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Eleonore Michaele Hild

Klaus Herkommer

BUDDHA KOCHT

Heilkunst vom Dach der Welt


Hinweis: Das vorliegende Buch wurde sorgfältig erarbeitet. Dennoch erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Die Autoren und der Verlag können für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den im Buch vorgestellten Informationen resultieren, keine Haftung übernehmen.

1. Auflage 2020

© 2015 Hild & Herkommer GbR, Reutlingen

© 2019 Windpferd Verlagsgesellschaft mbH, Aitrang

Alle Rechte vorbehalten

Kein Teil des Buches darf in irgendeiner Form oder zu irgendeinem Zweck elektronisch oder mechanisch, einschließlich Fotokopie, Recording und Wiederherstellung ohne schriftliche Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.

Buchcovergestaltung: Stephan Böhme, Klang & Bilder Welten

Grafisches Konzept: www.alpsee-design.de

Meike Herzog, Bożena Sudnikiewicz

Lektorat & Webdesign:

Gerti Schadwinkel, Eveline Mollenkopf, Desiree und Maik Reder

eISBN 978-3-86410-245-5

www.windpferd.de

Inhalt

Vorwort

Kapitel 1 Die Ziele der Tibetischen Medizin

Kapitel 2 Einführung in die Traditionelle Tibetische Medizin

Übersicht über das ganzheitliche Heilsystem

5 Elemente und 3 Energien

Energiebahnen und 5 Chakras

3 Störgefühle & 3 Grundtypen & 7 Konstitutionen

Kapitel 3 Welcher Konstitutionstyp bin ich?

Auswertung

Die Wind-Konstitution

Die Galle-Konstitution

Die Schleim-Konstitution

Die Wind-Galle-Konstitution

Die Wind-Schleim-Konstitution

Die Galle-Schleim-Konstitution

Die Wind-Galle-Schleim-Konstitution

Kapitel 4 Der Verdauungsvorgang

Kapitel 5 Der Einfluss der Nahrungsmittel

Der Geschmack der Nahrungsmittel

Die Qualitäten der Nahrungsmittel

Kapitel 6 Ernährung für die verschiedenen Konstitutionen

Ernährung für die Wind-Konstitution

Ernährung für die Galle-Konstitution

Ernährung für die Schleim-Konstitution

Ernährung für gemischte Konstitutionen

Kapitel 7 Allgemeines zur Ernährung

Das Kochen

Die Bedeutung von Öl bei der Ernährung

Ghee

Kapitel 8 Die Verwendung von Gewürzen

Kapitel 9 · Rezepte

Rezepte für Wind

Suppen

Hauptgerichte

Frühstück

Desserts

Getränke

Rezepte für Galle

Suppen

Hauptgerichte

Frühstück

Desserts

Getränke

Rezepte für Schleim

Suppen

Hauptgerichte

Frühstück

Desserts

Getränke

Anhang

Nahrungsmittelliste der Tibetischen Medizin

Geschichte der Tibetischen Medizin

Tibetische Kräuterrezepturen der Padma AG

Eleonore Hild

Klaus Herkommer – Praxis für Tibetische Medizin

Rezeptregister

Danksagung, Bildnachweis

Die Heilkunst vom Dach der Welt


Vorwort

„Wenn der Eisenvogel fliegt und die Reitpferde auf Rädern rollen, wird der Mann aus dem Schneeland (Tibet) seine Heimat verlassen müssen und die buddhistische Lehre wird die Länder des rotwangigen Mannes erreichen.“

Diese Prophezeiung stammt von dem Tibetischen Meister und Arzt Guru Rinpoche (Padmasambhava) Ende des 8. Jahrhunderts. Sie bedeutet, dass wenn die Flugzeuge am Himmel fliegen und die Eisenbahn übers Land fährt, der Buddhismus sich von Tibet aus über die ganze Welt und vor allem im Westen ausbreiten wird.

Aber nicht nur der Tibetische Buddhismus, sondern damit auch die Tibetische Medizin werden seit den 1950er Jahren im Westen immer bekannter. Was können uns der Buddhismus und die Tibetische Medizin bieten?

Der Tibetische Buddhismus kann uns Einsicht in unseren Geist vermitteln und zur Entfaltung unserer höchsten Qualitäten und zu einem Zustand von dauerhaftem, unbedingtem Glück führen!

Die Traditionelle Tibetische Medizin ist eine ganzheitliche, energetische Medizin, welche körperliche, psychische und geistige Gesundheit, ein langes Leben, Wohlbefinden, Glück und Zufriedenheit zum Ziel hat.

„Ich denke, dass die Tibetische Medizin entscheidend dazu beiträgt, einen gesunden Geist und einen gesunden Körper zu erhalten“, sagt der Dalai Lama.

Die mehrere tausend Jahre alte Traditionelle Tibetische Medizin wurde ursprünglich von Buddha Shakyamuni ca. 500 v. Chr. gelehrt. Das sogenannte „Wissen vom Heilen“ ist ein riesiger Schatz voller Weisheit. Sie ist ein komplettes, ganzheitliches Heilsystem.

Die Vorbeugung vor Krankheiten ist dabei mindestens genauso wichtig wie die Behandlung von Krankheiten.

Neben vielen anderen Methoden wie Tibetischem Yoga, Tibetischer Massage, Meditation und richtiger Lebensführung spielt die typgerechte richtige Ernährung die zentrale Rolle in der Tibetischen Medizin.

Im Westen gibt es so viele unterschiedliche Ernährungskonzepte und jedes behauptet natürlich von sich, das Richtige zu sein. Die Ernährung nach Tibetischer Medizin hat jedoch eine ganz andere Herangehensweise. Hier gibt es nicht ein Ernährungskonzept, welches für jeden passen muss, sondern zuerst werden verschiedene Menschentypen untersucht und dann für diese unterschiedliche Typen die individuell am besten passende Nahrung zusammengestellt.

Dieses faszinierende, durch und durch logische und vor allem direkt am eigenen Körper nachvollziehbare Ernährungssystem soll durch dieses Buch vorgestellt, erklärt und verbreitet werden. Möge es zum Nutzen möglichst vieler Menschen sein und ihre Gesundheit erhalten und verbessern!

Die traditionelle Vorgehensweise eines Tibetischen Arztes war bisher so, dass dem Patienten nach der gründlichen Untersuchung ein paar Ernährungstipps gegeben wurden, meist in Form einer kleinen individuellen Liste mit Nahrungsmitteln, welche besonders vorteilhaft und welche zu vermeiden sind. Unsere praktische Erfahrung in unserer Arbeit mit den Patienten hat nun gezeigt, dass dies bei uns im Westen meist nicht ausreichend ist. Wir wollen alles verstehen, nachvollziehen und brauchen auch viel mehr praktische Anregungen, wie wir die Ernährung nach Tibetischer Medizin in unserem Alltag umsetzen können.



Daher ist nun dieses praktische Kochbuch entstanden, welches zum einen sämtliche wichtigen Grundlagen zur Ernährung nach Tibetischer Medizin erklärt und zum anderen viele leckere wohlschmeckende Rezepte aus aller Welt für verschiedene Menschentypen als Einstieg in gesundes Kochen nach Tibetischer Medizin liefert. Jeder der 3 Haupttypen kann sich mit Hilfe dieses Kochbuches ein für ihn gesundes Frühstück, einige Suppen, viele leckere Hauptspeisen sowie feine Desserts kochen. Dadurch versteht man sehr bald die Grundprinzipien, fühlt, schmeckt und spürt am eigenen Körper, wie das richtige Essen den Körper und Geist ins Gleichgewicht bringt und stärkt. Dieses Grundverständnis und die ausführlichen Nahrungsmittellisten mit Beschreibungen der Qualitäten der Nahrungsmittel führen schließlich dazu, dass man selbstständig sein Repertoire an Speisen erweitern kann und bekannte Speisen einfach anpassen kann.

Dieses Buch ist echte Pionierarbeit. Grundlage waren ein paar wenige Bücher oder Kapitel über Ernährung nach Tibetischer Medizin, insbesondere die direkten Belehrungen unseres Lehrers und Tibetischen Arztes Prof. Dr. Arya Pasang, sowie vor allem die eigene praktische Auseinandersetzung mit dem Thema.

