Читать книгу: «Dein nächstes großes Ding»
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
ISBN 978-3-86936-692-0
Lektorat: Dr. Sandra Krebs, GABAL Verlag GmbH, Offenbach
Umschlaggestaltung: Florian Eckelmann (KEEN Holding) mit Martin Zech Design, Bremen | www.martinzech.de | www.martinzech.de © 2016 GABAL Verlag GmbH, Offenbach Das E-Book basiert auf dem 2016 erschienenen Buchtitel "Dein nächstes großes Ding" von Matthew Mockridge, Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages.
ISBN epub: 978-3-95623-338-8
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MATTHEW MOCKRIDGE
DEIN
NÄCHSTES
GROSSES
DING
GUTE IDEEN AUS DEM NICHTS ENTWICKELN

MIT EINEM VORWORT VON BILL MOCKRIDGE

Vorwort von Bill Mockridge
Vorwort von
Bill Mockridge
Es ist ganz erstaunlich: Kurz nach der Geburt eines Kindes bekommt man das Gefühl, dass dieser winzig kleine Mensch, der erst vor einer Stunde das Licht der Welt erblickt hat, schon als ganze Person komplett fertig ist. Natürlich weiß man, dass die Erziehung, die Umgebung und vor allem die Freunde ihren Einfluss auf die Entwicklung dieser Person haben werden, und trotzdem wird man das Gefühl nicht los: Die Persönlichkeit dieses kleinen Menschen ist schon vollendet.
Genauso war es mit Matthew: Seine Geburt war schnell und unkompliziert, und als Säugling wirkte er schon hellwach und neugierig auf alles. Er war bereits als Kind in der Schule ein »natural born leader«, aber anstatt selber im Mittelpunkt zu stehen, war er eher damit beschäftigt, anderen zu helfen, sie zu fördern und ins Rampenlicht zu stellen. Aus diesem Grund hat es mich nicht überrascht, als er mir erzählte, dass er einen Ratgeber für Jungunternehmer schreiben wolle, um ihnen auf dem Weg durch die ersten Geschäftsjahre zu helfen.
Ich gab ihm den Rat, seine Informationen kurz und prägnant zu halten. Mir wurden in den letzten Jahren viele unterschiedliche Projekte angeboten und ich entwickelte schnell eine Taktik, um gute Ideen von schlechten zu unterscheiden. Meinem Gegenüber habe ich gesagt: »Sie haben 59 Sekunden, um mich zu überzeugen.« Kurz, knapp und auf den Punkt. Wer das konnte, hatte meine ungeteilte Aufmerksamkeit. Wer nicht, der kam bei mir nicht weiter. Ich bin fest davon überzeugt, dass viele Inhalte gar nicht so kompliziert sind, wie manche glauben, sondern das Komplizierte liegt eher an ihrer Vermittlung. Man kann einfache Dinge sehr kompliziert und komplizierte Dinge sehr einfach sagen. Worauf es ankommt: Du musst von deiner Idee überzeugt und begeistert sein und sie in zwei Sätzen beschreiben können.

– 1998 –
Ich hatte vor 34 Jahren eine Idee, von der ich total begeistert war, und diese Idee hat mein Leben vollkommen verändert. Ich wollte Anfang der Achtzigerjahre das Improvisationstheater, das ich bestens aus Nordamerika kannte, nach Deutschland importieren und hier produzieren. Damals wechselte ich als Schauspieler von der Bühne auf die Produktionsseite und fing an, bundesweit Comedy-Shows zu produzieren. Die Umstellung vom Künstler zum Geschäftsmann fiel mir nicht leicht. Ich hatte immer so viele Fragen, die mir Freunde und Fachleute, so gut es ging, zu beantworten versuchten, aber ich merkte, dass mir das Fachwissen an allen Ecken und Enden fehlte. Was hätte ich damals für einen guten und wirklich fundierten Ratgeber gegeben, der mir kurze und präzise Antworten auf meine Fragen gegeben und Lösungen für meine Probleme geboten hätte! Ein Regelwerk, das mir kurz-, mittel- und langfristig die Möglichkeit gibt, mein Projekt immer wieder neu zu evaluieren. Ein Buch, das mir hilft, ein wirklich gutes Team zusammenzustellen, auf das ich mich verlassen kann und mit dem ich mich weiterentwickeln möchte.
Ich finde, Matthew ist es gelungen, mit Dein nächstes großes Ding ebendiesen fundierten, aber auch saucoolen Ratgeber für Jungunternehmer zu schreiben. Komplizierte Sachverhalte werden hier durch die Zerlegung in Einzelteile sofort verständlich und beherrschbar, und viele praktische Tipps kann man unmittelbar anwenden. Das Buch ist übersichtlich gegliedert und sehr sinnvoll strukturiert, sodass du es auch als Nachschlagewerk immer wieder zur Hand nehmen kannst, wenn Probleme auftauchen und du nach Lösungen suchst. So war es bei mir: Ich habe es beim ersten Mal in einem Rutsch durchgelesen und danach in das Regal direkt über meinem Schreibtisch an vorderste Stelle gelegt, mit dem Hinweis: »Schau öfter mal rein!«

– 2015 –
Also, wenn du ein junger Mensch mit super Ideen und viel Energie bist und mit deinem Unternehmen auf dem heutigen Markt einen durchschlagenden Erfolg erzielen willst, dann kann ich dir kein besseres Buch empfehlen als Dein nächstes großes Ding. Das ist einfach so!
Ich bin jetzt tierisch gespannt auf Dein nächstes großes Ding!
HAU REIN!
BILL MOCKRIDGE
LET THE SHOW
BEGIN
Erster Akt: Das Cover dieses Buches ist in Blau/Rot gestaltet. Warum? Weil meine Generation durch Facebook über die letzten fünf Jahre hinweg darauf konditioniert wurde, diese Farbkombi mit der Freude über eine »Neuigkeit« zu verbinden – so wie bei einer neuen Facebook-Nachricht. Dieser unterbewusste Dopamin-Trigger erhöht die Pick-up-Rate im Buchladen beziehungsweise die Klickrate im Online-Shop. An dieser Stelle gilt mein Dank also Mark Zuckerberg: Thanks for the Brain-Ninja, Buddy!
STARTING
UP
Respekt für die Tatsache, dass du dieses Buch in deinen Händen hältst – das sagt mir viel über dich. Ich weiß jetzt, dass du mehr willst, hungrig bist, zu den wenigen gehörst, die wirklich etwas bewegen wollen und nicht nur reden. Das begeistert mich und ich bin jetzt schon ein Fan von dir!

Intro
Es ist immer schon meine Faszination gewesen, Menschen wie dir und mir verstehen zu helfen, wie Dinge funktionieren. Scheinbar unerklärliche Erfolge zu analysieren, auf ihre einzelnen Bestandteile herunterzubrechen, wirklich zu begreifen und duplizierbar zu machen. Das ist meine Passion.
Meine eigenen und fremde, bewiesene und erprobte Ideen, Mechanismen und Methoden dienten bei der Recherche zu diesem Buch als Variablen in einer Serie von Formeln und Applikationen, die ich aus immer wiederkehrenden Mustern ableiten konnte. Ich hoffe, du lässt mich dein Übersetzer und Wegweiser sein, und zusammen entschlüsseln wir die Komplexität erfolgreicher Kreativität: Wir bahnen uns einen Pfad durch diesen dichten Dschungel auf dem Weg zu deiner nächsten wirklich guten Idee und deinen unentdeckten Fähigkeiten – auf dem Weg zu deinem nächsten großen Ding!
60 KILLER-APPLIKATIONEN
Ich nehme dich an die Hand während deiner Reise durch 60 Killer-Applikationen, die auch dir die Möglichkeit geben werden, bahnbrechende Ideen zu produzieren, unerwartete Leistungen abzurufen und Dinge zu realisieren, die dein Leben verändern können, genauso wie sie mein Leben für immer verändert haben. Praktische, taktische Werkzeuge wie in Kapitel 3 geben dir die Möglichkeit, sofort Ideen zu generieren – stell dir das mal vor! Ein ganz neues Mindset auf Basis systematischer Erfolgsgedanken und einer ganzen neuen Anordnung deiner neuronalen Denkwege in Kapitel 4 wird dir Perspektiven eröffnen, die dich deine Welt mit ganz neuen Augen sehen lassen werden.
Aber, warte! Widersteh der Versuchung, jetzt gleich schon einige Kapitel zu überspringen, denn hier geht es um mehr als nur um Werkzeuge, hier geht es um einen kompletten Shift in deiner aktuellen Wahrnehmung. Wir konfigurieren die kreative Denkleistung deines Gehirns komplett neu. Hier geht es nicht um Stärke, sondern um Effizienz und Effektivität. Wir durchleuchten, welche Gedanken du zu dir durchdringen und reifen lässt und wie du nicht nur Mechanismen richtig einsetzt, sondern auch die richtigen Mechanismen fokussierst. Am Ende dieses Buches wirst du Chancen, Ideen und Potenziale sehen, wo andere nur Probleme vorfinden. Und das, ohne es erst lang üben zu müssen – es passiert ganz automatisch. Kannst du dir vorstellen, an welche unglaublichen Orte dich auch nur eine einzige wirklich gute Idee führen kann? Wie wirst du dich fühlen, wenn du wie ein Zauberer Dinge aus dem Hut ziehst, die Menschen glücklich machen und staunen lassen? Das ist die Reise deines Lebens – als Mensch und Unternehmer! Auf geht’s Amigo, let’s do this!
Warum du dieses Buch lesen solltest (vor allem wenn du denkst, dass du unkreativ bist, Lernprobleme oder keine guten Ideen hast – so denken übrigens die meisten Menschen über sich, so dachte ich auch, also, keine Sorge!): Dein nächstes großes Ding bezieht sich nicht nur auf Ideen, es berührt alle Teile deines Wesens. Versteh die verschiedenen Applikationen und Berührungspunkte mit deinem besten Leben wie die Fäuste eines Weltklasse-Boxers. Ich werde dir im Laufe der kommenden Kapitel immer wieder sehr viel, sehr dicht geballtes Wissen und harte Theorie anbieten. Das tue ich, weil ich möchte, dass du ein Maximum an praktischen Handlungsschritten mitnehmen kannst, in der kürzesten Zeit und auf dem schnellsten Weg. Nimm die Flut an Strategie und Taktik wie ein Boxer in seinen Kampfstil auf. Lerne Schritt für Schritt, eine Bewegung nach der anderen. Zuerst nur die Deckung, bis sie komplett undurchdringlich ist, dann nur die Linke, bis sie perfekt wird, dann nur die Rechte, so lange, bis sie immer trifft. Dann geh über zu Kombinationen, zu Rechts-links-Folgen, zum Ducken, rechts, links, zu Haken und zur Beinarbeit. Werde allmählich der Muhammad Ali deiner ganz persönlichen Entwicklung, nimm jede neue Applikation ganz bewusst in deine Routinen auf, gib dir und den neuen Abläufen Zeit, wirklich ein Teil zu werden. Werde ein Boxer, dessen Kampfstil hart und doch ruhig, gefestigt und doch schnell ist, lern jede Bewegung ganz in Ruhe, werde eins mit deinem neuen Wissen, überstürz es nicht, gib dir Zeit.

»SCHWEBE WIE EIN SCHMETTERLING, STICH WIE EINE BIENE.« MUHAMMAD ALI

LEBEN
Du wirst lernen, wie du dein bestes Leben lebst und wie dieses Leben dir Ideen schenkt!
Ideenreichtum und Kreativität sind immer Produkt eines Lebens, das dich herausfordert, Spaß macht, dich überrascht, weiterentwickelt und erfüllt. Die Applikationen in diesem Buch, die scheinbar dazu dienen, großartige Ideen zu generieren, werden vor allem auch die Basis für dein bestes Leben schaffen, voller Abenteuer und innerlicher Erfüllung. Deine nächste große Idee beginnt mit Antritt deines nächsten großen Lebensabschnitts, voller neuer Erkenntnisse und Perspektiven, du wirst dein »altes« Leben nicht wiedererkennen und deine Reise wird dich glücklich machen.

LIEBE
Du wirst verstehen, wie eine einzige Idee dich zu ganz besonderen Menschen führen kann und wie es weitergeht!
Ideen sind Fortbewegungsmittel. Eine einzige Idee, eine einzige neue Erkenntnis kann dich an unerwartete Orte führen, mit ganz neuen Menschen in Berührung bringen, deine Passion und Leidenschaft sichtbar machen (auch für andere Menschen) und dich Situationen »aussetzen«, die du sonst niemals erleben würdest. Dass in dieser neu gefundenen Welt auch ganz neue Bekanntschaften auf dich warten, muss nicht eigens gesagt werden. Deine Träume zu leben ist attraktiv, es gleicht dich aus und macht dir klar, was du wirklich brauchst in deinem Leben. Einen Menschen zu finden, während du etwas tust, das du liebst, ist immer etwas Besonderes und garantiert dir schon gleich zu Beginn eurer Bekanntschaft eine Schnittmenge aus Interessen und Werten.

BUSINESS
Deine Ideen formen dein Business!
Kreative Denkwege sind die neuronalen Autobahnen und Hauptverkehrsknoten für deinen Erfolg im Geschäft. Über die richtige oder falsche Idee kommst du unaufhaltsam zum Business deines Lebens. Es gibt keine Fehler, nur einen unvergesslichen Weg. Eine einzige Idee hat mein Leben als Mann und Geschäftsmann komplett verändert.

FREUNDSCHAFT
Du wirst ein Freund werden für viele!
Eine Idee verbindet Menschen, im eigenen Team und innerhalb der Zielgruppe. Eine einzige Idee wird immer auch ein Feuerwerk an neuen sozialen Kontakten am Himmel explodieren lassen. Du wirst dich entwickeln, deine Freundschaften und Kontakte wachsen mit dir, deine Idee wird zum Motor deines sozialen Umfelds. Am Beispiel meiner Story und der ihr zugrunde liegenden Freundschaft zwischen meinen drei besten Freunden und mir sprechen wir über die Bedeutung der Menschen, die du wirklich in dein Leben lässt.

FITNESS
Du wirst richtig stark!
Fitness bedeutet, ein Leben zu führen, in dem du deine körperlichen und geistigen Potenziale maximierst. Deine Idee wird immer nur so gut, wie dein Körper die Idee pushen kann. Wir werden uns die Grundelemente von wirklich gutem, gesundem Fitnesstraining anschauen und immer wieder die unverkennbaren Parallelen zur Kreativität und zum Business verdeutlichen. Ich habe dieses Buch auch geschrieben, weil ich will, dass du in die Form deines Lebens kommst, nicht nur am Schreibtisch!

GESUNDHEIT So bleibst du wirklich lang auf Sendung! Gesundheit ist Freiheit! Während ich diese Zeilen schreibe, habe ich Menschen im Kopf, die mehr vom Leben wollen. Wer mehr will, muss auch mehr geben, verzichten und fest zupacken, Welle machen. Deine Gesundheit ist die Basis für jeden nächsten Schritt und ermöglicht dir erst deine mentale und zeitliche Freiheit, aus deren Mitte heraus du geniale Ideen entwickeln wirst.

