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Lieblingsplätze Blühendes Erfurt und Thüringen

Lea Teschauer / Daniel Seiler

Impressum

Autor und Verlag haben alle Informationen geprüft. Gleichwohl wissen wir, dass sich Gegebenheiten im Verlauf der Zeit ändern, daher erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Sollten Sie Feedback haben, bitte schreiben Sie uns! Über Ihre Rückmeldung zum Buch freuen sich Autor und Verlag: lieblingsplaetze@gmeiner-verlag.de

Bildverzeichnis: Lea Teschauer 12, 20, 38, 40, 44, 62, 66, 70, 72, 74, 76, 78, 80, 82, 84, 86, 88, 90, 92, 94, 98, 100, 102, 104, 106, 112, 124, 126, 130, 132, 134, 136, 138, 140, 142, 144, 150, 152, 162, 164, 182, 184, 186, 188; Daniel Seiler 14, 16, 18, 22, 24, 26, 28, 30, 34, 36, 42, 46, 48, 50, 54, 56, 58, 60, 64, 82, 108, 110, 114, 116, 118, 120, 122, 128, 146, 148, 154, 156, 158, 166, 168, 170, 172, 174, 180; Axel Knoch 32; Visualisierungen Henchion Reuter Architekten/stories within architectures 52; egapark_KLP Kummer. Lubk.Partner 68; geskes.hack Landschaftsarchitekten GmbH 96; Stadtverwaltung Apolda 160; Greifenwarte »Falknerei am Rennsteig« 176; Wartburg-Stiftung Eisenach 178; Heiko Kolbe 190

Alle Seitenangaben in diesem Buch beziehen sich auf die Seitenzahlen der gedruckten Ausgabe.

Besuchen Sie uns im Internet:

www.gmeiner-verlag.de

1. Auflage 2021

© 2021 – Gmeiner-Verlag GmbH

Im Ehnried 5, 88605 Meßkirch

Telefon 07575/2095-0

info@gmeiner-verlag.de

Alle Rechte vorbehalten

Lektorat/Redaktion: Anja Kästle

Herstellung: Julia Franze

E-Book: Mirjam Hecht

Bildbearbeitung/Umschlaggestaltung: Susanne Lutz

unter Verwendung der Illustrationen von © SimpLine – stock.adobe.com, © Susanne Lutz, © pixelliebe – stock.adobe.com, © Siennava – stock.adobe.com, © Wiktoria Matynia – stock.adobe.com, © Vlad Klok – stock.adobe.com, © Sylwia Nowik – stock.adobe.com

