Читать книгу: «Meine besten Hausmittel»
DR. MED. CHRISTINE REILER
MEINE BESTEN HAUSMITTEL
aus Küche und Garten
Fotos: Harald Eisenberger


Vorwort

Mein erstes Wort war Blume …
genauer gesagt Bume … und, ja, meine Mama hat das gut weggesteckt – sie kam ohnehin gleich danach an die Reihe. Außerdem hat sie, gemeinsam mit meinem Vater, wohl entscheidend dazu beigetragen, dass ich mich so früh für alles begeistern konnte, was um mich herum grünte und blühte. Meine pflanzeninteressierten Eltern brachten mir alsbald die Namen der heimischen Gewächse bei und ich war bereits in Kleinkindertagen eine gelehrige Schülerin und konnte die gängigsten Vertreter der heimischen Flora beim Namen nennen.
Als kleine Kräuterhexe haben mich auch die Ergebnisse diverser Pflanzenanwendungen interessiert und so hab’ ich alles Mögliche ausprobiert und gekostet – unter anderem gemeinsam mit einer Freundin die verlockenden schwarzen Holunderbeeren. Wir hatten Glück, nicht an etwas Giftigeres geraten zu sein, und so brachte uns dieser Selbstversuch lediglich einen leichten Durchfall ein. Und natürlich eine Schimpftirade zuhause …
Ein anderes Mal habe ich mir die schönen gefiederten Blätter der Schafgarbe, die ich leicht mit den Fingern zerrieben hatte, auf mein wundes Knie gelegt und war total verblüfft, als das Bluten aufhörte – insgeheim wähnte ich mich bereits als nächste Nobelpreisträgerin. Inzwischen weiß ich, dass diese Wirkung der Schafgarbe schon seit Jahrhunderten bekannt und einer ihrer Zweitnamen Blutstillkraut ist. Selbst als Teenager verbrachte ich viel Zeit in der Natur und unternahm Streifzüge durch Wälder und Wiesen (Diskothekenbesuche etc. standen selbstverständlich auch auf dem Programm!) – und, was soll ich sagen, all das tue ich heute noch mit unveränderter Leidenschaft (gut, die Diskothekenbesuche sind schon sehr selten geworden).
Während meines Medizinstudiums wuchs, man könnte fast sagen naturgemäß, mein Interesse für naturheilkundliche Verfahren und damit für die guten alten Hausmittel. Allerdings hatte ich ständig das Gefühl, dass auf der Uni zu wenig darüber gelehrt wird. Ausgesprochen viel erfahren konnte und durfte ich hingegen von den Krankenschwestern, denen ich im Laufe meiner praktischen Ausbildung zur Ärztin begegnete – ihren Geschichten habe ich gerne gelauscht, ihre alternativen Tipps richtiggehend aufgesaugt. Nach und nach habe ich viele Schritte in diese für mich so spannende Richtung gemacht und dabei sehr bereichernde Menschen kennen gelernt – Menschen, die ihre Pflanzen- und Medizinpassion mit mir teilen.
Den vorerst (!) letzten Schritt konnte ich vor Kurzem abschließen: meine Ausbildung zur Phytotherapeutin. Im Rahmen einer Fortbildung der österreichischen Phytotherapiegesellschaft habe ich mit Arztkolleginnen und -kollegen die Landschaft unsicher gemacht, bin viele Rezepte und Erkrankungen „durchgegangen“, habe Wurzeln, Blätter und Blüten beschnuppert und betatscht und schlussendlich die Abschlussprüfung bestanden. Ich habe jede Minute davon genossen!
BILLIG, NACHHALTIG, IMMER ZUR HAND
Mittlerweile habe ich nicht nur theoretisches Wissen im „Hausmittelwesen“ gesammelt, sondern verfüge auch schon über eine recht umfangreiche praktische Erfahrung in diesem Bereich. Obwohl selbst gelernte Schulmedizinerin, probiere ich es in leichten Fällen zuerst lieber mit dem, was meine Küche, mein Garten, meine kleine Naturapotheke hergeben, und das ist eine ganze Menge! Ich versorge meine Lieben mit Topfen- oder Zwiebelwickeln, wenn sie Halsschmerzen haben, braue ihnen Heidelbeertee, wenn sie unter Durchfall leiden, koche ihnen die viel gerühmte Hühnersuppe, wenn sie kränkeln, und konnte damit schon einige positive Erfolge verbuchen.
Topfen, Zwiebeln, Heidelbeeren, Suppe: all das sind Hausmittel, die jeder kennt und die kein Luxus sind – das wollte ich nur so nebenher erwähnt haben!
Es ist schön zu wissen, dass ich die meisten Zutaten für diese sanften Mittel stets zuhause habe, aber eigentlich ist es mehr als das: Der Gedanke, leichte Beschwerden jederzeit lindern zu können und diese erste Hilfe quasi im „Küchenkastl“ parat zu haben, schenkt mir innere Ruhe. Kinder beispielsweise werden ja meistens abends krank oder am Wochenende – das ist mein persönlicher Eindruck, aber auch der vieler anderer Eltern, wie mir im Freundes- und Bekanntenkreis immer wieder bestätigt wird.
TRADITION, FÜRSORGE, NESTWÄRME
Freilich baue ich gerne vor – will heißen, dass ich mein imaginäres Kästchen mit Naturheilmitteln immer wieder auffülle, zur richtigen Zeit Kräuter pflücke, schneide und trockne, Tinkturen ansetze, Salben rühre und dergleichen mehr. Ich mache das mit großer Hingabe und freue mich, wenn ich dabei unter anderem auf den Erfahrungsschatz der Hildegard von Bingen, der einen oder anderen Kräuterhexe oder auch meiner Oma zurückgreifen kann. Denn auch das ist Teil der Naturheilkunde: Tradition im besten Sinne, Wissen, das weitergegeben werden soll. Meinen Sprösslingen zu zeigen, wie Mama „Medizin macht“, sehe ich als Teil dieser Tradition und als Möglichkeit, die beiden damit vertraut zu machen, dass manche dieser Mittel zudem wichtig für die Gesamtgesundheit sind: Du bist, was du isst! Im Falle des Falles nehmen die lieben Kleinen die Helferchen nach anfänglicher Gegenwehr, wenn schon nicht mit Begeisterung, so doch zumindest ohne allzu großes Theater an: Sie kennen die Zutaten und spüren, dass Mama ihnen damit helfen will.
Für mich ist das Teil jener Fürsorge, die die Anwendung von Hausmitteln so effizient macht. Sorgsam zubereitet und liebevoll verabreicht, können sie in einer Atmosphäre wirken, die uns allen guttut. Diese Nestwärme brauchen kleine wie große Patienten, sie trägt, wie ich meine, ganz wesentlich dazu bei, dass gesund machen kann, was gesund machen soll.
Die Beschäftigung mit unseren pflanzlichen Mitbewohnern und mit ganz normalen Lebensmitteln als Teil einer natürlichen Hausapotheke macht mich glücklich und gleichzeitig auch kreativ. Der Wunsch, dass es Ihnen genauso ergehen möge, hat mich unter anderem dazu bewogen, dieses Buch zu schreiben und Ihnen meine besten Hausmittel vorzustellen: wissenschaftlich durchuntersuchte Rezepte und Pflanzen sowie Altbewährtes aus dem Erfahrungsschatz kräuterkundiger Menschen.
Schön, dass Sie dabei sind – und gute Besserung für alle, die es brauchen!
Ihre Christine Reiler

Inhalt

Mein erstes Wort war Blume …
Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie …
BEWEGUNGSAPPARAT
Arthrose
Exkurs: Wickel und Auflagen
Muskelkater
Rheuma
Rückenschmerzen
Exkurs: Tinkturen
ATEMWEGE, OHREN
Erkältung allgemein
Bronchitis
Fieber
Halsschmerzen, Heiserkeit
Husten
Nasennebenhöhlenentzündung
Ohrenschmerzen
HAUT, HAARE, NÄGEL
Akne, Pickel
Aphthen
Babyakne
Exkurs: Gegen vieles ist ein Kraut gewachsen
Brüchige Nägel, Nagelverfärbungen
Ekzeme
Fieberblasen
Haarausfall
Hämorrhoiden
Insektenstiche
Milchschorf
Neurodermitis
Rissige Lippen
Sonnenbrand
Verbrennungen
VERDAUUNG
Appetitlosigkeit
Blähungen
Durchfall
Gallensteine
Reizdarm
Sodbrennen
Übelkeit
Verstopfung
WOHLBEFINDEN
Kopfschmerzen, Migräne
Schlaflosigkeit
Stimmungsschwankungen, Traurigkeit
ZÄHNE & CO
Zahnschmerzen, Entzündungen des Mund- und Rachenraumes
Register Beschwerden
Register Pflanzen
Über die Autorin
Impressum
Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie …
… Paracelsus. „Alle Ding’ sind Gift und nichts ohn’ Gift – allein die Dosis macht, dass ein Ding’ kein Gift ist“, hat er gesagt. Das war vor etwa 500 Jahren und gilt heute wie damals.
… Ihr Bauchgefühl. Ein einfacher Schnupfen kann jederzeit mit Hausmitteln behandelt werden, bei einer „echten“ Nasennebenhöhlenentzündung müssen die Leute vom Fach ran, d. h. Onkel und Tante Doktor.
… Ihre Vorsicht. Wenn Sie unsicher sind und sich keine Besserung der Beschwerden abzeichnet, ab zum Arzt! Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig. Gerade bei Kindern ist das ein Thema, für sich selbst weiß man ja meist, wann’s an der Zeit ist.
… Ihre Ärztin. Sie oder Ihr Schützling müssen Medikamente einnehmen? Dann heißt es vorm „Hausmittelkonsum“ immer: mit der Ärztin ihres Vertrauens reden! Für Allergiker, schwangere und stillende Frauen oder Menschen mit chronischen Erkrankungen gilt das in jedem Fall!
… Ihren Apotheker. Für den Dauereinsatz ist auch das beste Hausmittel nicht gedacht! Der Herr Magister weiß, wie die richtige Dosis aussieht und wie lange man dazu greifen kann – und er kennt sich auch aus, wenn Sie ihm z. B. mit dem Wort „Pyrrolizidinalkaloide“ kommen.
… das Internet. Mit Bedacht! Vieles, was in den Untiefen des World Wide Web herumgeistert, ist schlicht Unsinn. Checken Sie stets die Quellen und fragen Sie bei Bedarf nach, z. B. bei Ihrem Arzt oder Ihrer Apothekerin.
… die einschlägige Literatur. Auch für den gedruckten Text gilt – nicht alles, was da schwarz auf weiß steht, hat einen hundertprozentigen Wahrheitsgehalt, manches ist vielleicht schon überholt, manches eine persönliche Meinung oder Empfehlung. Bleiben Sie also kritisch.

