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Anmerkungen
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit haben wir uns entschlossen, durchgängig die männliche (neutrale) Anredeform zu nutzen, die selbstverständlich die weibliche mit einschließt.
Das vorliegende Buch wurde sorgfältig erarbeitet. Dennoch erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Weder die Autorin noch der Verlag können für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den im Buch vorgestellten Informationen resultieren, Haftung übernehmen.
Andrea Frey
Die PILATES
Elements-Methode
Ganzjahrestraining für jeden Typ

Widmung
Widmen möchte ich das Buch meinem verstorbenen Vater, der seiner schweren Erkrankung lange getrotzt hat, um für ihn wichtige Ziele zu erreichen und erreicht hat. Und allen Ärzten und Pflegekräften, die uns in der palliativen Phase einfühlsam unterstützt und begleitet haben, sowie allen Menschen, die einen geliebten Menschen auf seiner letzten Reise begleiten, den Abschiedsschmerz mit ihm teilen und ihm ein „Leben bis zum letzten Atemzug“ ermöglichen.
Die Pilates-Elements-Methode
Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek
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© 2020 by Meyer & Meyer Verlag, Aachen
Auckland, Beirut, Dubai, Hägendorf, Hongkong, Indianapolis, Kairo, Kapstadt, Manila, Maidenhead, Neu-Delhi, Singapur, Sydney, Teheran, Wien
Member of the World Sport Publishers’ Association (WSPA)
ISBN 978-3-8403-7678-8
eISBN 978-3-8403-3729-1
E-Mail: verlag@m-m-sports.com
www.dersportverlag.de
Inhalt
Vorworte
Vorwort der Autorin – mein Weg
Vorwort von Britta Brechtefeld
1Das HOLZ-Element
1.1Die Welt der Faszien
1.2Ein Rückblick – Osteopathie und Rolfing
1.3Im Hier und Jetzt
1.4Ein kleiner Ausflug in die Histologie, Physiologie und Anatomie
1.4.1Psychosomatik und Faszien
1.4.2Das vegetative Nervensystem
1.5Die Faszienelemente
1.5.1Das straffe Bindegewebe
1.5.2Das lockere Bindegewebe
1.5.3Das elastische Bindegewebe
1.6Die Rezeptoren – der sechste Sinn
1.6.1Die Golgi-Rezeptoren
1.6.2Pacini-Körperchen oder Vater-Pacini-Lamellenkörperchen
1.6.3Ruffini-Rezeptoren
1.6.4Freie Nervenendungen, die interstitiellen Rezeptoren
1.6.5Die Muskelspindeln
1.7Das Tensegrity-Modell in Bezug auf unseren Körper
1.7.1Erklärung am Rande – Tensegrity
1.8Die Säulen des Faszientrainings
1.8.1Myofascial Release = lösende Techniken
1.8.2Rebound Elasticity = elastisches Federn, Katapulteffekt
1.8.3Fascial Stretch oder was passiert beim Dehnen?
a)Dehnen der myofaszialen Meridiane und Leitbahnen
b)Dynamischer Stretch
c)Aktiv geladener Stretch
d)Melting Stretches
1.8.4Sensory Fluid Refinement = sensorisches Verfeinern und Mikrobewegungen
1.9Die Meridiane in Theorie und Praxis
1.9.1Der Lebermeridian
1.9.2Der Gallenblasenmeridian
1.9.3Die Laterallinie
1.9.4Die tiefe Frontallinie
1.9.5Die Übungen und Flows
a)Neutraler Stand – sich zentrieren und sich mit oben und unten verbinden (L0)
b)„Die drei Gewölbe aufspannen“ (L0)
c)Basic Flow „Den Tag begrüßen/verabschieden“ oder „Einfach mal zwischendurch“ (L1)
1.10HOLZ-Flows – sich ausdehnen, federn, schwingen, wachsen, verwurzeln, aktivieren
1.10.1„Der Baum bewegt seine Krone im Wind 1“ (L1) – Lateralflexion
1.10.2„Der Baum bewegt seine Krone im Wind 2“ (L2) – Plié/Cross Back
1.10.3„Der Baum bewegt seine Krone im Wind 3“ (L3) – Ausfallschritt zur Seite mit Passé
1.10.4Grundposition Vierfüßlerstand (L0)
1.10.5„Die Welle“ (L1)
1.10.6Vierfüßlerstand mit Leg-Lift-Variation (L1)
1.10.7Der Kniestand (L2)
1.10.8Side-Bend-Variation (L2-3)
1.10.9Relaxposition – „Die Nieren stärken“ (L1)
1.10.10 Relaxposition – „Leber und Milz stärken“ (L0)
1.11Die Rezepte
1.11.1Morgens – Polenta mit Apfel
1.11.2Mittags – Kartoffelpfanne mit Hühnchenbrustfilet und Spinat
1.11.3Abends – Porreesuppe
1.11.4Die meisten Ernährungsfehler aus Sicht der TCM
2Das FEUER-Element
2.1Das Functional Training
2.1.1Die Entstehung des Functional Trainings
2.1.2Was heißt eigentlich funktionelles bzw. Functional Training?