Alle Rezepte wurden selbst gekocht und selbst gegessen. Die Nahrungsmittelliste wurde in akribischer Kleinarbeit zusammengestellt. Es ist die ausführlichste Liste, die es derzeit gibt! Ergänzungen und Verbesserungen werden sicherlich in den nächsten Jahren noch folgen.

Grundsätzlich werden in der Tibetischen Medizin alle Nahrungsmittel aufgrund ihres Geschmackes, ihrer Qualitäten, ihrer energetischen Wirkung und nach der Zusammensetzung der Elemente untersucht.

Alle Menschen sind unterschiedlich, daher kann man die Menschen vereinfachend in 7 Konstitutionstypen einteilen. Jeder dieser Typen braucht eine etwas unterschiedliche Nahrung, um gesund und vital zu bleiben bzw. wieder gesund zu werden. Die Ernährung muss also typgemäß nach Geschmack und Qualität, nach Energien und Elementen ausgesucht werden.


Ist jemand ein „kalter, unruhiger“, sogenannter WIND-TYP, so braucht er vor allem warme und schwere Nahrung, wie eine heiße Fleischsuppe. Er sollte aber Rohkost vermeiden.

Ist jemand ein „warmer“, sogenannter GALLE-TYP, so benötigt er insbesondere kühlende und milde Nahrung. Hier wären z.B. Rohkost und vor allem Bittersalate anzuraten, da diese die Körperenergien abkühlt.

Man kann also hier schon sehen, dass nach Tibetischer Medizin Rohkost für den einen schädlich sein kann, während sie für den anderen sehr gesund ist. Dieses Buch soll daher durch die richtige Ernährung den Menschen helfen, gesund zu bleiben und bei Krankheiten die Therapie unterstützen.

Darüber hinaus bietet es Hilfe, seinen eigenen Konstitutionstyp und den der Mitmenschen zu erkennen. Neben der richtigen Ernährung erhält man dadurch Hinweise auf geschicktes Verhalten, seine Qualitäten und Neigungen, seine Schwachstellen und Charakteristika und erhält praktische Lebenshilfe für jeden Tag.

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen, Lernen, Kochen, Essen und Ausprobieren. Bleiben Sie gesund!


Eleonore Michaele Hild & Klaus Herkommer



Kapitel 1
Die Ziele der Tibetischen Medizin

Die aufeinander aufbauenden Ziele der Tibetischen Medizin werden folgendermaßen beschrieben: (2 Blüten und 3 Früchte)


1. Ziel: Gesundheit

Durch richtige Ernährung und Verhalten ist man stark und gesund und kann dadurch körperliche und geistige Arbeit, Ausbildung, Kunst und Sport ausüben.

2. Ziel: Langes Leben

Ziel dabei ist es, ein langes Leben mit einem klaren Verstand und Geist zu erreichen. Durch Gesundheit und ein langes Leben lassen sich drei weitere Ziele erreichen:

3. Ziel: Spirituelle Entwicklung

… ist dadurch leichter möglich.

4. Ziel: Materieller und geistiger Wohlstand

…und ein freudvolles Leben sind dadurch einfacher zu erreichen.

5. Ziel: Erleuchtung

Die Frucht der Früchte, das letztendliche Ziel, ist dauerhaftes Glück.

Wir können also sehen, dass die Gesundheit und ein langes Leben eine hervorragende Basis für spirituelle Entwicklung, materiellen und geistigen Wohlstand darstellen, um schließlich das letztendliche Ziel, die Erleuchtung, leichter zu erreichen.

Daher beschäftigt sich die Tibetische Medizin mit allen verschiedenen Ebenen des Menschseins, da sich Körper, Psyche und Geist gegenseitig beeinflussen.



Baum der Gesundheit und Krankheit

Kapitel 2
Einführung in die Traditionelle Tibetische Medizin


Die Traditionelle Tibetische Medizin, und die Buddhistische Lehre enthalten einzigartiges, tiefgründigstes Wissen über den Menschen, dessen Entstehung, Funktionsweise, den Zusammenhang von Körper und Geist, über Gesundheit und Krankheit, die Elemente und Energien und vieles mehr. Wir möchten in diesem Buch auch Einblicke in diese Zusammenhänge geben, da sie das Rückgrat der Tibetischen Medizin bilden.

Übersicht über das ganzheitliche Heilsystem der Tibetischen Medizin

Die Tibetische Medizin („Das Wissen vom Heilen“) ist auf die ganzheitliche Gesundheit des Menschen ausgerichtet. Dies geschieht durch die individuelle Harmonisierung von Energien, Körper, Emotionen und Geist.

Ein Ungleichgewicht der Energien wird mittels Puls, Urin, Zunge und Befragung diagnostiziert.

Die individuelle Wiederherstellung und Erhaltung des Gleichgewichts erfolgt auf verschiedenen Ebenen durch die typgerechte Ernährung, Lebensführung (Coaching), spezielle Heilkräutermischungen, Massage, Moxibustion, Goldene Nadel, Schröpfen, Reinigungen, Tibetisches Yoga sowie Mantras und Meditation. Ziel ist es, ein gesundes, langes, glückliches, reiches und nutzbringendes Leben zu führen.

Die 5 Elemente und die 3 Energien

Aus Sicht der TTM verbindet sich der Geist (Erleber) bei der Empfängnis mit einem Körper. Dabei verbindet sich unser Bewusstsein mit dem Ei der Mutter und damit mit der weiblichen Energie, sowie mit dem Samen des Vaters und damit mit der männlichen Energie.

Insbesondere unser Karma (die gespeicherten Eindrücke aus den letzten Leben) bestimmt über die jetzige Körperkonstitution, die Eltern, die Lebensumstände, das Glück und über die jetzigen geistigen Tendenzen. So kann es z.B. sein, dass man mit einem gesunden oder kranken Körper auf die Welt kommt, oder dass man ganz friedlich und fröhlich oder ganz ängstlich und unruhig ist.

Unser Körper besteht aus 5 Elementen und wird von 3 Energien reguliert.

Die 5 Elemente, aus denen alles zusammengesetzt ist, sind: Raum, Luft, Feuer, Wasser, Erde.


EINE GANZHEITLICHE INDIVIDUELLE ENERGETISCHE MEDIZIN

Schwerpunkt und Grundlage jeder Therapie in der Tibetischen Medizin ist die richtige, typgerechte Ernährung.

Das Raum-Element (entsteht aus Unwissenheit) ist das Element, welches alles beinhaltet und die Hohlräume und Öffnungen bildet. Das Erd-Element (entsteht aus Stolz) bildet dann alles Feste, also Knochen, Muskeln, Fett usw. Das Wasser-Element (entsteht aus Eifersucht) bildet alles Flüssige, wie Blut, Lymphe und Liquor. Das Feuer-Element (entsteht aus Zorn) ist für die Körperwärme zuständig und das Luft-Element (entsteht aus Anhaftung) für die Bewegung und die Verbindungen im Körper.

Die 3 Energien, welche unseren Körper, Geist und unsere Psyche regulieren, werden Wind, Galle und Schleim genannt:

Die Wind-Energie besteht aus dem Luft-Element und sorgt für die Bewegung im Körper, für das Nervensystem und die Psyche. Die Galle-Energie besteht aus dem Feuer-Element und sorgt für die Körperwärme und das Blut. Die Schleim-Energie besteht aus den Elementen Erde und Wasser und sorgt für die Körpersubstanz, für Knochen, Fett und Muskeln und fürs Lymphsystem. Jede dieser Energien besteht wiederum aus jeweils 5 weiteren (Unter-) Energien, welche für das Funktionieren unseres Körpers und unserer Psyche sorgen.

5 Wind-Energien

Lebenserhaltender Wind:

Für die Sinne und das Gedächtnis, Klarheit, Lebensenergie

Aufsteigender Wind:

Für Brust und Hals, Sprache und Gedächtnis

Alles durchdringender Wind:

Fürs Herz, innere Ruhe und Muskelbewegungen

Feuergleicher Wind:

Für die Verdauung

Absteigender Wind:

Reguliert Stuhlgang und Wasserlassen

5 Galle-Energien

Verdauende Galle:

Trennt die Nahrung, Verdauung

Farbenregulierende Galle:

Für die Blutbestandteile, Farbe der Körpergewebe

Verwirklichende Galle:

Fördert Intellekt und Entschlusskraft

Sehendmachende Galle:

Für die Sehfähigkeit

Hauttönende Galle:

Beeinflusst die Hautfarbe und Ausstrahlung

5 Schleim-Energien

Unterstützender Schleim:

Reguliert die Körperflüssigkeiten und Atmung

Zersetzender Schleim:

Verdauung, mischt die Nahrung

Erfahrender Schleim:

Zur Erfahrung der Geschmacksrichtungen

Zufriedenstellender Schleim:

Stellt die Sinne zufrieden

Verbindender Schleim:

Für die Beweglichkeit der Gelenke

Diese 3 Haupt- und 5 Unterenergien sowie die 5 Elemente regulieren unseren Körper, unsere Psyche und beeinflussen unseren Geist.

