter dem Tisch seinen Schwanz lutschte. Sie nahm sie unter ihre Zunge. Mit beinahe sofortiger Wirkung erstarrte sie, dann lächelte sie wie benebelt und senkte den Kopf, um ihn mit doppelter Bemühung dazu zu bringen, in ihrem Hals zu kommen.

Mit grimmigem Gesicht drückte ich den Auslöser und schoss ein Foto nach dem anderen, wobei ich mich bemühte, mich nicht zu bewegen. Noch nicht. Ich brauchte noch einen Namen, noch ein Gesicht. Ich hatte bereits drei der obersten Macher der Bande ausliefern können. Eine gut platzierte Nachricht und ein paar Fotos an ehrliche Cops geschickt, und schon waren sie hinter Gittern. Nun musste ich nur noch erfahren, wen die Bande in der Stadtregierung in der Tasche hatte, und dann war mein Job erledigt. Ich würde die Arschlöcher fertigmachen, die meine Stadt ruinierten, oder beim Versuch umkommen.

Ich atmete ruhig und langsam und zuckte keinen Millimeter. Es war heiß unter der grauen Plane, die ich zur Tarnung benutzte, aber ich wagte es nicht, mich zu rühren. Das kleinste Funkeln meiner Linse im Sonnenlicht konnte sie auf mich aufmerksam machen. Ich fühlte mich wie ein Scharfschütze, aber meine Waffe waren Informationen anstatt Kugeln. Zumindest dieser Tage. Als ich noch beim Militär war, war mein M24-Scharfschützengewehr um einiges tödlicher.

Meine Geduld wurde entlohnt, als ein Mann, der mir nur allzu bekannt war, schließlich aus dem Schatten hervortrat und sich den beiden Drogenfahndern gegenübersetzte.

Ich blinzelte dreimal, kräftig, um die Tränen aus meinen Augen zu bekommen, die sich dort sammelten. Ich sollte überrascht sein.

Das war ich aber nicht, und das sagte mir schon alles, was ich wissen musste. Jeder Schnipsel meiner Scharfschützen-Ausbildung machte sich in diesem Augenblick bezahlt. Ich rastete nicht aus. Ich blieb ruhig, atmete langsam und gleichmäßig, auch wenn meine Gedanken rasten. Kacke. Verdammte Scheiße! Der elende Mistkerl!

Ich beeilte mich und schoss mehrere Fotos, bevor ich mich zurückzog, meine Ausrüstung zusammenpackte und zu ihm nach Hause fuhr. Ich wusste genau, wo das war, denn ich war schon dort gewesen. Oft sogar. Ich würde ihm einen Hinterhalt stellen und ihn konfrontieren, und die ganze Sache aufzeichnen. Die Stadt musste erfahren, wer das Arschloch war, das hinter der neuesten Mordserie steckte, aber die Welt würde mir niemals glauben. Ich war eine verurteilte Verbrecherin, eine, die er angeschwärzt hatte. Ich brauchte ein Geständnis, und ich brauchte es auf Film.

Zwei Stunden später kam er zurück zu seinem Herrenhaus mit vier Schlafzimmern, wo er mich in seinem edlen Speisesaal im Erdgeschoss vorfand. Die Zwölf-Kaliber-Schrotflinte, die er vor Jahren auf einer Waffenmesse gekauft hatte, war geladen, und der Lauf lehnte auf der hohen Rückenlehne eines kirschfarben gebeizten Stuhls am Esstisch. Ich zielte mit der Waffe mitten auf seine Brust. Er wusste, dass ich eine verdammt gute Schützin war. Ich hatte in jedem meiner vier Jahre bei der Armee an Scharfschützenbewerben teilgenommen, und er hatte mich persönlich trainiert.

„Jess.“ Seine Augen wurden groß, völlig erstaunt darüber, mich zu sehen. Das hielt nur eine Sekunde lang an, bevor er seine Gefühle unter Kontrolle brachte.

„Clyde.“

Ich starrte meinen alten Mentor über den Waffenlauf hinweg an und schüttelte langsam den Kopf, den Blick fest auf ihn gerichtet. Er war Ex-Militär, ehemaliger Polizeichef und inzwischen Bürgermeister unserer wunderbaren Stadt. Er trug einen dunkelblauen Anzug mit Krawatte und sah gut und fit aus für seine fünfzig Jahre, ein vorbildhafter Bürger der Stadt. Ein Kriegsheld, dessen Augen von Lachfalten umrahmt waren. Das Grübchen in seinem Kinn hatte ihm den Titel des begehrtesten Junggesellen der Stadt eingebracht.