2.1.3Wie sieht das Training aus?
2.1.4Der kraftvolle Zylinder oder der Einsatz des intraabdominalen Drucks (IAD) in der PILATES-ELEMENTS-METHODE
2.1.5Die Ontogenese oder vom Liegen in den Stand
2.2Die Meridiane in Theorie und Praxis
2.2.1Der Herzmeridian
2.2.2Der Dünndarmmeridian
2.2.3Die tiefe, rückwärtige Armlinie
2.2.4Der Dreifacherwärmer-Meridian = Sanjiao
2.2.5Die oberflächliche, rückwärtige Armlinie
2.3FEUER-Flows – ausbreiten, schwingen, kräftigen, Balance zwischen oben und unten
2.3.1Arm Swings (L1-2)
2.3.2„Der Adler breitet seine Schwingen aus 1“ – Hip Hinge/Cross Back (L1-2)
2.3.3„Der Adler breitet seine Schwingen aus 2“ – Low Abs (L1-2)
2.3.4„Der Adler breitet seine Schwingen aus 3“ – Low Abs/Leg Lift Back (L1-2)
2.3.5„Der Frosch springt 1“ – Vorbereitung der Plank (L1)
2.3.6„Der Frosch springt 2“ – Plankposition (L2)
2.3.7„Der Frosch springt mit einem Bein“ – Plank mit Leg Pull (L3-4)
2.3.8Relax – Umkehrbewegung mit der Rolle unter dem Kreuzbein (L0)
2.4Die Rezepte
2.4.1Morgens – Rundkornreis mit Obst der Saison
2.4.2Mittags – Hühnchenbrustfilets mit frischem Spinat und Pinienkernen als Hauptgericht
2.4.3Rote-Beete-Salat mit Gurkenstückchen als Vorspeise
2.4.4Abends – Tomaten mit Schafskäse überbacken
3Das ERDE-Element
3.1Die PILATES-ELEMENTS-METHODE
3.2Die Prinzipien – eine besondere Komposition
3.2.1Die sechs Grundprinzipien des klassischen Pilates
3.2.2Das 7. Prinzip – die Mobilität und die Stabilität der großen und kleinen Gelenke
3.2.3Das 8. Prinzip – Aufspannen und Dehnen der Meridiane
3.2.4Das 9. Prinzip – Druck- und Zugmuster
3.2.5Das 10. Prinzip – die neuromuskuläre Ansteuerung
3.2.6Das 11. Prinzip – Alignment und Balance
3.2.7Das 12. Prinzip – Entspannung und Körperwahrnehmung
3.3Die Meridiane in Theorie und Praxis
3.3.1Der Magenmeridian
3.3.2Der Milz-/Pankreasmeridian
3.3.3Die oberflächliche Frontallinie
3.4ERDE-Flows – zentrieren, sammeln, stärken, stabilisieren, verteilen von innen nach außen, verbinden von oben und unten
3.4.1„Die Mitte finden und stärken“ (L1)
3.4.2Die „Hundreds 1“ (L1)
3.4.3Die „Hundreds 2“ (L1-2)
3.4.4Die „Hundreds 3“ (L2-3)
3.4.5Die „Hundreds 4“ (L4)
3.4.6„Double Leg Stretch mit Arm Circle“ (L1-2)
3.4.7„Single Leg Stretch“ (L1-2)
3.4.8„Up-Stretch 1“ (L1)
3.4.9„Up-Stretch 2“ (L2)
3.4.10„Knee Pull und Leg Lift Back“ (L1)
3.4.11„Knee Pull und Arabesque“ (L2-3)
3.4.12„Verteilen von innen nach außen“ – Psoas-Stretch/Hip Shift (L1-2)
3.4.13„Verbinden von oben und unten“ – Psoas- und Piriformis-Stretch (L1-2)
3.5Die Rezepte
3.5.1Morgens – Dinkel- oder Haferflockenbrei
3.5.2Mittags – buntes Gemüse aus dem Wok
