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Susanna Egli
Die Ehefrau in der Sünde
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Inhaltsverzeichnis
Titel
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Impressum neobooks
1
Marijkelaan 2, 1815 JX Alkmaar
Niederlande
Willem Rendorp bekam eine Erektion, als er sah, wie Sophia die Blumenvase ins Fenster stellte.
Das gewohnte Zeichen!
Ihr Mann war also gegangen, zum Pokern, wie an jedem Mittwochabend.
Seltsam, dachte Willem und überquerte rasch die Fahrbahn, es ist noch wie am ersten Tag unserer Bekanntschaft. Ich brauche Sophia nur zu sehen und schon trage ich einen Ständer mit mir herum. Ich bin jetzt 27 und habe viele Frauen besessen, aber in meiner Erinnerung gibt es nicht eine einzige, die es wie Sophia versteht, den Mann in mir zu wecken.
Er blieb kurz stehen, als er das Grundstück der Brederodes erreichte. Als er sich eine Zigarette anzündete, fand er Gelegenheit, prüfend die Straße hinauf- und hinabzusehen. Ein alter Mann, der seinen Hund spazieren führte, parkende Autos, sonst nichts. Willem huschte in den Garten der Brederodes, ging um den weißen Bungalow herum, stieg die zwei Stufen zur Küchentür hinauf und klopfte dann, dreimal kurz, das verabredete Zeichen.
Sophia öffnete ihm.
Er huschte in die Küche. Die Frau verriegelte die Tür hinter ihm. Dann wandte sie sich ihm zu, lächelnd. Er zog sie in seine Arme und küsste sie. Ihre Zunge wühlte sich tief in seinen Mund und ihr biegsamer, elastischer Körper entzündete sich am fordernden Druck seines eichenharten Gliedes. Dann löste sie ihre Lippen von seinem Mund, schaute ihm in die Augen und sagte: „Endlich.“
Ihr Leib drängte sich leidenschaftlich gegen den seinen. Willem lächelte. Ja, es war noch wie am ersten Tag. Wenn er Sophia in seinen Armen hielt, blieb ihm praktisch die Luft weg. Ihre Schönheit, ihr Sex-Appeal und ihre umwerfende Jugend verzauberten ihn.
„Eine Woche“, sagte er. „Das ist einfach zu lange.“
Sophia löste sich von ihm, nahm ihn bei der Hand und führte ihn durch die Halle ins Wohnzimmer, einen riesigen, schwülstig möblierten Raum, dem das übersteigerte Repräsentationsbedürfnis seines Besitzers anzusehen war. Schwere, antike Möbel, Ölbilder in gewaltigen Goldrahmen, Kristalllüster und Seidentapete.
„Gehen wir nach oben“, sagte Willem und trat unbehaglich von einem Fuß auf den anderen. „Du weißt, wie unwohl ich mich hier unten fühle.“
„Du müsstest inzwischen gelernt haben, dass Klaas niemals vor Mitternacht nach Hause kommt“, erwiderte sie lächelnd. „Ich will ja bloß die Flasche und zwei Gläser mitnehmen.“
Er blieb an der Schwelle stehen und beobachtete, wie Sophia den Raum durchquerte und den Barschrank öffnete. Toll, wie sie sich zu bewegen verstand! Es gab Frauen, die schwungvoller mit den Hüften wackelten, aber er kannte keine, die Sophias erotische Ausstrahlung besaßen.
Es begann schon bei ihrem tizianroten Haar. Titzianrot! Und nicht gefärbt. Dabei schulterlang, weich, schimmernd. Es durchrieselte ihn, als er daran dachte, dass ihr kurzrasiertes Schamhaar fast die gleiche Tönung hatte. Sie hatte es zu einem Dreieck auf dem Venushügel frisiert, die Lippen ihrer Vagina waren völlig glatt, wie der Popo eines Babys.
„Rotwein?“, fragte sie ihn und blickte über ihre Schulter. Sie trug ein buntbedrucktes, kniefreies Kleid aus anschmiegsamen Seidenjersey. Es betonte ihre Kurven und pries mit einzigartigem Geschick die aufregende Qualität ihres jungen Körpers an.
„Wie gehabt“, erwiderte er und wies mit der Hand auf seine Hose. „Sieh mal, was ich hier habe. Ich brauche dich nur anzusehen und schon steht er wie ein Rammbock!“
„Du bist unmöglich, du geiler Lüstling“, sagte sie mit ihrer hinreißenden, samtigen Barfrauenstimme. Dabei hatte sie niemals hinter dem Tresen gearbeitet. Klaas Brederode hatte sie vom Fleck weg geheiratet, als er in einem kleinen Café in Alkmaar ihre Bekanntschaft gemacht hatte. Die Eltern von fünf Kindern waren nur allzu gerne bereit gewesen, dem reichen Unternehmer ihre Älteste anzuvertrauen. Damals war Sophia neunzehn Jahre jung gewesen, heute war sie zweiundzwanzig.
„Beeil dich“, bat er und öffnete den Verschluss seiner Hose. „Er kann nicht länger warten.“
„Hol dir doch einen runter“, meinte sie und entnahm dem Barschrank eine Flasche Rotwein mit zwei Gläsern. „Das wird dich abkühlen.“
„Hm“, machte er, „und dich wird es um eine Riesenladung bringen.“
„Du wirst schon noch etwas für mich übrig behalten“, erwiderte sie und lachte, als der Mann plötzlich seinen Penis ins Freie zog und lüstern mit der Hand bearbeitete.
„Du bist wirklich unmöglich“, sagte sie. „Du musst lernen, dich zu beherrschen.“
Er wusste, dass sie es nicht so meinte. Es gefiel ihr, wenn er sich vulgär und obszön benahm, aber das hielt sie nicht davon ab, ihn wegen seines Benehmens sanft zu tadeln.
Er folgte ihr in die Halle, mit keck und steil aus der Hose ragendem Penis. Sophia ging vor ihm die Treppe hinauf. Willem blieb dicht hinter ihr und strich lustvoll mit einer Hand über die Rundungen ihres Gesäßes. Es erregte ihn, wie sie sich unter dem glänzenden Stoff bewegten. Er fand ihre Festigkeit einfach hinreißend.
Was hast du doch für ein Glück, dachte er. Dir gehört das schönste Mädchen der Stadt…
Nein, sie gehörte ihm nicht. Sie gehörte Klaas Brederode, und der Mann konnte sie haben, wann immer ihm danach zumute war. Für ihn, Willem blieben nur die Mittwochabende… aber die hatten es in sich.
Sie betraten Sophias sogenanntes Hauswirtschaftszimmer. Es war eine Kreuzung zwischen Wäschekammer und Aufenthaltsraum. Außer der Bügelmaschine und dem Wäscheschrank standen eine Couch, ein paar ausrangierte Sessel und ein großer Fernsehapparat darin. Dieser Raum war Sophias Refugium, hier ließ ihr Ehemann sich niemals sehen.
Sophia hatte bereits vorsorglich die Jalousien vor dem Fenster herabgelassen. Sie knipste das Licht der Stehlampe an und setzte sich auf die Couch.
Willem war an der Schwelle stehen geblieben. Er liebte diesen Moment vor der Vereinigung, diesen Blick auf Sophias tizianrotes Haar, diese Verzauberung, die sie in ihm auszulösen vermochte, indem sie sich in dem kleinen, warmen Lichtkreis wie ein Star im Rampenlicht präsentierte.
Sein Penis ragte immer noch zuckend aus der Hose. Er streifte sein Jackett ab, dann befreite er sich von Hemd und Unterhemd. Sophia schaute ihm lächelnd dabei zu, vergaß aber nicht, inzwischen die Flasche zu öffnen und zwei Gläser bis zur Hälfte mit Rotwein zu füllen.
„Das ist längere Zeit das letzte Mal“, sagte sie.
„Was?“, entfuhr es ihm.
„Ich fahre weg.“
„Wann?“
„Morgen.“
„Wohin?“
Fragen und Antworten knallten wie Pistolenschüsse in den Raum. Willems Penis senkte sich, er wurde plötzlich ganz schlaff und traurig und zeigte damit eine Reaktion, die er an noch keinem Mittwochabend demonstriert hatte.
Er stopfte sein Glied in die Hose zurück. „Das musst du mir erklären“, sagte er. „Was hat das zu bedeuten?“
„Helena ist krank geworden. Die Schwester meines Mannes. Ich muss sie pflegen.“
„Du? Wieso ausgerechnet du?“
„Sie haben versucht, jemanden zu bekommen, aber das hat nicht geklappt. Wahrscheinlich spielen noch andere Gründe eine Rolle“, sagte sie und hielt ihm das gefüllte Glas entgegen. „Da, bediene dich.“
Er nahm mit nacktem Oberkörper neben ihr auf der Couch Platz. Er wusste, dass er auf seinen athletischen Wuchs stolz sein konnte und liebte es, sich unbekleidet zu zeigen.
„Wie lange wirst du bleiben?“
„Keine Ahnung. Das hängt von der Dauer ihrer Krankheit ab“, sagte Sophia.