FINANZEN
Geld wird zu einem Werkzeug, das du wirklich beherrschen wirst!
Ohne Geld taugt die beste Idee nicht, daher werden wir ganz genau hinschauen, was mit der Kohle passiert, die in deine Ideen fließt. Wir werden klare Parameter aufstellen, Regeln entwickeln und den Cashflow schützen wie ein Vater seine Kids.

ZEIT
Deine Tage werden unvergleichlich, jetzt fängst du an zu leben!
Zeit ist deine wertvollste Ressource. Deine Zeit bekommst du niemals wieder. Verlorenes Geld kannst du wieder verdienen, Fehler berichtigen und dich bei Menschen entschuldigen. Aber verschwendete Zeit ist die größte Respektlosigkeit gegenüber deinem eigenen Potenzial. Ich habe effektive Timing-Hacks in diesem Buch zusammengefasst, um dir maximalen Wert pro investierter Zeiteinheit zu sichern.
DAMALS
HEUTE

1986
Ich werde in Bonn geboren, der zweite von sechs Jungs, meine Eltern sind Schauspieler.
Kreativität und Künstlertum sind Teil meiner frühsten Kindheit.

1993
In der Grundschule verkaufe ich nach Karneval meine Süßigkeiten und arbeite nebenbei als Bandenchef. Meine italienische Oma übernimmt zu dieser Zeit große Teile meiner Erziehung, meine Eltern arbeiten viel und hart: Ich verstehe den Wert von Familie, Religion, Respekt und echter, selbstständiger Arbeit, die Träume erfüllt. Noch heute rufe ich meine Oma jeden Tag an und besuche sie einmal in der Woche – ein unbeschreiblich gutes Gefühl.
1997
Ich komme aufs Gymnasium, eine katholische Jungenschule. Ich lerne Latein. Gebet vor jeder Stunde, jeden Dienstag Gottesdienst, samstags gibt es auch Unterricht. Sport ist ganz wichtig. Ich lerne Disziplin, Ordnung, Fleiß, Rudelpsychologie und sehr wenig Mathe.
2000
Ich bin 13 Jahre alt und versuche während des großen Handy-Hypes, mit dem Kommunionsgeld von meiner Oma 800 Mobiltelefone von China nach Deutschland zu importieren. Das Geld ist weg, die Telefone kommen nie an. Ich schließe mein Import/Export-Business und verdiene mir meine ersten Sporen in der wichtigsten Unternehmerlektion meines Lebens: hinfallen, wieder aufstehen, umdenken. Ich suche weiter, finde einen Zulieferer, der tatsächlich günstig Telefone liefert, kaufe aber nichts ein (mein Kommunionsgeld ist ja weg), sondern verstehe, dass andere Menschen sicherlich auch ein Import/Export-Business haben wollen. Also verkaufe ich den Händlerkontakt an interessierte Kids aus der Nachbarschaft, die schnelles »Handy-Money« verdienen wollen. Ich bekomme Geld für eine E-Mail-Adresse – mein unternehmerisches Denken hat sich für immer verändert.
2006 Abitur mit den Leistungskursen Sport und Englisch, haha: Ich spreche fließend Englisch (durch meinen kanadischen Vater), und Sport ist meine große Passion (in den letzten Jahren habe ich dreimal pro Woche fanatisch im Basketballverein gespielt). Ich bin die letzten zwei Schuljahre kaum anwesend, nicht aus Faulheit, sondern purer Effizienz, und schaffe mein Abitur trotzdem. Ich systematisiere meine Leidenschaft für bestmögliche Ergebnisse bei minimalem Input. Noch während der Abi-Prüfungen ziehe ich von zu Hause aus und werde für eine Boygroup gecastet. Nach einem Jahr voller peinlicher Tanzschritte, BRAVO-Titel-seiten und herzzerreißenden Balladen verlasse ich die Band und fange an, Business zu studieren, weil ich im letzten Jahr mehr mit Platten-label-Bossen, Verlegern und Managern gesprochen habe als mit meinen Bandkollegen: Business ist meine Musik, ich will nichts anderes hören!

2012
Ich schließe in Miami, USA, mein Studium (International Business and Management) ab, bin Mitglied einer Studentenverbindung, werde zum Senator des College of Business gewählt und später für den Young Business Alumni »Hall of Fame« Award nominiert – das Uni-System der USA ist gut zu mir, eine wirklich tolle Erfahrung. In der Zwischenzeit habe ich aus meinem 13-Quadratmeter-Uni-Zimmer heraus mit meinen drei besten Freunden zwei Firmen aufgebaut.
Eine davon ist NEONSPLASH – Paint-Party®, eine verrückte Idee, die später unser erster richtiger Hit werden wird! Damals füllen wir noch jede Flasche Farbe selber ab.

2014
Mittlerweile sind mit ZOMBIE RUN® und City Slide® neue Konzepte gefolgt und es scheint, als würde jedes Wochenende irgendwo in Europa eine unserer Shows stattfinden. Von Ibiza bis Amsterdam erleben unsere Gäste immer wieder unvergessliche Momente. Meine Jungs und ich wohnen zusammen, arbeiten hart, reisen viel, lachen viel, leben unseren Traum!

Ich werde neuerdings immer wieder gefragt: »Wie geht so was, wie lebt man so wie du?« Also setze ich mich hin und schreibe ein Buch.
MATTHEWS Q&A
Was wenige über mich wissen:
•Ich dusche immer eiskalt.
•Musik: situationsabhängig. Gym/Club: elektronisch. Work/Focus: Klassik. Unter der Dusche: 90’s Pop. Im Auto, beim Spazieren und beim Kochen: Hörbücher/Podcast
•Essen: gesund (Sushi/Thai/Salat/Italienisch)
•Urlaub: Muskoka, Kanada
•Coke oder Pepsi: stilles Wasser
•Schwäche: Ich kann nur sehr schwer »Nein« zu neuen Chancen sagen, dadurch bin ich nicht immer voll fokussiert. Wichtig: If it’s not a hell yes, it’s a no!
•Stärke: Disziplin. Ich bin nie der Beste/Intelligenteste/Stärkste/Talentierteste gewesen, aber ich arbeite immer härter und kontinuierlicher, als jeder von mir erwarten könnte. Create winning habits!
•Stolzester Unternehmer-Moment: mit meinen drei besten Freunden eine gleichberechtigte Geschäftspartnerschaft einzugehen.
•Aha-Erlebnis: Das Leben funktioniert von innen nach außen.
•Bester Rat: Finde etwas, das du liebst, und du musst nie wieder arbeiten (thanks, Dad).
•Buch: The Monk Who Sold His Ferrari – Robin Sharma
•Film: Das Leben ist schön
•Zitat: »Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt!« Gandhi






ERSTE MINDMAP ZU DIESEM BUCH

Wie dieses Buch funktioniert
Zwei Prinzipien, die ich für deinen Erfolg konstruiert habe:
SUBSTANZ UND PRAKTIKABILITÄT
Mein einziges Ziel in diesem Buch ist, dir zu helfen und dir schnellstmöglich den größten RoI (Return on Investment, im Hinblick auf Zeit und Geld) zu generieren, der nur irgendwie möglich ist.
Während meiner Recherche zur Basis und zur Struktur dieses Buches habe ich mich von zwei Grundtheorien der Physik inspirieren lassen, um die optimale Synergie aus Stabilität (hier: Substanz) und gleichzeitig Durchdringung (hier: Praktikabilität) zu erzeugen. Die Stabilität wird durch die Gesamtgewichtsverteilung erzeugt, wobei die Durchdringung vom Impuls ausgeht, die den mechanischen Bewegungszustand eines physikalischen Objekts beschreibt.
Mein Anspruch an die Konzeption dieses Buches war sehr klar definiert: Es muss architektonisch so konzipiert sein, wie ich es auch gerne lesen würde. Meine Leidenschaft für Systematisierung, Effizienz und hohe Hebelwirkung (Pareto-Prinzip, Frage: »Welche 20 Prozent meiner Aufwendungen sind für 80 Prozent meiner Ergebnisse verantwortlich?« – später mehr dazu) haben dazu geführt, dass ich alles Wissen immer eher in kurzen Sprints aufnehme. Ich lese kurze Artikel oder einzelne Kapitel immer lieber als lange Passagen. Ich höre kurze Interviews (30 bis 60 Minuten) mit Experten und erwarte dichtesten Inhalt. Ich interessiere mich für das Wesentliche und konsumiere Informationen entsprechend. Das bedeutete für den Aufbau von Dein nächstes großes Ding: eine Sammlung der wichtigsten Gedanken, klar strukturiert, wenig Schleim, eindeutige Action-Steps und die Möglichkeit, das Buch auf jeder Seite öffnen zu können, ohne dass man verloren ist. Der strukturelle Anspruch war damit für mich deutlich herausgearbeitet.

