Читать книгу: «Perfekt einrichten»

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INHALT

Herzlich willkommen!

WIE WOHNE ICH?

Wie wir wohnen

Warum neu gestalten?

Jetzt sind Sie dran: Wie wohne ich? Was stört mich?

Wie werden Räume genutzt?

Raumfragen: Wohnzimmer

Raumfragen: Esszimmer

Raumfragen: Küche

Raumfragen: Schlafzimmer

Raumfragen: Arbeitszimmer

Raumfragen: Kinderzimmer

Typische Einrichtungsfehler

So gehen Sie bei der Einrichtung vor

WAS HABE ICH?

Bestandsaufnahme Raum

Jetzt sind Sie dran: Das ist mein Raum

Möbel brauchen Platz

Clever gelöst: Bügelbrett und Co verstauen

Bestandsaufnahme Möbel

Anders geht immer: Einfache Fabrikware aufmöbeln

Möbel messen und zeichnen

Jetzt sind Sie dran: Das sind meine Möbel

Wohin mit meinen Sachen?

Gut zu wissen: Die ideale Möbelgröße ermitteln

Jetzt sind Sie dran: Was ich alles verstauen möchte

Ausmisten

WO WILL ICH HIN?

Das Wohnzimmer

Gut zu wissen: Sofa richtig platzieren

Esszimmer und Essplatz

Das Schlafzimmer

Clever gelöst: Begehbarer Kleiderschrank im Schlafzimmer

Die Küche

Clever gelöst: Essplatz in die Küche integrieren

Arbeitszimmer und Homeoffice

Clever gelöst: Homeoffice integrieren

Das Kinderzimmer

Das Badezimmer

Clever gelöst: Mehr Stauraum im Bad

Der Eingangsbereich

Anders geht immer: Schuhe mit Stil aufbewahren

Das Gästezimmer

Clever gelöst: Wohin mit den Gästen? Räume mit Doppelnutzen

RÄUME GESTALTEN

Farbe richtig einsetzen

Gut zu wissen: Gezielt bunt

Gut zu wissen: Wie Farben den Raum verändern

Anders geht immer: Zimmertüren gestalten

Böden gestalten

Wände gestalten

Decken gestalten

Anders geht immer: Heizkörper gestalten

Räume optisch verbinden

Offene Bereiche optisch gliedern

Clever gelöst: Durchgangszimmer optimal nutzen

Licht und Leuchten

Gut zu wissen: Lumen, Kelvin und Co

Jetzt sind Sie dran: Das will ich in meinem Raum!

RÄUME EINRICHTEN

Wohin mit den Möbeln?

Clever gelöst: Mehr Stauraum schaffen

Kleine Räume einrichten

Lange, schmale Räume einrichten

Niedrige Räume einrichten

Große Räume einrichten

Clever gelöst: Räume mit Dachschrägen

Klappen, falten, schieben: Möbel mit Mehrwert

Clever gelöst: Schmale Flure sinnvoll nutzen

Jetzt sind Sie dran: So passen die Möbel!

Wohnen mit allen Sinnen

Teppiche

Vorhänge und Fensterschmuck

Stoffe und Felle

Bilder und Kunst

Gut zu wissen: Bilder arrangieren

Pflanzen

Anders geht immer: Gästetoilette gestalten

WAS IST MEIN STIL?

Persönlichen Stil entwickeln

Anders geht immer: Musikinstrumente präsentieren

Strategien zum stimmigen Konzept

Gut zu wissen: Moodboards erstellen

Sammeln und resümieren

Jetzt sind Sie dran: Das ist mein Stil

Das Deko-ABC

Schöner Schnickschnack

Gut zu wissen: Der Goldene Schnitt

Bücherregale gestalten

Wohnen mit Katzen und Hunden

Regeln sind zum Brechen da

Jetzt sind Sie dran: Dekorieren

LOS GEHT‘S!

Die praktische Umsetzung

Jetzt sind Sie dran: Los geht’s!

Anders geht immer: Originell die Wände streichen

Was Sie nicht vergessen sollten

Jetzt sind Sie dran: Umgestalten ohne Stress

Startklar zum Wohnen

Register

Credits

Impressum


HERZLICH WILLKOMMEN!

Mit dem Einrichten ist es ein bisschen so wie mit dem Singen: Jeder kann es und die meisten Menschen singen gern, nur hört es sich bei manchen einfach besser an als bei anderen. Ganz ähnlich verhält es sich auch mit der Gestaltung und Möblierung der eigenen vier Wände. Manchen Menschen scheint eine stimmige, individuelle Einrichtung scheinbar mühelos zu gelingen, indem sie ihrem bereits wie auch immer ausgebildeten Geschmack und Stil intuitiv folgen, anderen fehlt es in dieser Hinsicht an Sicherheit. Dieser Ratgeber begleitet Sie bei der Neu- oder Umgestaltung Ihrer Räume. Wir zeigen Ihnen, wie Sie den Wohnstil finden, der tatsächlich Ihrer Persönlichkeit entspricht. Vorneweg bemerkt: Für eine schöne Wohnung ist nicht in erster Linie das Budget ausschlaggebend; vielmehr gilt es, grundlegende Gestaltungsregeln zu beachten, die eigenen Wünsche und Anforderungen genau zu kennen und die räumlichen Gegebenheiten einzubeziehen.

In den folgenden Kapiteln erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie Ihren Wunsch nach „frischem Wind“ in den eigenen vier Wänden verwirklichen können und alle Elemente – Möbel, Farben und Materialien von Wänden, Böden und Decken, aber auch Fenster und Türen, Textilien, Bilder und Dekoration – in ein Gesamtkonzept einbeziehen. Zunächst werden Sie dazu Ihr Wohnverhalten näher ins Visier nehmen, Ihre Bedürfnisse entdecken und Ihre Räume erkunden, um anschließend entscheiden zu können, was genau verändert werden soll. Nach der gezielten Bestandsaufnahme geht es ans Träumen und Planen. Wir unterstützen Sie hier mit viel Wissenswertem zum kreativen Umgang mit den Räumen, den Möbeln und all den anderen Elementen und Materialien, die ein attraktives Zuhause ausmachen.

Auf unseren „Gut zu wissen!“-Seiten vermitteln wir Ihnen die Basics anschaulich, um Ihnen das grundlegende Handwerkszeug für eine gelungene Neugestaltung an die Hand zu geben. Auf den „Anders geht immer!“-Seiten zeigen wir für verschiedene Themen, etwas abseits vom Mainstream, Lösungen auf, die – so steht zu hoffen – Ihre Kreativität beflügeln und Sie auf eigene Ideen für Ihr Umfeld bringen. Für die typischen Problemzonen beim Einrichten erhalten Sie jeweils unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten auf unseren Seiten „Clever gelöst!“. Durch die „Jetzt sind Sie dran!“-Seiten können Sie fortlaufend Ihre ganz persönlichen Überlegungen und Zwischenresümees auf den Punkt bringen und festhalten.

Damit Sie bei der anschließenden Umsetzung nicht im Chaos versinken, unterstützen wir Sie mit Tricks und Kniffen und geben Ihnen Anregungen für den letzten Schliff.

WIE WOHNE ICH?

Viel zu schnell findet man sich im Alltag mit nervigen Kleinigkeiten ab, die sich eigentlich leicht verändern ließen. Der erste Schritt auf dem Weg zur perfekten Einrichtung ist daher ein kritischer Blick auf das eigene Zuhause. Warum wünschen Sie sich eine Veränderung? Woran stören Sie sich schon lange? Und wie nutzen Sie eigentlich Ihre Räume? Auch wenn im Grundriss „Schlafzimmer“ steht, ist der Raum vielleicht als Wohnzimmer viel besser geeignet! Anschließend können Sie festlegen, ob Sie Details verändern oder eine Rundumerneuerung starten möchten.

WIE WIR WOHNEN

Jeder Mensch wohnt – irgendwie. Aber wie zufrieden sind die Wohnenden eigentlich mit ihrem Zuhause und wie sieht es in den Wohnungen tatsächlich aus?

Laut einer Umfrage der Interhype AG aus dem Jahr 2018 ist 57 Prozent aller Befragten das Zuhause sehr wichtig, weitere 40 Prozent stufen es als wichtig ein. Die eigene Wohnung, das eigene Haus vermitteln Geborgenheit, Gemütlichkeit, Privatsphäre – ein sicherer Rückzugsort. Und: Hier ist der Ort, wo man am meisten Zeit mit der Familie und Freunden verbringt.

Eine typische Wohnung in Deutschland besteht aus vier Zimmern, Küche und Bad auf insgesamt rund 106 Quadratmetern. Aktuell stehen jedem Deutschen durchschnittlich 46 Quadratmeter Wohnraum zur Verfügung. Der übliche Grundriss besteht aus einem Flur mit Garderobe, von dem Wohnzimmer, Schlafzimmer, Kinderzimmer, Küche und Bad abgehen. Besuch empfängt man im Flur, um ihn im Anschluss ins Wohnzimmer zu bitten. Dort nehmen wir meist auf einem grauen Sofa Platz, das im Ensemble mit einem Couchtisch steht und den Blick auf den Fernseher und eine lockere, aus Modulen bestehende Schrankwand aus hellem Eichenholz bietet. Wuchtige, dunkle Schrankwände sind zumindest bei den unter 50-Jährigen verschwunden.

Durch die sich wandelnde Technik und digitale Speichermöglichkeiten für Bücher, Filme und Musik wird weniger Stauraum benötigt. Die Möbel stehen bevorzugt auf einem Echtholz imitierenden Laminatboden. Ein paar Fotos, Bilder, Pflanzen und verschiedene dekorative Elemente hauchen dem repräsentativen Raum eine individuelle Note ein. Die Raufasertapete befindet sich auf dem Rückzug, die Wände sind meist weiß gestrichen.

Das Sofa ist das Lieblingsmöbel im Wohnzimmer, auf dem mindestens drei Stunden pro Tag verbracht werden – Fernsehen und Streamen ist die häufigste Aktivität im Wohnzimmer (94 Prozent). Aber hier trifft man sich auch mit Freunden, verbringt Zeit mit der Familie, feiert, isst, geht seinen Hobbys nach oder zieht sich zurück. Immerhin 25 Prozent nutzen den Raum auch als Arbeitsort. Die Küche als kommunikativer Treffpunkt öffnet sich zunehmend in Richtung Wohnzimmer, bleibt aber noch klar als Küche erkennbar. Der Esstisch oder zumindest ein kleiner Frühstücksplatz wird gern in Form eines kleinen Tischchens oder einer Theke in die Küche integriert. Immerhin schon 41 Prozent der Deutschen haben einen offenen Wohnbereich. Wohnen und Kochen werden in den nächsten Jahren wohl weiter miteinander verschmelzen.

Das Bad ist neben dem Schlafzimmer der drittwichtigste Raum der Wohnung, den wir im Schnitt 40 Minuten täglich nutzen. In den letzten Jahren wuchs die Größe des Bades von 6 auf 9,1 Quadratmeter an. Bei einer durchschnittlich alle neunzehneinhalb Jahre vorgenommenen Renovierung ist die bodenebene Dusche ein häufiger Wunsch. Noch dominiert die weiße Fliese mit sparsam gesetzten Farbakzenten die Optik.

