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Die im Buch veröffentlichten Empfehlungen wurden von Verfasser und Verlag sorgfältig erarbeitet und geprüft. Eine Garantie kann dennoch nicht übernommen werden. Ebenso ist die Haftung des Verfassers bzw. des Verlages und seiner Beauftragten für Personen-, Sach- und Vermögensschäden ausgeschlossen.

Titel der Originalausgabe:

Breaking the Habit of Being Yourself.

How to Lose Your Mind and Create a New One.

Hay House, 2012

www.hayhouse.co.uk

Deutsche Ausgabe:

© KOHA-Verlag GmbH Burgrain

3. Auflage

Alle Rechte vorbehalten

Aus dem Englischen von Maria Müller-de Haën

Lektorat: Birgit-Inga Weber

Gesamtherstellung: Karin Schnellbach

E-Book-Umsetzung: Medialike GmbH, München

ISBN 978-3-86728-729-6

»Dr. Joe Dispenza möchte Ihnen helfen, negative Überzeugungen loszulassen und stattdessen positiv zu denken. Mit Hilfe dieses intelligenten, informativen und praxistauglichen Buches können Sie Ihr bestes, freiestes Selbst leben und so – mit den Worten von Dr. Dispenza – ›Ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen‹.«

Judith Orloff, M.D., Autorin von »Positive Energie. Wie Sie Stress und Angst in Vitalität und Liebe verwandeln«

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»In seinem Buch »Ein neues Ich« erforscht Dr. Joe Dispenza die energetischen Aspekte der Realität anhand fundierter wissenschaftlicher Grundlagen. Die Leser lernen, wie sie ihr Leben zum Positiven verändern können. Jeder, der dieses Buch liest und die entsprechenden Schritte unternimmt, wird davon profitieren. Der hochaktuelle Inhalt wird in einfachen, verständlichen Worten erklärt, und so ist das Buch ein leicht zu handhabender Leitfaden für nachhaltigen Wandel von innen heraus.«

Rollin McCraty, Ph.D., Leiter der Forschungsabteilung, HeartMath Research Center

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»Dr. Joe Dispenzas unterhaltsames und gut verständliches Handbuch für die ›Neuverkabelung‹ der mentalen und emotionalen Schaltkreise verkündet eine einfache, aber machtvolle Botschaft: Was Sie heute denken, entscheidet darüber, wie Sie morgen leben.«

Lynne McTaggart, Bestsellerautorin von »Das Nullpunktfeld. Auf der Suche nach der kosmischen Urenergie«, »Intention: Mit Gedankenkraft die Welt verändern. Globale Experimente mit fokussierter Energie«, »The Bond: Wie in unserer Quantenwelt alles mit allem verbunden ist«

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»›Ein neues Ich‹ ist eine kraftvolle Mischung aus neuesten wissenschaftlichen Forschungen und praxisbezogenen Anleitungen, eingebunden in die perfekte Formel für unser tägliches Leben. Die Hierarchie wissenschaftlicher Erkenntnisse besagt, dass neue Entdeckungen, die unser Wissen über das Atom verändern, auch unser Wissen über uns und unser Gehirn verändern müssen. In 14 prägnanten Kapiteln beschreibt Dr. Dispenza, aufbauend auf seiner lebenslangen Erfahrung, wie subtiles Umdenken der Quantenschlüssel für lebensbejahende Veränderungen auf der körperlichen und auf der Beziehungsebene sein kann. Dieses verantwortungsvolle, fundiert recherchierte und praxistaugliche Handbuch mit seinen einfach anzuwendenden, schrittweise erklärten Techniken will man immer bei der Hand haben; es gibt jedem die Chance, mit seinem persönlichen Quantenfeld zu experimentieren und herauszufinden, was persönlich am besten funktioniert.