„Ich dachte, du wärst abgehauen, um irgendein Alien zu ficken.“

Er besaß den Nerv, sich eine Zigarette aus der Tasche zu holen und sie anzustecken, während ich zusah. Der Rauch stieg langsam auf und tanzte in der stillen Luft zwischen uns.

„Hat dir das Alien nicht ausgereicht? Bist du zum Ficken hier, Süße? Für noch eine Dosis C-Bomb?“

„Nein, danke.“

Er zuckte die Schultern und nahm einen tiefen Zug von der Zigarette. Er stieß Rauchringe aus, als hätte er keine Sorge auf der ganzen Welt. „Ich dachte, ich sollte es dir anbieten. Du hast C-Bomb beim ersten Mal doch so geliebt, da dachte ich, du hättest gern noch 'ne Runde.“

Ich schauderte. Ich hatte nie jemandem von dieser höllischen Nacht erzählt—der Nacht, die ich wie von Sinnen im Drogenrausch verbracht hatte. Ich hatte mich im Badezimmer eingeschlossen und auf dem Fußboden zusammengerollt. Ich hatte masturbiert, bis meine Pussy blutig war, mich stundenlang immer wieder übergeben, und jeder Orgasmus hatte mir nur kurz Erleichterung verschafft. Die Tortur hatte den Großteil der Nacht lang angehalten, und nun wusste ich genau, wer daran schuld gewesen war. Mein Finger zuckte am Auslöser, und er musste es bemerkt haben, denn er hob die Hände ergeben hoch.

„Immer langsam.“

„Ich habe dir vertraut.“ Beim Gedanken daran, ihn umzubringen, wollte ich am liebsten auf meine Stiefel kotzen, aber ich würde es tun. Er verdiente es nicht, zu leben, aber ich brauchte ein Geständnis. Es würde nicht reichen, dass er tot war. Meine Kamera saß am Kaminsims und zeichnete alles im Zimmer auf, jedes verdammte Wort. „Warum hast du das getan?“

„Was getan?“ Er starrte mir in die Augen, ruhig und gemächlich, während er sich in seinen liebsten Lehnstuhl setzte, und zwar den, der immer eine Waffe zwischen der Polsterung der rechten Armlehne und dem Sitzkissen stecken hatte. Die Waffe befand sich derzeit sicher verstaut in meiner Tasche, aber das wusste er nicht.

„Du weißt schon, mich anschwärzen. Ein paar Dutzend unschuldige Frauen umbringen. Mit dem Kartell Geschäfte machen. Deine Stadt verraten und verkaufen.“

Seine Hand bewegte sich an die Stelle zwischen den Kissen und ich grinste, sah zu, wie seine Augen erst ausdruckslos waren, dann fuchsteufelswild, als er bemerkte, dass seine Waffe weg war. Er seufzte, hob die Hand und verschränkte die Arme vor seiner Brust.

„Tu, was du tun musst, Jess, aber du wirst kein Geständnis aus mir herausbekommen. Ich habe nichts Falsches getan.“

Ich sehnte mich danach, ihn aus nächster Nähe abzuknallen, ihm ein Loch so groß wie Texas in die Brust zu pusten, aber etwas hielt mich ab.

Gott, manchmal war es richtig Kacke, ein Gewissen zu haben. Nicht, dass dieser Mann verstehen würde, was das bedeutete. Ich hatte schon Menschen getötet, im Einsatz im Nahen Osten, aber da war ich dazu gezwungen gewesen. Töten oder getötet werden. Das war etwas Anderes. Das hier? Es wäre kaltblütiger Mord.

Aber ernsthaft, er verdiente den Tod.

Ich starrte ihn eine geschlagene halbe Minute lang an und wägte meine Optionen ab. Ihn umbringen und fliehen? Ihn fesseln und die Polizei rufen?

Sie würden mir niemals glauben. Niemals. Ich war die Verräterin, die korrupte Ex-Militäroffizierin, bei der eine überschüssige Million am Bankkonto gefunden worden war, ein Packen C-Bomb bei ihr zu Hause, und die Droge selbst in ihrem Blut. In dieser Stadt war er ein Gott. Ich war eine Verbrecherin und Lügnerin. Ich war Abschaum.

