Читать книгу: «Was GOTT ADAM und EVA nicht sagte»
Das Buch
Was Gott Adam und Eva nicht sagte berührt die Essenz jedes Menschen - und ein zentrales Thema in unserem Leben: das Mysterium der Liebe. Daniel Allemanns in Frankreich gefeierter Bestseller begleitet uns auf eine beispiellose Abenteuerreise, in die geheimsten Winkel der Liebe und des Sex. Dabei wählt der Autor die Form einer Erzählung, um dem Leser den Zugang zu diesen Geheimnissen zu erleichtern, damit sie ihm auch konkret nützen können. „Was ist besser: sich lieben oder jemanden lieben?“ - „Die Angst zu lieben beenden“ - „Sex, Freude, und was daraus entsteht“, das sind drei der Themen, die den Leser zu seinen ganz persönlichen Entdeckungen führen. Entdeckungen, die sein Liebesleben auf eine Weise verändern werden, wie er es sich nicht erträumt hätte...
Der Autor
Daniel Allemann ist für seine innovativen Konzepte im Bereich von Ehe, Partnerschaft und Beziehungen bekannt. In Frankreich wurden die Medien schon 2009 auf ihn aufmerksam, seine Sendungen in Radio und Fernsehen wurden enthusiastisch gefeiert. Was Gott Adam und Eva nicht sagte wurde in Frankreich ein Bestseller - es ist Daniel Allemanns erstes Buch, das nun auch auf Deutsch vorliegt. Allemanns Bücher haben großen Erfolg, weil sie “keine unklaren Theorien, keine leeren Hoffnungen enthalten, nur Fakten und damit auch bemerkenswerte Ergebnisse“, wie der frühere F1-Rennfahrer Jacques Lafitte urteilt. Der 1963 geborene Autor und Künstler hat 2007 seine Karriere im Finanzsektor aufgegeben, um sich nur noch dem Schreiben und Gestalten (Malerei und Skulptur) zu widmen.
Daniel Allemann
Was GOTT ADAM und EVA nicht sagte
Liebe, Sex und Einssein:
Die sieben Geheimnisse des Glücks

Inhaltsverzeichnis
Umschlag
Das Buch / Der Autor
Titel
Inhaltsverzeichnis
VORWORT
1 DER ANFANG VOM ENDE
2 DÜSTERE LIEBESORAKEL
ERSTER TEIL
Professor Mauros Manuskript
Wie man die Liebesfallen umgeht und ein neues Verständnis entdecken kann
3 OFFENER BRIEF AN DIE OPFER DER LIEBE
4 PACKEN WIR’ S GLEICH AN ...
5 DIE DIAGNOSE IHRES LIEBESLEBENS
Interpretieren Sie ihr Ergebnis
6 EIN TESTERGEBNIS ZUM WEGLAUFEN
7 SICH SELBST LIEBEN ODER ANDERE: WAS IST WICHTIGER?
8 ÜBERRASCHENDE WAHRHEITEN ÜBER DIE LIEBE
Die sieben Schlüssel zum Glück
Das Wichtigste in Kürze
9 DAS GROSSE MYSTERIUM DER KUNST ZU LIEBEN
Ist Liebe eine Illusion?
„Gleich und gleich gesellt sich gern“
Die verborgene Wahrheit über die Liebe
Das Wichtigste in Kürze
10 IMMER NUR ENTTÄUSCHUNGEN? SO KÖNNEN SIE DIE URSACHEN AUSSCHALTEN
Jeder liebt so, wie er ist
Der andere ändert sich niemals
11 Kapitel nur für Frauen DIE SCHLÜSSEL ZUR GEFÜHLSWELT DES MANNES
So viele Männer, so viele Unterschiede...
Typisch männliche emotionale Bedürfnisse
Bestätigen Sie ihn in seiner Männlichkeit
Wie vermitteln Sie ihm das konkret?
Situationsbeispiele
Ein Kompliment, für das er besonders empfänglich ist
Seinem Ego zu schmeicheln ist schon alles?
Wie Sie seine Potenz anerkennen
Ein ultrasensibler Punkt: seine sexuelle Leistung!
Äußern Sie Ihre Wünsche!
Seien Sie ganz Frau!
Aber vermeiden Sie auch das ...
Und das sollten Sie kultivieren ...
12 ALL DAS HAT MAN MIR NIE GESAGT!
13 Kapitel nur für Männer REISE INS HERZ DER WEIBLICHKEIT
Anerkennung ihres innersten Wesens
Anerkennung ihrer Weiblichkeit
Setzen Sie die 3-A-Regel in die Tat um
Was Sie auf jeden Fall vermeiden müssen ...
Aber arbeiten Sie auch hieran ...
14 VERSCHLEISSEN BEZIEHUNGEN ZWANGSLÄUFIG?
Der Zahn der Zeit oder ständige Wiederholung?
Zwei unfehlbare Maßnahmen
Singles
Die einzige Lösung, die funktioniert!
15 EIFERSUCHT: DEN KREBS DER SEELE BESIEGEN
Was tun, wenn Sie das Opfer sind?
Was tun, wenn Sie der Eifersüchtige sind?
ZWEITER TEIL
Die sexuelle Spielwiese
Wie können unsere Unterschiede uns glücklich machen?
16 UND WO STEHE ICH IN ALL DEM?
17 KLEINE GESCHICHTE DER SEXUALITÄT
Die große Kluft
18 WAHRHEITEN ÜBER SEX, DIE JEDER WISSEN SOLLTE
Ohne Sünde kein Sex ... ohne Sex kein Liebespaar
Welches Ergebnis haben Sie?
Die Sexualität des Mannes
Welches Sexprofil haben Sie?
Mehr über die Sexualität der Frau
Welches Ergebnis haben Sie?
19 FRAUEN: WAS MÄNNER NUR ALLZU OFT VERGESSEN
Liebe auch hier!
Die zentrale Rolle der Gefühle
20 DIE FÜNF WICHTIGSTEN SEXPROBLEME DES MANNES UND IHRE LÖSUNG
Schauen wir einmal, ob Sie recht haben ...
Sexuelle Unlust
Keine Erektion
Erektionsverlust vor dem Sex oder währenddessen
Vorzeitige Ejakulation
Kein Orgasmus
Und die kleine blaue Pille?
Kontrolle der Ejakulation durch Squeezing
21 DIE SEXUALITÄT DER FRAU: VORURTEILE UND REALITÄT
Zerrbild der weiblichen Sexualität
22 DIE DREI WICHTIGSTEN SEXPROBLEME DER FRAU UND IHRE LÖSUNG
Welche Lösungen gibt es?
Die Lust und ihr Mehrwert
Und was ist mit Masturbation?
23 SEX, LUST UND DIE ZUKUNFT
Nachwort
ENDE DES MANUSKRIPTES, BEGINN EINES NEUEN LEBENS
DRITTER TEIL
Das Dritte Auge der Liebe
Wie komme ich in den Kreis der Eingeweihten?
24 MARILYNS FLUCH
25 DAS DRITTE AUGE DER LIEBE: VOM MYTHOS ZUR REALITÄT
26 DER PFAD DER EINWEIHUNG
EPILOG
Impressum
Glücklich sind die, die Pech in der Liebe hatten.
Denn vor ihnen liegt eine großartige Beziehung!
VORWORT
Gerade stehen Sie an der Schwelle zu einer faszinierenden Reise in die geheimsten Winkel unseres Sex- und Liebeslebens - einer erstaunlich bereichernden Entdeckungsreise, die uns von unbewussten und bewussten Begrenzungen befreit.
Von den Büchern, die unser Leben tiefgreifend beeinflussen können, gehört dieses Buch ganz oben auf die Liste. Und zwar aus mehreren Gründen.
Zum einen, weil es nicht das Werk eines einzelnen Autors und seiner persönlichen Überzeugungen ist. Vielmehr entstand es aus zahlreichen Aussagen von Frauen und Männern, die ein großartiges Liebesleben führen. Und es ist das Ergebnis langer, aufwendiger Recherchen und des konkreten Austauschs mit Fachleuten: Psychologen, Soziologen, Medizinern, Sexologen usw.
Eines ist sicher: Das Thema ist diese Mühe wert. Denn Liebe, Sex und Beziehungen sind heute mehr als je zuvor allgegenwärtig. Gleichzeitig sind sie von den meisten aber auch noch nie so schlecht verstanden und gelebt worden.
Nach der sexuellen Revolution, die sich in realen Fortschritten in Gesetzen und Denkweisen niederschlug, fand das Thema in den Medien breiten Anklang. Letzten Endes erwiesen sie ihm mit diesem Hype aber einen schlechten Dienst. Es scheint, als hätte man mit all dem Gerede über Liebe und Sex das ganze Thema zugleich popularisiert und vulgarisiert, auseinandergenommen und die Beziehung zwischen Mann und Frau nur noch komplizierter gemacht.
Was ist Glück in der Liebe? Bedeutet es, sein Leben komplett mit demselben Menschen zu verbringen? Mehrmals zu heiraten und erst mit über 50 den Richtigen zu finden? Single zu bleiben und viele sexuelle Erfahrungen zu machen?
Wir alle wissen, dass es dafür kein Patentrezept gibt. Alle Antworten können richtig sein, sobald sie einen Sinn für denjenigen in seinem Leben ergeben. Aber um diesen Sinn zu finden, muss man sich andererseits auch für die Kunst zu lieben bereitmachen und dafür, die wahre Liebe zu leben.
Dabei geht es zunächst einmal darum, dass wir uns von den Vorurteilen befreien, die uns die Sicht auf die Realität verstellen: Die Liebe ist ein Strohfeuer; die große Liebe trifft man nur einmal im Leben; Liebe muss man sich verdienen; Liebe ist im Grunde nur sexuelles Verlangen; im Bett lässt sich alles regeln; Sex ist ein rein körperliches Bedürfnis; Männer können Liebe und Sex trennen; in einer Beziehung liebt einer immer mehr als der andere ... Im Laufe der Zeit sind diese und noch viele andere Behauptungen für uns zu Prinzipien geworden. Es ist an der Zeit, sie sich einmal genauer anzuschauen. Und anhand von Beispielen die große Gefahr aufzuzeigen, die darin liegt.
Das Verdienst dieses Buches ist es, dass es unser Wissen über Liebe, Sex und Beziehungen in eine zugleich einfache, gesunde und konkrete Perspektive rückt. Aber auch und vor allem in eine erfüllende Perspektive.
Es wendet sich sowohl an Männer als auch an Frauen, berücksichtigt ihre Unterschiede und bietet ihnen eine individuelle Lektüre der einzelnen Themenbereiche an: Flirten, Eifersucht, Routine, sexuelle Beziehungen, sexuelle Probleme, Kenntnis des anderen, die Realität der Liebe und vieles mehr ...
Das Buch möchte seine Leserinnen und Leser dazu anregen, ohne Tabus und Heuchelei ihre innere Welt zu entdecken, um zum wahren Einklang von Liebe und Sex zu finden, einem der wichtigsten Schlüssel zum Glück.
Die sieben Schlüssel, von denen später die Rede sein wird, sind der rote Faden, der alles miteinander verbindet. Sie sind die Grundlage jeder geglückten Begegnung und jeder glücklichen Beziehung. Ohne sie wird der Mann oder die Frau, der oder die wirklich zu uns passt, wahrscheinlich niemals unseren Weg kreuzen. Mit ihnen werden die Liebe und ihre Freuden zur täglichen Realität, ja, ich würde sogar sagen, zu einem täglichen Wunder.
Auf den folgenden Seiten werden uns diese Erkenntnisse in Form einer romantischen Erzählung vermittelt. Denn es ist enorm wichtig, von der emotionalen Seite her an dieses Thema heranzugehen, das an das Wesentliche im Leben jedes Menschen rührt, statt rein analytisch, was nicht dieselbe Wirkung hätte ... und dieses Buch nur zu einem unter vielen machen würde. Und diese „romantische“ Seite tut der Ernsthaftigkeit des Themas natürlich keinen Abbruch.
Sie werden überrascht sein, welche Wirkung diese „emotionale“ Herangehensweise hat.
Vielleicht haben Sie schon viele Bücher über die Liebe gelesen. Sie haben Artikel gelesen, Fernsehsendungen gesehen. Allerdings werden Sie feststellen, dass absolut nichts Ähnlichkeit mit dem hat, was Sie auf den folgenden Seiten lesen werden. Eines ist sicher: Dieses Buch wird Ihr Liebesleben verändern, so, wie es auch das der Heldin verwandelt hat.
Eines jedoch ist dafür unerlässlich: Gehen Sie ganz offen an dieses Buch heran, ohne Vorurteile. Denn nur so können Sie es wirklich in seiner Gänze erfassen.
1
DER ANFANG VOM ENDE
Paris, 26. Januar
„Sie behaupten: Die Liebe ist ein Riesenschwindel ... Finden Sie nicht, dass Sie damit ein bisschen zu weit gehen? In unserer Sendung heute Morgen, aber auch in Ihren Artikeln und Interviews, ist Ihr Tenor immer der gleiche: Sie verreißen die Liebe und die Paarbeziehung! Wenn das keine Provokation ist, dann weiß ich es auch nicht!“
Wir waren zu dritt im Studio. Hinter der Scheibe wachte der Techniker über sein Schaltpult. An dem düsteren, abgeschotteten Ort hatte das Interview inzwischen die Züge eines intimen Gesprächs angenommen.
Seit fast einer Stunde hatte mich jetzt schon der Starmoderator eines großen nationalen Radiosenders im Kreuzverhör. Seinen Namen verrate ich hier lieber nicht: Eine unerhörte Frage folgte der nächsten. Aber statt ihm zu sagen, was ich von ihm hielt, antwortete ich lächelnd: „Das ist keine Provokation, nur eine Feststellung! Aufgrund von persönlichen Erfahrungen, aber auch von vertraulichen Aussagen von Hunderten Männern und Frauen, die ich für meine Artikelserie zum Thema Liebe befragt habe. Bei ihren Geständnissen war mir nicht nach Scherzen zumute, das können Sie mir glauben! Sie haben mir jede Illusion über die Beziehung zwischen Mann und Frau genommen. Die Liebe ist ein Riesenschwindel, dabei bleibe ich, und dazu stehe ich!“
Jetzt übernahm wieder die Kollegin meines Interviewers das Wort. Ebenfalls nicht besonders geschickt, hatte sie mir von Anfang an immer wieder widersprochen. War es Eifersucht wegen des ganzen Medienrummels um meine Recherchen über die Liebe? Oder Eifersucht einer Frau auf eine andere? Wahrscheinlich beides.