3.5.3Abends – Kürbissuppe mit Kartoffeln und Ingwer
4Das METALL-Element
4.1Das klassische Pilates-Mattentraining und die Großgeräte
4.1.1Die Geschichte des Joseph Pilates – kurz und knapp
4.1.2Das traditionelle Pilates-Training
4.1.3Die Großgeräte
4.1.4Das Mattentraining
4.2Die Meridiane in Theorie und Praxis
4.2.1Der Lungenmeridian
4.2.2Der Dickdarmmeridian
4.2.3Die tiefe, frontale Armlinie
4.2.4Der Perikardmeridian
4.2.5Die oberflächliche, frontale Armlinie
4.3METALL-Flows – verfeinern, nachspüren, nach innen lenken und verdichten
4.3.1„Spine Stretch mit Arm Circle“ (L1-2)
4.3.2„Spine Twist“ (L1-2)
4.3.3Vierfüßlerstandvariation mit Rotation (L1-2)
4.3.4Mobilisation der Brustwirbelsäule aus der Relaxposition (L1-2)
4.3.5„Dem Atem Raum geben“ mit dem Senso®-Ball in Bauchlage (L1)
4.3.6„Den Psoas weiten und öffnen“ mit dem Senso®-Ball (L1)
4.4Die Rezepte
4.4.1Morgens – Reisfrühstuck mit Mandelmus
4.4.2Mittags – Hühnchenbrustfilets mit Spinat und Pinienkernen (Beilage: Reis)
4.4.3Abends – lauwarmer Zucchinisalat mit Champignons
4.4.4Morgens – Pfirsichkompott mit Rundkornreis
4.4.5Mittags – Rinderhüftstreifen mit grünen Bohnen und Pilzen aus dem Wok
4.4.6Abends – Haferflockenbrei mit Äpfeln
4.4.7Kräftige Hühnersuppe
4.4.8Ingwertee
5Das WASSER-Element
5.1Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) – oder der Garten des Lebens
5.1.1Die Säulen der TCM – kurz und knapp
5.2Die Lehre von Yin und Yang
5.2.1Die Organuhr
5.3Die Meridiane in Theorie und Praxis
5.3.1Der Blasenmeridian
5.3.2Der Nierenmeridian
5.3.3Die oberflächliche Rückenlinie
5.4WASSER-Flows – regenerieren, zusammenziehen, konzentrieren, das Qi fließen lassen, speichern und bewahren
5.4.1Arch und Curl im Stand (L1)
5.4.2Curl Down (L1)
5.4.3Half Roll Down (L2)
5.4.4Full Roll Down/Up (L2-3)
5.4.5Akupressur von Niere 1 mit dem Finger oder der Bodybone® bei Nieren-Yin-Mangel (L0)
5.4.6Akupressur von Blase 23 mit den Senso®-Bällen bei Nieren-Yang-Mangel (L0)
5.5Die Rezepte
5.5.1Morgens – Reis mit Obst der Saison und Mandeln
5.5.2Mittags – Chinakohl mit Walnüssen
5.5.3Zanderfilets in Orangen-Ingwer-Sauce
5.5.4Abends – kräftige Hühnersuppe (Rezept s. Kap. 4.4.7)
5.5.5Abends – kräftige Rindfleischsuppe
Dank
Anhang
1 Literaturnachweise
2 Bildnachweis

Vorworte

Vorwort der Autorin
Vieles im Leben hat seine Zeit. Dinge finden Sie, ohne dass Sie sie suchen. Menschen kreuzen Ihre Wege, geben Ihnen neue Impulse und Inspiration und lenken Sie auf Wege, die Sie ohne sie nie gegangen wären. Und plötzlich stehen Sie an einer Stelle und wissen, Sie sind angekommen. Der Kreis hat sich geschlossen und Sie haben Ihr oder eines Ihrer Ziele erreicht.