Energiebahnen und 5 Chakren

Ebenso bestimmen sie den Zustand der 7 Körperbestandteile des Menschen: Nahrungsessenz, Blut, Muskeln, Fett, Knochen, Knochenmark, reproduktive Flüssigkeiten.

Schließlich beeinflussen sie auch noch die 3 Körperhauptausscheidungen Harn, Stuhl und Schweiß.


Energiebahnen und 5 Chakras

Gesundheit bedeutet in der Tibetischen Medizin, dass unsere Energien, die Körperbestandteile und die Ausscheidungen im Gleichgewicht sind.

Ist dieses Gleichgewicht jedoch gestört, so führt dies zu Krankheit und zu Symptomen als Ausdruck dieses Ungleichgewichtes.

Die 3 Hauptstörgefühle, die 3 Grundtypen und die 7 Konstitutionstypen

Da wir aus Gewohnheit eine dualistische Wahrnehmung von einem ICH und der Äußeren WELT haben, nehmen wir alles durch 3 sogenannte Störgefühle wahr.

Entweder wir wollen Angenehmes haben, was Anhaftung genannt wird. Oder wir wollen Unangenehmes vermeiden, was Abneigung genannt wird. Oder wir haben einen gleichgültigen Geisteszustand, welcher Dumpfheit genannt wird.

Diese drei Störgefühle sind die ursprünglichen Ursachen für die 3 Energien, welche unsere Körpervorgänge regulieren.

Anhaftung führt zur Wind-Energie, Abneigung zur Galle-Energie und Dumpfheit zur Schleim-Energie.

Man unterscheidet in der Traditionellen Tibetischen Medizin (TTM) insgesamt 7 Konstitutionstypen, denn diese 3 Energien sind bei verschiedenen Menschen unterschiedlich verteilt.

Es gibt zum einen die 3 Einzeltypen, dabei ist entweder die Wind-, Galle- oder Schleim-Energie besonders stark ausgeprägt und die jeweils anderen beiden Energien sehr schwach ausgeprägt.

Wind-Typ

Galle-Typ

Schleim-Typ

Zum andern gibt es die 3 Kombinationstypen. Dabei sind jeweils 2 Energien recht stark und eine Energie relativ schwach ausgeprägt.

Wind-Galle-Typ

Wind-Schleim-Typ

Galle-Schleim-Typ

Schließlich gibt es noch den ausgeglichenen Typ. Alle 3 Energien sind dabei gleichmäßig ausgeprägt.

Wind-Galle-Schleim-Typ

Die Verteilung der Energien und Elemente hängt mit den geistigen Tendenzen zusammen:

Ist Anhaftung sehr stark ausgeprägt, bekommen wir einen Körper mit viel Wind-Energie, es dominiert also das Luft-Element. Wir sind dann ein Wind-Typ.

Ist Zorn besonders ausgeprägt, so bekommen wir einen Körper mit viel Galle-Energie, es dominiert das Feuer-Element. Wir sind dann ein Galle-Typ.

Sind Gleichgültigkeit und Dumpfheit besonders stark, so bekommen wir einen Körper mit mehr Schleim-Energie. Dabei dominieren die Elemente Erde und Wasser. Wir sind dann ein sogenannter Schleim-Typ.

Dementsprechend verhält es sich bei den Mischtypen.

Die Konstitution bleibt normalerweise für das ganze Leben dieselbe. Je nach Konstitutionstyp zeigen sich daher bestimmte geistige Tendenzen und Emotionen, bestimmte Qualitäten und Fähigkeiten, bestimmte Neigungen und ein Körper mit bestimmtem Aussehen und Eigenschaften sowie Stärken und Schwachstellen.

Um gesund zu bleiben, ist es zumeist wichtig, dass die Energien, welche durch die Konstitution sowieso schon stark ausgeprägt sind, nicht zu stark werden.

Nehmen wir exemplarisch die Wind-Konstitution. Der „kalte, leichte und unruhige“ Wind-Typ sollte z. B. vor Kälte und Unruhe bewahrt werden und stattdessen auf Wärme, Schwere und Ruhe achten, um nicht aus dem Gleichgewicht zu kommen. Neben einigen anderen Bedingungen, wie dem Verhalten und dem Klima, spielt die Ernährung für dieses Gleichgewicht eine zentrale, grundlegende Rolle. Prinzipiell sollte die Ernährung für den Wind-Typ warm und schwer, sowie süß, sauer und salzig sein.

(Näheres ist im Kapitel 5 zu den Geschmäckern und Qualitäten der Nahrungsmittel für die verschiedenen Typen beschrieben.) Diese Art der Ernährung balanciert die Wind-Energie aus.

Bei falscher Ernährung kann dieses Gleichgewicht gestört werden und es kann zu Symptomen wie Unruhe, Angst, Schlaflosigkeit, Konzentrationsproblemen, Schwindel, Herzrasen, Tinnitus, Nervenproblemen, Neurodermitis, Blähungen, Verstopfung und vielem mehr führen.

Dies ist für jeden der 7 Konstitutionstypen unterschiedlich. Daher ist es zunächst elementar wichtig, seinen Konstitutionstyp zu bestimmen, um dann die richtige Ernährung herausfinden zu können. Um das Ernährungskonzept einfach zu halten und leichter verstehen zu können, wurde in diesem Buch der Schwerpunkt auf die 3 Einzeltypen gelegt, die im folgenden Kapitel ausführlich dargestellt werden. Die anderen 4 Typen werden etwas kürzer beschrieben.

Kapitel 3
Welcher Konstitutionstyp bin ich?


1.Wie sind der Charakter und das Temperament Ihrer Mutter?

a Nervös, aufgeregt, ängstlich, lebhaft

b Ungeduldig, aggressiv, organisiert

c Ruhig, friedlich, gemütlich

2.Wie sind der Charakter und das Temperament Ihres Vaters?

a Nervös, aufgeregt, ängstlich, lebhaft

b Ungeduldig, aggressiv, organisiert

c Ruhig, friedlich, gemütlich

3.Welche Verdauungsbeschwerden haben Sie am ehesten?

a Blähungen, Verstopfung

b Übersäuerung, Durchfall

c Schlechte Verdauung, langsame Verdauung

4.Wann treten Beschwerden hauptsächlich auf?

a Wenn der Magen leer ist

b Während der Verdauung (1/2 Stunde nach dem Essen)

c Gleich nach dem Essen

5.Welchen Geschmack mögen Sie am liebsten?

a Scharf und stark gewürzt

b Bitter und süß

c Süß und salzig

6.Welche Bedingungen verbessern Ihre Symptome?

a Wärme, Ruhe, Entspannung, angenehme Menschen

b Kühle, kalte Getränke

c Wärme, Bewegung, scharfes Essen

7.Welches Essen vertragen Sie nicht oder verursacht Probleme?

a Kaffee, grüner Paprika, Bohnen

b Milch, Knoblauch, Alkohol, Glutamat, fettiges Essen

c Kohlenhydrate, Gurke, Rohkost

8.Welche Organe oder Körperteile sind schwach oder empfindlich und neigen zu Problemen?

a Herz, Dickdarm, Haut, Brust, linke Schulter

b Leber, Augen, Gallenblase, Dünndarm, Zahnfleisch, rechte Schulter, Kopfweh

c Niere, Blase, Milz, Magen, Schmerzen im unteren Rücken, schwere Beine

9.Welche Sinnesorgane neigen zu Problemen?

a Ohren, Zunge, Haut, Heiserkeit

b Augen, Haut, innerer Hals, Halsentzündung

c Nase, Lippen, Schnupfen

10.Wie ist Ihre Körpertemperatur?