Mein Merksatz für grundsätzlich gesunde Menschen: Leichte Symptome wie etwa kurzfristige Übelkeit, Halsschmerzen, Völlegefühl etc. kann man beruhigt mit Mittelchen aus Omas Schatzkiste behandeln. Symptome, die sehr stark, sehr schnell oder wiederholt auftreten, müssen begutachtet werden – und zwar von Fachfrau oder -mann.
Bewegungsapparat
Arthrose
Exkurs: Wickel und Auflagen
Muskelkater
Rheuma
Rückenschmerzen
Exkurs: Tinkturen
ARTHROSE
Bei einer Arthrose kommt es zur Degeneration des Knorpelgewebes im Gelenk, was im fortgeschrittenen Stadium dafür sorgt, dass die Knochen direkt aneinanderreiben und sich zum Teil verformen. Weil der Knorpelabbau anfangs häufig symptomlos verläuft, registrieren viele Betroffene das Ausmaß der Erkrankung erst sehr spät – durch eine Einschränkung der Bewegungsfreiheit, durch Schwellungen und Entzündungen, vor allem aber durch Schmerzen.
Die Ursachen der Krankheit liegen in erster Linie in einer altersbedingten Abnützung, was nicht heißt, dass nicht auch junge Menschen unter Arthrosebeschwerden leiden können: Fehl- oder Überbelastungen, z. B. durch Leistungssport, sind mögliche Gründe.
Obwohl eine Arthrose nach heutigem Stand der Medizin nicht heilbar ist, habe ich eine gute Nachricht für Sie: Man kann eine ganze Menge gegen ihre Symptome unternehmen, auch mit Hausmitteln. Pflanzliche Anwendungen haben sich hier bestens bewährt.
CHILIPASTE
Pürieren Sie eine Handvoll Chillies und streichen Sie die Paste auf das schmerzende Gelenk. Fixieren Sie die scharfe Sache, wenn notwendig, mit einem Tuch. Nach einer Einwirkzeit von etwa einer Viertel- bis halben Stunde sollte die Chilipaste abgenommen und die betroffene Stelle gut gewaschen werden. Verwenden Sie für die Aktion Handschuhe oder denken Sie zumindest daran: Greifen Sie mit Chilihänden nicht in die Augen oder an eine andere sensible Stelle!

Der Chili
Der Stoff, der uns beim Genuss von Chillies zum Weinen bringt, nennt sich Capsaicin. Dieses ruft auf der einen Seite einen Schmerzreiz hervor – Schärfe ist nicht, wie oft angenommen, ein Geschmack –, wirkt auf der anderen Seite jedoch schmerzstillend. Chilischoten werden deshalb auch in der Medizin immer öfter eingesetzt. Bei der äußeren Anwendung kommt es nebenbei zu einer örtlichen Rötung, denn die Haut wird vermehrt durchblutet. Sollte die Reizung zu stark sein, hilft das Einreiben mit Fett oder Alkohol.
SCHARF, SCHÄRFER, AM SCHÄRFSTEN
Gemessen wird der Schärfegrad von Chillies in Scoville-Einheiten. 16 Millionen Scoville gelten als der höchste erreichbare Wert für reine Capsaicin-Kristalle, ungeübte Europäer finden aber alles über 1.000 Scoville, vorsichtig gesagt, eher „unbekömmlich“.

BRENNNESSELTEE
2 TL des Krautes mit 200 ml kochendem Wasser übergießen, nach knapp 15 Minuten abseihen.
Für eine kurmäßige Anwendung von bis zu vier Wochen sollte man täglich drei Tassen Brennnesseltee trinken.
RINGELBLUMENSALBE
Auch eine Therapie mit der schönen orangen Blume ist einen Versuch wert. Das wiederholte Eincremen mit Ringelblumensalbe (siehe Seite 63) wirkt entzündungshemmend und abschwellend und kann im Anfangsstadium einer Arthrose gut helfen oder – selbst später – dafür sorgen, dass weniger Medikamente eingenommen werden müssen und damit weniger Nebenwirkungen auftreten.
ROSSKASTANIENBAD
Ein bisschen Arbeit macht’s schon, aber ohne Fleiß kein Preis: 1 kg reife Rosskastanien schälen und in kleine Stücke schneiden, über Nacht in Wasser einweichen. Am nächsten Tag Wasser mit den Kastanien zum Kochen bringen, Topf vom Herd nehmen und Kastanien zehn Minuten ziehen lassen, Flüssigkeit durch ein Sieb ins Vollbad gießen und sich selbst für etwa 20 Minuten dazugesellen.
Die Rosskastanienkur wirkt gegen Entzündungen, ist krampflösend und sollte einmal pro Woche angewandt werden.

Die Brennnessel
Wer hat als Kind nicht in die brennenden Nesseln gegriffen oder ist mit kurzen Hosen mittendurch gewandert? Aua, das merkt man sich! Einer meiner Brüder lernte die Pflanze und ihre Eigenschaften ziemlich intensiv kennen, als er wieder einmal frech war … ein kleiner Schubser – und schon war das hierarchische Verhältnis wieder zu meinen Gunsten hergestellt. Der erste Eindruck, den die Pflanze im Leben der meisten Menschen hinterlässt, ist also nicht unbedingt ein positiver und bei gar nicht so wenigen wird dieser Eindruck auch nie wieder korrigiert: Eine Heerschar an Gartenbesitzern will nichts anderes als der Brennnessel an den Kragen. Viele Kräuterkundige hingegen schätzen sie als Naturheilmittel mit großem Potenzial – auch ich bin ein echter Fan. Die Wirksamkeit der Pflanze ist in einigen Bereichen, wie etwa bei Arthrose, mittlerweile nachgewiesen: Die Inhaltsstoffe ihrer Blätter hemmen die Produktion der Entzündungsstoffe in den Gelenkkapseln, reduzieren die Schmerzen und verbessern die Beweglichkeit der Gelenke. Wenn Sie also einen Garten Ihr Eigen nennen, lassen Sie der Brennnessel zumindest ein kleines Eckchen zum Gedeihen und nutzen Sie ihre Kräfte.
KOHLWICKEL
Darf ich vorstellen: der Kohlwickel, ein absoluter Klassiker unter den Hausmitteln, angewandt hauptsächlich bei Kniearthrose – was nicht heißt, dass er nur dort seine Wirkung tut. Lösen Sie drei bis vier der äußeren Blätter eines Kohl- oder Krautkopfes, schneiden Sie die harten Mittelrippen heraus und legen Sie die Blätter auf eine nicht saugende Unterlage. Rollen Sie mit einer Flasche ein paar Mal kräftig darüber, auf jeden Fall so lange, bis Flüssigkeit austritt. Legen Sie die saftigen Blätter auf die betroffene Körperstelle, decken Sie sie mit einem Tuch ab und binden Sie den Wickel mit einem weiteren Tuch fest. Die Einwirkzeit soll mindestens zwei Stunden betragen, kann sich jedoch auch auf bis zu zwölf Stunden ausweiten, d. h. man kann mit dem Wickel ganz gut übernachten – vorzugsweise dann, wenn der Partner oder die Partnerin mal außer Haus weilt.
Cooler Tipp: Wenn Sie den Kohlkopf direkt aus dem Kühlschrank verarbeiten, dann sind die Blätter auch noch angenehm kühlend!
Der Kohl
Im Kohlgemüse findet sich eine Reihe von Wirkstoffen, die selbst über die Haut Gutes tun, etwa die für uns hier wichtigen Flavonoide oder Senfölglykoside – sie sind vermutlich dafür verantwortlich, dass ein Kohlwickel bei Arthroseschmerzen hilft. Der genaue Mechanismus ist derzeit leider noch nicht bekannt, aber wie heißt’s so schön: Hauptsache, es wirkt. Und das tut’s!
PERSÖNLICHES
EIN PONGAUER TIPP FÜR MÜTTER
Ich habe meine beiden Kinder im schönen Pongau zur Welt gebracht und nicht schlecht gestaunt, als mir die Schwestern im Krankenhaus kurz nach dem Milcheinschuss Kohlblätter brachten. Genau die oben erwähnten Kohlwickel werden dort verwendet, um pralle Stillbrüste zu beruhigen. Und aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen: mit Erfolg. Geruchstechnisch ist das Ganze vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, aber den Kindern war es egal und ich war dankbar für jede Möglichkeit der Schmerzlinderung.