So ist es mir nach vielen Jahren Aus- und Fortbildung ergangen. Der Kreis hat sich für mich geschlossen. Ich bin in meiner Mitte angekommen, blicke mich um und sehe, wie sich viele kleine Stücke zu einem großen Ganzen zusammengefügt haben. Dass ich einmal an dieser Stelle stehen würde, hätte ich nie gedacht, war der Weg dorthin doch eher holprig – geprägt von Situationen und Ereignissen, die das Leben so mit sich bringt und uns manchmal zweifeln lässt. Doch letztendlich hat mich dieser Weg auf vielen Umwegen ans Ziel gebracht – zu meinem Buchprojekt.
Inspiriert und motiviert wurde ich von meinen langjährigen Teilnehmern, Patienten und Klienten, die mich immer wieder bestärkt haben, mein Wissen, meine Erfahrungen und Tipps für Alltag und Sport doch mal niederzuschreiben, sodass einige Menschen mehr davon profitieren können. So begann ich vor einigen Jahren, mich mit dem Thema „Buchprojekt“ intensiver auseinanderzusetzen. Für jemanden, der noch nie in seinem Leben ein Buch geschrieben hat, stellte sich diese Aufgabe als schwieriger heraus, als gedacht.
Das Thema war schnell gefunden, da ich mich mit diesem schon seit Jahren in Theorie und Praxis beschäftige. Doch die passenden Worte, Beschreibungen und den berühmten roten Faden zu finden, sodass es für Sie, liebe Leser, gut, interessant und verständlich zu lesen ist, war und ist schon eine Herausforderung gewesen. Schließlich war es mit dem „Aufschreiben“ der oben genannten Erfahrungen und Tipps nicht getan, das Konzept musste rund werden, sodass Sie, liebe Leser, auch einen gesundheitlichen und alltagstauglichen Nutzen daraus ziehen können.
Und so machte ich mich auf den Weg und blickte zurück auf meinen Weg, um für Sie Wissenswertes, Praktikables und Nützliches aus den Bereichen Pilates, Faszien, Functional Training und der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) zusammenzutragen und zu einem neuen, ganzheitlichen Bewegungskonzept zu verbinden: zur PILATES-ELEMENTS-METHODE.
Mein Weg
Schon als Kind habe ich mit Begeisterung asiatische Kampfsportarten ausgeübt und leidenschaftlich gern getanzt. Dass diese Begeisterung mich auf Umwegen mal zu Pilates, Faszienfitness und zur Entwicklung eines eigenen Bewegungskonzepts führen würde, hätte ich nie gedacht. Mein Berufswunsch stand also sehr früh fest, es sollte auf jeden Fall etwas mit „Bewegung“ zu tun haben. Doch wie so häufig im Leben kam es anders.
Durch eine Verletzung im Jugendalter erlitt ich sehr früh Bandscheibenvorfälle, welche mich nicht nur zu einer langen sportlichen Pause, sondern auch beruflich dazu zwangen, einen anderen Weg einzuschlagen, als den ursprünglich von mir gewünschten. Trotz Korsett und viel Physiotherapie blieb meine Leidenschaft für Bewegung und für den Sport ungebrochen und ich suchte nach Mitteln und Wegen, um meine beruflichen Wünsche zu verwirklichen.
Aus diesen gesundheitlichen Gründen führte mich vor über 30 Jahren mein Weg das erste Mal in ein Fitnessstudio und hier in meine erste Groupfitnessstunde – Aerobic –, der Trend der 1980er- und 1990er-Jahre. Ich liebte die Bewegung zur Musik, genoss es, mich wieder ganzheitlich zu bewegen, war mit Begeisterung bei der Sache und konnte meine Gesundheit fast gänzlich wiederherstellen. Sollte ich nun doch noch meinen Traumberuf verwirklichen können? Es sah fast so aus.