a Kalt

b Heiß

c Kalt und feucht

11.Wie ist Ihr Körperbau?

a Dünn, hager und klein oder dünn, hager und groß

b Mittlerer, muskulöser Körperbau mit breiten Schultern

c Neigung zu Übergewicht und breiten Hüfen

12.Wie ist die Haut und das Haar?

a Dunkle oder graue Haare, gesplittet, trockene und raue Haut

b Fettiges Haar, rote und lockige Haare; fettige und dunkle Haut

c Starke und glatte Haare, schwarz; feuchte und weiche, helle Haut

13.Welches Klima macht Ihnen Probleme?

a Kalter Wind

b Hitze

c Feuchtes und feuchtkaltes Klima

14.Wie ist es mit Schweiß?

a Selten, wenig und nicht riechender Schweiß

b Oft und leichtes Schwitzen mit starkem Geruch

c Manchmal und eher feucht-kalter Schweiß

15.Wie ist Ihr Schlaf?

a Kurzer Schlaf, Schlafstörungen, Schlaflosigkeit

b Schläfrig am Tag und weniger in der Nacht

c Tiefer und langer Schlaf, Aufstehen fällt schwer

16.Wie ist es mit Träumen?

a Viele Alpträume; vom Fliegen; blaue und schwarze Farben

b Selten Träume; von Feuer und Gewalt; rote oder gelbe Farben

c Fast nie Träume; von Wasser, vom Fallen und Hinuntergehen; grüne Farben

17.Was für ein Gefühlsmensch/Typ sind Sie?

a Emotional, sentimental, nervös, unruhig, ängstlich, sensitiv

b Aggressiv, ungeduldig, Furcht, impulsiv, stark

c Depressiv, melancholisch, ruhig, friedvoll, gleichmütig

18.Welche psychologischen/physischen Probleme treten am ehesten auf?

a Überempfindlichkeit, Angst, Nervosität, Unruhe

b Kopfschmerzen, Durchfall, Fieber, Entzündung, Infektionen

c Verdauungsschwäche, Wassereinlagerungen, nichtentzündliche chronische Krankheiten, Schwäche

19.Wie ist Ihre Zunge?

a Rot und trocken

b Gelblich und stark belegt

c Blass, weißlich mit dickem Speichel

20.Wie ist Ihre Kommunikation?

a Tendenz viel zu reden, über sich, über Gefühle und Sorgen, was man gerne mag

b Ausdrucksstarke, genaue Sprache, kann gut argumentieren, kritisiert gerne, sieht genau die Fehler und Schwachstellen

c Redet eher wenig; ist tolerant und friedlich, guter Zuhörer

Auswertung umseitig

Auswertung

Zählen Sie bitte alle angekreuzten Antworten a, b und c jeweils zusammen!

a steht für Ihren Anteil an Wind-Energie, b für den Galle-Energie-Anteil und c für den Anteil an Schleim-Energie Ihrer Konstitution. Haben Sie von einer dieser Energien deutlich mehr als von den anderen beiden, dann sind Sie ein Einzeltyp (Beispielwerte):

Wind-Typ: 14 - 3 - 3

Galle-Typ: 3 - 14 - 3

Schleim-Typ: 3 - 3 - 14

Sind 2 Energien deutlich stärker und eine Energie schwach ausgeprägt, so sind Sie ein gemischter Typ (Beispielwerte):

Wind-Galle-Typ:9 - 9 - 2

Wind-Schleim-Typ:9 - 2 - 9

Galle-Schleim-Typ:2 - 9 - 9

Sind alle 3 Energien sehr gleichmäßig, dann haben Sie eine ausgeglichene Konstitution:

Wind-Galle-Schleim-Typ: 7 -7 - 6

Wie oben schon erwähnt, ist diese Konstitution für dieses Leben meist festgelegt. Die unterschiedlichen Konstitutionstypen zeigen bestimmte geistige Tendenzen und Emotionen, bestimmte Qualitäten und Fähigkeiten, bestimmte Neigungen und einen Körper mit bestimmtem Aussehen, Eigenschaften sowie Stärken und Schwachstellen und benötigen eine unterschiedliche Ernährung.

Die Konstitution sollte am besten von einem tibetischen Arzt durch eine gründliche Diagnose bestimmt werden.

Einen ausführlichen Typentest finden Sie auf www.padma-typentest.com





DIE WIND-KONSTITUTION(TIBETISCH: LUNG)

Die Wind-Energie reguliert insbesondere das Nervensystem, die Bewegungen und die Psyche.

Der Sitz der Wind-Energie ist im Beckenbereich.

Die Ursachen für die dominante Wind-Konstitution sind die Störgefühle Anhaftung und Begierde.

Das dazugehörige Element ist das Luft-Element.

Der Geist und die Psyche der Wind-dominanten Menschentypen haben folgende Eigenschaften:

Der Wind-Typ hat viele Ideen, Gedanken und ist kreativ. Er ist neugierig, am Leben sehr interessiert, möchte überall dabei sein und reist gerne. Geistig und körperlich ist er besonders beweglich und sensitiv. Dazu ist er äußerst kommunikativ und tauscht sich gerne mit seinen Mitmenschen aus, um seine Gedanken und Gefühle mitzuteilen.

Durch die starke Anhaftung neigt er dazu, zu viel zu machen, zu viele Dinge zu besitzen und er kann auch schlecht „Nein“ sagen. Seine Sensitivität lässt ihn Stimmungen, und was mit seinen Mitmenschen los ist, genau spüren. Er macht sich viele Gedanken und Sorgen über sich und andere.

Auch auf äußere Einflüsse zeigt sich seine Empfindlichkeit. Er kann z.B. leicht schreckhaft oder empfindlich auf den feinsten Luftzug sein.

Wenn die Wind-Energie zu stark wird, ist der Geist eher unruhig, instabil und neigt zu Ängstlichkeit. Er macht sich schnell Sorgen, es kann sogar zu Angst und Panik kommen.

Dann kann er keinen klaren Gedanken mehr fassen, wird sehr unruhig und kann nur schwer abschalten. Er verliert leicht seine Mitte und kann dann vergesslich, aufgeregt und ungeschickt sein. Er ist dann wie „durch den Wind“.


Der Körperbau ist in der Regel dünn und hager. Auch die Finger sind feingliedrig, lang und dünn. Sie haben eine relativ schwache Muskulatur. Daher erscheinen die Gelenke groß und hervortretend. Entweder sie sind sehr klein oder besonders groß, dabei aber immer hager. Die Haare sind dünn und trocken, ebenso neigt die Haut zu Trockenheit.

Das Herz, der Dickdarm, die Ohren, die Knochen und die Haut sind die Organe, welche von der Windenergie besonders leicht beeinflusst werden und die zur Schwäche neigen.

So neigen Windtypen zu Herzrhythmusstörungen, zu Blähungen und Verstopfung, zu Tinnitus, Osteoporose sowie zu trockener Haut und Neurodermitis.

Kälte, Wind und Unruhe verschlimmern alle Symptome.

Die Sprache ist auch auffallend. Grundsätzlich tragen sie das Herz auf der Zunge. Sie reden sehr viel, dabei oft besonders laut oder besonders leise.

Durch die allgemeine Unruhe ist auch der Schlaf unruhig. Oftmals fällt das Einschlafen durch den starken Gedankenandrang und durch die Ängste und Sorgen schwer. Wind-Typen haben nachts viele Alpträume, schlafen oberflächlich; sehr typisch ist das frühzeitige Erwachen in der Zeit zwischen 3 und 5 Uhr morgens.


DIE GALLE-KONSTITUTION(TIBETISCH: TRIPA)

Die Galle-Energie reguliert das Blutkreislaufsystem, die Körperwärme und das Blut.

Der Sitz der Galle-Energie ist in der Körpermitte auf Höhe des Oberbauchs.

Die Ursachen für die dominante Galle-Konstitution sind die Störgefühle Abneigung, Hass und Zorn.

Das dazugehörige Element ist das Feuer-Element.