„Sie sind jung, attraktiv und prominent. Sie müssen großen Erfolg bei den Männern haben, behaupten Sie mir jetzt bitte nicht das Gegenteil! Wie kann eine Frau wie Sie so der Liebe misstrauen? Ich kann das einfach nicht nachvollziehen ...“
In diesem Stil machte sie weiter, es sprudelte förmlich aus ihr heraus. Was wusste sie eigentlich von meinem Liebes- und Sexleben? Nicht besonders viel, denn wenn sie mehr gewusst hätte ... Erneut riss ich mich zusammen, um nicht auf sie loszugehen: „Glauben Sie wirklich, dass eine junge, hübsche Frau zwangsläufig Glück in der Liebe hat? Dass sie in jedem Fall immer die Gewinnerin ist? Dann täuschen Sie sich aber gewaltig, denn oft passiert genau das Gegenteil. Und ich werde es Ihnen beweisen.“
Sie glaubte, mich zum Schweigen bringen zu können, indem sie versuchte, lustig zu sein: „Besser jung und schön als alt und hässlich, da sind sich wohl alle Hörerinnen mit mir einig!“
An dieser Stelle begann ich unangenehm zu werden: „Zum Glück sind Sie ja auch jung und schön. Denn wenn Sie sich allein auf Ihren Humor verlassen müssten, dann würden Sie den Mann Ihres Lebens so schnell wohl nicht finden!“
Offenbar hielt ihr Kollege es für klug, unser Gespräch an dieser Stelle zu beenden, bevor es in einen Zickenkrieg ausartete: „Liebe Sandrine Rochas, Sie kennen ja das Prinzip unserer Sendung: Unsere Hörer stellen unseren Gästen live Fragen. Es wird Zeit, ihnen das Wort zu überlassen, denn unsere Telefonzentrale steht kurz vorm Kollaps!“
Der erste Hörer warf eine Frage auf, die mich seit einiger Zeit selbst beschäftigte: „Mit Ihren Artikeln über die Liebe sind Sie in kurzer Zeit berühmt geworden, sie finden große Beachtung. Fürchten Sie nicht, dass Sie vielen Männern und Frauen den Mut und die Zuversicht nehmen, wenn Sie sich so negativ über Liebe und Sex auslassen? Und damit vielleicht sogar Trennungen und Scheidungen verursachen?“
Sein Tonfall war nicht aggressiv, die Argumentation durchaus schlüssig. Ich antwortete ganz ehrlich: „Das Risiko, Trennungen zu beeinflussen, existiert, ja. Das ist mir völlig bewusst. Aber liegt es nicht vor allem daran, dass die Liebe eine flüchtige Illusion ist, dass es so viele Scheidungen und Trennungen gibt? Meine Artikel gibt es nicht umsonst. Ich sage lieber die Wahrheit, auch wenn sie nicht rosig ist, statt den Mythos einer idyllischen Liebe aufrechtzuerhalten, die in Wirklichkeit in über der Hälfte der Fälle in einem trostlosen Knast endet. Vorsicht ist besser als Nachsicht: Nur wenn man der Realität der Beziehung zwischen Mann und Frau ins Auge sieht, hat man die größten Chancen, weniger Enttäuschungen zu erleben ...“
Überzeugt, mich in die Enge treiben zu können, unterbrach mich die Moderatorin: „Sie sprechen von der Realität der Beziehung zwischen Mann und Frau ... Kann es sein, dass es sich dabei eher um ganz persönliche, verbitterte, demoralisierende Vorurteile handelt?“
Sie hatte mich herausgefordert, also gab ich es ihr postwendend zurück: „Dann sehen Sie sich doch mal um! Sie sind weder blind noch taub! Die Tatsachen sprechen für sich: Noch nie hat es so viele Scheidungen und Trennungen gegeben! Jeder von uns hat dafür Beispiele in seinem Umfeld. Und die ganzen Patchworkfamilien, von denen es auch immer mehr gibt, sind auch nicht meine Erfindung!“
Aber sie wollte nicht lockerlassen: „Werfen Sie jetzt bloß nicht alles durcheinander! Das ist die Zeit, in der wir leben, mit der Liebe hat das gar nichts zu tun!“
„Dann erzählen Sie das mal den Frauen und Männern, die aufrichtig an ihre Gefühle geglaubt haben, aber nur eines dafür bekommen haben: große seelische Einsamkeit, unter der sie jeden Tag zu leiden haben!“
Während die Moderatorin noch nach einer Antwort suchte, ergriff der Hörer wieder das Wort: „Aber trotzdem gibt es ja auch glückliche Paare!“
„Ich behaupte ja auch gar nichts Gegenteiliges, aber Sie müssen zugeben, dass sie selten sind. Wenn Sie die Scheidungen, die Trennungen und die Paare zusammenrechnen, die resigniert haben und zusammen ein mittelmäßiges Leben führen, oder die gezwungenermaßen aus materiellen Gründen zusammenbleiben, dann bleibt nicht mehr viel Platz für das Glück zu zweit ...“
Er war ein aufrichtiger Mensch und stimmte mir am Ende zu: „Ja, da haben Sie leider recht ...“
Eine weitere Hörerin ergriff das Wort: „Ich gebe Sandrine Rochas vollkommen recht, und alle meine Freundinnen auch. Ich bin seit 12 Jahren verheiratet, und wenn die Kinder nicht wären, hätte ich mich schon längst scheiden lassen. Für mich lässt sich unser glückliches Leben zu zweit auf drei idyllische Monate zusammenfassen ... Seitdem ist es katastrophal. Jeden Tag Streit. Liebe, Harmonie und Glück zu zweit, ich weiß gar nicht, was das überhaupt ist! Ich finde mich in Ihren Artikeln vollkommen wieder ... Ich habe gehört, dass Sie an einem Buch schreiben. Stimmt das?“
„Ja. Ich kann Ihnen sogar schon den Titel nennen: Die Liebe: eine einzige Katastrophe!“
„Ich bin gespannt darauf. Ab wann kann man es kaufen?“
„Nach den Sommerferien.“
Ein weiterer Anruf eines sehr wütenden Hörers kam herein: „Sie haben recht: Die Liebe ist eine verdammte Katastrophe! Man muss völlig blind oder bewusstlos sein, um daran zu glauben!“
„Das habe ich nie gesagt!“
„Nein, aber ich bin mir sicher, dass Sie so denken!“
„Das stimmt so nicht! Ich sage, dass wir sehr wenig über die Liebe wissen. Das ist nicht dasselbe. Und wenn wir so wenig wissen, dann deshalb, weil man uns von klein auf mit Ammenmärchen indoktriniert, so sieht es aus!“
„Kann sein. Aber wenn Sie schon behaupten, für die Wahrheit einzustehen, dann seien Sie auch konsequent!“
„Und das heißt?“
„Geben Sie zu, dass Frauen Liebe und Gefühle in Wahrheit komplett egal sind. Sie haben nur eines im Kopf: einen Dummen zu finden, der ihnen materielle Sicherheit gibt!“
„Da haben Sie aber vergessen, dass heute die meisten Frauen arbeiten und ihren Teil zum gemeinsamen Budget beitragen ...“
„Ja, das ist genau das, was die feministischen Schlampen immer erzählen!“
Hier zeigte der Starmoderator die richtige Reaktion: „Bleiben Sie bitte anständig! Sonst kann ich Sie leider nicht weiterreden lassen!“
Mitten in den Tumult kam ein weiterer Anruf. Eine Frau, nach der Stimme zu urteilen sehr jung:
„Also wissen Sie, man muss nicht besonders tief graben, um den Macho zu finden, der in jedem Mann schlummert! Aber deswegen rufe ich gar nicht an. Auch ich stimme Sandrine Rochas zu: Die Liebe ist einfach nur Unsinn! Man muss wirklich total naiv sein, um daran zu glauben!“
„Bitte erklären Sie uns das ...“
„Der Anrufer gerade hat gesagt, dass Frauen nur an eines denken. Und was ist mit den Männern? Sie sind doch geradezu besessen von Sex! Ihr ganzes schönes Gerede hat doch nur einen Zweck: Frauen ins Bett zu kriegen! Danach geben sie einem entweder den Laufpass oder betrachten einen als Möbelstück. Dann ist man nur noch das Dienstmädchen für alles, jederzeit verfügbar für die schnelle Nummer, wenn ihnen danach ist! Nennen Sie das etwa Liebe?“
Die Moderatorin, die beim Zuhören kritisch den Mund verzogen hatte, warf ein: „Finden Sie nicht, Sie übertreiben da jetzt etwas?“
Aber die junge Frau ließ sich nicht von ihrer Meinung abbringen: „Übertreiben? Auf keinen Fall! Fragen Sie mal die Frauen in Ihrem Umfeld, die allermeisten werden mir recht geben: Dauerhaft glückliche Paare gibt es nicht! Man muss schon wirklich dumm sein, um daran zu glauben!“
Und sie fügte hinzu: „Bravo, Sandrine! Kämpfen Sie weiter, um den Frauen endlich mal die Augen zu öffnen. Dann bewahren Sie sie vielleicht davor, die Ammenmärchen zu glauben, die ihnen schon viel zu lange aufgetischt werden!“
Mein Interviewer schien sich selbst für sehr witzig zu halten, als er bemerkte: „Jetzt kommt man sich hier schon fast wie auf einer Feministinnentagung vor ...“
Da ich keinen Mucks von mir gab, beeilte er sich, einen weiteren Anruf entgegenzunehmen.
Diesmal behielt er seinen Unmut für sich. Was die Hörerin zu sagen hatte, war nicht dazu geeignet.
„Ich habe mir die komplette Sendung bis jetzt angehört. Ich möchte Ihnen sagen, dass ich Ihnen nicht zustimme; ich bin empört, was Sie hier sagen. Ich glaube an die Liebe! Ich bin 48. Als ich meinen Partner kennenlernte, war ich 26. Wir waren immer glücklich und haben uns sehr geliebt, das garantiere ich Ihnen! Leider starb er vor sechs Jahren bei einem Verkehrsunfall. Er fehlt mir unendlich. Seit seinem Tod komme ich fast um vor Einsamkeit, es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an ihn denke.“
Der Moderator antwortete prompt mit der übertrieben traurigen Stimme eines schlechten Schauspielers: „Seien Sie überzeugt, dass wir alle aus tiefstem Herzen bei Ihnen sind.“
Die Hörerin fuhr fort: „Vielen Dank, das berührt mich. Aber ich möchte gerne wissen, was die ‚Liebes-Spezialistin‘ Sandrine Rochas von meiner Meinung hält.“
Mit einem spöttischen Lächeln wandte sich die Moderatorin an mich: „Sandrine, was antworten Sie dieser Hörerin, deren bewegender Fall Ihre systematische Abwertung der Liebe widerlegt?“
Sie glaubte, mich endlich in die Enge getrieben zu haben. Ihr Lächeln war triumphierend.
„Zuerst einmal möchte auch ich ihr mein aufrichtiges Mitgefühl versichern. Aber dann möchte ich ihr auch sagen, dass man aus vergangenem Glück nicht schließen kann, dass es die Liebe gibt ...“
„Warum?“, fragte der Starmoderator, ausnahmsweise mal ernst und aufmerksam.
„Weil ihre Aussage meiner Meinung nach nur eines beweist ...“
„Und das wäre?“, fragten meine beiden Interviewer im Chor.
„Das, was wir Liebe nennen, ist lediglich ein Ausdruck der Angst vor Einsamkeit, die in jedem Menschen vorhanden ist. Oder zumindest bei der großen Mehrheit. Ich werde nur eine einzige Tatsache anführen, obwohl ich Ihnen noch viele weitere nennen könnte: Die Hörerin sagt selbst, dass sie seit dem Tod ihres Partners vor Einsamkeit fast umkommt. Es ist genau diese Einsamkeit, wegen der sie leidet, nicht der Verlust einer Liebe, die einfach nur das Produkt ihrer Einbildung war ...“
Sofort unterbrach mich die Hörerin empört: „Ich habe meinen Partner wirklich geliebt, und er mich auch, und ich verbiete Ihnen, das Gegenteil zu behaupten!“
Ich hatte Mitleid mit ihr, aber nicht derart, dass ich jetzt gegen meine eigene Überzeugung sprach: „Bitte verstehen Sie mich nicht falsch! Ich sage weder, dass Sie und Ihr Partner keine tiefen Gefühle füreinander hatten, noch, dass Sie nicht zutiefst glücklich zusammen waren. Ich sage nur, dass diese Gefühle nur der unbewusste Ausdruck der Angst vor Einsamkeit waren, die in jedem von uns existiert. Denn ich sage es gerne noch mal: Die Liebe gibt es nicht! Sie ist nur eine Illusion mit dem einzigen Ziel, uns diese Angst zu ersparen.“
Die Hörerin ersparte sich jeden Kommentar und legte wütend auf.
Kurzes Schweigen in der Leitung, dann reagierte der Moderator und nahm einen weiteren Anruf entgegen.
Eine halbe Stunde später war die Sendung zu Ende. Zwei Drittel der Anrufer, Frauen und Männer gleichermaßen, waren auf meiner Seite. Einmal mehr zeigte mir die Erfahrung, dass ich nicht die Einzige war, die sich weigerte, an dieses inhaltsleere Wort Liebe zu glauben. Spaß machte mir das alles nicht. Es gefällt mir nicht besonders, Träume zu zerstören. Außer, wenn sie gefährlich sind, weil sie zu schmerzhaften Enttäuschungen führen.
Das übrige Drittel der Anrufer bestand aus Liebes-Groupies. Männer und Frauen, die felsenfest an die Liebe glaubten. Ich konnte es ihnen nicht verübeln: Auch ich hatte einmal daran geglaubt ...
Ich sprach kurz mit dem Regisseur, dann vermeldete der Moderator, dass die Anrufe sämtliche Rekorde gebrochen hatten. Sofort schlug er mir ein weiteres Interview in den kommenden Wochen vor. In den Augen der Moderatorin sah ich Wut. Nur um sie zu ärgern, stimmte ich zu!
2
DÜSTERE LIEBESORAKEL
Nach der Radiosendung wollte das Studioteam noch gemeinsam etwas trinken gehen, aber ich lehnte dankend ab. Ich zog es vor, alleine in einer Brasserie in der Nähe der Champs-Elysées „wieder runterzukommen“.
Es war noch nicht besonders viel los, der große Ansturm würde erst gegen Mittag kommen. Ich ließ mich in einer ruhigen Ecke nieder und bestellte mir einen Irish Coffee, mein Lieblingsgetränk zu jeder Tages- und Nachtzeit. Draußen verdüsterte sich der Himmel zusehends, dann begann eisiger Regen zu fallen. Wie schaurig! Bei dem Wort fiel mir mein Gefühlsleben ein. Auch das war einfach nur schaurig! Eine lange Reihe von Fehlschlägen ...
Obwohl ich anfangs „alles hatte, um glücklich zu sein“, wie die Leute immer sagen, die reden, ohne nachzudenken. Wenn sie wüssten ... Wenn sie sich nur mal für einen kurzen Augenblick in die Lage derjenigen versetzen würden, über die sie urteilen ...
Während meines Studiums hatte ich einige Beziehungen. Flüchtige Affären, nichts Ernstes. Wir machten uns keinen Kopf darüber, ob wir unser Leben zusammen verbringen wollten. Wir wussten ganz genau, dass es nicht so weit kommen würde. Man gefiel sich, man verstand sich. Das Leben genießen, mit Freunden Spaß haben und Sex haben, wenn wir Lust darauf hatten, das war alles, was zählte. Irgendwann war dann ganz entspannt Schluss, und wir blieben gute Freunde. Bei alldem war nicht ein Funken Liebe im Spiel! Nur Spaß.