Kartendesign: © Maps4News.com/HERE

ISBN 978-3-8392-6762-2

Inhalt

Impressum

Willkommen in der Blumenstadt

Vorwort: Eine Liebeserklärung

1 Von Apfel bis Zucchini

Erfurt: Wochenmarkt auf dem Erfurter Domplatz

2 Auf dem Drahtesel unterwegs

Erfurt: Gera-Radweg ab Erfurter Domplatz

3 Wo die Geistlichen spazierten

Erfurt: Stiftsgasse

4 Kultur hautnah erleben

Erfurt: Theaterplatz

5 Blühende Zuckerwatte

Erfurt: Kirschbäume in der Maximilian-Welsch-Straße

6 Vom Friedhof zum Erholungspark

Erfurt: Brühler Garten

7 Puppenstuben und krumme Hechte

Erfurt: Spaziergang durch den Fischersand zum Hermannsplatz

8 Fast den Himmel berühren

Erfurt: Hirschgarten

9 Geheimtipp mitten in Erfurt

Erfurt: Wigbertihof

10 Dem Trubel der Stadt entfliehen

Erfurt: Nonnensteg

11 Rauer Charme und viel Herzblut

Erfurt: Altstadtkneipe Noah

12 Ein Besuch auf der Arche Noah

Erfurt: Naturkundemuseum Erfurt

13 Ein Kaffee mit Meister Eckhart

Erfurt: Predigerwiese

14 Alles in Butter aufm Kutter

Erfurt: Schlösserbrücke

15 #doorsoferfurt

Erfurt: Bewachsene Türen am Fischersand und in der Michaelisstraße

16 Italienisches Lebensgefühl

Erfurt: Wenigemarkt

17 Wo es duftet und schmeckt

Erfurt: Gewürzhandlung Kardamom

18 Eine unvergessliche Aussicht

Erfurt: Blick auf die Krämerbrücke

19 Ruhe im Trubel finden

Erfurt: Evangelisches Augustinerkloster zu Erfurt

20 Es klappert die Mühle …

Erfurt: Parkanlage Klein Venedig

21 Erfurts großer Balkon

Erfurt: Petersberg

22 In guter Blumenstadt-Tradition

Erfurt: Benaryplatz

23 Zwischen Lavendel und Trödel

Erfurt: Vorgärten in der Brühlervorstadt

24 Das grüne Herz der Stadt

Erfurt: egapark Erfurt

25 Zum großen Gärtner werden

Erfurt: Spielplatz GärtnerReich im egapark

26 Wissenswertes erfahren

Erfurt: Deutsches Gartenbaumuseum im egapark

27 Schule für die Achtsamkeit

Erfurt: Japanischer Garten im egapark

28 Die Königin der Blumen

Erfurt: Rosengarten im egapark

29 Blumen verbinden

Erfurt: Irisgarten im egapark

30 Wüste trifft Urwald

Erfurt: Danakil-Klimazonenhaus im egapark

31 Ein Ort für alle

Erfurt: Barrierefreier Spielplatz BELLA

32 In bester Gesellschaft

Erfurt: Espachpark und -teich

33 Von Station zu Station

Erfurt: Spaziergang am Flutgraben

34 Im Schatten der Thomaskirche

Erfurt: Café Puschkin

35 Zwischen Berg- und Walkstrom

Erfurt: Luisenpark und Botanisch-Dendrologischer Garten

36 Ab ins kalte Wasser

Erfurt: Dreienbrunnenbad

37 Erfurts bestes Fischbrötchen

Erfurt: Kressepark

38 Stufe um Stufe

Erfurt: Stadtpark

39 Zusammen gärtnern in der Stadt

Erfurt: Stadtnaturgarten LAGUNE Erfurt

40 Kleine Beete ganz groß

Erfurt: Urban Gardens

41 In der Natur lernen

Erfurt: Landschaftslehrpark der Fachhochschule Erfurt

42 Alt und jung zugleich

Erfurt: Campus der Universität Erfurt

43 Im Norden viel Neues

Erfurt: Nordpark und Geraaue

44 Schiff Ahoi!

Erfurt: Abenteuerspielplatz am Mühlgraben

45 Jedem Kraut gewachsen

Erfurt: Kräutergärtnerei Valeriana

46 Von Erfurt in die ganze Welt

Erfurt: Kakteenzucht Kakteen-Haage

47 Säen mit Verantwortung

Erfurt: Rose Saatzucht

48 Ewig ruhig

Erfurt: Erfurter Hauptfriedhof

49 Hier liegt die Stadt zu Füßen

Erfurt: Schwedenschanze

50 Aber bitte mit Sahne

Erfurt: Erdbeerfelder im Erfurter Umland

51 Erfurts Bullerbü

Erfurt: ApfelGut im Steigerwald

52 Neugierig den Wald erkunden

Erfurt: NaturErlebnisGarten Fuchsfarm im Steigerwald

53 Kurzurlaub am Stadtrand

Erfurt: Nordstrand Erfurt

54 In einem Tag um die Erde

Erfurt: Thüringer Zoopark Erfurt

55 Mission: Ausgang finden

Erfurt: Maislabyrinth

56 Fassbrause und Radler genießen

Erfurt: Wanderung zur Grundmühle nahe Tiefthal

57 Das Gute liegt so nah!

Nöda: Alperstedter See

58 Königlich hoch oben

Ettersburg: Schloss und Schlosspark Ettersburg

59 Dunkles Kapitel

Weimar: Gedenkstätte Buchenwald

60 Die grüne Lunge der Stadt

Weimar: Park an der Ilm

61 Im Hinterhaus versteckt

Weimar: Kirms-Krackow-Haus mit Garten

62 Das besondere Blatt

Weimar: Naturdenkmal Ginkgo-Baum am Weimarer Fürstenhaus

63 Vorgarten des Bauhaus-Museums

Weimar: Weimarhallenpark

64 Barock in Weimar

Weimar: Schloss und Schlosspark Belvedere

65 Summ, summ, summ …

Weimar: Deutsches Bienenmuseum

66 Kleinod auf dem Land

Oßmannstedt: Wielandgut und Gutspark Oßmannstedt

67 Das Motto: Rund!

Bad Berka: Spaziergang durch Tiefengruben

68 Wo jeder auf seine Kosten kommt

Hohenfelden: Freizeitpark Stausee Hohenfelden

69 Reise in die Vergangenheit

Hohenfelden: Thüringer Freilichtmuseum Hohenfelden

70 Ein lebendiges Denkmal

Erfurt: Forsthaus Willrode bei Egstedt

71 Blütenwiesen weit und breit

Erfurt: Schloss und Park Molsdorf

72 Von brennenden Burgen und Dinos

Drei Gleichen: Die Drei Gleichen an der Burgenroute

73 Erdmännchen, Leopard und Co.

Gotha: Tierpark Gotha

74 Auf den Spuren des ewigen Glücks

Weißensee: Chinesischer Garten

75 Besuch in der Glockenstadt

Apolda: Paulinenpark Apolda

76 Thüringens Tropen

Jena: Botanischer Garten Jena

77 Paradiesische Auszeit

Jena: Beach-Bar Der Strand22 im »Jena Paradies«

78 Die Königin des Saaletals

Seitenroda: Leuchtenburg

79 Märchenzauber unter Tage

Saalfeld: Saalfelder Feengrotten

80 Bergauf im »Cabrio«

Schwarzatal: Oberweißbacher Berg- und Schwarzatalbahn

81 Blick zur fränkischen Krone

Ilmenau: Wanderung auf den Kickelhahn

82 Über Stock und Stein

Oberhof: Rennsteig

83 Der König der Lüfte

Waltershausen: Falknerei am Rennsteig bei Winterstein

84 Goethe, Wagner und Luther

Eisenach: Wartburg

85 Wilde Natur erwandern

Eisenach: Die Drachenschlucht

86 Von Wipfeln und Kronen

Schönstedt: Baumkronenpfad im Nationalpark Hainich

87 Ein Garten voller Bäume

Bad Langensalza: Arboretum Bad Langensalza

88 Die Dosis macht das Gift

Bad Langensalza: Apothekengarten des Thüringer Apothekenmuseums

89 Ein Duft sucht seinesgleichen

Bad Langensalza: Rosengarten

90 Eine Begegnung mit Barbarossa

Steinthaleben: Kyffhäuser-Denkmal

Karte 1

Karte 2

Willkommen in der Blumenstadt
Vorwort: Eine Liebeserklärung

Laue Sommerluft, Sonnenstrahlen bahnen sich ihren Weg durch die Blätterkronen, bunte Blüten strahlen um die Wette – diese Momente können Sie in der Blumenstadt Erfurt und in ganz Thüringen erleben, egal ob im Stadtpark, auf dem Wochenmarkt oder in den grünen Lungen rund um die Landeshauptstadt.

Die Geschichte des grünen und farbenfrohen Erfurts ist lang. Eine Zeitreise: Erfurter Domplatz, 1990. Der damalige Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, Helmut Kohl, ist im Wahlkampf nach Thüringen gekommen und verspricht auf den Domstufen stehend blühende Landschaften für die neuen Bundesländer. Ob sich die ökonomische Metapher erfüllt hat, das mag jeder selbst beantworten, was aber bleibt, ist die wörtliche Bedeutung: Erfurt ist eine blühende Landschaft geworden. So findet man in der Stadt noch kaum eine Ecke, die nicht begrünt daherkommt oder durch ihre Farbenpracht überzeugt. Herrliche Parks oder grüne Plätze, wie der Hirschgarten und der Benaryplatz, laden zum Spazierengehen, Erholen und Entspannen ein.