Er lächelte mir spöttisch zu, und der Anblick machte mich so zornig, dass ich mich aufrichtete und einen Schritt nach vorne machte. Ich würde ihn anlügen und ein wenig riskieren müssen, um seine Schwachstelle zu erwischen und ihn wütend zu machen. Ihm ein Geständnis zu entlocken. Ich hatte mein Versteck verlassen, sobald ich ein Foto von ihm im Gespräch mit den Drogenfahndern hatte, aber er wusste nicht, was ich gesehen hatte und was nicht. „Ich brauche kein Geständnis, Clyde. Ich habe dich auf Film im Blowjob-Café, mit einer Nutte zwischen deinen Beinen und einer Tüte Drogengeld auf dem Tisch.“

„Du verdammtes Miststück.“ Er funkelte mich an, jeglicher Anschein von Menschlichkeit verflogen. „Ich werde dich so high machen, dass du deinen eigenen Namen nicht mehr weißt, und dann werde ich dich unter den Männern aussetzen. Sie werden wie Hunde über dich herfallen.“

Die Neurostims in meinen Schläfen surrten, und ich schüttelte den Kopf, um ihn klarzubekommen. Es passierte noch einmal, diesmal lauter—ein eigenartiges Geräusch, das ich noch nie zuvor gehört hatte. Als würden Maschinen miteinander reden.

Ich trat einen Schritt zurück, und Clyde erhob sich aus seinem Stuhl und holte zum Schlag aus, während ich abgelenkt war.

Kacke. Irgendetwas stimmte nicht. Ich hob meine Hand an die Schläfe und stöhnte. Ich musste hier raus. Sofort.

Zu spät. Ein Schmerzensstich fuhr mir durch die Schläfen, und ich ging in die Knie. Die Flinte klapperte zu Boden, während ich mich krümmte und wimmerte und darum kämpfte, bei Bewusstsein zu bleiben.

Clyde packte sich die Waffe und trat einen Schritt auf mich zu, als die Eingangstür aufplatzte. Drei riesige Wesen betraten Clydes Wohnzimmer. Sie waren nicht menschlich. Ihr gesamter Körper war metallisch, aber nicht hart und glänzend wie die Schraubschlüssel meines Großvaters, sondern weich, wie Metall, das sich bewegte, über ihre Körper floss wie Haut, wie lebendes Gewebe. Ihre Augen waren silbern, aber in der Mitte, wo die Pupillen sein sollten, verlief ein Muster aus Punkten und Strichen wie auf einem Computer-Bauteil. Sie hatten Augenlider, aber sie blinzelten nicht, während sie das Zimmer in sich aufnahmen und den Mann, der mit einer Schrotflinte auf sie zustürmte.

Sie waren wie aus einem Film. Lebend gewordene Roboter. Außerirdische. Etwas ganz eindeutig nicht Menschliches.

Clyde schoss einen von ihnen mit der Flinte ab, während ich meine Kamera packte und mich unter dem Küchentisch verkroch, auf dem Weg zur Hintertür hinaus. Mein Kopf pochte vor Schmerzen, aber ich wusste, dass diese Männer—oder was zum Teufel sie sonst waren—nicht für einen freundlichen Besuch hier waren. Wenn sie Clyde wollten, sollten sie ihn haben.

Der Schrot prallte von ihrer Rüstung ab und verteilte sich weit im Zimmer. Ich biss die Zähne zusammen, um still zu bleiben, als ich spürte, wie eine Schrotkugel sich in mein Bein bohrte, und eine zweite in meine Schulter.

Ich hatte schon Schlimmeres erlebt, und im Vergleich zu den Schmerzen in meinem Kopf war das gar nichts.

Ich kroch gerade auf die Veranda hinterm Haus hinaus, als ich Clyde schreien hörte. Schwere Schritte tönten mir entgegen, und der Holzfußboden unter meinen Knien bebte unter dem Stapfen von Metallstiefeln, als eines der Monster auf mich losging.

Ich gab es auf, unbemerkt bleiben zu wollen, kam wackelig auf meinen Füßen zu stehen und rannte los. Meine sorgfältig zurechtgelegte Fluchtroute machte sich nun bezahlt, und zwar nicht, um mit meiner Aufzeichnung zu entkommen wie ursprünglich geplant, sondern mit meinem Leben.

Clyde brüllte weiterhin vor Schmerzen, aber ich kehrte nicht um. Ich floh, dicht gefolgt von einer der Kreaturen. Es war egal, wie oft ich um die Ecke bog, wie viele Abkürzungen ich nahm oder Verstecke ich mir suchte. Er kam mir immer wieder nach, als hätte ich einen Peilsender...