Ist ein gemütliches Zuhause der Schlüssel zum Glück? Immerhin geben die Deutschen jedes Jahr etwa 36 Milliarden Euro für Möbel und Einrichtungsgegenstände aus. Dabei hat jeder Mensch andere Vorstellungen vom „perfekten“ Wohnen: Der eine möchte Funktionalität, der andere einen sicheren Rückzugsort, der nächste eine repräsentative Umgebung zum Feiern und Kommunizieren. Allen ist gemein, dass sie zu Hause glücklich sein und ihrer Persönlichkeit Ausdruck verleihen möchten.

Mehrere unterschiedliche Sitzmöglichkeiten laden in diesen Wohnzimmern zum geselligen Beisammensein ein.

WARUM NEU GESTALTEN?

Wo gewohnt wird, wird gelebt. Und wie man sich im Lauf des Lebens mit seinen Gewohnheiten und Vorlieben selbst verändert, so gestalten sich auch die Ansprüche an das eigene Zuhause mit der Zeit. Wohnen ist nichts Statisches, es befindet sich im ständigen Wandel.

Das Bedürfnis nach einer größeren Veränderung überkommt uns meist unvermittelt – ohne, dass wir sagen können, was genau uns stört. Worin liegt Ihre Motivation, Ihre Umgebung neu zu gestalten? Versuchen Sie, dieser Frage einmal auf den Grund zu gehen. Oft wirken mehrere Faktoren zusammen – oder der Grund für die Unzufriedenheit mit dem aktuellen Zustand liegt woanders, als Sie glauben. Vielleicht wünschen Sie sich nur ein neues Sofa, weil das alte durchgesessen und verschlissen ist. Aber: Passen dann Vorhänge, Wandfarbe, Kissen, Teppich, Bilder noch zum neuen Möbel? Und steht das Sofa überhaupt an der richtigen Stelle im Raum? Sähe es um 90 Grad gedreht nicht viel besser aus? Horchen Sie genau in sich hinein: Soll wirklich nur das Sofa ersetzt werden oder können Sie sich mit dem alten Look des Raumes insgesamt nicht mehr identifizieren? Hat sich gar Ihr Geschmack verändert?

Mehr Stauraum, mehr Persönlichkeit

Oder Sie trifft eine umwerfende Erkenntnis: Inzwischen haben sich tatsächlich in sämtlichen Ecken Ihres Arbeitszimmers Stapel an Büchern, Ordnern oder anderer Krimskrams angesammelt. Jeder bisherige Versuch, diese zu beseitigen, scheiterte allerdings an mangelndem Stauraum. Also muss ein neuer Schrank her. Aber wohin? Vielleicht wäre es sinnvoller, gleich das Arbeitszimmer mit dem Schlafzimmer zu tauschen? Vielleicht brauchen Sie auch nicht mehr Möbel, sondern lediglich besser für Ihre Zwecke geeignete?

Möglicherweise stellen Sie auch einfach fest, dass Ihre Räume zu wenig über Ihre Persönlichkeit aussagen. Sie stehen inzwischen mitten im Berufsleben, Ihre Wohnung versprüht aber immer noch das Flair einer Studenten-WG? Dann ist es an der Zeit, auch die Wohnung erwachsen werden zu lassen und dem weiterentwickelten Geschmack und Budget anzupassen.

Alles auf Anfang

Stehen ein Umzug oder gar ein Hausbau an, muss man zwangsläufig übers Wohnen, Möblieren und Gestalten nachdenken. Welchem Raum schreibt man welche Funktion zu? Welche Möbel möchte ich mitnehmen, welche dagegen neu anschaffen? Welche Atmosphäre soll mein neues Zuhause bekommen?

Vielleicht beziehen Sie auch mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin die erste gemeinsame Wohnung. Dann prallen mitunter Welten aufeinander und die eine Hälfte des gemeinsamen Möbelbestands ist geradlinig und nüchtern, während die andere Hälfte mit Farben, Mustern und Deko prunkt. Auch hier findet sich eine Lösung zur harmonischen Vereinigung dieser Gegensätze; die praktischen Anforderungen an die Möblierung und Ihre vorhandenen gemeinsamen Vorlieben dienen als Ausgangspunkte.

Familienleben

In einer Familie gibt es zahlreiche Ereignisse und Anlässe, die einen über die Wohnsituation nachgrübeln lassen. Wird ein Kinderzimmer für zukünftigen Nachwuchs eingeplant? Muss das jetzige Arbeitszimmer dafür weichen? Und wo bringen Sie dann den Schreibtisch unter? Sind die Kinder klein, möchte man sie auch nachts möglichst nahe am eigenen Schlafzimmer wissen – bei einem Teenager sieht das schon wieder ganz anders aus. Da ist es vielleicht dem Familienfrieden zuträglicher, wenn zwischen Jugend- und Schlafzimmer ein Raum als „Schallmauer“ fungiert. Und ist das Kind dann ausgezogen, kann der Freiraum womöglich für den lang ersehnten begehbaren Kleiderschrank oder den Hobbyraum zum Nähen und Basteln umgenutzt werden.

Wohnen ist Leben. Dementsprechend sollte man sich mit Freude und Spaß immer aufs Neue der Herausforderung stellen, sein privates Umfeld – sein Zuhause – an den sich wandelnden eigenen Bedürfnissen und Vorstellungen auszurichten.

Räume brauchen Persönlichkeit

Durchgestylte Wohnungen und eine bis ins letzte durchdachte Gestaltung, wie wir sie in Wohnzeitschriften sehen, mögen auf den ersten Blick harmonisch und anziehend wirken. Nichts liegt herum, alles ist perfekt aufeinander abgestimmt und ausgesucht. Einrichtungshäuser bieten für solche Räume Gesamtkonzepte zur sofortigen Mitnahme an – von den Möbeln über die Bilder bis hin zur Tischdekoration.

Doch individuelles und authentisches Wohnen passt nicht in fertige Programme: Was den Raumkonzepten „von der Stange“ fehlt, ist die persönliche Atmosphäre. Und genau diese ist der wichtigste Grund dafür, dass wir uns in einem Raum wirklich wohlfühlen. Erst der eigene „Fingerabdruck“ der Bewohner macht spürbar, dass ein Raum tatsächlich bewohnt wird. Auch wenn es einfacher erscheint, vorbereiteten Konzepten zu folgen: Nur wenn man die Herausforderung annimmt, seine Persönlichkeit mit in den Raum, in die Wohnung einzubringen, wird man sich wirklich zu Hause fühlen. Mitunter muss dann die kitschige Froschsammlung doch ihren Weg ins Regal finden oder das Foto vom letzten Urlaub mit Maskingtape an der Wand kleben.

Anregungen und Inspirationen in Magazinen, Büchern und Möbelläden zu sammeln, sich über Materialien, Stile, Farben und Formen zu informieren, das alles ist natürlich völlig in Ordnung; das gesammelte Wissen sollte nur aktiv in den persönlichen Entscheidungsprozess einfließen. Dann können Möbelstücke, Farbkonzepte und Materialien bewusst gewählt werden, sodass das Ergebnis perfekt zum eigenen Charakter, Lebensstil und zur Persönlichkeit passt – wie eine gut sitzende Jeans, in der man sich wohlfühlt.

Gestaltung macht das Leben leichter

Selbstbestimmtes Gestalten und Einrichten ist deshalb so elementar, weil Sie damit auch Einfluss auf Ihr Verhalten nehmen: Was wir schätzen und mögen, achten wir auch mehr. Persönliche Dinge, an denen unser Herz hängt, sind für eine authentische Einrichtung ungemein wichtig. Leicht zu verstehen, wenn man an ein Hotelzimmer denkt, eine Wohnung auf Zeit. Es mag noch so schön und ausgesucht gestaltet sein – schlafen können Sie aber erst richtig gut, wenn Sie ausgepackt haben und Ihr Krimskrams sichtbar herumsteht. Denn dann haben Sie dem Raum ein klein wenig Ihr persönliches Gepräge verliehen und ihn damit für sich in Besitz genommen.

Gute Gestaltung berücksichtigt aber auch die praktischen Aspekte. Eine auf Ihre Bedürfnisse abgestimmte Raumaufteilung wird Ihnen den Alltag bedeutend erleichtern. Lassen Sie sich nicht von vorgegebenen Nutzungen gängeln! Zu einer bewusst persönlich konzipierten Einrichtung gehört auch, Materialien, Farben und Oberflächen so auszuwählen, dass sie zu Ihnen und Ihrem Leben passen. Dann sind auch die ermüdenden Streitereien über Ordnung mit dem Partner und die ständige Angst, dass die Kinder auf dem hellen Sofa Schokokekse essen könnten, rasch Vergangenheit. Die Kinder erhalten vielleicht eine Spielecke im Wohnzimmer – und das Spielzeug fliegt (hoffentlich!) nicht mehr im ganzen Raum herum. Für das helle Stoffsofa und die minimalistische Einrichtung ist später, wenn die Kinder größer sind, noch reichlich Gelegenheit.

Eines sollten Sie bei der Planung Ihrer Einrichtung auf jeden Fall im Kopf behalten:

Wohnen verändert sich ständig, wie Sie selbst, Ihre Umgebung und Ihre Bedürfnisse. Auch wenn Sie Ihre Wohnung oder Ihr Haus noch so durchdacht gestalten – ein paar Jahre später definieren Sie die perfekte Einrichtung wieder neu.

GUT ZU WISSEN

Sammeln, Sammeln, Sammeln

Nehmen Sie die Fragebögen, sämtliche Zeichnungen, Materialien, Inspirationen und sonstigen Ideen, die Sie im Zuge der Lektüre dieses Buches ansprechen, und sammeln Sie diese in einem Skizzenbuch, in einer Box, einem Ordner oder sonst wo. Legen Sie sich Ihren eigenen Kreativ-Pool an!

WIE WOHNE ICH? WAS STÖRT MICH?

Ob der Schuhberg im Flur, die immer überfüllte Garderobe oder der unübersichtlich vollgestopfte Vorratsschrank – irgendwo hakt es wahrscheinlich bei jedem. Finden Sie heraus, was Sie unbedingt ändern möchten – und vielleicht sogar schnell können.

Welcher Raum oder Bereich hat eine Neugestaltung am nötigsten?

Gefällt mir trotzdem etwas an diesem Raum oder Bereich besonders gut?

Wie nutze ich ihn bislang? Wo liegen seine Schwächen?

Welche Gewohnheiten und Bedürfnisse verbinden sich mit diesem Raum oder Bereich?

Wie will ich ihn künftig nutzen? Was will ich in ihm tun?

Ist der Raum oder Bereich nur für mich oder für mich und meine Lieben? Betreten ihn gar Fremde?

Eignet er sich für meine Nutzung? Erfüllt ein anderes Zimmer diesen Zweck besser?

Wie kann der Raum meiner jetzigen Lebenssituation gerechter werden?

Fazit

Nutzen Sie Ihre Antworten, um sich nicht nur klarzumachen, womit Sie eigentlich in Ihrem Raum unzufrieden sind, sondern auch, um sich Ihrer persönlichen Wünsche bewusst zu werden.

WIE WERDEN RÄUME GENUTZT?