Das Buch umfasst kraftvolle Übungen, in denen wir klar erkennen können, welche Gedanken uns in alten Überzeugungen feststecken lassen, aber auch einfache Praktiken, mit deren Hilfe wir über unsere einschränkenden Glaubensmuster hinauswachsen; damit stellt es einen Leitfaden für ein erfolgreiches Leben dar, wie wir ihn gerne schon in der ersten Klasse gehabt hätten. Wenn Sie schon immer gewusst haben, dass Biologie mehr ist als das, was Sie im Grundkurs gelernt haben, aber die technische Sprache der Wissenschaft Sie abgeschreckt hat, dann ist dies genau das wunderbare Buch, auf das Sie schon immer gewartet haben!«

Gregg Braden, »New York Times«-Bestsellerautor von »Im Einklang mit der göttlichen Matrix. Wie wir mit allem verbunden sind«, »Tiefe Wahrheiten. Ursprung, Geschichte, Schicksal und Bestimmung der Menschheit«

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»Als halbpensionierter Psychologe, der sich seit Jahren über diese Themen Gedanken macht, muss ich zugeben, dass dieses Buch wohl ein paar lange vertretene Überzeugungen der Psychologen über den Haufen werfen wird. Dr. Dispenzas Schlussfolgerungen, die auf fundierten Erkenntnissen der Neurowissenschaften gründen, stellen unsere Vorstellungen davon, wer wir sind und was wir für möglich halten, infrage. Ein brillantes und ermutigendes Buch.«

Dr. Allan Botkin, klinischer Psychologe und Autor von »Zwischen Trauer und Versöhnung: IADC: Therapeutische Kommunikation mit Verstorbenen – Heilung von Schuld und Trauma«

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»Wir befinden uns mitten in einer beispiellosen Ära persönlichen Wachstums, die neueste Erkenntnisse der Neurowissenschaften und uralte Meditationspraktiken produktiv miteinander verbindet. Dr. Joe Dispenzas neues Buch erklärt auf meisterhafte und klare Weise die ›harten wissenschaftlichen Fakten‹ der Funktionsweise von Gehirn und Körper. Diese werden dann im Rahmen eines vierwöchigen Programms in die Praxis umgesetzt, mit dem Ziel grundlegender persönlicher Veränderung. So können wir anhand eines strukturierten Meditationsprogramms bewusst unser neuronales Netzwerk neu ›verkabeln‹ und unser Leben mit mehr Kreativität und Freude bereichern.«

Dawson Church, Ph.D., Bestsellerautor von »Die neue Medizin des Bewusstseins: Wie Sie mit Gedanken und Gefühlen Ihre Gene positiv beeinflussen können«

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»Dr. Joe Dispenzas Buch ist das Handbuch, das uns zu göttlichen Schöpfern macht! Er setzt die Hirnforschung in die Praxis um und zeigt uns, wie wir uns von den Fesseln unserer Emotionen befreien sowie uns ein glückliches, gesundes Leben im Überfluss und letztendlich die Welt, von der wir träumen, erschaffen können. Auf dieses Buch habe ich schon lange gewartet!«

Alberto Villoldo, Ph.D., Autor von »Das erleuchtete Gehirn: Mit Schamanismus und Neurowissenschaft das Geheimnis gesunder Zellen entdecken«, » Das geheime Wissen der Schamanen: Wie wir uns selbst und andere mit Energiemedizin heilen können«

Für Robi

Vorwort

Ihr Gehirn mischt bei allem mit: wie und was Sie denken und fühlen, wie Sie handeln und wie gut Sie mit anderen Menschen auskommen. Es ist das Organ, das Ihre Persönlichkeit, Ihren Charakter und Ihre Intelligenz ausmacht und an allen Entscheidungen beteiligt ist. Durch die Brain-Imaging-Arbeit, die ich seit zwanzig Jahren mit Zehntausenden von Patienten aus aller Welt durchführe, ist mir eines ganz klar geworden: Wenn Ihr Gehirn richtig funktioniert, funktionieren auch Sie richtig; und hat Ihr Gehirn Probleme, haben höchstwahrscheinlich auch Sie Probleme im Leben.