Neben dem Mariendom und der Krämerbrücke ziehen der egapark, die Zitadelle Petersberg oder auch der Thüringer Zoopark jedes Jahr Tausende von Besuchern nach Erfurt. Mit der Bundesgartenschau 2021 wird die Erfurter Gartenbautradition, die bis weit ins 19. Jahrhundert zurückreicht, erfolgreich weitergeschrieben. Ob Saat- oder Kakteenzucht, ob Kleingärtner oder Brunnenkressebauer – die Erfurter lieben Natur, Blumen und Pflanzen und tragen sorgsam zum Erhalt und zur stetigen Weiterentwicklung der Gartenbautradition bei. Viele von ihnen haben ihre Passion zum Beruf gemacht: So prägen Namen wie Haage, Benary, Reichart, Chrestensen und das Vermächtnis von vielen anderen das Bild und die Straßennamen unserer geliebten Blumenstadt. Ob Waid oder Puffbohne; die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt hängt seit jeher eng mit Blumen und Pflanzen zusammen. Lernen Sie gemeinsam mit uns ihre Geschichte und ihr Wirken in Erfurt kennen.

Den Beinamen »Blumenstadt« erhielt Erfurt zum einen durch das Werk der genannten wichtigen Gärtner mit Erwerbsgartenbau, Saatgutproduktion und Züchtungen; aber auch dank der zahllosen, bunten Blumenfelder, die durch die Zucht lange standen und blühten. So mussten Besucher wie Einheimische, egal aus welcher Richtung sie in die Stadt gelangen wollten, erst scheinbar endlose Blütenmeere durchqueren.

In den 60er-Jahren feierte man in Erfurt schon einmal groß das Grüne und Blühende. Im April 1961 wurde die iga, die erste »Internationale Gartenbauausstellung der sozialistischen Länder« eröffnet. Aussteller der DDR und Partnerländer zeigten Gemüse, Obst und Zierpflanzen. In den Folgejahren wurde das Gelände um Fläche, Ausstellungs- und Gewächshäuser stetig erweitert und verändert. 1989 wurde die iga geschlossen, 1991 öffnete die Erfurter Gartenbauausstellung (ega) ihre Pforten und hat sich im Laufe der Jahre stets weiterentwickelt.

Auch rund um Erfurt bietet der Freistaat vielfältige Naturerlebnisräume, die wir in diesem Reise- und Naturführer für Sie zusammengestellt haben. Vom Hainich als Weltnaturerbe über Burgen und Schlösser im ganzen Land, bis hin zum Rennsteig und dem Thüringer Wald im Süden: Es laden erholsame und faszinierende, grüne und blühende Orte in Thüringen dazu ein, die Umgebung mal von einer ganz anderen Seite zu entdecken und sich bewusst den grünen Oasen im Erfurter Umland und im ganzen Bundesland zuzuwenden. Besuchen Sie unsere Lieblingsplätze in Erfurt, Weimar, Jena, Eisenach, Gotha oder auch Bad Langensalza. Sie werden überrascht sein, wie vielfältig ein Tages- oder Wochenendausflug sein kann.

Dass es neben diesen bekannten Orten auch noch einige versteckte Perlen inmitten unserer Heimatstadt gibt, ist selbst uns als langjährigen Stadtbewohnern bei der Recherche für dieses Buch immer wieder aufgefallen. Erfurt gibt sowohl Touristen als auch Einheimischen immer wieder die Chance, seine Facetten neu kennenzulernen – diesmal sind es die blühenden.

Sind Ihnen auch noch besondere, blühende Lieblingsplätze in der Stadt aufgefallen? Unsere Erkundungstouren durch die Stadt haben wir unter dem Hashtag #BluehendesErfurt dokumentiert. Besuchen Sie uns auf Instagram unter @bluehendes.erfurt und teilen Sie gerne mit uns Ihren liebsten grünen Erfurter Ort. Wir freuen uns auf Ihr ganz persönliches blühendes Erfurt!

1 Von Apfel bis Zucchini
Erfurt: Wochenmarkt auf dem Erfurter Domplatz

Im Schatten des St. Mariendoms und der Severikirche lässt sich das Gartenjahr an der saisonalen und regionalen Ware der Markthändler mitverfolgen. Auf dem Domplatz wird von Montag bis Samstag frisches Gemüse und Obst angeboten, die Bottiche voller Blumensträuße und Schnittblumen bilden eine farbenfrohe Umrandung der Stände.

Planen Sie für das Wochenende einen Einkauf auf dem Markt, sollten Sie schon morgens das Herz der Erfurter Altstadt besuchen. Gerade am Samstag wird es am frühen Vormittag voller, wenn die Einwohner und Touristen ihre Besorgungen erledigen wollen. Am beliebtesten Markttag der Woche ist auch die Vielfalt der Händler am größten: Zum Beispiel gibt es einen Stand mit einer reichen Auswahl an Antipasti oder einen Käsewagen mit Produkten aus der Schweiz. Die Verkäufer lieben diesen Platz und stehen ihren Kunden immer mit Tipps und Antworten auf allerlei Fragen zur Seite: Wie bereite ich dieses Gemüse zu? Was ist das für eine Obstsorte? Und: Wo kommt es her? Auch mit den anderen Käufern kommt man schnell ins Gespräch und lässt sich von ihren bepackten Körben inspirieren.

Der Marktbesuch ist ein schönes und sinnliches Ritual. Einfach zwischen den Ständen umherschlendern, die leuchtenden Blumen bestaunen und Neues entdecken: lilafarbenen Blumenkohl und seltene Kräuter oder auch regionale Besonderheiten wie die leckere Brunnenkresse. Die vielen Farben und das quirlige Treiben machen sofort Lust, etwas Frisches mitzunehmen – versprochen!