„Ach ja, verwenden Sie bei der Zubereitung kein Holzbrett und keinen Nudelwalker, der Kohlsaft kann sich dort richtig festfressen und Ihre nächsten Kekse haben dann womöglich einen etwas befremdlichen Beigeschmack.“
EXKURS WICKEL UND AUFLAGEN
Beide Helden der Überschrift gehören zur selben Hausmittel-Familie, nämlich zu den „Durch-die-Haut-Wirkenden“. Während man den Wickel um einen ganzen Körperteil oder sogar um den ganzen Körper wickelt, wird die Auflage auf eine bestimmte Körperregion aufgelegt: Wadenwickel etwa führen rund um den Unterschenkel, eine Zwiebelauflage gegen Ohrenschmerzen liegt auf den Lauschern.
Üblicherweise setzt man mit Wickel und Auflage auf zwei unterschiedliche Kräfte:
–auf die Wirksamkeit des Verpackten, z. B. der Kräuter, Zwiebeln usw.
–auf die Temperatur
Kalte Wickel und Auflagen werden meist bei akuten Beschwerden wie z. B. bei Sportverletzungen, Sonnenbrand oder Entzündungen angewandt, aber auch bei Fieber. Achtung: Kalt heißt hier nicht immer eiskalt, in vielen Fällen bedeutet es einfach kühl oder kühler als die Körpertemperatur! Durch die Körperwärme verdunstet die Feuchtigkeit und bleiben die kalten Wickel länger am Körper, wärmen sie sogar.
Warme Wickel und Auflagen werden hingegen hauptsächlich bei chronischen Beschwerden eingesetzt, da sie die Durchblutung anregen, z. B. bei Gelenks- oder Rückenschmerzen. Auch warm ist relativ, wirklich heiß darf’s jedoch NIE werden!
Generell aber gilt: So wie man es am liebsten mag, ist es richtig. Empfinden Sie kalte Wickel als angenehm? Dann probieren Sie es bitte mit Coolness! Präferieren Sie warme Auflagen? Dann bitte frei nach dem Motto „Some like it hot“!
STOFF UND STOFFE – WAS MAN ZUM WICKELN UND AUFLEGEN BRAUCHT
–Ein wirksames Heilmittel: Die Palette reicht von Topfen über Kren, Apfelessig usw. bis zum schlichten Wasser
–Tücher aus atmungsaktiven Naturmaterialien wie Leinen oder Baumwolle, Gaze, ein Handtuch …
Bei der Auswahl kommt es natürlich darauf an, welche Art von Wickel oder Auflage Sie planen. Und nicht immer muss es das dreiteilige Gesamtpaket wie unten sein, manchmal reichen zwei Tücher, manchmal dürfen es auch vier sein – je nach eigenem Gutdünken und Wickelart.
FÜR WUNDSCHUTZ & CO
Eine Kompresse ist eine um einiges schlankere Verwandte einer Auflage. In erster Linie dient sie als Wundschutz, wobei sie meist mit einem Verband fixiert wird, zudem eignet sie sich als Abdeckung nach dem Auftragen einer Salbe.
Eine Sonderform stellen Kalt- oder Warmkompressen dar. Wir kennen sie z. B. als praktische Gelbeutel, die im Kühlschrank oder Wasserbad auf die entsprechende Temperatur gebracht werden. Als Kaltauflage helfen sie etwa bei Entzündungen und Sportverletzungen, als warmes Pendant bei Rückenschmerzen & Co.

UND SO GEHT’S: ES WIRD GEWICKELT ODER GELEGT!
–Beträufeln Sie das Innentuch gut mit Flüssigkeit (Tinktur, Tee, Wasser etc.) und wringen Sie es dann, wenn notwendig, leicht aus oder bestreichen bzw. belegen Sie das Innentuch mit dem Wirkstoff (Topfen, Zwiebelstücken etc.) und falten Sie es dann so zusammen, dass der Inhalt gut, aber nur leicht bedeckt ist. Bei einem Kohlwickel ist quasi das Kohlblatt auch schon das Innentuch!
–Legen Sie das Innentuch direkt auf die betroffene Körperstelle – prüfen Sie vorher IMMER, ob die Temperatur angenehm ist! – und decken Sie es mit einem Zwischentuch ab. Achten Sie darauf, dass sich zwischen Heilmittel und Haut nur ein bis zwei Stoffschichten befinden, damit das Mittel auch wirklich seine volle Kraft einsetzen kann.
–Binden Sie bei Bedarf ein Außentuch so um, dass es locker sitzt, Wickel oder Auflage aber dennoch gut fixiert sind.
WAS IST ZU BEACHTEN?
Die ersten beiden Punkte sind besonders wichtig, wenn Ihr Schützling während der Behandlung liegen bleiben muss.
–Muss die Patientin/der Patient auf die Toilette? Nicht, dass da ein Unglück geschieht, ein Wickel kann ja auch einmal etwas länger dauern.
–Sind Tee/Wasser etc. griffbereit?
–Wird der Wickel als angenehm empfunden oder ist er zu kalt, zu heiß, zu eng oder zu locker, wie reagiert die Haut?
–Während der Einwirkzeit: Fühlt sich die Situation noch gut an? Wenn nicht: Beenden Sie sie!
–Lässt die wärmende oder kühlende Wirkung nach? Dann weg mit Wickel oder Auflage!
–Ist eine Wiederholung angesagt? Oder sogar mehrere? Akute Kälteanwendungen können z. B. öfter durchgeführt werden.
PERSÖNLICHES
MAMA, WAS PASSIERT DENN DA?
Kinder haben ja oft die Tendenz, auf Hausmittel erst einmal zu pfeifen. Zumindest meine – da heißt es mit Nachdruck „Nein!“, wenn ich mit all den gut gemeinten Maßnahmen loslegen will. Ich versuche dann zu erklären, warum ein Wickel oder was auch immer helfen kann und wie die ganze Prozedur Schritt für Schritt ablaufen wird. Wenn das alles nichts hilft, besteche ich die beiden schon mal mit zehn Minuten Fernsehen, da halten sie schön still, oder mit einem Gummibärchen. Erziehungstechnisch ist das vielleicht fragwürdig, aber besondere Situationen erfordern eben besondere Maßnahmen.

HILFE AUS DEM SUPERMARKT
Topfenwickel sind ein gutes Beispiel dafür, dass sich Helferlein für unser Wohlbefinden auch in den (Kühl-)Regalen von Supermärkten finden. Und das heißt zweierlei: Sie sind leicht verfügbar – und sie sind günstig (nicht nur für die Gesundheit, sondern auch für die Brieftasche).
MUSKELKATER
Warum es zu einem Muskelkater kommt, darüber streiten die Wissenschaftler immer noch. Übertreibe man es mit dem sportlichen Einsatz, komme es – als Schutzmechanismus des Körpers – zu einer übersäuerten Muskulatur, die zu einer Ruhepause zwinge, sagen die einen. Gegen die Theorie spricht allerdings, dass Milchsäure (Laktat) schon bald nach der Bewegung völlig abgebaut ist, der Muskelkater jedoch oft erst Stunden später spürbar wird und sehr viel länger anhält – genauer gesagt etwa drei bis fünf Tage. Die anderen behaupten, Ursache eines Muskelkaters seien mikrofeine Risse in der Zellstruktur der Muskelzellen. Dabei würden Bruchstücke freigesetzt, die winzige Entzündungen und damit die typischen Muskelschmerzen hervorriefen.
Wie dem auch sei: Ist der Muskelkater nach ein paar Tagen nicht verschwunden, sollte man abklären lassen, ob nicht doch eine Zerrung oder ein Muskelfaserriss mitspielen.
GEDULD UND VERZICHT
So weit, so gut … aber was hilft jetzt wirklich gegen die lästigen Schmerzen? Prinzipiell gilt: Geduldig warten und bis zur Ausheilung tunlichst auf jene Bewegungen verzichten, die einem den Muskelkater beschert haben.
WÄRME
Durch Wärme kann man den natürlichen Heilungsprozess allerdings unterstützen. Ein Besuch in der Sauna oder heiße Bäder verschaffen Linderung. Bewährt hat sich auch die angenehme Wärme eines Kirschkernsackerls. Sollten Sie noch keines haben, schaffen Sie sich eines an – ich finde, es gehört in jede Hausapotheke. Im Backofen lässt es sich bei rund 150 Grad gut aufwärmen, achten Sie aber stets darauf, dass es nicht zu heiß wird, zehn bis 15 Minuten Aufwärmzeit sind genug. Alternativ tut es auch die Mikrowelle, ein bis zwei Minuten bei 600 Watt reichen. Achtung: Kirschkerne können durch zu langes Erhitzen in Brand geraten!
Für innere Wärme kann Schwimmen sorgen, es fördert die Durchblutung und unterstützt so die Regeneration.
„Ich liebe warme Kirschkernsackerl – auch weil sie so wunderbar duften.“
SAUERKIRSCHSAFT
Amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Sauerkirschen entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken. Zweimal täglich getrunken, soll Kirschsaft auch unsere Muskeln schneller wieder schmerzfrei machen.
RHEUMA
Auch wenn der Begriff mehr als hundert verschiedene Erkrankungen umfasst – wer Rheuma sagt, meint meist die rheumatoide Arthritis (auch ich hier!), eine entzündliche Erkrankung der Gelenke mit chronisch fortschreitendem Verlauf. Davon können grundsätzlich alle Gelenke betroffen sein, sehr oft sind es Finger- und Fußgelenke. Entzündliche Rheuma-Erkrankungen können im späteren Stadium zu irreparablen Gelenkschäden und zu starken Schmerzen führen. Eine ärztliche Versorgung ist hier unumgänglich, durch unterschiedliche Behandlungsmethoden sollen vor allem die Gelenkszerstörung abgebremst oder gestoppt und natürlich der Schmerz gelindert werden. Hausmittel können eine gute Unterstützung dabei sein.
SELLERIESAFT
Waschen Sie frischen Staudensellerie unter fließendem Wasser. Schneiden Sie die Stangen in kleine Stücke und pressen Sie den Saft aus, am besten mit einer Saftpresse. Um vom therapeutischen Nutzen des Selleries profitieren zu können, genügt es, dreimal täglich etwa 100 ml zu sich zu nehmen. Sie sollten diese Kur drei- bis viermal pro Jahr jeweils eine Woche lang durchführen. Wichtig ist, dass der Saft täglich frisch zubereitet wird.