„Zwei Wochen, drei Woche?“
„Länger, fürchte ich.“
„Warum schickt er gerade dich?“
„Du kennst doch Klaas. Der tut nichts ohne Hintergedanken. Er möchte seine Schwester beerben.“
„Sie ist doch jünger als er.“
„Ja, aber es sieht so aus, als hätte sie keine Chance, jemals sein Alter zu erreichen.“
„Zu dumm“, sagte Willem. „Aber ich kann dich ja besuchen, mit dem Wagen...“
„In Venlo?“, fragte sie spöttisch.
Willem knurrte. „Venlo! Weiter ging's wohl nicht, was?“
„Das Ganze war nicht meine Idee, das darfst du mir glauben“, sagte sie.
Er nahm einen langen Schluck aus dem Glas, dann noch einen, aber es gelang ihm nicht, die plötzliche Bitterkeit aus seinem Mund fortzuspülen.
„Verdammt!“, sagte er. „Ich kann ohne dich nicht leben. Ich brauche dich.“
„Und ich“, sagte sie lächelnd, „brauche dich.“
„Du siehst nicht so aus“, maulte er. „Es scheint dir nichts auszumachen, mehr als zweihundert Kilometer zwischen uns zu legen.“
„Das ist doch Unsinn, Liebster“, meinte sie und rückte dicht an ihn heran. Ihre Schenkel berührten ihn. Sie legte die freie Hand auf seine Beine. Es war wie ein Signal. Sofort begann sein Penis sich wieder zu straffen.
„In gewisser Weise kommt es uns doch entgegen“, fügte sie flüsternd hinzu. Ihre Hand strich höher. Willem zuckte leicht zusammen. Dann lehnte er sich entspannt zurück und überließ sich dem lustvollen, aufputschenden Streicheln, das Sophia seinem verhüllten Penis widmete.
„Wenn ihm was passiert, während ich in Venlo bin, habe ich ein Alibi“, sagte sie leise.
Willem atmete mit offenem Mund. Er streckte die Hand aus, berührte beinahe zögernd Sophias Brüste, die sich unter dem glatten, bunten Stoff mit warmer, erregender Elastizität darboten, erfühlte die steifen Nippel, nahm sie zwischen zwei Finger und fragte, mit ihnen spielend: „Ein Alibi?“
„Du liebst mich doch, nicht wahr?“
„Ja.“
„Du weißt auch, dass es auf die Dauer so nicht weitergehen kann, oder?“
Er ließ seine Hand fallen und versuchte, sie unter Sophias Rocksaum zu schieben, aber sie stoppte ihn und sagte: „Lass uns das erst ausdiskutieren.“
Sie ließ ihre Hand auf seinem Penis liegen, unterbrach aber das Streicheln. Trotzdem sorgte der leichte Druck der schmalen Frauenhand dafür, dass sein loderndes Verlangen erhalten blieb.
„Du willst dich nicht scheiden lassen, also muss es so weitergehen“, sagte er.
„Ich würde mich schon scheiden lassen, aber das wäre keine Lösung. Wovon sollten wir leben?“
„Ich arbeite, und du könntest einen Job annehmen...“
„Wir würden uns beide dabei aufreiben. Nein, das ist keine Lösung. Ich muss das Geld von Klaas behalten.“
„Ich pfeife darauf!“
„Dann musst du auch auf mich verzichten.“
Er stieß ihre Hand zurück. „Du denkst immer nur ans Geld“, behauptete er.
„Meinst du das im Ernst?“
„Nein, entschuldige, natürlich nicht“, lenkte er ein, denn schließlich stimmte es, dass er bei noch keiner Frau eine so ausgeprägte Neigung zur Lust gefunden hatte wie bei Sophia. Manchmal schien es ihm so, als sei sie buchstäblich zur Liebe geboren.
„Du hast die Wahl“, sagte sie.
„Was meinst du damit? Soll ich deinen Alten etwa umbringen?“, fragte er gereizt.
„Es könnte ja als Verkehrsunfall getarnt werden...“
„Das mache ich nicht.“
„Schon gut. Ich sehe schon, dass du nicht bereit bist, um mich zu kämpfen.“
„Ich finde, wir haben das nicht nötig. So was geht niemals gut“, sagte er.
„Es wird noch viel weniger gut gehen, wenn wir so weitermachen. Selbst wenn ich nur vier oder fünf Wochen in Venlo bliebe und dann zurückkehrte, kannst du nicht erwarten, dass unsere Idylle für ewig unentdeckt bleibt. Klaas ist kein Dummkopf. Eines Tages wird er merken, was los ist – und dann geht es dir an den Kragen. Ich kenne ihn. Er wird sich nicht scheiden lassen. Er wird mich verprügeln und dich ruinieren.“
„Wie will er das anstellen?“
„Er hat Geld. Er kauft sich Leute, die dich auseinandernehmen. So einfach ist das für ihn.“
„Damit kommt er nicht durch...“
„Du wirst ihm nicht mal was beweisen können. Er wird ein Alibi haben. Außerdem ist es sehr fraglich, ob du danach noch imstande sein wirst, zurückzuschlagen. Klaas ist rachsüchtig. Er geht über Leichen.“
„Willst du mir Angst machen?“
„Nein, du sollst nur begreifen lernen, worum es geht. Er oder du. Es gibt keine Alternative. Es sei denn, du wärst bereit, auf mich zu verzichten.“
„Nein“, presste er durch seine Zähne. „Das nicht. Das auf keinen Fall.“
„Dann musst du dich entscheiden.“
„Jetzt?“
„Ja, Liebling“, sagte sie leise und legte ihre Hand zurück auf seinen Schenkel. Ihre Finger bewegten sich kaum merklich, als sie über seine Eichel streichelten. Aber diesmal blieb die gewohnte Reaktion aus. Sein Penis blieb seltsam schlaff.
„Ich bin doch kein Mörder.“
„Du sollst nur ein Mann sein, der um die Frau kämpft, die er liebt.“
„Mit Mord?“
„Diesen Ausdruck wollen wir rasch vergessen“, sagte sie. „Es hat schon immer Probleme dieser Art gegeben, solange Männer um Frauen buhlen. Gewinnen konnte stets nur der, der keine Skrupel hatte, sich durchzusetzen. Ich verlange nicht von dir, dass du Klaas aus dem Wege räumst. Aber wenn du es nicht tust, wirst du mich verlieren. Nicht, weil ich das möchte, sondern weil Klaas dafür sorgen wird.“
„Eine Sackgasse“, murmelte er.
„Nimm noch einen Schluck“, ermunterte sie ihn.
Er befolgte die Aufforderung und stellte das Glas ab.
„Was schlägst du vor?“ fragte er.
„Das überlasse ich dir. Du bist der Mann.“
„Was ist, wenn es herauskommt?“
„Es darf nicht herauskommen. Ich sehe da keine Gefahr. Ich werde ein Alibi haben und zum Zeitpunkt des Ereignisses in Venlo sein und von dir weiß niemand etwas...“
„Ich kann dir nichts versprechen“, sagte er, „aber ich werde darüber nachdenken“
„Gut. Das genügt. Halte dir aber stets die möglichen Folgen vor Augen, wenn wir Klaas verschonen...“
„Hast du ihn eigentlich jemals geliebt?“ wollte er wissen. Die Frage interessierte ihn seit langem. Er wusste, dass Sophia ihren Mann hasste, aber er vermochte nicht zu sagen, wann dieser Hass begonnen hatte.
„Nein“, sagte sie.
„Demnach hast du nur geheiratet, um von deiner Familie wegzukommen?“
„Ja.“
„Nicht zu glauben... ein Mädchen deines Aussehens!“ staunte er.
„Oh, es gab mehr als genug Jungen, die mich heiraten wollten, aber ich hatte keine Lust, mit ihnen auf dem Lande zu versauern“, sagte sie.
„Wie und wo hat er dich kennengelernt?“
„Klaas, meinst du? Er war unterwegs, um Immobilien zu kaufen. Papa hatte damals die Tankstelle gepachtet, und ich half ihm, die Wagen unserer Kunden zu waschen. Klaas fuhr damals in einem Rolls Royce vor, wie ein richtiger Märchenprinz! Da machte es mir nicht viel aus, dass er schon einen Bauch und ein paar dicke Tränensäcke unter den Augen hatte. Heute würde ich vielleicht anders darüber denken, aber damals...“
Sie drückte Willem plötzlich auf die Couch zurück, beugte sich über ihn und knabberte mit ihren kleinen, weißen Zähnen lustvoll an seinen Brustwarzen herum.
Mit einer Hand griff sie an seine Hose. Ihr weiches, auf seine nackte Haut fallendes Haar und der herbsüße Duft ihres teuren Parfüms hüllten ihn ein. Seine Nüstern blähten sich. Sophia hob den Kopf, lächelte ihm in die Augen und sagte: „Komm. Ich brauche dich. Lass uns ficken, Liebling.“
2
Willem schloss seine Arme um Sophias Schultern und presste die junge Frau fest an sich. Er küsste sie auf den Mund und ergab sich mit bebender Lust dem Streicheln ihrer geschickten Finger an seinem Glied. Er fühlte, wie Sophia seinen Reißverschluss öffnete und nicht ohne gewisse Mühe seinen Knüppel ins Freie zerrte.