Zurück zum Anspruch an Stabilität und Durchdringung:
Mein Buch sollte sein wie ein Nagel!
STABILITÄT
Warum funktioniert der alte Fakir-Trick aus dem Zirkus mit dem Nagelbrett, dessen scharfe Spitzen die Haut des Fakirs niemals durchdringen? Weil das Gewicht, das auf dem Brett lastet, gleichmäßig verteilt wird. Durch die Streuung, oder die Distribution, wird der Druck abgefedert, neu verteilt und die Gefahr somit gebannt. Die Applikationen in diesem Buch sind genauso aufgebaut. Mein Ziel ist es, dir den Druck zu nehmen, die tief einschneidende, beängstigende Nervosität deiner Verantwortung gegenüber deinen genialsten Ideen und deinem besten Leben zu brechen, ganz neu anzuordnen und gleichmäßig zu verteilen – ein Fundament entsteht: echte Stabilität. Es geht in diesem Buch nicht um die Idee, es geht um die Anordnung der Nägel, um echte Stabilität zu kreieren. Verwirrung wird zu Klarheit, dein Publikum applaudiert, du wirst jetzt zum scheinbar unverwundbaren Fakir, dessen Zauber die Menschen fasziniert.
DURCHDRINGUNG
In Summe und korrekter Anordnung stabil, sind die einzelnen Nägel dieses Buches trotzdem spitz und ein unerlässliches Werkzeug bei der Konstruktion deiner kreativsten Arbeiten und deines besten Lebens. Die übertragenen Impulse penetrieren, verbinden und fixieren deine Rohstoffe, schaffen neue Formen und durchdringen den Status quo. Ideen sind die Basis und das Ergebnis zugleich. Wir verfolgen die Basis gemeinsam zurück zum Ursprung, Nagel für Nagel, zurück zur logischen Quelle. Jede einzelne Applikation in diesem Buch ist ein Nagel im Haus, ein Zahn im Uhrwerk. Dieser Blick ins Innenleben wird deine Perspektive für immer verändern.
Nagel, der
Substantiv, maskulin – am unteren Ende zugespitzter, am oberen Ende abgeplatteter oder abgerundeter [Metall]stift, der in etwas hineingetrieben wird (und zum Befestigen von etwas oder zum Verbinden dient)
WAS IST EIN »NÄCHSTES GROSSES DING«?
Bevor wir damit starten, zu begreifen, wie du dein nächstes großes Ding entwickeln kannst, sollten wir klarstellen, welche Attribute ein echtes nächstes großes Ding überhaupt ausmachen. So haben wir fixe Werte, an denen wir uns in der Betrachtung verschiedener Modelle immer wieder orientieren können. Wir einigen uns auf eine Art Checkliste; so haben wir eine Referenz und können alles Weitere immer sofort abgleichen. Ein echtes nächstes großes Ding beinhaltet alle oder Teile der folgenden Merkmale:
SINN/WERTIGKEIT
Ein echtes nächstes großes Ding kostet Zeit, Energie, Aufmerksamkeit, wird immer auch Teil seines Gründers und ist eng verwoben mit Team, Umfeld, Kunden und Partnern. Die Frage nach dem Sinn und der Wertigkeit des nächsten großen Dings, des Next BIG Thing, eröffnet den Dialog über die Überzeugung, das »Warum« und die Vision, die das Fundament dieser Idee bilden. Ohne »echten« Sinn und belastbare Werte fehlt das emotionale »BIG« in jeder Unternehmung.
FAIRNESS
Richtig und falsch sind Fakten, unumstößlich und immer klar definiert. Ein echtes nächstes großes Ding hat Moral, Ethik, ist legal, fair und ehrlich.
PROBLEMLÖSUNG
Große Probleme schaffen eine Bühne für große Ideen. Wie groß ist die Frage, die beantwortet wird, wie groß das Problem, das gelöst wird? Das nächste große Ding löst das nächste große Problem und erschließt einen Markt, der ein entsprechendes Potenzial besitzt.
DUPLIZIERBAR/SKALIERBAR
Ein wahres nächstes großes Ding ist immer größer als der einzelne Kopf dahinter. Kann die Idee wirklich hoch skalieren, funktionieren und wachsen, auch ohne dass der Gründer danebensteht? Multiplikation schafft exponentielles Wachstum und ebnet das Rollfeld für weite Reisen.
OPTIMIERTES RISIKO
Der Markt belohnt Risiko und Brillanz. Ein smartes nächstes großes Ding generiert Profite antiproportional zum Risiko. Ein nächstes großes Ding geht mit einem optimierten Risiko tief rein und mit einem guten Ertrag hoch raus.
DAS SYSTEM HINTER DEN KAPITELN
Lies das Inhaltsverzeichnis wie eine Roadmap. Eine systematische Bauanleitung, die dich zur erfolgreichen Konstruktion deiner nächsten ganz großen Idee führt. Ganz wichtig: Es geht nur in einem von sechs Kapiteln um die eigentliche Ideenfindung. Selbstverständlich bildet deine Idee die Basis deines nächsten großen Dings, aber du brauchst alle anderen Kapitel, um auf dieser Basis aufzubauen. Stell dir vor, du baust ein Haus:
1 Im ersten Kapitel mit seinen zehn Gedanken zur Kreativität geht es um den Mechanismus hinter deiner Vision.
Es gibt noch kein Haus, nur ein Grundstück und eine Vision. Je klarer deine Vision definiert ist, desto eher wird dein Haus dich für immer und in jedem Detail wirklich erfüllen. Es ist eine Kunst, Visionen zu haben, denn sie sind für andere immer unsichtbar.
2 Im zweiten Kapitel mit seinen zehn praktischen Ideenfindungs-Tools wirst du zum Architekten deines Hauses.
Du produzierst die Pläne und technischen Zeichnungen, kalkulierst den Materialbedarf und legst den theoretischen Grundstein für dein Bauwerk.
3 Im dritten Kapitel mit seinen zehn Ideenbewertungs-Tools werden deine Baupläne von Statikern geprüft und abgesegnet: Es geht um Sicherheit, Stabilität, Langlebigkeit, Effizienz und Sinn. Wenn deine Pläne hier bestehen, steht deinem Haus nichts mehr im Weg.
4 Im vierten Kapitel führen dich zehn Erfolgsgedanken für maximierte Umsetzungskraft durch die Bauphase deines Hauses. Hier lernst du, wie das Fundament entsteht, die ersten Steine gelegt werden und schon bald aus deiner Vision Wirklichkeit geworden ist. Dein Haus ist jetzt fertig.
5 Im fünften Kapitel stelle ich dir zehn verschiedene Unternehmerpersönlichkeiten vor: Freunde, Familie, Bekannte und Kollegen. Ich tue das, weil ich dir zeigen möchte, wie wichtig es für die Qualität deines Hauses ist, wer alles darin wohnt. Jim Rohn sagte einmal treffend: »Du bist der Durchschnitt der fünf Menschen, mit denen du die meiste Zeit verbringst.« Lass dich von diesen zehn Persönlichkeiten und ihren Geschichten inspirieren und überleg dir gut, wer in deinem neuen Haus ein und aus gehen soll.
6 Die Vision ist wahr geworden, die Pläne sind erfüllt, dein Haus steht, es ist gefüllt mit tollen Menschen, die dich begeistern. Jetzt geht es darum, einen Haushalt zu führen, der nicht nur funktioniert, sondern der Spaß macht, dich erfüllt, dir und allen anderen viele glückliche Momente schenkt und zu einem Lebenswerk wird, das dich wirklich stolz macht. Zehn Gedanken zu Weltklasse-Leadership machen dich vom Hausbesitzer zum haushohen Sieger im Spiel um dein bestes Leben, das du aus deinem nächsten großen Ding heraus leben wirst.
1
MATTHEWS 10 GEDANKEN ÜBER
KREATIVITÄT
Okay, ich weiß, du denkst gerade: »Aber ich bin gar nicht kreativ!« Wichtiger Gedankengang, bevor wir uns zusammen auf das dünne Eis der Kreativität begeben: Kreativität ist keine Fähigkeit, sie ist eine Bewertung! Kreativität folgt als Bewertungsmechanismus immer einer Handlung, einverstanden?
Ein Künstler kotzt vier Gelbtöne auf eine Leinwand und verkauft die Kiste für zehn Millionen Euro, weil es irgendwo irgendeinen Typ gibt, der das Ganze unglaublich kreativ findet. Was war zuerst da? Die Handlung oder die Kreativität?
FANG AN, BEVOR DU BEREIT BIST!
Lass uns für einen Augenblick diesen Gedankengang weiterverfolgen: Was wäre, wenn wir die Nervosität und die Unsicherheit über die eigene Kreativität übersprängen und uns nur noch auf das Element des kreativen Denkprozesses konzentrierten, das wir kontrollieren können: die Handlung? Wir demontieren Kreativität und fokussieren ab hier nur noch Nägel, die wir versenken können. Volle Kontrolle, Amigo.
Die nachstehenden zehn Gedanken über Kreativität sind extrem praktikabel, komplett wasserdicht, fernab von jedem Small Talk aus der Kunstgalerie und vor allem umsetzbar. Fang an, bevor du bereit bist! Kreativität kann dir immer erst attestiert werden, nachdem du den ersten Pinselstrich gemacht hast. Hol dir deine Kreativität ab, fordere sie ein, indem du einfach erst mal anfängst! Der Glaube an deine Gabe, dein Talent, den Kunstgriff deiner nächsten, wirklich großen Idee – das ist wahre Kreativität und führt dich vor die Staffelei. Unter uns: Für mich ist Kreativität vor allem ein perfektes Synonym für Mut. Lass uns zusammen raus aufs dünne Eis gehen! Lass mich dir helfen, den Mut zu fassen und der Welt deine Kunst zu zeigen – ein Schritt nach dem anderen!
1. JUNGE, WIE KOMMST DU ZU SOLCHEN KREATIVEN IDEEN?
Wir haben es geschafft: Ein Jungunternehmer-Traum wird wahr! Eine Stunde vor Einlass unserer (das sind meine drei besten Freunde und Mitgründer Flo, David, Siamak und ich) erst vierten NEONSPLASH – Paint-Party®-Veranstaltung stehen über 5.000 Gäste in einer scheinbar endlosen Schlange vor der Tür und warten darauf, endlich in die restlos ausverkaufte Konzerthalle gelassen zu werden. Sie sind alle hier, um sich mit Neonfarbe beschießen zu lassen und dabei zu heftiger elektronischer Musik zu tanzen. Was damals für die meisten unvorstellbar, unrealisierbar und vor allem irgendwie eklig klang, war meine erste wirklich erfolgreiche Geschäftsidee. Sie hat funktioniert, richtig gut sogar, mittlerweile würden das auch die über 500.000 Menschen in ganz Europa sofort unterschreiben, die uns bis heute in einer der über 60 Städte besucht haben. »Die beste Party meines Lebens«, lautet meistens das Fazit nach einer NEONSPLASH – Paint-Party®. Aber warum?
Ich werde immer wieder gefragt, wie man zu solchen Ideen kommt. Die Antwort ist kurz und ehrlich: »Du kommst nicht zu solchen Ideen, solche Ideen kommen zu dir!« Ideen sind immer die Summe aller Eindrücke, denen du ausgesetzt bist, das Produkt deiner Umwelt. Versuch mal, dich zu Hause hinzusetzen und eine gute Idee zu Papier zu bringen, auf Knopfdruck. Vergiss es! Aber geh spazieren, sprich mit neuen Menschen, lies Bücher, die dich herausfordern, besuch Orte, die du noch nicht kennst, und du wirst dich vor guten Ideen gar nicht mehr retten können.
Fakt: Veränderung schafft Fortschritte. Die durchschnittliche Amtszeit bei ultrakreativen Unternehmen wie Google beträgt etwas über ein Jahr. Warum? Weil stetige Veränderung eine dauerhafte Evolution ermöglicht und fördert. Es besteht eine Korrelation zwischen Veränderung und Weiterentwicklung. Wenn die Hausbank um die Ecke 30 Jahre lang die gleiche Strategie fährt, liegt das sicherlich auch daran, dass 30 Jahre lang die gleichen Köpfe im Meeting sitzen. Wenn wir davon ausgehen, dass die Implementierung neuer Ideen mit der Fluktuationsgeschwindigkeit der Mitarbeiter und den damit verbundenen neuen Gedanken zusammenhängt, dann entwickelt sich Google 30-mal schneller als die Hausbank.
Es ist Sommer 2008, mein erstes Jahr an einer typischen US-amerikanischen University in Tampa, im Bundesstaat Florida. Mein Buddy David und ich trinken zu dieser Zeit nur noch aus roten Plastikbechern, lieben das Leben am Beach und realisieren unsere Version des American Dream.
Was wir noch nicht wissen – allein die Tatsache, dass wir Zigtausende von Kilometern weit weg sind von Zuhause, von allem, was wir kennen und verstehen, wird den Grundstein unserer Unternehmergeschichte legen. Wir kennen uns nicht aus, wir sind oft orientierungslos, verloren, müssen nach dem Weg fragen, sind verletzlich und nicht immer voll unter Kontrolle – wichtige Zutaten für Bodenständigkeit und Ehrlichkeit, vor allem für zwei halbstarke College-Boys!
VERÄNDERUNG
SCHAFFT
FORTSCHRITTE!
Ein Samstagabend wie jeder andere, aber doch irgendwie speziell: Eine Studentenverbindung lädt zu einer sogenannten »Blacklight-Paint-Party«. Schwarzlicht, und die Gäste sollen sich gegenseitig mit Farbe Sprüche, Namen und andere Kuriositäten aufs T-Shirt malen. Klingt ausgefallen und verrückt, also sind wir natürlich dabei! Was wir erleben, wird unser Leben für immer verändern. Aus dem Malen wird mit jedem geleerten roten Plastikbecher eher ein Matschen: Hier geht was! Etwa 100 Gäste, laute Musik, die Luft brennt, wenig Platz zum Tanzen, und jeder, aber auch wirklich jeder Einzelne, der in dieser Nacht dabei ist, spürt, dass hier gerade etwas ganz Außergewöhnliches passiert. Das Malen ist schon längst vergessen, alle schmieren sich gegenseitig mit der Farbe ein, es gibt keine Tabus, Flirten war noch nie so einfach, die Interaktion war noch nie so hoch – die Killer-Version eines Party-Spiels für junge Erwachsene entsteht und ist unaufhaltsam.
Und jetzt kommt es darauf an! Da fährt mit Sirenen und Blaulicht eine absolute Granatenidee an mir vorbei, sicher noch sehr roh und unstrukturiert, aber sichtbar! Nicht weil ich so kreativ bin, sondern weil ich gerade hier bin. Wer jetzt nicht zupackt, ist selbst schuld.
Du kommst nicht auf solche Ideen, sie kommen zu dir! Du musst dich von deinen kognitiven Abhängigkeiten lösen und vergessen, was normalerweise möglich wäre. Stell immer wieder jede herkömmliche Logik infrage, male große Bilder und erschaff deine eigene Realität – grenzenlos.
Wie ein Kameraobjektiv zoome ich weit raus und sehe alles in der Totalen. Sehe Dinge nicht als das, was sie sind, sondern als das, was sie sein könnten. Ich schaue mir die tobende Meute an, spüre die Energie, die den Raum zum Beben bringt, und die Maschine beginnt zu laufen. Nicht 100 Gäste, sondern 5.000, eine Bühne, eine Show, ein Countdown wie an Silvester, bis zum ersten Mal die Farbe kommt, ein Thema, eine Tournee. Mein Kopf dreht sich und mir wird klar: Das ist das nächste große Ding!

2. KREATIV SEIN HEISST FINDEN UND AUFBLASEN UND NICHT IMMER NEU ERFINDEN!
Die Aufgabe ist klar: Es gibt eine Grundidee, die ich aufblasen muss. Aber wie? Kreativität heißt nicht automatisch erfinden, sondern oft zunächst einfach nur finden und dann richtig nutzen. Ideen bauen immer aufeinander auf; sie sind viel eher Evolutionen als Revolutionen. Die Fixpunkte waren bei unserer ersten wirklich erfolgreichen Killer-Idee NEONSPLASH – Paint-Party® gesetzt: Farbe, Musik, Schwarzlicht. Ich habe sie genau so vorgefunden. Jetzt geht es also darum, den Status quo herauszufordern, neue Elemente zu finden und sie mit der Grundidee zu kombinieren. Muss das Rad hier neu erfunden werden? Nein, aber es muss rollen, und zwar richtig schnell!

GEFUNDEN: DIE FARBE IST DER HÖHEPUNKT!
Aufgeblasen: Wir schaffen eine künstliche Verknappung und konstruieren dabei einen Spannungsbogen, der den Handlungsrahmen vorgibt – einen Countdown, genau wie an Silvester. Am Ende eines Zwei-Stunden-Countdowns kommt zum ersten Mal die Farbe von der Bühne!
GEFUNDEN: T-SHIRTS
Aufgeblasen: Weiße T-Shirts werden ab sofort Pflicht für alle Gäste; das hat zwei Gründe:
1.Die Neonfarbe wirkt auf weißen T-Shirts durch den Kontrast sehr stark.
2.Wir ziehen die Gäste wie eine Mannschaft an; sie erscheinen sozusagen im einheitlichen Trikot. Das Gemeinschaftsgefühl wird damit auf die Spitze getrieben.