In einer Wohnung erfüllen unterschiedliche Räume unterschiedliche Funktionen. „Ist doch klar!“, werden Sie sagen. Dabei kann es ein fruchtbares Unterfangen sein, zu prüfen, wie man diese Funktionen eigentlich empfindet.

Eingangsbereich, Flur und Wohnzimmer werden in den meisten Haushalten neben der Familie auch von Freunden und Besuchern betreten. Hier zeigen Sie viel von Ihrer Persönlichkeit, Ihrem Anspruch und davon, was Ihnen wichtig ist. Schon in der Küche ist das nicht mehr ganz so eindeutig. Während sich in einer separaten Küche vor allem die Bewohner zum Kochen aufhalten, werden in einer Wohnküche mit Esstisch auch Gäste bewirtet. In einem offenen Wohnkonzept mit fließenden Übergängen von Koch-, Ess- und Wohnbereich ist die Küche ein zentraler Treffpunkt.

Zum Schlafzimmer erhalten Besucher meist keinen Zutritt, was leider manchmal dazu verführt, diesen Raum zu vernachlässigen: „Sieht ja keiner.“ Dabei ist dies doch ein Zimmer ganz für Sie persönlich! Hier können Sie auch einmal etwas Gewagtes ausprobieren, etwa eine auffällige Wandfarbe oder Mustertapete.

Rückzug oder Repräsentation?

Ob Sie einen Raum eher privat oder öffentlich definieren, hängt sehr von Ihrem Charakter und von Ihren Lebensgewohnheiten ab. Und selbst kommunikative Menschen benötigen in ihrem Zuhause einen Rückzugsort: Das kann eine Leseecke oder ein ganzes Bastelzimmer sein.

Was tun Sie wo am liebsten?

Wie viel Platz bietet Ihre Wohnung? Je kleiner die Fläche, desto wichtiger ist es, die Räume nicht nur an ästhetischen, sondern ebenso an praktischen Ansprüchen zu messen. Aber auch, wenn reichlich Platz zur Verfügung steht, sollte man bei der Möblierung nicht nur an die optische Wirkung denken. Bedenken Sie immer auch den Zweck des Raums: Einen gestylten, aber unpraktischen Raum wird man kaum nutzen.

Dieser offene Wohnbereich erzählt Besuchern viel über Vorlieben und Geschmack der Bewohner.

Die Bewohner dieses Schlafzimmers mögen helle, natürliche Farben und Materialien besonders.

Was tun Sie zuerst, wenn Sie die Wohnung betreten? Hängen Sie im Flur Ihre Jacke auf einen Bügel und dann in den Garderobenschrank? Oder lieber an einen offenen Wandhaken? Wo ziehen Sie die Schuhe aus? Setzen Sie sich dafür gerne hin? Und wo landen Tasche, Schlüssel, Geldbeutel?

Gehen Sie im Wohnzimmer direkt auf das Sofa zu und schalten den Fernseher ein? Oder setzen Sie sich zuerst an den Computer?

Wie verhalten Sie sich, wenn Sie abends das Schlafzimmer betreten? Hängen Sie Kleidungsstücke, die Sie am nächsten Tag noch einmal tragen möchten, ordentlich auf einen Bügel? Oder landet alles auf einem Stuhl?

Begeben Sie sich auf einen gedanklichen Rundgang durch Ihre Räume und überlegen Sie sich, welche Handlungen Sie wo verrichten möchten und welche Möbelstücke dazu praktisch wären. Nur weil ins Wohnzimmer vermeintlich ein Sofa gehört, muss das nicht unbedingt für Ihr Wohnzimmer gelten, wenn Sie lieber in einem bequemen Lesesessel sitzen.

Werden Sie sich klar darüber, wie Sie Ihre Zimmer nutzen. Die Möblierung muss nicht nur gut aussehen, sondern auch Ihre Gewohnheiten unterstützen – Nutzbarkeit bildet die Essenz guter Gestaltung abseits von Geschmack und Stil.

Passt der Raum zur Nutzung?

Nur weil im Grundriss ein Raum mit „Wohnzimmer“ beschriftet ist, muss er nicht auch eins werden. Vielleicht treffen Sie Ihre Freunde ja lieber in einem Restaurant oder beim Sport? Andererseits besitzen Sie sehr viele Kleidungsstücke und Schuhe? Warum dann nicht den größeren Raum zum Schlafzimmer mit begehbarem Kleiderschrank ummodeln! Befindet sich die Wohnung in Ihrem Eigentum, können Sie natürlich auch darüber nachdenken, zwei Räume zusammenzulegen oder umgekehrt.

Wie steht es dann im nächsten Schritt um die konkreten Gegebenheiten? Gibt es Wandvorsprünge oder Nischen in Kombination mit viel Fensterfläche, sodass sich kaum Schränke aufstellen lassen? Bekommt ein Raum weniger Tageslicht ab? Dann ist er vielleicht eher als Schlafzimmer geeignet. Ein Schlafzimmer mit auf eine viel befahrene Straße hinausgehenden Fenstern empfiehlt sich dagegen eher weniger.

Machen Sie Fotos! Gerade wenn Sie schon länger in der Wohnung leben, hilft das, die Räume neu und aus einer gewissen Distanz zu sehen und Vorzüge oder Nachteile herauszufinden, die Ihnen vielleicht nie bewusst geworden sind.

Stellen Sie Ihren Räumen Fragen!

Drehen Sie sich in der Mitte eines Raumes einmal um die eigene Achse. Was gefällt Ihnen an Ihrem Raum? Was stört Sie? Wie empfinden Sie die Möblierung? Wie wirken die Räume? Zu voll, zu kalt, zu unmodern? Haben Sie wirklich ausreichend Stauraum für Bücher, Kleidung, Geschirr, Hobby? Oder ausreichend Bodenfläche für Yoga oder Gymnastik?

Ein kritischer Blick auf Ihr eigenes Wohnverhalten und auf die baulichen Gegebenheiten bildet die Grundlage jeder Neugestaltung. Auf den folgenden Seiten finden Sie Anregungen für Fragen, die Sie sich zu Ihren Räumen stellen können, um Ihren Bedürfnissen und Ansprüchen auf den Grund zu gehen.

WOHNZIMMER

Hier empfangen wir Besuch und zeigen, wer wir sind und was uns wichtig ist. Im Wohnzimmer sprechen wir mit Freunden wie Fremden oder feiern auch mal, zugleich fungiert es als unser privater Rückzugsort. Kleine Kinder spielen oftmals lieber im Wohnbereich, nahe bei den Eltern, als im Kinderzimmer.

Was stört mich an meinem Wohnzimmer? Die Atmosphäre, bestimmte Möbelstücke? Werde ich der Unordnung nicht mehr Herr?

Wirkt mein Wohnzimmer zu blass oder bunt?

Habe ich ausreichend Stauraum?

Sind meine Möbel so angeordnet, dass ich mich mit Besuch unterhalten kann? Oder sitzen wir wie die Hühner auf der Stange?

Stehen alle Möbel an der Wand und der Raum wirkt wie ein Ballsaal?

Wirken meine Bilder an der Wand verloren und hängen sie in der richtigen Höhe?

Habe ich mehrere Lichtquellen für unterschiedliche Lichtstimmungen?

Sind meine Zimmerpflanzen zwar zahlreich, aber leider weder attraktiv noch gesund?

Habe ich zu viel oder zu wenig Deko?

Wirken die Sitzmöbel durch den Teppich wie eine gemütliche Insel?

ESSZIMMER

Haben Sie ein separates Esszimmer oder ist der Essbereich Teil der Küche, des Wohnzimmers oder eines offenen Wohnbereichs? Der Esstisch wird nicht nur zu den Mahlzeiten genutzt – hier machen die Kinder Hausaufgaben, Spieleabende werden ausgetragen, Gäste bewirtet. Da wird es rasch eng. Wie kann der Tisch vergrößert werden? Auch nach dem Essen bleibt man in angenehmer Gesellschaft gern am Tisch sitzen … wenn bequeme Stühle und die Atmosphäre dazu einladen.

Gibt es Abstellfläche in Reichweite des Tisches?

Sind genügend Sitzgelegenheiten vorhanden?

Ist die Tischfläche ausreichend beleuchtet? Oder blendet das Licht?

Ist der Tisch groß genug? Kann er vergrößert werden?

Wie weit ist der Weg von der Küche zum Esstisch?

Können Geschirr und Besteck in der Nähe der Essgruppe untergebracht werden?

Wird der Tisch nur zum Essen oder auch für andere Tätigkeiten genutzt?

Sind die Stühle bequem?

Verliert sich die Essgruppe im Raum? Oder passen die Proportionen?

KÜCHE

Die Ansprüche an eine Küche können sehr unterschiedlich sein. Wird täglich für mehrere Personen gekocht, sind die Anforderungen höher als in einem Haushalt, in dem meist auswärts gegessen wird. Welche Funktionen die Küche erfüllt, hängt auch von der Raumgröße ab. In einer kleinen, abgeschlossenen Küche wird wahrscheinlich nur gekocht. Ist sie größer und vielleicht sogar offen, findet hier das Familienleben statt und auch Freunde und Bekannte werden hier empfangen.

Kochen Sie häufig und für mehrere Personen? Oder essen Sie meist außer Haus?

Sind Kühlschrank, Spüle und Herd so angeordnet, dass die Arbeitsabläufe effizient sind?

Gibt es eine Sitzgelegenheit oder einen kleinen Frühstücksplatz?

Wie ist die Atmosphäre in Ihrer Küche? Wirkt sie wohnlich?

Habe ich ausreichend Stauraum?

Habe ich gutes Arbeitslicht auf der Arbeitsplatte?

Sind die Küchenutensilien attraktiv, passen sie zum Stil meiner Küche?

Entspricht der Stil der Küche noch meinem Geschmack?

Habe ich ausreichend Arbeitsfläche? Befindet sie sich auf der richtigen Höhe?

SCHLAFZIMMER

Das Schlafzimmer ist ein sehr privater Raum, der leider häufig vernachlässigt wird – er dient ja „nur“ zum Schlafen. Aber eine entspannte, ordentliche und wohnliche Atmosphäre trägt wesentlich zu einem erholsamen Schlaf bei. Und das Schlafzimmer ist auch Ihr Rückzugsort – viel zu schade, um hier nur die Wäsche zu verstauen. Richten Sie sich eine Leseecke zum Krafttanken ein. Mit Bildern und Erinnerungsstücken schaffen Sie Ihr ganz persönliches Wohlfühlambiente.

Lässt sich das Schlafzimmer verdunkeln?

Drücken die Bilder meine Persönlichkeit aus?

Sieht die Bettwäsche schön aus, fühlt sie sich angenehm an?

Stehe ich barfuß auf dem nackten Boden oder auf einem Teppich?

Kann das Schlafzimmer hell erleuchtet werden? Oder lässt sich auch eine gemütliche Lichtstimmung am Abend erzeugen?

Verfügt es über ausreichend Sichtschutz von außen?

Hat das Bett die richtige Größe und Höhe?

Gibt es eine Sitzgelegenheit?

Lenken elektronische Geräte von einem erholsamen Schlaf ab?

Findet sich ausreichend Stauraum für die Wäsche und die Garderobe?