Er liebkoste ihren schlanken Rücken mit der Hand. Das dünne Stoffmaterial knisterte unter seinen Fingerspitzen. Er strich bis hinab zur Wölbung ihrer Gesäßbacken, dann zerrte er den Rock ihres Kleides hoch und legte ihre Beine bloß. Im nächsten Moment krallten sich seine Finger mit besitzergreifender Geste in ihren glatten, prallen Popo.
Sophia hatte wieder einmal darauf verzichtet, ein Höschen anzuziehen. Wenn sie ihn erwartete, tat sie in der Regel alles, um ihm den Zugang zu den erogenen Zonen ihres Körpers nicht zu erschweren.
„Ach, du“, seufzte sie und rekelte sich ein wenig. Ihre Beine spreizten sich, während ihre Hand sein steifes Glied jetzt aufreizend massierte.
Der Mann trennte mit der Hand Sophias Gesäßbacken, durchzog mit dem Zeigefinger die tiefe Kerbe und stoppte, als er die warme Öffnung ihres Anus erreichte. Er schob den Finger hinein und drehte ihn langsam darin herum.
Sophia kicherte. Ihr Kopf lag jetzt auf seiner Schulter und ihre Hand an seinem Glied bewegte sich rascher, leidenschaftlicher und fordernder. Sie hob den Popo entgegen und bewegte die Hüften.
„Das kitzelt“, murmelte sie kaum verständlich.
Er schob sie hoch, stand auf und zog sie mit beiden Händen von der Couch. Sie hatten ihre Gläser schon zu Beginn des Liebesspieles vorsorglich auf dem Boden vor der Couch abgesetzt, sodass sie beide Hände frei hatten, um sich die gewohnten Liebkosungen zu erweisen.
Willem drehte die junge Frau herum, sodass sie ihm den Rücken zuwandte, öffnete den Reißverschluss und sah zu, wie das duftige Kleidungsstück an ihrem Körper herab zu Boden glitt.
Sophia hatte jetzt nur noch ihre Strümpfe, den schmalen schwarzen Strumpfhalter und ihre Schuhe an. Wenn sie auch gern auf Überflüssiges verzichtete, wusste sie doch sehr genau, wie reizvoll und erotisch diese Zutaten die Vorzüge ihres schönen Körpers zu betonen wussten.
Das leuchtend rote, kurzrasierte Dreieck ihres Schamhaares wurde von dem schwarzen, mit giftgrünen Strapsen versehenen Strumpfgürtel und den metallisch schimmernden Strümpfen effektvoll umrahmt.
Willem kannte ihren Körper in- und auswendig, aber jedes Mal versetzte ihn die Glätte und Vollkommenheit ihres Leibes erneut in einen Taumel sinnlicher Begeisterung.
Diese Brüste zum Beispiel!
Sie waren im Grunde viel zu groß für den knabenhaft schlanken Körper, aber durch ihre Form, ihre Festigkeit und ihre Ausstrahlung sorgten sie jedes Mal wieder dafür, dass er sie küssen und betasten musste, unablässig, als könnten sie ihm im nächsten Moment für immer entzogen werden.
Er umspielte mit seiner Zunge gierig die steif gewordenen, rosaroten Nippel, während Sophia ihm den Hosenbund öffnete. Seine Hose rutschte an seinen Beinen herab zu Boden. Er stieg heraus, streifte die Schuhe ab und befreite sich im nächsten Moment von Socken und Unterhose.
Als er sich aufrichtete, lag Sophia bereits auf der breiten, bequemen Couch. Ihre Schenkel spreizten sich und gaben ihm den Blick auf ihre feuchtschillernden Schamlippen frei.
Er kletterte zwischen ihre Beine, rutschte etwas zurück und fiel dann nach vorn, mit dem Gesicht geradewegs auf ihren sich ihm entgegenbäumenden Schoß. Er kannte den Duft ihrer Scham, er liebte diese leichte Bitterkeit.
Sein Mund presste sich auf ihre Vagina und seine Zunge teilte die weichen, bereitwillig nachgebenden Lippen. Er tauchte ein in die schlüpfrige, lockende Tiefe, umspielte mit der Zungenspitze das Innere der Schamlippen, stieß in die Scheide vor und widmete sich dann mit besonderer Hingabe der erstaunlich entwickelten Lustantenne am oberen Ende der Vulva.
Als er die Klitoris beknabberte und küsste schlossen sich die festen, glatten Schenkel des Mädchens um seinen Kopf und hielten ihn in dieser erregenden Klammer gefangen. Sophia griff gleichzeitig mit beiden Händen nach seinem Kopf und durchwühlte mit ihren schlanken Fingern sein dichtes, fast nackenlanges Haar.
Willem merkte, wie der von ihm bearbeitete Frauenleib sich immer stärker drehte und wand. Das gefiel ihm. Er liebte es, Sophia bis zur Weißglut zu reizen, ehe er sich und ihr den Gefallen tat, das Vorspiel mit einem wilden Koitus und einem für beide Teile explosiven Orgasmus zu beenden.
„Ja“, keuchte Sophia kaum verständlich. „Ah, deine Zunge. Deine herrliche Zunge! Sie bringt mich zur Raserei...“
Er saugte heftiger an ihrem Schoß, an dieser weichen, duftenden Quelle, die seine Sinne ins Schwimmen brachte, dann richtete es sich mit einem Ruck auf, um nach vorn zu rutschen. Sophia griff nach seinem eichenharten Penis und dirigierte ihn zwischen ihre korallenrot leuchtenden, klaffenden Schamlippen. Im nächsten Moment stieß der Mann zu. Sein Penis glitt mühelos bis ans Heft in den engen, saugenden Kanal ihrer Vagina.
Er presste seinen Oberkörper gegen Sophias Brüste und genoss es, wie die junge Frau sich keuchend unter ihm bewegte.
„Fick mich, Liebling“, flüsterte sie. „Ich bin so schrecklich ausgehungert.“
Er zog seinen Penis soweit heraus, dass er Gefahr lief, ihren gierig saugenden Schamlippen zu entgleiten, dann rammte er ihn schwungvoll bis in die Wurzel in die enervierende, heiße Tiefe. Er wiederholte das Spiel mit wechselndem Tempo und genoss es, wie Sophia darauf einging und wie sie es verstand, durch die Technik ihrer Drehungen und Windungen seine Leidenschaft unablässig zu steigern.
Sie griff ihm mit einiger Mühe zwischen die Beine und rieb seinen Hodensack zwischen ihren Fingern. Der Mann steigerte das Tempo. Er nahm sich zwar jedes Mal vor, schon die erste Vereinigung möglichst lange dauern zu lassen, aber er hatte sich inzwischen damit abgefunden, dass er es einfach nicht schaffte, in diesem Taumel der Lust zu bestehen. Spätestens nach drei, vier Minuten war es soweit und er musste sich von Sophias aufreizendem Schoß leermelken lassen.
Auch diesmal gab es keine Ausnahme. Stöhnend ließ er den heißen Strom seiner Männlichkeit in ihren schlanken Leib fließen. Sophias Gestammel und die Art wie sie sich gegen ihn bäumte, machten deutlich, dass sie, wie fast immer, mit ihm zum Höhepunkt gekommen war.
Er blieb auf ihr liegen, überließ sich der Wärme und Glätte ihrer Haut, dem Streicheln ihrer Hände und dem angenehmen Rauschen, das das Nachempfinden der Lust in seinen Schläfen erzeugte.
Oh ja, Sophia war die Größte. Er konnte ohne sie nicht leben. Oberflächlich gesehen mochte man mit ihr nicht mehr und nicht weniger als mit einem x-beliebigen anderen Mädchen anstellen können, aber keine verstand es so wie sie, die letzten erotischen Reserven in ihm zu mobilisieren.
Sein Penis schlüpfte nur langsam und widerwillig aus ihrer Scheide. Er küsste sie auf den Mund, stemmte sich hoch und stand auf.
„Bis gleich“, sagte er und ging ins Badezimmer. Normalerweise pflegte Sophia ihm dorthin zu folgen, aber diesmal blieb er unter der Dusche allein. Als er sich im Spiegel betrachtete, grinste er selbstgefällig.
Sophia war schön, ohne Zweifel, aber er konnte sich auch sehen lassen. Er hatte ein markantes Gesicht mit fast eckigen Zügen, dunkle, glutvolle Augen und dichtes, schwarzes Haar. Der sinnliche Schwung seiner Lippen verriet, dass die Erotik in seinem Leben eine wichtige Rolle spielte.
Im nächsten Moment erlosch sein Lächeln. Er dachte an das, was vor ihm lag. Er starrte sich im Spiegel in die Augen. Sah so ein Mörder aus?