Ein gesünderes Gehirn führt zu mehr Glück, physischer Gesundheit, Wohlstand und Weisheit. Es lässt Sie bessere Entscheidungen treffen, was Ihnen wiederum zu mehr Erfolg und einem längeren Leben verhilft. Ist das Gehirn aus irgendeinem Grund nicht gesund – beispielsweise aufgrund einer Kopfverletzung oder eines emotionalen Traumas aus der Vergangenheit –, sind die betroffenen Menschen trauriger, kränker und ärmer, weniger weise und weniger erfolgreich.

Dass ein Trauma Verletzungen im Gehirn bewirken kann, ist leicht einsichtig; doch wie wir aus der wissenschaftlichen Forschung wissen, können auch negatives Denken und eine schlechte Programmierung infolge vergangener Erfahrungen das Gehirn beeinträchtigen.

Ich hatte beispielsweise einen älteren Bruder, der mich liebend gerne herumschubste. Ich fürchtete mich vor ihm und war ständig angespannt; dadurch stieg mein Angstpegel, ich entwickelte angstbesetzte Denkmuster und war immerzu auf der Hut, wusste nie, wann wieder etwas Schlimmes passieren würde. Durch diese Furcht waren die Angstzentren in meinem Hirn über lange Zeit überaktiv, bis ich das alles schließlich verarbeiten konnte.

In »Ein neues Ich« leitet Sie mein Kollege Dr. Joe Dispenza dazu an, sowohl die »Hardware« als auch die »Software« des Gehirns zu optimieren und eine neue Geisteshaltung einzunehmen. Sein neues Buch ist wissenschaftlich fundiert und doch voller Freundlichkeit und Weisheit, wie es auch in dem preisgekrönten Film »What the BLEEP Do We (K)now!?« und in seinem ersten Buch »Schöpfer der Wirklichkeit« zum Ausdruck kommt.

Ich stelle mir zwar das Gehirn wie einen Computer mit Hardware und Software vor, doch die Hardware (das heißt die physischen Gehirnfunktionen) sind keineswegs von der Software getrennt, also dem beständigen Programmieren und Umformen, das zu unseren Lebzeiten stattfindet. Sie beeinflussen sich vielmehr gegenseitig sehr drastisch.

So gut wie jeder hat die eine oder andere Art Trauma erlitten und trägt die dabei entstandenen Narben mit sich herum. Das Gehirn von diesen Erfahrungen, die Teil seiner Struktur geworden sind, zu säubern, ist unglaublich heilsam. Natürlich ist es ganz wichtig, auch mit unseren Essgewohnheiten, mit Sport und bestimmten für das Gehirn wichtigen Nährstoffen unser Gehirn gesund zu erhalten. Doch daneben üben auch die ständig ablaufenden Gedanken einen äußerst heilsamen Effekt auf das Gehirn aus … oder sie können es schädigen. Das gilt auch für Erfahrungen aus der Vergangenheit; sie können sich im Gehirn sozusagen ›verdrahten‹ und festsetzen.

An den Amen-Kliniken führen wir sogenannte »Brain SPECT Imaging«-Studien durch. SPECT steht für »Single Photon Emission Computed Tomography«; dabei handelt es sich um eine nuklearmedizinische Untersuchungsmethode des Blutkreislaufes und von Aktivitätsmustern. Anders als bei MRI-Verfahren oder der Computertomografie, die die Anatomie des Gehirns beleuchten, betrachtet SPECT die Funktionsweise des Gehirns. Unsere SPECT-Forschungen mit bislang über 70.000 Scans haben uns eine Menge wichtiger Lektionen über das Leben gelehrt, zum Beispiel:

 Gehirnverletzungen können das Leben der Betroffenen ruinieren.

 Alkohol ist kein gesundes Lebensmittel; auf SPECT-Scans sind oft erhebliche Schädigungen infolge von Alkohol erkennbar.

