Читать книгу: «Alpencross mit dem E-Bike»

Шрифт:


Auffahrt zum Hochthörle mit Blick auf den Eibsee und auf die Ammergauer Alpen (Tour 1, 2, 7, 9)

Uli Preunkert, Anna Rink

ALPENCROSS
MIT DEM E-BIKE

Zehn Routen mit insgesamt 52 Etappen

Exklusiv für Sie als Leser:

MIT GPS-DATEN ZUM DOWNLOAD

unter: gps.bruckmann.de


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Einleitung

Tour 1Garmisch – Gardasee Fun

Auf den Spuren der Römer

3100 Hm380 km5 Tage

1. Etappe: Grainau – Imst

2. Etappe: Imst – Nauders

3. Etappe: Nauders – Meran

4. Etappe: Meran – Trento

5. Etappe: Trento – Gardasee

Tour 2Garmisch – Gardasee Light

Der Klassiker über die Alpen

7300 Hm360 km5 Tage

1. Etappe: Grainau – Imst

2. Etappe: Imst – Nauders

3. Etappe: Nauders – Meran

4. Etappe: Meran – Cles

5. Etappe: Cles – Gardasee

Tour 3Tegernsee – Gardasee Fun

Einsteiger-Transalp für Genießer

7200 Hm360 km5 Tage

1. Etappe: Tegernsee – Schwaz

2. Etappe: Schwaz – Sterzing

3. Etappe: Sterzing – Bozen

4. Etappe: Bozen – Trento

5. Etappe: Trento – Gardasee

Tour 4Tegernsee – Gardasee Light

Wie Ötzi über die Alpen – nur mit Motor

7150 Hm410 km6 Tage

1. Etappe: Tegernsee – Stumm

2. Etappe: Stumm – Hintertux

3. Etappe: Hintertux – Brixen

4. Etappe: Brixen – Auer

5. Etappe: Auer – Trento

6. Etappe: Trento – Gardasee

Tour 5Alpe Adria Fun

Vierländertour auf der Alpe-Adria-Route

5300 Hm455 km6 Tage

1. Etappe: Inzell – Maria Alm

2. Etappe: Maria Alm – Bad Gastein

3. Etappe: Bad Gastein – Weißensee

4. Etappe: Weißensee – Kobarid

5. Etappe: Kobarid – Gorizia

6. Etappe: Gorizia – Triest

Tour 6Alpe Adria Light

Vier Länder in sechs Tagen

10.150 Hm445 km6 Tage

1. Etappe: Inzell – Maria Alm

2. Etappe: Maria Alm – Bad Gastein

3. Etappe: Bad Gastein – Weißensee

4. Etappe: Weißensee – Kobarid

5. Etappe: Kobarid – Gorizia

6. Etappe: Gorizia – Triest

Tour 7Garmisch – Comer See

Alpiner geht es fast nicht!

6000 Hm400 km6 Tage

1. Etappe: Grainau – Imst

2. Etappe: Imst – Ischgl

3. Etappe: Ischgl – Scuol

4. Etappe: Scuol – Livigno

5. Etappe: Livigno – Silvaplana

6. Etappe: Silvaplana – Comer See

Tour 8Hinterriß – Cortina d’Ampezzo

Vom Karwendel in die Dolomiten

7950 Hm265 km6 Tage

1. Etappe: Hinterriß – Weerberg

2. Etappe: Weerberg – Lanersbach

3. Etappe: Lanersbach – Sterzing

4. Etappe: Sterzing – Bruneck

5. Etappe: Bruneck – Fanesalm

6. Etappe: Fanesalm – Cortina d’Ampezzo

Tour 9Garmisch – Meran Medium

Trails zwischen Garmisch und Meran

5250 Hm265 km3 Tage

1. Etappe: Grainau – Imst

2. Etappe: Imst – Nauders

3. Etappe: Nauders – Meran

Tour 10Die Trail Fun Tour

Trails – von Prutz nach Pontresina

6700 Hm270 km4 Tage

1. Etappe: Prutz – Nauders

2. Etappe: Nauders – Livigno

3. Etappe: Livigno – Livigno

4. Etappe: Livigno – Pontresina

Anhang: Vorbereitung ist das A und O…

Register

Impressum


Uli auf einem Flowtrail über dem Lago di Livigno

Bei der Auffahrt zum Filzrnsattel lässt uns das Panorama des Hochkönigs den Atem stocken (Tour 6, Etappe 1).

BEWERTUNG DER TOUREN

Eine subjektive Bewertung des Autors am Anfang jeder Tour dient zum Vergleich der Ansprüche und Inhalte der Fahrstrecken:

Schwierigkeitsgrad

leicht

mittel

schwer

Kondition

Die konditionellen Anforderungen werden durch die zu bewältigenden Fahrleistungen und die Verhältnisse vor Ort bestimmt.


1 = geringe Anforderungen
5 = sehr gute Grundausdauer erforderlich

Fahrtechnik

Die fahrtechnischen Anforderungen werden durch das Streckenprofil, die Beschaffenheit der Wege und die Verhältnisse vor Ort bestimmt.


1 = kein besonderes fahrtechnisches Können erforderlich
5 = das Streckenprofil weist einen sehr hohen Anteil an Wegen auf, die ein sicheres Beherrschen des Mountainbikes auch in ausgesetztem Gelände erfordern (Schiebepassagen möglich)

Touren-Überblick


Tour 1 Garmisch – Gardasee Fun Auf den Spuren der Römer 3100 hm 380 km 5 Tage
Tour 2 Tegernsee – Gardasee Light Der Klassiker über die Alpen 7300 hm 360 km 5 Tage
Tour 3 Tegernsee – Gardasee Fun Einsteiger-Transalp für Genießer 7200 hm 360 km 5 Tage
Tour 4 Tegernsee – Gardasee Light Wie Ötzi über die Alpen – nur mit Motor 7150 hm 410 km 6 Tage
Tour 5 Alpe Adria Fun Vierländertour auf der Alpe-Adria-Route 5300 hm 455 km 6 Tage
Tour 6 Alpe Adria Light Vier Länder in sechs Tagen 10.150 hm 445 km 6 Tage
Tour 7 Garmisch – Comer See Alpiner geht es fast nicht 6400 hm 400 km 6 Tage
Tour 8 Hinterriß – Cortina d’Ampezzo Vom Karwendel in die Dolomiten 7950 hm 400 km 6 Tage
Tour 9 Garmisch – Meran Trails zwischen Garmisch und Meran 5250 hm 265 km 3 Tage
Tour 10 The Trail Fun Trails, Von Prutz nach Pontresina 7500 hm 270 km 4 Tage


Ein Uphill-Flowtrail am Eibsee, wie gemacht für E-MTBs

Der Traum von einer Alpenüberquerung

Seit im Jahre 1990 Andi Heckmaier als Erster mit dem Mountainbike über die Alpen gefahren ist, hat sich eine Menge getan. Damals war es den durchtrainierten Mountainbike-Profis vorenthalten, ein solches Abenteuer zu wagen. Mittlerweile sind die Alpen bestens erschlossen, und ein großes Radwegenetz führt auf unterschiedlichsten Wegen durch die Alpen. Eine Transalp mit dem E-Bike ist viel mehr als das Überwinden eines Passes. Es ist ein einzigartiges Zusammenspiel von steilen Anstiegen, die wir dank Akku spielend meistern, und rasanten Abfahrten. Unsere motorisierten Gefährten sind wahre Bergziegen und wie gemacht für sonst anstrengende Anstiege. Und auf den Abfahrten geben sie uns Sicherheit und bringen uns sicher ans Ziel. Auf kilometerlangen Radwegen im Tal lassen wir den Blick schweifen und genießen das Alpenpanorama. Nach Hunderten von Kilometern und Tausenden von Höhenmetern das ersehnte Ziel – und das großartige Gefühl, es geschafft zu haben! Wer mit dem E-Bike in den Alpen einmal auf den Geschmack gekommen ist, für den gibt es kein Zurück mehr, und Ihr werdet schon bald von Eurer nächsten Transalp-Tour träumen! Wie wäre es mit dieser Route, jener Hütte, dieser Landschaft…

Es gibt zahlreiche Bücher mit ausgetüftelten Routenführungen in den unterschiedlichsten Schwierigkeitsgraden. Allerdings setzt sich kaum ein Buch mit den besonderen Anforderungen auseinander, die speziell an E-Biker gestellt werden. Deshalb widmen wir dieses Buch all denjenigen, die ihr motorisiertes Gefährt lieben und es kaum erwarten können, damit auch endlich die Alpen überqueren zu können. Wir stellen Euch zehn Touren über die Alpen vor, die wir in den letzten vier Jahren detailliert getestet haben. Mit diesem Buch vermeidet Ihr böse Überraschungen in Form von Tragepassagen oder lange Strecken ohne Ladepausen. Mithilfe dieser Informationen könnt Ihr unbeschwert in die Alpen starten. Neben vielen hilfreichen Tipps wie Ladestopps und Einkehrmöglichkeiten findet Ihr auch Übernachtungstipps, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke sowie Höhenprofile und GPS-Tracks zum Download. Wenn Ihr dann noch unsere Tipps zur Vorbereitung, Trainingstipps und die Packliste beachtet, wird Euer Traum von einer Alpenüberquerung sicher bald zur Realität.