ARBEITSZIMMER

Einen kleinen Schreibplatz für private Unterlagen, vielleicht den Computer und die Korrespondenz braucht jeder. Dafür findet sich vielleicht auch eine Ecke im Wohnoder Schlafzimmer oder gar im Flur. Arbeitet man allerdings häufig von zu Hause aus, sind die Ansprüche größer: Unterlagen und Arbeitsmaterialien wollen zweckmäßig und ordentlich untergebracht sein. Der Vorteil eines separaten Arbeitszimmers: Sie können am Abend guten Gewissens die Tür hinter sich zumachen!

Wirkt mein Arbeitsplatz wohnlich oder technisch?

Findet sich womöglich Raum für Zimmerpflanzen?

Habe ich ausreichend Stauraum für Ordner und Unterlagen?

Blendet mich eine Lichtquelle? Oder spiegelt sich Licht störend auf glatten Flächen?

Fällt ausreichend Tageslicht ins Arbeitszimmer?

Ist mein Arbeitsplatz groß genug?

Ist die Beleuchtung bildschirmgerecht und ausreichend zum Arbeiten?

Sind die Kabel ordentlich und sicher geführt?

Sitze ich ergonomisch?

KINDERZIMMER

Kinderzimmer müssen wahre Raumwunder sein: Sie sind Rückzugsort, Treffpunkt, Schlafzimmer, Lern- und Arbeitszimmer. Werden die Kinder älter, verändern sich die Ansprüche. Außerdem krempelt der mitunter schlagartig wechselnde Geschmack der Bewohner das Zimmer regelmäßig um. In einer chaotischen, zusammengewürfelten Umgebung nimmt die Unordnung noch schneller überhand – dann spielen die Kinder überall in der Wohnung, nur nicht im Kinderzimmer.

Sind die Staumöglichkeiten praktisch, um schnell und einfach aufräumen zu können?

Gibt es eine Kuschelecke?

Gibt es ausreichend Stauraum, an den das Kind auch selbst herankommt?

Können unterschiedliche Lichtstimmungen geschaffen werden?

Lässt sich der Raum ausreichend verdunkeln?

Ist ausreichend Bodenfläche frei, um spielen zu können?

Typische Einrichtungsfehler

Sieht es bei anderen irgendwie gemütlicher aus als bei Ihnen? Dabei passt das schicke Sofa perfekt zur Wandfarbe, der Teppich ist neu – aber trotzdem will das Wohlfühlgefühl nicht richtig aufkommen. Ein klassischer Einrichtungsfehler könnte die Ursache sein …

Doch aus Fehlern kann man lernen. Folgende Fauxpas gelten für alle Wohnräume, ob Wohn-, Schlaf- oder Kinderzimmer. Erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie diese Fehltritte zukünftig vermeiden.

Horror vacui

Sämtliche Möbel stehen an der Wand oder die Möbel quetschen sich nur in einen Teil des Raumes, der Rest kommt eher einem Tanzsaal gleich. Die Lösung: Nutzen Sie auch die Raummitte. Viele Möbel machen eine sehr gute Figur, wenn sie frei im Raum stehen – sei es ein Sofa, ein Schreibtisch oder auch ein Bett.

Unproportioniert

Die Möbel sind zu groß oder zu klein für den Raum.

Die Lösung: Viele kleine Möbel in einem großen Raum verleihen ihm die Atmosphäre einer Puppenstube. Zu große Möbelstücke lassen ein kleines Zimmer noch kleiner erscheinen. Stellen Sie lieber zwei kleinere Polstermöbel in ein kleines Wohnzimmer als eine große Couch. Das wirkt lockerer und Sie können mit Ihrem Gegenüber zudem von Angesicht zu Angesicht sprechen.

Vollgestopft

Die offenen Möbelstücke wirken chaotisch, die Bücherregale quellen über.

Die Lösung: Misten Sie aus und füllen Sie die offenen Regale nur mäßig. Dekorieren Sie schöne Objekte zwischen den Büchern. Das wirkt luftiger und harmonischer.

Teppich? Welcher Teppich?

Die Farbe und das Muster des Teppichs sind schön, doch wirkt er wie ein Fußabtreter vor dem großen Sofa.

Die Lösung: Egal, in welchen Raum Sie einen Teppich legen möchten, bestimmen Sie zuerst die Möblierung. Erst wenn beispielsweise im Wohnzimmer Größe und Anordnung der Sitzmöbel feststehen, legen Sie auch die Größe des Teppichs fest und suchen dann einen nach Art, Farbe, Muster und Größe passenden aus.

Solist sucht Mitspieler

Der Raum wirkt kühl und unpersönlich, dabei hängt ein Bild an der Wand.

Die Lösung: Bilder wirken gern in Gruppen. Betrachten Sie die freie Wand als Leinwand. Das Verhältnis von Bildern und Dekoration zu freier Fläche sollte ausgewogen sein. Kombinieren Sie das Bild mit anderen und arrangieren es zu einem Gesamtkunstwerk.

Schwarze Löcher

Tagsüber erfreut Sie der schöne freie Blick durch die Fenster ins Grüne, abends allerdings wirken die großen dunklen Glasscheiben bedrückend.

Die Lösung: Bringen Sie eine passende Fensterdekoration an; Länge und Stil der Vorhänge beeinflussen die Atmosphäre des Raumes ungemein.

Viel hilft nicht immer viel

Mit Wandfarben, Stoffmustern und Dekoration haben Sie sich viel Mühe gegeben, aber die gewünschte Gemütlichkeit will nicht aufkommen. Die Lösung: Überfrachten Sie den Raum nicht.

Zu viele Farben, Muster oder Dekorationsobjekte erzeugen Unruhe. Beschränken Sie sich auf etwa drei harmonische Farben und Muster. Schmücken Sie bewusst. Ungerade Stückzahlen mit einem gemeinsamen Thema wirken stimmiger als gerade Anzahlen.

Bahnhofshalle

Der Raum ist ausgesucht eingerichtet und stimmig dekoriert, aber sobald abends das Licht angeschaltet wird, kühlt die Atmosphäre im Raum schlagartig runter.

Die Lösung: Verteilen Sie mehrere unterschiedliche Lichtquellen im Raum, um die Lichtstimmung gezielt steuern zu können. Achten Sie bei den eingesetzten Leuchtmitteln auf die richtige Lichttemperatur und Helligkeit.

Struppiges Grün

Eigentlich schwebt Ihnen eine üppige Pflanzendekoration vor, doch das Fensterbrett voller Topfpflanzen erinnert eher an die Krankenstation einer Gärtnerei.

Die Lösung: Behandeln Sie Ihre Topfpflanzen wie Dekorationsobjekte. Eine imposante, große Pflanze wirkt als Solist wahrscheinlich besser. Haben Sie mehrere kleinere Pflanzen, arrangieren Sie sie in Gruppen und stellen Sie Bezüge her – etwa durch passende Übertöpfe, die Anzahl der Pflanzen und die Abstände zwischen ihnen. Das Fensterbrett darf sehr wohl auch zu sehen sein. Kränkliche Pflänzchen päppeln Sie lieber woanders wieder auf als direkt im Wohnbereich. Sie vermitteln einem Besucher sonst das Gefühl, „hier wird sich nicht wirklich gekümmert“.

Unterschätzen Sie nicht die Wirkung von Kleinigkeiten auf den Gesamteindruck.

SO GEHEN SIE BEI DER EINRICHTUNG VOR

Ob Umzug, Veränderung der familiären Situation oder einfach frischer Wind – folgende Schritte sollten Sie stets beachten – egal, ob Sie nur ein Zimmer neu einrichten möchten, eine ganze Wohnung oder gar ein Haus.

Bevor Sie mit der Planung beginnen können, müssen Sie die Gegebenheiten genau kennen. Das gilt besonders für die architektonischen Voraussetzungen.

Bestandsaufnahme Raum, Möbel, Dinge

Machen Sie sich klar, was zu Ihren Räumen passt. Wie sehr Ihnen etwa der industrielle Stil auch gefallen mag: Ihr 18-Quadratmeter-Zimmer wird auch durch eine gelungene Umgestaltung nicht plötzlich den Charakter eines lichtdurchfluteten Lofts bekommen.

Da meist nicht die gesamte Möblierung ausgetauscht wird und zumindest einige Möbel weiter Verwendung finden sollen, ist auch hier eine Bestandsaufnahme nötig. Was habe ich? Was möchte ich behalten? Und auch über die Menge an Dingen in dem neu zu gestaltenden Raum sollten Sie sich einen Überblick verschaffen. Kleidung, Bücher oder Geschirr benötigen ausreichend Stauraum (siehe Seite 50).

Raumfunktionen bestimmen

Damit Räume gern und optimal genutzt werden, muss man sich ihre Nutzung möglichst konkret vorstellen. Entspricht die Größe des Raumes der geplanten Nutzung? Vielleicht kann die Nutzung von zwei Räumen sinnvoll getauscht werden – oder Sie verlegen einen Teil der Nutzung in einen anderen Raum. Die kleine Schreibecke muss sich nicht unbedingt im Wohnzimmer befinden, sondern kann vielleicht besser im Gästezimmer vorgesehen werden (siehe Seite 107).

Ordnung schaffen und ausmisten

In fast jedem Haushalt sammeln sich im Laufe der Jahre mehr Utensilien an, als wir benötigen. Das gilt sowohl für Möbel als auch für Gebrauchsund Schmuckgegenstände. Vor ungefähr 100 Jahren besaß jeder Haushalt etwa 180 Dinge. Heute hingegen sind daraus etwa 10 000 geworden. Und auch wenn vieles, was man so anhäuft, emotionalen Wert haben mag: So manches belastet doch eher. Da hilft es einfach nichts – aussortieren, saubermachen (siehe Seite 55).

Möblierungskonzept erstellen

Zu einem harmonischen Gesamtkonzept gehört das der Möblierung. Dabei spielen die tatsächlichen Möbelstücke (außer den vorhandenen) noch keine Rolle. Im Vordergrund steht die Aufteilung des Raumes und wo Sitzmöbel, Stauraummöbel oder Bett gestellt werden, ob die Laufwege frei sind und die Abstände zwischen den Möbelstücken ausreichen. So ergeben sich erste Anhaltspunkte zu den Dimensionen der anzuschaffenden Möbel oder Teppiche (siehe Seite 48).

Farbkonzept erstellen

Für eine ganzheitliche Gestaltung überlegt man sich am besten Kombinationen von Wandfarben im Zusammenspiel mit Möbeln und Accessoires. Ob poppig oder monochrom, die Wahl sollte bewusst gefällt werden. Optimale Wirkung erzielt ein Farbkonzept für die gesamte Wohnung (siehe Seite 112). Dabei müssen nicht alle Räume gleichfarbig sein, aber vielleicht kann ein Farbton unterschiedlich kombiniert in jedem Raum auftauchen?

Beleuchtungskonzept erstellen

In jedem Raum benötigt man künstliche Beleuchtung. Setzen Sie sich damit auseinander, welche Raumecken mehr oder weniger beleuchtet werden sollen. Planen Sie mehrere Lichtquellen ein, um unterschiedliche Lichtstimmungen schaffen zu können. Auch Lichtfarbe, -stärke und Abstrahlwinkel wollen bedacht werden (siehe Seite 144).