Der Geist und die Psyche der Galle-dominanten Typen weisen folgende Eigenschaften auf:

Der Galle-Typ hat sein Leben gut organisiert und strukturiert. Er hat einen relativ genauen Plan und ist sehr ordentlich, genau und zuverlässig. Er ist in der Regel intelligent und hat einen scharfen Verstand, kann hervorragend Zusammenhänge logisch erkennen, Dinge planen und organisieren. Er hat viel Energie, macht viele Dinge, übernimmt Verantwortung und erwartet von den anderen auch dasselbe. Die hohen Ansprüche und die Ungeduld machen ihm manchmal einen Strich durch die Rechnung und er kann durch Ungeduld, Zornausbrüche, cholerische Anfälle und Pedanterie auch sehr unangenehm werden.

Ehrgeiz und hohes Arbeitspensum können sogar bis zum Burnout führen. Ärger, Übergenauigkeit, Druck und Hitze können alles verschlechtern oder Krankheiten auslösen. Dieser Typ hat auch Angst, aber dies ist eine versteckte tiefere Angst, die nicht an der Oberfläche liegt.

Der Körperbau des Galle-Typs ist meist muskulös. Seine Konstitution ist von mittlerer Körpergröße mit breiten Schultern und starkem Nacken. Er hat von Natur aus einen kräftigen Körperbau.

Die Haare sind häufig lockig und neigen dazu, schnell fettig zu werden.


Galle-Typen wird es schnell zu heiß, sie kommen leicht ins Schwitzen und die Körperausdünstungen sind stark riechend. Die Organe, die von der Galle-Energie stark beeinflusst werden und die zur Schwäche neigen, sind die Leber und die Gallenblase, der Dünndarm, bei den Sinnesorganen die Augen, außerdem das Blut und der Schweiß.

So neigen Galle-Typen zu Bluthochdruck, zu Migräne und Übelkeit, zu Gastritis, Kolitis und Durchfall, zu Augenproblemen, Akne und zu verstärktem Schwitzen.

Hitze und Ärger verschlimmern alle Symptome.

Die Sprache ist dem Geisteszustand entsprechend klar, eloquent und kontrolliert. Die Ungeduld kann jedoch auch zu Zornausbrüchen führen.

Galle-Typen haben in der Regel keine Schlafprobleme.


DIE SCHLEIM-KONSTITUTION(TIBETISCH: BEKEN)

Die Schleim-Energie reguliert das Lymphsystem und den Wasserhaushalt.

Der Sitz der Schleim-Energie ist im Kopfbereich.

Die Ursachen für die dominante Schleim-Konstitution sind die Störgefühle Unwissenheit und Dumpfheit.

Die dazugehörigen Elemente sind das Erd- und das Wasser-Element.

Der Geist und die Psyche der Schleim-dominanten Typen weisen folgende Eigenschaften auf:

Der Schleim-Typ lässt es ruhig angehen. Ruhe und Gemütlichkeit sind hohe Werte für ihn. Er ist sehr ausdauernd und geduldig mit sich und anderen, ist ruhig, friedvoll und ein echter Fels in der Brandung. Er ist ein guter Zuhörer und kann andere Menschen gut beruhigen und befrieden.

Aufgaben werden mit Geduld, Ausdauer und hoher Beständigkeit erledigt. Veränderungen und hohes Tempo sind ihm eher unangenehm. Er möchte die Welt eher so bewahren, wie sie ist, er ist also eher konservativ und traditionsbewusst. Er neigt aber auch dazu zu träge, zu ruhig und zu gleichgültig zu sein. Dann werden der Körper und der Geist immer schwerfälliger und es kann zu starkem Übergewicht und zu Dumpfheit und Depressionen führen.

Bewegung und geistige wie körperliche Aktivität sind also sehr wichtig für Schleim-Typen.

Vom Aussehen her ist er groß, körperlich kräftig und neigt zu Übergewicht. Der Körperbau ist oft birnenförmig.

Er ist etwas schlaf und hat wenig Körperspannung, neigt zu Schwerfälligkeit, ist gemütlich, langsam und hat mit Trägheit und Faulheit zu kämpfen.


Die Organe, die von der Schleimenergie stark beeinflusst werden und die zur Schwäche neigen, sind die Organe des Wasser-Elements Niere und Blase, die Organe des Erd-Elements Magen und Milz, bei den Sinnesorganen die Nase und Zunge, außerdem die Ausscheidungen Stuhl und Urin sowie die Körperbestandteile Muskeln und Fett.

So neigen Schleim-Typen zu Nieren- und Blasenentzündungen, zu Verdauungsschwäche, Diabetes, Schnupfen und Asthma sowie zu Übergewicht.

Die Haare sind häufig dick und kräftig.

Die geistige Ruhe und Schwerfälligkeit zeigen sich auch in der Sprache. Der Schleim-Typ spricht wenig und langsam.

Der Schlaf ist tief und fest. Er schläft problemlos ein, hat ein großes Schlafbedürfnis, braucht mehr Schlaf als die anderen Typen und tut sich schwer mit dem Aufstehen am Morgen. Er schläft eher zu lange und zu viel.

Andauernde Kälte, ständige Feuchtigkeit und langfristige Trägheit verschlimmern alle Symptome.


DIE WIND-GALLE-KONSTITUTION

Die Ursache für diese Kombination ist eine Mischung aus Anhaftung und Abneigung.

Die dazugehörigen Elemente sind Luft und Feuer.

Der Geist und die Psyche dieses Typs weisen folgende Eigenschaften auf:

Diese Menschen sind impulsiv. Dies ergibt sich durch die interessante Mischung von Wind und Feuer.

Die Wind-Energie liefert die Kreativität und die Galle-Energie das Durchsetzungsvermögen. Sie haben viele Ideen und sind dazu noch ehrgeizig. In gesunder Form sind diese Menschen sehr produktiv und tatkräftig.

Der Wind facht das Feuer an und macht es aber auch unberechenbar. Diese impulsive Mischung mit hoher Energie birgt daher auch die Gefahr des Perfektionismus und des Workaholics. Diese Menschen sind immer in Bewegung und können auch eine gewisse Unruhe verbreiten. Daher brauchen sie zum Ausgleich immer wieder Erdung und Ruhe, durch Tibetisches Yoga, Entspannung, meditatives Laufen und Meditation.

Die Organe, die von dieser Energiekombination stark beeinflusst werden und die zur Schwäche neigen, sind die Organe Herz und Leber, bei den Sinnesorganen die Ohren und die Augen.

Dieser Typ neigt zu Stress, Schwindel, Spannungskopfschmerzen, Verspannungen, Tics und Gastritis.


DIE WIND-SCHLEIM-KONSTITUTION

Die Ursache für diese Kombination ist eine Mischung aus Anhaftung und Unwissenheit.

Die dazugehörigen Elemente sind Luft sowie Erde und Wasser. Beide Energien sind von kühler Natur.

Der Geist und die Psyche dieses Typs weisen folgende Eigenschaften auf:

Diese Menschen sind oft philosophisch und nachdenklich, sie wirken kühl und etwas unnahbar. Der Wind sorgt für die Ideen, diese sind aber tiefgründig und eher nach innen gerichtet. Sie sind außerdem zuverlässig und gründlich, haben auch eine sanfte und verbindende Art.

Ist die Windenergie zu stark, kann dies zu Nervosität führen, nimmt die Schleimenergie überhand, so führt dies zu Passivität und Selbstmitleid.

Insgesamt fehlt die Feuerenergie und damit auch oft die Kraft nach außen zu gehen und die Dinge umzusetzen. Es bleibt öfters bei inneren philosophischen Gedankengängen ohne äußere Umsetzung. Es fehlt häufig der Mut, die Ideen auszuführen. Die Organe, die von dieser Energiekombination stark beeinflusst werden und die zur Schwäche neigen, sind die Niere, der Magen und die Atemwege. Eine geschwächte Verdauungshitze kann zu Verdauungsschwäche und Stoffwechselschwäche führen. Ödeme und Übergewicht sind keine Seltenheit. Ebenso besteht eine Neigung zu verschleimten Atemwegen und überhaupt zu Kälte. Wind und Schleim sind beides kalte Energien, daher spielen kalte Hände und Füße und ständiges Frieren und die Neigung zu Erkältungen eine große Rolle. Es fehlt insgesamt an Feuer und Hitze.

Dieser Typ neigt zu Erschöpfung, Selbstmitleid und Depressionen. Wärme und Bewegung in jeglicher Form tun gut.


DIE GALLE-SCHLEIM-KONSTITUTION

Die Ursache für diese Kombination ist eine Mischung aus Abneigung und Unwissenheit.