München, Frühjahr 2019 Anna Rink und Uli Preunkert


Auf diesem Uphill-Trail zwischen Grainau und Hochthörle steigt der Flow-Faktor ins schier Unermessliche – aber nur mit Motor…


Bei der Auffahrt zum Eibsee (Tour 1, 2) überqueren wir eine Kuhweide.

Einleitung

Mit dem E-Bike über die Alpen zu fahren, erweitert nicht nur für MTB-Einsteiger den Horizont, sondern macht einfach unglaublich viel Spaß. Dank des Motors kann man den Schwerpunkt individuell unterschiedlich setzen und die Transalp uneingeschränkt genießen. In diesem Kapitel möchten wir unsere Erfahrungen aus zahlreichen Alpenüberquerungen per Pedelec mit unseren Lesern teilen. Was macht das E-Biken so faszinierend? Aus Erfahrung können wir sagen: Das E-Bike bietet tolle Möglichkeiten für alle Alters- und Leistungsklassen. Heterogene Gruppen können gemeinsam und ohne Frust unterwegs sein. Trail-Liebhaber können in gleicher Zeit mehr Kilometer und Höhenmeter zurücklegen als mit einem normalen Mountainbike und somit auch mehr Trails unter die Reifen nehmen. Besonders reizvoll sind dabei Uphill-Trails – hier entsteht ein ganz besonderes Gefühl von Flow. Sportlich weniger ambitionierte Genießer haben die Möglichkeit, entspannt über die Alpen zu radeln und finden nebenbei noch Zeit, landschaftliche und kulturelle Highlights wahrzunehmen und regionale Spezialitäten zu verkosten. Aufgrund der Vielzahl der Möglichkeiten sind wir vom E-Bike begeistert und der Meinung, dass Pedelecs aus den Alpen jetzt schon nicht mehr wegzudenken sind.

Das erste Mal mit dem E-Bike in den Alpen unterwegs und wenig Erfahrung, wie man an die Planung einer Transalp herangehen soll? Das ist kein Problem! In diesem Buch stellen wir nicht nur zehn Touren vor, die durch ihre unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade für jeden das richtige Transalp-Erlebnis bietet, sondern helfen bei der Planung und der Vorbereitung und geben wichtige Tipps, damit die Alpenüberquerung zu einem bleibenden Erlebnis wird. In diesem Buch sind die schönsten Strecken über die Alpen zusammengestellt. Zudem gibt es Tipps zu Sehenswürdigkeiten sowie Hotel- und Einkehrtipps, die wir aus eigener Anschauung und Erfahrung kennengelernt haben.

Handhabung des Buches

Bevor man sich eine Transalp-Tour vornimmt, sollte man zuerst herausfinden, welcher Schwierigkeitsgrad für den jeweiligen Fahrer geeignet ist. Dafür gibt es im Kapitel »Wissenswertes« einen Test, mit dem das persönliche Leistungslevel festgestellt werden kann. Die Fakten zu jeder der zehn Touren findet man zu Beginn jedes Kapitels unter der Rubrik »Tourencharakteristik«. Hier sieht man auf einen Blick, wie viele Kilometer und Höhenmeter warten, ob die Tour eher traillastig, alpin oder kulturell interessant ist. Sobald die richtige Tour gefunden ist, geht es an die Planung. Dazu gehört neben dem Training natürlich auch die technische Vorbereitung: GPS-Tracks müssen heruntergeladen, das geeignete Kartenmaterial gesichtet werden, Hotels gebucht und die Anreise zum Startort und die Rückreise sorgfältig geplant werden; die Tipps zur An- und Rückreise findet man in der Übersicht der jeweiligen Tour. Außerdem gibt es zu jeder Tagesetappe ein Höhenprofil, welches nicht nur zur Orientierung dient, sondern auch darüber informiert, wie der Akku der E-Bikes ideal eingesetzt werden kann und man sorgenfrei ans Ziel kommt.

Touren auf einen Blick

Erklärungen zu den Touren: Wir stellen zehn unterschiedliche Routen in drei verschiedenen Schwierigkeitsgraden vor, die so zusammengestellt sind, dass sie für E-Biker problemlos zu fahren sind. Das heißt, man wird hier nicht von anstrengenden Tragepassagen überrascht. Zusätzlich werden bei jeder Tagesetappe Lademöglichkeiten aufgeführt, sodass man sich keine Sorgen machen muss, dass der Akku die Tagesetappe nicht durchhält. Dank der unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen der Touren wird hier jeder E-Biker fündig. Die Schwierigkeit der jeweiligen Tour wird auf der Tourenübersicht mit einer Farbe angegeben und orientiert sich an dem System mit, welchem auch Skipisten gekennzeichnet sind. Die blauen Touren sind einfach, die roten Touren mittelschwer und die schwierigsten Touren sind schwarz gekennzeichnet.

Blaue Touren: Wer es gemütlich angehen lassen möchte und auch die kulturellen Besonderheiten auf der Strecke genießen möchte, ist mit den blauen Touren richtig beraten. Sie führen auf gut ausgebauten Radwanderwegen über die Alpen. Fahrtechnisch warten hier keine Überraschungen, weshalb man diese Touren auch mit einem Trekking-E-Bike fahren kann. Dennoch empfehlen wir eine etwas breitere Bereifung oder ein etwas groberes Reifenprofil, um auf die wenigen Schotterpassagen vorbereitet zu sein. In der Regel sind die Tagesetappen so ausgelegt, dass bis auf wenige Ausnahmen nicht mehr als 1000 Höhenmeter und 100 Kilometer pro Tag warten. Somit bleibt genug Zeit, um Land und Leute kennenzulernen und vielleicht sogar, um das eine oder andere Museum zu besuchen. Diese Touren sind für Transalp-Einsteiger geeignet, die das erste Mal mit ihrem E-Bike in den Alpen unterwegs sind. Im ECO-Modus (geringste Unterstützung) sind diese Touren mit einem 500-Wh-Akku ohne Ladestopp gut und mit ausreichenden Reserven gut zu bewältigen.

Rast an einer urigen Hütte oberhalb von Grainau

Rote Touren: Der Großteil der Strecke führt auch hier über gut ausgebaute Radwanderwege, allerdings haben wir den einen oder anderen flowigen Trail (viele S1e-Trails, wenige S2e-Passagen nach der Singletrail-Skala, www.singletrail-skala.de) eingebaut; allerdings haben wir diese dahingehend modifiziert, dass wir den Buchstaben »e« hinzugefügt haben – soll zeigen, dass sich unsere Bewertungen ausschließlich auf E-MTBs beziehen. Diese Trails führen sowohl bergab als auch bergauf. Letztere Passagen ermöglichen dank Motor ein besonderes Uphill-Flow-Erlebnis. Auf diesen Touren geht es schon etwas sportlicher zu, immer auf der Suche nach der schönsten Aussicht und der lohnendsten Abfahrt. Für diese Touren braucht man nicht nur ein E-Mountainbike, sondern auch eine gewisse Grundlagenkondition und Fahrtechnik, um die Trails spielerisch meistern zu können. Die Tagesetappen können bis zu 1500 Höhenmeter und bis zu 80 Kilometer beinhalten. Wir haben die Etappen grundsätzlich mit Ladestopps konzipiert, da es mit der Reserve des Akkus (bei einem 500-Wh-Akkus), selbst bei ausschließlicher Fahrt in der untersten Unterstützungsstufe, manchmal eng werden kann. In den Uphill-Flow-Passagen brauchen wir deutlich mehr Motor-Unterstützung, damit diese Streckenabschnitte Spaß machen. Man kalkuliere deshalb bei den längeren Touren in diesem Schwierigkeitsbereich unbedingt Ladepausen ein.