Materialien, Möbel und Accessoires aussuchen

Machen Sie sich schlau, bevor Sie Materialien, Möbel, Accessoires und Dekoration aussuchen. Gute Kenntnisse über Materialeigenschaften schützen vor anschließender Enttäuschung. Mit robustem Feinsteinzeug ist Ihr Bad wesentlich pflegeleichter als mit Naturstein. Verschaffen Sie sich einen Überblick, welche Möbelstücke mit welchen Funktionen erhältlich sind (siehe Seite 171). Werden Sie diese auch wirklich nutzen? Gibt es im Hinblick auf die Materialien vielleicht Ressourcen schonendere Alternativen?

Umsetzung und Dekoration

Wenn es schließlich losgeht und Sie mehr geplant haben, als ein paar Möbelstücke neu zu arrangieren, seien Sie realistisch. Haben Sie genug Helfer? Ausreichend Zeit für die Umgestaltung? Jetzt ist der Zeitpunkt, an dem all Ihre Planungen Realität werden. Die Vorhänge, Bilder und Pflanzen finden ihren jeweiligen Platz. Die Dekoration verleiht Ihrem Raum den letzten Schliff und drückt mit Ihren persönlichen Dingen noch mehr Ihre Lebensweise und Persönlichkeit aus (siehe Seite 218).

Betrachten Sie einen Raum nicht losgelöst von anderen – offene Türen verbinden optisch.

WAS HABE ICH?

Damit Ihre neue Einrichtung nicht nur schön, sondern auch alltagstauglich ist, sollten Sie genau wissen, was Sie haben. Verschaffen Sie sich Klarheit darüber, welche Räume in welchem Zustand zur Verfügung stehen und welche Möglichkeiten diese bieten. Wie steht es um Ihre Besitztümer, wie viel Stauraum benötigen Sie dafür und wie werden sie am besten verstaut? Ziehen Sie eine möglichst objektive Bilanz, bildet das die solide Grundlage für ordentliche und wohnliche Räume.


BESTANDSAUFNAHME RAUM

Betritt man einen leeren Raum, etwa bei einer Wohnungsbesichtigung, fällt es relativ leicht, ihn realistisch zu betrachten. Ohne Farbe an den Wänden nimmt man den Raum wahr, wie er ist. Möchten Sie einen bewohnten Raum neu gestalten, ist das etwas schwieriger.

Versuchen Sie dennoch, sich den Raum ohne Mobiliar und Dekoration vorzustellen. Machen Sie sich die Raumproportionen bewusst. Hat der Raum hohe Wände, ist er niedrig oder hat er Dachschrägen? Ist er so groß, dass er sich für mehrere Funktionen anbietet oder wirkt er klein und intim?

Was macht den Raum aus?

Gibt es Sichtachsen zu angrenzenden Räumen, die den Raum größer erscheinen lassen können, als er ist? Oder Besonderheiten wie Durchgänge, mehrere Türen, außergewöhnliche Fenster? Enthält der Raum Nischen oder einen Kamin? Wo sitzen die Heizkörper? Sind diese attraktiv oder sollen sie verschwinden? All diese Faktoren bestimmen den grundlegenden Charakter eines Raumes.

Vorhandene Vorhänge sollten Sie zur Bestandsaufnahme abnehmen. So wird erkennbar, welcher Teil des Raumes zu welcher Tageszeit am besten beleuchtet ist. Machen Sie sich den Ausblick aus den Fenstern bewusst: Trifft der Blick auf die Häuserwand gegenüber oder geht er ins Grüne, etwa in den Garten oder die Landschaft?

Auch die Fenster und Türen beeinflussen den Charakter eines Raumes. Eventuell können sie als erste Inspirationsquelle für die Gestaltung gelten. Alte Türen und Sprossenfenster erzeugen eine andere Atmosphäre als großflächige Fenster mit anthrazitfarbenen Rahmen. Eine Rahmentür aus Kiefer sendet eine andere Botschaft als eine raumhohe mit Nussbaumfurnier.

Wie ist der Raum gestaltet?

Nehmen Sie Boden, Wände und Decke in Augenschein. Welcher Bodenbelag ist vorhanden? Ist er intakt oder muss er ausgetauscht werden? Müssen erst mehrere Tapetenschichten von den Wänden entfernt werden oder sind sie glatt und können gestrichen oder tapeziert werden? Müssen Küche und Bad neu gefliest werden? Mit welcher Farbe sind die Wände gestrichen? Dispersionsfarbe lässt sich meist leicht überstreichen, auch wenn der ursprüngliche Farbton dunkler als der neue ist. Andere Farben, wie etwa die früher beliebten Leimfarben, müssen Sie zuerst abwaschen, bevor neu gestrichen werden kann.

Denken Sie auch an die Decke! Ist sie tapeziert, gestrichen oder mit Paneelen versehen? Gibt es eine Holzdecke, Balken oder Stuck?

Gestalterischer Spielraum

Wichtig: Verstehen Sie die Bestandsaufnahme nicht als Einschränkung! Die baulichen Gegebenheiten zu kennen bedeutet nicht, dass Sie sich ihnen unterordnen müssen. Sie sollten sie nur nicht einfach ignorieren. Stilbrüche können genauso spannend sein wie eine harmonische Gestaltung in durchgängigem Stil.

Die Grundfläche ist bei allen drei Räumen gleich. Unterschiedliche Raumhöhen oder eine Dachschräge lassen einen völlig anderen Raumeindruck entstehen.

Perspektivwechsel

Fällt es Ihnen schwer, die bestehende Einrichtung eines Raumes auszublenden, machen Sie aus den unterschiedlichen Raumecken Fotos, auf denen man möglichst viel vom Raum erkennt. Drucken Sie diese großformatig aus. Das abstrahiert den Eindruck und macht es Ihnen leichter, die räumlichen Gegebenheiten wahrzunehmen. Vielleicht machen Sie sich auch schon erste Notizen auf den Ausdrucken.

Räume richtig zeichnen

Um unvoreingenommen planen zu können, müssen Sie die Abstraktion nun noch einen Schritt weiter vorantreiben: Zeichnen Sie Ihren Raum! Das ist gar nicht so schwer, wie Sie vielleicht denken, und hilft Ihnen, verschiedene Möglichkeiten durchzuspielen.

Ein Grundriss, also der Blick von oben in den Raum, veranschaulicht die Bewegungsmöglichkeiten innerhalb des Raumes. Sie können ihn entweder von Hand zeichnen oder mit dem Computer erstellen – dazu gibt es zahlreiche, auch kostenfreie Programme im Internet. Eine händische Zeichnung hat den Vorteil, dass Sie sich intensiver mit dem Raum auseinandersetzen. Mit der Software hingegen lassen sich Änderungen schneller und einfacher vornehmen.

Das Aufmaß

Zeichnen Sie zunächst einen Grundriss des Raumes ohne Maße. Berücksichtigen Sie dabei alle Vorsprünge, Nischen, Fenster und Türen. Damit Sie sich beim späteren Eintragen der Maße leichter zurechtfinden, sollten die Proportionen ungefähr stimmen.

Tragen Sie nun die gesamte Länge und Breite des Raumes von Wand zu Wand (nicht von Fußbodenleiste zu Fußbodenleiste) in den Grundriss ein. Messen Sie die Fenster, Türen und Vorsprünge. Beginnen Sie in einer Ecke und messen Sie Stück für Stück immer an der Wand entlang. Die abgelesenen Maße tragen Sie möglichst übersichtlich in den Grundriss ein. Vergessen Sie nicht, auch die Breiten von Fenstern und Türen anzugeben.

Vermerken Sie auch die Position der Lichtschalter, Steckdosen, der Decken- und Wandbeleuchtung sowie der TV- und Telefonbuchsen im Grundriss. Die Öffnungsrichtung der Türen ist für die spätere Möblierungsplanung ebenfalls wichtig. Falls vorhanden, müssen neben den Heizkörpern auch Wasser-, Gas- und Starkstromanschlüsse angegeben werden. Notieren Sie, welche Räume an das entsprechende Zimmer grenzen.


Grundriss eines Raumes mit einer Tür, einem Kamin und zwei Fenstern mit Heizkörpern davor

Nun liegt wahrscheinlich ein ziemlich konfuser Zettel mit vielen Maßen vor Ihnen. Aber keine Sorge: Dieser bildet die Grundlage zur Erstellung eines Grundrisses im Maßstab. Für einzelne Räume bietet sich meist der Maßstab 1:50 an. Das bedeutet, 1 Meter im Raum entspricht 2 Zentimetern auf dem Papier. Maße und Maßketten notieren Sie außerhalb des Grundrisses.

Die Wandansicht

Mit den Maßen aus Ihrem Grundriss können Sie nun eine Ansicht erstellen. Dafür messen Sie die Raumhöhe vom Boden bis zur Decke. Wichtig dabei: In welcher Höhe beginnen die Fenster, wie hoch sind sie und wie hoch sind die Türen? Zeichnen Sie die Wand vom linken Wandende bis zum rechten. Berücksichtigen Sie dabei Fenster und Türen ebenso wie zum Beispiel den Kamin oder vorhandene Nischen, und tragen Sie die Maße in die Ansicht ein.


Ansicht einer Wand mit zwei Fenstern und zwei Heizkörpern darunter

Zeichnen Sie von jeder Wand des Raumes Ansichten im Maßstab. Für Wandansichten eignet sich meist der Maßstab 1:20 gut (5 Zentimeter auf dem Papier entsprechen 1 Meter im Raum). Die Ansichten werden Ihnen später helfen, Ihre Möbelstücke ausgewogen zu platzieren: Wenn Sie diese einzeichnen, können Sie gut überprüfen, ob sie alle eine ähnliche Höhe haben oder ob die Gestaltung interessant wirken wird.

Vor allem für Räume mit Dachschrägen ist eine Ansicht wichtig. Markieren Sie den Bereich, in dem Sie nicht mehr aufrecht stehen können.

DAS IST MEIN RAUM

Vielleicht könnte der Tisch ja hier stehen oder doch dort? Oder passt da besser die Chaiselongue hin? Klare Fakten helfen, damit aus diffusen Vorstellungen deutliche Pläne werden. Notieren Sie, was Ihr Raum kann …

Wie groß ist der neu zu gestaltende Raum?

Ist er quadratisch, rechteckig, L-förmig?

Hat er eher niedrige oder hohe Decken?

Verfügt er über Besonderheiten an der Decke (Stuck, Dachschrägen …)?

Gibt es Nischen, Ecken oder Wandversprünge, die ich in meine Planung einbeziehen sollte?

Wie viel Tageslicht fällt in den Raum?

Welchen Ausblick bieten die Fenster?

Wie ist der Zustand des Bodens? Passt er zu meiner neuen Nutzung oder muss er erneuert werden?

Wie steht es um die Wände? Kann ich sie streichen oder tapezieren? Oder müssen erst x Schichten alte Tapete entfernt werden?

Wo liegen die Steckdosen und anderen Buchsen (Fernseher, Telefon, WLAN …)? Wo genau befinden sich die Deckenauslässe?

In Küchen und Bädern: Wo befinden sich der Wasser- und der Abwasseranschluss?