Er machte abrupt kehrt und verließ das Bad. Sophia befand sich nicht mehr im Nähzimmer. Das Rauschen einer Wasserleitung verriet, dass sie das Bad im Erdgeschoss aufgesucht hatte.
Willem setzte sich. Er fühlte sich auf angenehme Weise abgeschlafft, wusste jedoch, dass in spätestens zwanzig Minuten – mit Sophias aktiver Unterstützung – schon wieder das alte, lodernde Verlangen zu seinem Recht kommen würde. So war es immer. An jedem Mittwochabend. Aber das war ihm einfach nicht genug. Er wollte Sophia für sich haben, sie musste ihm ganz allein gehören. An jedem Abend.
Sophia betrat das Zimmer. Sie war in einen kurzen, weißen Bademantel geschlüpft, der aber vorn offen stand, s dass man ihre vollen, beim Gehen schwingenden Brüste und das leuchtende Dreieck ihres Schamhaares sehen konnte.
„Ich muss was zu trinken haben“, meinte sie, nahm neben ihm auf der Couch Platz und sah zu, wie er die Gläser nachfüllte.
„Danke“, sagte sie, als er ihr ein Glas in die Hand drückte. „Es ist so schön, bei dir zu sein. Bald wird uns jeder Tag gehören.“
„Darauf trinken wir“, sagte er. „Prost!“
„Brrr!“, machte Sophia und verzog das Gesicht, wie jedes Mal, wenn sie Alkohol zu sich nahm. Sie betonte oft, dass sie Rotwein nicht mochte und dass er ihr eigentlich gar nicht schmeckte, aber sie versäumte nie, Willem beim Trinken Gesellschaft zu leisten. Übrigens hielt sich Willems Durst in Grenzen. Er nahm Alkohol lediglich als Auflockerungs- und Entspannungsmittel zu sich. Es wäre ihm niemals in den Sinn gekommen, sich zu betrinken. Leute, die sich mit Alkohol um ihre sexuelle Leistungsfähigkeit brachten, hielt er für Narren.
Er lachte. „Ich liebe dich“, sagte er dann.
Sie schaute ihm in die Augen. „Und du wirst es beweisen.“
„Ja“, sagte er. „Noch in dieser Nacht. Mindestens drei weitere Male...“
„Dummkopf, das meine ich nicht!“
„Ich weiß, was du meinst. Lass uns jetzt nicht darüber sprechen“, sagte er.
„Wir müssen aber darüber reden. Morgen früh fahre ich los. Ich habe schon gepackt. Wenn wir uns wiedersehen, möchte ich Witwe sein.“
„Werden wir per SMS in Kontakt bleiben?“
„Das wäre zu gefährlich. Heutzutage werden die Handys abgehört und die Nachrichten gespeichert.“
„Dann kauf dir in Venlo ein anonymes Wegwerfhandy.“
„Wir müssen an alles denken, auch an Dinge, die schwerlich eintreten dürften. Aber setzen wir einmal den Fall, alles würde klappen, aber die Polizei würde trotzdem Verdacht schöpfen und irgendwie – ich weiß nicht, auf welche Weise! – dahinterkommen, dass du mein Geliebter bist. Was würde wohl geschehen, wenn sie unsere SMS-Nachrichten finden?“
„Was ist mit eMail? Du kannst dir einen anonymen Account zulegen.“
„Schlage dir das aus dem Kopf, bitte. Ich bin keine Briefschreiberin. Es genügt, wenn ich erfahre, dass Klaas einen Unfall hatte. Einen tödlichen Unfall. Dann komme ich sofort zurück...“
„Dann“, sagte er langsam, „wirst du mich belohnen. Aber was geschieht, wenn du dich inzwischen in einen anderen verknallst? Du bist schön. Du wirst dich in Venlo langweilen. Vielleicht wartest du nur darauf, mal mit einem anderen Mann ins Bett steigen zu können...“
„Das ist doch Unsinn! Ich will nur dich.“
Er biss sich auf die Unterlippe. „Welche Garantie habe ich, dass du mich heiraten wirst, wenn alles vorbei ist?“
„Du hast mein Wort.“
„Ein Wort kann man brechen.“
„Wir sitzen doch in einem Boot!“
„Das sagt man so. Es gibt keine Zeugen unserer Unterhaltung. Wenn ich Klaas töte, kannst du später bestreiten, mich zu dem Mord angestiftet zu haben...“
Sie schaute ihm in die Augen, ziemlich lange. „Es hat keinen Zweck“, sagte sie dann mit dunkler. etwas müde klingender Stimme. „So etwas kann man nur machen, wenn man sich liebt, wenn man einander vertraut. Du beginnst schon jetzt, an mir zu zweifeln. Vergiss das Ganze, bitte!“
Er biss die Lippen zusammen. „Es gibt andere, bessere Wege“, sagte er. „Wir haben deinen Alten bis jetzt übers Ohr gehauen, es wird uns auch in Zukunft gelingen."
„Jaja“, sagte sie.
„Bist du sauer?“, murmelte er unsicher.
„Nein, wieso?“
„Klar bist du sauer! Ich merke es dir doch an!“
„Ich bin nur enttäuscht.“
„Willst du einen Mörder heiraten?“
„Ich will den Mann heiraten, der gezeigt hat, dass er alles für mich tut.“
„Das ist so leicht dahingesagt“, meinte er gequält.
„Denke doch mal an mich! Ich trage dabei die ganze Last der Verantwortung.“
„Du wirst dafür belohnt werden.“
Er stieß einen Seufzer aus, „Also gut, ich mach's.“
„Wie wirst du es tun?“
„Das weiß ich noch nicht.“
„Du musst gründlich darüber nachdenken, Liebling. Nichts darf schief gehen. Vor allem darfst du dabei nicht verletzt werden, hörst du?“
Ihre scheinbare Fürsorge versöhnte ihn. „Schon gut“ sagte er grinsend. „Ich passe auf.“
Er führte das Glas zum Mund und ließ seine Blicke mit neu erwachender Lüsternheit über Sophias Brüste und Schoß gleiten. Die weit zurückgefallenen Enden des Bademantels enthüllten schamlos die Reize der Frau. Sein Penis begann sich zu straffen. Sophia merkte es. Sie griff mit der Hand danach und unterstützte den Erektionsprozess mit einer sanften, zärtlichen Massage.
Binnen einer Minute hatte sie sein Glied zur altgewohnten Aktionsbereitschaft geführt. Es ragte zuckend, mit roter, praller Spitze, in die Luft. Sophia beugte sich darüber, umspielte die Eichel mit der Zunge und ließ den Penis dann zwischen ihren vollen, weichen Lippen verschwinden.
Ächzend ließ er sich zurückfallen. Mit geschlossenen Augen ergab er sich ihren Fellatio-Künsten. Er tastete nach ihren Brüsten, ohne dabei die Lider zu heben und spielte lustvoll mit den schweren, seine kochende Lust noch weiter anheizenden Halbkugeln.
Sophia nahm seinen Hodensack zwischen ihre Hände und massierte ihn kunstvoll. Willem begann zu stöhnen. Ja, das war es, das war reine, unverfälschte Lust, das war der altbekannte, immer wieder neu und frisch wirkende Weg der gegenseitig hochgeschaukelten Leidenschaft, ein Weg, den er nur mit Sophia so unbeschwert beschreiten konnte.
Ihre Lippen brachten keine neuen Tricks, aber auch die alten reichten dem Mann völlig aus, um rasch eine neuerlichen, heftigen Orgasmus entgegengedrängt zu werden.
„Pass auf“, ächzte er. „Gleich ist es soweit.“
Er warnte Sophia noch immer, wie beim ersten Mal, obwohl er genau wusste, dass sie auch nicht den kleinsten Tropfen seines Spermas zu verschenken pflegte. Die Sanftheit, mit der sie sich ihrer Aufgabe entledigte, hatte die übliche, melkende Reizwirkung.
Lächelnd gab sie seinen Penis frei. Ihre Lippen leuchteten wie gelackt.
„Das nächste Mal will ich dich dabei schmecken“, murmelte er matt.
„Keine Einwände“, sagte sie, griff nach dem Glas und nahm einen tüchtigen Schluck.
„Ist dir einer dabei abgegangen?“, wollte er wissen.
„Zwei“, behauptete sie.
„Du lügst.“
Sie kniete sich auf die Couch und rutschte mit gespreizten Beinen über seine Schenkel hinweg bis in die Höhe seiner Hüfte. „Du kannst dich davon überzeugen“, sagte sie.
Er grinste und griff zwischen ihre Beine. Seine Finger teilten ihre Schamlippen und drangen in ihre Vagina ein.
„Tatsächlich“, sagte er. „Der Honigtopf ist randvoll.“
„Du kannst dich seiner annehmen.“
„Komm her, rutsche höher“, bat er.