Ein paar Jahre später glaubte dann auch ich, die große Liebe gefunden zu haben, von der alle Teenager schwärmen. Ich war 26. Gerade war ich von der Redaktion einer Klatschzeitschrift als Praktikantin eingestellt worden. Eines Tages bat mich mein Redaktionsleiter, Bertrand S. zu interviewen, einen berühmten Rechtsanwalt, der fast mehr Zeit in TV- und Radiostudios verbrachte als im Gerichtssaal! Von sich reden zu machen, war das Einzige, was ihm wirklich wichtig war. Selbstverständlich, um danach die Kohle einzufahren!
Damals war er noch nicht ganz so bekannt. Er war in den Dreißigern, sah gut aus, hatte unglaublichen Charme und eine tiefe, samtweiche Stimme, bei der einem köstliche Schauer den Rücken hinunterliefen. Zumindest ging es mir so bei unserem Interview. Als angehende Journalistin kam ich mir vor wie eine verpickelte Studentin vor Brad Pitt höchstpersönlich. Worüber sprachen wir? Ich weiß es nicht mehr. Um ehrlich zu sein, war es mir völlig egal, sogar schon während des Gesprächs. Ich hatte nur noch Augen für ihn.
Nach dem Interview lud er mich in ein Restaurant im Bois de Boulogne ein, mit tollem Geschirr und Seeblick. Aber ich sah nichts davon: Ich schwebte förmlich. Und in den Wochen darauf schwebte ich dermaßen hoch, dass wir drei Monate später verheiratet waren. Ein Schnellschuss! Ich war glücklich. Und hielt mich für unsterblich verliebt.
Es dauerte nicht lange, bis ich von meiner kleinen Wolke wieder herunterkam und mich mit einer Realität konfrontiert sah, die ich so überhaupt nicht erwartet hatte!
Von den Flitterwochen an ging es abwärts. Mein Mann wollte unbedingt nach Kenia. „Ein kompletter Umgebungswechsel, leidenschaftlicher Sex vor exotischer Kulisse, traumhafte Fotosafaris, nur wir zwei“, hatte er versprochen. Von wegen!
Leidenschaftlicher Sex? Da kannte ich aus meinen ersten Beziehungen aber wesentlich Besseres. Auch das ein Schnellschuss! Kaum hatten wir angefangen, war es auch schon wieder zu Ende.
Exotische Kulisse? Stimmt, allerdings nur, wenn wir mal aus den Hilton-Lounges herauskamen. Bertrand schwadronierte lieber vor den anderen Gästen über seine Heldentaten am Zeugenstand. Pausenlos. Nach ein paar Tagen drehten sie sich auf dem Absatz um, sobald sie ihn aus der Ferne erblickten.
Traumhafte Fotosafaris mitten im Buschland? Mein Mann ließ sich in sämtlichen Outfits ablichten und filmen, als Haudegen hinterm Steuer eines Range Rover, der allerdings ständig vor dem Hoteleingang geparkt war, an der Seite eines dressierten Löwen - ein geruhsamer Opi, der frei im Park lebte, um dem Ganzen ein bisschen Lokalkolorit zu verleihen ... Ein altes Tier, das völlig ungefährlich war und keinen einzigen Zahn mehr hatte. Der ideale Handlanger für einen Pariser Rechtsanwalt, der sich für Tarzan persönlich hielt!
Nur wir zwei, ganz allein? Wo und wann? Bertrand erinnerte sich nur beim Essen und beim abendlichen Express-Kuschelsex an mich.
Am Ende der Flitterwochen trat bei mir dann langsam Ernüchterung ein, wobei ich mir aber trotzdem weiter noch ein paar Illusionen bewahrte. Naiv, wie ich damals war, fand ich für meinen Mann Entschuldigungen: Er war jung und nahm sich aufgrund seiner ersten beruflichen Erfolge selbst ein bisschen zu ernst. Aber das würde sich geben, da war ich mir sicher.
Einige Wochen nach unserer Rückkehr nach Paris wurden mir dann wirklich die Augen geöffnet. Ich hatte einen Mann geheiratet, der sich als jemand völlig anderes entpuppte. Man hätte meinen können, er hätte eine gespaltene Persönlichkeit. Bei unseren Freunden und Bekannten, bei seinen Klienten war er ein charmanter Mann, zuvorkommend, immer mit einem Lächeln auf den Lippen. Bei mir, wenn wir alleine waren, wurde er schlichtweg scheußlich. Egoistisch und narzisstisch. Ein Rachegott, der auf die Erde herabgestiegen war. Absolut unausstehlich! Und bei alldem auch noch abwertend! Bei jeder Gelegenheit kritisierte er mich, hatte an allem und egal woran etwas auszusetzen, vor allem egal woran. Und da er dabei nicht zimperlich mit mir umging, fühlte ich, wie ich von Tag zu Tag immer mehr verblödete. Noch schlimmer aber war, dass ich mich tatsächlich am Ende selbst für völlig uninteressant hielt.
Ich war in die Falle getappt, die schon sehr viele Frauen ins Unglück gestürzt hat. Ich hatte festgestellt, dass mein Mann untragbare Fehler hatte, war mir aber sicher, dass ich es mit viel Geduld und Überzeugung schaffen würde, ihn zu ändern. Welche verliebte Frau hat genau das nicht auch schon einmal gedacht? Aber das ist eine Illusion, für die man immer extrem teuer bezahlt! Man kann einen Menschen nicht ändern, niemals! Ich brauchte einige Zeit, bis mir das auf meine eigenen Kosten klar wurde.
Mehr als drei Jahre lang lebte ich, was ich heute meine „düstere Zeit“ nenne. Obwohl „leben“ ein großes Wort ist, „überleben“ wäre wohl der bessere Ausdruck. Ich fühlte mich wie eine Kerze, deren Flamme ganz langsam erstickt.
Am seelischen Tiefpunkt angelangt, hatte ich jegliches Selbstvertrauen verloren, schleppte mich mühsam dahin, ohne Spaß oder Freude, auf etwas wartend, das nie kam. Ich hatte auf nichts mehr Lust, und am Ende kündigte ich bei der Klatschzeitschrift, bei der ich meine erste Arbeitsstelle gefunden hatte. „Du warst weniger als ein Schatten deiner selbst!“, sagen mir heute die Freunde, die mich damals kannten.
Das hinderte mich aber nicht daran, mich an Bertrand zu klammern. Weil ich ihn ja immer noch liebte. Schon lange hatte seine Stimme keine Wirkung mehr auf mich. Und auch der Rest nicht! Aber es gab für mich einen Beweggrund, den ich jetzt absurd finde: Ich hatte Angst, mich ohne ihn komplett verloren zu fühlen. Ich war abhängig von unseren Gewohnheiten, von meinem Status als verheiratete Frau.
Es war eine schallende Ohrfeige, die mir sozusagen den Todesstoß gab und aus dieser düsteren Zeit herauskatapultierte. Gutmeinende Freundinnen hatten sich organisiert, um mir zu offenbaren, was bereits alle wussten. Mein Mann betrog mich mit allem, was ihm unter die Finger kam: Praktikantinnen, Klientinnen, Kolleginnen, Bekannte ... Für mich ein heilsamer Elektroschock! Noch am selben Tag reichte ich die Scheidung ein und zog in ein Hotel.
Ein Jahr später wurde das Urteil gefällt, ich war ihn endgültig los. Inzwischen hat er eine Bankierstochter geheiratet. Immer noch genauso clever, wenn es ums Geld geht! Seine neue Frau betrügt er genauso wie mich damals. Aber sie macht sich nichts draus: Sie steht mehr auf Frauen. Was mich betrifft, war ich 31, und mein Leben fing noch einmal ganz von vorne an.
Ich weiß nicht, ob es Kompensation war oder es daran lag, dass ich wieder Freude an allem fand, aber in den folgenden Monaten hatte ich ein äußerst reges Sexleben. Immerhin gab es ja auch einiges nachzuholen. Meine Ehejahre ließen sich zu einer langen Wüstendurchquerung zusammenfassen. Kein Verlangen, keine Lust, sogar alleine nicht, keine Fantasien. Annäherungen meines Mannes ertrug ich nicht mehr. Schon der Gedanke daran machte mich ganz krank. Es stieß mich förmlich ab. Am Ende fragte ich mich, ob ich eigentlich anormal geworden war, vielleicht ja sogar eine Lesbe, oder irgendein frigides Monster, was meine Verfassung nur noch weiter Richtung Nullpunkt zog.
Was dann folgte, beruhigte mich letztendlich aber schnell. Die Kerle gaben sich bei mir und auch an anderen Orten die Klinke in die Hand. Eine Ecke im Büro, ein einsames Wohnzimmer, ein Treppenhaus, ein Autorücksitz waren genug. Spaß war zur einzig wichtigen Sache geworden. Das körperliche Vergnügen, das Glück, mich endlich wieder als verführerische, begehrte Frau zu fühlen, die imstande war, ihren aktuellen Partner zu befriedigen. In all dem gab es keinen Platz für so einen Quatsch wie die Liebe, von dem die jungen Mädels sich so blenden lassen ...
Sobald ich ein bisschen Zärtlichkeit und Spaß bekommen hatte, sagte ich meinen One-Night-Stands auch schon wieder goodbye. Meistens fiel es ihnen schwer, das so hinzunehmen, es kam ihnen komisch vor, so schnell von einer Frau wieder fallen gelassen zu werden. Ich muss zugeben, dass es mir eine Genugtuung war, sie mit ihren eigenen Waffen zu schlagen. Alle der Reihe nach! Es geschah ihnen recht!
Wir versprachen uns, uns bald wieder für eine neue Runde Bettgymnastik zu verabreden. „Verlass dich drauf, mein Freund!“ Ich hatte keine Absicht, mein Versprechen zu halten. „Der eine kommt, der andere geht“, wie die Männer es so elegant ausdrücken! Rückblickend finde ich es ziemlich erbärmlich, wie ich mich unbewusst an ihnen rächte. Stolz kann ich darauf sicherlich nicht sein! Ein weiterer Fehlschlag also, den ich meiner Reihe von Enttäuschungen hinzufügen konnte.
Mein freies Single- oder Lotterleben, wie man eben will, führte ich weiter bis zu dem Tag vor vier Jahren, als ich Serge begegnete. Er gefiel mir sofort. Groß, kräftig, gediegen. Nicht wirklich schön, aber solide.
Solide, genau das ist das Wort. Das genaue Gegenteil meines Exmannes.
Ich liebte ihn nicht - an dieses Gefühl glaubte ich schon lange nicht mehr, ich sage es nochmals. Aber ich empfand echte Sympathie und nicht wenig Bewunderung für ihn, was mir wesentlich wichtiger erschien als dieser sentimentale Quatsch, der so schnell verfliegt und von dem man sich ewig nicht erholt.
Ich hatte ihn auf einem Presseempfang bei einem Cocktail kennengelernt, anlässlich eines Filmstarts, an den ich mich nicht mehr erinnere. Er war Auslandskorrespondent für einen TV-Sender, ich war gerade von der Frauenzeitschrift eingestellt worden, für die ich seitdem arbeite. Wir mochten uns direkt, und eine halbe Stunde später ergriffen wir gemeinsam die Flucht vor den Langweilern, von denen es auf solchen Empfängen nur so wimmelt.
Müsste ich einen Jungmädchenroman schreiben, dann würde ich jetzt sagen, dass wir von diesem Augenblick bis an unser Lebensende zusammenblieben. Aber so war es nicht. Wir verbrachten ein tolles Wochenende in Deauville, das stimmt. Aber am Montag darauf reiste Serge für eine Reportage nach Südamerika, wo gerade Arbeiterdemonstrationen begonnen hatten, und ich nach England, um Prinz Charles zu interviewen.
Unsere Beziehung entwickelte sich analog zu dieser kurzen, ungewissen ersten Begegnung. Zwischen zwei Reportagen liefen wir uns über den Weg und hatten nur Zeit, um uns kurz zu treffen und ein paar schöne Momente miteinander zu teilen, bevor dann jeder wieder seine Koffer packte oder er zum Beispiel ans andere Ende der Welt reiste und ich allein in Paris zurückblieb.
So merkwürdig das klingt, aber damals litt ich an der Einsamkeit noch mehr, als wenn ich niemanden in meinem Leben gehabt hätte. Abwesenheit ist ganz schön schmerzhaft, wenn sie öfter vorkommt. Und eine Telefon- oder E-Mail-Beziehung ist auf Dauer frustrierend. Alles in allem verstanden wir uns gut, Serge und ich, aber das alle Jubeljahre mal.
Ich weiß nicht, was wir hätten anders machen können. Er liebte seinen Job, ich meinen. Es konnte nur so weitergehen, bis wir Rentner waren. In unserem letzten Beziehungsjahr sprachen wir, wieder einmal am Telefon, gemeinsam darüber und beschlossen, uns zu trennen. Wir sind gute Freunde geblieben. Manchmal treffen wir uns zufällig in Paris oder anderswo. Wir nutzen die Gelegenheit, indem wir zusammen essen und uns alles Schöne vorstellen, was wir gemeinsam so gemacht hätten ...
Seit fast zwei Jahren habe ich niemanden in meinem Leben und beklage mich nicht darüber. An Gelegenheiten mangelt es mir nicht. Wie es diese Schnepfe von Moderatorin ausdrückte, sehe ich ganz gut aus und gefalle auch. Aber in meinen Beziehungen mit Männern habe ich so viel gelitten, dass ich lieber vernünftig bleibe und sie auf Abstand halte. Je weiter sie von mir weg sind, umso besser geht es mir. Wenn ich ganz ehrlich mit mir selbst bin, muss ich zugeben, dass ich Angst habe, mich wieder in eine Beziehung zu stürzen.
Angst, wieder zu leiden und einem neuen Fehlschlag entgegenzusteuern, der das Fass zum Überlaufen bringen würde. Ich habe genug eingesteckt und fühle mich nicht mehr stark genug, um vorhersehbare Enttäuschungen zu ertragen.
Und genau, als mir diese Angst wirklich bewusst wurde, kam mir die Idee, die Artikelserie über Liebe und Gefühlsegoismus zu schreiben, mit der ich dann bekannt wurde. Ich bin die Erste, die von diesem Erfolg überrascht ist.
Es ist wirklich eigenartig, der neue Medienliebling zu sein.
Mein Ziel war das nicht. Ich - die „Meisterin der Manipulation in der Liebe“? Von wegen! Um das zu behaupten, müsste man schon bösgläubig oder verdammt eifersüchtig sein. Als ich mit meinen Recherchen anfing, wollte ich herausfinden, ob ich zu desillusioniert war, um überhaupt noch Liebe zu sehen, wenn sie vorhanden war, oder ob ich guten Grund hatte zu glauben, dass es sich nur um eine Illusion handelte. Die Antwort bekam ich. Und seitdem versuche ich, meinen Leserinnen und Lesern schmerzhafte Enttäuschungen zu ersparen. Übrigens bereite ich gerade eine neue Artikelserie über dasselbe Thema vor und habe mein Manuskript von Die Liebe: eine einzige Katastrophe! fast fertig!