Fazit

Den Grundriss und die Wandansichten Ihres Raumes werden Sie häufig benötigen – nicht zuletzt, um Ihre neuen Möbelstücke in der passenden Größe zu kaufen.

MÖBEL BRAUCHEN PLATZ

Damit Ihre Möbel wirklich ihren Zweck erfüllen können, ist es wichtig, diese auf die räumlichen Gegebenheiten abzustimmen und sich auch über die Anzahl der Nutzer ein paar Gedanken zu machen.

Die Küche

Zur Umsetzung einer Kochinsel ist ein mindestens 15 Quadratmeter großer Raum nötig, eine Halbinsel passt auch in kleinere Küchen.

Die Anschlüsse geben die Positionierung von Spüle, Geschirrspülmaschine und Kochfeld meist vor. Im günstigsten Fall bilden Spüle, Kochfeld und Kühlschrank ein Dreieck – das vermeidet lange Laufwege. Zwischen Kochinsel und Küchenzeile sollte der Abstand mindestens 100 Zentimeter betragen, besser sind 120 Zentimeter. Mindestens so viel freie Fläche ist vor der Küchenzeile erforderlich, damit sich die Elektrogeräte, Türen und Schubkästen bequem bedienen und öffnen lassen. Ist eine Theke vorgesehen, steht diese im Idealfall mindestens 100 Zentimeter von der Wand entfernt, damit der Barhocker problemlos nach hinten geschoben werden kann.


Kochinseln sind beliebt, aber der Raum muss dafür auch in Größe und Form geeignet sein.

Tische, Stühle, Sofa und Sessel

Pro Person und Stuhl an einem Esstisch sollten 60 Zentimeter in der Breite vorgesehen werden. Ein quadratischer Tisch für vier Personen misst idealerweise 120 x 120 Zentimeter, ein rechteckiger Tisch sollte 120 x 80 Zentimeter groß sein, bequemer sind 160 x 90 Zentimeter; bei einer Länge von 210 Zentimetern nehmen sechs Personen gemütlich Platz.

Komfortabel sitzt man übrigens an einem ungefähr 75 Zentimeter hohen Tisch (Tischfläche), der für zwei einander gegenüber sitzende Personen 80 Zentimeter breit sein sollte. Zu bedenken ist der Abstand der Tischbeine: Mindestens 92 Zentimeter benötigt man für zwei nebeneinander stehende Stühle, besser ist natürlich etwas mehr. Zwischen Tischplattenunterkante und jeweiliger Sitzfläche besteht am besten ein Abstand von mindestens 20 Zentimetern.

An einen runden Tisch mit einem Durchmesser von 60 Zentimetern setzen sich zwei Personen gern, für vier sollte der Durchmesser mindestens 100 Zentimeter betragen. Bei sechs Personen ist ein Durchmesser von 120 Zentimetern erforderlich. Nennenswert größer sollte ein runder Tisch nicht sein, da sonst die Distanz zum jeweiligen Gegenüber zu groß wird. Für mehr Personen sind ovale Tische besser geeignet.

Um während des Essens an die Anrichte gelangen zu können, muss es ausreichend Platz geben.

Die gängige Breite eines Stuhls beträgt ungefähr 45 Zentimeter bei einer Tiefe von 40 Zentimetern; die Höhe der Sitzfläche beträgt etwa 45 Zentimeter. Möchten Sie eine Sitzbank aufstellen, tun Sie das mit einem Abstand von 5 bis 10 Zentimetern zur Tischkante. Wichtig: Tischbeine sollten nicht im Weg sein.

Um an einem Tisch vom Stuhl gut aufstehen zu können, werden mindestens noch einmal 60 Zentimeter rund um den Tisch herum benötigt. Möchten Sie hinter dem Stuhl herumgehen, vergrößert sich das Maß auf 90 Zentimeter. Steht hinter dem Tisch beispielsweise noch eine Anrichte, sind sogar 125 Zentimeter zwischen Tisch und Anrichte einzuplanen, damit die Türen noch geöffnet werden können.

Bei einer Sitzgruppe sollten die sich gegenüberstehenden Sofas und Sessel ungefähr 180 bis 240 Zentimeter voneinander entfernt stehen, damit man sich gut unterhalten kann. Der Abstand zum Couchtisch sollte etwa 40 Zentimeter betragen. Ein durchschnittlicher Sessel ist ungefähr 90 Zentimeter breit und 90 Zentimeter tief.

Türen, Durchgänge und Laufwege

Flure und Korridore sollten zwischen 100 und 180 Zentimeter breit sein. In Bereichen, in denen sich nur eine Person bewegt, reicht eine Laufbreite von mindestens 75 Zentimetern aus. Sollen sich zwei Personen begegnen können, sind wenigstens 100 Zentimeter einzuplanen. Hat ein Raum zwei oder mehr Türen, sollte ein geradliniger, mindestens 75 Zentimeter betragender direkter Laufweg von Tür zu Tür bestehen. Das Rangieren mit einem Rollstuhl bedarf einer freien Fläche von 150 Zentimetern.

Sind Sie sich unsicher, ob der von Ihnen eingeplante Platz ausreicht, simulieren Sie die Situation. Pappkartons ersetzen Kommoden, Klebestreifen am Boden können die Durchgangsbreite markieren.

BÜGELBRETT UND CO VERSTAUEN

Hat die Wohnung keine Abstellkammer, müssen sperrige Haushaltsdinge wie Wäscheständer, Bügelbrett und dergleichen irgendwo einen Platz finden. Stehen sie offen herum oder werden sie sichtbar in Nischen oder Ecken aufbewahrt, ist das der wohnlichen Atmosphäre im Raum abträglich. Hier sind kreative Lösungen gefragt.


Rollschrank

Vielleicht gibt es in Ihrer Diele noch eine ausreichend große Ecke für diesen selbst gebauten Rollschrank. In ihm finden Bügelbrett, Wäscheständer, Staubsauger, Besen, Lappen, Eimer und die Putzmittel Platz. Wird er andersherum in die Ecke gerollt, entpuppt er sich als Gästegarderobe mit Wandhaken und großem Spiegel. Tipp: Montieren Sie feststellbare Lenkrollen mit Bremse. So wird das Hantieren einfacher und der Schrank bleibt an seinem Platz stehen.

Nische

Häufig bleibt zwischen Wand und Kleiderschrank mit Standardmaßen hinter der Tür eine Nische frei. Natürlich könnten hier die Haushaltsgeräte auch sichtbar stehen. Allerdings ist der Blick vom Bett aus wenig attraktiv. Häufig sind separate Schranktüren aus Ihrem Möbelprogramm erhältlich. Eine solche wird dann mit Scharnieren und einem Pfosten an der Wand montiert. So entsteht der Eindruck, die Nische wäre Teil des Kleiderschranks. Damit der Platz optimal genutzt wird, montieren Sie noch ein paar Fachböden zwischen Schrankseite und Wand.


Hinter der Tür

Befindet sich hinter der Badezimmertür noch ein wenig Platz, kann dieser für das Bügelbrett, Besen und Wäscheständer sowie Putzmittel genutzt werden. Diese Dinge sind zwar sperrig, benötigen aber wenig Tiefe. Zwischen zwei massive Seiten werden ein paar Fachböden montiert. Schließen lässt sich dieses „Versteck“ mit einer raumhohen Holzjalousie.

BESTANDSAUFNAHME MÖBEL

Sie kennen nun Ihren Raum – aber wie steht es mit den Möbeln? In den seltensten Fällen wird die Möblierung komplett ausgetauscht. Meist weichen ein paar alte Stücke neuen. Aber was darf bleiben und was soll weg?

Wie viele Möbel befinden sich überhaupt im Raum? Viel zu schnell häufen sich Teile an, etwa durch eine Erbschaft oder weil Sie mit Ihrem Partner zusammengezogen sind und zwei Haushalte zusammengelegt haben. Überlegen Sie daher zunächst, ob die Anzahl der vorhandenen Möbelstücke dem Raum und seiner Nutzung überhaupt angemessen ist.

Nüchtern betrachtet

Der objektive Blick auf die vorhandenen Möbel fällt am einfachsten, wenn man Fotos der einzelnen Möbelstücke macht. Erstellen Sie dazu eine Liste mit Maßen (Breite, Tiefe und Höhe) und Anmerkungen zum Zustand. So erhalten Sie schon einen ersten Überblick. Wenn Möbel aus einem weiteren Haushalt integriert werden sollen, müssen natürlich alle infrage kommenden Stücke einbezogen werden.

Überlegen Sie für jedes Stück genau, was Ihnen daran gefällt. Wo liegen seine Vorzüge? Ist es einfach nur schön? Oder bequem und praktisch? Welche weiteren Stücke möchten Sie unbedingt behalten? Haben Sie zu einem Möbelstück eine enge emotionale Bindung? Ist es vielleicht ein Erbstück aus der Familie oder haben Sie sich das Möbel von Ihrem ersten selbst verdienten Lohn gekauft?

Solche besonderen Stücke dürfen natürlich bleiben. Und selbst wenn sie nicht mehr Ihrem aktuellen Geschmack entsprechen, lassen sich geliebte Einzelstücke mit ein paar einfachen Tricks gut in ein neues Gestaltungskonzept einbinden (siehe dazu Seite 46).

Mögliche Anpassungen

Neben besonderen Erinnerungen gibt es jedoch auch andere Gründe, warum man sich nicht von einem Möbel trennen mag. Manch ein Stück war vielleicht recht teuer, als Sie es gekauft haben – zum Weggeben wäre es viel zu schade. Und doch entspricht es so gar nicht mehr Ihrem Geschmack und bietet obendrein nicht den Stauraum oder Komfort, den Sie sich für den neuen Raum wünschen. Dann lässt sich dieses Möbel vielleicht so aufwerten, dass es Ihren jetzigen Anforderungen gerecht wird.

Ein Stuhl wirkt mit einem neuen Bezug gleich ganz anders, bei einem Schrank kann man die Griffe oder Knäufe austauschen oder ihn farbig lackieren. Ein unpraktisches Regal kann vielleicht mit weiteren Böden ausgestattet oder aber um einige reduziert werden.

Ähnlich ist es mit Möbelstücken, die zwar sehr praktisch, aber nicht unbedingt schön sind. Auch hier lohnt die Frage, ob eine optische Aufwertung vollzogen werden kann oder ob Sie die Optik auf lange Sicht wahrscheinlich doch dauerhaft stören wird.

Intakte Möbel, die auch durch Aufpolieren oder Umgestaltung ästhetisch oder praktisch nicht gewinnen können, finden vielleicht über den Kleinanzeigenmarkt ein neues Zuhause. Lösen Sie sich von solchen Stücken!

Bei Möbelstücken, die beschädigt oder kaputt sind, fällt die Entscheidung um einiges leichter. Was sich reparieren lässt, kann eventuell an ein Sozialkaufhaus abgegeben werden, Schrott wird entsorgt.

Vielleicht haben Sie sich in ein ganz besonderes neues Möbelstück verguckt. Dann sollten Sie überprüfen, welche Ihrer vorhandenen Möbelstücke mit dem neuen Lieblingsstück harmonieren oder welche so umgestaltet werden können, dass sie bleiben dürfen.

Oder Sie möchten die Farbgestaltung des Raumes grundlegend ändern. Auch dann ist zu prüfen, ob die vorhandenen Möbelstücke harmonieren oder angepasst werden können.