Kacke. Ich hob meine Fingerspitzen an die Narben an meinen Schläfen und verfluchte das Schicksal, Gott und den Alien-Prinzen, der mich abblitzen hatte lassen. Sie hatten tatsächlich einen Peilsender. Es sollte doch nur ein verdammter Sprachübersetzer sein! Das Krachen in meinem Kopf hatte nachgelassen, aber es war immer noch da, und ich erkannte, dass es ihre Sprache war. Das Versprechen von Aufseherin Egara hielt, und je mehr ich hörte, umso klarer wurden mir ihre Worte. Nur, dass sie nicht laut sprachen wie normale Leute, sondern über eine Art Rundfunkfrequenz, das meine neuen Implantate aufschnappen konnten. Es war nicht meine Muttersprache, aber ich verstand es perfekt.

„Finde die Frau. Wir müssen sie zum Core bringen.“

„Sie befindet sich etwa zweiundzwanzig Meter von unserer Position entfernt. Wir werden sie in dreiundzwanzig komma fünf Sekunden gefasst haben.“

„Der Menschenmann ist tot. Fangt die Frau. Wir müssen von diesem Planeten weg, bevor die Koalition unser Schiff nachverfolgen kann.“

„Neunzehn Sekunden bei unserer derzeitigen Position und Geschwindigkeit.“

„Geschwindigkeit erhöhen.“

„Wir werden sie um fünfzehn Prozent erhöhen.“

Ich dachte kurz an Aufseherin Egara und ihre Behauptungen über die Sprachfertigkeiten des Implantats. Sie hatte recht. Sollte ich das hier überleben, würde ich ihr einen Dankesbrief schreiben müssen.

Neunzehn Sekunden, bis dieses Ding mich hatte? Ich rannte schneller, als ich mich je zuvor in meinem Leben bewegt hatte—zur Abwechslung richtig dankbar dafür, dass ich mich immer zu fünf Tagen Training die Woche gezwungen hatte—, und rannte geradewegs in eine riesige Brust hinein. Verdutzt blickte ich hoch, noch höher, sah silbrige Haut, und schrie.

4


Prinz Nial, Erde

Die Frau in meinen Armen warf einen Blick auf mein Gesicht und schrie, als wäre sie in den Armen einer Hive-Horde gelandet. Sie wehrte sich, trat und zappelte in meinem Griff, während Erleichterung durch meinen Körper schoss. Ich kannte ihr Gesicht von den Braut-Protokolldateien, die Doktor Mordin vor ihrem Transport empfangen hatte. Vor ihrem fehlgeschlagenen Transport. Dies war meine Gefährtin, meine Braut. Es gab keinen Zweifel. Abgesehen von der visuellen Bestätigung wusste ich, dass sie mir gehörte. Und sie war verängstigt, aber am Leben. Und sehr, sehr schön.

Der metallische Geruch ihres Blutes drang an meine Sinne, und eine Zornwelle durchfuhr meinen Körper, ein Kampfrausch, wie ich ihn noch nie zuvor verspürt hatte. Aber ich hatte auch noch nie zuvor meine Gefährtin beschützen müssen. Sie hatte Angst und war verletzt. Ich hatte keine Ahnung, wie schwer. Ich würde ihr die Kleider ausziehen und sie so bald wie möglich Zentimeter für Zentimeter inspizieren müssen.

Der Gedanke daran, sie zu berühren, ihre Kurven zu erkunden, machte meinen Schwanz sofort hart. Ich erinnerte mich an den Traum von der Vereinigungszeremonie und wusste instinktiv, was sie brauchte, aber jetzt war dafür keine Zeit. Die Gefahr, in der sie sich befand, hatte sie jetzt schon in einen beinahe besinnungslosen Zustand versetzt, und so begrüßte ich die automatische Reaktion meines Körpers nicht, die durch den süßen Duft ihrer Haut und den blumigen Geruch ihres glänzend goldenen Haares ausgelöst worden war. Ihre langen Locken waren nicht von dunklem Gold wie bei vielen in meinem Volk, sondern von blasserer Farbe, wie flüssiges Sonnenlicht. Mein persönliches Leuchten in der Finsternis. Ich wusste, dass nur sie in der Lage sein würde, das Monster zu bändigen, das meine Cyborg-Implantate in mir entfesseln wollten.