Schwarze Touren: Diese Touren sind für jene Trailfans gedacht, denen kein Anstieg zu steil und keine Schiebepassage zu beschwerlich ist. Bei diesen Touren geht es hoch hinaus; bis zu 2200 Höhenmeter können es an einem Tag schon sein. Aber dafür wird man mit atemberaubenden Alpenpanoramen und waghalsigen Trails belohnt. Für solche Touren wird ein voll gefedertes E-Mountainbike mit ausreichend Federweg empfohlen. Zudem raten wir diese Touren nur fortgeschrittenen E-Bikern an, da die schwierigen Trails einiges an Fahrtechnik erfordern. Es sind Trails der Schwierigkeitsklasse S1e, S2e und manchmal sogar bis zu S3e enthalten. Der Fokus liegt auf S2e-Trails, in den Uphill-Flow-Passagen haben wir fast ausschließlich S1e-Trails eingebaut. S3e gibt es nur ganz selten; in diesen Downhill-Passagen kann das Rad notfalls auch geschoben werden. Ohne Ladepausen oder Ersatzakku werden einige Etappen dieser Touren selbst mit viel Kondition und nur mit unterster Unterstützung nicht fahrbar sein. Deshalb haben wir Seilbahnauffahrten in diese Touren integriert, um die Akku-Power zu schonen; Ladepausen bitte unbedingt mit einkalkulieren!


Bachüberquerung auf einem der schönsten Flowtrails der Alpen in Livigno


Flowige Abfahrt auf den Grenzkamm-Trails zwischen Samnaun und Ischgl

Höhenprofile

Die Höhenprofile zeigen auf einem Blick, was auf der jeweiligen Tagesetappe an Anforderungen wartet. Die x-Achse zeigt die Kilometer, die y-Achse die Höhenmeter an, und man kann damit auf der jeweiligen Etappe feststellen, wie viele Höhenmeter bereits zurückgelegt sind und wie viel Energie/Strom bis zum Etappenende benötigt wird. Zusätzlich sind in den Höhenprofilen markante Punkte gekennzeichnet, damit man weiß, wo für einen Kaffeestopp oder eine Mittagsrast eingekehrt werden kann und keine Sehenswürdigkeit auf der Strecke verpasst wird.

GPS-Download

Für eine nahtlose Navigation in den Alpen bieten wir zu jeder Tour die GPS-Tracks als Download an. Generell empfehlen wir, zusätzlich zum GPS-Gerät die entsprechenden Karten dabeizuhaben. Für den Fall, dass das GPS-Gerät einmal ausfällt, hat man dann ein Back-up in Form von Kartenmaterial dabei. Bei den roten und schwarzen Touren ist dies ein Muss, denn hier ist man im alpinen Gelände unterwegs, und es kann auch mal die eine oder andere Situation erfordern, den Routenverlauf zu verändern. Mit einer Karte hat man wesentlich schneller einen besseren Überblick über die Umgebung als mit einem GPS-Gerät oder einem Mobiltelefon mit Kartenmaterial.

Die blauen Touren laufen meist durch die Täler; so ist ein »Verfahren« fast unmöglich. Hier kann auf Kartenmaterial verzichtet werden; zum Erkunden der Berge in der Umgebung ist jedoch eine Karte unschlagbar im Vergleich zu einem elektronischen Gerät.

Die meisten, die häufig mit ihrem E-Mountainbike auf Tagestouren unterwegs sind, schwören auf ein professionelles GPS-Gerät. Dieses unterstützt auch in den Alpen bei der Wegfindung. Gerade bei anspruchsvolleren Touren, auf denen es öfter durchs Gelände geht, ist ein GPS-Gerät (wie zum Beispiel von Garmin) von Vorteil. Vorteile dieser Geräte sind die Robustheit gegen Regen und Nässe, es kann auch einmal auf den Boden fallen oder überlebt einen Sturz mit dem Rad. Die Displays der GPS-Geräte sind hochwertiger als bei den meisten Handys und zeigen auch bei extremer Sonneneinstrahlung eine wesentlich bessere Abbildung. Außerdem ist die Akkulaufzeit der GPS-Geräte wesentlich länger. Wer sich für eine Transalp kein High-End-GPS-Gerät zulegen möchte oder von Haus aus lieber analog anhand von Karten seine Reise plant, kann die Kartentracks auch auf sein Handy herunterladen und in Apps wie Komoot oder OSM (Open Street Maps) betrachten. Generell empfehlen wir, sich im Voraus gut mit dem jeweiligen System vertraut zu machen. Die Karten unbedingt vor der Tour auf das Handy herunterladen, dann kann man den Internetempfang während der Tour ausschalten, was den Akkuverbrauch stark reduziert. Die OSM-Karten sind für den Alpenraum sehr gut und es braucht hier keine speziellen digitalen Karten für unsere Routen.


Karte und Führer sind für die Tourenplanung unabdingbar.


Immer darauf achten, dass man im richtigen Modus unterwegs ist.

1 Garmisch – Gardasee Fun
Auf den Spuren der Römer


Anna bei einer Rast unterhalb des Fernpasses


TOURENCHARAKTER

AUSGANGSPUNKT:

Bahnhof Untergrainau bei Garmisch

ENDPUNKT:

Riva del Garda am Gardasee

ANFAHRT:

Bahn: Von München mit der DB bis Garmisch-Partenkirchen Hbf., von dort mit dem Bus oder besser mit dem Rad (ca. 7 km) nach Grainau

Auto: Von München über die A 95, von Ulm über die A 7 und die B 179

RÜCKFAHRT:

Von Riva del Garda mit dem Bus nach Rovereto, mit der Bahn weiter nach Bozen, Innsbruck und nach München. Vorsicht: keine Fahrradreservierung in den Zügen zwischen Rovereto und Innsbruck möglich.

Alternativ: Rückshuttle von ULP Tours. Einmal wöchentlich von Riva, Torbole oder Arco nach Grainau: https://www.ulptours.de/touren/tour/gardasee-grainau

KONDITION:


FAHRTECHNIK:


ERLEBNISWERT:

Fahrspaß: Eine Transalp für E-Bike-Einsteiger sowie für gemütlichen E-Biker. Moderate Anstiege führen uns den Fernpass und den Reschenpass in den Vinschgau und nach Italien. Die ideale Gelegenheit, aus den Akkus alles herauszuholen und sogar im Anstieg den Fahrtwind im Gesicht zu spüren. Entlang der Etsch führt die Strecke durch zahlreiche Apfelplantagen und die Weinanbaugebiete Südtirols.

Landschaft: Auf den ersten beiden Etappen warten einmalige Ausblicke auf die Zugspitze, ins Gurgltal und ins Inntal. Sobald der Vinschgau erreicht ist, ändert sich die Vegetation, und man kann die Vielseitigkeit der Südtiroler Alpen bestaunen. Auch die Montiggler Seeen, der Kalterer See und natürlich der Gardasee überzeugen mit einzigartiger Schönheit.

Kultur und Geschichte: Diese geschichtsträchtige Tour führt auf den Spuren der Römer entlang der alten Handelsstraße, der Via Claudia Augusta. In Meran flaniert man, wie einst Kaiserin Sisi entlang des Ufers der Passer und stattet selbstverständlich auch der Altstadt von Trento einen Besuch ab.

STRECKENPROFIL:

Die Tour führt hauptsächlich über gut ausgebaute Radwanderwege. Ein Streckenabschnitt der ersten Tagesetappe führt über einen schönen, aber grob schottrigen Höhenweg durch den Wald zum Fernpass. Hinter dem Fernpass ist etwas Fahrtechnik gefragt, da ein einfacher Singletrail hinunter zum Schloss Fernsteinsee führt. Auch bei der Auffahrt und zu den Montiggler Seeen finden wir breite Schotterpisten. Deshalb sei auch für diese Tour ein E-Mountainbike empfohlen; die Tour kann aber auch mit einem E-Trekkingrad mit grober Bereifung gefahren werden.

HÖCHSTER PUNKT:

Reschenpass, 1507 m

SEHENSWÜRDIGKEITEN UNTERWEGS:

Rosengartenschlucht in Imst: Von der Blauen Grotte zur Johanneskirche

Schloss Landeck: Die bewegte Geschichte des Tiroler Oberlandes kennenlernen

Altfintermünz: Die ehemalige Zollstation über dem Inn

Kirchturm von Altgraun: Der versunkene Kirchturm im Reschensee

Glurns: Bedeutende mittelalterliche Handelsstadt mit Stadtmauer im Vinschgau

Meran: Erholung beim Sightseeing und Shopping in mediterranem Klima

Trento: Hauptstadt des Trentinos mit seiner von einer Stadtmauer umgebenen Altstadt

MART Museum in Rovereto: Museum für moderne und zeitgenössische Kunst

GPS:

E0GG_Etappe1

E0GG_Etappe2

E0GG_Etappe3

E0GG_Etappe4

E0GG_Etappe5


Blick oberhalb von Biberwier auf das Zugspitzmassiv


Hinter Biberwier durchqueren wir einen wunderschönen Lärchenwald.