Der Sellerie
Geruch und Geschmack des Selleries mag nicht jeder. Doch dieser kann einiges für die Gesundheit tun. Das frische Gemüse enthält viel Kalium, was für einen der wichtigsten medizinischen Effekte der Pflanze verantwortlich zeichnet, nämlich für die harntreibende Wirkung. Gerade bei Rheuma ist eine gründliche Entwässerung außerordentlich wichtig, damit die entsprechenden Schlacken besser ausgeschieden werden können.
ERST ARZNEI, DANN GEMÜSE
Im Alten Ägypten wurde der Wildsellerie bereits 1200 v. Chr. als Arznei und Heilpflanze genutzt. Erst viele Jahre später kam es zur heute üblichen Verwendung als Gemüse.
KÜHLE TOPFENAUFLAGE
Bei einem Rheumaschub, der bereits mit Entzündungen einhergeht, kann eine kühle Topfenauflage helfen. Streichen Sie eine etwa fingerdicke Schicht Topfen auf ein Baumwolltuch und schlagen Sie dieses auf allen Seiten ein. Legen Sie es dann so auf die schmerzenden Körperstellen, dass sich nur eine dünne Stoffschicht zwischen Topfen und Haut befindet. Binden Sie, wenn Sie mögen, ein Tuch zur Fixierung um.
BIRKENBLÄTTERTEE
1–2 EL geschnittene Birkenblätter mit 200 ml kochendem Wasser übergießen. Zehn Minuten ziehen lassen, abseihen.
Mehrmals täglich eine Tasse des warmen Tees trinken.
BRENNNESSELSCHLÄGE
Das – nicht allzu starke – Schlagen mit der Pflanze soll ein angenehmes Wärmegefühl auslösen … nach dem Schmerz wohlgemerkt. Wenn Sie diese Radikalkur probieren wollen (wobei ich finde, so radikal ist sie gar nicht), dann bearbeiten Sie die schmerzenden Körperstellen an drei Tagen hintereinander mit einem frischen Brennnesselbüschel, einmal täglich reicht. Waschen Sie die Stellen während dieser Zeit nicht, denn das kann zu Juckreiz führen. Nach drei Tagen Pause können Sie wieder loslegen und einen neuen Durchgang starten.
Topfen (Quark)
Die im Topfen enthaltene Milchsäure reizt durch den direkten Kontakt mit der Haut das Gewebe und öffnet so die Poren. Die Durchblutung wird angeregt, Entzündungsstoffe verschwinden. Im Allgemeinen sind Topfenwickel oder -auflagen, ob warm oder kalt, sehr gut verträglich, selbst bei sensibler Haut kommt es praktisch nie zu unangenehmen Nebenwirkungen. Magertopfen eignet sich am besten, er ist fester und nässt deswegen weniger. In letzter Zeit wird auch in Krankenhäusern wieder verstärkt mit dem heilsamen Milchprodukt gewickelt.
Birkenblätter
Die Blätter der Birke haben eine durchspülende Wirkung und bringen den Stoffwechsel in Schwung – und das lindert alle Erkrankungen, die mit Stoffwechselablagerungen einhergehen. Bei schmerzhaften Ablagerungen in den Gelenken, wie z. B. bei Rheuma, sind sie einen Versuch wert. Also, falls Sie diese Therapie ausprobieren wollen und es nicht gerade Spätherbst oder Winter ist: Warum nicht beim nächsten Spaziergang Birkenblätter sammeln?
DIE BRENNNESSEL-PEITSCHE
Der lateinische Name der Brennnessel heißt Urtica dioica (Große Brennnessel) bzw. Urtica urens (Kleine Brennnessel). Davon abgeleitet wurde der Name jener Behandlung, die seinerzeit recht verbreitet war: der Urtikation. Dabei wurden etwa gelähmte oder rheumatische Gliedmaßen richtiggehend ausgepeitscht. Heute besinnt man sich dieser Technik langsam wieder, geht aber – zumindest ein kleines bisschen – weniger brutal vor.


„Ein Heublumenbad fühlt sich an wie ein Kurzurlaub auf der Alm und erinnert mich an jene Zeit, als wir Kinder auf dem Heuboden übernachten durften.“
HEUBLUMENBAD
Eine Wärmebehandlung kann zu Beginn eines rheumatischen Schubes die Beschwerden mildern, da zu diesem Zeitpunkt meist noch keine Entzündungen vorhanden sind. Überbrühen Sie eine Handvoll Heublumen mit 2–3 l kochendem Wasser und lassen Sie das Ganze 20 Minuten ziehen. Baden Sie nach dem Abseihen die schmerzenden Hände oder Füße im Duftwasser bzw. gießen Sie es als Zugabe ins Badewasser.
HEUBLUMENRUHE
Ich nenne es die „himmlische Heublumenruhe“: Füllen Sie Heublumen in ein Stoffsackerl und erwärmen Sie das Paket im Backofen quasi unter ständiger Aufsicht auf etwa 42 Grad. Legen Sie sich hin und das warme Heilmittel auf die schmerzenden Stellen, decken Sie sich, aber vor allem das Heublumenpaket gut zu. Entspannen Sie nun beim Duft von frisch gemähten Wiesen (oder können Sie an etwas anderes denken?) etwa 40 bis 50 Minuten – wenn Sie Zeit haben ein- bis zweimal täglich.
SENFSAMENBREIUMSCHLAG
Verrühren Sie 3–4 EL zerkleinerte Senfsamen – gibt es als Senfmehl zu kaufen – direkt vor der Anwendung mit warmem Wasser. Streichen Sie den Brei auf ein Baumwolltuch und schlagen Sie dieses ein. Legen Sie das Tuch für zehn bis 15 Minuten auf die betroffenen Körperstellen. Mit einem weiteren Tuch lässt sich das Ganze fixieren. Maximal dreimal täglich anwenden, alternierend mit der „himmlischen Heublumenruhe“ ist es z. B. eine Supersache.
Heublumen
Die Blumen aus dem Heu sind das, was nach dem Sieben „auf der anderen Seite“ der groben Stängelteile übrig bleibt: ein Gemisch aus Süßgräserblüten, Samen sowie kleineren Blatt- und Stängelstücken. Je nach Erntestandort enthalten Heublumen unterschiedliche Zusammensetzungen von sekundären Pflanzenstoffen wie Cumaringlykosiden und Furanocumarinen, die für den intensiven Duft verantwortlich sind. Das Zusammenspiel der Inhaltsstoffe, zu denen auch ätherische Öle und Gerbstoffe zählen, wirkt entzündungshemmend, lokal wärmend und schmerzlindernd.
RÜCKENSCHMERZEN
Wir haben sie hauptsächlich unserem zivilisierten Lebensstil zu verdanken und für die meisten Menschen gehören sie ab einem gewissen, nicht sonderlich hohen (!) Alter einfach zum Leben: die – fast hätte ich gesagt „guten alten“ – Rückenschmerzen. Als Volkskrankheit Nummer eins, zumindest in unseren Breiten, haben sie viele mögliche Ursachen und ich will Ihnen in dieser Sache nur eines ans Herz legen: Gehen Sie diesen Gründen nach – und zwar ehestmöglich! Rückenleiden werden nämlich lange Zeit nicht gerne registriert, Arzt- oder Therapeutenbesuche auf die lange Bank geschoben, bis im wahrsten Sinne des Wortes nichts mehr geht, sprich bis man sich nicht mehr vom Fleck rühren kann. Von der Hausmittelfront kann ich Ihnen zu einem ausgezeichneten pflanzlichen Schmerzmittel raten, aber wie Schmerzmittel so sind, bekämpfen sie nur die Symptome – doch gut, dass wir sie haben! Wie gesagt, betreiben Sie Ursachenforschung …
WEIDENRINDENTINKTUR
Füllen Sie ein Schraubglas zu zwei Dritteln mit zerkleinerten Rindenstücken und gießen Sie mindestens 40-prozentigen Alkohol, z. B. Wodka oder Doppelkorn, darüber – fast bis zum Rand des Glases. Die Ruhezeit der künftigen Tinktur sollte vier Wochen dauern, aber täglich durch einen kräftigen Rüttler unterbrochen werden. Dann heißt es abseihen und in dunkle Flaschen füllen. Bei Rückenschmerzen können Sie zwei- bis dreimal täglich zur Flasche greifen und zehn bis 40 Tropfen Weidenrindentinktur in einem Glas Wasser einnehmen. Lassen Sie das aber nicht zur Dauereinrichtung werden.
Mehr Informationen zur Tinkturherstellung finden Sie auf den nächsten Seiten.
„Betreiben Sie immer Ursachenforschung, nicht nur bei Rückenleiden. Im schlimmsten Fall müssen Sie ohnehin nur Ihren kompletten Lebensstil ändern.“