Die dazugehörigen Elemente sind Feuer sowie Erde und Wasser.

Die Mischung der Energien ist von heiß-kühler Natur. Dadurch sind die beiden Gegenpole heiß und kalt vereint, gleichen sich aus und ergeben eine günstige Mischung.

Der Geist und die Psyche dieses Typs weisen folgende Eigenschaften auf:

Diese Menschen vereinen die klare, vitale Seite der Galle-Energie mit der ausdauernden, friedlichen Seite der Schleim-Energie. Somit sind Energie und Ausdauer vereint.

Sie sind daher sehr belastbar und recht ausgeglichen. Einzig fehlt ihnen die Empfindsamkeit und das Einfühlungsvermögen der Wind-Energie. Daher sollten sie ihr Mitgefühl schulen, indem sie üben, sich in andere hineinzuversetzen.

Der Körperbau des Galle-Schleim-Typs ist recht kräftig und muskulös. Er hat eine Konstitution von großer Körpergröße mit breiten Schultern und starkem Nacken, entweder sie haben von Natur aus kräftige Muskeln oder sind etwas korpulent.

Die Haare sind kräftig und neigen dazu, schnell fettig zu werden.

Diese Typen haben insgesamt eine ausdrucksstarke Ausstrahlung. Öfters sind sie resistent gegen Kritik.

Die Organe, die von diesen beiden Energien beeinflusst werden und die zur Schwäche neigen, sind die Leber und die Gallenblase sowie der Magen.

So neigen Galle-Schleim-Typen zu Arteriosklerose, Infektionen, Gallensteinen, Migräne und Kopfschmerzen und zu Verdauungsstörungen.


WIND-GALLE-SCHLEIM-KONSTITUTION

Diese Menschen sind sehr ausgeglichen, körperlich als auch psychisch. Die 3 Energien sind gleichmäßig verteilt und können sich dadurch sehr gut selbst ausgleichen.

Sie haben eine sehr stabile Konstitution. Diese günstige Mischung ist aber relativ selten.

Sie können sich äußeren und inneren Einflüssen sehr gut anpassen und haben auch eine sehr ausgeglichene Ausstrahlung ohne Extreme.

Die Unruhe der Wind-Energie wird durch die Geduld der Schleim-Energie ausgeglichen, die Hitze der Galle-Energie durch die Kälte von Wind- und Schleim-Energie, die Trägheit der Schleim-Energie wiederum durch die Bewegung der Wind-Energie und Kraft der Galle-Energie. Auch körperlich sind keine besonderen Schwachstellen zu finden.


Kapitel 4
Der Verdauungsvorgang

In der Tibetischen Medizin spielt die Ernährung und die Verdauung eine entscheidende Rolle für die Gesundheit des Menschen


Dies ist sehr gut nachvollziehbar, wenn man zum einen die Nahrung und zum anderen den Verdauungsvorgang genauer betrachtet: In der Tibetischen Medizin werden dabei der Geschmack und die Qualitäten der Nahrungsmittel näher betrachtet.

Zunächst ist festzuhalten, dass auch unsere Nahrungsmittel immer aus den 5 verschiedenen Elementen Luft, Erde, Wasser, Feuer und Raum zusammengesetzt sind, aus denen auch unser Körper zusammengesetzt ist. So enthält z.B. Chili viel vom Feuer-Element oder eine Birne viel vom Wasser-Element. Das bedeutet wiederum, dass wir durch die Elemente der Nahrungsmittel immer auch unsere Körper-Elemente und unsere Körper-Energien beeinflussen:

Chili vermehrt daher das Feuer-Element in unserem Körper und dadurch die Galle-Energie. Er reduziert dagegen das Wasser-Element und die Schleim-Energie. Bei der Birne haben wir die gegenteilige Wirkung. Sie vermehrt das Wasser-Element in unserem Körper und damit die Schleim-Energie. Sie reduziert dagegen das Feuer-Element und daher die Galle-Energie.

Dieses Prinzip spiegelt sich auch grundsätzlich in dem Geschmack aller Nahrungsmittel wieder. So ist der Chili „scharf“ und alle scharfen Nahrungsmittel haben grundsätzlich einen großen Anteil vom Feuer-Element. Eine Birne schmeckt „süß“ und alle süßen Nahrungsmittel haben einen großen Anteil vom Erd- und Wasser-Element. Deswegen werden in der Tibetischen Medizin die Nahrungsmittel aufgrund ihres unterschiedlichen Geschmacks und den entsprechenden Wirkungen auf die Körper-Elemente und Körper-Energien betrachtet. Man unterscheidet dabei die Geschmäcker süß, sauer, salzig, bitter, scharf und zusammenziehend.

Dies ist das erste Grundprinzip!

Außerdem haben die Nahrungsmittel verschiedene Qualitäten, welche bestimmte Auswirkungen auf die 5 Elemente und die 3 Energien (Wind, Galle, Schleim) in unserem Körper haben. Diese Qualitäten sind die Gegensatzpaare: Schwer – leicht, ölig – trocken, kalt – heiß, mild – scharf. Schwere Nahrungsmittel wie z.B. Salz reduzieren das Luft-Element und dadurch die Wind-Energie in unserem Körper. Kalte Nahrungsmittel wie z. B. die Gurke reduzieren das Feuer-Element und dadurch die Galle-Energie in unserem Körper.

Daher werden in der Tibetischen Medizin auch alle Nahrungsmittel aufgrund ihrer Qualitäten unterschieden und deren Wirkung auf unsere Körper-Elemente und Körper-Energien betrachtet.

Dies ist das zweite Grundprinzip!

Alle Nahrungsmittel haben also bestimmte Geschmäcker und Qualitäten und beeinflussen unseren Körper, unsere Elemente und Energien. Daher ist es so wichtig, dass die Nahrung auch unserer Konstitution entspricht, damit wir langfristig gesund bleiben oder wieder gesund werden.

Das dritte Grundprinzip ist, dass wir biologisch hochwertige Nahrung zu uns nehmen. Nur aus hochwertigen Nahrungsmitteln kann auch Hochwertiges „herausgezogen“ werden.

Schließlich müssen noch unsere Körperenergien, welche für die Verdauung zuständig sind, in gutem Zustand sein. Im Magen und Darm sind 3 Energien dafür zuständig: Die „Feuergleiche Wind-Energie“, die „Zersetzende Schleim-Energie“ und die „Verdauende Galle-Energie“.

Wir können uns nun diesen Verdauungsvorgang wie das Kochen von Fleisch auf einem Gasherd vorstellen: Zuerst brauchen wir ein qualitativ gutes Stück Fleisch, dazu noch einen Kochtopf mit Wasser, außerdem noch Gas und Feuer. Das Stück Fleisch entspricht der Nahrung, die wir zu uns nehmen und sie sollte zwei Bedingungen erfüllen: Zum einen sollte es von guter (Bio-) Qualität sein und zum anderen sollte es unserem Konstitutionstyp entsprechen.

Im Magen und Darm werden die 3 Körper-Energien aktiv, um dieses Stück Fleisch zu verdauen und dessen Elemente und Energie „herauszuziehen“:

- Der „Feuergleiche Wind“ entspricht dem Gas.

- Der „Zersetzende Schleim“ entspricht dem Kochtopf mit Wasser.

- Die „Verdauende Galle“ entspricht dem Feuer.

Sind diese 3 Energien gut ausgebildet, kann die Nahrung gut zersetzt und aufgenommen werden und es wird dadurch die sogenannte „Nahrungsessenz“ mit den Elementen und Energien gebildet. Diese Nahrungsessenz durchläuft nun eine Umwandlung in die 7 Körperbestandteile.

Unsere 7 Körperbestandteile, die nacheinander aus der Nahrungsessenz aufgebaut werden, sind:

1. Blut

2. Muskulatur

3. Fett und Knorpel

4. Knochen

5. Knochenmark

6. Samen und Ovum

7. Lebensflüssigkeit (Thigle)

Nach Tibetischer Medizin versorgt die Nahrungsessenz das Blut, dann die Muskulatur, danach Fett und Knorpel, dann Knochen, Knochenmark, schließlich Samen und Eizelle und zuletzt bildet sich noch die Lebensflüssigkeit, auf Tibetisch „Thigle“ genannt, welche über unsere Ausstrahlung bestimmt.