Mein weiterer Weg führte mich über den Erwerb verschiedener Lizenzen im Fitnessbereich in Institutionen wie Fitnessstudios, Sportvereinen und Krankenkassen – von der Kursleitung zur Bereichsleitung bis hin zur Dozententätigkeit. Im Laufe der Jahre hielten neue Berufsbilder Einzug auf dem Arbeitsmarkt und so absolvierte ich auf dem zweiten Bildungsweg mein Studium zur Sport- und Gesundheitslehrerin und hatte endlich meine Berufung zum Beruf gemacht. Doch damit nicht genug.
Ende der 1990er-Jahre lernte ich die Pilates-Methode kennen und lieben und absolvierte eine der ersten klassischen Mattenausbildungen, die in Deutschland angeboten wurden. Anfang 2004 lernte ich Britta Brechtefeld von Pilates Bodymotion kennen und entdeckte bei ihr die vielfältigen Facetten des zeitgenössischen Pilates. So absolvierte ich bei Pilates Bodymotion in Köln meine zweite zeitgenössische Pilates-Matten- und -Studioausbildung an den Großgeräten.
Während meiner langjährigen Aus- und Fortbildungszeit hatte ich immer wieder das Glück, auf Menschen und Lehrer zu stoßen, die mir neue Impulse gaben, mich in meiner sportlichen Entwicklung positiv beeinflussten und bestärkten. Auch wenn ich zwischenzeitlich durch verschiedene langwierige Erkrankungen meinerseits und im familiären Umfeld zurückgeworfen wurde, verlor ich meine Ziele niemals aus den Augen – betrachtete diese Einschnitte als ein weiteres Teilstück auf meinem Weg zum Ziel.
So folgte 2004 parallel zu meiner Pilates-Ausbildung meine Ausbildung zur Heilpraktikerin, die ich 2007 zeitgleich mit meiner Pilates-Ausbildung abschloss. In den darauf folgenden Jahren spezialisierte ich mich auf TCM, die Traditionelle Chinesische Medizin, mit den Schwerpunkten Akupunktur, Schröpfen und Gua Sha, und erlernte bei verschiedenen Fachverbänden Techniken der Osteopathie, wie PRT, Ortho-Bionomy® und Fascial Release.
Mit den bis dahin erworbenen Kenntnissen der Konstitutionslehre der TCM begann ich zu diesem Zeitpunkt, meinen Unterricht und meine Teilnehmer aus einer anderen Perspektive zu sehen und stellte fest, dass in meinen Pilates-Stunden verstärkt der WASSER- und METALL-Typ zu finden war. Warum ist das so?
Ich fand die Antwort in den Inhalten und den bis dato erlernten und angewandten Prinzipien. Ich löste mich von diesen festen Strukturen, öffnete den Blick nach außen und machte es mir zur Aufgabe, auch das Interesse des FEUER-, ERDE- und HOLZ-Typus zu wecken. So strukturierte ich meine Stunden um, experimentierte und entwickelte die Inhalte weiter und siehe da! Plötzlich fanden sich auch Teilnehmer mit diesen Eigenschaften im Kurs und blieben – der Großteil bis heute – vor allem dabei.
Auf meinem weiteren Weg lernte ich auf einer Fortbildung von Pilates Bodymotion im Jahr 2011 Dr. Robert Schleip, Faszienforscher und Leiter des Fascia Research Projects am Institut für Neurophysiologie der Universität Ulm, und „Faszienfitness“ kennen. Fasziniert von der Welt der Faszien, absolvierte ich, als eine der Ersten, bei Dr. Robert Schleip und seiner Frau Divo Müller die Ausbildung zum Fascial-Fitness-Trainer.
Begleitet wurde diese Fortbildung von den bewegenden Aufnahmen Skrolling under the Skin von Dr. Jean-Claude Guimberteau, einem plastischen Chirurgen für Transplantation und Reimplantation, die einen tiefen Einblick in das menschliche Fasziensystem gaben und im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut gingen. Diese Aufnahmen veränderten den Blickwinkel auf und in unseren Körper. Zeigten sie doch, wie alles in unserem Körper miteinander vernetzt ist und dieses Netzwerk ihm seine Struktur, Form und Halt gibt.
Dieses fasziale Netzwerk wird zu Recht als das größte Kommunikationssystem unseres Körpers bezeichnet, als der sogenannte sechste Sinn, und zeigt uns bis ins mikroskopisch kleinste Detail die lebendigen Zusammenhänge unseres Körpers.