Die Weidenrinde
Aspirin und seine Wirkweise kennt jeder, aber dass dieser Medikamentensuperstar seinen Weltruhm einer Pflanze verdankt, ist eher unbekannt. Es ist die Weide, in deren Rinde sich ein gar feiner Stoff verbirgt – das Salicin. Diese Vorstufe der Salicylsäure ist wiederum eine Vorstufe der Acetylsalicylsäure und damit wären wir auch schon bei jenem Stoff angelangt, der im Aspirin seine Wirkung tut.
Die Weidenrinde gilt eines der stärksten pflanzlichen Schmerzmittel und nebenbei als Entzündungshemmer und Adstringens („Zusammenzieher“). Die meisten heilenden Inhaltsstoffe stecken in der Rinde der zwei- bis dreijährigen Zweige von Purpurweiden.
Achtung: Sollten Sie überempfindlich auf Salicylate sein, verzichten Sie bitte auf die Anwendung von Weidenrinde.
EXKURS TINKTUREN
Kurz gesagt sind Tinkturen flüssige Medikamente, die die Wirkstoffe von Pflanzen in sich tragen. Es ist noch gar nicht so lange her, da waren sie in fast jedem Haushalt zu finden.
Ihre Herstellung ist keine Zauberei: Man mischt ein Lösungsmittel, meist Alkohol, und zerkleinerte Pflanzenteile zusammen und lässt sie aufeinander wirken – wobei der Alkohol die Oberhand hat und die Pflanze ziemlich aussaugt: Er holt sich sowohl die wasserlöslichen als auch die fettlöslichen Wirkstoffe. Genannt wird dieser Prozess Mazeration, was vom lateinischen „macerare“ für „zermürben, mürbe machen, quälen“ abgeleitet ist und irgendwie nicht besonders angenehm für die Pflanzen klingt. Nach zwei bis sechs Wochen ist aber Schluss damit und die Tinktur – nach dem Abseihen – reif für den Einsatz.
Der Gehalt an Wirkstoffen ist bei Frischpflanzentinkturen übrigens deutlich schwächer als bei Auszügen aus getrockneten Pflanzenteilen. Mir macht es aber trotzdem mehr Spaß, frisch gesammelte Pflanzen und Kräuter zu verwenden!
WAS TINKTUREN SO PRAKTISCH MACHT
–Sie halten sehr lange – in den meisten Fällen etwa ein Jahr oder länger.
–Sie sind rasch zur Hand und bei Schluckbeschwerden besser als feste Arzneiformen.
–Sie können innerlich wie äußerlich angewandt gute Dienste leisten. Eingenommen werden sie häufig mit Wasser, die äußerliche Anwendung erfolgt mittels Wickel, Kompresse oder Spülung bzw. als Bestandteil einer Salbe.
VIELE REZEPTE – EINE FAUSTREGEL
Es gibt unzählige Rezepte für Tinkturen – sie unterscheiden sich u. a. hinsichtlich der „Hochprozentigkeit“ und der Art des verwendeten Alkohols. Generell kann man sagen: Je höher der Alkoholgehalt, desto mehr Fettlösliches wird aus der Pflanze herausgeholt. Bei Bitterstoffen oder Saponinen reichen niedrigere Alkoholkonzentrationen, während ätherische Öle oder Harze höhere Konzentrationen benötigen. Hochprozentiger Alkohol ist aber relativ teuer, wenn Sie also nicht so viel Geld ausgeben wollen, greifen Sie einfach zur leichteren Variante, die holt sich schließlich auch viel.
ESSIG ODER ÖL ALS ANTIALKOHOLISCHE ALTERNATIVE
Was sich wohl von selbst versteht: Kinder sowie schwangere und stillende Frauen sollten Tinkturen wegen ihres Alkoholgehaltes – auch verdünnt – nicht einnehmen!
Ebenso sind Tinkturen natürlich nichts für Alkoholkranke oder Personen mit Leberproblemen.
Wie gut, dass es da alkoholfreie Alternativen gibt! Essig oder Pflanzenöl beispielsweise sind ebenfalls gute Mittel, um Wirkstoffe aus Pflanzen zu lösen. Die Zubereitung erfolgt wie bei alkoholischen Tinkturen, nur dass man statt zu Wodka, Doppelkorn etc. zu einem wirklich guten (Apfel-)Essig oder Pflanzenöl greift.
Auch hier gilt meist: Ein warmes Plätzchen ist ein guter Ort fürs Reifen. Viele stellen das Öl in die Sonne, was ich auch lange Zeit gemacht habe. Mehrere nicht so gelungene Versuche haben mich aber eines Besseren belehrt.
Bei Kindern hat sich auch Glyzerin als Trägersubstanz bewährt, ein süßlich schmeckender Pflanzensirup, den man in Lebensmittelqualität in Apotheken bekommt.
IMMER SCHÖN SAUBER BLEIBEN
Nicht vergessen: Sauberkeit ist oberstes Gebot beim Zubereiten von Hausmitteln! Verwenden Sie nur sterilisierte Gläser und Flaschen, wenn Sie Tinkturen herstellen!
Achten Sie bei frischen Pflanzen darauf, dass diese nicht feucht vom Regen oder Tau sind.
UND SO GEHT’S!
Man nehme:
–Ein Einmachglas oder eine Flasche mit weitem Hals, jedenfalls so weit, dass die – zerkleinerten – Pflanzenteile gut hinein- und wieder herauskommen
–Einen passenden Trichter (nicht aus Metall!)
–Getrocknete oder frische Pflanzen(teile)
–Mindestens 38- bis 40-prozentigen Alkohol (Wodka oder Doppelkorn), höchstens 90-prozentigen. Wenn Sie getrocknete Pflanzen verwenden, brauchen Sie in etwa die fünf- bis zehnfache Menge Alkohol, bei frischen Pflanzen die fünffache.
1.Zerkleinern Sie die Pflänzchen nach dem Motto „je kleiner, desto besser“ und geben Sie sie in das vorbereitete Glas. Blüten sind äußerst zarte Geschöpfe und können normalerweise „unberührt“ bleiben.
2.Gießen Sie den Alkohol darüber, sodass die Pflanzen gut bedeckt sind. Verschließen Sie das Einmachglas und schütteln Sie es kräftig. Lassen Sie die Mischung dann eine Woche bis einen Monat an einem dunklen Ort (Achtung: Das Johanniskraut liebt die Sonne!) bei Zimmertemperatur reifen.
3.Schütteln Sie das Glas täglich.
4.Ist die Zeit gekommen, seihen Sie die Flüssigkeit durch ein sehr feines Sieb, einen Kaffeefilter oder eine Mullwindel ab.
5.Füllen Sie die Tinktur in eine sterilisierte braune Glasflasche oder in ebensolche Tropfenflaschen, Letztere erleichtern die Dosierung. Vergessen Sie nicht, die Flaschen zu beschriften, und zwar mit Pflanzennamen und Datum – auch die Schlaueste kann mal vergessen.
6.Lagern Sie die Tinktur kühl und dunkel.
Atemwege, Ohren
Erkältung allgemein
Bronchitis
Fieber
Halsschmerzen, Heiserkeit
Husten
Nasennebenhöhlenentzündung
Ohrenschmerzen
ERKÄLTUNG ALLGEMEIN
Erwachsene machen etwa zwei- bis viermal im Jahr eine Erkältung durch, Kinder sind durch ihr unausgereiftes Immunsystem noch häufiger betroffen. Wie uns die Statistik mitteilt, sind wir im Laufe unseres Lebens durchschnittlich etwa zweihundertmal erkältet. Ganz schön oft also – und ganz schön viel zu tun für jene Mittelchen, die uns diese Zeit erleichtern sollen.
Bis Seite 43 finden Sie, um es umständlich auszudrücken, „Allgemeines zum Thema Erkältung und allgemeine Anti-Erkältungsmittel“, danach geht’s ein bisschen genauer zur Sache und Sie erfahren, welche speziellen Helfer bei Bronchitis, Fieber, Halsschmerzen und Heiserkeit, Husten, Nasennebenhöhlenentzündungen und Ohrenschmerzen wirken.