Wer das Abenteuer Alpencross nicht nur als sportliche Herausforderung begreift, sondern Zeit zum Genießen und Entspannen haben möchte, für den ist diese Transalp genau die richtige. Die Route führt von Grainau bei Garmisch-Partenkirchen über den Fernpaß, durchs Inntal, über den Reschenpaß durchs traumhaft schöne Vinschgau und das Etschtal zum Gardasee und folgt damit der zur Radroute ausgebauten Via Claudia Augusta.

1. Etappe: Grainau – Imst

HÖHENMETER: ca. 850 Hm

TOURLÄNGE: ca. 50 km

ÜBERNACHTUNGSTIPP: Romantik Alpenhotel Waxenstein in Grainau, Hotel Neuner in Imst

HIGHLIGHTS: Zugspitzblick, Fernpass

LADESTOPP: Waldhaus Talblick in Biberwier, Schloss Fernsteinsee in Nassereith


Wir starten unsere Transalp in Grainau bei Garmisch. Die kleine Ortschaft ist sowohl im Winter als auch im Sommer sehr beliebt, da man von hier abwechslungsreiche Touren zu Fuß oder mit dem Radl machen kann und dabei stets den höchsten Berg Deutschlands im Blick hat. So gelangt man zum Beispiel in einer knappen Stunde zu Fuß über einen schönen Wanderweg zum viel fotografierten Eibsee.

Gleich zu Anfang erwartet uns ein kurzer Anstieg, bei dem wir uns bereits über Akku-Unterstützung freuen dürfen. Hinter einem Weidezaun liegen etwa 70 Höhenmeter vor uns. Oben angekommen, wartet eine kleine Abfahrt, die uns direkt zur Loisach führt. Entlang des türkisfarbenen Flusses fahren wir auf gut ausgebautem Radweg leicht ansteigend Richtung Ehrwald. Nach etwa 15 Kilometern erreichen wir den Häselgehr-Wasserfall, der zu einem Fotostopp einlädt. Stetig bergauf geht es weiter nach Ehrwald. Wir fahren durch den Ort und suchen unseren Weg zum Lärchenwald. Hinter einer Brücke müssen wir unser Rad ein kleines Stück über einige Stufen schieben – dank Schiebehilfe stellt das kein Hindernis dar. Hinter einem Gatter erstreckt sich der wunderschöne Lärchenwald, den wir auf schmalem Pfad durchqueren und der uns direkt auf den Panoramaweg führt. In welligem Bergauf und Bergab führt uns dieser Weg zum Restaurant Waldhaus Talblick. Diese Mittagsrast haben sich Rad und Radler redlich verdient. Von der Sonnenterrasse hat man einen wunderschönen Blick zurück ins Tal nach Ehrwald und Biberwier. Außerdem ragt direkt neben uns die Ehrwalder Sonnenspitze majestätisch in die Höhe.

Nach einer ausgedehnten Pause sind die Akkus für den nächsten Anstieg aufgeladen. Wir fahren ein kleines Stück bergab und folgen der Beschilderung über eine Wiese Richtung Fernpass. Ein Schotterweg führt uns abseits der viel befahrenen Fernpassstraße vorbei am Weißensee zur »Schönen Aussicht«. Die etwa 250 Höhenmeter legen wir dank Motor ohne Probleme zurück. Ein schöner Singletrail, der auch mit Trekkingrad mit grober Bereifung gut zu befahren ist, führt uns hinunter zum Café Schloss Fernsteinsee. Die große Tortenauswahl hier lässt unser Genießerherz höherschlagen. Kuchengestärkt rollen wir auf Radwegen durchs Gurgltal unserem Etappenort Imst entgegen. Der Kneippanlage Frauenbrunnen in Strad, die direkt am Radweg liegt, sollten wir auf jeden Fall einen Besuch abstatten und unsere müden Glieder beleben. Endspurt! Die letzten fünf Kilometer vorbei am Pigerbach und durch Felder vergehen wie im Fluge! Wer sich jetzt noch nicht mit einem kühlen Bier begnügen mag, kann der Rosengartenschlucht in Imst noch einen Besuch abstatten; auf eineinhalb Kilometer gräbt sich hier der Schinderbach durch den Fels.


Die Wasserfälle hinter dem Schloss Fernstein sind einen Zwischenstopp wert.

Auf dem Inntalradweg zwischen Imst und Landeck

2. Etappe: Imst – Nauders

Höhenmeter: ca. 1100 Hm

Tourlänge: ca. 80 km

ÜBernachtungstipp: Hotel Post in Nauders

Highlights: Wagenspuren der Römer, Schloss Nauders, Altfinstermünz

Ladestopp: Pizzeria Felsenburg in Prutz, Rieder Badesee in Ried, Gasthof Wilder Mann in Tösens


Heute sollten wir gut mit der Akkuladung haushalten, denn der Großteil der Höhenmeter erwartet uns auf den letzten sieben Kilometern der Strecke. So beginnen wir den heutigen Tag ganz gemütlich auf dem Inntal-Radweg. Durch gemütliche Dörfer führt uns der Weg nach Landeck. Wir folgen der Via Claudia Augusta, der ältesten Handelsstraße in den Alpen. Der römische General Drusus begann schon im Jahr 15 v. Chr. die alten Wege der Kelten, Räter und Etrusker zur ersten »richtigen« Straße über die Alpen auszubauen. Dieses Unterfangen dauerte über 60 Jahre und wurde schließlich von Kaiser Claudius fertiggestellt, der dieses wichtige Straßennetz für militärische Zwecke nutzte. Sowohl in Rabaland (nahe Meran) als auch in Cesiomaggiore (bei Belluno) wurden römische Meilensteine gefunden, die nicht nur auf die Existenz der Straße hindeuten, sondern auch Hinweise über ihren Zielort, »Centrum Augusta Vindelicorum«, das heutige Augsburg liefern. Auch hinter der Ortschaft Schönwies lassen sich die Wagenspuren der Römer ein kleines Stück abseits des Radweges bestaunen. In Landeck angekommen, folgen wir weiter dem Radweg Richtung Nauders. Hier ist auch der Schweizer Grenzort Martina schon ausgeschildert.

Es geht weiter durch zahlreiche Ortschaften. Heute sind wir in unserer Auswahl der Einkehrmöglichkeiten sehr frei. Gute Erfahrungen haben wir mit der Pizzeria Felsenburg in Prutz, aber auch mit dem Gasthof Wilder Mann in Tösens gemacht. Während wir das Mittagessen zu uns nehmen, hängen die Akkus an der Steckdose und werden so optimal auf die Serpentinen der Norbertshöhe vorbereitet.

Bevor es so weit ist, haben wir allerdings noch einige Kilometer zurückzulegen. Auf dem Radweg geht es weiter Richtung Schweizer Grenze. Kurz vor Martina haben wir noch einmal die Option, einen Kultur- und Kaffeestopp an der Altfinstermünz einzulegen. Diese ehemalige Zollstation spannt sich majestätisch über den Inn und ist den Besuch allemal wert. Dafür müssen wir kurz den Radweg verlassen und der Beschilderung hinunter zum Inn folgen. Das der Zollstation angefügte Café lädt zu Kaffee und hausgemachtem Kuchen ein, eine letzte Stärkung vor dem Anstieg nach Nauders. Bevor wir diesen angehen können, müssen wir erst einmal zurück auf die Straße nach Martina kommen. Nach ungefähr 70 Höhenmetern rollen wir die fünf Kilometer hinab nach Martina. Hier können wir am Brunnen unsere Trinkflasche noch einmal auffüllen, bevor wir mit hoffentlich vollem Akku die elf Serpentinen auf die Norbertshöhe in Angriff nehmen. Hier gilt – je voller der Akku, desto mehr Fahrspaß! Wer gut gehaushaltet hat, darf sich hier den Spaß nicht nehmen, im Turbo-Modus einen Rennradler nach dem anderen zu überholen. Nach dem Anstieg erwartet uns nur noch die kurze Abfahrt nach Nauders. Wir lassen den Tag mit einem kühlen Bier auf unserer Hotelterrasse ausklingen, umgeben von eindrucksvollen Bergen – welch ein Alpenpanorama!


Wir sind auf der Via Claudia unterwegs: Schautafeln erklären uns die Geschichte dieser Römerstraße.