Und wo wir gerade bei Monstern waren: die Kreatur, die sie verfolgte, würde nicht mehr lange atmen. Ich konnte die Hive-Späher in meinem Kopf hören, wie sie miteinander in ihrer eigenartigen Sprache aus Piepen und Rauschen kommunizierten, die sich in meinem Kopf wie schwirrende Insekten anhörte.

Ich hatte diese Geräusche nicht vermisst, aber nun war ich darüber dankbar. Das Rauschen hatte mich und Ander direkt zu ihnen geführt, und zu meiner Gefährtin.

Ich beugte mich zu ihr hinunter und fing ihren Blick mit meinem ein. Ihre Augen waren blassblau wie der Himmel ihrer Heimatwelt. „Jessica Smith, habe keine Angst. Ich werde nicht zulassen, dass dir Leid geschieht.“

„Woher kennst du meinen Namen? Gehörst du etwa zu denen?“ Mit großen Augen hörte sie zu zappeln auf, und ihr Blick streifte rasch über das schwarze T-Shirt, die Hosen und die Lederjacke, die ich erworben hatte, um meine kleine Ansammlung von Erdenwaffen zu verbergen. Ich würde diese Waffen nicht brauchen, nicht für den Cyborg-Späher, der mit voller Geschwindigkeit auf uns zu gestürmt kam. Ich würde ihn mit bloßen Händen in Stücke reißen. Ich freute mich sogar schon auf seine Ankunft.

Sie blickte über ihre Schulter zurück, zitternd, aber nicht panisch. Ihre kleinen Hände legten sich um meinen riesigen Bizeps, zerrten an mir, um mich dazu zu bringen, mich zu bewegen. „Es erreicht uns in... zehn Sekunden. Neun. Kacke. Wir müssen hier weg!“

Ich schüttelte den Kopf und stellte sie sanft hinter mich. „Ich laufe nicht vor dem Hive davon. Ich werde ihn für dich töten.“

Vielleicht, wenn ich sie mit meiner Kraft und meinem Kampfgeschick beeindrucken konnte, würde sie zulassen, dass ich sie ohne den bindungsfördernden Einfluss eines prillonischen Gefährtenkragens in Besitz nehme. Unsere Bindungskragen warteten im Schlachtschiff des Commandersauf uns, aber sie würden mir hier auf der Erde nicht viel nutzen. Solange wir nicht zurücktransportiert worden waren, stand mir nur die Bindungsessenz in meinem Samen zur Verfügung, um Jessica davon zu überzeugen, mich anzunehmen. Aber damit das funktionierte, musste ich ihr nahe genug kommen, um die Flüssigkeit aus meinem begierigen Schwanz über ihre Haut zu streichen.

Der Klang von Stiefeln riss mich aus den Gedanken daran, meine Gefährtin zu ficken, und ich brüllte dem Hive-Soldaten eine Herausforderung entgegen, als er um die Ecke kam. Er stutze und starrte mich an.

Ich hörte, wie ihr Gespräch schneller und lauter wurde, aber dachte mir nicht viel dabei und bewegte mich auf meinen Feind zu.

Hinter mir presste meine Gefährtin ihre Hände an die Schläfen und sank in die Knie. Sie wimmerte, wie unter großen Schmerzen.

Die Hive-Kommunikation verursachte ihr irgendwie Schmerzen. Ich ging auf den Cyborg los, begierig darauf, ihn in Stücke zu reißen, aber er drehte sich herum und rannte wie ein Feigling davon. Ich konnte ihn nicht verfolgen, ohne meine Gefährtin verängstigt zurückzulassen und einem Angriff auszuliefern. Ich kniete mich neben sie, und ihre Finger krallten sich in mein Hemd und hielten sich fest, als wäre ich wahrlich ihr Retter, ihr erwählter Gefährte.

Ihre Berührung, und wie sehr sie mich brauchte, trafen mich tief im Inneren, und ich beschloss, mir ihr Vertrauen und ihre Zuneigung zu verdienen. Ich wollte, dass sie sich aus eigenem Willen und vor Begehren an mich klammerte, und nicht aus Furcht vor dem Hive. Ich wollte, dass sie mich berührte, weil ich ein Verlangen in ihrem Blut geworden war, nicht nur eine Notwendigkeit für ihr Überleben. Aber ich würde dieses zerbrechliche Band zwischen uns hinnehmen, für den Moment. Zumindest würde sie zulassen, dass ich mich um sie kümmerte, sie in Sicherheit brachte und ihre Wunden versorgte.