 Auch manche routinemäßig konsumierte Medikamente, beispielsweise manche gebräuchlichen angsthemmenden Mittel, sind für das Gehirn nicht gut.

 Krankheiten wie Alzheimer nehmen im Gehirn bereits Jahrzehnte vor den ersten Symptomen ihren Anfang.

Außerdem zeigen die SPECT-Scans, dass wir als Gesellschaft dem Gehirn viel mehr Liebe und Respekt entgegenbringen müssen und dass Kontaktsportarten wie Fußball und Hockey für unsere Kinder keine wirklich gute Idee sind.

Eine der aufregendsten Lektionen, die ich dabei gelernt habe, lautet: Die Menschen können durch Gewohnheiten, die für das Gehirn gesund sind, ihr Gehirn und damit ihr Leben buchstäblich umkrempeln. Dazu gehört zum Beispiel das Loslassen negativer Glaubensüberzeugungen, aber auch die regelmäßige Meditation, wie die von Dr. Dispenza vorgestellten Praktiken.

In einer von uns veröffentlichten Studienreihe zeigte sich, dass Meditation, wie sie Dr. Dispenza vorschlägt, den Blutfluss zum präfrontalen Kortex, dem Teil des menschlichen Gehirns, der am meisten denkt, ankurbelt. Nachdem die Studienteilnehmer acht Wochen lang jeden Tag meditiert hatten, war der präfrontale Kortex im Ruhezustand stärker und auch das Erinnerungsvermögen hatte sich verbessert. Es gibt viele Möglichkeiten, das Gehirn zu heilen und zu optimieren.

Ich hoffe, Sie entwickeln – so wie ich – eine Art »Gehirnneid« und wünschen sich ein besser funktionierendes Gehirn. Unsere Brain-Imaging-Arbeit hat in meinem Leben alles von Grund auf verändert. Kurz nachdem ich 1991 SPECT-Scans in Auftrag gegeben hatte, beschloss ich, mir einmal mein Gehirn anzuschauen. Zu diesem Zeitpunkt war ich 37 Jahre alt. Als ich sah, wie vergiftet und zerfurcht es aussah, war mir klar: Das konnte nicht gesund sein. Mein ganzes Leben lang habe ich nur selten Alkohol getrunken, ich habe auch nie geraucht oder verbotene Drogen eingenommen. Warum also sah mein Gehirn so schlimm aus? Bevor ich wirklich etwas von der Gesundheit des Gehirns verstand, hatte ich viele Gewohnheiten, die für das Gehirn schlecht waren: Ich stopfte mich mit Fastfood voll, trank Unmengen von Diätlimonade, schlief oft nur vier bis fünf Stunden und trug unerledigte Verletzungen aus der Vergangenheit mit mir herum. Ich machte keinen Sport, war ständig gestresst und hatte außerdem 14 Kilo Übergewicht. Mein Unwissen verletzte mich, und zwar nicht nur ein bisschen.

Auf meinem letzten Scan sieht mein Gehirn gesünder und viel jünger als vor 20 Jahren aus. Es hat sich buchstäblich verjüngt. Auch Ihr Gehirn lässt sich so stark verändern, wenn Sie sich gut darum kümmern. Als ich meinen ersten Scan sah, wollte ich ein besseres Gehirn. Mit Hilfe dieses Buches wird auch Ihr Gehirn besser. Ich hoffe, das Lesen bereitet Ihnen genauso viel Vergnügen wie mir!

Daniel G. Amen, M.D.