„Nein“, meinte sie und kletterte von seinen Beinen herab, um sich wieder normal hinzusetzen. „Später.“
Das war das Imponierende an Sophia. Sie wusste genau, wann eine Pause angezeigt war. Jetzt zum Beispiel hätte er sie zwar hingebungsvoll bedient, aber in zehn Minuten, nach der Überwindung seiner momentanen Abgeschlafftheit, konnte sie mit einem viel größerem Quantum an Leidenschaft rechnen.
„Wie lange haben wir noch Zeit?“, fragte er und dachte plötzlich daran, dass Sophia morgen abreiste und dass er nicht wusste, wann, wie und wo er sie wiedersehen würde.
„Eine Stunde“, sagte sie.
„Nur eine Stunde?“
„Klaas wird heute vermutlich früher nach Hause kommen“, erklärte sie ihm. „Er muss mir noch einiges für seine Schwester auftragen.“
„Was geschieht, wenn er jetzt aufkreuzt... ganz überraschend?“, fragte Willem und legte besorgt seine Stirn in Falten.
„Keine Angst. Er kommt nicht herauf. Sein Leben spielt sich im Erdgeschoss ab.“
„Er wird dich fragen, warum du um diese Zeit nur mit einem Bademantel herumläufst.“
„Unsinn. So sieht er mich oft im Haus. Ich habe abends keine Lust, mich noch einmal groß in Schale zu werfen“, sagte sie.
„Es macht mich trotzdem nervös, zu wissen, dass er in der nächsten Minute das Haus betreten kann.“
„Du wirst dafür sorgen, dass du diese Nervosität heute zum letzten Male empfindest.“
„Hm", machte er und nickte, wie um sich selbst Mut zu machen. „Ich erledige das schon.“
3
„Was denn“, fragte der Gefängnisbeamte und musterte spöttisch den vor ihm liegenden Farbdruck. „Diese Nutte willst du mitnehmen?“
„Was dagegen?“, fragt Edwin Lynden. Er stand in dem kleinen, weißgekachelten Raum vor dem Spiegel und knöpfte sein Hemd zu. Endlich war es soweit. Der Tag seiner Entlassung war gekommen. Noch ein paar Formalitäten und Unterschriften, dann war er frei.
Der Gefängnisbeamte schüttelte den Kopf. „Ihr habt doch alle 'ne Macke“, sagte er. „Ich kann ja verstehen, dass ihr euch diese Bilder in die Zelle hängt, aber was, zum Teufel, willst du mit dem Fetzen Papier da draußen?“
„Es ist ein Souvenir, nichts weiter“, antwortete Edwin und schlüpfte in seinen Sportsakko. Er bewegte die Schultern darin, knöpfte die Jacke zu und stellte fest, dass er abgenommen hatte. Trotzdem fühlte er sich in dem Sakko pudelwohl. Nie wieder Gefängnis, egal, was geschehen würde.
„Eine Rothaarige“, grinste der Beamte. „Stehst du auf solche Feuerköpfe?“
„Für mich kommen nur Rothaarige in Frage“, erklärte Edwin.
Er setzte sich auf die hölzerne Bank und vertauschte die klobigen Gefängnisschuhe mit seinen Halbschuhen aus weichem, biegsamem Leder.
„Angeber“, meinte der Beamte und grinste breit. „Ich weiß genau, was du jetzt machen wirst. Das machen alle, die durch diesen Raum nach draußen gehen. Du lässt dich mit einem Taxi in die Stadt bringen und vögelst dir erstbeste Hure, die deinen Weg kreuzt. Stimmt's?“
„Stimmt nicht“, sagte Edwin Lynden und stand auf.
Der Gefängnisbeamte lehnte sich zurück. „Wartet 'ne Frau auf dich?“
„Wenn sie's täte, ginge Sie das einen feuchten Schmutz an.“
„Schon wieder ganz schön kess, was?“
„Meine Zeit ist um“, sagte Edwin und trat an die hölzerne Barriere, die ihn von dem Beamten trennte. „Sie haben kein Recht, mir gegenüber den dicken Otto zu spielen. Ich bin jetzt gleichberechtigt.“
„Irrtum, großer Meister. Du wirst auf Bewährung entlassen. Wenn du Mist baust, sehen wir uns wieder. Ich hoffe, du hast das kapiert.“
„Mich sehen Sie nicht wieder.“
„Ich werde es verschmerzen können, aber ich bin nicht sicher, ob du Recht behalten wirst. Hier, nimm den Wisch und stecke ihn weg. Ich habe für so was nichts übrig.“
„Sie haben noch niemals gesessen, was? Sie wissen gar nicht, wie das ist.“
„Ich will's auch nicht wissen. Ich bin kein Ganove wie du“, sagte der Beamte und schob Edwin eine Liste und einen Kugelschreiber hin. „Du musst den Empfang deiner Klamotten bestätigen.“
Edwin unterschrieb die Liste, ohne nachzuprüfen, was darauf stand. Lediglich sein Geld zählte er nach. Siebenhundertzwanzig Euro in bar.
„Ich will ihnen noch was sagen, um Ihre Neugierde zu befriedigen“, meinte er zu dem Beamten. „Ich habe die Jahre hinter Gittern gesessen und davon geträumt, eine Puppe zu vögeln. Heute oder morgen werde ich diese Träume Wirklichkeit werden lassen. Aber Sie irren sich wenn Sie meinen, dass ich mich zu einer Nutte ins Bett lege, oder mit einem Weib, das mir geil genug erscheint meinen Nachholbedarf zu decken. Nein, es muss schon was Besonderes sein. Ich will Ihnen auch genau sagen was. Sie muss tizianrot sein. Echt, versteht sich, nicht gefärbt. Nicht älter als fünfundzwanzig. Die erste Mieze, die diese Bedingungen erfüllt und über 'ne gute Figur verfügt, werde ich vögeln. Mein Wort darauf!“
„Willst du sie überrumpeln?“
„Habe ich das nötig?“, fragte Edwin und grinste höhnisch. „Ich bin jetzt achtundzwanzig, groß und stark! Ich sehe im Gegensatz zu Ihnen blendend aus, und ich wette, dass jede Puppe versessen darauf ist, mit einem Mann zu schlafen, der drei Jahre lang keine Nummer machen konnte.“
„Quatsch!“, knurrte der Beamte. „Ich wette, du hast dich in dieser Zeit halbtot gewichst.“
„Sehe ich so aus?“
„Ich will dir sagen, wie du aussiehst. Wie ein verdammter Zuhälter siehst du aus!“
Edwin lachte leise. Es war sinnlos, sich mit den Bullen zu unterhalten. „Kann ich jetzt gehen?“
„Ja, nimm deinen Koffer und verschwinde. Hier ist der Entlassungsschein. Den musst du am Ausgang vorlegen.“
„Den Koffer können Sie behalten. Ich brauche ihn nicht.“
„Warum denn das?“
„Ich will nicht mit einem Koffer aus dem Gefängnis kommen. Ich will nicht, dass mir jeder gleich ansieht, wo ich gewesen bin.“
Zehn Minuten später stand er draußen, auf einer langen tristen Straße, die von der hohen Gefängnismauer und, auf der anderen Seite, von Fabriken und Lagerhäusern gesäumt wurde. Er überquerte die Fahrbahn, ging bis zur nächsten Kreuzung, wartete, bis ein Taxi auftauchte winkte es heran, stieg ein und sagte: „Zum Bahnhof.“
Als sie losfuhren merkte er, wie der Fahrer ihn prüfend im Rückblickspiegel musterte. Edwin blickte mit gespielter Langeweile aus dem Fenster. Er wusste genau welche Kombination der Fahrer anstellte, aber das störte ihn nicht. Der Fahrer wurde für eine lange Zeit der letzte sein, der ihn mit dem Gefängnis in Zusammenhang brachte.
Im Bahnhof angekommen, musterte Edwin kritisch die besser gekleideten Männer. Er entdeckte, dass sich die Mode verändert hatte. Er schaute an sich herab, zuckte mit den Schultern, trat an den Fahrkartenschalter und sagte: „Einmal Venlo, bitte.“
„Rückfahrt?“
„Nein“, erwiderte er und zahlte. Er erfuhr, dass der Zug erst in einer Stunde fuhr und verließ das Bahnhofsgebäude, um sich in einem nahen Kaufhaus neu einzukleiden. Er wählte das Beste, was er bekommen konnte, und betrachtete sich danach zufrieden im Spiegel. So, das war schon besser.
„Ich behalte die Sachen gleich an“, teilte er der Verkäuferin mit. An der Kasse händigte man ihm in einer Tüte seine alte Sportkombination aus. Er stellte sie auf der Straße ab wie eine Tüte mit Abfall. Irgendjemand würde sich schon um den Dreck kümmern. Eine halbe Stunde später saß er im Abteil des Zuges und las eine Zeitung, die er sich an einem Kiosk gekauft hatte.
Er rechnete damit, dass sich das Abteil noch füllen würde, aber er blieb allein. Vermutlich zogen es die meisten Leute vor, zu fliegen. Heutzutage konnte man bereits für unter hundert Euro nach Venlo fliegen. Aber er hatte Zeit. Er wollte Menschen sehen, das Land, er wollte in Muße Eindrücke sammeln, Farben, Gerüche, Gesichter, er wollte nachholen, was ihm drei Jahre lang verwehrt geblieben war.