Ein Klingeln riss mich aus meinen düsteren Gedanken. Die Brasserie war jetzt brechend voll, draußen goss es in Strömen. Ich brauchte einige Sekunden, bis ich begriff, dass mein Handy klingelte. Es war meine Chefredakteurin: „Ich habe dein Interview heute Morgen gehört.“ (Sie macht sich nie die Mühe, sich erst mal vorzustellen.) „Du warst großartig, groß-artig! Wie immer ...“
So ist sie eben, enthusiastisch, exzessiv, hyperdynamisch, anstrengend. Im selben Ton fügte sie hinzu: „Und deine Idee, das Gefühl von Liebe mit der Angst vor Einsamkeit zu verbinden: Klasse! Du musst einen Artikel darüber schreiben. Das wird super ankommen.“
„Wann du willst, Christine ...“
„Sofort. Ich reserviere dir vier Seiten in der Novemberausgabe ...“
Sie hielt inne.
„Aber ich rufe wegen etwas anderem an. Du musst mir einen großen Gefallen tun ...“
Na das klang ja zu schön ...
„Ja?“
„Stell dir vor, Bruce Willis ist am Wochenende in Cannes. Ich habe es gedeichselt, dass er uns ein Exklusivinterview gibt. Ex-klu-siv ...“
Ich wusste nur allzu gut, worauf sie hinauswollte, aber ich gab die Ahnungslose: „Hut ab! Du bist wirklich genial!“
Sie begriff, dass sie sich etwas mehr Mühe geben musste, um mich zu überzeugen.
„Stell dir vor, ich hatte letzten Monat die Top-Journalistin Cécile darauf angesetzt. Und pass auf, du wirst nicht erraten, was sie sich jetzt erlaubt hat!“
„Nein!“
„Sie liegt im Krankenhaus. Akute Nierenkolik. Da hat sie sich wirklich genau den passenden Moment ausgesucht ...!“
Ich verkniff mir die Bemerkung, dass Cécile ganz sicher lieber das Wochenende in Cannes verbracht hätte, als sich im Krankenhaus unter Schmerzen zu winden. Ohne Umschweife fragte ich, um Zeit zu gewinnen: „Und du hättest gerne, dass ich sie aus dem Stegreif ersetze?“
„Ja sicher. Ich habe sonst niemanden. Wenn du mir diesen Gefallen tust, werde ich dir dafür bis in alle Ewigkeit dankbar sein ...“
Während sie weiter schwadronierte, schweifte mein Blick nach draußen. Es regnete immer noch wie aus Kübeln, das Licht war düster, und wenn man sich die eingemummelten Leute auf dem Bürgersteig ansah, musste es draußen sibirisch kalt sein. Alles, was es brauchte, um mir die Laune zu verderben. Es war Donnerstag, ich hatte nichts Dringendes in Paris zu tun. Ich fiel Christine ins Wort.
„Okay! Ich nehme den schönen Bruce, Cannes und die Sonne. Ich muss ein bisschen relaxen.“
„Ganz lieben Dank! Ich war mir sicher, dass du ja sagen würdest. Ich lasse dir noch heute Nachmittag dein Flugticket und deine Hotelreservierung zukommen. Du wirst im Martinez wohnen! Du siehst also, dass ich dich nicht zum Narren halte! Viel Spaß, Sandrine! Küsschen!“
Am nächsten Morgen flog ich los in Richtung Nizza.
Am Montag zurück in Paris fiel eisiger Nieselregen, fast, als würde es jeden Moment anfangen zu schneien. Das hatte es im September noch nie gegeben! Das Interview mit Bruce Willis, das von seinem Agenten organisiert worden war, war ohne Probleme abgelaufen, mit einem so niedlichen, charmanten Dolmetscher, dass ich ihn zum Mittagessen einlud und vielleicht noch einigem mehr ... Wir verbrachten das Wochenende am Strand und in meinem Zimmer. Als er dann am Sonntagmorgen ging, war ich jedoch zugegebenermaßen froh, wieder allein zu sein. Ich blieb auf der von Touristenhorden bevölkerten Terrasse des Martinez sitzen und machte mir Notizen für mein Buch. Ein süßer Italiener flirtete mich an, aber ich jagte ihn zum Teufel. Ich wollte meine Ruhe!
Bevor ich die Redaktion aufsuchte, ging ich noch kurz zu mir nach Hause. Ich nutzte die Gelegenheit, um meine persönlichen Nachrichten abzurufen. Freunde, die mir Neues von sich berichteten, Einladungen zu Cocktails oder Diskussionsabenden, fünf Interview-Angebote, ein paar Werbemails, die es irgendwie durch meinen Spamfilter geschafft hatten ... Also offenbar nichts Dringendes.
Eine E-Mail allerdings sprang mir mit ihrem Betreff ins Auge: „Düstere Liebesorakel“. Was sollte das denn heißen? Wieder mal eine dieser Viagra-Werbungen, von denen es im Netz nur so wimmelt? Ein schlechter Scherz? Und wenn nicht, was dann? Der Titel war in jedem Fall zugkräftig. Ich öffnete die Nachricht und las sie zweimal, um sicherzugehen, dass ich sie auch wirklich verstanden hatte ...
„Sehr geehrte Frau Rochas,
in Ihren Artikeln und Interviews äußern Sie eklatante Unwahrheiten. Es ist überraschend, so etwas von jemandem zu hören, der vorgibt, alles über Liebe und Beziehungen zu wissen. In Wirklichkeit ist alles, was Sie über Liebe, Sex und Beziehungen zu wissen glauben, absolut falsch.
Falsch und pures Gift für Ihre Leser!
Zunächst erlaube ich mir, ein paar Beispiele für die kategorischen Behauptungen zu nennen, die Sie ständig wiederholen:
Für ein Leben zu zweit ist es unerlässlich, sich gegenseitig Zugeständnisse zu machen.
Damit die Beziehung hält, müssen beide Partner füreinander gemacht sein
Man liebt im Leben nur einmal wirklich.
Um sich gut zu verstehen, muss man viele Gemeinsamkeiten haben.
Einige Menschen sind von Natur aus begabt im Bett, andere nicht.
Männer haben mehr Lust auf Sex als Frauen.
Männer sind Egoisten, vor allem beim Sex.
In der Liebe wie auch beim Flirten spielt das Aussehen eine wesentliche Rolle.
Wenn wir es vermeiden, viele Erfahrungen in Liebe und Sex zu machen, und auf unseren Seelenverwandten warten, steigern wir unsere Chancen, den idealen Partner zu finden.
Wenn der andere uns wirklich liebt, versteht er in jedem Fall, was in uns vorgeht, ohne dass wir es erst zum Ausdruck bringen müssen ...
Ich sage Ihnen ohne Umschweife: Diese Behauptungen sind nicht nur irgendwelche Prinzipien, sondern düstere Liebesorakel. Wundern Sie sich nicht, wenn Menschen, die sich daran halten, in ihrem Liebes- und Gefühlsleben zu leiden haben.
Außerdem sind Sie - wie so viele andere Frauen auch - Opfer der ‚romantischen Liebe‘ und gehören zu denjenigen, die sich noch nie die Zeit genommen oder die Mühe gemacht haben, das wahre Gesicht der Liebe zu entdecken. Das imstande ist, uns zur Verwirklichung unserer innigsten Wünsche zu beflügeln.
Es ist diese wahre Liebe, die ich Sie einlade zu entdecken, wenn Sie die Aufgabe akzeptieren, die ich Ihnen gerne anvertrauen würde. Denn ich weiß, dass es mit Ihren düsteren Predigten bald vorbei sein wird. In den kommenden zwei Wochen werden Sie erfahren, warum ... und inwiefern.
Mit freundlichen Grüßen Professor Mauro.“
Was für eine seltsame E-Mail! Und dann dieser Satz: „Denn ich weiß, dass es mit Ihren düsteren Predigten bald vorbei sein wird.“ Was war damit gemeint? Und von welcher Aufgabe war da die Rede?
Ich fing an nachzudenken, ich konnte nicht anders. Die Nachricht verbarg etwas, und dieses Etwas interessierte mich. Ein Erleuchteter oder Wahnsinniger hätte nicht in diesem Ton und Stil geschrieben. Seit ich zum Gesprächsthema in den Medien geworden war, hatte ich einen Blick für solche Leute bekommen. Berühmte Menschen, auch wenn sie wie ich erst in den Anfängen steckten, finden sie aufregend. Aber man lernt schnell, sie zu erkennen und dann wie die Pest zu meiden.
Nein, diese E-Mail war von einer ausgeglichenen, ruhigen, gebildeten Person geschrieben worden. Genau das faszinierte mich ja so. Umso erstaunlicher, ja skurril, war deshalb die Formulierung „düstere Liebesorakel“.
Was bedeutete diese Nachricht? War sie ernst gemeint oder nicht? Und wenn ja, musste ich sie als Drohung betrachten? Welche Form konnte sie dann annehmen? Verschwendete ich nicht meine Zeit damit, einen verborgenen Sinn in etwas zu suchen, was nur ein schlechter Scherz war?
Ich konnte noch so sehr nachgrübeln, letztendlich sah ich nur zwei Lösungen. Die E-Mail war ein schlechter Scherz einer meiner Kolleginnen, die eifersüchtig auf meinen Erfolg waren. Möglich. Frauen schenken sich nichts. Ein Herz und eine Seele, wenn es darum geht, Männer in den Dreck zu ziehen, aber untereinander wie reißende Tiere!
Oder aber die Nachricht sagte die Wahrheit ... für diesen Fall jedoch öffnete sich ein Abgrund an Fragen zu meinen Füßen.
Zuerst einmal: Wer war dieser mysteriöse Professor? Ich hatte noch nie von ihm gehört. Natürlich kannte ich nicht alles und jeden, aber trotzdem! Und dieser Name: Mauro?
Mir kam eine merkwürdige Idee: Mit den Buchstaben des Namens ließ sich das französische Wort für Liebe (Amour) schreiben ... Reiner Zufall? Oder ein Wink mit dem Zaunpfahl, der für mich persönlich bestimmt war, für mich, die sich dadurch bekannt gemacht hatte, dass sie nur Schlechtes über die Liebe verbreitet hatte?
Stopp! Wenn ich so weitermachte und in jeder Kleinigkeit einen geheimnisvollen Sinn suchte, würde ich unter Garantie paranoid werden.
Aber mich quälte noch ein anderer Gedanke. Ich musste der Realität ins Auge blicken ... Vielleicht sagte die E-Mail ja die Wahrheit, und ich war von Anfang an geblendet durch meine persönlichen Erfahrungen und lag auf der ganzen Linie falsch, was Liebe und Beziehungen anging. Andererseits hatte ich all die Behauptungen, die dieser Professor Mauro für absolut falsch hielt, tausendmal geschrieben, gesagt und wiederholt. Und ich war ehrlich und zutiefst davon überzeugt. Ja, ich war davon überzeugt, dass man sich für ein Leben zu zweit gegenseitig Zugeständnisse machen musste! Ja, ich war mir sicher, dass man eine Menge Gemeinsamkeiten haben muss! Ja, ich glaubte zu 100 Prozent, dass Männer Egoisten in Sachen Gefühle und Sex sind! Ja, ich glaubte felsenfest, dass einige Menschen von Natur aus gut im Bett sind und andere nicht! All dessen war ich mir absolut sicher. Und ich hatte es freiheraus und ehrlich niedergeschrieben.
Und selbst wenn ich akzeptieren konnte, dass ich vielleicht von Anfang an komplett falschgelegen hatte, dann doch sicher nicht auch Hunderte von Männern und Frauen, mit denen ich mich vorbereitend zu meinen Artikeln stundenlang unterhalten hatte. Und auch nicht die zahlreichen Zuhörer und Zuschauer, die meine Äußerungen in Radio- oder TV-Interviews bestätigt hatten. Ein Ding der Unmöglichkeit!
Sicherlich hatte ich meine persönlichen Erfahrungen mit hineingebracht, aber auch die von Tausenden anderer Menschen, die genau wie ich unter diesem Unsinn gelitten hatten, den man zu oft und viel zu leichthin „Liebe“ nennt. Andererseits ...
Was, wenn wir uns einfach alle geirrt hatten? Es war nur eine Hypothese, doch ich konnte sie auch nicht einfach so vom Tisch fegen. Meine Berufsehre verbot es mir, und es war nicht meine Art, nur aus Spaß und um von mir reden zu machen, Lügenmärchen zu erzählen.
Angenommen also, ich hatte mich geirrt ... Das bedeutete ja, dass der Verfasser der E-Mail wusste, wovon er sprach, und Informationen über Liebe, Sex und Beziehungen hatte, die mein ganzes Wissen über den Haufen werfen konnten. Der Knüller des Jahrhunderts! Die Möglichkeit faszinierte und ärgerte mich zugleich. Eines war jedenfalls sicher: Die Sache ging mir nicht mehr aus dem Kopf.
Und dann immer dieser seltsame Ausdruck „düstere Liebesorakel“ ... Was genau bedeutete er? Worte, die man gerne den Mitgliedern einer esoterischen Geheimgesellschaft in den Mund gelegt hätte, die sich in Mysterien hüllen. Eingeweihte vielleicht? Aber eingeweiht worin? Von wem? Mit welchem Ziel ...? Vielleicht ja auch eine Sekte? Warum nicht? Aber welche, und was mauschelte sie da ...?
Zum Glück wurden meine überhandnehmenden Gedanken vom Klingeln meines Telefons unterbrochen. Es war Solange, meine Sekretärin, die mich aus der Redaktion anrief: „Hallo Sandrine! Wie geht es Ihnen? Ist in Cannes alles gut gelaufen ...?“
Ich gestand ihr nicht, dass mir gerade Unmengen von Fragen im Kopf herumschwirrten, die begannen, mich ernsthaft verrückt zu machen: „Sehr gut! Ich habe ein tolles Interview mit Bruce Willis in der Tasche. Christine wird be-geis-tert sein ...!“
Gerade wollte ich gemächlich fortfahren, als Solange sich räusperte: „Bitte entschuldigen Sie, aber ich wollte Sie noch daran erinnern, dass in einer halben Stunde die Redaktionskonferenz anfängt ...“
Um Himmels willen, gut, dass sie mich angerufen hatte! Diese verflixte Redaktionskonferenz, ich hatte sie komplett vergessen! Es war die einzige jeden Monat, die wir auf keinen Fall verpassen durften, da wir dort das Inhaltsverzeichnis und das Seitenlayout der nächsten Ausgabe besprachen. Ich dankte Solange und legte auf.
Es gab nicht allzu viele Staus, 25 Minuten später war ich in der Redaktion. Gerade rechtzeitig! Doch bevor ich den Konferenzsaal betrat, nahm ich mir noch schnell die Zeit, unser EDV-Genie Bertrand zu bitten, im Internet alles über einen gewissen „Professor Mauro“ herauszubekommen und den genauen Ursprung der mysteriösen E-Mail herauszufinden, die ich erhalten hatte.