Autor von »Das glückliche Gehirn: Ängste, Aggressionen und Depressionen überwinden. So nehmen Sie Einfluss auf die Gesundheit Ihres Gehirns«

Einleitung
Unser gewohntes Ich ist die stärkste Gewohnheit, die wir aufgeben können

Bei einem Blick auf all die Bücher, die uns sagen, wie wir das Leben nach unseren Wünschen gestalten können, wird mir klar: Viele Menschen sind immer noch auf der Suche nach etwas wissenschaftlich Fundiertem, nach Methoden, die wirklich funktionieren. Doch wie neue Untersuchungen des Gehirns, des Körpers, des Verstands und des Bewusstseins – sowie der Quantensprung, den unser Physikverständnis gemacht hat – nahelegen, gibt es viel umfassendere Möglichkeiten, unser wahres Potenzial zu entfalten.

Als Chiropraktiker mit einer gut besuchten ganzheitlichen Praxis und als Ausbilder für die Bereiche Neurowissenschaften, Hirnfunktionen, Biologie und Gehirnchemie hatte ich das Privileg, bei einigen dieser Forschungsvorhaben in vorderster Reihe dabei zu sein. Ich konnte nicht nur die oben genannten Wissensgebiete erforschen, sondern hatte zudem die Chance, die Auswirkungen dieser neuen Wissenschaft auf ganz normale Menschen zu beobachten. Genau dann werden die Möglichkeiten dieser neuen Wissenschaft Realität.

Und so war ich Zeuge, wie sich die Gesundheit und Lebensqualität einiger dieser Menschen auf bemerkenswerte Weise veränderten – weil sie ihre Denkgewohnheiten umstellten. Im Lauf der letzten Jahre habe ich mit vielen Menschen gesprochen, die ernsthafte gesundheitliche Probleme überwunden haben, obwohl sie eigentlich als unheilbar krank galten. Gemäß der derzeit herrschenden Lehrmeinung der Medizin waren das »Spontanremissionen«.

Doch als ich mir ihre innere Reise genauer anschaute, wurde mir klar, dass bei diesen Heilungen auch der Geist eine große Rolle spielte – die physischen Veränderungen waren gar nicht so spontan. Das bewegte mich dazu, ein Ergänzungsstudium in Brain Imaging, Neuroplastizität, Epigenetik und Psychoneuroimmunologie aufzunehmen. Es musste einfach etwas im Gehirn und Körper ablaufen, das man bestimmen und entsprechend replizieren konnte. Mit diesem Buch möchte ich einige meiner Erkenntnisse mit den Lesern teilen und aufzeigen, wie das Wissen um die Wechselbeziehungen zwischen Geist und Materie nicht nur auf den Körper, sondern auf alle Aspekte des Lebens angewandt werden kann.

Nicht nur wissen …, sondern gewusst wie

Viele Leser meines ersten Buches »Schöpfer der Wirklichkeit. Der Mensch und sein Gehirn – Wunderwerk der Evolution« schickten mir nicht nur jede Menge positives Feedback, sondern traten auch mit ehrlichen, aus dem Herzen kommenden Bitten an mich heran. Einer der Leser schrieb: »Mir hat Ihr Buch wirklich gefallen; ich habe es zweimal gelesen. Es steckt voller wissenschaftlicher Erkenntnisse und ist sehr tiefgründig und inspirierend. Aber können Sie mir auch sagen, wie ich das machen soll? Wie kann ich mein Gehirn weiterentwickeln?«

Und so hielt ich eine Reihe von Seminaren über die praktischen Schritte, mit deren Hilfe jeder seinen Geist und seinen Körper nachhaltig verändern kann. Manche Menschen wurden daraufhin auf unerklärliche Weise geheilt, konnten alte mentale und emotionale Verletzungen loslassen, sogenannte unmögliche Schwierigkeiten lösen, sich neue Chancen aufbauen und sich eines wunderbaren Reichtums erfreuen – und das ist noch lange nicht alles. (Einige dieser Menschen kommen in diesem Buch vor.)