GEFUNDEN: GUTER RAHMEN OHNE NAMEN
Aufgeblasen: Wir geben der Show eine Story, einen Titel, eine Botschaft, genau wie im Kino oder auf großen Konzerttourneen. Warum? Weil Menschen Geschichten lieben und weil immer neue Geschichten die Lebensdauer immer gleichbleibender Handlungen verlängern. So gab es 2011 die LOVE THRU PAINT Tour, 2012/13 die Color Is Creation Tour und 2014 die UTOPIA 3D Tour (ja richtig, mit den rot-blauen Papier-3-D-Brillen aus den Kinos der 90er und 3-D-Bild-effekten auf der Leinwand während der Show). Alles Events mit der gleichen Grundidee: Farbe, Musik, Schwarzlicht. Aber jede Show mit neuer Story und somit neuem Grund zur Teilnahme. Dazu: große Bühne, große Effekte, große Künstler, große Preise.
Wir identifizieren die Ansatzpunkte extrem erfolgreicher Ausnahmeveranstaltungen, bauen sie in unsere Grundidee ein und schaffen so einen neuartigen Hybriden, der es wirklich in sich hat. Das angewandte kreative Denken ist also kein Prozess der Erfindung, sondern die systematisierte Identifikation und untypische Kombination vergangener Erfahrungen zur Kreation ganz neuer Konfigurationen, die im richtigen Setting Ergebnisse produzieren, die vorhersehbar, aber auch bahnbrechende Killer sein können.
In seinem Buch Tipping Point spricht Malcolm Gladwell in diesem Kontext vor allem auch vom Timing. Gladwell erklärt am Beispiel eines Glases, in das Tropfen für Tropfen Wasser gefüllt wird, dass der Inhalt irgendwann überlaufen muss. Spannend ist, dass dieser Augenblick, der »Tipping Point«, erst dann eintritt, wenn schon mehr Wasser im Glas ist, als physikalisch betrachtet möglich wäre. Die stetig wachsende Masse hält einander zusammen, bis der »Berg« aus Wasser auseinanderfällt und überläuft.
TIPPING POINT
Jeder neue Tropfen repräsentiert neue Player im Markt, die der spürbaren Sogwirkung wirklich guter Ideen folgen und ein Momentum kreieren: Die Masse dehnt sich aus, der Druck wird erhöht, so lange, bis die »Dämme brechen« und der Trend zum festen Bestandteil eines Marktes wird. Hier nicht in den Fluten zu versinken ist essenziell. Wenige überleben bis zum »Tipping Point«, noch weniger gleiten aus diesem Sturm heraus und beherrschen danach ganze Segmente. Die paar Killer-Companys, denen das gelingt, haben schon beim ersten Tropfen ins Glas eine ganz klare Vision und analysieren die Dynamik im Glas so genau, dass sie mit deutlich erhöhter Stabilität und Daseinsberechtigung ins Rennen starten.
Nehmen wir ein konkretes Beispiel: Amazon. Mittlerweile der Player im E-Commerce-Segment und meiner Meinung nach immer noch am Anfang seiner Weltherrschaft. Lass uns mal für einen Augenblick nachzeichnen, was der Amazon-Gründer Jeff Bezos 1994 (!) gefunden und aufgeblasen haben muss, wie das Glas des E-Commerce-Marktes damals ausgesehen haben muss und was geschehen ist. Versetzen wir uns mal für einen Augenblick in seine Schuhe (sicherlich Converse Chucks, bevor sie zum dritten Mal cool geworden sind): Er erkennt das Wachstum und die unendlichen Potenziale des Internets, will online Dinge verkaufen. Er findet ein Gerüst, eine Schnittstelle, die seine Idee tragen und transportieren kann, das Spielfeld seiner Idee ist entschieden, das Glas ist damals noch relativ leer. Viel wichtiger aber: Wen schickt er ins Spiel, wer steht in seiner Startelf?
Wäre Amazon das, was es heute ist, wenn Jeff Bezos sich dazu entschlossen hätte, dieses »neue Internet« dazu zu nutzen, um frisches Obst zu verkaufen? Niemals (nichts gegen die zahlreichen Start-ups aus der Fresh-fruit-Nische, good job, guys, ich mag gesundes Essen)! Jeff Bezos findet etwas vor und denkt es weiter, bläst es auf. Bücher sind ein spannender Artikel für seine neue Idee. Warum? Weil du kein Buch physisch anfassen musst, um zu einer Kaufentscheidung zu gelangen. Sorry noch mal an meine »Fresh-fruit-aus-dem-Internet-Jungs«, aber ich will wissen, ob die Banane, die ich kaufe, matschig ist oder nicht. Bei einem Buch spielt das keine Rolle, es gibt keine Überraschungen. Weiteres Killer-Attribut, das Bezos beim Buch findet: Variantenreichtum. Es gibt unzählige verschiedene Bücher, und er kann sie alle anbieten, weil er sie nicht besitzen muss. Er ist damit besser sortiert als jeder andere Buchladen der Welt. Und der Kicker: Er ist nicht nur besser sortiert, sondern kann seine Bücher auch noch billiger verkaufen, weil seine Fixkosten geringer sind und seine Zielgruppe viel größer ist (das gilt natürlich nicht bei uns in Deutschland, wo Bücher preisgebunden sind und damit überall dasselbe kosten, aber für die Anfänge von Amazon in den USA war das entscheidend). Er tauscht mit dem Kunden den Luxus des »Anfassens« und des augenblicklichen Werteaustauschs gegen minimierte Transaktionskosten (keiner muss mehr zum Buchladen laufen), die größere Auswahl sowie (in vielen Ländern) den besseren Preis. In dieser Zeit tropfen Player aus aller Welt in den E-Commerce-Markt, das Glas füllt sich schnell, aber als es überläuft, ist Jeff Bezos besser aufgestellt als die anderen, er ist ready, die Welle zu reiten, bis zum Weltkonzern, der Amazon heute ist.
Finde bestehende Potenziale, ordne sie neu an und blase sie auf! Die Konkurrenz wird folgen, Tropfen für Tropfen. Wichtig nur: Sei der Tropfen, der den Sturm überlebt! Look what’s inside the glass, before you think outside the glass!
3. KANN ICH KREATIVITÄT LERNEN ODER ERBEN?
Kreativität ist eine Einstellung, viel mehr eine Sichtweise als eine Fertigkeit. Das Produkt, die Idee, ist in den meisten Fällen eine Kombination aus zahlreichen Versuchen und effektiven Bewertungsmechanismen. Meine Oma sagte immer: »Wirf 100 Dinge in die Luft und irgendwas wird schon funktionieren!« Wie viel Mystik um das kreative Genie steckt noch im Staubsauger-Milliardär James Dyson, wenn du hörst, dass er über 15 Jahre lang 5.126 Prototypen baute, bevor er mit seiner Zyklon-Technik einen funktionierenden weltweiten Verkaufshit landete? Kreativität werde viel zu oft mit Expertise verwechselt, schreibt auch Teresa Amabile von der Harvard Business School. Wir sehen oft die jahrelange Arbeit, den Prozess und das unaufhörliche Spiel von Trial and Error nicht, das hinter scheinbar kreativen Meisterleistungen steckt.
Kreativität wird weder vererbt noch wie das Abc gelernt, um plump rezitiert zu werden. Um den Prozess der kreativen Ideenfindung zu erleichtern, zu stimulieren oder zu führen, gibt es Modelle und Übungen (dazu kommen wir bei Matthews 10 Lieblings-Ideenfindungs-Tools), aber es ist wie mit dem Handlauf im Treppenhaus: Du kannst dich zwar daran festhalten, die Stufen musst du trotzdem selbst hinaufsteigen. Kreativität ist nicht der Wein, sondern die Wurzel in Verbindung mit Regen, Sonne, Sturm, Erdreich, Auslese, Winzer, Fass und Standort. Gib der Wurzel, was sie braucht, fordere sie heraus!
Wenn du etwas erlebst, was du noch nicht kennst, arbeitet dein Gehirn mit unvorstellbarer Geschwindigkeit und einem riesigen Netzwerk aus Neuronen an der Interpretation des Erlebten. Passiert dir dasselbe noch mal, sind durch die Erinnerung und die entsprechenden Erfahrungen schon deutlich weniger Neuronen involviert und aktiv. Lös dich also von erfahrungsabhängiger Kategorisierung und Schubladendenken!

ERSTER SCHRITT: VERKAUF DEINEN FERNSEHER!
Beim Fernsehen operiert das Gehirn vornehmlich über tiefe Alphawellen, das bedeutet, dein Verstand befindet sich in einem passiven Zustand, in einer Art »Wachschlaf«. Dein Gehirn muss aktiv und stimuliert sein, um komplexe Denkprozesse überhaupt erst anzutreten und ein Stadium aus hohen Alphawellen zu erzeugen (lesen/schreiben/Bewegung).

ZWEITER SCHRITT: NO PHONES!
Flugmodus einschalten und deine Produktivität, Kreativität und dein genereller Fokus werden sich deutlich erhöhen. Ich habe in einem Taxi in Amsterdam mein Handy verloren und war überrascht, wie gut sich das Leben ohne Handy anfühlt. Probier es mal aus und frag dich vor allem, wie viele deiner Telefonate tatsächlich produktiv, nett und unentbehrlich sind! Vom SMS-Schreiben, Spielen oder anderen Dingen ganz abgesehen. Ich habe in dieser Zeit die wichtigen Telefonate über Skype (damit kannst du auch Telefone und Handys anrufen) geführt und war sogar deutlich produktiver und schneller als mit dem Handy. Plötzlich machst du alles, was du tust, aktiv und geplant und reagierst nicht bloß auf äußere Reize (der Moment, wenn dein Handy klingelt und du aus allem anderen gerissen wirst). Du musst jetzt Meetings verbindlicher planen, viel besser vorausdenken, pünktlich sein und über die Relevanz eines jeden Gesprächs viel genauer nachdenken. Try it!
Lass dich überraschen! Du darfst nicht immer wissen, was als Nächstes passiert, nicht immer vorbereitet und qualifiziert sein – dann erst arbeitet dein Gehirn mit mehr Vorstellungskraft, Einsatz und Kreativität.
Niemand wird kreativ geboren, aber jeder Mensch, jedes Umfeld, jeder Freund, jede Situation, Eltern, Schule, Uni oder Job kann kreatives Denken in Gang setzen. Setz dich unbekannten Situationen aus, je verrückter, neuartiger, drastischer und schärfer der Wechsel, desto innovativer das Ergebnis. Erschrick dich selbst und alle um dich herum, und schau zu, was passiert!
4. MUSS ES IMMER EIN EXPERTE SEIN?
Wiederholung schafft Erfahrung und ebendiese jahrelange Erfahrung ist die Basis von echter Expertise. Expertentum hat aber immer auch einen Preis: starre Strukturen, so dicht und stabil wie das Wissen, auf dem sie aufgebaut sind. Könnte es sein, dass eine hohe Expertise mit der Abnahme von Flexibilität und Vorstellungskraft korreliert? Ab wann schaffen Expertise, voreingenommene Wahrnehmung und ein unerschöpflicher Erfahrungsschatz, der alles zu erklären vermag, eine Blockade für wirklich innovative Denkansätze?
In seinem Buch The Myths of Creativity erzählt David Burkus die Geschichte vom Prothesenhersteller Martin Bionics, dessen Gründer Jay Martin einen ganzen Stab der erfahrensten, bestbezahlten Ärzte und Physiker feuerte, weil sie die Entwicklung einer in Echtzeit reagierenden Fußgelenkprothese für technisch unmöglich erklärten. Er tauschte das Superstar-Forschungsteam gegen einfache Studenten aus, erfahren genug, um komplexe Zusammenhänge zu begreifen, aber frisch genug, um scheinbar Unmögliches nicht allein deshalb auszuschließen, weil sie es noch nicht zu Ende denken können. Nach wenigen Monaten schloss Jay Martin das Projekt mit seinem Studententeam erfolgreich ab und entwickelte den scheinbar unrealisierbaren Fußgelenkersatz, der bis heute den Prothesenmarkt revolutioniert hat.
Kreativität ist nicht das Ergebnis eines Experten, der ein Wunder vollbringt, sondern das Resultat eines richtig entworfenen »Ökosystems« mit dem richtigen Team und verschiedenen Perspektiven – neuen und alten. Nicht zu wissen, dass etwas unmöglich ist, macht es wieder möglich!
5. DER GEISTESBLITZ –
GIBT ES IHN?
Und plötzlich war sie da, völlig aus dem Nichts, eine absolute Killer-Idee! Die Geschichte vom Geistesblitz, von zufälliger Eingebung und plötzlicher Genialität ist weit verbreitet. Jeder kennt die Symbolik der Glühbirne, die blitzschnell über dem Kopf anspringt – die Idee ist einfach da, in Lichtgeschwindigkeit. Aber was ist dran an diesem Million-Dollar-Moment? Oder anders: Was fehlt?
Stets übersehen wird die Recherche, die intensive Auseinandersetzung mit der Problemstellung. Warum wird sie übersehen? Weil sie unsichtbar ist. Unterbewusst laufen Mechanismen ab, die keiner sieht, hört, spürt oder versteht. Das Unterbewusstsein verarbeitet Gedankengänge millionenfach schneller als das Bewusstsein. Wir denken paradoxerweise beim Schlafen, beim Duschen oder Spazierengehen in ganz anderen Sphären, als wenn wir denken, dass wir denken. Die Idee wird der Mittelpunkt der Erfolgsgeschichte, nicht der Weg, nicht der Mensch, nicht die stille Inkubation aller Eindrücke und Inspirationen, die letztendlich die Grundidee erst schlüsselfertig schlüpfen lassen.
Menschen jedoch lieben die Geschichte vom Geistesblitz und wollen ihr Glauben schenken, auch wenn sie längst wissenschaftlich widerlegt ist. Warum? Weil sie eine wunderbare Ausrede für all diejenigen ist, die glauben, dass sie unkreativ sind und keine guten Ideen haben. Es wird plötzlich so einfach, sich dem Druck der Genialität zu entziehen, die Erwartungshaltung im Keim zu ersticken. Das Problem: Wir glauben uns jetzt selbst die Ausrede, und wirklich gute Ideen werden somit tatsächlich ausbleiben.
Die Rezeptur für geistesblitzartige Killer-Ideen besteht also nicht nur aus der Idee und dem Menschen, sondern aus neuen Eindrücken, aus unterbewusster Verarbeitung, aus Überzeugung, Geduld und Gelassenheit, Distanz und aus Offenheit. Die größten Künstler und Denker aller Zeiten, die da Vincis und Michelangelos, hatten immer viele Projekte gleichzeitig am Start. Was auf den ersten Blick wie Überforderung oder fehlende Struktur wirkt, wird unterbewusst stets weiter bearbeitet, inkubiert, vorangetrieben. Früher oder später kommt der Moment, an dem die Idee ausgereift ist; viele verwechseln das mit dem Geistesblitz. Die eigentliche Idee liegt aber im Inkubationsprozess. Durch selektives Vergessen werden in den Denkpausen die typischen und bekannten Denkwege vergessen. Wenn dann plötzlich ein neuer Impuls entsteht und andere Wege beschritten werden, folgen ganz neue Ideen und Lösungsansätze.
6. WER SIND DEINE 5?
Ideen sind Produkte unserer Umwelt, so weit sind wir schon. Unser direktes Umfeld, die Menschen, die uns am nächsten stehen, das sind die Variablen, die wirklich auf die Hervorbringung unserer Ideen Einfluss nehmen. Sie inspirieren uns, sie formen unsere Ansichten, sie bestimmen unsere Art zu denken. Alles, was wir für möglich halten, unsere Überzeugungen und die eigene Vorstellungskraft, all das sind direkte Ebenbilder unserer sozialen Kontakte und damit die kumulierten Erkenntnisse über Möglichkeiten und Potenziale, an die wir glauben. Sich diesen erlesenen Kreis, diese fünf engsten Verbündeten, diese Mannschaft an Weggefährten wirklich präzise und mit großer Vorsicht auszusuchen, schafft die Basis, eine Grundruhe, die wir brauchen, um kreativ zu sein.
W&W – WILLE UND WAHRHEIT
Was sind die Kriterien für diese Mannschaft? Wer kann mitspielen? Sind verschiedene Positionen zu besetzen oder suchen wir fünf Stürmer? Bevor es um das Stellungsspiel geht, geht es zunächst um die Philosophie. Woran glaubt diese Mannschaft, was will sie erreichen und warum? Die Kultur des Ökosystems dieser fünf engsten Berater, die Stimmung in der Umkleide vor dem großen Spiel stimmt den Akkord, der erklingt, wenn alle die Köpfe zusammenstecken. Dieser Akkord klang bei mir und meinen Jungs meistens viel zu laut und sehr elektrisch, sodass die Nachbarn auch gern mal vorbeikommen mussten, um sich zu beschweren. Klar, wird dann leiser gedreht, aber die Überzeugung der Gruppe bleibt dieselbe, auch wenn man sie kaum noch hören kann. Diese fünf hören sie immer glasklar.
Die Basis: W & W – Wille und Wahrheit. Der Wille, dass jeder Einzelne der Beste wird in dem, was ihn begeistert. Allein dieser Wunsch erstickt unendliches Konfliktpotenzial und limitierende Denkmuster schon im Keim. Die Überzeugung, dass diese fünf sich voneinander wünschen, zu Weltklasse-Performern ihrer Passionen zu werden, und sich immer dabei helfen werden, kreiert einen Auftrieb, den jeder spüren kann. Hier gibt es keine Eifersucht, nur den echten Wunsch nach mehr für deinen Nächsten.
Reinste Wahrheit, so sauber, so klar und so erfrischend wie ein eiskalter Bergsee. So plötzlich und so unmittelbar, dass es oft wehtut. Diese Wahrheit kreiert das Fundament, auf das diese Mannschaft aufbaut. Es gibt keine Zweifel, denn es gibt nur das Wort. Im perfekten Zusammenspiel entstehen durch blindes Vertrauen und wortloses Verständnis Spielzüge, Ideen und Traumsituationen, die für ein ganzes Stadion von Außenstehenden wie Zauberei aussehen. Aber für diese fünf ist es nur ein Spiel. Ein Kampf, klar. Aber mit Leichtigkeit und Liebe zur Sache, Passion für das Team und Begeisterung für jeden Einzelnen. Die Welt schaut zu und staunt, wenn diese fünf ihre Gegner austanzen. Aber nach dem Spiel in der Kabine, im Herzen, in der Umarmung nach dem Siegestreffer, da lebt die Kraft dieser fünf Kameraden. Das sieht und versteht aber nur der innerste Kreis.
DEINE 5 ZWEITEN GRADES
Und wer sind die weiteren 5 von jedem Einzelnen deiner 5? Dein indirektes Umfeld hat direkten Einfluss auf dich. Du spürst sofort, wenn einer deiner 5 glücklich ist, es macht dich auch glücklich, nimmt Einfluss auf dein Wesen. Diese Energie kannst du jetzt Menschen in deinem direkten Umfeld weitergeben, aber nur weil du sie von deinem direkten Umfeld bekommen hast. Wenn wir diese Ereignisverkettung verfolgen, wird klar, dass nicht nur das direkte Umfeld deine Energie, dein Wohlbefinden, deine Produktivität und deinen Erfolg beeinflusst, sondern dass die indirekten Umfelder, die 5 deiner 5 und deren 5 usw., ganz spürbar an deinem Status quo beteiligt sind. Menschliches Glück ist niemals nur das Ergebnis einer eindimensionalen Interaktion, sondern immer das Produkt der Dynamik aller sozialen Kontakte, über mehrere Linien hinweg. Diese sozialen Netzwerkeffekte beeinflussen auch deine Entscheidungen. Wenn ein Freund eines Freundes raucht, erhöht das die Wahrscheinlichkeit, dass du zum Raucher werden könntest, erheblich. Seit die Gesetzeslage hier geändert wurde, sterben die Raucher förmlich aus, weil sie an den Rand sozialer Interaktion gedrängt wurden, ein direkter Einschnitt in die Dynamik deiner 5.
SMART ENTREPRENEUR LAB
Such dir diese 5 also ganz genau aus und stell sicher, dass sie sich ihre 5 auch gut aussuchen und die wiederum sich ihre 5 auch gut aussuchen …
Heads up: Ich werde im Kontext von Netzwerken und meinen 5 immer wieder gefragt, ob ich Teil von Mastermind Groups bin. Hier die Antwort, quick and dirty: Ja, und du kannst dabei sein! Wenn du dich sofort mit »like-minded people« umgeben und deine 5 exponentiell explodieren sehen willst, dann schau dir auf jeden Fall meine eigene Mastermind Group »Smart Entrepreneur Lab« an. Check einfach www.matthewmockridge.com/mastermind und werde Teil der Family! Stell dir mal vor, dir steht 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche eine Mastermind Community von Menschen aus aller Welt zur Verfügung, mit der du dich austauschen kannst und von der du direktes Feedback für deine neuen Ideen bekommst. Diese einzigartige Gemeinschaft hilft dir dabei, Dein nächstes großes Ding messerscharf zu machen, sodass es richtig gut funktionieren kann. Deine eigene Start-up-Family inklusive wöchentlicher Google-Hangouts und echter Entrepreneur-Gespräche, die dein Business durch die Kraft der Synergie unvorstellbar beschleunigen werden. Ein unvergleichliches Netzwerk aus motivierten Menschen, die dich umgeben und unendliche Antworten auf deine wichtigsten Fragen haben – das ist Smart Entrepreneur Lab. See you out there!
7. ÖKOSYSTEM LEBENS-/ARBEITSRAUM
Wie fühlt es sich an, am Schreibtisch zu sitzen? Wie inspiriert bist du dort wirklich? Bringt dein Arbeitsplatz das Beste in dir hervor, öffnet er dich für deine größten Ideen und Visionen und motiviert er dich, immer wieder über dich hinauszuwachsen und die beste Version deines Lebens zu leben?
Die Korrelation zwischen Raum und Ergebnis ist längst bewiesen. Dr. Ibrahim Karim präsentiert in seinem Buch Back to a Future for Mankind das Konzept der Biogeometrie. Räume, ihre Einrichtung und die ihnen zugrunde liegende Architektur haben laut seiner Recherche erheblichen Einfluss auf Energie, Harmonie und Vitalität. Fernab von spirituellen Feng-Shui-Feelings geht es in seinen Studien um wissenschaftlich belegbare Ergebnisse zur Wirkung von Räumen auf Menschen. Es gibt Experimente, die belegen, dass ein Bild an der Wand eines Raumes höhere Ausschüttungen von Serotonin hervorgerufen hat als jede chemische Droge. Dieser Fokus auf das physische Umfeld ist extrem spannend im Hinblick auf die Prozessoptimierung. Wir verbringen so viel Zeit im Büro. Das heißt, wir tragen Verantwortung gegenüber unserem eigenen Potenzial, diese Zeit effizient zu nutzen und jede Sekunde für die Maximierung unserer Möglichkeiten zu verbuchen! Sich einen inspirierenden Lebens- und Arbeitsraum zu schaffen ist extrem wichtig und glücklicherweise gar nicht so schwer.