Frustriert darüber, meine Beute verloren zu haben, aber fest entschlossen, mich zuerst um meine Gefährtin zu kümmern, ließ ich den Späher entkommen und speicherte seine Gesichtszüge für eine spätere Jagd in meinem Gedächtnis ab. Er würde sterben, es war einfach nur eine Frage der Zeit.

Ich blickte mich um, um sicherzustellen, dass keine weitere Bedrohung mehr lauerte, bevor ich meine Gefährtin in die Arme hob. Sie fühlte sich perfekt an, an meine Brust geschmiegt, nichts als die dünne, primitive Erdenkleidung zwischen mir und der Hitze ihrer weichen Kurven, die meinen plötzlich kühlen Körper durchströmte. Ich senkte mein Gesicht an ihre Brust und atmete den heißen Duft ihrer Haut ein. Ihr Geruch entfachte ein Feuer in meinem Körper, das ich kaum zügeln konnte. Mein Schwanz wurde schmerzlich hart, und ich knurrte warnend, als sie sich herumwand und mit den Beinen nach mir trat. Ich presste meine Lippen an die Wölbung ihrer Brust unter ihrem weichen Hemd, und sie erstarrte.

„Was machen Sie da? Lassen Sie mich runter!“

Nur ungern zog ich mich aus den weichen Rundungen hervor und zwang mich dazu, den Kopf zu heben. Ich ignorierte ihre Proteste und setzte mich in Richtung des Treffpunktes in einem nahegelegenen Park in Bewegung, den Ander und ich vereinbart hatten. Wir hatten Aufseherin Egaras Fahrzeug dort abgestellt. Nach unserer Ankunft im Transportzentrum hatte uns die Aufseherin geholfen, Kleidung zu erwerben und primitive Kommunikationsgeräte, die die Menschen als Mobiltelefon bezeichneten. Meines steckte in der Tasche meiner Jacke, wo es nun surrte.

Ich tippte an das eigenartige Gerät in meinem Ohr, das die Aufseherin für jeden von uns programmiert hatte, und wartete auf den veränderten Klang, der bedeutete, dass das Kommunikationsgerät aktiv war.

„Sprich.“

Anders Stimme war klar und deutlich. „Zwei Hive-Späher befanden sich in der Behausung des Menschenmannes. Ich habe beide getötet.“

„Gut. Mir ist einer zu Fuß begegnet, aber ich konnte ihn nicht verfolgen.“

„Er wird hierher zu den anderen zurückkehren. Ich werde auf seine Ankunft warten und ihn zu seinem Schiff verfolgen.“ Anders tiefe Stimme wurde in der ruhigen Umgebung deutlich übertragen, und meine Gefährtin hatte zu zappeln aufgehört, um unserer Unterhaltung zu lauschen.

„Gut. Finde sein Schiff und sorge dafür, dass er tot ist. Nimm seinen Kernprozessor an dich. Ich will wissen, was sie auf der Erde zu suchen hatten.“

„Ich werde ihn in Stücke reißen, so wie die anderen.“

Ich beneidete die selbstzufriedene Genugtuung in Anders Stimme. Er hatte die überwältigende Befriedigung verspüren dürfen, den Körper eines Spähers in Stücke zu reißen. Ich wolle diese Erfüllung, begehrte sie. Nichts anderes als die völlige Vernichtung eines Feindes würde den Kampfrausch stillen, der mir durch die Adern lief.

Außer vielleicht, es wie ein wildes Biest mit einer willigen Frau zu treiben, mir den Zorn aus dem Körper zu ficken, meinen Schwanz heftig in eine nasse, gierige Pussy zu stoßen...

Meine Gefährtin zappelte und holte tief Luft, und ich blickte auf sie hinunter. Die Gedanken ans Ficken wichen meinem Erstaunen, als sie sagte: „Verbrennt die Körper. Sie müssen zerstört werden. Ihr Schiff auch.“

Meine Augen weiteten sich bei ihren Worten.

„Warum?“ Einen Hive-Körper zu zerstören, war ein langer, mühevoller Prozess. Ihre Metallteile brauchten ohne die notwendigen Verbrennungsöfen oft Stunden, um zu schmelzen. Das Schiff war weniger ein Problem. Wenn es keine Selbstzerstörungs-Vorrichtung hatte, würden wir das Schiff einfach auf Kollisionskurs mit dem Stern der Erde in den Himmel schicken, wo es augenblicklich verbrennen würde. Wenn das Hive-Schiff in der Nähe war, könnten wir die toten Körper an Bord laden und sie alle im Sonnenfeuer entsorgen.