Um dieses Buch zu verstehen, müssen Sie nicht unbedingt mein erstes Buch gelesen haben. Doch denjenigen unter Ihnen, die es kennen, soll das vorliegende Buch als Praxisbuch zu »Schöpfer der Wirklichkeit« dienen. Es war mein Ziel, dieses neue Buch auf einfache, leicht verständliche Weise zu schreiben. An manchen Stellen muss ich allerdings etwas weiter ausholen und mit ein paar Brocken Wissen aufwarten, um den Weg für ein Konzept zu bereiten, das ich entwickeln will. So soll ein realistisches, funktionierendes Modell persönlicher Transformation aufgebaut werden, damit Sie verstehen, wie wir uns verändern können.

»Ein neues Ich« ist das Produkt einer meiner Leidenschaften – ein ernsthafter Versuch, das Mystische zu entmystifizieren, sodass jeder begreift, dass uns alles Nötige in unserer Reichweite zur Verfügung steht, um unser Leben tiefgreifend zu verändern. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, wo wir nicht nur etwas »wissen« wollen, sondern auch wissen wollen »wie«. Wie können wir neuartige wissenschaftliche Konzepte und uralte Weisheit auf unser persönliches Leben anwenden und es bereichern? Wenn Sie und ich es schaffen, die Zusammenhänge zwischen den wissenschaftlichen Erkenntnissen über das Wesen der Wirklichkeit zu erkennen und diese Prinzipien im Alltag anzuwenden, werden wir alle zum Mystiker und Wissenschaftler unseres Lebens.

Ich möchte Sie also ermutigen, alles, was Sie in diesem Buch erfahren, auszuprobieren und die Resultate objektiv zu betrachten. Was meine ich damit? Nun, wenn Sie versuchen, Ihre innere Gedanken- und Gefühlswelt zu verändern, sollte sich auch im Außen eine Art Feedback einstellen, welches Ihnen zeigt, dass Ihr Geist tatsächlich einen Effekt auf Ihre Umwelt hat. Warum sonst sollten Sie das alles tun?

Wenn Sie intellektuell angelernte Informationen als Philosophie hernehmen und dieses Wissen so oft in Ihr Leben einfließen lassen, bis Sie es zur Meisterschaft bringen, dann entwickeln Sie sich vom Philosophen zum Wissenden und schließlich zum Meister. Bleiben Sie dran! Fundierte wissenschaftliche Beweise zeigen, dass es möglich ist.

Ich bitte Sie gleich zu Anfang, offen zu bleiben, damit wir die in diesem Buch vorgestellten Konzepte Schritt für Schritt ausbauen können. Sämtliche Informationen sind für Sie gedacht; Sie sollen sie wirklich nutzen, denn sonst wäre das Ganze nur so etwas wie ein belangloses Gespräch beim Abendessen, nicht wahr? Doch wenn Sie Ihren Geist dafür öffnen, wie die Dinge wirklich sind, und Ihre konditionierten Überzeugungen loslassen, die gewohnheitsmäßig den Rahmen Ihrer Realität bilden, dürften Sie die Früchte Ihrer Bemühungen ernten. Das wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen! Die Informationen in diesem Buch sollen Sie inspirieren und Sie von Ihrer göttlichen Schöpferkraft überzeugen.

Wir sollten niemals warten, bis uns die Wissenschaft die Erlaubnis erteilt, das Ungewöhnliche zu tun, denn sonst machen wir sie zu einer weiteren Religion. Haben Sie den Mut, Ihr Leben anzuschauen und das zu tun, was Sie für unkonventionell halten, und zwar immer wieder. Denn dann sind Sie auf dem Weg hin zu einer höheren Ebene persönlicher Kraft.

Wahre Kraft entsteht, wenn wir uns unsere Überzeugungen ganz genau anschauen. Ihre Wurzeln liegen womöglich in den Konditionierungen durch die Religion, Kultur oder Gesellschaft, sie sind anerzogen oder familiär bedingt oder werden durch die Medien oder sogar die Gene verursacht (Letzteres aufgrund von Sinneserfahrungen im jetzigen Leben, aber auch durch unzählige Generationen hindurch). Wir wägen diese alten Vorstellungen gegen neue Paradigmen ab, die uns vielleicht nützlicher sind.