QUICK TIPP
One-way-E-Mails mit »kAn« (keine Antwort nötig) unterzeichnen, damit das Postfach nicht voll ist von Antworten wie Ja/Danke/Okay/Cool usw.
MEINE FÜNF TIPPS:
ORDNUNG
Ordnung ist Fokus und schärft die Sinne. Jedes Blatt Papier, das herumliegt und nicht zugeordnet werden kann, schießt gegen deine Klarheit und Struktur. Das heißt: Jedes Dokument, die Post oder anderen Kram am besten sofort bearbeiten und niemals ablegen. Smarte Office Tools wie Hängeregister stapeln sich nicht in die Höhe, sondern geordnet in die Länge, sauber beschriftet und archiviert. Jede Aufgabe, die nicht bearbeitet und gedanklich abgeschlossen wird, bleibt im Hinterkopf und besetzt Ressourcen. Das Gleiche gilt natürlich auch für den Desktop, Kalender und das E-Mail-Postfach. Ganz wichtig: Nicht auf jede einzelne E-Mail warten, um sie zu beantworten, sondern in komprimierten 90-Minuten-Sprints alles abarbeiten, was reingekommen ist, und dann zehn bis 20 Minuten Abstand nehmen, spazieren gehen, etwas essen, ein Gespräch führen, abschalten, um dann wieder frisch an den Start zu gehen. Ordnung ist Struktur und schafft Produktivität.

BILDER
Bilder sind Visionen, sie schaffen Fluchtorte und Inspiration, lenken ab und verbinden dich mit Emotionen deiner Wahl.
Während ich dieses Kapitel schreibe, habe ich auf meinem Schreibtisch vier Bilder vor mir: meine Eltern, meine Familie, meine drei besten Freunde und Geschäftspartner und dann noch Michael Jordan, wie er unter Tränen den NBA-Championship-Pokal umklammert.
Bilder drücken emotionale Knöpfe, sie versetzen uns in andere Welten, sie geben uns Sicherheit und Kraft und sie sind Ebenbilder unserer Empfindungen. Schon ein kurzer Blick schafft einen Bruch, der gesund ist, weil er uns Kraft und Halt schenkt. Die Augen sind die Fenster zur Seele. Es geht nicht nur darum, was du siehst, sondern auch darum, was dich anschaut und was dich berührt. Lass nur schöne Bildnisse in deine Seele, Dinge, die dich froh, stolz und glücklich machen, denn ein Bild sagt immer mehr als 1000 Worte.
KÜCHE
Schon während der wilden Studentenpartys in den USA war mir klar: In der Küche läuft die beste Party! Und auch heute noch in unserem Office ist die Küche immer wichtiger Dreh- und Angelpunkt, eine Art Schaltzentrale. Aber warum? Die Küche ist ungezwungen, hier gelten nicht die üblichen Schreibtischgesetze, hier ist man Mensch, weil man Hunger hat. Hier werden normale Gespräche geführt, hier kannst du abschalten, hier fällt die Maske – alles wichtige Voraussetzungen für tolle Ideen, lockeres Mitdenken und frische Eindrücke. Ein Bruch in der Routine durch ein neues Umfeld und eine neue Aufgabe. Du bist zum Essen hier und dein Blick weicht für einen Augenblick von der unlösbaren Tagesaufgabe, und schon ist die Lösung da.
Das Potenzial der Küche ist riesig, um ein Vielfaches potenziert, wenn sie auch noch mit den richtigen Zutaten gefüllt ist. Ich empfehle frisches Obst und Gemüse, viel stilles Wasser (am besten einen Kühlschrank mit Wasserspender besorgen), Fisch (Räucherlachs schmeckt super, ist gesund und muss nicht noch zubereitet werden), Proteinpulver (für die Pumper), Vollkornbrot, frisch gepresste Säfte und Nüsse oder Studentenfutter. Am besten so oft wie möglich zusammen im Team essen, lachen, gute Gespräche führen und sich an der Partnerschaft freuen. Die Küche ist also immer auch eine gute Gelegenheit, um die Kultur der Firma und die Philosophie des Teams zu definieren und zu stärken.
LICHT
Ich verabscheue OP-Raum-Leuchtstoffröhren, die versuchen, künstliches Tageslicht zu erzeugen und dabei einfach nur steril und langweilig aussehen. Viel Tageslicht, warme (eher orange) Töne und helle Wandfarben schaffen eine angenehme Stimmung und schöne Atmosphäre.
Was kannst du tun, damit du und dein Team möglichst lange im Büro sein wollen? Andersrum: Was würdest du tun, um deine Wohnung für ein nettes Date herzurichten? Richtig: aufräumen und eine schöne Lichtstimmung erzeugen. Es muss gemütlich und schön sein, angenehm und inspirierend. In unserem Office haben wir bodentiefe Fenster an der ganzen Front, eine große Dachterrasse, warme Lichtquellen und sanfte Deckenfluter sowie farbige LED-Leuchten, mit denen wir verschiedene Lichtbilder erzeugen können. Konzerte, Festivals und Clubs kreieren ganz eigene Welten nur über Lichtkonzepte. Mach es dir nett und du wirst gern im Büro sein und positive Emotionen mit deiner Arbeit assoziieren!
KULTUR
Wofür steht dein Arbeitsplatz? Auf welcher Werte-Basis existiert das Team? Philosophie, Mission, Führung, Umgang und Moral sind die emotionale Einrichtung deines Arbeitsplatzes. Wie sieht er aus? Eher steril und glatt, gemütlich und warm oder einfach nur durcheinander?
Eine erfüllte Persönlichkeit, ein starkes Team oder auch ganze Unternehmen haben klare Visionen, teilen diese viel und offen und geben einander alles, was sie für die Erfüllung ihrer Träume brauchen. Sie vertrauen sich blind, sie teilen das letzte Hemd, sie kommen auf einer Basis von Prinzipien, gemeinsamer Passion und Glauben überein, so kongruent, dass unaufhaltsame Energie entsteht. Ein starkes Team räsoniert, man erkennt den Siegeswillen, sieht ihn in den Augen blitzen und spürt ihn in jedem Handschlag.
Mein Tipp für eine bessere Unternehmenskultur oder einfach nur mehr Sinn für dich ganz allein im täglichen Trubel deiner Träume: Stell gute Fragen!
Stell gute Fragen, erhalte gute Antworten und verändere in fünf Minuten den Spirit deines Umfelds!
WOFÜR
STEHEN
WIR?
WAS
WOLLEN
WIR?
WIE
KOMMEN WIR
DAHIN?
WIE OLLEN
ANDERE UNS
SEHEN?
WAS
WOLLEN WIR
NICHT
STURM STATT ABWEHR
Ich lebe und arbeite in unzähligen Städten, weil wir durch unsere Events und durch meine Arbeit als Speaker viel unterwegs sind, aber meine Homebase ist und bleibt Köln. Und zwar nicht die Kölner City, sondern ein kleines Dorf, 15 Minuten außerhalb von Köln: Köln-Pesch! 30 Minuten entfernt von meinem Elternhaus und meiner Oma, in der Nähe von meinem Bruder. Umgeben von Wäldern und Seen und doch nah genug an der Stadt, um sich nicht komplett ausgeschlossen zu fühlen. Dieser Standort ist ganz bewusst ausgewählt. Die Mieten sind um ein Vielfaches günstiger als in der Stadt, ich gehe gern am See spazieren, es gibt Parkplätze und vor allem spiele ich hier draußen immer nur im Sturm. In der Stadt spielst du oft sehr häufig nur noch Abwehr. Alle wollen etwas von dir, laden sich zum Lunch ein, viele Meetings, abends gibt’s noch Drinks – die eigene Produktivität fällt der Stadt oft zum Opfer. Mein Standort erlaubt es mir, nur noch im Sturm zu spielen. Ich mache die Regeln, ich lade Menschen zu mir ein, wenn ich das möchte, ich habe Ruhe, lebe meinen Zeitplan und nicht den Zeitplan der Stadt, der Rushhour und der Masse. Ich bin aktiv und nicht reaktiv, eine Produktivitätsstrategie, die es mir erlaubt, deutlich mehr zu schaffen und dabei viel entspannter zu sein.
Finde einen Standort, der dich im Sturm positioniert, nicht in der Abwehr – dann fallen Tore!
WOFÜR
SIND WIR
DANKBAR?
WAS MACHT
UNS STARK?
WIE KÖNNEN
WIR DAS
VERHINDERN?