3. Etappe: Nauders – Meran

Höhenmeter: ca. 3000 Hm

Tourlänge: ca. 100 km

Übernachtungstipp: Hotel Flora in Meran

Highlights: Glurns, Apfelplantagen, Schloss Juval

Ladestopp: Radtreff »Fischteich Brugg«


Auf dieser Etappe jagt ein Highlight das andere! Wir starten auf dem Radweg in Richtung Meran. Schon nach wenigen Kilometern haben wir den größten Teil der Höhenmeter des heutigen Tages hinter uns gebracht und stehen vor dem Passschild des Reschenpasses auf 1504 Metern. Wenige Augenblicke später taucht vor uns auch schon der türkisblaue Reschensee auf. Eine kurze Abfahrt führt uns hinunter nach Reschen am See. Wir fahren auf der östlichen Seite am See entlang, damit wir das Highlight des heutigen Tages, den versunkenen Kirchturm von Altgraun, auf keinen Fall verpassen – welch ein Anblick, der versunkene Kirchturm vor der atemberaubenden Kulisse der Ortlergruppe. Hinter dem Reschensee taucht der Haidersee vor uns auf. An diesem fahren wir auf der westlichen Seite entlang. Nach dem Haidersee erwartet uns eine rasante Asphaltabfahrt, die uns durch malerische Südtiroler Dörfer ins Herz des Vinschgaus bringt. Diese Abfahrt ist allerdings mit Vorsicht zu genießen, da sich gerade zu früher Stunde viele Radfahrer den Berg hochkämpfen. Mit Gegenverkehr muss also gerechnet werden! Schon von Weitem sehen wir die Stadtmauer von Glurns mit ihren Türmen vor uns auftauchen. Das mittelalterliche Städtchen hatte schon zu Zeiten der bekannten Via Claudia eine große Bedeutung und war eines der wichtigsten Handelszentren in der Alpenregion. Der Marktplatz lädt zu einer Kaffeepause ein – ein absolutes Muss für jeden Transalpler! Bis zu unserer Mittagspause haben wir noch einige Kilometer zurückzulegen. Weiter geht es entlang der Via Claudia Augusta Richtung Meran. Unser Weg führt uns durch Prad und vorbei an unzählige Apfelplantagen. Der gut ausgebaute Radweg führt uns entlang der Passer zu unserer Mittagsrast beim Radtreff »Fischteich Brugg«. Hier bekommen wir die Möglichkeit, bei schmackhafter, deftiger Küche die Akkus unserer Bikes aufzuladen.


Ein letzter, kurzer Anstieg und wir sind am Reschenpass.

Blick vom Meraner Stuhl hinunter nach Meran; eine letzte Abfahrt wartet noch bis zum Tagesziel.

Vor lauter Schlutzkrapfen und Apfelstrudel dürfen wir allerdings nicht vergessen, dass wir bis zu unserem Etappenziel Meran noch einige Kilometer hinter uns bringen müssen. Weiter geht es auf dem Etschtal-Radweg durch die Dörfer des Vinschgaus. Hier ist es unmöglich, sich zu verfahren; deshalb können wir unsere Blicke schweifen lassen und die Landschaft genießen. Ungefähr 20 Kilometer vor Meran befindet sich das Schloss Juval, eines von Reinhold Messners sechs Mountain Museen und gleichzeitig dessen Wortsitz. Das Museum, in dem die Tibetika-Sammlung und weitere Sammelstücke Messners ausgestellt sind, ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Anschließend rollen wir die letzten 20 Kilometer hinunter nach Meran. Kurz vor Meran entdecken wir den Laubengang, der zum Meraner Stuhl führt. Von hier aus genießen wir die Aussicht auf unser Etappenziel Meran. Beim Anblick der sieben Serpentinen, die uns schnell zum Ausgang des Passeiertals hinunterführen, wird die Vorfreude auf die Abfahrt noch größer. Gleich haben wir es geschafft! Der Nachmittag in Meran sollte unbedingt reserviert sein, um die Promenade der Passer hinauf und hinunter zu flanieren, wie es einst auch Kaiserin Sisi getan haben soll…

Die Etsch bei Trento mit Blick auf den Doss Trento

4. Etappe: Meran – Trento

Höhenmeter: ca. 600 Hm

Tourlänge: ca. 100 km

Übernachtungstipp: Hotel Buonconsiglio in Trento

Highlights: Montiggler Seen, Kalterer See

Ladestopp: Jausenstation Kleiner Montiggler See, Pizzaria Lido Montiggl, Gasthof Klughammer, Kalterer See


Wir starten unsere vierte Tagesetappe ganz gemütlich und suchen uns den Weg durch Meran und über Tscherms nach Lana. Ab Lana geht es in welligem Auf und Ab am Hang entlang Richtung Bozen. Nachdem wir gestern den Tag zwischen Apfelplantagen verbracht haben, werden diese jetzt von den Rebstöcken der Kalterer Weine abgelöst. Hinter Andrian folgen wir dem Weg Richtung St. Michael und Kalterer See. Das Highlight des heutigen Tages, der Anstieg zu den Montiggler Seen, liegt jetzt unmittelbar vor uns. Dank der Akkuunterstützung und der Schatten spendenden Bäume ist der Anstieg ein Kinderspiel für uns. Oben angekommen, erstreckt sich zunächst der Kleine Montiggler See vor uns. Wer Abgeschiedenheit und Ruhe sucht, ist hier genau richtig. Die Jausenstation Kleiner Montiggler See lädt mit ihrer traditionellen Südtiroler Küche zu einem Ladestopp für Akku und Mensch ein. Wer es lieber etwas turbulenter mag, fährt weiter zur Pizzeria Lido Montiggl am Großen Montiggler See. Während wir in der Sonne rasten, machen sich die Akkus unserer E-Bikes an der Steckdose für die Weiterfahrt bereit.

Eine Schotterabfahrt bringt uns hinunter zum Kalterer See, wo der direkt am Seeufer gelegene Gasthof Klughammer mit einem Eisbecher auf uns wartet. Der See ist außerdem der Namensgeber für den in der Region angebauten Wein aus der Vernatsch-Traube. Kalterer Weine dürfen nur zu maximal 15 % aus anderen Rebsorten bestehen, sind typisch für diese Region und dürfen nur in einer Handvoll Gemeinden produziert werden. Und genau das haben wir uns doch für unseren Urlaub gewünscht – gutes Südtiroler Essen, gepaart mit einzigartigen Weinen der Region! Weiter geht es am östlichen Seeufer des Kalterer Sees und durch den Ort Tramin an der Südtiroler Weinstraße. Von hier führt der Weg zurück zum Etschtal-Radweg. Die verbleibenden Kilometer bis Trento verbringen wir damit, den Blick schweifen zu lassen und geben uns unseren Tagträumen hin. Schon bald sehen wir den »Doss Trento« mit den darauf thronenden Überresten der frühchristlichen Basilika und des Mausoleums vor uns auftauchen. In Letzterer ruht der berühmte Trentiner sozialistische Abgeordnete und Irredentist Cesare Battisti, der im 1. Weltkrieg aufseiten Italiens gegen Österreich kämpfte. 1916 wurde er wegen seiner italienisch-nationalistischen Ideologie in Trento hingerichtet.

Der »Doss Trento« dient uns den Rest unserer Tagesetappe als Wegweiser. Und am Abend sollten wir es uns nicht nehmen lassen, die wunderschöne Altstadt von Trento zu besichtigen. Der Domplatz mit der Kathedrale San Vigilio und seinem Neptunbrunnen ist dabei der Mittelpunkt der mittelalterlichen Altstadt. Konnten wir heute früh in Meran noch Deutsch sprechen, sollten wir spätestens jetzt unser verstaubtes italienisches Vokabular auspacken…


Der Neptunbrunnen auf dem Domplatz von Trento

Der letzte Pass auf dieser Transalp-Tour; kurz vorher war es nochmals richtig steil.

5. Etappe: Trento – Gardasee

Höhenmeter: ca. 250 Hm

Tourlänge: ca. 50 km

Übernachtungstipp: Hotel Virgilio in Riva del Garda

Highlights: Rovereto, Passo San Giovanni

Ladestopp: diverse Restaurants in Rovereto


Nur noch etwa 50 Kilometer und 250 Höhenmeter trennen uns jetzt von unserem Ziel, dem Gardasee! Diese kurze Tagesetappe gibt uns die Möglichkeit, unseren Tag frei zu gestalten und die kulturelle sowie landschaftliche Vielseitigkeit des Trentino voll auszukosten. Wer noch nicht genug von Trento gesehen hat, kann den Vormittag durchaus nutzen, um Sehenswürdigkeiten wie das Castello del Buonconsiglio zu besuchen. Dieses diente ab dem 13. Jahrhundert bis zum Einzug des napoleonischen Heers im Jahr 1796 den Fürstbischöfen von Trento als Residenz.