Um unseren Körper und alle unsere Körperbestandteile optimal zu versorgen, brauchen wir vor allem die zu unserem Konstitutionstyp passenden Elemente und Energien der Nahrungsmittel, die wir aufgrund des Geschmacks und der Qualitäten entsprechend auswählen können.

Dadurch wird klar, welche entscheidende Rolle die Ernährung und die Nahrungsmittelauswahl für die Prävention und für die Therapie in der Tibetischen Medizin spielen. Sie sind die Grundlage, auf der alles andere aufbaut!

Kapitel 5
Der Einfluss der Nahrungsmittel auf die Energien


Der Geschmack der Nahrungsmittel

Die Grundlage des Geschmacks ist auf die 5 Elemente zurückzuführen, da alle Nahrung, Pflanzen, Kräuter und Medizin aus diesen 5 Elementen besteht.

Das Erd-Element bildet die materielle Grundlage, das Wasser-Element sorgt für die Feuchtigkeit, das Feuer-Element verursacht die Wärme und das Wachstum, das Luft-Element verursacht die Bewegung und unterstützt das Wachstum und das Raum-Element erbringt den notwendigen Raum bzw. Platz für das Wachstum.

Obwohl alle Pflanzen, Kräuter und Nahrungsmittel aus diesen 5 Elementen zusammengesetzt sind, unterscheiden sie sich in der einzelnen Zusammensetzung, Stärke und im Geschmack.

Aus welchen Elementen setzen sich die Geschmäcker zusammen?

·Sind das Wasser- und das Erd-Element dominant, so schmecken die Nahrungsmittel süß.

·Sind das Feuer- und das Erd-Element dominant, so schmecken sie sauer.

·Sind das Wasser- und das Feuer-Element dominant, so schmecken sie salzig.

·Sind das Wasser- und das Luft-Element dominant, so schmecken sie bitter.

·Sind das Feuer- und das Luft-Element dominant, so schmecken sie scharf.

·Sind das Erd- und das Luft-Element dominant, so schmecken sie zusammenziehend.

Welche Wirkungen haben die 5 Elemente?

·Das Erd-Element entwickelt den Körper, macht ihn fest und heilt Wind-Erkrankungen.

·Das Wasser-Element befeuchtet den Körper, macht ihn weich und heilt Galle-Erkrankungen.

·Das Feuer-Element stärkt die Körperhitze, entwickelt die Körperbestandteile und heilt Schleim-Erkrankungen.

·Das Wind-Element stärkt und verbindet den Körper, lässt die Nahrungsstoffe im Körper sich ausbreiten und heilt Galle- und Schleim-Erkrankungen.

·Das Raum-Element gibt allem Platz und heilt alle 3 Energie-Erkrankungen.



GUT FÜR WIND Süß, sauer, salzig
GUT FÜR GALLE Bitter, süß, zusammenziehend
GUT FÜR SCHLEIM Bitter, scharf, sauer, zusammenziehend
SCHLECHT FÜR WIND Bitter, zusammenziehend
SCHLECHT FÜR GALLE Sauer, scharf, salzig
SCHLECHT FÜR SCHLEIM Süß, salzig

Wie werden die Geschmäcker unterschieden?

·Der süße Geschmack wird erfahren durch ein bleibendes Gefühl auf der Zunge, ist geschmacksintensiv und vermehrt das Verlangen.

·Der saure Geschmack lässt einen das Gesicht verziehen und das Wasser im Mund zusammenlaufen.

·Der salzige Geschmack ist wärmend und vermehrt den Speichelfluss im Mund.

·Der bittere Geschmack verringert den Appetit und beseitigt Mundgeruch.

·Der scharfe Geschmack verursacht ein Brennen im Mund und Tränen in den Augen.

·Der zusammenziehende Geschmack hinterlässt einen bleibenden Geschmack am Gaumen.

Die Qualitäten der Nahrungsmittel

Für jeden Konstitutionstyp gibt es Nahrungsmittel, welche ebenso wie der Geschmack Einfluss auf die Energien haben:


Schwer Gut für Wind
Leicht Gut für Schleim
Ölig Gut für Wind
Trocken Gut für Schleim
Kalt Gut für Galle
Heiß Gut für Schleim
Mild Gut für Galle
Scharf Gut für Schleim

·Ungünstig für die Wind-Energie sind kalte, leichte und trockene Nahrungsmittel.

·Ungünstig für die Galle-Energie sind ölige, heiße und scharfe Nahrungsmittel.

·Ungünstig für die Schleim-Energie sind schwere, ölige, kalte und milde Nahrungsmittel.

·Schwere Nahrungsmittel sind in der Regel kompakt. Rotes Fleisch, Getreide und Hülsenfrüchte sind schwer.

·Öliges beruhigt, verbessert die Gleitfähigkeit und erleichtert die Transportvorgänge im Körper.

·Kalte Nahrungsmittel sind Joghurt, Obst und Getreide.

·Mild sind Cremes, leichte Soßen, Brokkoli und Kopfsalat.

·Leichte Nahrungsmittel sind Spinat, Pilze oder Sellerie.

·Trocken wirken Sanddorn und Hasenfleisch.

·Heiß sind viele Gewürze wie Pfeffer und Ingwer, aber auch Rettich und Zwiebeln. Sie stärken die Verdauungshitze.

·Scharf wird sehr deutlich bei Chili. Es hinterlässt ein brennendes Gefühl auf der Zunge und im Mund.

Kapitel 6
Die Ernährung für die verschiedenen Konstitutionstypen


Es gibt für jeden Konstitutionstyp Nahrungsmittel, welche heilsam sind und Krankheiten vorbeugen sowie Nahrungsmittel, welche unvorteilhaft sind und Krankheiten hervorrufen oder verschlechtern können. Entscheidend sind dabei der Geschmack und die Qualität der Nahrungsmittel, welche die Elemente und Energien beeinflussen.

Wind-Konstitutions-Typen sollten Nahrungsmittel zu sich nehmen, welche die Wind-Energie heilen und nicht vermehren. Gut ist schwere, ölige, warme Nahrung, also Fleisch statt Rohkost.

Der Geschmack sollte süß, sauer oder salzig sein.

Galle-Konstitutions-Typen sollten Nahrungsmittel zu sich nehmen, welche die Galle-Energie heilen und nicht vermehren. Gut ist kühlende, milde Nahrung, also Rucola statt Chili.

Der Geschmack sollte bitter, süß oder zusammenziehend sein.

Schleim-Konstitutions-Typen sollten Nahrungsmittel zu sich nehmen, welche die Schleim-Energie heilen und nicht vermehren.

Gut ist leichte, trockene, heiße und scharfe Nahrung, also Suppe statt Salat.

Der Geschmack sollte bitter, scharf, sauer oder zusammenziehend sein.

Bei gemischten Konstitutionen müssen die Nahrungsmittel kombiniert werden und es muss beachtet werden, welche Energie gerade zum Übergewicht neigt.

Auf den folgenden Seiten sind zuerst die genaueren Ernährungsanweisungen für die 3 Einzelkonstitutionen und weitere Hinweise für die 4 Mischtypen zu finden.

Am Ende des Rezeptteils werden alle Nahrungsmittel einzeln aufgeführt. Aufgrund ihres Geschmacks und ihrer Qualität werden sie danach eingeteilt, für welche Energien sie förderlich sind und bei welchen sie zu vermeiden sind.


ERNÄHRUNG FÜR DIE WIND-KONSTITUTION

Allgemein

Der Wind muss durch die Nahrung beruhigt werden. Das geschieht durch warme, schwere und ölige Nahrungsmittel.

Der Geschmack sollte süß, sauer oder salzig sein.