Wer noch nicht genug von Schnitt- und Gartenblumen hat, der sollte sich den Mai notieren. An einem Wochenende im Frühling findet jedes Jahr der Erfurter Blumen- und Gartenmarkt statt. Ein Pflichttermin für zahlreiche Pflanzenanbieter aus dem Umland, die ihre Ware präsentieren. Perfekt, um gut gerüstet in die neue Gartensaison zu starten.

Nach »getaner Arbeit« lockt das Café Hilgenfeld am Domplatz mit einem guten Kaffee oder Espresso. Von hier aus können Sie ganz in Ruhe das Markttreiben beobachten.


1

Wochenmarkt

Domplatz

99084 Erfurt

Café Hilgenfeld

Domplatz 4

99084 Erfurt

0361 26569846

2 Auf dem Drahtesel unterwegs
Erfurt: Gera-Radweg ab Erfurter Domplatz

Sportlich muss sein, wer die 75 Kilometer lange Radtour vom Rand des Thüringer Waldes bis ins nördlich von Erfurt gelegene Gebesee schaffen möchte. Vom Rennsteig aus erleben Fahrradfahrer eine abwechslungsreiche Strecke und sehen unterwegs mit Arnstadt und Erfurt die ältesten Städte Thüringens. Steter Begleiter ist die Gera, an deren Seiten sich über weite Teile der Radweg schlängelt.

Die Bachstadt Arnstadt bietet mit der langen Bach-Familientradition einen guten Ort, um sich mit Leben und Wirken des Komponisten auseinanderzusetzen. Unbedingt besichtigt werden sollte die Bachkirche, in der Johann Sebastian Bach seine erste Organistenstelle antrat. Der Gera-Radweg führt weiter, vorbei an Schloss Molsdorf, Bischleben und Hochheim in den Stadtkern von Erfurt.

Hier angekommen liegen noch rund 21 Kilometer vor den sportlichen Urlaubern – eine ausgiebige Pause sollte dennoch eingelegt werden. Die Stadt bietet ausreichend Möglichkeiten für eine kulinarische und kulturelle Pause. Gewissermaßen am Wegesrand warten alle großen Sehenswürdigkeiten Erfurts auf die Besucher: Dom, Krämerbrücke sowie die historische Altstadt. Zahlreiche Lieblingsplätze befinden sich nur einen kleinen Umweg vom Gera-Radwegs entfernt. Biergärten und Cafés laden zum Verweilen und Ausruhen ein.

Weite Teile der Strecke innerhalb der Stadt verlaufen entlang des Flutgrabens, jenem Hochwasserschutz, der seit dem 19. Jahrhundert Erfurt vor innerstädtischen Überschwemmungen bewahrt. Stadtauswärts passieren die Radler den Nordpark und die frisch für die BUGA renaturierte Gera-Aue, die beide durch ihre vielen Grünflächen, Bänke und Parkwege zu weiteren Pausen einladen. Endstation ist schließlich das historische Barockschloss in Gebesee.

Mit guten Backwaren können sich fleißige Radfahrer in der Bäckerei Thieme in der Neuwerkstraße eindecken. Hier wird Backtradition noch großgeschrieben.


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Vom Domplatz kommend Richtung Schloss Molsdorf führen schattige Radwege entlang der Gera und laden zum Verschnaufen ein

Gera-Radweg

Startpunkt für beide Richtungen: Domplatz

99084 Erfurt

www.gera-radweg.de

Landbäckerei Thieme

Neuwerkstraße 25

99084 Erfurt

0361 78925325

www.baeckerei-thieme.de

3 Wo die Geistlichen spazierten
Erfurt: Stiftsgasse

Unauffällig versteckt sich der Eingang zur Stiftsgasse sowohl am Hermannsplatz als auch in der Domstraße und doch bildet sie eine zentrale Verbindung im Erfurter Wegenetz. Wer aus der Brühlervorstadt Richtung Domplatz möchte, wählt diesen schmalen Weg hin zur Rückseite des Doms. Zwischen alten Mauern, die die Wirtschafts- und Übernachtungshäuser des Domkapitels vor neugierigen Blicken schützen, liegt der enge Fußweg. Die benachbarten Wohnhäuser der Geistlichen verliehen ihm bis 1850 seinen ursprünglichen Namen Pfaffengasse.

Umgeben von den bewachsenen, mittelalterlich anmutenden Mauern ist es beschaulich ruhig – man glaubt kaum, dass man mitten im Stadtzentrum ist. Die einzigen Geräusche, die man als Spaziergänger wahrnimmt, sind das gelegentliche Klingeln eines Radfahrers und das Plätschern des Bergstroms, der sanft dahinfließend den Weg kreuzt.

Was den schmalen Durchgang zum Dom besonders macht, ist das Engagement der Anwohner, mit Nadel und Wolle immer wieder neue Kunstwerke zu erschaffen. Bunt bestrickt werden die Masten von Laternen und Verkehrsschildern, aber auch Regenrinnen und Brückengeländer. »Urban Knitting« wäre für dieses Hobby wohl der trendige Name in Großstädten und die Kreationen hätten eigene Instagram-Kanäle; in der Thüringer Landeshauptstadt muss das anerkennende Nicken mit dem Anflug eines Lächelns im Gesicht vieler Erfurter reichen. Nicht gemeckert ist genug gelobt …

Vom Hermannsplatz Richtung Domplatz laufend, lohnt es sich auf jeden Fall, den Kopf zu heben. Der Blick auf den Erfurter Mariendom ist von dieser Seite erfrischend anders – und wunderschön zugleich. Voll Demut vor dem imposanten Bau versteht man sehr wohl, warum Priester, Nonnen und Mönche in dieser Nachbarschaft ihre Gärten gepflegt und sich zum Gebet versammelt haben.

Für den kleinen Snack in der Stiftsgasse oder am Hermannsplatz eignet sich das Brothaus Café Nahrstedt. Im kolossalen Neubau am Dom ist vor allem der Kuchen sehr lecker.