Anschließend verlassen wir das bunte Treiben von Trento in südliche Richtung und folgen weiter der Etsch. Der mittelalterlichen Stadt Rovereto sollten wir jedoch auf jeden Fall einen Besuch abstatten und durch die malerischen Gässchen spazieren. Besonders sehenswert ist die venezianische Burg aus dem 14. Jahrhundert, die auf einem Hügel über der Stadt thront. Zudem ist Rovereto bekannt für sein Museo di Arte Moderna e Contemporanea, in welchem zeitgenössische Kunst ausgestellt wird und das zu einem der bedeutendsten Museen seiner Art in Europa zählt.

Aber wir hören bereits den Ruf des Gardasees! Einige Kilometer hinter Rovereto erwartet uns noch der letzte Anstieg unserer Transalp. Diese letzten 100 Höhenmeter hinauf zum Passo San Giovanni vergehen dank Akku-Unterstützung wie im Fluge. Für Landschaftfans haben wir kurz vor dem Pass noch ein besonderes Schmankerl. Der Lago di Loppio ist ein verlandeter See, der durch einige kleinere Quellen an den Ausläufern des Monte Altissimo di Nago gespeist wurde. Aufgrund des niedrigen Wasserstandes sind hier Seerosen und Schilfrohr heimisch. Einige archäologische Funde der Insel Sant’Andrea inmitten des Sees reichen sogar bis in die spätrömische Epoche zurück.

Weiter geht es zum Passo San Giovanni, welcher wohl einer der niedrigsten Pässe der Alpen ist, somit aber auch einer der meistfotografierten. Hinter diesem Pass erwartet uns die Abfahrt mit wunderschönem Blick auf den Gardasee. Das ist Vorfreude pur! Ganz entspannt rollen wir die letzten Kilometer bergab auf unser lange ersehntes Ziel zu und hinein ins bunte Treiben von Torbole. Torbole sowie Riva del Garda sind wahre Sportler-Mekkas. Radler, Wassersportler, aber auch Kletterer und Wanderer aus der ganzen Welt zieht es hierher. Der Gardasee ist der größte See Italiens, er erstreckt sich von den Ausläufern der Alpen im Norden bis in die Poebene im Süden und wird größtenteils vom Fluss Sarca gespeist. Er hat eine Länge von 51 Kilometern und eine maximale Breite von 17 Kilometern und liegt in drei Regionen Italiens: der Norden in Trentino-Südtirol, der Osten in Venetien und der Westen in der Lombardei. Besonders für Wassersportler ist der See mit seinen außergewöhnlichen Winden ein beliebtes Ziel. Die Fallwinde im Norden des Sees stellen ein ganz besonderes Wetterphänomen dar. Der Pelér ist der Nordwind, der nachts beginnt und bis zur Mittagszeit anhält. Zur Mittagszeit wechselt der Südwind Ora den Pelér ab. Dort, wo die Sarca in den See mündet, springen wir endlich in den Gardasee. Wir haben es geschafft! Das muss gefeiert werden, mit italienischer Pizza und italienischem Wein!

Blick auf den Gardasee vor der Abfahrt von Nago nach Torbole

2 Garmisch – Gardasee Light
Der Klassiker über die Alpen


Immer wieder warten auf dieser klassischen Transalp-Tour flowige Singletrails


TOURENCHARAKTER

AUSGANGSPUNKT:

Bahnhof Untergrainau bei Garmisch

ENDPUNKT:

Riva del Garda am Gardasee

ANFAHRT:

Bahn: Von München mit der DB bis Garmisch-Partenkirchen Hbf., von dort mit dem Bus oder besser mit dem Rad (ca. 7 km) nach Grainau

Auto: Von München über die A 95, von Ulm über die A7 und die B 179

RÜCKFAHRT:

Von Riva del Garda mit dem Bus nach Rovereto, mit der Bahn weiter nach Bozen, Innsbruck und nach München. Vorsicht: keine Fahrradreservierung in den Zügen zwischen Rovereto und Innsbruck möglich.

Alternativ: Rückshuttle von ULP Tours. Einmal wöchentlich von Riva, Torbole oder Arco nach Grainau: https://www.ulptours.de/touren/tour/gardasee-grainau

KONDITION:


FAHRTECHNIK:


ERLEBNISWERT:

Fahrspaß: Diese klassische Transalp führt über gut ausgeschilderte Radwanderwege an den Gardasee. Es ist die ideale Transalp für ambitionierte E-Biker, die neben den kulturellen und kulinarischen Vorzügen der Alpenregion ihre Fahrtechnik auf den schönen Trails unter Beweis stellen wollen. Dank Akku bleibt dabei genug Zeit, um die Landschaft uneingeschränkt zu genießen.

Landschaft: Landschaftliche Highlights wie der Eibsee, der Fernpass, die Burgen des Inntals, die Fließer Platte, die Dreitausender um Nauders, der Ortlerblick, die unzähligen Apfelbäume des Vinschgaus, Fernblicke ins Val di Non und ins Val di Sol, der Molvenosee, der Tennosee und natürlich der spektakuläre Gardasee warten – ein Paradies für Naturliebhaber!

Kultur und Geschichte: Auch Kulturbegeisterte kommen auf dieser Tour nicht zu kurz; etliche Schlösser und Burgen in Südtirol erwarten uns. Immer wieder entdecken wir Wagenspuren der Römer auf unserem Weg nach Süden. Die Panzersperren auf der Hochebene von Plamort weisen auf erbitterte Kämpfe des 1. und 2. Weltkrieges in den Alpen hin. In Meran flanieren wir wie einst Kaiserin Sisi die Passer auf und ab. Und nicht zuletzt erwartet uns als besonderes Highlight der ehemalige Bewässerungstunnel im Val di Non, der sich 2,4 Kilometer durch den Felsen gräbt.

STRECKENPROFIL:

Die Tour führt großteils über gut ausgebaute Radwanderwege. Auf Forststraßen und auf einfachen Trails werden Asphaltabfahrten umgangen. Das sorgt für einen erhöhten Fahrspaß mit unserem motorisierten Gefährt. Diese Tour sollte nur mit einem Mountainbike gefahren werden, da dies auf den Trails den Fahrspaß erhöht. Die Tour kann sowohl mit einem E-MTB-Hardtail als auch mit einem E-MTB-Fully gefahren werden.

HÖCHSTER PUNKT:

Plamort (2020 m)

SEHENSWÜRDIGKEITEN AUF DER STRECKE:

Eibsee: Der unterhalb der Zugspitze gelegene See gehört zu den schönsten bayerischen Seen.

Rosengartenschlucht in Imst: Von der Blauen Grotte zur Johanneskirche

Schloss Landeck: Die bewegte Geschichte des Tiroler Oberlandes – Land und Leute kennenlernen

Altfinstermünz: Die ehemalige Zollstation über dem Inn

Panzersperren von Plamort: Die Überreste des Zweiten Weltkrieges

Kirchturm von Altgraun: Der versunkene Kirchturm im Reschensee

Glurns: Bedeutende mittelalterliche Handelsstadt mit Stadtmauer im Vinschgau

Meran: Die Botanischen Gärten von Schloss Trauttmansdorff

Galleria di Terres: Ehemaliger Bewässerungstunnel im Val di Non

GPS:

E1GG_Etappe1

E1GG_Etappe2

E1GG_Etappe3

E1GG_Etappe4

E1GG_Etappe5


Spätestens nach dieser Tour wissen wir, wo die Südtiroler Äpfel wachsen.


Auf dem Weg zur Hochthörlehütte gilt es, einige Singletrail-Passagen zu bewältigen.

Der Transalp-Klassiker Garmisch – Gardasee ist die ideale Tour für jeden E-Mountainbiker, der schon seit Jahren von einer Transalp träumt. Auf gut ausgebauten Radwanderwegen geht es über den Fernpass, den Reschenpass und den Gampenpass zum Gardasee. Flowige Trails bringen zusätzliche Spannung und lassen uns alles aus unserem E-MTB herausholen. Diese Tour vereint wie kaum eine andere Route atemberaubende Landschaften, historische Highlights und kulinarische Angebote.