Nach der Konferenz meldete er mir, dass er keine Spur von einem Professor Mauro gefunden hatte und dass die E-Mail von einem Internetcafé in Lugano im Süden der Schweiz aus gesendet worden war. Mit anderen Worten war es unmöglich herauszufinden, wer der Absender war, und damit, der Spur von Professor Mauro oder der Person zu folgen, die mit diesem Namen unterschrieben hatte. Warum hatte der Verfasser der E-Mail solche Vorkehrungen getroffen? Sehr merkwürdig das alles!
Und warum Lugano? Ich kannte niemanden dort: keine Freunde, keine beruflichen Beziehungen, keine Kontakte jeglicher Art. Und so weit ging meine Berühmtheit ja dann auch nicht, sie beschränkte sich auf die französischsprachigen Länder, und in Lugano wird Italienisch gesprochen.
So viel Brimborium nur zum Spaß - mir kam das seltsam und eher unwahrscheinlich vor. Und wenn es kein schlechter Scherz war, was verbarg diese mysteriöse E-Mail dann? Nur zu gern hätte ich das gewusst.
All das machte die Frage nur noch quälender, die mir immer und immer wieder in den Sinn kam: Was, wenn Professor Mauro recht hatte? Wenn das, was wir alle über die Liebe zu wissen glaubten, falsch war? Diese Mutmaßung machte mich fast schwindelig, wenn ich an die Folgen dachte.
Wir müssten zugeben, dass jahrhunderte-, wenn nicht gar jahrtausendelang unsere Gefühls-, Sex- und Paarbeziehungen durch eine komplett irrige Auffassung von Liebe fehlgeleitet, verfälscht und durcheinandergebracht wurden ... „E-norm!“, würde Christine sagen. Und welche Aussichten sich damit eröffnen würden! Harmonische, glückliche Paarbeziehungen würden endlich jedem offenstehen, eine wahre Revolution der Denk- und Verhaltensweisen in Sachen Liebe!
Meine Fantasie ging mit mir durch. Und welche Aussichten sich auch mir damit eröffnen würden: die außergewöhnliche Gelegenheit, eine neue Artikel- und Bücherserie über die endlich entschleierte Wirklichkeit der Liebe zu schreiben. Natürlich würde ich öffentlich gestehen müssen, dass ich mich geirrt hatte. Aber welchen Einfluss das auf die öffentliche Meinung hätte! Der Erfolg wäre mir sicher. Und nicht nur in Frankreich, sondern diesmal in der ganzen Welt ...
Ich riss mich zusammen. Jetzt war ich aber gerade komplett abgehoben. Liebe ist Humbug, ich wusste das, ich war mir absolut sicher. Ich hatte so viele Beweise dafür ... Also war es unnütz und dumm, mich in komplett absurde Hirngespinste verwickeln zu lassen. Mich in meine Arbeit zu stürzen würde der beste Weg sein, um den Sinn für die Realität wiederzufinden. Und das tat ich dann auch.
Ich blieb in der Redaktion und schrieb in einem Rutsch meinen Artikel über die Liebe im Zusammenhang mit der Angst vor Einsamkeit. Nachdem ich ihn nochmals durchgelesen und ein paar Details korrigiert hatte, gab ich ihn Solange, damit sie ihn an meine Chefredakteurin weiterleitete. Ich hatte keine Lust darauf, dass Christine mich stundenlang mit dem neuesten Pariser Tratsch aufhielt, untermalt von Ausrufen wie „groß-ar-tig“, „un-glaub-lich“ und „fan-tas-tisch“, die mir furchtbar schnell auf die Nerven gingen.
Dann verbrachte ich zwei Stunden damit, postalisch die persönlichen Fragen einiger Leserinnen zu beantworten. Normalerweise kümmert sich Solange darum. Sie ist sehr gut darin. Aber ich beschloss, es selbst zu tun, um meinen Kopf zu beschäftigen und mich daran zu hindern, wieder in Fantastereien über die E-Mail des vermeintlichen Professor Mauro abzuschweifen.
Wenig später stellte ich allerdings fest, dass das nicht funktionierte. Regelmäßig wie ein Leitmotiv kam mir immer wieder ein Gedanke: Wenn die E-Mail die Wahrheit sagte ... Ich versuchte wirklich, ihn aus meinem Kopf zu vertreiben. Aber er nistete sich ein und bohrte eigensinnig und störrisch immer weiter: Wenn die E-Mail die Wahrheit sagte ...
Ich konnte nicht anders und ließ meine Antworten an die Leserinnen für heute sein. Ich klickte mich in meine Mailbox und sendete eine Antwort an Professor Mauro: „Geben Sie mir einen einzigen Beweis für Ihre Behauptungen, dann will ich vielleicht mehr über diese famose Aufgabe wissen, die Sie mir anvertrauen wollen. Ich wiederhole: vielleicht! Sandrine Rochas.“
Ich wusste, dass meine Reaktion völlig bescheuert war, wie wenn man sich in seinem Gefühlsleben nach den Ratschlägen einer Wahrsagerin richtet. Genauso wirkungsvoll wie die Flasche, die ein Schiffbrüchiger ins Meer wirft. Es gab nicht mal eine Chance zu einer Million, dass ich eine Antwort erhielt. Aber es war die einzige Lösung, die ich gefunden hatte, um mich zu beruhigen und zu versuchen, den Kopf wieder frei zu bekommen ...
Die zwei Wochen, die dann folgten, waren ziemlich merkwürdig. Mein Tagesablauf war die Hölle: Ich nahm an fünf Radio-Interviews und TV-Sendungen teil und arbeitete gleichzeitig wie verrückt an Die Liebe: eine einzige Katastrophe! Ich schrieb Artikel für die Zeitschrift, nahm an Gesprächen und Konferenzen teil. Ganz zu schweigen von den unvermeidlichen Pariser Premieren, „wo jeder, der wichtig ist, sich sehen lassen muss“: Cocktails, Einladungen zu Mittag- oder Abendessen ... Ich hatte nicht eine Sekunde für mich!
Aber trotzdem fand ich irgendwie Zeit, zwei- oder dreimal täglich meine E-Mails zu checken. Nichts, keine Antwort vom angeblichen Professor Mauro. Je mehr Tage verstrichen, umso mehr frustrierte mich dieses Schweigen. Ich ärgerte mich über meine Reaktion, die einfach nur albern war, aber ich konnte nun mal nicht anders. Bei diesem Tempo würde ich irgendwann meine gesamte Zeit mit der Nase am Bildschirm meines PCs verbringen!
In der zweiten Woche begann ich dann langsam wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzukommen. Meine Besessenheit - wenn die E-Mail recht hatte ... - nahm ab. Meine Fragen zur Identität von Professor Mauro wurden weniger dringlich. Und ich konnte leichter zugeben, dass diese blöde E-Mail wirklich nur ein Scherz war, und zwar noch nicht mal ein besonders witziger. Langsam begann ich wieder an anderes zu denken. Es wurde ja auch Zeit!
Und dann flog die Affäre von Prinz Louis de Brückenberg auf. Eine Bombe! Die gesamte Presse sprach davon. „Ein Rie-sen-skan-dal!“, kommentierte Christine. Und sie bat mich, mich der Sache für die nächste Ausgabe anzunehmen.
Prinz Louis de Brückenberg gehörte zu den prominenten oberen Zehntausend, er war Erbe einer Familie, deren Name bis zu den Kreuzzügen zurückreichte. Ein Liebling der Klatschpresse, Vorstandsmitglied in mehreren Großbanken, UNO-Repräsentant in den Entwicklungsländern. Eine Persönlichkeit also, die unbescholtener nicht sein könnte.
Aber ein Paparazzo hatte nun entdeckt, dass er ein geheimes Verhältnis mit einem Callgirl hatte, das kürzlich in mehrere große Skandale verwickelt gewesen war. Zwielichtige Geschichten vor dem Hintergrund von Sex und Geld, wie üblich. Diese Affäre für die Zeitschrift zu verfolgen brachte mich wieder in Schwung und machte meinen Kopf frei. Kein Professor Mauro mehr, kein „wenn die E-Mail recht hatte“ mehr, keine unablässigen, völlig verdrehten Fragen mehr.
Und genau an dieser Stelle traf die Antwort ein, an die ich praktisch nicht mehr gedacht hatte. Eine E-Mail in meiner Mailbox, die ich aus einem ganz anderen Grund geöffnet hatte: „Ich fordere Sie auf, die Wahrheit über die Liebe zu veröffentlichen, anstelle der Vorurteile, vorgefassten Meinungen und eklatanten Unwahrheiten, die Sie so hartnäckig vertreten. Professor Mauro.“
Er provozierte mich und hielt mich für bescheuert, dieser Langweiler! Ich gab ihm Kontra, um zu sehen, bis wohin er seinen Spaß noch treiben würde: „Ich will Beweise! Sandrine Rochas.“
Als ich auf „Senden“ klickte, bemerkte ich zu meiner großen Überraschung, dass die E-Mail des Verfassers diesmal aus der Kongressbibliothek von Washington abgeschickt worden war. Neben den Angestellten und Besuchern gehen dort jeden Tag Hunderte von Menschen ein und aus. Absolut unmöglich, den Absender zu identifizieren!
Lugano bei der ersten E-Mail, jetzt Washington. Was bedeutete das? Reiste der mysteriöse Absender etwa in der ganzen Weltgeschichte herum? Es sei denn, dass es mehrere Absender gab ... Ein Netzwerk, eine Gruppe, eine Bruderschaft? Warum nicht? Aber ein Netzwerk, eine Gruppe oder eine Bruderschaft wofür? Es war zum Verrücktwerden! Kaum zu glauben!
Von einem Moment auf den anderen verlor der schöne Louis de B. mein ganzes Interesse, und alle meine Fragen über Professor Mauro fielen mir jäh wieder ein und begannen erneut mich zu quälen. Wenn die E-Mail die Wahrheit sagte! Wieder war ich völlig in diese geheimnisvolle Sache verwickelt, von der ich mich so mühevoll freigestrampelt hatte.
Etwa zehn Minuten später erschien eine neue E-Mail auf meinem Bildschirm und riss mich aus meinen Gedanken. Sie kam aus einem Postamt in London. Die Sache wurde immer merkwürdiger. „Unfass-bar“, hätte Christine gesagt. Die Scherz-Hypothese war nicht mehr haltbar. Es war etwas anderes. Aber was genau?
Der Text der E-Mail war klar und deutlich:
„Ich sage es Ihnen nochmals: Alles, was Sie über Liebe, Sex und Beziehungen zu wissen glauben, ist falsch!
Und zwar so falsch, dass Sie sich damit das Leben selbst unvorstellbar schwer machen.
Ihre Überzeugungen über Liebe und Beziehungen passen genau in die üblichen Schemata. Natürlich ist es bequem, ins Schema zu passen. Aber es ist wesentlich befriedigender, authentisch zu sein.
Wahrscheinlich sind Sie sich dessen nicht bewusst, aber Sie leben in einer Illusion, Sandrine. In der Illusion, den richtigen Weg zu verfolgen. Aber dem ist nicht so, Sie führen sich selbst hinters Licht.
Sie wollen einen Beweis?
Setzen Sie um, was Sie in der Anlage finden. Beginnen Sie, indem Sie den Test machen, der Ihnen Ihren Liebeserfolgsquotienten zeigen und Ihnen Aufschluss über Ihr Liebesschicksal geben wird. Sie werden überrascht sein ...
Professor Mauro“
Es war also wirklich kein Scherz! Dessen war ich mir jetzt intuitiv sicher. Und mein ganzes Leben lang hatte ich gelernt, meiner Intuition zu vertrauen.
Ich öffnete die Anlage. Sie enthielt ein erstaunliches Manuskript. Seine Lektüre und das, was folgte, haben mein Liebes- und Sexleben auf eine Art und Weise verändert, wie ich es nie gewagt hätte, mir vorzustellen. Ich glaubte, wahre Liebe gebe es nur im Märchen - und sollte feststellen, dass ich mich irrte! - Ich glaubte, Fantasien müssten fiktiv bleiben - und auch da sollte ich feststellen, dass ich mich irrte! - Ich glaubte, Paare, die zusammenbleiben, bestünden aus zwei Personen, die sich gegenseitig ergänzen - ein weiterer Irrtum!
Heute kann ich glücklich sagen, dass ich glaubte zu wissen, aber auf der ganzen Linie falsch lag.
Tatsächlich sollte ich feststellen, dass meine Vorstellung von Liebe, Sex und Beziehungen der ideale Nährboden für meine bisherigen Fehlschläge in der Liebe gewesen war. Meine unbewussten Muster, die sich aus meiner Erziehung, aus den Traditionen und wahrscheinlich auch aus den Äußerungen bekannter, angeblicher Experten gebildet hatten, waren es, die mich so lange von der wahren Erfüllung in Sachen Liebe und Sex abgehalten hatten! Und ich weiß heute, dass das Gleiche auf die meisten Frauen und Männer zutrifft.
Aber das ist heute. Bevor ich das Manuskript von Professor Mauro las und mich in seiner konkreten Umsetzung übte, war ich noch die skeptische Journalistin, die Beweise und noch mehr Beweise wollte. In dieser geistigen Verfassung begann ich meine Lektüre.
Hier ist das Manuskript, wie es mir zuging. Sein Inhalt ist das Gegenmittel gegen Unstimmigkeiten in Beziehungen und das Scheitern der Liebe. Machen Sie es wie ich: Setzen Sie es in Ihrem Liebes- und Sexleben um. Sie werden es nicht fassen können! Es wird alles von Grund auf ändern, zu Ihrer größten Freude und auch zur größten Freude Ihres Partners bzw. Ihrer Partnerin.
Ich habe kein einziges Wort oder Komma geändert: Es ist perfekt, so wie es ist! Nur ab und zu habe ich Kommentare über den Stand meiner Erfahrungen eingefügt.
ERSTER TEIL
Professor Mauros Manuskript
3
OFFENER BRIEF AN DIE OPFER DER LIEBE
Dies ist die Einleitung zu dem Manuskript, das Prof. Mauro mir als Anhang geschickt hat:
Acht von zehn Personen leben ihr Liebes- und Sexualleben wie mit einem Maulkorb. Und doch, Gott sei Dank, ist eine dauerhafte und leidenschaftliche Paarbeziehung die Wirklichkeit einiger Eingeweihten. Werden auch Sie einer davon statt zu den Zahlreichen zu zählen, die sich ein exaltierendes Liebesleben nicht vorstellen können.
Ob Sie es nun wollen oder nicht: verliebtes Wohlbefinden gehört zu den wesentlichen Glücksfaktoren auf unserer Erde. Für ein menschliches Wesen sind Erfahrung von Liebe und Sexualität die größte Quelle von tiefem Wohlbefinden. Man kann dies leidenschaftlich verneinen, darüber lachen, arrogant darüber hinwegsehen wollen oder einen religiösen oder philosophischen Grund vorschieben, der das Gegenteil zu beweisen vorgibt: die Tatsache bleibt jedoch bestehen, dass wir alle eine geteilte Liebe und auch Sex brauchen.