8. DAS KREATIVE GEHIRN UND DEIN BIZEPS
Das Gehirn ist ein Muskel, der tatsächlich trainierbar ist. Ich bin ein großer Fitnessfan, bin sechsmal die Woche im Fitnessstudio, achte auf meine Ernährung, besitze teures Equipment und gute Pläne, beschäftige mich mit Nahrungsergänzungsmitteln und habe Fitness wirklich zu einem Teil meines Lebensmodells gemacht. Warum? Es ist ein toller Ausgleich: Ich starte mit einem guten Training und gesundem Frühstück super in den Tag. Die »Ich fühle mich richtig gut«-Neurotransmitter wie Endorphin, Dopamin und Serotonin werden im Körper ausgeschüttet – eine gesunde Droge. Der daraus resultierende Körperbau ist natürlich auch super – ein tolles Konzept!
Der Killer: Mit deinem Gehirn kannst du genau das Gleiche tun! Beweis: Die Orientierung eines jeden Menschen befindet sich im sogenannten präfrontalen Cortex, Teil des Frontallappens der Großhirnrinde auf der Stirnseite. Bei Taxifahrern aus London, dessen Straßennetz in Sachen Komplexität einen absoluten Höllenritt darstellt, haben Wissenschaftler festgestellt, dass Teile ebendieses präfrontalen Cortex deutlich größer sind als bei anderen Menschen. Die kontinuierliche Forderung, die Auseinandersetzung mit der Materie, der Lern- und Trainingsprozess haben zu einem echten Muskelzuwachs geführt – im Gehirn! Quasi ein Six-Pack-Waschbrettbauch im Kopf! Das Ganze nennt sich neuronale Plastizität. Was wäre also, wenn wir die Lehren aus dem Fitnessstudio auf unsere Denkwege, unsere Lernprozesse und unsere Weiterbildung übertragen würden? Kann ich mein Gehirn bewusst trainieren, und zwar außerdem speziell den Teil des Gehirns, der für die Kreativität zuständig ist? Yes, Sir!
NO PAIN –
NO GAIN!
Ganz konkret und als Pendant zum Bankdrücken: Schreib 3 x 10 Ideen auf. Die ersten paar sind leicht, natürlich, genau wie beim Training, aber das Wachstum, der Reiz, der Muskelaufbau liegt in den späteren, den letzten Wiederholungen. Geh dahin, wo es wehtut, wo du nicht mehr kannst, wo es scheinbar keine Ideen, keine Kraft mehr gibt. Geh über Grenzen hinweg und du wirst wachsen!
Und übrigens: Auch alle anderen Konzepte aus dem Gym sind auf das Training des kreativen Gehirns übertragbar. Besorg dir einen Trainingspartner, der dich motiviert und der an dich glaubt! Sport lehrt dich das Verlieren, unterstreicht die Tatsache, dass ein Verlust nur ein Feedback und nicht das Ende ist. Der Schmerz geht vorüber, der Muskel heilt – im Leben, im Business und im Bizeps. Trainier regelmäßig, bemerk deinen Fortschritt, mach einen Plan, iss gesund, lass kein Training aus, bilde dich weiter, lies Fachliteratur, mach Pausen, um zu wachsen, hör niemals auf, sei geduldig! Ergebnisse kommen nicht über Nacht – du integrierst einen ganz neuen Teil in dein Leben, das passiert über Jahre, nicht Tage. Freu dich über die Reise und fixiere nicht die Ankunft! Setz dich Ideen aus, generier Ideen, unterhalte dich über Ideen, lies, schreib, hör, schau, immer weiter, bis es wehtut, und du wirst irgendwann wirklich fit sein. No pain – no gain!
9. DEIN KILLER-TEAM UND DESSEN MITGLIEDER
In den besten Teams wird es zwischendurch mal richtig laut, nicht aus Respektlosigkeit, aber weil die eigene Meinung wirklich verteidigt wird. »Jasager« sind unkompliziert, bringen aber keinen Mehrwert auf dem Weg zum bestmöglichen Ergebnis. In unserem Team fliegen immer wieder mal die Fetzen, Meinungsverschiedenheiten sind ganz normal und jede Idee wird sofort angegriffen, weitergedacht, auf links gedreht, getestet und provokant erwidert. Wirklich gute Ideen entstehen dann, wenn der augenblickliche Status herausgefordert wird, wenn jemand mehr will, kritisch hinterfragt und sich nicht mit scheinbar passablen Kompromissen zufriedengibt. Umgib dich immer mit starken Persönlichkeiten und konstruier ein Team aus verschiedenen Menschentypen!
HIER SIND DIE TYPISCHEN KANDIDATEN
EINES ALL-STAR-TEAMS:

DER TRENDSCOUT Er ist viel unterwegs, stöbert, liest alles, was ihm in die Finger kommt, spricht mit jedem, kennt jeden, hat ein gutes Auge für Dinge, die funktionieren, oder spürt, dass sie bald funktionieren könnten. Ein analytischer Hipster, ein Querdenker, nicht klassisch, aber emotional intelligent. Ein Connector mit schwarzem Gürtel im Small-Talk-Kung-Fu. Hat im Ausland gelebt, selbst immer auch (ein wenig) Trendhure. Er sieht das nächste große Ding zuerst und braucht ein Team um sich herum, das seine Beobachtung mit Leben füllt. Sagt Dinge wie: »Skaliert ohne Ende!«

DER KREATIVE
Hornbrille, ultra-intelligent, zeichnet freihändig fotoechte Porträts und versteht Kunst besser als jeder andere. Wortgewandter, rhetorischer Scharfschütze mit beeindruckendem Fachvokabular aus allen Bereichen. Er bedient sich künstlerischer Eindrücke aus aller Welt, die er in Museen, Büchern, Blogs und Ateliers aufgesogen hat, und verarbeitet sie in Perfektion zum Gesicht einer neuen Idee. Hier geht es niemals nur um die Frage, wie dieses Gesicht aussehen soll, sondern vor allem auch um das »Warum?«. Scharfkantige Positionierung, kaum spürbare Nuancen, die das Produkt trotzdem sehr klar von allem Bekannten abheben. Er ist ein freigeistiger Artwork-Ninja mit der Gabe, ein griffiges Profil zu entwerfen, wo vorher nur Gedanken waren. Sagt Dinge wie: »Schöner Font!«

DER GENERAL
Kurze, abgehackte Sätze in Wort und Schrift, glasklare Ansagen, brutale Ehrlichkeit. Meistens mit den Finanzen der Firma betraut. Spricht fließend über Steuermodelle, korrekte Rechnungsstellung und generelle Buchhaltungsthemen. Der Bad Cop in jeder Verhandlung! Fordert fehlende Bankbelege und Quittungen ein und droht mit Konsequenzen. Er durchleuchtet jede neue Idee mit dem Spotlight der Finanzabteilung: Was wird es kosten, ist es tragbar? Ein Realist, der jede noch so große, anfängliche Euphorie auf den Boden der Tatsachen zurückholt. Typischerweise ein Excel-Profi mit ultraaufgeräumtem Schreibtisch und farblich gekennzeichneter, perfekt sortierter Dokumentenablage. Sagt Dinge wie: »Yes, wir kriegen noch Skonto!«

DAS ARBEITSTIER
Die Idee ist an Bord, hat ein Gesicht und ist finanziert – jetzt kommt er! Fit, stark, ein Leader und Anpacker. Schnell, zielsicher, ein Spielmacher und Motivator. Organisiert und sympathisch, bekannt an der Front. Er hat ganze Mannschaften unter sich und bringt die Idee auf die Straße. Sein Tisch ist immer zu voll, weil er von allen anderen beschossen wird und diese Flut an Lust auf mehr kanalisieren muss, um sie umsetzen zu können. Wie ein Maurermeister auf dem Bau zieht er eine tragende Wand nach der anderen hoch, macht sich dreckig und kommt rum. Er ist immer da, man kennt und mag ihn draußen. Sagt Dinge wie: »Boah, ich bin komplett am Arsch!«

MR. MARKETING
Die vier Ps hat er auf den Oberarm tätowiert. Ein cooler Nerd mit gekonntem Kleidungsstil.
Er begreift Verhaltensmuster, antizipiert die Perspektive des Kunden, jongliert treffsicher mit Zielgruppenjargon und lebt auf Facebook, und zwar dem Back- und Frontend. Er besucht Seminare, begreift die Wichtigkeit von A/B-Tests, von Recherche und von Reichweiten, interessiert sich nicht für Sales, sondern für Conversions und CPOs (Cost per Order). Er argumentiert nicht mit Emotionen, sondern mit CTRs (Click-Through Rates) und trommelt on- und offline eine Gefolgschaft aus treuen Fans zusammen, die den Ball erst wirklich ins Rollen bringen. Sagt Dinge wie: »Call to action!«

DIE LADY
Der Laden läuft jetzt und braucht genau wie eine Familie: Liebe, Organisation, Menschlichkeit, Freundlichkeit – kurzum: eine Frau! Ladys, was würden wir nur ohne euch machen?

FOLGENDE TYPEN SOLLTEST DU
UNBEDINGT VERMEIDEN:
DER HAI
Groß, meistens gut aussehend, eloquent, rechthaberisch. Vorsicht! Der Hai ist immer auf den eigenen Vorteil aus, ein Einzelgänger, der keine Scheu davor hat, die Gruppe auszunutzen.
Er ist egoistisch, selbstverliebt, oft hinterhältig und geizig. Mögliche Art der Zusammenarbeit: klare Verträge, auf keinen Fall Beteiligungen, offene Gespräche und klare Kommunikation. Es ist wie beim Tauchen: Solange du den Hai im Auge behältst, nicht in Panik gerätst, keine Angst zeigst und er gefressen hat, ist dieses Tier wunderbar anzusehen und oft zu unglaublicher Performance in der Lage. Sagt oft Dinge wie: »Das sehe ich anders!«

EVERYBODY’S DARLING
Eigentlich supernett, aber leider etwas farblos. Immer damit beschäftigt, es jedem recht zu machen, dadurch leider aber auch nie in der Lage, etwas wirklich durchzuziehen. Das folgende Zitat von Konfuzius beschreibt sein Dilemma perfekt: »Wenn du zwei Hasen jagst, fängst du keinen!« Die Eigenschaften von »Everybody’s Darling« äußern sich meistens erst nach längerer Zusammenarbeit, da am Anfang die Schwäche, als Nettigkeit getarnt, etwas zu lang unter dem Radar bleibt. Da es dieser Typ eigentlich einfach nur gut meint, ist es auch nur fair, ihm zu helfen und ihm klarzumachen, dass seine Meinung gefragt ist, auch wenn sie wehtut. Sagt oft Dinge wie: »Hm, das ist beides richtig!«

DER PESSIMIST
»Alles eher schwierig« lautet sein Motto. Das Problem: Er hindert Teams oft daran, einfach zu starten oder weiterzumachen, wenn es wirklich schwer wird – immer eine Gratwanderung zwischen Realismus und schlichter Schlechtrederei. Ganz wichtig ist es hier, möglichst schnell die Tendenzen zu erkennen und den Pessimisten entweder zu überzeugen (kann auch eine schöne Aufgabe sein, um deine Argumentation noch mehr zu schärfen) oder diesen Typen einfach komplett zu vermeiden. Sagt oft Dinge wie: »Nein, niemals!«

OTTO NORMAL
Sein Problem: Es gibt ihn zahlreich, und er meint es nicht böse. Aber Otto Normal ist so normal, dass alle Dinge, die du vorhast, deine Visionen, deine Träume, deine Pläne, für ihn einfach eine Nummer zu groß sind. Er ist noch nie aus seiner Heimatstadt rausgekommen, er hat noch nie an siebenstellige Geldbeträge gedacht, er ist immer eher angestellt und weisungsgebunden als Freigeist und Visionär. Eine inspirierende Herausforderung an den Leader, diesem Typ Bilder zu schenken, die ihn antreiben und über sich hinauswachsen lassen, aber oft ist die Narbe schon zu tief – er ist halt »normal«. Mein Speaker-Buddy Tobi Beck würde sagen: ein Bewohner. No problem, aber no value für dein Team! Wer nicht träumen kann, kann nichts realisieren. Sagt oft Dinge wie: »So was gibt es?«
JEDES TEAM HAT EINEN TRAINER –
FINDE EINEN MENTOR!
Bevor wir in die einzelnen Mentorentypen einsteigen, hier ein Quick Tipp für den Pitch: Schaff Werte: Eine E-Mail wie »Hey, ich finde dich super, wäre toll, wenn wir mal was essen gehen könnten und ich dich ausfragen kann!« funktioniert niemals. Der Schlüssel ist eine relevante Info. Finde eine Person, die das hat, was du gern hättest; so kannst du davon ausgehen, dass diese Person all das weiß, was du noch lernen musst, um dahin zu kommen, wo du hinmöchtest – nämlich dahin, wo dein potenzieller Mentor gerade ist. Jetzt ist Fleiß gefragt (wobei dieser Input im Vergleich zur potenziellen Ersparnis an Zeit/Geld absolut okay ist): Lies alles, was es über die Person zu lesen gibt, studier ihren Auftritt (online/offline), schau dir die Videos an, begreif ihre Strategien, Ansätze, Ziele und Positionierung. Dein Ziel muss es sein, einen Teilbereich zu finden, der optimiert werden kann und den du optimieren kannst. Bestenfalls in einem Tätigkeitsbereich, der deinen Wunschmentor Zeit und Nerven kostet.
DANN SCHREIB EINE MAIL WIE FOLGT:

Eine solche Mail ist extrem effektiv, und es ist schwer, hier eine Absage zu erteilen, weil die angebotenen Werte so stark sind. Mach deine Hausaufgaben und biete echte Werte. Was für eine Mail würdest du gern bekommen? Denk rückwärts!
FOLGENDE MENTORENTYPEN SIND
TYPISCHERWEISE GERNE AM START:

DER VETERAN
Er ist satt. Hat drei Firmen verkauft, ist Berater in drei weiteren, im Vorstand der Handelskammer, politisch aktiv, toller Vater, jede Woche auf dem Golfplatz und ein echtes Business-Urgestein. Finde diesen Typ, ahme ihn nach, denn er kann dich wirklich weiterbringen! Hier geht es um Gefühl, Sprache und Vokabular, Gehabe, Connections, Erfahrungen, unzählige Fehler, aus denen du lernen und so vermeiden kannst, sie selbst zu machen (Zugewinn an Geld und Zeit), Mindset, Werte und Ansichten. Weil er genauso angefangen hat wie du, kennt er die Situation und ist deshalb gerne bereit, sein Wissen zu teilen. Emotionen sind ihm mittlerweile wichtiger als Geld, und sein Wissen zu schenken und damit zu helfen löst eine der dankbarsten Emotionen aus, die es gibt. Finde ihn auf Empfängen (schau nach dem Typ, der alle kennt und den alle kennen), Seminaren (selbst Speaker oder VIP-Gast), dem Golfplatz (oder Tennis, je nach Präferenz), in St. Moritz, Südfrankreich oder Palm Beach, Florida (nicht Miami – da ist das Geld zu schnell verdient worden, als dass es legal gelaufen sein könnte). Sagt oft Dinge wie: »Herrlich!«