1. Etappe: Grainau – Imst

HÖHENMETER: ca. 1500 Hm

TOURLÄNGE: ca. 55 km

ÜBERNACHTUNGSTIPP: Romantik Alpenhotel Waxenstein in Grainau, Hotel Neuner in Imst

HIGHLIGHTS: Eibsee, Fernpass, Schloss Fernsteinsee

LADESTOPP: Waldhaus Talblick in Biberwier, Schloss Fernsteinsee in Nassereith


Unsere Transalp startet in Grainau bei Garmisch, und gleich zu Beginn haben wir einen knackigen Anstieg vor uns. Den Bahnlinien der Zahnrad-Zugspitzbahn folgend verlassen wir Grainau in südöstliche Richtung. Unser Radweg führt uns gleich zu Beginn über eine weitläufige Wiesenfläche, auf der sich ein Heuschober an den anderen reiht. Nachdem wir eine Weide überquert haben, steht uns der erste Anstieg des Tages bevor. Auf einem schottrigen Wanderweg fahren wir durch den Wald etwa 250 Höhenmeter bergwärts zum Eibsee. Hier heißt es nicht verzagen; der eine oder andere wird schon hier zeitweise eine höhere Motorstufe wählen. Der Weg führt uns ans Ufer des Eibsees, dem wir ein Stück folgen und wir freuen uns über die morgendliche Stille am See. Nun wird es ernst, 700 Höhenmeter zur Hochthörlehütte liegen vor uns. Der gut ausgeschilderte Schotterweg führt in weiten Serpentinen bergauf. Immer wieder sehen wir den Eibsee und Grainau zwischen den Bäumen hindurchblitzen. Auf der anderen Seite streckt sich die Zugspitze majestätisch gen Himmel. Nach etwa 500 Höhenmetern wird der Weg schmaler und der Schotter gröber. Auf einem kurzen steilen Stück werden unsere Motoren, aber auch unsere Fahrtechnik zum ersten Mal gefordert. Jetzt sind es nur noch wenige Hundert Meter, bis wir in Österreich sind. Einen Ladestopp mit Kaffeepause an der Hochthörlehütte haben wir uns auf jeden Fall verdient.

Eine rasante Abfahrt auf Asphalt bringt uns schnell hinunter nach Ehrwald. Ein herrlicher Plattenweg mit atemberaubendem Bergpanorama führt uns direkt ins Zentrum von Ehrwald. Hinter uns liegt die Zugspitze, vor uns die Ehrwalder Sonnenspitze. Wir suchen uns unseren Weg durch Ehrwald zum Lärchenwald. Der Pfad durch diesen märchenhaften Wald bringt uns zu einem Panoramaweg. Diesem folgen wir, vorbei an Biberwier und hoch zum Waldhaus-Talblick – der ideale Ort, um erneut die Akkus unserer E-Bikes zu laden. Damit wir genug Strom für den Fernpass haben, gönnen wir uns hier eine ausgiebige Pause. Anschließend fahren wir wieder ein kleines Stück den Berg hinab, bis zu unserer Linken eine Wiese auftaucht. Diese überqueren wir, um zurück auf unseren Radweg nach Imst zu kommen. Jetzt liegt der Fernpass unmittelbar vor uns. Mit vollen Akkus meistern wir diese Herausforderung spielerisch. Nach acht Serpentinen fernab der viel befahrenen Fernpassstraße haben wir es geschafft und können die Aussicht genießen. Unser Radweg führt uns kurz bergab zum Fernpass und über einen Singletrail weiter zum Fernsteinsee. Ab dem Schloss Fernsteinsee rollen wir zügig auf dem Radweg Richtung Imst. Vorbei an einem Wasserfall, mehreren Kuhweiden und zahlreichen kleinen Ortschaften geht es wie von selbst in kupiertem Gelände bergauf und bergab. Hinter Strad erwartet uns noch eine Besonderheit: Die Naturheilquelle des Frauenbrunnens lädt hier zu einem Kneippbad ein – der ideale Ort, um müde Beine zu vitalisieren. Die letzten fünf Kilometer nach Imst legen wir ohne große Mühe zurück. Wir haben es geschafft und das Feierabendbier ist mehr als verdient. Nimmermüde können jetzt noch der Rosengartenschlucht einen Besuch abstatten, die sich etwa 1,5 Kilometer durch den Fels gräbt.

Vom Eibsee haben wir einen herrlichen Blick auf die Zugspitze.

Trail oberhalb von Karres am Beginn der zweiten Etappe

2. Etappe: Imst – Nauders

HÖHENMETER: ca. 1500 Hm

TOURLÄNGE: ca. 70 km

ÜBERNACHTUNGSTIPP: Hotel Post in Nauders

HIGHLIGHTS: Wagenspuren der Römer, Fließer Platte, Altfinstermünz

LADESTOPP: Pizzeria Felsenburg in Prutz, Rieder Badesee in Ried, Gasthof »Wilder Mann« in Tösens


An unserem zweiten Etappentag begleitet uns fast durchgehend der Inn auf unserer Reise. Vom Stadtzentrum Imst fahren wir direkt ans Ufer des Inns, und auf dem Inntal-Radweg geht es weiter Richtung Landeck. Der Weg führt uns durch zahlreiche kleine Ortschaften und immer wieder entdecken wir Burgruinen, die hoch oben über dem Inntal thronen. Die Kronburg ist dabei die auffallendste der Burgen. Kurz hinter Schönwies können wir am Rande des Radwegs Überreste der Via Claudia Augusta finden, der berühmten Handels- und Militärstraße der Römer; dieser folgen wir weiter bis nach Landeck. Wir suchen uns den Weg durch das belebte Städtchen hinauf zum Schloss Landeck. Der ideale Zeitpunkt für eine Kaffeepause, bevor wir die Fließer Platte in Angriff nehmen. Außerdem können wir hier unsere Wasserflaschen und Trinkblasen auffüllen. Nun nehmen wir den Anstieg zur Fließer Platte in Angriff. Hier freuen wir uns wieder einmal über die Akku-Unterstützung. Nach einigen wenigen Serpentinen durch den Wald haben wir den Abzweig zur Fließer Platte auch schon erreicht. Gleich wird es etwas beschwerlich werden. Ein kurzes Schiebestück liegt vor uns, das aber dank unserer Motorhilfe gut zu bewältigen ist. Hier oben können wir erneut die Wagenspuren der Römer bewundern, und man kann nur Hochachtung zeigen für die Mühen, mit denen damals Waren über die Berge transportiert wurden.

Genug von den Römern; es erwartet uns ein wunderschöner Trail hoch über dem Inn, der für E-Bikes wie gemacht ist. Die kurzen Gegenanstiege lassen Mountainbiker mit konventionellen Rädern ganz schön schwitzen, für uns ist es ein Kinderspiel. Gemächlich rollen wir durch Fließ und freuen uns auf den Trail, der uns wieder hinunter an den Inn bringt. In einer der nächsten Ortschaften suchen wir uns ein geeignetes Lokal für die Mittagspause; es kann sowohl die Pizzeria Felsenburg in Prutz als auch die Terrasse am Rieder Badesee oder der Gasthof »Wilder Mann« in Tösens empfohlen werden. Nach einer ausgedehnten Mittagspause geht es mit vollen Akkus weiter auf dem Inntal-Radweg. Nach kurzer Zeit erreichen wir die Kajetansbrücke. Von hier aus ist es nicht mehr weit bis zum Altfinstermünz, einer ehemalige Zollstation, die sich über den Inn erhebt und seinerzeit als Grenzposten zwischen Österreich und der Schweiz diente. Dieser kurze Abstecher ist absolut empfehlenswert, da man somit nicht nur ein Stück Alpengeschichte kennenlernen kann, sondern auch die befahrene Bundesstraße umgeht.

Die letzten fünf Kilometer bis Martina müssen wir leider mit der Bundesstraße vorliebnehmen. Mit leichtem Gefälle führt uns die Straße direkt zur Zollstation in Martina. Hier gilt es, nochmals unsere Trinkwasserreserven aufzufüllen, bevor wir die elf Serpentinen zur Norbertshöhe hinauffahren. Jetzt zeigt sich, wer sich seinen Akku gut eingeteilt hat. Es gilt nämlich, alles aus dem Motor herauszuholen. Oben angekommen, sehen wir Nauders vor uns liegen. Nach einer kurzen Abfahrt ins Ortszentrum haben wir es geschafft, und das Etappenbier schmeckt noch besser!


Die Zollfestung Altfinstermünz befindet sich in einer Engstelle des Inntales.