DIE ECHTE GRIPPE
Im Gegensatz zum grippalen Infekt ist die echte Grippe eine hoch ansteckende Infektionskrankheit, die durch sogenannte Influenzaviren ausgelöst wird. Der Krankheitsverlauf ist wesentlich schwerer, es kann zu Folgeerkrankungen wie zu einer Lungenentzündung kommen. Für ältere Menschen, chronisch Kranke und Kinder ist eine Influenza unter Umständen sogar lebensbedrohlich. Gefährdete Personen sollten daran denken, sich impfen zu lassen. Eine jährliche Immunisierung stellt einen guten Schutz dar, weil jene Viren, die gerade im Umlauf sind, in den meisten Fällen berücksichtigt werden. Da sich die Oberflächenmerkmale der Grippeviren durch Mutationen ständig ändern, muss der Impfstoff Jahr für Jahr den aktuellen Erregern angepasst werden.
VIER WUNDERWUZZIS
Wenn es an der Zeit ist und alles um mich herum schnupft und niest, einschließlich meines Anhanges, ziehe ich mich in meine Küche zurück, um für meine Lieben Medizin herzustellen. Zuerst plündere ich Vorratskammer und Kühlschrank – also vorrangig jene Orte, an denen ich ganz bestimmte Wunderwuzzis aufbewahre: Zwiebeln, Knoblauch, Kren (Meerrettich) und Kartoffeln.
ZWIEBELSCHÜSSEL ODER -SÄCKCHEN
Schneiden Sie eine Zwiebel in Stücke, geben Sie diese in eine kleine Schüssel und platzieren Sie das schnelle Hausmittel in der Nähe Ihres Schützlings. Die Behandlung ist auch für kleine Rotznasen geeignet. Lassen Sie Zwerg und Schüssel aber nicht aus den Augen oder – noch besser – füllen Sie die Zwiebelstücke in ein kleines Säckchen, z. B. einen Waschlappen oder eine Socke, und binden Sie diese zu. Wenn Sie das Zwiebelsäckchen ein bisschen quetschen, werden die schwefelhaltigen Inhaltsstoffe der Zwiebel wieder freigesetzt und es gibt frischen Anti-Erkältungs-Nachschub. Und ja, es riecht ein wenig streng im Zimmer, aber das geht vorüber …
KNOBLAUCHWÜRZE
Würzen Sie gerade während der Erkältungszeit mit Knoblauch – es gibt so viele feine Rezepte, die die geschmackvollen Zehen richtig gut zur Geltung bringen. Wenn Sie nicht viel Zeit haben, geben Sie einfach ordentlich Knoblauch ins Salatdressing.
Am wirksamsten ist es wahrscheinlich, eine frisch geschälte Knoblauchzehe, so wie sie ist, zu essen. Wobei es sich empfiehlt, das sämtlichen Familienmitgliedern anzutragen, denn sonst steht einem eventuell eine einsame Zeit bevor. Und rechnen Sie damit, einen Spitznamen verpasst zu bekommen – so wie ich die „Queen of Garlic“ bin.
Die Zwiebel
Eine Küche ohne Zwiebeln ist kaum vorstellbar. Und was für die Kulinarik gilt, das trifft bei mir auch für die Hausapotheke zu, denn mit seinen entzündungshemmenden Eigenschaften und seinem mutigen Auftreten gegen Krankheitserreger ist das Lauchgewächs ein echtes Multitalent.
Dabei muss die Zwiebel nicht unbedingt verspeist werden, ein Teil ihrer Schätze kann lokal über die Haut aufgenommen werden, ein weiterer Teil schafft es als Hans Dampf über Nase und Augen – was uns oft zu Tränen rührt. Der sogenannte „tränenreizende Faktor“, von Fachleuten auch Propanthial-S-Oxid genannt, entsteht beim Anschneiden der Zwiebel und reagiert im Riech- bzw. Sehorgan zu Schwefelsäure. Die Schwefelverbindungen lassen die Schleimhäute abschwellen, der scharfe Geruch regt die örtliche Durchblutung an und sorgt dafür, dass sich Bakterien und Pilze sehr gerne von uns verabschieden. Antioxidantien wie Quercetin und Anthocyane erweisen sich zudem als tüchtige Kämpfer gegen freie Radikale.
GERUCHSBEKÄMPFER Â LA NATURE
Praktisch, dass die Natur auch gegen eine Knoblauchfahne so einiges zu bieten hat: Inder schwören auf Kardamom, Kaffeeliebhaber auf ihre Bohnen (roh zerbeißen!) und Kräuterhexen auf Petersilie, Salbei oder Pfefferminze.
Der Knoblauch
Seine Wirkung bei Erkältungskrankheiten ist mittlerweile wissenschaftlich nachgewiesen: Der Knoblauch enthält viele gesundheitsfördernde Mineralstoffe und zahlreiche Vitamine, Flavonoide und Saponine. Hauptverantwortlich für die Wirkung bei Erkältungskrankheiten sind jedoch die Schwefelverbindungen bzw. Sulfide, vor allem das für den charakteristischen Geruch verantwortliche Allicin. Sulfide zählen zu den sekundären Pflanzenstoffen und haben eine entzündungshemmende, antibiotische und antivirale Wirkung.
RUSSISCHES PENICILLIN
Trotz extremer Witterungs- und Hygienebedingungen erkrankten russische Soldaten während des Zweiten Weltkriegs selten an Infektionskrankheiten. Zu verdanken hatten sie das hauptsächlich dem Knoblauch, den sie in großen Mengen zu sich nahmen. Auf die mit gesunden Inhaltsstoffen vollgepackten Stinker griff man vor allem verstärkt zurück, als in russischen Lazaretten die Medikamente ausgingen.

KRENKETTE
Schneiden Sie eine frische Krenwurzel in Scheiben und fädeln Sie diese auf einem Bindfaden auf. Schmücken Sie sich oder Ihren Schützling für ein paar Stunden mit der Kette, aber beachten Sie dabei, dass das Geschmeide nicht direkt auf der Haut aufliegt, denn das könnte – leider im nicht übertragenen Sinn – ziemlich reizend sein. Die hübsche Anwendung darf bei guter Verträglichkeit gerne wiederholt werden.
Der Kren (Meerrettich)
Was den Kren zur Heilpflanze macht, ist die beißende Schärfe der in ihm steckenden Senföle. Diese werden frei, wenn das Pflanzengewebe verletzt wird, wie wohl die meisten vom Krenreiben wissen. Schälen und reiben Sie also nur jenen Teil, den Sie akut benötigen. Schon diese Tätigkeit kann als Therapie gegen Erkältungskrankheiten durchgehen, wird doch nicht nur der Tränenfluss, sondern auch die Sekretion der Nasenschleimhaut angeregt.
Wer den antibiotisch und antiviral wirkenden Kren innerlich zu sich nimmt, sprich wer ihn ganz einfach isst, versorgt seinen Körper auch mit Vitamin C und Mineralstoffen.
KARTOFFELINHALATION
Für verschleimte Menschen bietet sich eine Kartoffelinhalation an. Kochen Sie einige Kartoffelschalen in einem Topf mit Wasser und inhalieren Sie die nicht zu heißen Dämpfe vorsichtig – sie wirken schleimlösend, beruhigend und entzündungshemmend.
Wenn Sie mehr über feine Anti-Erkältungs-Inhalationen erfahren wollen: Auf der nächsten Seite gibt’s Infos.
„Ich halte Berührungen und Zuwendung für das aller-, aller-, allerwichtigste Hausmittel!“
Die Kartoffel
Vielerorts ist die Kartoffel als reiner Dickmacher verschrien. Dabei beherbergt die basische Knolle einige feine Inhaltsstoffe: Sie ist ein Vitamin-C-Lieferant, wenn auch keine Vitamin-C-Bombe, und sie kann uns während einer Erkältung mit dem wichtigen Kalium versorgen, das durchs Schwitzen verloren geht. Die meisten Nähr- und Pflanzenstoffe, wie z. B. das Quercetin, befinden sich in der Schale. Kochen Sie Kartoffeln deswegen, wann immer es passt, ungeschält. Die Knollen können auch zu Saft verarbeitet werden (siehe Seite 113), dieser wirkt entzündungshemmend, schleimlösend und beruhigend und all das kann man in Erkältungszeiten mehr als gut gebrauchen.
Ein weiteres Plus der Kartoffel sind ihre wärmeleitenden Eigenschaften: Einmal erhitzt, gibt sie langsam und kontinuierlich Wärme ab – und das ist ein durchaus verwertbares Feature für Wickel und Auflagen.
HAUTKONTAKT – EIN WUNDERBARES HEILMITTEL
Gerade kranke Babys und (Klein-)Kinder brauchen sie, um gesund zu werden: Berührung. Geben Sie Ihren Schützlingen so viel Hautkontakt wie möglich – streicheln Sie ihnen über den Kopf, halten Sie die kleinen Händchen …
Das Kuschelhormon Oxytocin, das dabei ausgeschüttet wird, reduziert Stress und Ängste, steigert das Wohlbefinden, stärkt das Immunsystem und trägt zur Schmerzlinderung bei. Setzen Sie dieses Hausmittel also ein, wann immer sie können und wann immer der kleine oder aber der große Patient das mag.
WEITERE HAUSMITTEL BEI ERKÄLTUNG
DAMPFINHALATIONEN
Was tun, wenn Luft und Schleimhäute trocken sind, Husten und Kopfschmerzen hartnäckig festsitzen? Richtig! Tief einatmen! Und zwar feuchte Luft.
Um richtig zu inhalieren, brauchen Sie kein großartiges Zubehör. Eine Schüssel, ein Handtuch, Wasser und gegebenenfalls eine kleine feine Extrazutat reichen völlig aus – und finden sich in jedem Haushalt. Stellen Sie die Schüssel auf den Tisch, gießen Sie heißes, aber nicht kochendes Wasser bis knapp unter den Rand hinein und verfeinern Sie das Ganze mit ein paar Tropfen ätherischem Öl, passenden Pflanzen bzw. Pflanzenteilen wie z. B. Kamillenblüten oder Thymian bzw. einem gehäuften Teelöffel Salz (= Variante für eingefleischte Junggesellen ohne „Kräuter- oder Küchenambitionen“). Dann, schwuppdiwupp, ein Handtuch über den Kopf und los geht’s mit dem Einatmen der warmen, feuchten Luft – halten Sie aber bitte einen Sicherheitsabstand von mindestens zwei Handbreiten zur Wasserschüssel, sonst besteht die Gefahr, dass Sie sich verbrennen. Und sollten Sie wie ich mit kleinen Kindern leben, dann achten Sie darauf, dass die Racker außer Reichweite spielen. Nach etwa zehn Minuten des Abkapselns können Sie wieder in die raue Außenwelt zurückkehren.
Als ätherische Öle eignen sich z. B. die Öle von Pfefferminze, Eukalyptus, Teebaum, Thymian, Lavendel, Kamille oder Oregano.
Achtung: Für Babys und Kleinkinder sind Inhalationen mit ätherischen Ölen absolut tabu, denn Pfefferminze & Co können bei ihnen zu einem lebensbedrohlichen Kehlkopfkrampf plus Atemstillstand, dem sogenannten Kratschmer-Effekt, führen. Also unbedingt: Finger weg! Vorsicht auch bei bestehenden Allergien!