Von diesem Zeitpunkt an beschäftigte ich mich intensiv mit dem Thema Faszien, den Meridianen und myofaszialen Leitbahnen des Körpers und entdeckte die zahlreichen Parallelen zur TCM und Osteopathie. In den nachfolgenden Jahren besuchte ich jede Fortbildung, von der ich annahm, dass sie mir neue wissenschaftliche Erkenntnisse bringen könnte. Ich experimentierte und spielte mit Bewegungen und Bewegungsabfolgen, sogenannten Flows, um das Konzept rund werden zu lassen.
Die Ausbildung zum Functional Trainer sollte erst einmal das Ende einer langen Aus- und Fortbildungsreihe sein. Damit schloss sich der Kreis für mich und ich entwickelte mein ganzheitliches Bewegungskonzept: die PILATES-ELEMENTS-METHODE. Sie fragen sich vielleicht, was an der PILATES-ELEMENTS-METHODE anders ist als an bereits bekannten Bewegungskonzepten. Vielleicht können Sie sich die Frage nach dem Lesen des Buchs und dem Üben des einen oder anderen PILATES-ELEMENTS-Flows selbst beantworten.
Von meiner Seite erst einmal nur so viel dazu: Jeder Mensch hat von Geburt an eine bestimmte Anzahl an Knochen und Muskeln, die sich auch nur auf bestimmte Art und Weise sinnvoll und funktionell trainieren lassen. Doch seit dem Einzug der Faszienforschung in unsere Trainingspraxis lässt sich unser Training effektiv und sinnvoll erweitern. In den Abbildungen und Videos werden Sie bekannte Übungen, Bewegungsabläufe und Positionen sehen, die durch entsprechende Anleitung und Fokussierung eine andere Bedeutung erfahren, sich anders anfühlen und Ihren Körper auf eine andere Art und Weise trainieren werden. Vielleicht haben Sie Ihre Bewegungsform, Ihren Sport auch schon gefunden und können diesen durch kleine PILATES-ELEMENTS-Flows – die Ihrem Konstitutionstyp entsprechen – ergänzen, beleben und bereichern.
Bei der PILATES-ELEMENTS-METHODE werden Sie erst beim „Tun“, beim regelmäßigen Üben, während und nach dem Training den Unterschied spüren. Spüren und wahrnehmen, wie sich Blockaden, welche Ihren Bewegungs- und Energiefluss behindern, allmählich zu lösen beginnen. Hier lernen Sie die Verbindungen zwischen Pilates, Faszien, funktionellen Übungen, den Meridianen der TCM sowie den myofaszialen Leitbahnen kennen, welche Ihnen zu mehr Energie, Kraft, Flexibilität, Entspannung und Wohlbefinden verhelfen können. Nach einigen Stunden werden Sie es vielleicht schon spüren und mit positiver Stimmung aus einer Stunde herausgehen und sich auf die nächste Einheit freuen. Grundsätzlich gilt: „Fühlen Sie sich in Ihrem Körper wohl, spüren Sie in sich hinein“, ob nun beim Sport oder im Alltag.
Der Einstieg in jedes Kapitel beschreibt die fünf Elemente – HOLZ, FEUER, ERDE, METALL und WASSER – mit Zuordnung des entsprechenden Meridiansystems und mit Charakterisierung der fünf menschlichen Konstitutionstypen in Bezug auf Alltag und auf eine sportliche Aktivität aus Sicht der TCM. Im Anschluss daran ordne ich jedem Element und Meridiansystem entsprechende Trainingsmethoden zu – Faszientraining (HOLZ), Functional Training (FEUER), die PILATES-ELEMENTS-METHODE (ERDE), klassisches Pilates (METALL) und Wissenswertes aus der TCM (WASSER).
Weiter finden Sie in jedem Kapitel nach den theoretisch beschriebenen und bebilderten Flows einen QR-Code zu dem entsprechenden Onlinevideo und können mit mir zusammen die Theorie in die Praxis umsetzen.
Ein Rezeptteil am Ende eines jeden Kapitels stärkt Ihre „Mitte“ auf eine andere, nicht weniger wichtige Art und Weise.
Und nun wünsche ich Ihnen viel Spass und Freude beim Lesen und mitturnen, sowie beim Ausprobieren der Rezepte.
Andrea Frey