Und dies ist dermaßen wahr, dass die meisten Versicherungen die affektive Isolation einer Person als einen moralischen und physischen Risikofaktor ansehen. Aber brauchen wir wirklich die Statistiken der Versicherer, um zu wissen, dass die Liebe für uns ebenso unerlässlich ist wie die Luft? Natürlich nicht. Denn dies spüren wir in uns selbst!
Im Laufe unseres Lebens begegnet uns diese Liebe, ohne die wir uns nicht voll entfalten können, in verschiedenen Formen: Die Liebe zu der Frau und zu dem Mann, denen wir unser Leben verdanken, also zu unseren Eltern; die Zuneigung zu unseren Geschwistern und ganz allgemein zu unserer Familie; Liebe zu unseren gefühlsmäßigen Partnern, mit denen wir einen mehr oder wenigen langen Weg in unserem Leben gehen; die Liebe zu den Kindern, wenn wir welche haben; die echte Zuneigung, die wir zu unseren Freunden, den echten, empfinden; die tiefe Sympathie gegenüber unseren verschiedenen Beziehungen.
Es stellt sich natürlich die Frage, wie wir diese verschiedenen Formen von Liebe und Zuneigung voll ausleben können, damit sie uns wahrhaftig aufblühen lassen.
Wahrscheinlich hatten Sie den gleichen Gedanken, als Sie diese Zeilen lasen, und genau hierauf werden Sie in diesem Buch die entsprechenden Antworten finden, wobei der Akzent natürlich auf den Liebesbeziehungen liegen wird. Denn genau da liegen die Probleme, insbesondere wegen:
unseres Irrglaubens über Liebe und der Paarbeziehung
unserer Tabus, die uns mehr einengen, als dass sie unser Liebesleben bereichern
unserer kollektiven Vorurteile, die wir meistens von denen geerbt haben, die selbst in puncto gelungenem Liebesleben alles andere als ein Vorbild sind.
Aber was ist das genau, ein gelungenes Liebesleben? Ist es die Tatsache, dass man zehn, zwanzig oder dreißig Jahre vollkommen glücklich mit der gleichen Person gelebt hat? Oder, dass man sich zweimal scheiden ließ und dann den Partner gefunden hat, der uns nach 50 Jahren noch vollkommen glücklich macht? Oder aber, dass man alleine lebt, aber immer für ein Liebesabenteuer offen ist, dem man dann nach einiger Zeit überdrüssig wird?
Es gibt nicht nur eine Antwort ... und alle Antworten sind im Grunde auch korrekt.
Nur Sie haben es in der Hand, ihr Liebesleben erfolgreich zu gestalten, und es ist viel einfacher, als Sie denken. Denn leider, wenn es auch sehr viele Formen von Liebe gibt, gibt es nur eine einzige Art und Weise, die Desillusion in der Liebe kennenzulernen.
Oh ja, eine einzige! Sie besteht darin, dass man eine Beziehung lebt, die ein wenig, viel oder unheimlich stark den Ausdruck unserer Identität, unserer sinnlichen Wünsche und unserer affektiven Entfaltung begrenzt. Oder anders ausgedrückt, eine Beziehung, die uns am Vibrieren hindert ... auf einen Nenner gebracht: die uns am Leben hindert.
In der Tat sind gewisse Personen einfach nicht darauf vorbereitet, die wahre Liebe zu leben. Aber auch da werden die folgenden Seiten Antworten geben, die Ihnen neue Wege zur vollen Entfaltung Ihres Liebeslebens aufzeigen werden.
4
PACKEN WIR’ S GLEICH AN ...
Als ich zum ersten Mal diese Einleitung des Manuskriptes las, reagierte nicht die Erfolgsjournalistin Sandrine Rochas, sondern ganz einfach die Frau, die ich bin. Die Frau, die zu viele sentimentale Rückschläge erlebt hatte, um noch an die Liebe zu glauben.
Der Optimismus und der Ton der Überzeugung dieser Einführung ließen mich plötzlich meine Liebesenttäuschungen ganz anders verstehen, und meine sentimentale Zukunft erschien mir auf einmal frei und offen. Alles schien mir nun möglich: lieben und mich geliebt zu wissen, mich durch und durch als Frau zu fühlen, Lust zu empfinden und auch schenken zu können, ein Herz zu haben, das heftig schlägt, wenn es von der Begierde nach Liebe ergriffen ist ... All das!
Ich verspürte so etwas wie Begeisterung in mir, das Gefühl, wieder neu zu leben.
Nur war mein Enthusiasmus von kurzer Dauer. Die Journalistin in Sandrine Rochas erwachte ganz schnell wieder und begann zu zweifeln ...
Und wenn dieser Text nur „Blödsinn“ wäre? Ein Luftballon voll netter Gefühle ohne jeden Bezug zur Liebeswirklichkeit?
In diesem Augenblick hätte ich meine Lektüre fast eingestellt. Und doch, eine neue Intuition - ja, schon wieder eine! - brachte mich dazu, den Stier bei den Hörnern zu packen, jedoch unter einer Bedingung: einige Fragen Prof. Mauro stellen zu können. Ohne große Illusionen schickte ich ihm also eine Mail: „Ich habe die Einleitung zu Ihrem Manuskript gelesen und gebe zu, dass es mich interessiert hat. Aber um mich wirklich zu versichern, dass dies nicht eine Falle für mich als Journalistin ist, möchte ich Ihnen einige Fragen stellen. Würden Sie eventuell ein Interview per Mail akzeptieren?“
Noch am selben Abend kam die Antwort: „Stellen Sie mir morgen ab 14 Uhr Ihre Fragen und ich werde umgehend antworten. Aber danach müssen Sie mir versprechen, mein Manuskript bis zum Ende zu lesen, bevor Sie ein Urteil darüber abgeben.“
Ich versprach dies und bekam mein Interview - was für ein Interview!
Sandrine Rochas: Für die meisten Menschen ist der Weg des Gefühls-und Ehelebens kein Zuckerschlecken. Er ist voller Dornen und Enttäuschungen. Man braucht nur zu schauen, wie viele Paare sich, kaum zusammen, schon wieder trennen, ohne die Paare zu zählen, die sich nicht mehr verstehen oder deren Zusammenleben nichts anderes ist als ein gemeinsames Teilhaben an zwei bitteren Einsamkeiten. Diese Fakten sind doch wohl nicht abzustreiten?
Professor Mauro: Die Fakten nicht. Aber muss man darin einen todsicheren Beweis dafür sehen, dass die Liebe „nicht klappt“, dass sie früher oder später zum Scheitern verurteilt ist? Ist dies nicht eher der Beweis, dass wir die Liebe sehr ungenügend kennen und wir sie aus diesem Grund nicht mit genügend Ruhe angehen und noch weniger leben?
Sandrine Rochas: Aber ist dies nicht gerade der Beweis, dass die Liebe eine Illusion ist und fast immer zum Scheitern führt?
Professor Mauro: Nicht die Liebe muss in Frage gestellt werden. Vielmehr unsere Art, sie zu leben. Sie schlecht zu leben, um präziser zu sein. Ich sage es nochmals, die Liebe wird oft schlecht gelebt, und zwar in Unkenntnis der ewigen Gesetze, die ihr zugrunde liegen.
Sandrine Rochas: Was heißt das?
Professor Mauro: Ohne es zu wissen und auch ohne es zu wollen, begehen wir oft drei grundlegende und fatale Fehler in Sachen Liebe.
Sandrine Rochas: Und welche?
Professor Mauro: Zunächst einmal das, was ich den Gefühlspessimismus nenne. Sein Name beschreibt genau, um was es sich handelt. Da man unaufhörlich wiederholt - und Sie selbst haben das gerade ja auch getan - dass Liebe eine Illusion und ohne Zukunft ist, dass sie kaum erblüht bereits verdammt ist und dass sie scheitern muss, egal, was man auch tut. Dann kann man nur in einer unbewussten Angst vor der bereits vorprogrammierten Katastrophe leben. Nicht, weil es in der Liebe „nicht klappt“, praktizieren wir oft den Gefühlspessimismus, sondern weil wir eine Kultur dieses Gefühlspessimismus teilen!
Zweitens vergessen wir, den andern so zu sehen, wie er ist, und nicht, was uns wesentlich lieber ist, ihn so zu sehen, wie wir ihn gerne hätten. Oder anders ausgedrückt, wir haben eine „vorgefertigte“ Meinung von unserm Partner noch bevor wir ihm begegnet sind. Dieses Bild entspricht meistens keiner Realität, sondern unserer eigenen affektiven Erwartungshaltung. Deswegen sehen wir in dem andern Charakterzüge, Eigenschaften und Fehler, die er gar nicht hat. Und wir sind damit in einem Teufelskreis gefangen, der die Beziehung innerhalb des Paares erstickt und seine gefühlsmäßige und sexuelle Entfaltung verhindert.
Sandrine Rochas: Das heißt also, unbewusst bereiten wir unser eigenes sentimentales Beziehungsdesaster vor. Ist dies nur aus Masochismus?
Professor Mauro: Nein ... Wir schaffen unbewusst unsere eigenen Misserfolge und wundern uns anschließend darüber. Aber dies hat nichts mit Masochismus unsererseits zu tun. Absolut nicht! Ich fand es stets völlig irre, auch nur zu denken, dass wir über unser Unglück noch froh sein könnten.
Sie können sich selbst davon überzeugen, dass wir in Wirklichkeit eine umfassend pessimistische Mentalität haben. Dies stimmt für die Liebe, aber auch für die meisten andern Lebensbereiche. Kollektiv hilft dies uns keineswegs, zufrieden und glücklich zu leben, ganz im Gegenteil!
Sandrine Rochas: Können wir diesen Gefühlspessimismus loswerden? Dies scheint doch die einzige wahre Lösung zu sein?
Professor Mauro: In der Tat! Zumindest teilweise. Ich glaube nicht, dass wir uns kollektiv über kurz oder lang von unserem Pessimismus lösen können, insbesondere in der Liebe. Man ändert Mentalitäten nicht per Knopfdruck! Aber persönlich und individuell ist dies in der Tat durchaus möglich und genau das wollen wir ja erreichen.
Sandrine Rochas: Ich war verliebt, aber jedes Mal wurde ich betrogen. Das Betrügen ist der schlimmste Feind der Liebe. Und seitdem glaube ich nicht mehr daran. Was kann ich da machen?
Professor Mauro: Betrügen hat ja nicht unbedingt einen negativen Beigeschmack. Es nimmt die Bedeutung an, die man ihm geben will. Für bestimmte Paare war dies sogar sehr positiv, wie sie später feststellten. Natürlich muss dies auch ein jeder wollen. Der Betrogene muss seine Eifersucht und seine Rache auch einmal beiseitelegen und der Betrügende muss eine echte Wahl treffen und den anderen seiner wahren Gefühle versichern. Vergessen Sie niemals: Liebe allein reicht nicht aus, sie ist zum Hinsiechen verdammt. Sie bedarf gemeinsamer Projekte, Fantasie und Vergnügen, die von beiden geteilt werden ... damit so zerstörerische Seitensprünge vermieden werden. Und außerdem, warum gleich von Betrügen reden, wenn’s nur eine einfache Dummheit war? Ich erinnere nur daran, dass je mehr emotionelles Gewicht einem Ereignis beigemessen wird, desto mehr leiden Sie.
Sandrine Rochas: Aber wie kann man ganz konkret solche zerstörerischen Dinge vermeiden?
Professor Mauro: Ich hoffe, dass mein Manuskript dazu beitragen wird, ihre Wahrnehmung der Dinge und ihr Verhalten, insbesondere in Sachen Liebe, zu verändern. Auf einen einfachen Nenner gebracht würde ich sagen, dass Liebe, Sexualität, wie das Leben auch ganz allgemein übrigens dazu da ist, voll gelebt zu werden. Und sich nicht irgendwie etwas einzubilden, was uns dazu bringt, das Schlimmste vorauszusehen.
Unsere ständigen Infragestellungen voller Unruhe machen uns pessimistisch, nicht die Realität, die immer nur das ist, was wir freiwillig oder auch nicht daraus machen.
Sandrine Rochas: Dies ist mir klar! Aber sie sprachen von einem dritten Irrtum, den wir unbewusst in unserer Art des Liebens machen würden ...
Professor Mauro: Ja, aber das ist ganz einfach! Wir geben der Liebe eine Macht, die sie gar nicht hat. Und dies führt dann oft zu tiefen Missverständnissen, für die man die Liebe verantwortlich macht, obwohl sie gar nichts dafür kann.
Sandrine Rochas: Könnten Sie dies näher erklären?
Professor Mauro: Zunächst möchte ich nochmals unterstreichen, dass wir glauben, dass Liebe jemanden verändern kann. Das ist falsch! Liebe bringt uns zum Aufblühen, sie lässt uns selbst entdecken und unterdrückt uns eventuell, aber sie verändert nicht, wer wir im Grunde sind. Ein verliebter Schuft bleibt ein Schuft. Und überhaupt, er liebt, indem er sich als Schuft benimmt. Und das, was für ihn gilt, gilt auch für Lügner, Unehrliche, aber auch für die Schüchternen und die Ausgeflippten, die Fröhlichen und die Traurigen usw. Jeder liebt mit seinem Charakter. Und man sollte sich hüten, der Liebe das anzulasten, das zum Temperament der geliebten Person gehört ...
Sandrine Rochas: Und wenn man genau diesen Punkt übergeht und trotz allem darauf vertraut, dass die Liebe den andern verändern kann?
Professor Mauro: So etwas ist natürlich hochexplosiv und die Quelle von Konflikten. Und, ganz nebenbei, das mit dieser Haltung verbundene Scheitern schürt den Gefühlspessimismus.
Sandrine Rochas: Ich muss es jetzt genau wissen und die Dinge müssen auch ganz klar sein: was ist zu tun, wenn wir feststellen, dass der Charakter des wirklich geliebten und manchmal leidenschaftlich verehrten Partners uns missfällt? Müsste man dann nicht versuchen, diesen zu ändern?
Professor Mauro: Ich sage es noch einmal: ich glaube nicht, dass man jemanden tiefgehend verändern kann. Also muss jeder Versuch, die geliebte Person zu ändern, notwendigerweise fehlschlagen. Und das Problem ist nicht gelöst. Trotz ihrer Gefühle ihm gegenüber passt ihr Partner immer noch zu ihnen ... Außerdem: Wenn sie ihn verändern wollen, ist ein Konflikt mit ihm vorprogrammiert, und dies ist übrigens meistens auch der Fall ...
Sandrine Rochas: Das heißt also, man resigniert oder belässt alles?
Professor Mauro: Langsam, nicht zu hastig! Bevor es zu dieser extremen Situation kommt, was leider sehr oft der Fall ist, gibt es etwas, was man tun kann, oder zumindest zu tun lernen kann ...
Sandrine Rochas: Und dies wäre?
Professor Mauro: Zu erkennen und zu akzeptieren, dass der andere anders ist, der unvermeidliche und legitime Unterschied zum andern. Denn nicht dieser Unterschied an sich ist die Ursache von Missverständnissen und Konflikten innerhalb des Paares, sondern deren Ablehnung. Eine Ablehnung, die eine Art verbissenen Versuch mit sich bringt, den andern zu „normalisieren“. Oder zumindest ihn den eigenen Wünschen anzupassen. Natürlich hat dies Widerstände und Donnerwetter zur Folge.