HÜHNERSUPPE
Manchmal muss eine Hühnersuppe her, wenn man erkältet ist! Ganz einfach! Eine feine heiße Portion davon tut Körper und Seele wohl.
Zutaten für 6 Personen: 3 l Wasser – Salz und Pfeffer – 1 Suppenhendl ohne Innereien – 1 Bund Suppengrün, 1 Zwiebel, 2–3 Knoblauchzehen, 2–3 cm geschälter Ingwer, alles klein geschnitten – Kräuter nach Geschmack (ich verwende nicht nur Petersilie), klein geschnitten
„Ich bin fest davon überzeugt: Allein schon der Gedanke, dass diese warme, wohlriechende Medizin von einem wohlgesonnenen, fürsorglichen Menschen gekocht wurde, reicht, um uns auf die Sprünge zu helfen.“
Das Wasser in einem Topf zum Kochen bringen, etwas salzen und pfeffern. Nun das Hendl ohne Innereien zugeben und rund 1½ Stunden bei geringer Hitze vor sich hinköcheln lassen. Dann das Hendl herausnehmen und beitseitestellen.
Suppengemüse, Zwiebel, Knoblauch und Ingwer in den Kochtopf geben und so lange kochen, bis das Gemüse gar ist – das dauert etwa 20 Minuten.
Während dieser Zeit das Hendl von den Knochen lösen, häuten und in mundgerechte Stücke schneiden. Die Hendlstücke in die Suppe geben und diese noch einmal kurz aufkochen lassen.
Vor dem Servieren mit vielen gesunden Kräutern bestreuen.
SPAZIEREN GEHEN
Ein kleiner entspannter Spaziergang kann guttun, aber nur, wenn man sich fit genug fühlt – zugegeben, ein Hausmittel im engeren Sinn ist das nicht wirklich … Dabei sollte man versuchen, tief ein- und auszuatmen: Die frische Luft befeuchtet die Schleimhäute und man „kriegt wieder Luft“.
ZUHAUSE FRISCHLUFT TANKEN
Apropos Luft: In der Heizungsperiode ist die Raumluft oft trocken und reizt die Schleimhäute. Krankheitserreger haben da leichtes Spiel. Richtiges (Stoß-)Lüften hilft bei der Abwehr. Also, Decke bis zur Nasenspitze ziehen und Fenster für ein paar Minuten ganz (!) aufmachen.
WASSER
Ich denke, es ist, von frischer Luft einmal abgesehen, das billigste Hausmittel – und auch jenes, das man zuhause am schnellsten zur Hand hat, wir können uns hier wirklich glücklich schätzen: das gute, gesunde, ja lebensnotwendige Wasser. Ein bereitstehender Krug erinnert daran, immer wieder zuzulangen.
ANTI-ERKÄLTUNGSTRUNK MIT VIEL VITAMIN C
100 ml Karottensaft, 100 ml frisch gepresster Orangensaft, ½ TL frisch geriebener Ingwer und 1 EL Sanddornsaft: So viel farbenfrohe Power kann doch nur guttun!
Flüssigkeit
Wer ausreichend trinkt, kann seinen Körper im Kampf gegen Krankheitserreger bestens unterstützen: Der regelmäßige Griff zum Wasserglas oder zu vitaminreichen Säften (Achtung, Zucker!) ist wichtig. Und auch abwarten und Tee trinken ist, was eine Erkältung anbelangt, eine vielversprechende Therapiemaßnahme.
UNTER EINE DECKE GEKUSCHELT SUPPE SCHLÜRFEN
Seit vielen Generationen gilt Hühnersuppe als probates Anti-Erkältungsmittel, Packerlsuppen haben übrigens nicht den gleichen Effekt. Was genau sie in unserem Körper bewirkt, konnte man lange Zeit nicht festmachen. Heute geht man in der Wissenschaft zum Teil von der Annahme aus, dass Inhaltsstoffe der Suppe die weißen Blutkörperchen im Zaum halten – und diese dadurch weniger in der Lage sind, die oberen Atemwege zu bevölkern, um sich an diversen Erkältungs- und Entzündungsprozessen zu beteiligen. Vitamine, Zink und Eisen geben dem Immunsystem allem Anschein nach zusätzlich Kraft zur Verteidigung. Die Suppe füllt unseren Flüssigkeitshaushalt auf, der heiße Dampf befeuchtet unsere Schleimhäute. Und blutdrucksenkend soll das Gebräu auch noch wirken. Wir haben also gute Gründe dafür, dieses Wundermittel – am besten unter eine Decke gekuschelt – zu löffeln.
VORBEUGUNG
Gerade wenn rundherum alles schnieft und niest, sollten auch sie Hochsaison haben: die guten alten Vorbeugungsmaßnahmen.
–Essen, was Bakterien und Viren gar nicht schmeckt: Knoblauch, Lauch, Zwiebeln, Zitronen, Artischocken und sämtliche Kohlarten zählen zu den antibakteriell und antiviral wirkenden Nahrungsmitteln. Wir sollten sie deshalb an prominenter Stelle in unseren Speiseplan integrieren. Eine Ernährung mit viel Obst und Gemüse stärkt generell das Immunsystem, denn darin stecken antioxidativ wirkende Vitamine und Spurenelemente und diese stehen unseren Immunzellen, wenn’s drauf ankommt, unterstützend zur Seite.
–Regelmäßiges Ausdauertraining wie etwa Joggen an der frischen Luft halbiert das Erkältungsrisiko. Zu diesem Ergebnis kamen Forscher am Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle. Die Leukozytenproduktion, deren Hauptaufgabe die Abwehr von Krankheitserregern ist, wird schon bei 30 Minuten sportlicher Aktivität stimuliert. Eine Herzfrequenz von 110 bis 140 Schlägen pro Minute wird dabei empfohlen. Aber Achtung: Extremsport bewirkt genau das Gegenteil – er stresst den Körper.
–Ein Saunagang ist nicht nur erholsam, sondern auch gut für unsere Abwehr – am besten, man schwitzt zweimal pro Woche bei bis zu 90 Grad. Durch den Wechsel von Heiß und Kalt lernen die Gefäße, sich an wechselnde Situationen anzupassen. Und das hilft unserem Körper, beim Angriff von Viren und Bakterien schneller zu reagieren. Saunagänge sind nur etwas für gesunde, erwachsene Menschen, aber das versteht sich ja von selbst.
–Händewaschen, aber richtig: Über 80 Prozent aller Krankheitserreger erklimmen uns über die Hände. Regelmäßiges und vor allem gründliches Händewaschen mit Seife kann ihnen jedoch den Garaus machen. Feuchten Sie Ihre Hände an und verteilen Sie die Seife gründlich: auf den Handflächen und -rücken, zwischen den Fingern, auf den Nägeln, rund um die Fingerspitzen. Spülen Sie die Hände anschließend gründlich (!!!) ab, ob das Wasser dabei kalt oder warm ist, hat keine große Bedeutung. In öffentlichen Toiletten etc. sind Sie gut beraten, wenn Sie den Wasserhahn nach getaner Arbeit mit einem Ellbogen abdrehen. Haben Sie kein Waschbecken in der Nähe, hilft zwischendurch auch Händedesinfektionsmittel.


–Baden: Eine entspannende Auszeit im Badewasser reduziert Stress, stärkt damit das – vielleicht leicht angeschlagene – Immunsystem und ist eine gute Erkältungsprophylaxe, wohlgemerkt Prophylaxe und nicht Medizin.
Badezusätze erfüllen durchaus eine Aufgabe, denn viele Wirkstoffe werden über die Haut aufgenommen und gelangen zudem über die Atemwege in den Körper. Es gibt mehrere Möglichkeiten, Pflanzenmaterial zu verwenden: Man füllt z. B. Kräuter in Baumwollsäckchen, Waschlappen oder eine Socke und lässt das Ganze dann rund zehn Minuten im warmen Badewasser ziehen. Oder man braut sich mit der doppelten Kräutermenge als üblich etwa 1 l starken Tee und gießt diesen ins Vollbad.
Erwachsene sind auch mit ätherischen Ölen gut beraten: Am besten, man beginnt mit vier bis fünf Tropfen und steigert, wenn man das verträgt, die Dosis aufs Doppelte. Ein Tipp: Das Öl mit Milch oder Kaffeeobers emulgieren, sonst schwimmt es nur an der Wasseroberfläche. Und noch einer: Die ätherischen Öle von Thymian, Fichtennadel, Pfefferminze, Eukalyptus, Salbei und Latschenkiefer empfehlen sich besonders.
Der Spruch „some like it hot“ sollte jedenfalls nicht überstrapaziert werden: Baden Sie so warm, wie Sie es als angenehm empfinden, empfohlen werden 38 Grad Wassertemperatur.
Selbst bei einem gut funktionierenden Kreislauf heißt es idealerweise nach etwa 20 Minuten: Badeschluss! Nach dem Baden sollte man sich’s in jedem Fall stets richtig gemütlich machen. Packen Sie sich warm ein und ruhen Sie sich aus – auf dem Sofa oder im Bett.
Zu baden, wenn man bereits krank ist, z. B. bei Fieber, starkem Husten oder Schnupfen, ist keine gute Idee! Ein heißes Bad weitet die Blutgefäße und das kann im angeschlagenen Zustand Stress für unseren Körper bedeuten. Auch wenn Sie an chronischen Erkrankungen wie etwa Bluthochdruck, Asthma oder Herz-Kreislauf-Beschwerden leiden, sollten Sie vorsichtig sein.