„Damit mein Volk nicht an ihre Technologie gerät. Unsere Wissenschaftler sind klug. Sie können alles rückentwickeln. Diese Dinger müssen vollständig zerstört werden.“

Ich seufzte resigniert und beschloss, auf die Einschätzung meiner Gefährtin zu vertrauen. Die Erde war ein neues Mitglied in der Koalition und galt noch als primitiver Planet. Ihnen war noch kein vollständiger Zugriff auf die Waffen und Technologien der Koalition gewährt worden. Meine Anwesenheit auf der Erde verletzte sogar eine Übereinkunft innerhalb der Koalition zum Schutz der Erde vor dem Hive. Die Erde war als Reiseziel verboten, solange Koalitionspolitiker und Wissenschaftler noch mit den Regierungen der Erde zusammenarbeiteten, um alle Grundlagen zu schaffen. Menschen kamen nicht gut mit der Erkenntnis zurecht, dass sie nur eine kleine, unbedeutende Welt unter mehr als zweihuntert Planetensystemen waren. Die Menschheit war klein, und doch stritten sie noch untereinander, schätzten ihre Frauen gering und hatten keinen Respekt vor ihrem Planeten.

„Du hast recht, Jessica Smith. Den Menschen ist nicht zu trauen.“ Es wäre gefährlich, den menschlichen Regierungen Zugriff auf Hive-Technologie zu gewähren. Die Menschen konnten trotz der Bedrohung, die der Hive darstellte, nicht einmal davon abgehalten werden, sich gegenseitig umzubringen. Sie waren nicht bereit für noch mehr Macht.

Ich drückte auf einen Knopf an meinem Hemd.

„Ich habe den Kanal geöffnet, damit Jessica dich hören kann, Ander. Wie sie sagte, lade die Toten auf ihr Schiff und schicke es in ihren Stern. Lasse nichts für ihre Wissenschaftler zurück.“

Anders Stimme ertönte durch den kleinen Lautsprecher, der in mein Hemd eingearbeitet war. „Wer ist diese Frau, die Kriegern von Prillon Befehle erteilt?“

Jessica keuchte über Anders Frage entrüstet auf, aber das war nichts im Vergleich zu dem Schock, den ihr meine Worte gleich bringen würden.

„Unsere Gefährtin.“

Anders Schweigen dauerte nur wenige Sekunden lang an, aber Jessicas Puls, der sich gerade erst langsam beruhigt hatte, raste erneut los, als er sie nun direkt ansprach. „Ich grüße dich, Gefährtin. Ich bin Ander, dein sekundärer Gefährte. Es ist meine Pflicht und mein Privileg, deine Feinde zu zerstören. Dann werde ich zu euch kommen. Deine Lust ist die einzige Belohnung, die ich dafür wünsche, ihnen die Köpfe von den Schultern zu reißen.“

Wann war mein Sekundär denn zu einem Dichter geworden?

Ich sah Jessica an, um ihre Reaktion auf Anders feierliches Versprechen einzuschätzen. Ihr Gesicht war eine Maske der Verwirrung.

Eine Gruppe Hive-Killer hatte versucht, sie zu ermorden. Nun hielt ich sie in den Armen—und sah um nichts weniger furchterregend aus als die Hive-Kreaturen—und erzählte ihr, dass sie unsere Gefährtin war. Ander wollte ihre Feinde töten und sprach davon, dass es seine Belohnung sein würde, ihren Körper zu berühren und ihr Lust zu bereiten. Das war ganz schön viel zu verdauen, selbst für eine Prillon-Frau. Aber für eine Erdenfrau? Ich war überrascht, dass sie noch nicht in Ohnmacht gefallen war.

Seine Worte hatten eine sichtliche Wirkung auf sie gehabt, aber nicht so, wie ich es erwartet hatte. Ich konnte ihre Erregung so deutlich riechen wie das Blut von ihren Verwundungen. Der Duft ihrer feuchten Pussy war wie eine Droge für mich, die direkt in meinen harten Schwanz einfuhr. Wenn sie nicht verletzt gewesen wäre, hätte ich sie auf der Stelle genommen. Sie auf der Stelle zu meinem Eigentum gemacht.

Sie biss sich auf die Lippe, und ich sehnte mich danach, sie zu schmecken. Mit großer Anstrengung bemühte ich mich, mich auf ihre Worte zu konzentrieren, als sie sprach.