Sandrine Rochas: Gibt es Anzeichen, die deutlich darauf hinweisen, ob eine Beziehung zum Scheitern verurteilt ist, bevor man sich zu sehr engagiert?
Professor Mauro: Ohne zu Zögern würde ich dies bejahen! Wie Sie wahrscheinlich wissen, können toxische Gewohnheiten eines Partners zu großen Problemen in der Paarbeziehung führen. Natürlich ist niemand perfekt und gewiss hat jeder seine Fehler, aber gewisse Personen sind zerstörerisch. Hier einige Beispiele, bei denen man absolut am besten Reißaus nehmen sollte.
Bei einer exzessiven Abhängigkeit von Drogen, Alkohol, Spielen usw. Wenn Sie ihren Partner verdächtigen, stark einer dieser toxischen Gewohnheiten zu frönen, sollten Sie sich wirklich fragen, ob ein Zusammenleben für Sie noch einen Sinn hat. Machen Sie sich bewusst, dass in gewissen Fällen die Tatsache des Alleinseins neue Horizonte öffnet und einen Neustart im Liebesleben erlauben kann. Und damit im Leben ganz allgemein.
Bei unkontrollierten und irrationalen häufigen Wutausbrüchen. Wir alle kennen das, den plötzlichen Wutausbruch ... Aber wenn diese Wut nicht zur Hysterie ausartet und wenn sie sich mit Argumenten aus realen Fakten erklären lässt, dann ist dies kein Hemmschuh in der Beziehung zum andern. Wenn dagegen eine Person für ein Ja oder ein Nein schon in Wut ausbricht oder hypersensibel ist, wird sie stets einen Fehler an Ihnen finden. Sie läuft Gefahr, ohne Vorwarnung plötzlich zu explodieren und da heißt es: Vorsicht! Dieser Person sollte man unbedingt aus dem Wege gehen!
Bei sexuellem Fehlverhalten. Dies kann sowohl Impotenz sein, das Unvermögen, zum Orgasmus zu kommen, als auch sexuelle Inhibition oder die Obsession einer bestimmten sexuellen Praxis, ohne die der andere niemals zum Höhepunkt kommen kann. Sollten Sie eines dieser Probleme bei Ihrem Partner feststellen, reden sie zusammen darüber und versuchen Sie, eine Lösung zu finden. Wenn nicht, ist Ihre Beziehung zum Scheitern verurteilt.
Wenn der Expartner immer noch sehr gegenwärtig ist. Wenn Ihr Partner sich noch nicht von seiner früheren Beziehung frei gemacht hat, bedeutet dies, dass er sich noch für die Trennung von seiner „Ex“ verantwortlich fühlt, und da heißt es: aufgepasst! Es ist sehr wahrscheinlich, dass dies ihre Beziehung so sehr beeinträchtigt, dass diese Situation zu einem Dauerzustand wird. Die Dreierbeziehungen, auch wenn‘s nur im Geiste ist, funktionieren selten gut, da einer der Partner in seinem emotionalen Leben immer noch eine andere Person dabei hat.
Bei chronischer Eifersucht. Egal in welcher Form ist Eifersucht ein wahres Gift für das Paar. Sie können niemals eine gesunde und aufblühende Beziehung mit einer eifersüchtigen Person leben. Sie will wissen, was Sie tun, mit wem, wo, wann, wie, warum ... Die Person, die Sie des Betrügens oder auch nur der Lust, über den Gartenzaun zu blicken, verdächtigt ... macht Ihr Leben unmöglich, egal wie stark diese Eifersucht ist. Ohne sich eigentlich darüber klar zu sein, ziehen Sie sich in sich selbst zurück und geben nach und nach alle Beziehungen auf, die zu ihrer eigenen sozialen und persönlichen Entfaltung beigetragen haben.
Wenn man nicht zusammenpasst. Dies ist zweifellos der häufigste Fall von Liebesdebakel. Man verliebt sich. Man spürt enorm viele Gemeinsamkeiten. Man meint sogar, dass man sich manchmal wie ein Ei dem andern gleicht. Und schließlich muss man feststellen, dass man eigentlich unverträglich ist. Denn zwei Wesen, die sich ähneln, passen nicht unbedingt zusammen und vice versa. Die Liebe innerhalb eines Paares nährt sich von Unterschiedlichkeiten und von Gemeinsamkeiten. Zwei sehr verschiedene Wesen können sogar sehr gut „zusammenpassen“. Aber dies ist nur unter gewissen Bedingungen möglich, von denen ich später sprechen werde.
Dagegen erweist sich eine Nicht-Übereinstimmung, die man erst entdeckt, wenn die Beziehung schon sehr fortgeschritten ist, als garantierter Hinweis zum Misserfolg. Jeder und jede sollte deswegen diese gegenseitige Annehmbarkeit testen, bevor die Beziehung zu eng wird, um so gewisse Desillusionen zu vermeiden. Ich erkläre später, wie man das genau machen kann ...
Sandrine Rochas: Sind Sie für Toleranz in puncto Liebe?
Professor Mauro: Ja, aber nur, wenn dies sich nicht in der Aussage erschöpft: „Ich bin tolerant!“ Man muss es ganz konkret auch sein. Denn was ich als Toleranz in der Liebe bezeichne, ist die Kapazität, unsere sentimentalen Paargefühle so zu verändern, dass sie harmonischer und glücklicher werden!
Sandrine Rochas: Das ist mir klar. Wollen Sie noch etwas hinzufügen, Professor?
Professor Mauro: Abschließend möchte ich sagen, dass Lieben wirklich eine wahre Kunst ist, die es zu entdecken gilt. Eine Kunst zu Lieben und des Sich-lieben-Lassens. Das Ziel des Manuskriptes, das ich Ihnen zukommen ließ, ist, Ihnen die Mittel hierzu zu geben. Die notwendigen verschiedenen Schritte, die ich Ihnen anbiete, enthalten nicht nur ganz wichtige Schlüssel - unbekannt für die meisten Frauen und Männer -, sondern sie zeigen auch zerstörerische Schemata und begrenzende Glaubenssätze auf, die das liebevolle und sexuelle Entfalten von sieben bis acht von zehn Personen verhindern.
Die Antworten von Prof. Mauro ließen mich perplex und träumerisch zurück. Sie öffneten mir zahlreiche interessante Aspekte über die Liebe, selbst wenn mich nicht alle ganz überzeugen konnten. Aber sie riefen in mir eine Menge neuer Fragen hervor ...
In der Tat war ich sehr gespalten: die Frau in mir verlangte danach, dies zu glauben. Ich verspürte sogar eine irre Lust in mir, dies zu glauben. Aber die Journalistin in mir verlangte danach, einen kühlen Kopf zu bewahren und nicht zu vergessen, dass sie bisher immer davon ausging, dass Liebe ein riesiger Betrug war.
Wenn wirklich so viele Frauen und Männer nicht wegen der Liebe selbst leiden sollten, sondern wegen der Tatsache, dass sie deren Wirklichkeit und deren Regeln nicht kannten, dann wäre es in der Tat notwendig, eine neue Kunst des Liebens zu erfinden oder zu entdecken ... Diese Idee schien mir alles andere als dumm und verdiente es sicherlich, etwas vertieft zu werden. Denn der Einsatz war ja nicht unerheblich, nämlich die Aussicht, Erfolg und Glück in der Liebe zu finden! Und dies für mich und für Millionen Männer und Frauen. Allein schon aus diesem Grund wollte ich meine begonnene Lektüre fortsetzen.
Und da ich ja auch Journalistin bin, gibt es einen zweiten Grund, etwas mehr zu wissen: Wer Manuskript sagt, sagt auch notwendigerweise Autor ... Wer hatte dieses Manuskript verfasst, das Prof. Mauro mir hatte zukommen lassen? Ein Psy? Ein Kollektiv von Spezialisten? Ein Eingeweihter mit Zugang zu geheimen Techniken und Praktiken? Aber eingeweiht von wem und wo? Ganz egal, dieser mysteriöse Autor wusste eine ganze Menge über Liebe und Sexualität. Er kannte sich wirklich gut aus!
Ich nahm umgehend die Lektüre des Manuskriptes wieder auf und musste mit Erstaunen feststellen, dass man sofort mit einer sehr konkreten Intimität konfrontiert wurde ...
5
DIE DIAGNOSE IHRES LIEBESLEBENS
Warum erleben gewisse Personen immer wieder einen Liebes-Schiffbruch nach dem andern? Eine Frage von fehlender Chance? Eine natürliche Veranlagung? Ein Erbe aus Irrglauben? Die Antwort lautet „Ja“ für die beiden letzten Fragen.
Unser Liebes- und Sexleben ist mehr oder minder beeinträchtigt durch eine gewisse Anzahl an „internen Schemata“, die tief in uns verankert sind. Diese unbewussten Strukturen bilden den Nährboden unserer Liebesgeschichten und demnach auch ... unseres Schicksals in Sachen Liebe.
Je näher diese Schemata an der Realität der Liebe liegen, desto reicher und lustvoller ist unser Gefühlsleben. Je mehr sie dagegen von dieser Realität entfernt sind - was leider bei jeder 4. oder 8. Person unter zehn der Fall ist -, desto aufreibender und hoffnungsloser werden unsere Liebesbeziehungen.
Und wie sieht es bei Ihnen aus? Wie sehen diese unbewussten Liebesschemata bei Ihnen aus?
Welches wäre Ihr Ergebnis, wollten Sie Ihr Potenzial am Erfolg in der Liebe testen? Machen Sie einen Versuch! Antworten Sie lediglich auf die folgenden Fragen und lesen Sie danach die Ergebnisliste. Sicherlich ist dieser Test für Sie eine wahre Entdeckung.
Kreuzen Sie bei jeder der folgenden Fragen diejenige an, die am meisten Ihrem Leben entspricht:
1 Sind Sie der Meinung, dass Liebe ein Gefühl ist:- das es nur im Märchen gibt- das es sicherlich nur für andere gibt, nicht aber für Sie- das wirklich existiert, das man aber nur selten in seinem Leben empfindet- das genauso wirklich ist wie Zärtlichkeit oder Kummer
2 Sie empfinden das Liebesgefühl als:- ein wunderbares, wirkliches und konstruktives Gefühl, die Basis unseres Lebens- ein Traum, der sich verwirklicht- ein Überschwang an Romantik- eine Schwäche
3 Studien haben versucht zu beweisen, dass Liebe eine Frage des Zusammenspiels von Hormonen sei, gesteuert von der Chemie des Gehirns:- dies ist sehr eng gesehen: wie kann man so etwas glauben?- da ist etwas Wahres dran, aber andere Faktoren kommen hinzu- wenn Studien dies belegen, muss es sicherlich stimmen- Hormone und nichts anderes, alles andere ist reine Fantasie
4 Was halten Sie von der Behauptung, Liebe sei nur ein verdecktes sexuelles Verlangen? - falsch- zynisch- witzig- absolut richtig
5 Welche Verbindung gibt es Ihrer Meinung nach zwischen sexuellem Verlangen und der Liebe?- das ist in etwa das Gleiche- Sex führt zu Liebe- Liebe führt zu Sex- beide gehören nicht unbedingt zusammen
6 In einer Liebesbeziehung sind Sie lieber: - geliebt?- bewundert?- umworben?- leidenschaftlich begehrt?
7 Soll Ihrer Meinung nach Liebe besitzergreifend sein? - wenn man wirklich liebt, respektiert man die Freiheit des andern- es ist besser, ein Auge auf seinen Partner zu werfen, selbst aus der Ferne- das Gegenteil wäre nur der Beweis dafür, dass man kein Gefühl für den andern empfindet- für mich ist Liebe fürs ganze Leben, bis zum Tod!
8 Welche Umstände erleichtern am meisten das Aufkommen von Liebesgefühlen? - keine: wenn man sich wirklich verliebt, spielen die Umstände keine Rolle- die Promiskuität mit einer Person- die Tatsache, mit alten Schemata brechen zu wollen- günstige oder ungünstige Lebensumstände
9 Ihrer Meinung nach ist Treue: - die natürliche Entwicklung des Liebesgefühls- eine natürliche Reaktion des menschlichen Gehirns- ein in allen Augenblicken geführter Kampf- eine Utopie
10 Sind Sie der Meinung, dass Liebe ein Gefühl ist, das: - nicht lange dauert?- das nur eine gewisse Zeit dauert?- längere Zeit andauern kann?- ein ganzes Leben dauern kann?
11 Warum versteht sich ein Paar nicht mehr? - Ganz einfach, weil einer der Partner noch nicht die richtige Person getroffen hat- Die Persönlichkeiten der Partner ergänzen sich nicht wirklich- Wegen der Untreue- Es liegt in der Sache der Liebe selbst, dass sie nicht dauert
12 Haben Sie schon einmal Liebe auf den ersten Blick erlebt? - nein, Liebe auf den ersten Blick ist reine Erfindung- es war nur eine starke sexuelle Anziehung, mehr nicht- noch nicht, aber ich warte darauf- ja, und ich habe sofort gewusst, dass es eine solche Liebe war
13 Sind Sie der Meinung, dass Liebe nur ein einziges Mal im Leben möglich ist? - nein, man kann mehrmals und auch stets anders lieben- alles hängt von der Auffassung von Liebe ab- ja, man liebt einmal „ganz toll“ und die andern Male weniger stark- ja, nur darf man seine Gelegenheit hierzu nicht verpassen
14 Die Tatsache, dass man mehrmals in seinem Leben liebt, erscheint Ihnen: - unmöglich, oder es handelt sich nicht um wahre Gefühle- eine Reihenfolge von Irrtümern- durchaus möglich, denn das Leben hält so viele Überraschungen bereit!- durchaus möglich, was aber nicht ausschließt, dass man sein ganzes Leben lang mit derselben Person zusammenbleibt
15 Sind Sie der Meinung, dass man immer den gleichen Typ von Partner anzieht? - nein, man kann einen Partner anziehen und dann genau das Gegenteil- es kommt darauf an, wie offen wir für eine Veränderung sind- zur Zeit habe ich den Eindruck, stets auf die gleichen Partnertypen abonniert zu sein- dies erscheint mir offensichtlich
16 Die Begegnung mit der Liebe setzt eine gute Meinung von sich selbst voraus? - das eine hat mit dem andern nichts zu tun: ich kann mich verlieben, wenn ich in einem „tiefen Wellental“ bin- es bringt nichts, wenn der andere nicht auf gleicher Wellenlänge ist- sagen wir mal so: es erleichtert die Chancen bei Begegnungen- ja, ein gutes Bild von sich selbst erleichtert solche Begegnungen
17 Wie stark schätzen Sie die Abhängigkeit in puncto Liebe? - ich kann nur dann lieben, wenn ich selbst das Bedürfnis habe, geliebt zu werden ..- geliebt zu werden gibt mir enorm viel Sicherheit- es ist stets sehr beruhigend, geliebt zu werden, aber Liebe sollte wie eine Lust gelebt werden und nicht wie eine Notwendigkeit- Liebe sollte keine Abhängigkeit mit sich bringen
18 Wie viele Personen kann man gleichzeitig lieben? - eine einzige- mehr als zwei- zwei: eine für Sex und die andere für die Gefühle- zwei, aber gleich intensiv
19 Wären Sie bereit, sich aus Liebe zu ändern? - nein, ich will, dass man mich liebt, wie ich bin- gewisse Gewohnheiten ja, aber nur, wenn ich einverstanden bin- wenn dies wirklich ein Problem darstellt, wäre ich bereit, meine Freunde, meine Freizeitgewohnheiten oder mein Aussehen zu verändern- wenn unser Glück davon abhängt, wäre ich bereit, alles zu verändern
20 Die Person, die Sie lieben, könnte bei Ihnen bleiben, wenn: - sie geduldig, mutig und großzügig ist- sie Ihnen zuhört- wenn sie kompromissbereit ist- wenn es die richtige ist
21 In wen könnten Sie sich am leichtesten verlieben? - in die Person, die bei Ihnen den Eindruck von echtem Liebesgefühl hervorruft- in die Person, die Sie innerlich knistern lässt, die sie aber nicht anzusprechen wagen- in eine Ihnen unbekannte, verführerische Person- Monica Bellucci / George Clooney
22 Was sind Sie bereit zu tun, um das geliebte Wesen für sich zu gewinnen? - nichts: wenn es mich wirklich liebt, findet man mich verführerisch so, wie ich bin- meinen natürlichen Charme wie Blick, Lächeln usw. einsetzen- alles ist ein Spiel: ich jongliere wie kaum jemand mit heiß und kalt- das ganz große Spiel: sexy Unterwäsche, aphrodisierendes Parfüm, Gespräche mit erotischem Flair ...