WILLKOMMEN IM TEESALON FÜR SCHNUPFENNASEN, VIELHUSTER, FIEBERLINGE, OHRENPATIENTEN & CO
Der Medizinaltee gilt als eines der ältesten Heilmittel. Zum pharmakologischen Effekt gesellt sich durch das sorgsame Zubereiten und schluckweise, oft über den Tag verteilte Trinken meist ein angenehm entspanntes Gefühl – doppelt gut gemoppelt also!
Bei Erkältungskrankheiten empfehlen sich verschiedenste Tees, vor allem auch jene, die eine stark schleimlösende Wirkung haben. Mein Teesalon offeriert Ihnen ein ausgewähltes Sortiment an erstklassigen Verkühlungs-Kontrahenten. Ach ja, Zuckermäulern sei geraten: Wenn Sie gar nicht von ihrem Stoff loskommen, süßen Sie Ihren Tee am besten mit – ein wenig (!) – Honig.
Eibischtee: Die Wurzel in Stücke schneiden, 90 Minuten in kaltem Wasser ansetzen, abseihen. 2 g bzw. 1 TL Wurzelstücke reichen für 150 ml Wasser. Wer mag, kann den Tee vor dem Trinken leicht erhitzen.
Mehrmals täglich eine Tasse trinken. Vorsicht bei Diabetes: Die Eibischwurzel enthält viel Zucker! Sie lässt sich auch gut mit anderen Pflanzen mischen, etwa mit Malvenblüten und Süßholzwurzeln oder Spitzwegerich.
DER EIBISCH IM MÄUSESPECK
Im Englischen heißt der Eibisch übrigens Marshmallow, denn früher verwendete man die Wurzeln der Pflanze als Geliermittel für jene Süßigkeit, die viele auch unter dem Namen Mäusespeck kennen. Heute werden der Nascherei, die gerne am Lagerfeuer gebraten wird, allerdings andere Gelier-, Binde- und Verdickungsmittel zugesetzt. Schade eigentlich …
Der Eibisch wirkt nicht nur gegen Entzündungen im Mund- und Rachenraum, sondern unterdrückt auch Husten: Pflanzliche Schleime, wie sie vor allem in den Wurzeln des Eibischs enthalten sind, bilden eine Art Schutzschicht über entzündeten Schleimhäuten und wirken so Reizungen entgegen.
Fencheltee: 1 TL gequetschte Fenchelsamen mit 200 ml kochendem Wasser übergießen, fünf Minuten ziehen lassen, abseihen.
Zwei Tassen pro Tag sind eine gute Dosis. Wer den intensiven Geschmack nicht mag, der kann seine Geschmacksnerven mit etwas Honig im Tee überlisten.
Das im Fenchel enthaltene ätherische Öl wirkt antiseptisch, entzündungshemmend und schleimlösend. Als Heilpflanze hat sich der Fenchel bei Bronchitis, Husten, Halsschmerzen und Heiserkeit bestens bewährt.
Ingwertee: Ein daumengroßes Stück der Knolle schälen und in kleine Stücke schneiden, je größer die Schnittfläche, desto mehr gesundheitsbringende Scharfstoffe können wirken. Mit 200 ml heißem Wasser übergießen, zehn Minuten ziehen lassen, abseihen.
Den Tee immer frisch zubereiten, denn beim Zerkleinern des Ingwers verflüchtigt sich das ätherische Öl schnell! Fein ist ein Ingwertee mit Zitrone und Honig, er beruhigt den gereizten Hals und versorgt den Körper mit Vitamin C.
Die scharfen und wärmenden Inhaltsstoffe des Ingwers sollen eine antimikrobielle, schmerzlindernde, entzündungshemmende und schleimlösende Wirkung haben. Deshalb wird die Pflanze unter anderem auch bei Erkältungskrankheiten angewendet, vor allem bei Husten.
Oreganotee: 1 EL des Krauts mit 250 ml kochendem Wasser übergießen und zehn Minuten ziehen lassen, abseihen und langsam trinken.
Bis zu drei Tassen können täglich getrunken werden.
Der Oregano, auch als wilder Majoran oder Dost bekannt, ist das klassische Pizzagewürz. Das Öl der Pflanze enthält Substanzen, die abschwellend wirken und das Immunsystem stärken. Gerne wird Oreganotee bei Husten getrunken.
Pfefferminztee: Eine Handvoll frische oder 1 EL getrocknete Minzblätter mit 200 ml heißem Wasser übergießen, fünf bis zehn Minuten ziehen lassen und abseihen.
Das ätherische Öl der Pfefferminze regt die Flimmerhärchen in den Bronchien an und so kann festsitzendes Sekret leichter abgehustet werden: Die Atemwege werden frei und gleichzeitig desinfiziert. Ein wichtiger Bestandteil des Pfefferminzöls ist das Menthol. Es wirkt antiviral und antibakteriell, aber auch schmerzlindernd. Die Gerbstoffe der Pflanze sind für die beruhigende und entzündungshemmende Wirkung verantwortlich. Außerdem regt die Pfefferminze den Speichelfluss an und verhindert somit das Austrocknen des Rachenraums.
Kamillentee: 1 EL Kamillenblüten mit 200 ml kochendem Wasser übergießen, fünf bis zehn Minuten zugedeckt ziehen lassen, abseihen.
Mehrmals täglich eine Tasse trinken. Mit diesem Tee können auch Inhalationen und Rachenspülungen durchgeführt werden, allerdings ist die Konzentration der Kamillenblüteninhaltsstoffe dafür eher gering. Man kann die Wirkung aber durch Zugabe eines alkoholischen Kamillenauszugs (siehe Seite 108) verstärken. Diesen gibt es auch als Fertigarzneimittel im Handel, falls man ihn nicht selbst herstellen möchte. Mehrere Durchgänge pro Tag sind okay.
Die in der Kamille enthaltenen Wirkstoffe wie ätherisches Öl oder Flavonoide wirken entzündungshemmend, antibakteriell und krampflösend. Wer unter Halsschmerzen leidet und nicht gerne Kamillentee trinkt, kann mit ihm auch gurgeln, empfehlenswert sind fünf bis zehn Minuten.
Lindenblütentee: 2 TL getrocknete Lindenblüten mit 200 ml heißem Wasser übergießen, fünf bis zehn Minuten ziehen lassen und abseihen.
Mehr als drei Tassen täglich sollten es nicht sein.
Die Blüten des Lindenbaumes sind bekannt für ihre schleimlösende und reizlindernde, vor allem aber für ihre schweißtreibende Wirkung. Lindenblütentee ist der klassische Fiebertee, hilft er uns doch, die Krankheitserreger richtiggehend auszuschwitzen.

LINDE IST NICHT GLEICH LINDE
In der Naturheilkunde werden die Blüten der Sommer- und Winterlinde verwendet. Bei der Silberlinde, deren Blüten und Blätter stark behaart sind, können nur die Blätter als Grippetee verwendet werden. Diese sind allerdings weniger wirkungsstark. Also bitte beim Sammeln auf die richtigen Linden achten oder getrocknete Blüten in der Apotheke kaufen.
Salbeitee: 1 gehäuften TL (2 g) Salbeiblätter mit 150 ml heißem Wasser übergießen, zehn Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen.
Als Tagesdosis gelten vier bis sechs Gramm der Droge und das für maximal vier Wochen.
Beim Salbei sind es die Blätter, die eine schleimlösende Wirkung sowie entzündungshemmende Eigenschaften besitzen. Das ätherische Öl der Pflanze tötet Krankheitserreger oder verhindert deren Vermehrung. Salbei kann bei Halsschmerzen, Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut und Husten sehr gut als Tee oder Gurgellösung eingesetzt werden. Schwangere sollten aufgrund des in der Pflanze vorkommenden Thujons jedenfalls auf die Verwendung von reinem ätherischem Öl verzichten.
Spitzwegerichtee: 1 EL fein geschnittene Blätter mit 200 ml heißem Wasser übergießen, fünf Minuten ziehen lassen, abseihen.
Mehrmals täglich eine Tasse trinken.
Der oft verkannte Spitzwegerich kann z. B. bei Husten mit starker Verschleimung, Keuchhusten und Bronchitis sowie zur Linderung von Katarrhen, Halsweh und Heiserkeit eingesetzt werden.
Thymiantee: 1 TL Thymianblätter mit 250 ml kochendem Wasser übergießen, mindestens fünf Minuten ziehen lassen, abseihen.
Bis zu viermal täglich ist der Griff zu einer Tasse Thymiantee angeraten.
Der Thymian hat sich gegen Husten, Bronchitis und Katarrhe der oberen Luftwege bewährt. Grund dafür sind die antibakteriellen, entzündungshemmenden und schleimlösenden Eigenschaften der Pflanze.
Zwiebeltee: Eine Zwiebel in kleine Stücke schneiden, mit ½ l Wasser ein paar Minuten kochen, abseihen.
Der etwas ungewöhnliche Tee wärmt von innen und stärkt das Immunsystem, Honig macht ihn, kurz gesagt, „besser“.
Die gesunde Zwiebel kann also nicht nur gegessen, sondern auch getrunken werden.
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