Die Abteiltür öffnete sich.
„Gestatten Sie?“, fragte eine dunkle, weibliche Stimme.
Edwin blickte von der Zeitung hoch und meinte, dass sein Herz stehen bleiben müsste, aber schon im nächsten Moment meldete es sich wieder. Es trommelte hart und beinahe schmerzhaft gegen seine Rippen.
Ein tizianrotes Mädchen!
Oder eine junge Frauen? Egal, sie war Extraklasse, sie war jung und von geradezu umwerfender Schönheit. Er sprang auf und war ihr behilflich, einen teuer aussehenden Lederkoffer und eine ebenso exklusiv wirkende Reisetasche im Gepäcknetz zu verstauen.
„Danke“, sagte sie und lächelte ihm kurz in die Augen. Dann nahm sie ihm schräg gegenüber Platz.
Edwin versuchte, sich erneut in die Lektüre seiner Zeitung zu vertiefen, aber die Gegenwart der schönen Unbekannten ließ die Buchstaben vor seinen Augen tanzen und machte es ihm völlig unmöglich, sich auf das Gedruckte zu konzentrieren.
Er legte die Zeitung aus der Hand, schaute aus dem Fenster, beobachtete die Abschiedsszenen und atmete auf, als der Zug endlich anruckte. Er war mit der Superpuppe allein im Abteil.
Der Zug hielt, das wusste er, erst wieder in Nijmegen. Bis dahin würde sich schon irgendeine Gelegenheit finden, die junge Frau anzusprechen. Er dachte an seinen Schwur. Er hatte sich vorgenommen, das erste Geschöpf mit tizianrotem Haar zu erobern. Hier war es! Schöner, aufregender und erotisch wirkender, als er es sich in seinen kühnsten Träumen vorgestellt hatte.
„Sie reisen nach Nijmegen?“, erkundigte er sich.
„Nein, nach Venlo.“
Er lächelte. „Genau wie ich. Aber die Zugfahrt wird nur vier Stunden dauern.“
„Mein Mann meinte, ich sollte mit dem Auto fahren, aber ich sitze lieber im Zug.“
„Und ich liebe das Flair der Bahn. Die Behaglichkeit, den Komfort, die vorübersausende Landschaft. Ich brauche das Reiseerlebnis.“
„Sind Sie beruflich unterwegs?“
„Nein, privat.“
„Oh“, sagte sie, stand plötzlich auf und bemühte sich, ihre Reisetasche aus dem Netz zu heben. Edwin erhob sich und war ihr behilflich.
„Es ist nur wegen der Lektüre“, sagte sie wie entschuldigend und berührte ihn dabei mit der Hüfte. „Ich habe mir für die lange Reise ein paar Krimis mitgenommen.“
Sie holte einige Taschenbücher aus dem Gepäckstück und bedankte sich bei Edwin, nachdem er die Tasche wieder im Netz verstaut hatte.
„Lesen Sie gern Krimis?“, fragte er und nahm wieder Platz. Er schlug ein Bein über das andere. Die flüchtige Berührung mit den Hüften der Tizianroten hatte ihm prompt eine Erektion eingebracht.
„Eigentlich nicht, aber ich weiß nichts Kurzweiligeres“, erwiderte sie.
„Da wir für viele Stunden das Abteil teilen werden, möchte ich mich Ihnen vorstellen“, sagte er. „Mein Name ist Edwin Lynden.“
„Angenehm. Ich bin Sophia Brederode. Lynden, Lynden! Den Namen hört man häufig, aber mir ist es so, als hätte ich ihn in dieser Zusammenstellung schon einmal gelesen. Edwin Lynden. Sind Sie Schauspieler?“
„Nein“, erwiderte er. „Sehe ich so aus?“
Er glaubte zu wissen, woher sie seinen Namen kannte. Vor drei Jahren hatte er mit seinem Prozess Schlagzeilen gemacht. Es gab Leute, die ihm eine lebenslange Haftstrafe vorausgesagt hatten, aber seinem Verteidiger war es schließlich gelungen, die Indizienkette der Anklage entscheidend zu sprengen, so dass am Ende nur eine Strafe von fünf Jahren gestanden hatte.
Nach guter Führung waren ihm zwei davon erlassen worden, aber er durfte sich jetzt nichts zuschulden kommen lassen, sonst bestand die Gefahr, dass er den Rest seiner Strafe – und eine neue dazu – absitzen musste.
Sophia lächelte. „Es ist sehr schwer zu sagen, wie Sie aussehen. Welchen Beruf man Ihnen zutraut, meine ich.“
„Raten Sie doch mal.“
„Lieber nicht. Wenn ich mich vergreife, sind Sie unter Umständen verletzt.“
Es brannte ihm unter den Nägeln, ihr mitzuteilen, dass er geradewegs aus dem Gefängnis kam. Er wollte wissen, wie sie darauf reagieren würde, aber aus Angst, dass sie unter einem Vorwand das Abteil verlassen könnte, unterließ er es schließlich, sie mit der Wahrheit vertraut zu machen.
„Versuchen Sie's trotzdem mal.“
„Architekt.“
Er lächelte. „Wieso gerade Architekt?“
„Sie sehen aus wie jemand, der einen künstlerischen, einen kreativen Beruf ausübt. Sie sind nicht der Typ, den man am Schreibtisch vermutet.“
„Damit haben Sie Recht.“
„Anwalt?“
„Ich habe viel mit Anwälten zu tun“, sagte er lächelnd, „bin aber selbst keiner.“
„Ich errate es doch nicht“, gab Sophia auf. „Sagen Sie es mir.“
„Ich besitze ein paar Lokale in Venlo und Umgebung.“
„Interessant. Restaurants?“
„Bars und Diskotheken.“
„Das ist sicherlich ein blendendes Geschäft“, vermutete die junge Frau.
„Es geht“, erwiderte er. „Sie sind verheiratet, nehme ich an?“
„Ja.“
„Kinder?“
„Nein.“
„Sie werden in Venlo Urlaub machen?“
„Nein, ich muss die erkrankte Schwester meines Mannes pflegen“, sagte sie.
„Reisen Sie ohne Gepäck oder haben Sie es aufgegeben?“
„Ich habe es aufgegeben. Es ist warm hier drin. Stört es Sie, wenn ich mein Jackett ablege?“
„Oh nein, keineswegs. Ich mache es mir auch ein wenig bequemer“, meinte sie und streifte die Jacke ihres modischen, grünen Kostüms ab.
Edwins Erektion, die sich noch immer nicht gelegt hatte, erhielt beim Anblick von Sophias prallen, stolzen Brüsten, die ihre Seidenbluse zu sprengen drohten, neue, entscheidende Impulse. Er hatte plötzlich Angst, sich zu erheben, tat es dann aber trotzdem und registrierte prompt, dass der Blick der jungen Frau die Ausbeulung an seiner Hose traf.
Er zog das Jackett aus, setzte sich wieder, schlug die Beine übereinander und starrte, plötzlich rot geworden, aus dem Fenster. Zu blöd! Er reagierte wie ein dummer Junge. Aber er konnte nichts dagegen tun. Sophias Schönheit und ihre erotische Ausstrahlung waren ihm unter die Haut gegangen, er war ihr beinahe hilflos ausgeliefert.
„Sie sind nicht verheiratet?“, fragte sie ihn.
Er wandte den Kopf. Ihm schien es so, als habe sich ihre Stimme kaum merklich verändert, als sei sie koketter und ein wenig ironisch geworden. Natürlich hatte sie gesehen, was in seiner Hose los war! Aber offenbar schien sie das zu amüsieren. Das lustige Funkeln in ihren großen, langbewimperten Augen machte jedenfalls deutlich, dass sie weder schockiert noch böse war.
„Nein“, sagte er.
„Verlobt?“
„Nein.“
„Das ist bei einem Mann Ihres Alters eigentlich recht ungewöhnlich. Sie haben also die Richtige noch nicht gefunden.“
„Doch“, sagte er in einem unerwarteten Anfall von besonderer Kühnheit. „Ich habe sie gefunden. Hier im Abteil. Aber leider sind Sie ja schon vergeben.“
Der unerwartete Angriff brachte Sophia nicht in Verlegenheit. Sie lachte. „Sie sind nicht auf den Mund gefallen“, lobte sie, „aber natürlich weiß ich, was von einem solchen Routinekompliment zu halten ist. Es wird nur so dahingesagt.“
„Ich würde Sie heiraten“, sagte er ernst. „Auf der Stelle.“
„Ohne mich zu kennen?“
„Mir genügt, was ich sehe.“
„Und was sehen Sie?“
Er holte tief Luft und merkte, wie die Atmosphäre plötzlich mit sinnlichen Lockungen angeheizt war. „Ich sehe eine junge, strahlend schöne Frau mit tizianrotem Haar und...“ Er unterbrach sich und fragte: „Es ist doch echt?“
„Ja. Es ist echt.“
„Nur Frauen mit rotem Haar haben diese zarte, wie transparent wirkende Haut“, sagte er und versuchte sich vorzustellen, wie Sophias Schamhaar aussah. Ob es die gleiche, aufregende Farbe wie das Haupthaar hatte?