Folgende Nahrungsmittel sind hervorragend für den Wind

·Schaf-, Lamm- und Hühnerfleisch

·Getrocknetes Rinder- und Schaffleisch, Rauchfleisch,

·Räucherfisch, Prosciutto Crudo

·Knochensuppe, Fleischsuppe

·Gekochtes Gemüse

·Süßes Obst

·Samenöle, Sesamöl

·Rohrzucker, Melasse, Honig

·Knoblauch, Zwiebel, Brennnessel

·Gekochtes heißes Wasser mit Ingwer, Zitrone und Honig

·Warme, frische Biomilch (auch mit Honig), Dickmilch

·Japanischer Sake oder Rotwein (mind. 1 Jahr alt)

·Ghee (geklärte Butter)

·Trockenfrüchte, Schokolade

·Avocado, Kastanien, Butter, Reis, Brot, Eier, Grünkern

·Getreidebrei mit Sahne und warmen Gewürzen

·Muskat, Zimt, Ingwer, Kardamom, Nelke, Steinsalz, Black Salt, Asafoetida (Asant), Gomasio (Sesamsalz)

Besonders zu vermeiden sind dagegen folgende Nahrungsmittel, da sie den Wind verstärken

·Rein vegetarisches Essen, Rohkost

·Kohlensäure, Kaffee, Schwarztee

·Schweinefleisch

·Hülsenfrüchte, Spinat, Rucola, Paprika, Endivie, Chicorée, Artischocke

·Apfel, Birne, Papaya, Wassermelone

·Petersilie, Oregano

Grundsätzlich sollten Wind-Typen nicht fasten, sondern regelmäßig Nahrung zu sich nehmen. Zwischendurch ein paar Nüsse oder Trockenfrüchte sind hervorragend. Es sollte möglichst Gekochtes statt Rohkost auf dem Speiseplan stehen. Es ist sehr zu empfehlen, immer wieder Fleisch und auch Fleisch- und Knochensuppen an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen zu essen. Nach Möglichkeit sollte zum Backen, Braten und Kochen Ghee verwendet werden.

Folgende Gewürze sollten im Gewürzregal stehen:

Muskat, Nelke, Steinsalz, Black Salt, Asafoetida, Rohrzucker, Pfeffer, Anis, Zimt, Ingwer, Galgant, Kardamom, Gomasio.

ERNÄHRUNG FÜR DIE GALLE-KONSTITUTION

Allgemein

Die Galle-Energie muss durch die Nahrung gekühlt werden.

Dies geschieht durch kühle, milde Nahrungsmittel.

Der Geschmack sollte bitter, zusammenziehend oder süß sein.

Folgende Nahrungsmittel sind hervorragend für die Galle-Energie

·Mageres Fleisch, Wildfleisch (Hirsch, Reh, Bergziege), Ziegenfleisch, Geflügel

·Brot, Reis, Getreideflocken, Haferbrei

·Löwenzahn, Rucola, Endivie, Chicorée

·Paprika, Tomate, Karotte, Gurke, Sprossen

·Hülsenfrüchte, Bohnen, Linsen, Spinat, Brokkoli, Blumenkohl, Pilze, Artischocke, Kartoffel, Kürbis, Birne, Ananas, Kiwi, Banane, Grapefruit

·Quark, Molke, Buttermilch, Joghurt (von Kuh oder Ziege), frische Butter

·Soja- und Reismilch

·Bergwasser, abgekochtes kaltes Wasser, abgekochtes warmes Wasser

·Grüntee, leichter Schwarztee

Besonders zu vermeiden sind dagegen folgende Nahrungsmittel, da sie die Galle-Energie verstärken

·Scharfes, öliges, fettes, saures Essen

·Lamm-, Pferde-, Rind-, Hasenfleisch

·Rauchfleisch, getrocknetes Fleisch

·Fisch, Meerestiere

·Salami, Schinken, Dosenwurst

·Käse, (fette) Milch, Öl, Zitrone

·Alkohol, Bier, Weißwein, Rotwein, Kohlensäure

·Schokolade, Rohrzucker, Trockenfrüchte

·Aubergine, Avocado, Sellerie, Rettich, Grünkern, Heidelbeere, Aprikose, Pflaume, Walnuss, Kastanie

·Knoblauch, Chili, Pfeffer, Glutamat

Für den Galle-Typ gilt das Prinzip „all-natural“, d. h. er sollte die Nahrungsmittel nicht zu stark verändern und nur mild würzen.

Hervorragend ist Gemüse, roh oder im Wok kurz angebraten, Salat, Obst und mageres Fleisch. Glutamat und scharfe Gewürze sind unbedingt zu vermeiden. Auch Milch und Alkohol sollte man nur in geringen Mengen zu sich nehmen.

Ab und zu einen Tag fasten ist förderlich. Sehr gut ist eine tibetische Fasten-Reinigungs-Kur jeden Herbst und evtl. auch noch im Frühjahr.

Folgende Gewürze können vom Galle-Typ verwendet werden:

Safran, Kurkuma, Minze, Salbei, Bockshornklee, Estragon, Lorbeerblatt.

ERNÄHRUNG FÜR DIE SCHLEIM-KONSTITUTION

Allgemein

Die Schleim-Energie muss durch die Nahrung erwärmt werden. Das geschieht durch heiße, scharfe, trockene und leichte Nahrungsmittel.

Der Geschmack sollte scharf, zusammenziehend oder sauer sein.

Folgende Nahrungsmittel sind hervorragend für die Schleim-Energie

·Hammel-, Lamm- und Schaffleisch, Wildschwein, Hasenfleisch, Pferdefleisch

·Großer Seefisch, Paella, Fischsuppe, Eintopf

·Reis, Tsampa, Grünkern, Polenta aus Mais oder Getreide

·Hülsenfrüchte, Linsen, Knoblauch, Zwiebel, Kastanien, Sellerie, Spargel, Sprossen

·Granatapfel, Trockenfrüchte, Aprikosen, Kirschen, Pflaumen, Zitrone

·Honig, Sanddorn

·Miso, Kardamom, Pfeffer, Chili, Nelke, Muskat

·Mindestens 1 Jahr alter Rotwein, Grappa

·Gekochtes, heißes Wasser mit Ingwer, Zitrone und Honig

·Reismilch, Sojamilch

Besonders zu vermeiden sind dagegen folgende Nahrungsmittel, da sie die Schleim-Energie verstärken

·Vorgekochtes, öliges, fettes, süßes Essen

·Süßigkeiten, Zucker, Desserts, Cremes

·Milch, Milchprodukte, Joghurt

·Weißmehl

·Rohkost, Kartoffel, Hirse, Kürbis, rohe Tomaten, Gurke, Karotte

·Spinat, Brennnessel, Mais, Bananen, Feigen, Wassermelone, Kiwi, Ananas, Papaya, Trauben, Orangen, Äpfel, Birnen

·Landjäger, Hausmacher Wurst

·Kalter Tee

Der Schleim-Typ hat im Gegensatz zum Wind-Typ einen relativ langsamen Stoffwechsel. Daher sollte er maximal drei Mahlzeiten zu sich nehmen, ohne Zwischenmahlzeiten und mit genügend Abstand zwischen den Mahlzeiten.

Er sollte auch auf warme und gekochte Nahrung achten. Sehr gut ist, morgens eine Tasse gekochtes Wasser zu trinken. Überhaupt wäre es gut, über den Tag verteilt ½ – 1 Liter gekochtes, heißes Wasser mit Ingwer, grünem Kardamom, Zitrone und Honig zu trinken, um die Verdauungshitze zu stärken.

Sehr gut ist scharfe Nahrung. Es können viele Gewürze verwendet werden.

Diese sollten daher auf jeden Fall im Gewürzschrank stehen:

Grüner Kardamom, verschiedene Pfeffer, Piment, Chili, Curry, Ingwer, Galgant, Kümmel, Kreuzkümmel, Schwarzkümmel, Meerrettich, Senf, Muskat, Thymian, Zimt, Zitronengras, Schnittlauch sowie Kresse und Basilikum.

ERNÄHRUNG FÜR DIE WIND-GALLE-KONSTITUTION

Neutrales Essen wie gekochtes Gemüse, mageres Fleisch, Rindfleisch, Getreide und Getreideflocken sowie süße Speisen sind gut geeignet. Dieser Typ sollte Kaffee, Kohlensäure und Glutamat vermeiden.

ERNÄHRUNG FÜR DIE WIND-SCHLEIM-KONSTITUTION

Dieser „kalte Typ“ sollte warme und nahrhafte Nahrung zu sich nehmen.

Sehr gut sind Fleischsuppen, gekochtes Gemüse, Zwiebeln, Lauch, Reis, Gewürze wie Pfeffer, Chili, Kardamom, Ingwer, Muskat, Zimt und Anis.

Saure und scharfe Speisen sind hervorragend.

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234 стр. 175 иллюстраций
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9783864102455
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