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Stiftsgasse

zwischen Mariendom und Hermannsplatz

99084 Erfurt

Brothaus Café Nahrstedt

Domstraße 1

99084 Erfurt

0361 64458854

www.nahrstedt.de

4 Kultur hautnah erleben
Erfurt: Theaterplatz

Große Opern auf der Bühne und kleine Kinder, in Badehosen durch die Wasserfontänen vor dem Haus hüpfend, das ist Alltag am Theater Erfurt. Zugegeben, nicht der grünste Ort der Stadt. Aber nur wenige Schritte weiter erwächst im Sommer ein wahres Paradies, das von vielen Einwohnern kaum geschätzt und genutzt wird. Neben dem kolossalen Klotz, den das Theatergebäude bildet, schlängelt sich ein Seitenarm der Gera durch die Stadt. Zum sachte fließenden Bach führen tiefe Stufen, die gerade im Sommer zum Sonnenbaden und Entspannen einladen.

Eine große Trauerweide spendet Schatten. Mit etwas Glück kann man den Proben der Opernsänger lauschen oder einen Blick in die Werkstatt des Theaters erhaschen. Was wohl demnächst im großen Haus oder im Sommer auf den Domstufen gespielt wird? An diesem Ort lassen sich ganz in Ruhe die Füße kühlen und die Gedanken und Blicke schweifen. Hinter den Glasfassaden des Brühler Kongresszentrums grüßen die Domspitzen und der Petersberg wartet bedächtig darauf, nach der Pause an dieser grünen Oase erobert zu werden.

Für Hobbyfotografen bietet das Quartier rund um den Theaterplatz eine spannende Mischung aus moderner und historischer Architektur, Natur und Erfurter Sehenswürdigkeiten. Vor dieser Kulisse wird man mit etwas Glück Zuschauer eines Fotoshootings.

Ist der Theaterplatz weite Teile des Jahres ungenutzt, erwacht er im Sommer regelmäßig zum Leben: Ob beim Dinner en blanc, bei dem alle Teilnehmer nur in weißer Kleidung erscheinen dürfen, oder beim Saison-Abschlusskonzert des Theaters, das kostenlos auf der Freifläche übertragen wird – hier findet Kultur unter freiem Himmel statt. Mit der Zentralheize möchte ab 2021 auch eine neue kulturelle Einrichtung diesen Platz weiter beleben. Solange lassen wir weiter entspannt die Füße und die Seele baumeln.

Die kleine, aber gut sortierte Buchhandlung kleingedrucktes liegt am anderen Ende des Theaterplatzes. Einfach mal stöbern und dabei eine Tasse Kaffee genießen!


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Theaterplatz

Treppen zum Bach auf der rechten Seite des Theaters Erfurt

99084 Erfurt

www.theater-erfurt.de

Buchhandlung kleingedrucktes

Mainzerhofplatz 2

99084 Erfurt

0361 55062400

www.buchhandlung-kleingedrucktes.de

5 Blühende Zuckerwatte
Erfurt: Kirschbäume in der Maximilian-Welsch-Straße

Zu Beginn jedes Frühjahrs rumort es kurz in den sozialen Netzwerken: Ist es schon so weit? Hat schon jemand aus Erfurt ein Bild gepostet von oder mit ihnen? Blühen sie schon oder soll man lieber noch etwas warten? Die Aufregung gilt der Kirschblüte in der Maximilian-Welsch-Straße, einem ganz bestimmten Ort der Stadt. Was am Anfang ein Geheimtipp für Hobbyfotografen und staunende Betrachter gewesen ist, entwickelte sich mit der Zeit zu einem zuverlässigen Fotohintergrund in der Brühlervorstadt, zu dem gepilgert wird. Hier gilt es, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Die Zierkirschen befinden sich auf einer kleinen Rasenfläche am Ende der Maximilian-Welsch-Straße, bevor sie einen Knick macht und in die Bonemilchstraße mündet.

Will man die Blütenpracht in Ruhe auf sich wirken lassen oder ein paar Bilder schießen, auf denen kein anderer Mensch zu sehen ist, empfiehlt es sich, die Bäume unter der Woche am Vormittag oder am Wochenende morgens aufzusuchen. Je später man vor Ort ist, desto mehr summt und brummt es zwischen den romantisch hin und wieder bis zum Boden herabhängenden Ästen. Nicht nur kleine Bienen und andere Insekten schwärmen um das Blütenmeer: So suchen etwa frisch verliebte Pärchen mit einer Selfiestange den besten Winkel für ein perfektes Bild oder es finden sogar Fotoshootings mit Familien, Neugeborenen und flauschigen Fellfreunden statt. Andere erfreuen sich wiederum an dem Moment, wandern zwischen den Bäumen umher oder genießen den Anblick auf einer Bank in Reichweite.

Obacht! Wie eingangs beschrieben, sollte man auch die Jahreszeit und Wetterlage im Blick haben: Der April scheint ein verlässlicher Monat zu sein, um Freude an der Blüte zu haben, allerdings kann der Blütenstand auch variieren, je nachdem wie sich das Frühjahr entwickelt hat.

Der rosafarbene Blütenrausch lässt sich am besten mit einem Spaziergang durch die Brühlervorstadt verbinden. In der Nähe können Sie andere Lieblingsorte entdecken, wie die Trauerweide am Theater und den Brühler Garten.


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Kirschbäume

Maximilian-Welsch-Straße/ Ecke Bonemilchstraße

99084 Erfurt

Informationen:

Erfurt Tourismus und Marketing GmbH

Benediktsplatz 1

99084 Erfurt

0361 66400

www.erfurt-tourismus.de

6 Vom Friedhof zum Erholungspark
Erfurt: Brühler Garten

Was in Erfurts langer Geschichte ein, nein, zwei Mal eine Ruhestätte für die Toten war, ist heute ein unprätentiös gestalteter Park, der bei Schülern wie Senioren als Rückzugsort in der Brühlervorstadt geschätzt wird. Sowohl im 16. als auch im 19. Jahrhundert wurde die Grünfläche als Begräbnisstätte genutzt und erst 1925 zum Park umgestaltet. In seiner jetzigen Form besteht der Park, trotz leichten Veränderungen in den frühen 2000ern, seit den 60er-Jahren in Form eines Kulturgartens.