„Weiter“, bat Sophia.
„Nein, lieber nicht“, sagte er. „Ich bin im Formulieren einfach zu ungeschickt...“
Er wusste, dass eher das Gegenteil zutraf, fühlte sich aber nach den Jahren der Isolierung vor allem, was weiblich war, trotzdem nicht so sicher, wie er sich das in dieser Situation wünschte.
„Wie kommen Sie denn darauf? Ich finde, Sie drücken sich sehr plastisch aus.“
Er stand auf, weil er austreten musste, murmelte eine Entschuldigung und verließ das Abteil. Vor der Toilette musste er warten. Er beschloss, die Toilette am anderen Wagenende aufzusuchen und machte kehrt. Als er sein Abteil passierte, sah er gerade noch, wie die junge Frau die Brieftasche in sein Jackett zurückschob. Er huschte vorbei, ohne von ihr gesehen zu werden, und stieß die Luft aus.
Das war ja fantastisch, einfach ungeheuerlich!
Offenbar war sie eine kleine Trickdiebin und alles, was sie ihm erzählt hatte, war nur gut erfunden, um sich in sein Vertrauen einzuschleichen. Hatte sie das Geld aus der Brieftasche gestohlen, oder zunächst nur feststellen wollen, ob sich der Griff in seine Privatschatulle lohnte?
Im nächsten Moment durchzuckte ihn ein eisiger Schreck. Sie musste seinen Entlassungsschein gesehen haben! Jetzt wusste sie, mit welchem Edwin Lynden sie nach Venlo reiste...
Er betrat die Toilette und war bemüht, seine durcheinanderwirbelnden Gedanken zu ordnen. Jetzt musste er Farbe bekennen, aber das erschien ihm plötzlich nicht mehr bedeutsam. Er befand sich bei Sophia Brederode, falls sie wirklich so hieß, in passender Gesellschaft.
Er kehrte in sein Abteil zurück. Seine Erektion hatte sich gelegt. Er nahm Platz und schaute die tizianrote Sophia prüfend an. Sie tat so, als ob sie in einem Buch lesen würde. Ihre übereinander geschlagenen Beine waren von erregender Rasse und Klasse. Die Füße steckten in modischen Schuhen.
„Warum lesen Sie Krimis, wenn es so leicht ist, welche zu erleben?“, fragte er.
Sophia ließ das Buch sinken und schaute ihn an.
„Bitte?“, fragte sie.
Er wiederholte seine Worte.
Sophia lachte. „In meinem Leben passiert nichts Aufregendes“, meinte sie. „Leider.“
„Haben Sie sich vorgenommen, das zu ändern?“, fragte er. „Haben Sie sich deshalb für meine Brieftasche interessiert?“
Es schien, als ob Sophia erstarrte. Dann gab sie sich einen Ruck. „Was meinen Sie damit?“
„Sie wissen doch Bescheid. Ich habe gesehen, wie Sie meine Brieftasche aus dem Jackett genommen und wieder zurückgesteckt haben.“
Brennende Röte stieg in Sophias Gesicht. Sie biss sich auf die Unterlippe und meinte dann: „Ich war neugierig. Ich war sicher, Sie zu kennen. Von Fotos her. Ich wollte feststellen, wer Sie wirklich sind.“
„Jetzt wissen Sie es.“
„Ja, jetzt weiß ich es“, murmelte sie.
„Ich komme geradewegs aus dem Gefängnis.“
Sophia schluckte. „Ja.“
„Haben Sie jetzt Angst vor mir?“
„Ja – aber nur wegen der Tatsache, dass Sie mich ertappt haben“, meinte sie. „Wenn Sie wollen, können Sie Anzeige gegen mich erstatten.“
„Keine Angst, das wird nicht geschehen.“
„Danke“, sagte sie und musterte ihn, als sei er ein Star, eine tolle Berühmtheit.
Er grinste. „Nun?“
„Nun was?“
„Sie wollen doch etwas sagen.“
„Ich will nichts sagen.“
„Aber sicher. Ihnen fehlt nur der Mut. Sie möchten wissen, ob ich damals zu Recht bestraft wurde.“
„Nein, nein, das geht mich nichts an“, erwiderte Sophia verwirrt.
„Stimmt. Haben Sie bemerkt, was mit mir los ist?“
„Ich verstehe nicht...“, begann sie.
Er unterbrach sein Gegenüber. „Ich muss Ihnen etwas gestehen. Ich bin froh, dass Sie die Sache mit meiner Brieftasche gelandet haben. Jetzt kann ich frei sprechen, ganz unbefangen. Vielleicht schockiere ich Sie damit, aber das ist mir egal. Es muss einfach heraus.“
„Ich bin nicht so leicht zu schockieren“, murmelte sie kaum hörbar.
„Umso besser. Sie brauchen jetzt starke Nerven. Als ich heute entlassen wurde, leistete ich einen Schwur. Er lautete... nein, das muss ich Ihnen ins Ohr sagen.“
Er erhob sich. Diesmal war es ihm nicht peinlich, den Mitreisenden die Ausbeulung seiner Hose zeigen zu müssen. Er setzte sich neben die junge Frau. Sie rückte ein wenig beiseite, er rutschte sofort nach. Diesmal gab sie es auf, ihm auszuweichen. Sie schaute ihn an. Ihr Gesicht war dem seinen so nahe, dass er den Duft wahrnahm, den ihre makellose weiße Haut verströmte.
Er beugte sich zu ihr und sagte, von ihrem Haar gekitzelt: „Ich habe mir geschworen, dass ich die erste junge, hübsche Frau vernaschen werde, die mit tizianrotem Haar meinen Weg kreuzt.“
„Das sagen Sie nur so.“
Er nahm seinen Kopf zurück. „Es ist die Wahrheit.“
Sie musterte ihn lächelnd. Ihr Mund stand halb offen.
„Sie wissen, dass ich verheiratet bin“, meinte sie nach kurzer Pause.
Er grinste. „Das stört mich nicht.“
Sophia lächelte. „Mich auch nicht.“
„Verdammt“, entfuhr es ihm, „ich halte das einfach nicht aus. Nun sehen Sie sich bloß mal meinen Ständer an!“
Sophias Blick glitt über seine Hose. „Beachtlich“, sagte sie und atmete rascher. Ihm schien es so, als würden sich ihre Muskeln spannen.
„Wenn wir allein wären, würde ich ihn rausnehmen“, meinte Edwin. „Einfach so.“
„Sind Sie ein Exhibitionist?“, fragte sie.
„Gewiss nicht, aber nach drei Jahren Bau drängt es mich einfach danach, verrückt zu spielen...“
„Ist das nicht sehr gefährlich?“
„Ja, es ist gefährlich. Wenn ich mir etwas zuschulden kommen lasse, bin ich dran.“
„Sie können mich also nicht mit Gewalt nehmen“, spottete sie. „Wie beruhigend!“
„Ich werde mit Ihnen schlafen“, sagte er.
„Ist das eine Erpressung?“
„Nur eine Feststellung.“
„Es ist doch eine Erpressung“, sagte sie.
„Wenn ich mich Ihnen nicht hingebe, drohen Sie mir damit, mich anzuzeigen, weil ich Ihre Brieftasche aus dem Jackett geholt habe. Aber ich habe Ihnen nichts gestohlen. Bitte überzeugen Sie sich davon.“
„Ich glaube es Ihnen auch so.“
„Sie sind Bordellbesitzer, nicht wahr?“
„Das stand in den Zeitungen, aber das stimmt nicht. In meinen Lokalen verkehren einige Nutten, das ist richtig, das kann und will ich nicht verhindern, aber ich habe niemals als Zuhälter gearbeitet.“
„Wie beruhigend“, sagte sie mit leisem Spott und schaute erneut auf seine Hose.
Wenn dieser Mann wüsste, wie feucht ihr Höschen geworden war! Wenn er bloß ahnte, wie sehr es sie danach drängte, mit einem Mann zu schlafen, der drei Jahre lang keine Frau besessen hatte und vor Leidenschaft zu platzen drohte!
„Wir könnten in Venlo in ein Hotel gehen“, sagte er.
„Wie stellen Sie sich das vor? Ich werde erwartet und am Bahnhof abgeholt.“
„Ich denke, Ihre Schwägerin ist todkrank?“
„Sie schickt jemand zum Bahnhof. Den Nachbarn.“
„Wenn nicht gleich etwas passiert, geht mir einer ab“, versicherte der Mann.
„Was muss denn passieren, um das aufzuhalten?“
„Ich will es gar nicht aufhalten“, versicherte er. „Ich möchte es nur in den richtigen Kanal lenken.“
„In welchen?“
„Dahin“, sagte er und legte seine Hand auf ihren Schoß.