23 Ein Paar bedarf vieler gemeinsamer Affinitäten, um sich dauerhaft lieben zu können: - nicht unbedingt: man kann im Laufe der Zeit viele Gemeinsamkeiten entdecken- am Anfang bedarf es immer gewisser Gemeinsamkeiten.- ich verstehe nicht, wie Personen ohne gleichen Geschmack sich lieben können- ja, denn Ähnliches trifft sich immer
24 Für Sie hängt die Stabilität eines Paares eher ab von: - ihrem gegenseitigen Verstehen- von einigen Klarstellungen zu Beginn der Beziehung- von den Anstrengungen eines jeden- von regelmäßigen Klarstellungen
25 Was verführt Sie am meisten bei einer Person? - ihr Sex-Appeal- ihre soziale Stellung- ihr Humor- ihre Persönlichkeit
26 Wie viele intime Beziehungen soll ein Paar durchschnittlich pro Woche haben? - Hierbei gibt es keine festen Regeln- Es kommt auf die Lust von beiden an- Etwa zwei bis drei Mal pro Woche- So oft wie nur möglich
27 Jemand, der eine Person sexuell begehrt, aber gleichzeitig eine andere ernsthaft liebt, ist: - ein Lügner- eine Schlampe/ein Schuft- ein Lebemann, ein Genussmensch- jemand, der gewisse Dinge trennen kann
28 Sex in einer Paarbeziehung: - baut im Wesentlichen auf der Komplizenhaftigkeit auf- ist ein nettes Vergnügen- ist der Sockel von gutem Verstehen- garantiert die Treue des Partners oder der Partnerin
29 Mit welcher Devise würden Sie Ihr Beziehungsglück am ehesten beschreiben: - Verständnis ist die Mutter aller Tugenden- das Glück gehört denjenigen, die früh lieben- je verrückter man ist, desto mehr lacht man- eine glückliche Ehe baut sich im Bett auf
30 Für Sie besteht das beste Mittel, einen Meinungsunterschied mit Ihrem Partner zu begleichen, darin: - ein paar Streicheleinheiten zu geben, zärtlich zu diskutieren und sehr aufmerksam zu sein- diesen Meinungsunterschied auf die leichte Schulter zu nehmen- nichts einfach so durchzulassen und ernsthaft zu diskutieren- dies auf dem Kopfkissen zu lösen, denn das klappt immer
31 Was ist für ein Paar wirklich fatal in Sachen Liebe? - das Fehlen von echten Gefühlen- das Berufsleben- die Untreue- die Zeit, die verstreicht, mit ihren Gewohnheiten
32 Für Sie bedeutet Routine so etwas wie: - der Liebestrott auf den Gleisen der Gewohnheiten- das alltägliche Allerlei an Gewohnheiten, die weder angenehm noch unangenehm sind- Langeweile- der Fluch der Paare
33 Welches ist ein wirksames Mittel gegen die Routine? - die Dinge tun, die man gerne zu zweit macht- den andern angenehm zu überraschen- damit leben, denn langfristig ist Routine unvermeidlich- es gibt wirklich keines
34 Denken Sie, dass mit der Zeit in der Liebe: - „Alles kommt, alles geht“?- Gefühle werden zu Gewohnheiten?- die Gefühle sich verfestigen?- die Gefühle sich entwickeln?
35 Ganz allgemein, Liebesgeschichten: - enden schlecht- gleichen sich am Ende alle- sind leicht unterschiedlich- sind einzigartig
36 Leidenschaft reimt sich gut mit: - glücklicher Veränderung- Evolution der Gefühle- gefährlicher Beziehung- furchtbarer Desillusion
37 Welches Risiko sind Sie bereit, aus Liebe einzugehen? - der Begriff „Risiko“ scheint Ihnen hier nicht angepasst; Sie sprechen eher von „innerlicher Wette“, wenn es sich um Liebe handelt- Ihre Eigenliebe einfach runterzuschlucken und echte Anstrengungen machen, um Ihre Schwächen auszugleichen- Sie wollen alle Risiken eingehen, weil es sich um die Liebe handelt- nicht das Geringste: vor dem Risiko haben Sie zu sehr Angst
38 Was bringt Sie in der Liebe am meisten zum Leiden? - nichts: Sie heben sich Ihr Leiden eher auf für Trauer, Ungerechtigkeiten und die Wehwehchen des Lebens- Verrat- Leidenschaft- im Grunde ist Liebe Leiden
39 In einem Paar ist immer einer der Partner, der den andern liebt: - auf eine andere Art- mit mehr Sinnlichkeit und sexuellem Verlangen- ganz gleich bei beiden- mehr bei einem der beiden
40 Im Leben können Sie sich nur schwer enthalten von: - Sex und Körperbeziehungen- der Liebe der andern- tiefer Freundschaft- Liebe und geteilter sexueller Beziehung
Berechnen Sie nun Ihr Ergebnis:
Berechnen Sie nun Ihr Ergebnis, indem Sie für jeden angekreuzten Buchstaben 1 Punkt zählen:
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Frage 34 : D
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Frage 37 : A
Frage 38 : A
Frage 39 : A
Frage 40 : D
Wie viele Punkte haben Sie erreicht? _______
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Bis zu 8 Punkte: der Anti-Liebes-Quotient
Vielleicht sollten Sie diesen Test ein zweites Mal machen und dabei ein bisschen genauer auf die Fragen achten, denn Ihre Antworten scheinen zu belegen, dass Sie bewusst oder unbewusst eine sehr falsche Idee von Gefühlen ganz allgemein und von Liebe im Besonderen haben. Sie hinterlassen den Eindruck, diese Dinge nicht besonders zu schätzen. Sie scheinen sogar davor ernsthafte Bedenken oder sogar Misstrauen zu haben. Für Sie scheint lieben eher ein Abenteuer mit hohem Risiko als ein sublimes Glück auf einer rosa Wolke zu sein. „Rette-sich-wer-kann“ scheint hier Ihre Devise zu sein!
Zwei Erklärungen sind möglich, die sich nicht gegenseitig ausschließen, sondern in ihren Wirkungen sich sogar unglücklicherweise addieren können.
Sie sind ein Opfer einer wahren Fehlinformation bezüglich der Gefühle und der Liebe. Warum? War einer ihrer Eltern von seinem sentimentalen Leben enttäuscht? Hat einer der beiden vor Ihnen zu oft davon gesprochen, so dass dies Ihre eigene Sicht der Liebe zutiefst beeinflusst hat? Hat sich das Paar, das Ihre Eltern formten, wirklich nie recht verstanden und hat es Ihnen ein Bild vermittelt, das Sie von jeder Liebesbeziehung fernhielt? Wurde die Liebe in Ihnen nie erweckt und hat dies in Ihnen einen bitteren Geschmack von Enttäuschung hinterlassen, die sie zu äußerster Vorsicht, ja sogar Misstrauen der Liebe gegenüber veranlasste ...?
Auf jeden Fall haben Sie sentimentale Enttäuschungen erlebt, von denen Sie sich nur schwer erholen können. Sie zweifeln zu leicht an der Echtheit der Gefühle, die jemand Ihnen gegenüber haben kann, ja, Sie lehnen es geradezu ab, daran zu glauben. Genauso wie Sie an einer glücklichen und dauerhaften Liebe zweifeln. Sie denken sogar, dass man Sie nicht lieben kann und dass Sie keine ernsthaften Gefühle bei einem andern Menschen hervorrufen können. Und die zahlreichen Scheidungen und Trennungen in Ihrem Umfeld verstärken nur noch Ihre tiefe Skepsis gegenüber einem langen und glücklichen Leben zu zweit. Ihre sentimentale Zukunft erscheint Ihnen recht düster und sogar vielleicht ganz in Frage gestellt.
Diese zum Glück falsche pessimistische Vision der Liebe bringt Sie zum Verzweifeln, selbst wenn Sie irgendwie versuchen, damit zurechtzukommen. Dies ist deprimierend für Sie. Aber noch schlimmer ist die Tatsache, dass diese Vision Sie gegen Ihren Willen daran hindert, das Glück mit verwandten Seelen zu finden, die auf Sie warten und die Ihnen viel näher und zahlreicher sind, als Sie selbst glauben mögen.
Die Freuden und die Illuminationen der Liebe sind für Sie erreichbar ... Sie müssen lediglich Ihre Skepsis verjagen, Ihre Augen öffnen und sich empfänglich zeigen für die sentimentalen Dinge, die sich Ihnen anbieten, selbst wenn Sie sie im Augenblick noch nicht sehen. Und vor allem müssen Sie erneut an die Liebe glauben.
Von 9 bis 16 Punkte: Schwäche
Nehmen Sie mir dies nicht übel, aber Ihre Ideen über Gefühle im Allgemeinen und die Liebe im Besonderen sind falsch. Sie sind ohne jeden Grund voller Vorurteile, die Sie sehr wahrscheinlich erheblich behindern.
Die Schuld liegt nicht bei Ihnen und es soll Ihnen auch kein Vorwurf gemacht werden. Vor allem erschweren diese Ideen, ohne dass Ihnen dies recht bewusst ist, Ihr Gefühlsleben und blockieren Ihren Weg zu einem sentimentalen Aufblühen.
Denn ein Sich-Irren in der Liebe, auch wenn dies von Ihnen unabhängig ist, bedeutet notwendigerweise, dass sie darin das Glück und die Selbstentfaltung, die Sie davon erwarteten, nicht erfahren. Liebe an sich ist weder enttäuschend noch verzweifelnd. Wir kennen unzureichend ihre Mechanismen und organisieren unbewusst unsere affektiven und sentimentalen Irrtümer. Würden wir dies bereits in der Schule lernen, ersparten sie uns Enttäuschungen, die so sehr uns leiden lassen.
Dieses Buch wird Sie nicht in die Schule der Gefühle einführen. Es geht wesentlich tiefer, indem es Ihnen die Wirklichkeit der Liebe und ihre versteckten Geheimnisse offenbart. Es wird Sie zu Glück und affektiver Fülle geleiten, denn dies sind Gefühle, auf die Sie gerechterweise hoffen können. Sie werden eine Entdeckung nach der anderen machen und Ihr Gefühlsleben wird sich dadurch völlig verändern ...
Von 17 bis 24 Punkte: der Entdeckungsquotient
Wirklich gar nicht schlecht! Ihr Quotient in puncto Gefühlserfolg ist durchaus korrekt. Sie wissen schon eine ganze Menge über Affektion und Liebe, aber einiges ist trotzdem noch ein Geheimnis für Sie. Ohne es zu wollen, sind auch Sie ein Opfer von falschen Ideen, welche Sie sogar daran hindern können, das Leben zu leben, wie Sie es sich vorstellen. Denn für Sie ist eine Liebesbeziehung gleichbedeutend mit Glück. Ohne sie scheinen Ihnen die Freuden des Lebens unmöglich und sie haben unbedingt recht! Trotzdem sollten Sie heute den Schritt tun und diese falschen Ideen und Ihre Vorurteile über die Liebe, und in einem gewissen Maße auch über die Sexualität, aufgeben.
Eigentlich können Sie nichts dafür, denn diese Ideen und Vorurteile sind ganz tief in der kollektiven Mentalität verankert. Das erklärt auch, warum so viele Männer und Frauen sentimentale Probleme haben, für die sie gar nicht verantwortlich sind, die sie aber trotzdem leiden lassen.
Hören Sie nicht auf die pessimistischen oder sogar verzweifelten Dinge, die Sie in Ihrem Umfeld hören oder in den Medien entdecken. Jeder ist sich selbst am nächsten. Die Desillusionen Ihrer Freunde und Bekannten, die der Helden aus Romanen oder Filmen, die der Stars der kleinen oder großen Leinwand sind nicht Ihre! Es gibt keinen Grund dafür, dass das, was ihnen passiert, auch Ihnen passieren muss. Leben Sie voll Ihre Gefühle, die Sie empfinden, und kümmern Sie sich nicht um den Rest. Das Glück erwartet Sie.
25 bis 32 Punkte: Quotient des Liebeserfolges
Herzlichen Glückwunsch! Ihr Quotient des Gefühlserfolges ist recht hoch! Man könnte fast sagen, dass Sie praktisch alles über das Liebesleben wissen. Allerdings ist dies nicht ganz richtig, denn sie müssen noch einige kleine, aber wichtige Fortschritte machen, um schließlich die Art von Leben leben zu können, für die Sie ganz natürlich gemacht zu sein scheinen ...
Warum ist das wichtig? Weil das, was Sie noch entdecken und integrieren müssen, ein ganz bestimmender Faktor eines erfolgreichen Liebeslebens ist. Vergessen Sie nicht, dass nicht die Liebe selbst das Problem darstellt. Es ist vielmehr die Unkenntnis der Liebe und ihrer Realitäten, die die meisten Probleme und Desillusionen hervorruft und deren Opfer eine große Anzahl von Männern und Frauen sind. Diese Personen leiden daran, nicht zu lieben, aber sie kennen die Liebe und ihre Geheimnisse nicht.
Sie werden das, was Sie über Gefühle, Verstehen unter Partnern und über die zwischen ihnen bestehenden Regeln wissen wollen und müssen, zu entziffern lernen. Sie haben dann die Karten in der Hand, um ein erfolgreiches Gefühlsleben zu leben und um sich selbst in diesem wichtigen Existenzbereich voll zu entfalten.
Denn es gibt kein glückliches Leben ohne glückliche Liebe.
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