In Teilen der Anlage kann man vormittags die Schüler des benachbarten Königin-Luise-Gymnasiums beim Sport beobachten, bevor sich am Nachmittag und Abend Fitness-Süchtige an den Gebäuden und Gängen sportlich ertüchtigen und Senioren sich zum Plaudern treffen. Die weiten, grünen Flächen laden zum Picknicken und Sonnenbaden ein. Wer es eher kühler mag, sichert sich eine der Sitzbänke unter den Linden der breiten Allee, liest ein Buch oder hört Musik.

Im Sommer tummeln sich Boulespieler auf den Sandwegen und in den Bäumen klettern Kinder. Hin und wieder schallt Lachen von dem großen Kinderspielplatz am Parkeingang durch den Brühler Garten. Gerade junge Familien des Quartiers besuchen die Spielgelegenheiten gerne und nutzen den Park als Treffpunkt mit anderen Eltern.

Statt Graffiti-Schmierereien schmücken Werke von jungen Künstlerinnen und Künstlern weite Teile der Parkmauern. Street-Art mit Erfurter Lokalkolorit trifft hier auf das satte Grün der Anlage. Apropos Kultur: Insbesondere im Sommer locken verschiedene Veranstaltungen nicht nur Anwohner in den Brühler Garten. Ob Fête de la Musique oder koCOLORes – fast immer steht hier Musik im Mittelpunkt, die dann auch in den angrenzenden Straßen und Gassen der Brühlervorstadt zu hören ist.

Im tegut an der Westseite des Parks können Sie sich mit Snacks und Getränken für das Picknick im Grünen versorgen. Liebevoll in alter DDR-Manier heißt der Markt bei den Erfurtern »Kaufhalle«.


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Brühler Garten

Eingang von der Straßenbahnhaltestelle (Linie 2) »Brühler Garten« an der Melanchthonstraße

99084 Erfurt

tegut

Gorkistraße 11

99084 Erfurt

www.tegut.com

7 Puppenstuben und krumme Hechte
Erfurt: Spaziergang durch den Fischersand zum Hermannsplatz

Wer durch den Fischersand gemütlich zum Hermannsplatz streift, begibt sich auf eine Zeitreise. Alte und farbenfrohe Gebäude, teilweise über 600 Jahre alt, reihen sich dicht aneinander und erzählen stumm von ihrer Geschichte. Da ist die Glaserei, die an dieser Stelle seit über 150 Jahren Erfurter Bürgern bei allen Glasschäden behilflich ist. Wohngebäude, die nicht mit Nummern, sondern mit Schildern wie Haus zum krummen Hecht aufwarten, zeugen von der Vergangenheit, als es in Erfurt weder Straßennamen noch Hausnummern gab.

Verschönert und begrünt wird dieser Spaziergang durch Rosenbeete und Blumenkästen, die oft breiter als der Gehweg sind. Trotz Verkehrsberuhigung geht es hier eng zu; selbst auf dem Bürgersteig rückt man nah zusammen, wenn ein Fußgänger entgegenkommt. In Kindheitserinnerungen schwelgen Besucher des sorgsam kuratierten und ein wenig versteckten Puppenstubenmuseums. In der Ausstellung lassen sich Schätze von früher bewundern und bei einem netten Plausch mit dem Personal können Interessierte noch mehr erfahren.

Kurz vor dem Hermannsplatz, an dem der Fischersand sein Ende findet, eröffnet sich ein weiteres grünes Ufer der Gera. Eine wunderbare Gelegenheit, um Enten zu füttern, Füße zu kühlen oder im Schatten der Bäume das Leben zu genießen. Studenten der nahe gelegenen katholischen Studentenvereinigung sitzen im Gras und diskutieren, Eltern zeigen ihren Sprösslingen Fische im Wasser und der Nachwuchs übt vor den Toren des angrenzenden Kindergartens die ersten Fahrten mit dem Fahrrad.

Am Hermannsplatz angekommen blickt, wie an so vielen Stellen der Stadt, der Dom auf die neugierigen Betrachter herab. An warmen Tagen ist das kühle Wasser des Brunnens im gepflegten Blumenrondell eine Wohltat für die Hände und schenkt neue Energie, um Erfurt weiter zu erkunden.

Kaffee und Kuchen wie früher bei Oma gibt es im Altstadtcafé Kleiner Elephant am Beginn des Fischersandes. Nette Bedienungen und eine schöne Terrasse am Fluss laden zu einer leckeren Stärkung ein.


7

Fischersand

Startpunkt für einen Spaziergang: Altstadtcafé Kleiner Elephant

Fischersand 1

99084 Erfurt

0361 5626473

www.erfurt-altstadtcafe.de

8 Fast den Himmel berühren
Erfurt: Hirschgarten

Zwischen dem faszinierenden Bau der Thüringer Staatskanzlei mit seiner markanten rot-weißen Fassade und dem ehemaligen Kaufhaus Germania, dessen Schmuckfront noch heute imposant den Platz begrenzt, lädt eine leuchtend grüne Wiese zum Picknicken und Entspannen im Hirschgarten ein. Erfurter treffen sich im Schatten am Springbrunnen in der Mittagspause, halten ein Schwätzchen oder sonnenbaden an heißen Sommertagen.

Schon im 18. Jahrhundert wurde der Platz als Grünanlage von den Bürgern geschätzt. In seiner jetzigen Form begrüßt er allerdings erst seit 2009 wieder erholungshungrige Städter. Zwischenzeitlich sollten dort zu DDR-Zeiten ein Haus der Kultur oder später nach der Wende Gewerbeflächen und ein Parkhaus entstehen. Dank protestfreudiger Erfurter wurde schließlich doch die Parkanlage mit dem fast ganzjährig bunt blühenden »Erfurter Beet« im westlichen Hirschgarten, einer Vielzahl an Spielgeräten und der weitläufigen Freifläche vor dem Regierungsgebäude umgesetzt.