Das Resümee

Nachdem Sie sich mit jedem einzelnen Möbelstück beschäftigt und überlegt haben, welchen Nutzwert es hat und was es Ihnen bedeutet, können Sie Ihre Möbelliste in vier verschiedene Kategorien einteilen.

•Möbel, die Sie so, wie sie sind, auf jeden Fall behalten wollen

•Möbel, die Sie auf jeden Fall behalten wollen, die aber repariert oder aufgewertet werden müssen

•Möbel, die Sie nur dann behalten wollen, wenn sie wirklich in das neue Gestaltungskonzept passen

•Möbel, die Sie nicht mehr verwenden möchten und die deshalb entsorgt oder verkauft werden müssen

Betrachten Sie nun die Möbelstücke, die Sie auf jeden Fall behalten möchten – was ist ihnen gemein? Was verbindet sie? Vielleicht lässt sich daraus schon eine Richtung für die gesamte Gestaltung ableiten?

Die Qual der Wahl! Was darf bleiben, was muss gehen? Oder was kann aufgepeppt werden?

EINFACHE FABRIKWARE AUFMÖBELN

Nicht jedes Möbel in Ihrer Wohnung ist ein Designstück? Zwar hätten Sie gern solche, aber dazu fehlt das nötige Kleingeld? Dann werden Sie doch selbst zum Möbeldesigner!

Rückwände von Regalen tapezieren

Besonders schlichte, einfache Regale werden durch eine mit Tapete beklebte Rückwand zum Hingucker und Farbklecks im Raum. Falls sich der Geschmack wieder ändert, wird einfach neu „tapeziert“.

Griffe austauschen

Einfach, aber oho: die Griffe an Schranktüren und Schubladen auszutauschen. Wie wäre es mit modernen Lederschlaufen oder Griffen? Beachten Sie den Abstand der vorhandenen Bohrlöcher. Die neuen Griffe müssen übereinstimmen.

Schubladenseiten streichen

Überraschender Hingucker: Die ausgezogenen Schubladen setzen Farbakzente in Ihrem Raum. Peppen Sie ein zurückhaltendes Schränkchen mit kräftigen Kontrasten auf oder stimmen Sie die Farbe der Schubladenseiten auf die Wandfarbe oder auf ein benachbartes Lieblingsmöbel ab.

MÖBEL MESSEN UND ZEICHNEN

Im Internet findet man zahlreiche Programme zum Zeichnen eines Grundrisses, der mit virtuellen Möbelstücken möbliert werden kann. So einfach und intuitiv sie zu handhaben sind, Kreativität und Individualität bleiben dabei oftmals auf der Strecke.

Bringen Sie doch den Grundriss Ihres Raumes (siehe Seite 36) im Maßstab 1:50 zu Papier, zeichnen Ihre Möbel (ebenfalls 1:50) vereinfacht in der Draufsicht auf ein Stück Papier und schneiden Sie die Umrisse aus. Nun können Sie Ihre Möbelstücke ganz bequem am Tisch wie in einem Planspiel im Raum verschieben. Probieren Sie unterschiedliche Positionen aus. Bedenken Sie dabei die nötigen Maße und Laufwege (siehe Seite 40) und berücksichtigen Sie etwa unverrückbare Heizkörper. Ihrer Kreativität sind innerhalb dieser Maßgaben keine Grenzen gesetzt.

Vielleicht stellen Sie fest, dass der Fernseher Ihnen an einer anderen Wand viel mehr Möglichkeiten eröffnet, als an der Wand, die über den Anschluss verfügt – dieser lässt sich womöglich noch verlegen? Indem Sie sich mit der Platzierung Ihrer Möbel im Grundriss beschäftigen, legen Sie die Grundlage für eine individuelle und zweckdienliche Gestaltung.



Ist die optimale Position für die Möbel gefunden, können Sie die Papiermöbel entweder festkleben oder sie direkt in den Grundriss einzeichnen.

Kopieren Sie den Möblierungsgrundriss anschließend, sodass Sie später verschiedene Farbvarianten mit Stiften oder Wasserfarben ausprobieren können.

Besonders anschaulich wird Ihre Planung, wenn Sie die Möbel auch in die Wandansichten einzeichnen – damit lassen sich die Proportionen der einzelnen Möbel einfacher beurteilen und Sie können die optische Wirkung verschiedener Kombinationen besser prüfen. Dazu müssen die Möbel nicht perfekt nachgezeichnet sein, es genügt, wenn die Proportionen, Eigenarten und Farben klar erkennbar sind.

DAS SIND MEINE MÖBEL

Manch ein Möbelstück schleppt man schon eine Weile mit sich herum. Aber nutzt man es überhaupt? Könnte es eine Auffrischung gebrauchen? Oder sollte es einfach weg?

Welche Möbelstücke gefallen mir immer noch besonders gut und sind auch für die neue Nutzung meines Raumes geeignet?

Was macht sie besonders? Der Stil? Die Erinnerung? Die Farbe?

Welche Möbelstücke sind noch in Ordnung und passen auch zur Neunutzung, aber ich hänge nicht so sehr an ihnen?

Kann ich diese Möbelstücke aufwerten? Oder müssen sie repariert werden?

Wie groß sind die Möbelstücke, die bleiben dürfen?

Welche Möbelstücke müssen auf jeden Fall aus diesem Raum entfernt werden?

Kann ich sie woanders verwenden?

Müssen sie entsorgt werden?

Kann ich sie verkaufen?

Fazit

Verwenden Sie die Maße der Möbelstücke, um sie im Maßstab in den Grundriss einzeichnen zu können. Probieren Sie verschiedene Stellvarianten aus.

WOHIN MIT MEINEN SACHEN?

Laut Statistik besitzt jeder durchschnittliche Europäer ungefähr 10 000 Dinge. Unvorstellbar? Hand auf‘s Herz: Wie viele CDs, Kleidungsstücke, Bücher, Teller … besitzen Sie? Verschaffen Sie sich einen Überblick, um Ihre Habe ordentlich verstauen zu können.

Arbeiten Sie bei Ihrer Bestandsaufnahme mit zweckmäßigen Kategorien. Sie müssen zum Beispiel nicht die genaue Zahl Ihrer CDs kennen, können jedoch schnell und einfach ermitteln, wie viele laufende Meter diese zusammen ergeben. Für Bücher gilt dasselbe. Messen Sie, wie viele laufende Meter Ihr jetziges Bücherregal hat. Ist es beispielsweise 80 Zentimeter breit und verfügt über sechs Fachböden, sind in ihm 4,80 laufende Meter Bücher untergebracht. Angenommen, in Ihrem zukünftigen Raum sollen die Bücher ihren Platz auf einem umlaufenden Bord unter der Decke erhalten, wobei eine Raumseite 5 Meter beträgt. Demzufolge reicht ein Bord über die gesamte Wand für die Bücher aus diesem Regal aus – bedenken Sie dabei die Mindesthöhe des höchsten Buches aus Ihrem bisherigen Regal.

Kleidung und Schuhe

Wichtig ist eine Bestandsaufnahme auch für die Planung eines neuen Kleiderschranks. Messen Sie, wie viele Meter Kleiderstange oder Fachböden Ihnen aktuell zur Verfügung stehen und tatsächlich in Gebrauch sind. Das erleichtert Ihnen einige Entscheidungen. In Ihrem neuen Schlafzimmer wird nicht mehr so viel Platz für einen Schrank sein? Dann können Sie genau abschätzen, von wie vielen Kleidungsstücken Sie sich trennen müssen. Oder Sie kennen den Umfang der Kleidungsstücke, für die Sie andernorts noch Stauraum finden oder schaffen müssen.

Bei Schuhen liefert die Anzahl der Paare aufschlussreichere Informationen. Bei den meisten Schuhschränken wird nämlich angegeben, wie viele Paare untergebracht werden können.

Platz fürs Geschirr

Gerade in Küchen sind Stauraum und Ergonomie das A und O. Überlegen Sie, wie viel Volumen an Geschirr Sie tagtäglich wirklich benötigen und messen Sie aus, wie viel Platz zur Unterbringung dieser Grundausstattung gebraucht wird. Das täglich benutzte Geschirr sollte in einer bequemen Höhe gut erreichbar verstaut werden. Das alle Jubeljahre einmal hervorgeholte Festtagsgeschirr, aber auch selten benutzte Küchenmaschinen und andere Utensilien können anderweitig untergebracht werden, da sie weit weniger häufig zugänglich sein müssen. Beachten Sie trotzdem auch hier, wie viel Platz benötigt wird.

Von Listen und Kategorien

Fertigen Sie Listen mit Kategorien an, über die Sie Ihr Hab und Gut zusammenfassen. Überlegen Sie, ob Sie sich von einigem trennen möchten oder ob Sie in einer bestimmten Kategorie lieber etwas mehr Platz wünschen. Sie wissen bereits, dass sich die Anzahl der Ordner für Ihre Unterlagen unweigerlich erhöhen wird? Dann planen Sie gleich mehr laufende Meter Fachböden dafür ein.

Nur wenn Sie Ihren Bedarf und den erforderlichen Stauraum realistisch planen, wird Ihr Zuhause praktischer, attraktiver und leicht ordentlich zu halten sein.

Umsichtig unterbringen

Schränke, Kommoden und Truhen sind sogenannte Stauraummöbel. Haben Sie sich einen genauen Überblick über die Habseligkeiten verschafft, die Sie unterbringen möchten, können Sie das Innenleben Ihrer Stauraummöbel optimieren.

Was ist besser in einer Schublade mit Unterteilungen einsortiert? Welcher Abstand zwischen den Fachböden ist optimal, damit der Stapel aus Pullovern nicht ins Rutschen gerät, wenn ich den untersten herausziehe?

In Einbau- und maßgefertigten Schränken kann man in der Regel am meisten Stauraum einplanen. Durch solche genau auf den individuellen Zweck ausgerichtete Möbelstücke wird der vorhandene Platz am besten ausgenutzt – besonders wichtig, wenn nicht viel Platz zur Verfügung steht oder Sie mit Dachschrägen, Wandversprüngen, Nischen und ähnlichem zurechtkommen müssen – und das Innenleben lässt sich optimal auf Ihre Bedürfnisse zuschneiden. Auch können bei maßgefertigten Möbeln verschiedene Funktionen vereint werden. Die Rückseite eines individuell gefertigten Regals hinter dem frei stehenden Bett kann so nicht nur als Betthaupt dienen, sondern stellt von der anderen Seite den oberen Kommodenabschluss dar und bietet zugleich gut erreichbaren Stauraum für Ihre Wäsche.

Finden Sie ungewöhnliche Orte, um all Ihre Besitztümer unterzubringen. Häufig ist der Platz unter Treppen oder im Kniestock des Dachbodens ungenutzt. Auf Maß gefertigte Möbel bieten hier viel Platz für Bücher, Ordner und Co.

DIE IDEALE MÖBELGRÖSSE ERMITTELN

Der Mensch wird immer größer. Daher verändern sich auch die Maße der Möbelstücke. So sind in den letzten Jahren die Maße von Möbelklassikern angepasst und vergrößert worden. Auch Bettlängen von 2,10 oder 2,20 Metern sind keine Seltenheit mehr und in jedem Preissegment erhältlich.