DER JUNGE ALTE Er ist eigentlich fertig, über seinen Zenit hinaus, aber er will noch mal ran! Mit lässiger Lederjacke und Sneakers spricht er noch nicht ganz flüssig die Sprache seiner jungen Unternehmerkids, aber er will unbedingt dazugehören. Die Power seiner Start-up-Jungs motiviert ihn und soll ihm zu seinem zweiten (Business-)Frühling verhelfen. Sehr geil, denn er hat jetzt richtig Bock! Hier werden monatliche Advisor Meetings, unlimitierte Beratungstelefonate, Pitch-Trainings und Kontakte eingetauscht gegen das Gefühl, gebraucht zu werden, zu helfen und etwas zurückzugeben. Ihr helft euch gegenseitig, eine Win-win-Situation. Enjoy! Er sagt oft Dinge wie: »Super Ding, und jetzt gehen wir aber noch einen trinken, oder, Jungs?«
QUICK TIPPS FÜR DEINE
KILLER-TEAM-REKRUTIERUNG
Dein Killer-Team besteht neben den eben detailliert beschriebenen Typen im Überbau aus zwei Arten von Mitarbeitern: Machern und Managern – später mehr dazu. Du musst beide im Team haben. Die Wertesysteme und Ansätze dieser beiden Typen sind komplett verschieden; deshalb müssen sie auf unterschiedliche Art und Weise rekrutiert werden. Stell dir das Ganze wie ein Date vor, mit komplett verschiedenen Menschen. Du findest die Personen an verschiedenen Orten, sie haben verschiedene Geschmäcker und Erwartungen, deine Gameplans sind zu 100 Prozent verschieden:
WIE DU MANAGER REKRUTIERST:
•Job Postings in den üblichen Foren und Zeitschriften. Manager lesen über andere Manager.
•Klare Aufgabenbeschreibung
•Gutes Gehalt
•Klare Strukturen und Kommunikationswege
Die Anzeige beschreibt, was die Person für das Unternehmen tun muss.
WIE DU MACHER REKRUTIERST:
•Job Postings an ungewöhnlichen Stellen bzw. Empfehlungen aus unüblichen Ecken. Macher lesen über Yachten oder Kitesurfen, hängen auf Skihütten, bei Start-up-Kongressen oder beim Burning-Man-Festival rum. Eine gute Quelle sind auch Jungs, die unter der Woche vormittags im Gym sind: Connect the dots!
•Shares sind immer wichtiger als Gehalt
•Offene Aufgabenbeschreibung à la »Mach, was immer du für nötig hältst, solange wir unsere Ziele erreichen!«
Die Jobanzeige beschreibt, was das Unternehmen für die Person tun kann.
Diese Unterschiede im Rahmen der Rekrutierung gelten nicht mehr, wenn es um Motivation geht. Sind die Plätze einmal mit den richtigen Kandidaten belegt, funktioniert eine allumfassende Motivationsphilosophie, solange der Teamgeist und die Unternehmenskultur stringent sind (später mehr).
FÜNF UNERWARTETE WAHRHEITEN ÜBER MOTIVATION
Steffen Kirchner spricht in seinem Buch Totmotivert? über 13 uralte Motivationslügen, die er klug widerlegt – das Buch solltest du auf jeden Fall lesen! Hier findest du fünf Wahrheiten, die ich für besonders wichtig halte:
GELD MOTIVIERT NICHT!
Der größte Motivator ist die Person, die man werden kann, wenn man hart genug an sich arbeitet, dicht gefolgt von echter Wertschätzung. Visionen über Mensch und Unternehmen und ernst gemeintes Lob sind die Schwergewichte echter intrinsischer Motivation, egal bei wem.
MENSCHEN WOLLEN HIERARCHIEN!
Die Annahme, dass flache Hierarchien Menschen motivieren, ist nicht richtig. Hierarchien schaffen klare Kommunikationswege. Solange Mitarbeiter in einer funktionierenden Struktur verankert sind, bleiben sie motiviert. Verwirrung und Unsicherheit hemmen Motivation, Hierarchien sind förderlich.
MOTIVATION DURCH SPASS IST
NUR HALB RICHTIG!
Ja, Menschen wollen Spaß haben, und Spaß fördert Motivation, was nicht heißt, dass der Arbeitsplatz ein Spielplatz sein soll, sondern dass der Spaß an guter Arbeit gelebt wird.
DER NETTE CHEF MOTIVIERT NICHT!
In dem Moment, in dem der Chef die Interessen der Mitarbeiter über die Interessen der Firma stellt, stellt er sie auch über die Interessen der Kunden und schießt so gegen die Basis und Daseinsberechtigung des Unternehmens.
BETEILIGUNGEN AN DER FIRMA SIND KEINE MOTIVATION!
Ich dachte auch immer, dass Equity in meinen Firmen meine Mitarbeiter motivieren würde, aber das Gegenteil ist der Fall. Die meisten Menschen wollen keine Unternehmer sein. Manager wollen managen, ohne Risiko. Lass sie das tun und motivier sie mit großen Visionen und echtem Lob (siehe oben) – Anteile motivieren sie nicht. Schlechte Mitarbeiter haben keine Anteile verdient und wären ohnehin nie zufrieden mit den angebotenen Anteilen. Wenn in der Kreisliga und im Mittelfeld zu viele Anteile verteilt werden, ist das einzige echte Resultat eine Sturmspitze, die aufgrund der wenigen übrig gebliebenen Anteile nicht motiviert ist – ein Genickbruch.
In seinem Klassiker, der Businessbibel Good to Great (unbedingt lesen!), spricht Jim Collins über den »Bus« als das wichtigste Bild für ein gutes Team. Die richtigen Leute in den Bus, die falschen raus! Dann die richtigen Leute auf die richtigen Plätze im Bus! Dieses Szenario versichert, dass der Bus ankommt, auch wenn noch keiner weiß, wo es hingeht. Ich würde das Ganze noch weiterführen und klarstellen, wie wichtig es ist, dass der Bus die richtige Route fährt, um neue Leute einzusammeln (siehe Rekrutierung), und dass das Klima, die Beinfreiheit und der generelle Komfort im Bus wirklich gut sind (Stichwort: Motivation).
DEIN PERSÖNLICHES A-TEAM
Starte deinen Bus und besorg dir dein Killer-Team, dein persönliches A-Team!
10. WENIGER IST MEHR
Not macht erfinderisch. Alte Weisheit, aber absolut richtig! Es gibt keine bessere Position, als mit dem Rücken zur Wand zu stehen, wenn es wirklich um Ergebnisse geht. Erfolg, vor allem finanzieller Erfolg, birgt immer auch die Gefahr der Trägheit. Warum Dinge noch mal hinterfragen, wenn das Resultat gar nicht perfekt sein muss, weil nichts auf dem Spiel steht?
Ich habe mit meinen Jungs die einflussreichste, lehrreichste, intensivste und vor allem wachstumsstärkste Zeit erlebt, als wir gerade gestartet waren und wirklich wenige Ressourcen zur Verfügung hatten. Unser Office war ein Starbucks-Café, wegen des Internets. Wir haben die ersten »NEONSPLASH – Paint-Party®«-Flaschen selbst abgefüllt und etikettiert, in meinem Keller, nächtelang.
Wir sind von Party zu Party Hunderttausende von Kilometern im Jahr selbst gefahren, haben im Auto gepennt, im Büro gewohnt, haben selbst aufgebaut, selbst abgebaut, uns alles selbst beigebracht und jeden Euro gespart und wieder in die Company investiert. Dieses Feuer brannte lichterloh, nicht nur weil wir motiviert waren, sondern vor allem auch, weil es einfach nicht anders ging.
Ich kenne viele smarte Jungs, die noch vor dem ersten Euro Profit schon die zweite Finanzierungsrunde gedreht haben. Da hat es noch nie wirklich gebrannt. Kein schlechtes Modell, aber schade um die emotionale Erfahrung, die einem dabei verwehrt bleibt. Oft sind es die kleinen Buden, die wenig haben, die wirklich gute Ideen entwickeln. Es gibt eine tolle Metapher für Unternehmertum: Du springst von einem Hochhaus und musst auf dem Weg nach unten ein Flugzeug bauen. Das Ganze tut potenziell natürlich aber nur dann wirklich weh, wenn du keinen Fallschirm hast. »No strings« – nur dann hast du wirklich Angst und gibst Kette! Sieh vermeintliche Niederlagen als Chancen, finde den Schatz in jeder Situation, egal wie schwer sie zu sein scheint. Die Komplexität deiner Herausforderung korreliert mit der Genialität deiner Ergebnisse! Wenn du wirklich brennst, kommen alle und wollen am Feuer stehen!
DIE FRAGE NACH DEM GELD: IST AUCH DA WENIGER MEHR?
»Geld macht nicht glücklich«, lautet einer der ältesten Sätze aller Zeiten. Ich muss ihn aufgreifen und vor allem in diesem Kapitel kurz darauf eingehen, weil dieser Satz auch mich auf meinem Weg immer wieder gepackt und zum Nachdenken angeregt hat. Meine Meinung: Er stimmt nicht (ganz).
Wir werden keinen langen Exkurs machen, aber wenn dich dieser Satz auch immer wieder packt, dann lass uns das eben zusammen durchziehen. Ganz grundsätzlich: Es gibt ohne Zweifel eine Korrelation zwischen Glück und Geld in Verbindung mit deinem Standort. Menschen, die in Teilen der Welt leben, in denen es kaum Wasser, Nahrungsmittel oder Medizin gibt, sind zwangsläufig weniger glücklich und erleben oft Unglück als echte physische Bedrohung: Hunger und Schmerz führen zu schrecklichem Leid. Aber ändern wir für einen Augenblick die Parameter: Wir gehen davon aus, dass für die Basics gesorgt ist. Ist ein wohlhabender Mensch dann automatisch glücklicher als jemand, der weniger Kaufkraft besitzt? Die Antwort liegt nicht in der Menge des Geldes bzw. der Höhe der Kaufkraft, sondern in der Art der Anschaffungen. Denk mal darüber nach!
Geld ist immer relativ, immer mit Emotionen verbunden und mit dem Gefühl, das die Anschaffung hervorrufen kann. Beispiel: Du findest 100 Euro auf der Straße. Dein Gefühl ist ganz anders, als wenn die gleichen 100 Euro in der Nebenkostenabrechnung deiner Wohnung gutgeschrieben werden. Der Wert ist der gleiche, der Effekt, die Emotion, das Glück – sind total verschieden. Geld funktioniert abhängig vom Kontext, nicht vom Kontostand. Es macht Menschen glücklicher, wenn sie Geld für andere aufwenden und nicht für sich – das ist wissenschaftlich belegt. Das Gefühl, ein Geschenk zu machen, gemessen an emotionalem Feedback, an Glück, übertrifft meistens (und vor allem längerfristig) das Geschenk als solches. Aushelfen ist immer stärker als Anhäufen.
Unglück in Verbindung mit Geld hat seine Wurzeln also umgekehrt auch nicht beim Geld als solchem, sondern bei dem falschen Grund, das Geld auszugeben. Walter Slezak hat einmal gesagt: »Viele Menschen benutzen das Geld, das sie nicht haben, für den Einkauf von Dingen, die sie nicht brauchen, um damit Leuten zu imponieren, die sie nicht mögen.« Wie wahr! Das Unglück liegt im Vergleich, beim Kräftemessen, im Hamsterrad einer Gesellschaft, die durch Neid motiviert ist. Wer immer ein bisschen mehr haben will als alle anderen, wird niemals zufrieden sein; das eigene Glück wird zur Karotte an der Angel, ein Gefühl, das man nie erreichen kann, weil die Situation falsch konstruiert ist. Die wahre Schönheit des Gebens ist: Bei einem Geschenk gibst du immer mehr, als jeder hätte erwarten können – das ist Win-win, echtes Glück.
Und wenn du etwas für dich kaufst, dann mach dir bewusst, welche Art deiner Anschaffungen zeitlos sind. Eine Anschaffung, an der du immer Freude haben wirst, die niemals ihren Reiz verliert, die dir vielleicht sogar mit der Zeit immer mehr Freude und Glück schenkt: Eine der wenigen Investitionen, die diese Kriterien erfüllt, ist deine Erinnerung: Urlaube, Dinner, Kino, Theater, tolle Gespräche, eine echte Umarmung, ein ehrliches Lachen, aufrichtige Tränen. Schenke dir selbst und den Menschen um dich herum tolle Erinnerungen, und das Geld, das du dazu verwendest, wird dich wirklich glücklich machen, weil es diese Momente möglich macht.
Heads up: Das Gegenteil von Glück ist nicht Unglück, sondern Langeweile. Und der größte Feind der Langeweile ist Begeisterung! Finde etwas, was dich ehrlich begeistert, und dein größtes Glück wird dir folgen. Wie findest du das, was dich ehrlich begeistert? Die Antwort auf diese Frage kann eine der teuersten Antworten sein, die du dir jemals leisten wirst. Also hau ich sie dir eben for free raus: Frag dich, was du tun würdest, wenn Geld plötzlich egal wäre. Wenn heute eine Milliarde Euro auf deinem Girokonto herumliegen würde. Was würdest du dann machen? Woran würdest du dann arbeiten? Was wären dann deine Ziele? Aus dieser Richtung weht der Wind, der Gewinner, Amigo. Hier ist deine tiefste Begeisterung versteckt! Nimm die Kohle aus der Gleichung, und die Rechnung geht endlich auf!
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MATTHEWS 10 LIEBLINGS
IDEENFINDUNGS
TOOLS
Okay, es gibt Werkzeuge. Wie auf jeder Baustelle dieser Welt gibt es für jede Problemstellung das passende Werkzeug. Und das ist auch gut und wichtig. Schon mal versucht, mit einem Schraubenzieher einen Nagel in die Wand zu schlagen? Gar nicht so einfach! Interessant bei Ideenfindungsprozessen ist aber Folgendes: Wir wissen oft vorher noch gar nicht, ob wir einen Nagel in die Wand schlagen müssen oder ob es überhaupt eine Wand gibt. Die Idee kreiert die Anforderung. Bevor es also um Werkzeuge geht, definierst du zunächst einmal die Baustelle. Wie ein Pionier bahnst du dir Pfade durch unerschlossenes Terrain. Allein dein Gespür ist dein Kompass.
Lass mich dir eine Orientierungshilfe geben, einen Leuchtturm in der Ferne, der dich zumindest in die richtige Richtung führt! Ich möchte dich bewaffnen mit wirklich messerscharfen, absolut praktikablen Tools und Theorien, mit denen du sofort Ideen produzieren wirst. Diese erprobten Techniken für bewiesene Erfolge werden schon bald dir gehören. Lies einfach weiter!
1. 100 EURO AM TAG
Es ist oft einschüchternd, auch für mich, sich vor eine wirklich weltverändernde Milliarden-Idee wie vor den Mount Everest zu stellen und über die Strategie für den Aufstieg nachzudenken. Wichtiger Grundsatz für die Umsetzung: Jede Milliarden-Idee war mal winzig. Jeder Profi war mal ein Amateur. Der Schlüssel: Denk die Aufgabe einfach etwas kleiner, und automatisch fängst du an, deinen ganz eigenen Mount Everest hinaufzuspazieren. Sicherlich hast du noch viel vor dir, aber zumindest bist du unterwegs. Der erste Schritt ist immer der schwerste. Diesen zu gehen katapultiert dich aber schon in die Top-1-Prozent der Menschen, die nicht nur reden und fantasieren, sondern die sich wirklich auf den Weg machen, um ihren Traum zu leben und ihre Ideen wahr zu machen!
Dein Kickstart ist folgende Überlegung: Wie kann ich heute 100 Euro verdienen? Nicht 1.000, auch nicht 10.000 und schon gar nicht 1.000.000.000. Starte mit 100 Euro! Denk daran: Wir wollen einfach losspazieren, ohne Angst, ohne Zweifel, aber mit einem klaren Ziel. Es geht immer noch »nur« um den ersten Schritt. Wenn du also anfängst, darüber nachzudenken, wie du heute 100 Euro verdienen kannst, entstehen erste Visionen und Überlegungen, die du bloß nutzen musst, um auf Kurs zu bleiben und Fahrt aufzunehmen.
DEIN GESPÜR
IST DEIN
KOMPASS!
Schreib deine Ideen immer sofort auf, sonst drehst du dich auf deinem Weg im Kreis! Kennst du das Gefühl, wenn du eine Idee im Kopf hast oder dich an etwas erinnerst und 10 Sekunden später ist es weg, als ob es nie existiert hätte? Damit bist du nicht allein, das ist völlig normal, muss aber systematisch verhindert werden, indem du alles aufschreibst, was dir in den Sinn kommt (im Handy, auf dem Notizblock, auf einer Serviette oder was sonst noch so rumliegt). Mach dir zum Ziel, fünf Ideen zu generieren, die heute 100 Euro umsetzen könnten – und jetzt wird es interessant! Du hast die Basis, bau auf dieser Basis auf!
Wie kannst du deine Basisideen größer denken? Beispiel: Eine deiner Ideen ist es, alte Klamotten auf eBay zu verkaufen. Okay, ist gebongt, damit kannst du heute 100 Euro verdienen, einverstanden. Aber wie kann auf dieser Basis die Idee wirklich wachsen, wirklich gut werden? Was wäre, wenn nicht nur deine Klamotten verkauft würden? Wie sieht es aus, wenn du potenziell die Klamotten jeder Person in deinem Freundeskreis auf eBay verkaufen könntest und für den Service einen Prozentsatz vom Umsatz erhieltest? Schon besser! Und was, wenn es nicht mehr nur um deinen Freundeskreis, sondern um jeden Menschen geht, der seine Klamotten loswerden will, aber keine Zeit, Lust oder Expertise im Onlineverkauf über eBay hat? Was wäre, wenn du die einzelnen benötigten Schritte im operativen Prozess (Kleidung fotografieren, Artikel einstellen, bepreisen, Artikel versenden, Bewertungen managen usw.) so systematisieren könntest, dass du den operativen und zeitintensiven Teil deiner Idee jetzt an jemand anderen abgeben könntest? (Das kann so simpel sein, wie zum Beispiel die ganzen Schritte einmal aufzuschreiben und komplexe Bedienschritte am PC einfach per Screencast-Bildschirm abzufilmen und zu moderieren, was gerade gemacht wird.)
QUICK TIPP
Denk schon am Anfang deiner Idee darüber nach, wie du die einzelnen Schritte systematisieren kannst, um dich selbst ersetzbar zu machen, deine Killer-Idee beinhaltet keine 40-Stunde-Woche voller Klamotten-Fotografieren.
Das Ergebnis: Amigo, du bist deinem Mount Everest grade deutlich näher gekommen. Nicht weil du ein Zauberer bist, sondern weil du einfach losgegangen bist, klein angefangen hast. Du bist systematisch deiner Angst ausgewichen, hast eine Basis geschaffen und diese aufgeblasen. Eine der größten und einflussreichsten Geschäftsideen der letzten zehn Jahre, das soziale Netzwerk Facebook, hat als Netzwerk für einen einzigen Uni-Campus angefangen, bevor es Schritt für Schritt die Welt eingesammelt hat. Step by step, Malen nach Zahlen. Mach dich einfach auf den Weg!
MIT 100 SCHRITTEN UM DIE WELT!
Ganz wichtig: Entscheide dich, bevor du losgehst, wo dein Weg hinführen könnte. Such Wege mit unendlichem Potenzial, ohne Limitierungen. Auf welchem Weg kannst du einer Milliarde Menschen begegnen, denen du helfen kannst? Welcher Weg birgt exponentielles Wachstum? Mach dir vor deinem ersten Schritt die Kraft von exponentiellem Wachstum bewusst. Wenn du auf deinem Weg 100 »normale« Schritte gehst, bist du 100 Schritte weiter. Wenn du aber auf deinem Weg 100 exponentielle Schritte gehst (für alle Mathe-Granaten wie mich bedeutet das 1, 2, 4, 8, 16, 32 usw.), dann bist du nach der gleichen Anzahl Schritte über eine Milliarde Schritte weiter, oder mit anderen Worten: gerade um die Welt spaziert. Such dir einen grenzenlosen Weg, denk in exponentiellen Fortschritten und dann setz einfach den ersten Fuß vor. Let’s do this!
2. GO – STOP – BREATHE – GO!
Reflexion ist Perfektionierung. Ein Sprint ist super, um möglichst schnell möglichst viel Strecke zu bewältigen, aber wie lange kannst du sprinten, bevor du erschöpft umfällst? Mach dir klar, dass du einen endlichen Haushalt an Power zur Verfügung hast, den du bestmöglich hebeln musst:

In diesem Killer-Intervall solltest du deinen Marathon laufen. Wie oft hast du dir schon gedacht: »Hätte ich das mal vorher gewusst!« Mamas Weisheit »Hinterher ist man immer schlauer!« ist genau richtig und genauso übertragbar wie »Hätte, hätte, Fahrradkette!«. Nimm dir die Zeit, Erkenntnisse zu sammeln und dir darüber klar zu werden, was gerade passiert. Lös dich spätestens dann von der Aufgabe, wenn es nicht weitergeht, und komm einfach später zu ihr zurück. Lass Erkenntnisse ganz bewusst entstehen, fordere sie heraus. Gib Gas und dann warte kurz, um zu begreifen, ob es ein Zwischenergebnis gibt. Hier liegen die wahren Schätze begraben. Wenn du es nicht selbst siehst, dann frag nach. Aber jeder Sprint gebiert eine Antwort. Atme durch und hol sie dir ab! Go – stop – breathe – go!
ATMEN
Wenn ich sage: »Atme durch!«, meine ich übrigens nicht, dass du einmal kurz ein- und ausatmen sollst, sondern ich meine es ganz wörtlich: »Atme durch (dich hindurch)!« Ein kurzer Blick rüber zu unseren weisen Kollegen aus dem Bereich Yoga, den uralten Kampfkunsttraditionen aus allen Teilen der Welt, den legendären chinesischen Theorien über Sexualität, Spiritualität, emotionale Beziehungen, die Verbindung aus Körper und Geist und die stahlharte Kraft der Weichheit des Herzens bestätigt es immer wieder: Das Geheimnis liegt in der Atmung! Atmung ist Leben im Körper. Ganz bewusste, tiefe Atmung ändert sofort alles.
Probier es unbedingt mal aus! Atme langsam und tief. Durch die Nase ein und tief in deinen Rumpf. Stell dir vor, du willst mit deinem Atem einen Schwimmreifen aufblasen, den du um die Hüfte trägst. Atme in deinen unteren Bauch, in deinen Rücken hinein, tief und ruhig. Deine Atmung öffnet dich für die Welt und für dein Geschenk, das du der Welt schuldig bist.
Immer wieder sehe ich Menschen, die gekrümmt sitzen oder gebückt gehen; sie haben bildlich gesprochen einen Knoten in ihrem Wesen. Diese Körperlichkeit überträgt sich immer auch auf die Emotionalität. Eine gebeugte Haltung bedeutet immer auch eine gebeugte Seele und ein entsprechend »verschlossenes« Leben. Versuch mal, gekrümmt tief zu atmen – no way, ein Widerspruch. Aber richte dich auf, ganz gerade, atme tief, und du bist offen, fühlst dich stark und öffnest durch deine Atmung und Offenheit auch alle anderen um dich herum. Menschen, die connecten, sind offen, sie öffnen andere durch ihre Aura.
Stell dir vor, du hast eine gerade Linie, die in der Mitte deines Kopfes anfängt und senkrecht durch deinen Körper verläuft – durch deine Zunge, deinen Hals, die Brust, den Bauch bis zu deinem Damm, dem Punkt, an dem sich deine Oberschenkel treffen. Entlang dieser Linie atmest du durch dich hindurch und in die Welt hinein. Du atmest Energie und Leben durch die Nase auf dieser Linie tief in deinen Körper hinunter ein. Diese Energie atmest du dann nicht wieder »aus«, sondern auf dieser Linie in deinen Körper »hoch«, in deinen Kopf hinein, und du spürst den Sauerstoff, das Leben, wiederum wie warme Regentropfen aus deinem Kopf in deinen Körper hinunterfallen. Atme bewusst und du bist sicher, dass du lebst, und du bist offen für die Erkenntnisse deiner Wege. Atme diese Erkenntnisse ein, atme sie »hoch«, versteh sie wirklich in all ihrer Genialität!
3. BRAINSTORMING, MINDMAPPING USW.
Kinder lernen durch Bilder zu sprechen, nicht durch Worte. Brainstorming und Mindmapping sind ideale Werkzeuge, um dich dazu zu zwingen, deine rechte Gehirnhälfte zu aktivieren, die für Kreativität und Vorstellungskraft verantwortlich ist, um deine Gedanken möglichst unlimitiert zu verbildlichen. Es geht darum, Verbindungen neu zu definieren, aber auch darum, Herkömmliches ganz neu zu verstehen.
Frag dich zum Beispiel: »Was kann man mit einem Schnürsenkel alles machen?« Konventionen und vorprogrammierte Denkwege werden ganz bewusst herausgefordert, um die Schallmauer deiner Ideenfindungsprozesse zu durchbrechen und in ganz neue Sphären kreativer Denkprozesse zu gelangen.
Hier sind die wichtigen Faktoren für erfolgreiches Brainstorming.
DEIN PHYSISCHES UMFELD
Wo findet eure Session statt, wer ist dabei, wer hört dir zu, wer bewertet und wie beeinflussen diese Variablen den Fluss deiner Gedanken? Stell sicher, dass dein Brainstorming-Team sorgfältig ausgewählt wurde! Stell klare Regeln zum Ablauf des Brainstormings auf! Bis wann werden Ideen und Verbindungen einfach nur gesammelt, wann werden sie systematisch bewertet und angegriffen? Wer entscheidet gegen die Emotionen der Gruppe, ob eine Idee vielleicht doch attraktiv ist, nachdem alle gegen sie geschossen haben? Gibt es vielleicht einen neutralen Mediator?
DEIN EMOTIONALES UMFELD
Schaff dir eine Welt, in der du dich sicher fühlst, stark und wirklich fähig. Jetzt geht es nicht mehr um das, was du sehen oder anfassen kannst, sondern um all das, was du spürst und fühlst. Musik zum Beispiel geht immer an deinem Verstand vorbei und dringt in viel tiefere, emotionale Bereiche deines Wesens ein. Gib deiner Brainstorming-Session einen Soundtrack, der zur Aufgabenstellung passt. So kannst du Gelassenheit und Entspannung oder Power und Schnelligkeit ganz bewusst abrufen, indem du die richtigen Titel auswählst. Nutze Kopfhörer oder eine Anlage mit vielen Tiefen, sodass du die Musik auch im Körper spüren kannst.
Wie ist die Raumtemperatur, gibt es Getränke oder Essen und wenn ja, was genau und zu welchem Zeitpunkt? Essen macht träge, wenn es schwer und stärkehaltig ist. Obst, Nüsse und stilles Wasser sind zwar unbedingt förderlich, aber lenken genauso ab, wenn sie zum falschen Zeitpunkt zur Verfügung stehen.
Mögliche Idealszenarien für deine perfekte Brainstorming-Session:
MATERIALLISTE:
•Whiteboard und Marker (alternativ: Flipchart)
•Leeres weißes Papier DIN A4/A3/A2
•Stifte (Bleistifte mit Radiergummi/Buntstifte/Textmarker)
•Post-its
•Klebeband
•Musikanlage (iPhone-Dock)
ESSEN/GETRÄNKE:
•Stilles Wasser
•Obst
•Studentenfutter
LOCATION:
•Tisch, an dem alle Platz haben und sich gegenseitig sehen können (idealerweise rund)
•Wenn möglich an einem vorher unbekannten Ort oder zumindest außerhalb der typischen Geschäftsräume (Coworking Space, Meetingraum, Park o.Ä.)
•Möglichst ungestört (Cafés und Restaurants vermeiden)
ABLAUF:
(Das hier ist ein möglicher Ablauf von vielen, meine Empfehlung. Es gibt sicher tausend andere gute Möglichkeiten, probier einfach ein paar aus und finde den »Sweet Spot« für dich und dein Team. Ich rate dir aber auf jeden Fall, die Grundelemente mitzunehmen; diese sind erprobt und ziemlich wasserdicht.)
•Am besten gibt es einen Moderator oder bei Bedarf sogar einen Mediator, der für den lockeren Flow der Session verantwortlich ist. Er dirigiert nicht, sondern dient als neutrale Orientierungshilfe. Wenn er selbst Ideen entwickelt, soll er diese am besten einfach aufschreiben.
•Es gibt drei Blöcke à fünf Minuten, in denen offen gesammelt, geschrieben, gemalt und gebrainstormt wird. Die Länge der Session korreliert nie mit der Qualität der Ergebnisse. Wer das Gefühl hat, lange sitzen zu müssen, misst der Aufgabe unterbewusst nur mehr Komplexität bei und bringt sich in eine schwache Ausgangsposition.
•Es gibt eine klare Aufgabenstellung und jeder Fünfminutenblock hat ein definiertes Ziel. Nach jedem Block gibt es fünf Minuten Pause. Sowohl während der aktiven Blöcke als auch während der Pausen läuft Musik, aber nicht dieselbe. In den Pausen sollten alle das Umfeld kurz wechseln, aufstehen, den Modus wechseln.
•Während der verschiedenen Blöcke sollten die Ergebnisse (Blätter, Zeichnungen, Mindmaps) untereinander geteilt werden, sodass nicht jeder immer nur an seinen eigenen Ideen weiterarbeitet.
•Am Ende der Session sollte der Moderator die Ergebnisse unkommentiert zunächst einfach vorstellen.
•Danach gibt es sofort noch einen Fünfminutenblock zur freien Verfügung. Man kann sofort Ideen aufschreiben oder -malen, noch mal aufstehen und sich bewegen oder einfach nur nachdenken.
•Jetzt geht es in die offene Gesprächsrunde. Hier wird gemeinsam nach Ideen gesucht und das Erarbeitete besprochen (wichtig: Musik läuft weiterhin leise im Hintergrund). Der Moderator sollte das Gespräch leiten, mit dem Ziel, mindestens ein bis drei wirklich gute Konzepte zur weiteren Bearbeitung zu behalten. Sobald dieses Ziel erreicht ist, kann die Session aufgelöst werden, und die Ideen werden zur Inkubation mindestens eine Nacht einfach in Ruhe gelassen. Im abschließenden Schritt geht es dann um letzte Änderungen oder Ergänzungen und vor allem um klare Aktionspunkte zur Umsetzung der Ideen.
GENERELLES:
•Mindestens drei Leute am Tisch (ein Candlelight-Dinner-Duo ist immer schwierig, weil sich zwei Meinungen immer wieder frontal treffen. Ab drei Perspektiven wird es interessant.)
•Gruppe auflösen, Konstellationen ändern und frische Ideen einholen
•Maximal zehn Leute am Tisch, alles darüber wird unübersichtlich und unproduktiv. Größere Gruppen einfach teilen und räumlich trennen, um dann später die Ergebnisse zu sammeln
•Zeit vorgeben: Brainstorming dauert nicht so lange, bis die Idee da ist, sondern so lange, wie alle frisch und sharp sind. Nicht länger als 90 Minuten am Stück!
•Good vibes: Positive Stimmung, kein Druck, keine Angst, jeden Input bestärken und alles mitnehmen, es gibt hier keine schlechten Ideen.
Бесплатный фрагмент закончился.