Der große Spielplatz mit allerlei Spielgeräten erfreut sich seit der Eröffnung bei Kindern ungebrochener Beliebtheit. Dank angrenzender Cafés und ausreichend Sitzgelegenheiten ist die Anlage aber auch bei Erfurter Vätern und Müttern ein geschätzter Treffpunkt. Und nicht zuletzt reizt der Hirschgarten wagemutige Teenager zu nächtlichen Sporteinlagen, sodass sie sich auf dem Weg zur Kneipe oder Disco allzu gerne auf den im Boden versenkten Trampolinen im Hochsprung beweisen. Wie steht’s um Ihre Furchtlosigkeit? Nichts wie rauf und selbst einmal versuchen, mit hohen Sprüngen dem Himmel möglichst nahe zu kommen.

Wer es etwas ruhiger mag, nutzt eine der Parkbänke, schaut Kindern beim Spielen und Jugendlichen beim Skaten zu oder sucht eine der verzierten Häuserfassaden nach noch unentdeckten und spannenden Details ab.

Liebhaber von süßem Gebäck kommen im angrenzenden Café Bauer voll auf ihre Kosten: Das Café bietet im aus der Zeit gefallenen Ambiente Limonaden, Kaffee und Thüringer Backspezialitäten an.


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Hirschgarten

gegenüber der Thüringer Staatskanzlei

Regierungsstraße 73

99084 Erfurt

Café Bauer »Am Hirschgarten«

Regierungsstraße 4

99084 Erfurt

0361 6430362

www.cafe-bauer-erfurt.de

9 Geheimtipp mitten in Erfurt
Erfurt: Wigbertihof

Unscheinbar zwischen Angerbrunnen und Hirschlachufer steht an der Straßenbahntrasse kurz vor der Thüringer Staatskanzlei etwas nach hinten versetzt die Kirche St. Wigberti. Mit ihrer grauen Fassade ist sie eines der unauffälligsten Gotteshäuser der Thüringer Landeshauptstadt. In der benachbarten Barfüßerstraße versteckt sich hinter einem schmiedeeisernen Tor der Durchgang zum Wigbertihof. Der Innenhof des ehemaligen Augustinerorden-Klosters ist von Gebäuden umgeben und seine Geschichte reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück. Trauen Sie sich: Öffnen Sie das Tor und betreten Sie diesen Ort abseits des Trubels.

So wenig bekannt diese grüne Lunge inmitten der Stadt auch ist, so ruhig ist es dort. Nur selten verirren sich Besucher oder Stadtbewohner in diesen zurückhaltend gestalteten, aber dennoch sehenswerten Garten. Warum ihn kaum jemand im Alltag wahrnimmt? Vielleicht liegt es an der Vielzahl an Alternativen, die in der Innenstadt grüne Pausen ermöglichen.

Alte Klostergebäude säumen den Hof, die heute als Räumlichkeiten für den Seniorentreff dienen sowie von der Stadtverwaltung genutzt werden. Besonders attraktiv ist der Blick auf das Kirchenschiff, das neben den weißen und schlichten Fassaden der übrigen Häuser durch die farbenfrohen und mit Ornamenten verzierten Fenster hervorsticht.

Im Schatten der ausladenden Eberesche lässt es sich gerade im Sommer hervorragend entspannen. Der Brunnen in der Mitte des Innenhofs bietet schattige wie sonnige Sitzgelegenheiten und sein sanftes Plätschern trägt zur besonderen Atmosphäre dieses Ortes bei. Ab und an trifft man auf den breiten Wegen Besucher des Seniorentreffs, die interessierten Zuhörern gerne ihre eigenen Geschichten erzählen. Ein kurzer Plausch mit den Puffbohnen lohnt sich, um weitere Geheimtipps zu erfahren.

Eine schmackhafte Reise nach Fernost können Sie nur wenige Schritte entfernt bei Koko Sushi unternehmen. Gerade am Abend sollten Sie aber unbedingt reservieren.


9

Wigbertihof

an der Kirche St. Wigbert

Regierungsstraße 74

99084 Erfurt

www.st-laurentius-erfurt.de

Koko Sushi

Meister-Eckehart-Straße 8

99084 Erfurt

0361 6013049

www.koko-sushi.de

10 Dem Trubel der Stadt entfliehen
Erfurt: Nonnensteg

Auf der Suche nach Ruhe im Alltag bietet Erfurt einige schöne Ecken. Mitten in der Altstadt wird es aber schwierig, mit locker baumelnden Füßen Momente der Entspannung zu finden. Nahe der Straße Lange Brücke, versteckt in einem Hinterhof, liegt der Nonnensteg – eine schmale Brücke, die weniger durch ihre Architektur als ihre phänomenale Aussicht überzeugt. Von ihr aus schweift das Auge ins weite Grün des Gera-Ufers und fällt auf den wunderschönen, hellblau leuchtenden Pavillon, der auf einem der angrenzenden Grundstücke steht und eines der beliebtesten Fotomotive der Stadt darstellt. Wer träumt bei diesem Anblick nicht davon, dort gemütlich am Fenster zu sitzen, in aller Ruhe einen Kaffee (oder am Abend ein Glas Wein aus der benachbarten gut sortierten Weinhandlung) zu trinken und ein gutes Buch zu lesen? Doch auch auf dem öffentlich zugänglichen Grund rund um die Brücke ist es wunderschön: Hier rastet man gerne inmitten des Trubels der nahen Stadtmitte.

Wer mutig sein will, steigt die wenigen, aber dafür umso steileren Stufen zum Fluss hinab und macht es sich direkt auf Höhe des Wasserspiegels gemütlich. Mitgebrachte Bäckertüten locken neugierige Wildenten an, die auf einen kleinen Snack hoffen. Neidische Blicke von gestressten Erfurtern, die über die Lange Brücke ins Büro oder zum nächsten Termin hetzen, werden jedem, der an diesem grünen Glücksort in Erfurt seine Energiereserven auftankt, gewiss sein.