3. Etappe: Nauders – Meran

HÖHENMETER: ca. 1400 Hm

TOURLÄNGE: ca. 100 km

ÜBERNACHTUNGSTIPP: Hotel Flora in Meran

HIGHLIGHTS: Plamorter Panzersperren, Glurns, Schloss Juval, Meran

LADESTOPP: Radtreff »Fischteich Brugg«


Heute wartet ein ganz besonderes Highlight auf uns. Nach einem ausgiebigen Frühstück verlassen wir Nauders auf dem Radweg in südliche Richtung. Der Morgentau verleiht den Weiden einen ganz besonderen Glanz. Nach etwa einem Kilometer verlassen wir den Radweg auch schon wieder und begeben uns in den Anstieg zum Plamorter Boden. Der Weg führt uns etwa 650 Höhenmeter hinauf zur Stieralm. Diese Alm überzeugt mit traditioneller Küche, umgeben von einem atemberaubenden Alpenpanorama. Leider ist es fürs Mittagessen noch etwas früh, aber einen Kaffee auf der Sonnenterrasse sollten wir uns doch gönnen. Jetzt erwartet uns ein toller Wiesentrail, der uns direkt zum Plamorter Boden und zu den geschichtsträchtigen Panzersperren bringt. Das Hochplateau war wegen seiner Lage an der Grenze zwischen Österreich und Italien im 2. Weltkrieg von strategisch wichtiger Bedeutung. Die Befestigungsanlage wurde schon im Jahr 1938 fast vollständig fertiggestellt. Als die deutsche Wehrmacht im Jahr 1943 von Österreich aus in Italien einfiel, wurde sie voll funktionstüchtig kampflos übergeben. Seit einigen Jahren steht die Anlage unter Denkmalschutz und kann von allen ambitionierten Radlern, die sich den Weg hier hoch kämpfen, besichtigt werden. Wir umrunden die Befestigungsanlage bis zu einem der wohl bekanntesten Aussichtspunkte über den Reschensee. Ein spektakuläres Foto auf dem Fels, der hoch über Reschensee thront, ist ein absolutes Muss. Dem berühmten versunkenen Kirchturm von Altgraun sollten wir auch noch einen Besuch abstatten. Also machen wir uns auf einer gut befestigten Schotterabfahrt auf den Weg hinunter zum Reschensee. Nur noch ein kurzes Stück am Ufer des Sees entlang, und schon sehen wir den Kirchturm aus dem Wasser ragen. Im Jahr 1950 wurde die Ortschaft Altgraun im Zusammenhang mit dem Ausbau des Reschensees geflutet. Seitdem ragt der Turm des romanischen Kirchleins aus dem 14. Jahrhundert aus dem Wasser und ist das Wahrzeihen des Reschenpasses. Seit 2004 steht der Kirchturm unter Denkmalschutz und wurde im Jahr 2006 restauriert, da aufgrund des Wassers Schäden am Mauerwerk entstanden waren.


Auf dem Plamort-boden – Panzersperren aus dem Zweiten Weltkrieg (links) und einer seiner heutigen Bewohner (rechts)

Herrlicher Blick auf den Reschensee und die Ortlergruppe

Wir folgen weiter dem Radweg und umrunden den See auf seiner östlichen Seite. Ab jetzt folgen wir der Route nach Meran, wie sie in der Tour »Garmisch–Gardasee Enjoy« beschrieben wird. Wir haben den Alpenhauptkamm hinter uns gelassen und werden dafür mit der wärmenden Sonne Südtirols belohnt. Hier planen wir unsere Mittagsrast mit Ladestopp am Radtreff »Fischteich Brugg« ein und genießen die deftigen Speisen des Vinschgau, die uns serviert werden. Unser Etappenort Meran ist bekannt für seine Heilbäder und für die zahlreichen im Jugendstil errichteten Gebäude. Hier können wir den Nachmittag entweder damit verbringen, in der Therme Merano unsere müden Muskeln zu vitalisieren oder auch durch die Stadt zu flanieren und den kurzen Anstieg zum Pulverturm in Angriff zu nehmen, um Meran von oben zu bewundern. Von hier aus hat man zudem einen guten Blick auf die Berge, die es am nächsten Tag zu bezwingen gilt – wenn das nicht motiviert! Mit Pizza und einem Eis zum Nachtisch stärken wir uns für den Gampenpass, der am nächsten Tag wartet.

Blick auf den Lago di Cles im Val di Non

4. Etappe: Meran – Cles

HÖHENMETER: ca. 1550 Hm

TOURLÄNGE: ca. 50 km

ÜBERNACHTUNGSTIPP: Antica Trattoria

HIGHLIGHTS: Gampenpass, Rankipino

LADESTOPP: Restaurant Völlaner Badl, Unsere Liebe Frau im Walde


Heute zeigt sich, wer sein E-Bike und seinen Akku gut kennt! Wir verlassen das bunte Treiben in Meran auf der Gampenpassstraße in Richtung Lana. Aber keine Angst, es geht nicht auf der viel befahrenen Passstraße hinüber ins Val di Non. Kurz hinter Lana sehen wir rechts der Passstraße eine Rampe auftauchen. Auch wenn wir uns dank Motorunterstützung leichter tun als normale Mountainbiker, sollte die richtige Fahrtechnik angewendet werden. In Windeseile sind die ersten 250 Höhenmeter des Anstiegs bezwungen. Dabei werden wir hier immer wieder mit atemberaubenden Blicken zurück ins Vinschgau und über Meran belohnt. Stetig bergauf fahren wir ein Stück durch Völlan, bis wir den Abzweig Richtung Völlaner Badl sehen. Jetzt geht es durch Schatten spendenden Wald. Nach weiteren 200 Höhenmetern erreichen wir den Gasthof Völlaner Badl; hier sollten wir einen längeren Ladestopp einplanen, obwohl es noch zu früh für das Mittagessen ist. In dem schönen Garten des Restaurants lässt es sich bei einem Cappuccino gut rasten. Anschließend geht es mit vollem Akku weiter durch den Wald, immer Richtung Gampenpass. In zahllosen Serpentinen schlängelt sich der Weg durch den Wald, wir überholen den einen oder anderen Mountainbiker und freuen uns erneut über unsere Akkus, bis wir schließlich zu einer Asphaltstraße gelangen. Diesem Zubringer zur Gampenpassstraße folgen wir ein kurzes Stück. Die letzten Höhenmeter müssen wir leider auf der Passstraße bewältigen; hier erwartet uns noch ein Tunnel. Achtung, in Tunneln gilt in Italien für Radfahrer Licht- und Warnwestenpflicht! Beides sollten wir jetzt unbedingt aus unserem Rucksack kramen. Schließlich haben wir es geschafft und stehen auf der Passhöhe, was mit einem Beweisfoto am Passschild gefeiert werden sollte. Außerdem haben wir uns eine Mittagspause verdient! Ein kleiner, aber feiner Trail führt uns zu der Ortschaft »Unsere Liebe Frau im Walde«, wo wir uns eines der Restaurants am Marktplatz für unsere Pause aussuchen können.

Jetzt beginnt der Spaßteil des Tages. Der Rankipino ist ein neuer Radweg für Mountainbiker, der sich auf unterschiedlichen Wegen durchs Val di Non schlängelt. Stetig bergab, mit nur einigen wenigen Gegenanstiegen, geht es unserem Ziel Cles entgegen. Wir folgen stets der Markierung der »Radfahrenden Tanne«, die das Markenzeichen des Rankipino ist. Derweil erfreuen wir uns an der abwechslungsreichen Wegführung und genießen die wunderschönen Fernblicke ins Val di Non. Auf Höhe von Revo müssen wir den Rankipino leider viel zu früh wieder verlassen. Aber jetzt ist es nicht mehr weit bis nach Cles. Wir sehen den Lago di Santa Giustina vor uns auftauchen und wissen, dass wir es gleich geschafft haben. Der Lago di Santa Giustina ist der größte Stausee der Region und liegt direkt unterhalb von Cles, der Hauptstadt des Val di Non. Er wurde in den Jahren zwischen 1943 und 1951 gebaut, sammelt das Wasser des Flusses Noce und fasst 182 Millionen Kubikmeter Wasser. Für einen Stausee eher ungewöhnlich, passt er sich perfekt seiner Umgebung an und ist kein Fremdkörper in der Landschaft. Der große See gilt schon seit Jahren als Wahrzeichen des Val di Non. Auf der Via Nazionale fahren wir durch Revo und Cagnò, bis uns ein letzter Tunnel und ein kurzer Anstieg nach Cles bringt. Cles ist der Hauptort im Nonstal und ist bekannt geworden durch den Fund der Tabula Clesiana im Jahr 1869. Auf dieser Bronzetafel ist ein Erlass des römischen Kaisers Claudius aus dem Jahr 46 n. Chr. wiedergegeben – es ist ein bedeutendes Zeugnis über die römische Besiedlung des Alpenraums. Wir lassen den Tag mit einem üppigen Abendessen ausklingen und freuen uns auf den Finaltag unserer Transalp-Tour.


Bis zum Gampenpass sind es von Meran aus gute 1200 Höhenmeter.

Бесплатный фрагмент закончился.

1 612,99 ₽
Возрастное ограничение:
0+
Дата выхода на Литрес:
09 ноября 2024
Объем:
350 стр. 268 иллюстраций
ISBN:
9783734317156
Издатель:
Правообладатель:
Bookwire
Формат скачивания:

Похожие книги