Um Ihre Möbel sinnvoll auf Ihren persönlichen Bedarf abstimmen zu können, sollten Sie einige Grundregeln beachten. Häufig gebrauchte Gegenstände, etwa Kochgeschirr oder Arbeitsutensilien, sollten je nach Körpergröße nicht höher als 180 Zentimeter aufbewahrt werden, am besten auf einer Höhe zwischen 65 und 150 Zentimetern. Ablagen, die aus dem Sitzen erreicht werden sollen, sollten nicht höher als 130 Zentimeter sein. Die Griffe raumhoher Schränke dürfen nicht höher als 200 Zentimeter liegen. Achten Sie auf ausreichend Platz vor Schubladen und Türen; werden diese geöffnet, müssen Sie weiter vom Möbel zurücktreten. Auch wenn Sie in die Hocke gehen müssen, sind hier 100 Zentimeter ausreichend. Schubladen sollten nie höher als 130 Zentimeter geplant werden, sonst kann man nicht mehr hineingreifen.

Wollen Sie abschätzen, ob ein Möbel in Ihren Raum passt, können Sie sich an den Standardmaßen orientieren. Kommoden und Anrichten sind in der Regel zwischen 72 Zentimeter und 85 Zentimeter hoch. Die Tiefe beträgt zwischen 40 und 45 Zentimeter. So sind alle Dinge gut sichtbar und nichts verschwindet in der zweiten Reihe.

Kleiderschränke mit hängender Kleidung müssen von der Vorderkante der Seite bis zur Rückwand mindestens 55 Zentimeter tief sein, damit die Kleidung nicht an Rückwand oder Front ansteht. Bringen Sie die Kleiderstangen in unterschiedlichen Höhen an. Für Hemden und Röcke reicht eine Höhe von 110 Zentimetern. Für lange Kleider und Mäntel sollten bis zu 155 Zentimeter berechnet werden. Wäschestapel können auch in einem Schrank von geringerer Tiefe untergebracht werden. Hier reichen meist 40 bis 45 Zentimeter lichte Tiefe aus.

Klären Sie genau, was Sie verstauen möchten, bevor Sie neue Küchenmöbel anschaffen.


Neben Büchern will man vielleicht auch die Schallplatten- oder CD-Sammlung im Regal unterbringen. Während Schallplatten sogar mehr Tiefe als Ordner benötigen, kann man CDs auch in zwei Reihen aufbewahren – das sollte nicht zulasten des Überblicks geschehen. Stellen Sie die hintere Reihe auf eine Stufe, damit auch hier die Titel gut lesbar sind.


Um den Platz in einem Regal oder Schrank optimal auszunutzen, gilt es, die Fächer mit den unterzubringenden Dingen korrespondierend in unterschiedlichen Höhen anzubringen. Taschenbücher sind in der Regel weniger hoch und tief als Bildbände.

WAS ICH ALLES VERSTAUEN MÖCHTE

Früher war der Mensch Jäger und Sammler. Heute ist er nur noch Sammler, aber weniger von Beeren als von einer Unmenge an Gegenständen – nützlich oder nicht. Was soll bleiben und was kann weg?

Welche Dinge sind ausnehmend schön und sollten gezeigt werden?

Welche Gegenstände sind besonders nützlich und müssen auf jeden Fall bleiben und verstaut werden?

Welche Sachen kann ich aus sentimentalen Gründen keinesfalls aussortieren? Sollen sie in diesem Raum bleiben oder kann ich sie woanders verwahren?

Auf welche Dinge kann ich verzichten, weil ich sie eigentlich überhaupt nicht verwende?

Folgende Gegenstände werde ich aussortieren:

In meinem neuen Raum möchte ich nach dem Ausmisten folgende Sachen unterbringen:

Ich brauche _______ lfm. für Bücher.

Ich brauche _______ lfm. für Ordner.

Ich brauche _______ lfm. für liegende Kleidung.

Ich brauche _______ lfm. für hängende Kleidung.

Habe ich Sammlungen, die ich gern präsentieren möchte? Wie lassen sich diese möglichst gut ausstellen?

Fazit

Welche Dinge in diesem Raum untergebracht werden sollen, ist jetzt klar. Verwenden Sie Ihre Antworten, um ausreichend Stauraum einplanen zu können.

AUSMISTEN

Gehören Krimskrams-Schubladen, Endlos-Wäschestapel und 5-Kilo-Papierordner zu Ihrem Lebensalltag? Wie wäre es mit einem Frühjahrsputz, der das ganze Jahr über gilt – und Bestand hat? Dann kommen jetzt ein paar Inspirationen …

Sentimentale Sammler wider Willen

Gerade vor der Neugestaltung von Räumen sollten Sie Ihren Hausrat gründlich durchforsten. Und irgendwie hat Marie Kondo auch recht; unser Wegschmeißen gerät oft zum sentimentalen Scheitern: „Das ist ein Familienerbstück“, „Das haben die Kinder gemacht“, „Das war ein Geschenk“, „Das könnte ich irgendwann noch einmal brauchen“ oder „Dafür habe ich viel Geld bezahlt“ lauten die häufigsten unserer Ausflüchte. Aber bedeutet das Service der Großmutter wirklich etwas? Oder trifft es Ihren Geschmack gar nicht und Sie erinnern sich lieber anders an die Oma? Die Kunstwerke der Kinder finden nach einer angemessenen Zeit der Präsentation ihren Platz in einem eigenen Karton und bieten Raum für neue. Und mit Geschenken sollte man nun wirklich machen können, was man möchte – und sei es, sie weiterzuschenken. Brauche ich den 50. Kugelschreiber in der Schublade tatsächlich? Werde ich eines Tages ohne Kugelschreiber dastehen und nichts notieren können? Tja, und Geld … Was bedeuten die Geldwerte der Dinge, wenn wir uns anschließend von ihnen dominieren lassen? Einer solchen Tyrannei sollte man sich nicht unterwerfen.

Haben die Dinge erst ihren festen Platz erhalten, fällt es leichter, Ordnung zu halten. Ein Schuhberg veranschaulicht das Problem eindrücklicher als herumliegende Schuhe und lässt augenfällig werden, dass mehr Stauraum her muss. Ein Schuhschrank könnte die Lösung sein …

So sollte das Aufräumen leicht und flott geschehen, damit es die Chance auf dauerhafte Ordnung gibt. Machen Sie sich ans Ausmisten, bevor Sie überlegen, wie Sie die verbliebenen Habseligkeiten neu sortieren. Denn erst, wenn alles Überflüssige weg ist, wissen Sie, was es neu zu verstauen gilt, und können dann passende Behältnisse oder Möbel mit den richtigen Maßen besorgen Setzen Sie sich zudem einen zeitlichen Rahmen, der Ihrem Leben entspricht. Ob eine halbe Stunde pro Tag der kommenden Woche oder das Wochenende für eine konzentrierte Aktion: das Aussortieren sollten Sie bis zum Ende durchhalten. Bringen Sie Ihren Karton mit den aussortierten Büchern doch gleich bei der Tauschbörse vorbei. Der leere Karton kann umgehend für weitere Bücher reserviert und wieder gefüllt werden. Und vergessen Sie nicht, sich zu belohnen, wenn Sie fertig sind. Das steigert die Motivation fürs nächste Ausmist-Projekt.

GUT ZU WISSEN

Viele nützliche Tipps und Tricks zum Ausmisten und Ordnung halten finden Sie im Ratgeber „Ordnung nebenbei“ der Stiftung Warentest.

WO WILL ICH HIN?

Einige Gestaltungsregeln gelten für alle Räume, dennoch knüpfen sich an jede Raumnutzung auch besondere Eigenarten. In manchen Räumen bewegen sich nur Familienmitglieder, während in anderen auch Besucher empfangen werden. Ein Wohnzimmer wird selbstverständlich völlig anders genutzt als eine Küche – aber gerade beim offenen Wohnen sind die Übergänge fließend. Es lohnt sich auf jeden Fall, sich mit den verschiedenen Raumtypen auseinanderzusetzen und sich genau zu überlegen, für welche Nutzung sie geeignet sind.

DAS WOHNZIMMER

Das Wohnzimmer ist ein Multifunktionsraum. Hier trifft man sich mit Familie und Freunden und empfängt Besuch. Hier wird aber auch gekuschelt, ausgeruht und entspannt. Gemütlich und wohlig soll es sein und zugleich seine Bewohner repräsentieren.

In den meisten Fällen ist das Wohnzimmer nicht nur der öffentlichste, sondern auch der größte Raum der Wohnung: Laut einer Studie von 2015 beträgt die Durchschnittsgröße dieses Raumes in Deutschland immerhin 25 Quadratmeter.

Ein solch zentraler und sichtbarer Raum erfordert besondere Sorgfalt bei der Gestaltung, soll er die Ansprüche an Repräsentation und Intimität, Bequemlichkeit und Persönlichkeit erfüllen. Was ist bei der Einrichtung dieses Zimmers zu beachten?

GUT ZU WISSEN

Sofa und Sessel müssen die richtige Proportion und Größe für Ihren Raum haben. Anhand des Möblierungsgrundrisses (siehe Seite 48) können Sie diese leicht ermitteln. Notieren Sie maximale und minimale Größe. Dann können Sie sich später bei der Auswahl im Möbelhaus sicher sein, das passende Exemplar zu finden.

Stauraum im Wohnzimmer

Im Wohnzimmer entspannt man sich. Für viele Menschen gehören dazu Bücher, Zeitschriften, Zeitungen – oder Musik: Trotz der Streamingdienste besitzen immer noch viele Menschen ausladende Sammlungen von Tonträgern. Im Familienleben wird hier vielleicht auch gemeinsam gespielt. Aber das Wohnzimmer ist auch “öffentlicher Raum“ und niemand möchte, kurz, bevor der Besuch klingelt, in hektisches Aufräumen verfallen. Ausreichend Stauraum hilft dabei, das Wohnzimmer ordentlich zu halten. Hier ein paar Tipps, wo Sie, abseits vom Gewöhnlichen (Regale, Wohnwand, TV-Wand, Kommode, Anrichte …), noch Dinge unterbringen können:

Haben Sie ein großes Wohnzimmerfenster mit niedriger Brüstungshöhe? Dann stellen Sie doch über die gesamte Breite Unterschränke, die in der Höhe bündig mit der Brüstung abschließen. Fertig ist eine Sitzbank mit Ausblick ins Freie, die zugleich viel gut versteckten Stauraum bietet. Sollten vor dem Fenster Heizkörper angebracht sein, stellen Sie die Unterschränke mit Abstand zu ihnen auf, lassen die Abdeckplatte dennoch bis zum Fenster laufen und sorgen in der Abdeckplatte mit ausreichend großen Öffnungen oder Lüftungsgittern für die stetige Zirkulation der Warmluft.

Steht Ihr Sofa an der Wand und benötigen Sie Regale für Ihre raumgreifende Bibliothek? Dann stellen Sie doch einfach ein Regal hinter das Sofa.


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Возрастное ограничение:
0+
Дата выхода на Литрес:
21 февраля 2025
Объем:
372 стр. 255 иллюстраций
ISBN:
9783747103562
Издатель:
Правообладатель:
Bookwire
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