Nicht abschrecken lassen darf man sich von Schatzsuchern, die entlang des Nonnenstegs oft auf der Suche nach Geocaches sind; kleine Schätze in Städten und Natur, die nur anhand von GPS-Koordinaten gefunden werden können. Der Nonnensteg bietet dank seines geschützten Umfelds ausreichend Gelegenheit, die versteckten Dosen zu heben.

Wer sich stärken möchte, kann sich vorzügliche Snacks und Getränke zwei Ecken weiter im Bistro Paulinchen in der Paulstraße holen. Ob Suppe, Käsespätzle oder Baguette: Den Gaumen wird es freuen.


10

Nonnensteg

am Ende der Nonnengasse

99084 Erfurt

Bistro Paulinchen

Paulstraße 17–18

99084 Erfurt

0173 4790550

11 Rauer Charme und viel Herzblut
Erfurt: Altstadtkneipe Noah

Guten Service und schnelle Bedienungen darf man in der Altstadtkneipe Noah nicht erwarten. Der etwas eigene Charme des Personals und dass es auch mal etwas länger dauert, bis das Essen auf den Tisch kommt, gehören im Noah einfach dazu und genießen Kultstatus bei den Erfurter Kneipengästen. Als ehrlich, rustikal und anspruchsvoll, dabei mit Herzblut betrieben, beschreibt sich die Kneipe auf ihrer Webseite selbst, und irgendwie trifft es das auch ins Schwarze.

Zwischen Kleiner und Großer Arche unweit des Domplatzes erwartet die Besucher eine urige Kneipe, in der auch Zigarettenrauch nichts Ungewöhnliches ist, und in der kaum ein Quadratzentimeter an den Wänden frei von Bildern, Blechschildern und allerlei Kunst und Krempel ist. In dieses etwas aus der Zeit gefallenes Ambiente gesellen sich proppenvolle Speisekarten, über 100 Biersorten, die es zu probieren gilt, und allerlei Gaumenfreuden. Freche Sprüche, nie unter der Gürtellinie, aber mit dem Herz auf der Zunge, gehören dazu und lassen auch den Nachbartisch mit schmunzeln, wenn es mit der Bestellung mal länger dauert oder nicht gleich das passende Kleingeld parat ist.

Wer im Sommer kommt, sollte Geduld mitbringen, um einen der begehrten Plätze im Biergarten zu ergattern. Gemütlich in einem engen Innenhof spendet eine alte, wuchtige Kastanie Schatten und macht die Altstadtkneipe zu einem der gemütlichsten und geselligsten Orte im Herzen von Erfurt. Zünftige Hausmannskost trifft hier auf Bierspezialitäten aus aller Welt.

Ob nach einem Spaziergang durch die Innenstadt, vor dem Besuch der Domstufenfestspiele oder einfach so zum Ratschen und Klönen mit Freunden – im Noah trifft man sich und vergisst die Zeit.

Zu einem Bier nach individuellem Geschmack empfehle ich einen Bauernsalat, in dem sich knusprig gebratene Bratkartoffeln verstecken.


11

Altstadtkneipe Noah

Große Arche 8

99084 Erfurt

0361 6421840

www.altstadtkneipe-noah.de

12 Ein Besuch auf der Arche Noah
Erfurt: Naturkundemuseum Erfurt

Um die Natur zu entdecken muss man draußen sein? Keinesfalls, wenn man das Erfurter Naturkundemuseum besucht. Nur wenige Meter vom Domplatz in der Großen Arche gelegen, nimmt das Museum Interessierte auf eine Reise durch die Geschichte unserer Erde mit und ermöglicht tiefe Einblicke in die Flora und Fauna des Freistaats. Insbesondere für Regenwetter-Tage ist das Museum ein ideales Ausflugsziel.

Ein Highlight des Museums ist die mehr als 350 Jahre alte Eiche, deren Wurzeln im Erdgeschoss besichtigt werden können. Fleißige Treppensteiger begutachten bis ins Dachgeschoss hinauf jeden Zentimeter des mächtigen Baumes. Wer genau hinschaut, entdeckt in den Ästen versteckt auch Vögel und andere Lebewesen, die sich ihren Platz im Blättergewusel gesucht haben.

Vor allem für Kinder lohnt sich die Dauerausstellung in der Arche Noah im Untergeschoss. Passend zum Straßennamen des Museums wartet im Keller ein Schiff auf große und kleine Besucher. Angelehnt an die biblische Geschichte können auf den Planken allerlei ausgestopfte Tiere bewundert werden. Wie in einem Wimmelbild streift man durch das Schiff, findet immer wieder neue Lebewesen und erlebt so die Artenvielfalt der Natur. Achtung, bloß nicht seekrank werden! Das Schiff bewegt sich leicht in den Wellen des imaginären Ozeans.

Wer es gerne glitzernd und funkelnd mag, besucht im Kellergewölbe die große Mineraliensammlung, deren Bestand regelmäßig aufgefrischt und ausgetauscht wird. Daneben gibt es ständige Ausstellungen zum Thüringer Naturraum und zu seinen Naturschätzen. Gerade für Kinder sind die Vitrinen in der Ausstellung besonders spannend, in denen sich etwas bewegt. So gibt es in diesen mitunter kleine Mäuse zu entdecken.

Nach dem Museumsbesuch noch gemütlich einen Kaffee trinken? Nicht weit entfernt versorgt das Café Epitome die Erfurter mit frisch geröstetem Kaffee. Einfach wunderbar.


12

Naturkundemuseum Erfurt

Große Arche 14

99084 Erfurt

0361 6555680

www.naturkundemuseum-erfurt.de

Epitome Coffee

Fischmarkt 8

99084 Erfurt

www.epitomecoffee.com

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1 171,26 ₽
Возрастное ограничение:
0+
Дата выхода на Литрес:
26 мая 2021
Объем:
239 стр. 183 иллюстрации
ISBN:
9783839267622
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Правообладатель:
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