Sophia presste die Beine zusammen. „Lassen Sie das, bitte“, meinte sie. „Was soll geschehen, wenn der Kontrolleur hereinkommt?“
„Zum Teufel mit ihm“, erwiderte er und strich lüstern über ihren Schoß und ihre Oberschenkel hinweg. „Er ist kein Sittenwächter. Wenn er uns in flagranti erwischen sollte, dürfte das schwerlich etwas Neues für ihn sein. Im Übrigen können wir ihn mit einem Geldschein mühelos besänftigen und zur Diskretion verpflichten.“
„Sie kommen sich wohl sehr unwiderstehlich vor, was?“, fragte Sophia, unternahm aber noch immer nichts, um seine gierig über sie hinwegstreichelnde Hand beiseite zu stoßen.
„Nein“, sagte er. „Aber ich hoffe es, zu sein.“
„Du bist verrückt“, meinte sie plötzlich zärtlich und legte ihre Hand auf die Stelle, wo sie unter dem Hosenstoff die pochende Hitze seiner Erektion spürte.
„Ahhh“, seufzte er, legte den Kopf zurück und spreizte die Beine. „Fass härter zu. Fester! Ja, das ist gut. Aaaahhh. Streich darüber hinweg...“
Sophia fand es faszinierend, mit ihren Fingerspitzen seine lodernde Lust zu forcieren. Sie war von der Länge und Härte seines Gliedes überwältigt und hätte viel darum gegeben, jetzt und hier von ihm genommen zu werden.
Er legte einen Arm um ihre Schulter, zog sie an sich und presste im nächsten Moment seinen Mund auf ihre sich öffnenden Lippen. Seine wühlende Zunge stieß tief in ihre Mundhöhle vor und traf dort auf eine aktive, nicht minder lebhafte Partnerin.
Er fühlte, wie die junge, schöne Frau jetzt fordernder über seine Erektion hinwegstrich und merkte plötzlich, wie er von einem Orgasmus buchstäblich überrollt wurde. Sophia förderte das Zucken seines sich entladenden Gliedes mit einer lüsternen, raffinierten Handmassage.
„Verdammt!“, keuchte er. „Was für ein Jammer! Das ging buchstäblich in die Hose.“
Sophia lachte laut. „Armer Edwin!“ sagte sie und spürte, wie die Feuchtigkeit durch den Stoff drang. „Das wollte ich nicht.“
Er grinste sie an. „Wirklich nicht?“
„Hat es dir wenigstens gut getan?“
„Es hat mich etwas beruhigt. Aber nur für die nächsten fünf oder zehn Minuten“, sagte er und stand auf.
„Ich muss, nochmal zur Toilette, mich säubern.“
Er ging hinaus. Als er zurückkehrte, lächelte ihm Sophia entgegen. „Alles okay?“
„Nicht, bevor ich dich gefickt habe“, sagte er und nahm wieder neben ihr Platz. Sie rutschte dicht an ihn heran und legte ihren Kopf auf seine Schulter.
„Jeder träumt vom großen Abenteuer“, flüsterte sie. „Das ist eines. Ein ganz echtes. Ich mache eine große Reise und treffe einen gutaussehenden Mann, der gerade aus dem Gefängnis kommt...“
„Findest du das romantisch?“, fragte er und berührte ihre volle, elastische Brust.
„Hm, du nicht?“
Er ging nicht darauf ein. „Toll, diese Titten“, staunte er und merkte, dass sein Glied sich schon wieder versteifte.
„Und alles echt.“
„Das will ich hoffen.“
„Ich muss dich ficken.“
„Aber doch nicht hier!“
„Meinetwegen auch hier. Mir ist alles egal. Ich muss dich haben“, sagte er keuchend.
Sophia überlegte. Während sie es tat, stahl sich ihre Hand zurück auf seine Hose. Sie strich über seine wachsende Erektion hinweg.
„Es geht nicht“, sagte sie. „Wir müssen uns das aus dem Kopf schlagen.“
„Wir könnten gemeinsam zur Toilette gehen“, sagte er.
„Ausgeschlossen. Das mache ich nicht.“
„Prüde?“
„Unsinn! Aber wie würde das wohl aussehen, wenn wir dabei gesehen würden? Wir kämen, wenn wir aufpassten, sicherlich unbeobachtet hinein, aber niemand kann uns garantieren, dass wir ungeschoren herauskommen.“
„Darauf pfeife ich“, sagte er und bekam kaum Luft. Er presste ihre Brüste stärker. „Hast du Strumpfhosen an?“
„Nein.“
„Strümpfe mit Strapsen und Haltern?“
„Ja.“
„Klasse. Weißt du, was ich mir vorhin vorzustellen versuchte? Wie dein Fotzenhaar aussieht.“
„Ausdrücke benutzt du!“
„Entschuldige. Das machen die Jahre im Gefängnis.“
„Du wirst dich, fürchte ich, auch vorher kaum salonfähiger ausgedrückt haben.“
„Ich kann nur wiederholen, was ich schon sagte“, meinte er. „Ich bin kein Bordellbesitzer. Das haben die Zeitungen behauptet, weil es die Leute gern lesen.“
„Dein Schwanz ist schon wieder ganz schön hart“, hauchte sie und packte fest zu.
„Au! Willst du, dass mir schon wieder einer in die Hose geht?“, fragte er.
„Du hast doch Reserven, oder?“
„Genug, um Tag und Nacht durchzuficken“, meinte er grinsend.
„Wir müssen uns sehen“, sagte sie. „In Venlo.“
„Kein Problem. Kann ich dich anrufen?“
„Lieber nicht. Es ist besser, wenn ich das erledige. Wie und wo erreiche ich dich?“
„Ich habe keine Wohnung mehr. Ich muss mir erst eine neue Adresse suchen. Bis, dahin wohne ich entweder bei meinem Bruder oder im Hotel Maashof.“
„Feiner Laden, was?“
„Ich werde ihn mir leisten können.“
„Mit den siebenhundert Euro, die du in der Tasche hast?“, fragte sie ihn.
Sein Blick wurde hart. „Ich komme schon zu Geld. Sehr rasch, mein Wort darauf.“
„Willst du es dir gewaltsam beschaffen?“, fragte sie und merkte, wie ein Schauer respektvoller Furcht über ihre Haut ging.
„Nein, nein. Ich habe nicht vor, eine Bank zu überfallen“, antwortete er, „aber ich muss noch mit jemand abrechnen.“
„Pass auf dich auf, bitte!“
Er grinste. „Keine Angst, ich weiß Bescheid. Mich kriegt man nicht wieder ins Gefängnis zurück. Um keinen Preis.“
„Wartet ein Mädchen auf dich?“
„Nein.“
„Stimmt das, was du vorhin von diesem Schwur sagtest?“, wollte sie wissen.
„Ja.“
„Ich dachte, du hättest es nur erfunden, um mir zu schmeicheln.“
„In meiner Zelle hing nur ein Bild. Das Foto einer Rothaarigen“, sagte er „Verdammt, ich habe es zusammen mit den alten Klamotten in der Einkaufstüte zurückgelassen! Macht nichts. Jetzt habe ich dich. Jetzt brauche ich keine Ersatzbefriedigungen mehr.“
Ihre Finger strichen unablässig über seinen vom Hosenstoff bedeckten Penis hinweg. Sie beherrschte die Tastatur der Lust geradezu meisterhaft und war versessen darauf, ihm das zu zeigen.
„Langsam“, ächzte Edwin. „Die Hose ist schon feucht genug.“
„Soll ich ihn loslassen?“, flüsterte sie und zog ihre Hand zurück.
„Nein!“, antwortete er rasch. „Ich muss dich fühlen.“
„Es ist nicht meine Schuld, wenn du so überempfindlich reagierst. Was hast du im Gefängnis getan, um mit dem Sexualproblem fertigzuwerden?“, fragte sie und legte ihre Hand auf seine Erektion zurück.
„Dreimal darfst du raten!“
„Hattest du homosexuelle Kontakte?“
„Um ein Haar wäre es dazu gekommen, aber dann war ich zum Glück stark genug, um der Versuchung zu trotzen. Ich habe masturbiert.“
„Wie aufregend!“ hauchte sie. „Oft?“
Er nickte. „Ich habe nicht mitgezählt, aber sicher einmal am Tag.“
„Jetzt... jetzt hat es auch mich erwischt“, flüsterte Sophia und presste die Schenkel zusammen.
„Ist dir einer abgegangen?“
„Ja. Mein Höschen ist klatschnass.“
„Geh auf die Toilette und zieh es aus“, bat er. „Dann lassen wir uns etwas einfallen, wie ich dich im Abteil ficken kann.“
„Du kannst die Tür nicht verschließen.“
„Abwarten. Die Fenster zum Gang können wir mit den Rollos abdichten... und die Tür lasse ich klemmen. Ich bin handwerklich geschult, ich mache das schon. Geh jetzt, bitte.“
Бесплатный фрагмент закончился.