„Ich verstehe nicht, was gerade passiert.“

Ja, wie ich erwartet hatte.

Sie runzelte die Stirn, und ihre Augenbrauen zogen sich noch enger zu einer entzückenden Linie zusammen, die ich schon auf Lady Destons Gesicht bemerkt hatte, wenn sie mit ihren Gefährten diskutierte. Ich wollte mich vorbeugen und die Falte zwischen ihren Augenbrauen mit meinen Lippen nachzeichnen, aber ich hielt still. Sie betrachtete mich noch etwas energischer.

„Sie sehen aus wie diese Ungeheuer. Wer seid ihr Leute? Warum haben die Clyde umgebracht? Was ist der Core? Und was meinte Ihr Freund damit, ein sekundärer Gefährte zu sein? Was zum Teufel soll das sein? Dann dieses eigenartige Versprechen, meine Feinde zu töten. Ich kenne keinen einzigen Außerirdischen, und ich habe schon gar keine Feinde. Und seine Belohnung? Ich kenne ihn nicht einmal, also warum spricht er davon, mir Lust zu bereiten und...“

Ihre Stimme wurde leiser, als sie mich wieder anblickte.

„...zu ficken?“ Ich nahm an, dass sie meine Begierde, sie zu ficken, in meinen Augen gelesen hatte, denn ich hielt nichts vor ihr zurück. Sie musste von Anfang an sehen können, wie stark wir verbunden waren, mit welch brennendem Drang ich sie begehrte. Es war eigentlich faszinierend, das Zuordnungs-Programm, denn ich hatte nicht den geringsten Zweifel daran, dass sie meine Gefährtin war. Ich spürte es, sobald ich sie sah. Es wurde dadurch bestätigt, wie sie sich in meinen Armen anfühlte. Unsere Verbindung würde erst vollständig sein, wenn die Vereinigungszeremonie stattgefunden hatte. Ich brauchte aber keinen Kragen um meinen Hals, der mich psychisch mit ihr verband, um zu wissen, dass wir verbunden waren; dazu bestimmt, zusammen zu sein. Ich wusste es einfach, und das war wahrlich unglaublich.

Ihr Götter, ich wollte meinen Schwanz in ihrem Körper versenken und sie zum Schreien bringen. Ich wollte zusehen, wie ihre Brüste wippten und bebten. Ich wollte sie absolut besinnungslos sehen, währen ich sie wieder und wieder zum Kommen brachte. Ich wollte, dass ihre Pussy tropfnass war, meine Zunge tief in ihr vergraben, und meine Finger ihren Hintern erkundeten, während ich sie zum Wimmern und Betteln brachte und dazu, sich mir hinzugeben.

„Ja, zu ficken. Das auch.“

Ich hatte ganz auf Ander am anderen Ende der Leitung vergessen, bis ihre leise Antwort ihn vor Lust knurren ließ. Ihre Augen wurden groß, aber Ander fing sich schnell wieder und sprach mit knapper Stimme ins Mikrofon.

„Hol das Fahrzeug und versorge unsere Gefährtin. Ich werden die Bedrohung beseitigen und treffe euch bei der Transporteinrichtung.“

Er trennte die Verbindung, und ich befahl meinem Schwanz, ruhig zu bleiben. Meine Gefährtin war in meinen Armen, und sie blutete. Ich würde sie später in ihre neue Rolle einweisen, nachdem ich ihre Wunden versorgt hatte und wenn ich ihre Lektionen mit Lust ausbalancieren konnte.

Ander war eine weise Wahl als mein Sekundär gewesen. Er war furchtlos und kräftig, und ich wusste, dass er dank seiner Hingabe zu Jessica bei der Entsorgung ihrer Feine äußerst gründlich sein würde. Ich konnte mich darauf verlassen, dass er sowohl die toten Hive-Kreaturen als auch ihr Schiff vernichten würde. Wir konnten es nicht riskieren, ihr Gefährt selbst an uns zu nehmen, denn die Programmierung war so fortgeschritten, dass wir sie nicht überschreiben konnten, und wir würden wieder in der Gewalt des Hive landen.

Nie wieder. Ich würde lieber sterben, als mich auch nur von einem Mitglied ihrer Rasse noch einmal anfassen zu lassen.

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Дата выхода на Литрес:
11 ноября 2025
Объем:
235 стр. 10 иллюстраций
ISBN:
9783969693971
Издатель:
Правообладатель:
Bookwire
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