Die Zeiten ändern sich. Einzelne Menschen erwachen für eine höhere Realität, und wir sind Teil eines viel größeren, grundlegenderen Wandels. Unsere derzeitigen Systeme und Modelle der Wirklichkeit brechen zusammen, und die Zeit ist reif für etwas Neues. Egal wo man hinschaut: Überall – in der Politik, in Wirtschaft, Religion, Wissenschaft, Bildung, Medizin und in unserem Beziehungsleben – sehen die Modelle heute anders aus als vor zehn Jahren.

Das Althergebrachte loslassen und sich auf Neues einlassen – das hört sich so einfach an. Doch wie ich schon in »Schöpfer der Wirklichkeit« geschrieben habe: Vieles von dem, was wir gelernt und erlebt haben, hat sich tief in unser biologisches »Ich« eingegraben, und wir tragen es wie ein Gewand. Aber wir wissen auch: Was heute wahr ist, ist morgen vielleicht nicht mehr wahr. So wie wir unsere Wahrnehmung der Atome als feste Materieteilchen infrage gestellt haben, entwickeln sich auch die Wirklichkeit und unsere Beziehung zu ihr aufgrund von Vorstellungen und Überzeugungen weiter. Außerdem wissen wir: Wenn wir das uns vertraute, gewohnte Leben aufgeben und in etwas Neues hineintanzen, ist das, wie wenn ein Lachs stromaufwärts schwimmt: Es ist anstrengend und, offen gesagt, unbequem. Und zu allem Überfluss werden wir auch noch von jenen, die an ihrem vermeintlichen Wissen festhalten, verspottet, ausgegrenzt, verleumdet und bekämpft.

Wer ist so unkonventionell und dazu bereit, solchem Widerstand im Namen eines Konzeptes die Stirn zu bieten, das er sinnlich nicht erfassen, aber lebendig im Geist erfahren kann? Wie oft haben sich in der Vergangenheit einzelne Menschen, die als Häretiker oder Narren verschrien sowie den Beschimpfungen und Schmähungen durch gewöhnliche Menschen ausgesetzt waren, als Genies, Heilige oder Meister erwiesen?

Haben Sie den Mut, ein Original zu sein?

Entscheidung für den Wandel anstatt Wandel als Reaktion

Gemäß seiner Veranlagung scheint der Mensch Veränderungen zu scheuen, bis die Lage so schlimm und unangenehm wird, dass er nicht einfach so weitermachen kann wie üblich. Das gilt sowohl für den Einzelnen als auch für die Gesellschaft als Ganzes. Erst wenn eine Krise, ein Trauma, ein schlimmer Verlust, eine Krankheit oder eine Tragödie drohen, sind wir endlich bereit, uns anzuschauen, wer wir wirklich sind, was wir da treiben, wie wir leben, was wir fühlen und was wir glauben oder wissen, und etwas zu verändern. Oft muss das Schlimmste passieren, damit wir Veränderungen einleiten, die gut für unsere Gesundheit, Beziehungen, Karriere, Familie und Zukunft sind. Meine Botschaft lautet: Wozu noch warten?

Wir können uns unter Schmerzen und Leiden verändern und dazulernen – oder uns voller Freude und Inspiration weiterentwickeln. Die meisten Menschen entscheiden sich für Ersteres. Für das Zweite müssen wir uns einfach klarmachen, dass Wandel wahrscheinlich ein bisschen unbequem ist, ein paar Unannehmlichkeiten mit sich bringt, eine vorhersehbare und verlässliche Routine durchbricht und wir eine Phase durchlaufen müssen, in der wir nichts wissen.

Wie unangenehm es zeitweilig ist, nichts zu wissen, ist uns wohl allen vertraut. Wir haben erste holprige Leseversuche unternommen, bis uns das Lesen zur zweiten Natur wurde. Bei den ersten Versuchen auf der Geige oder Trommel wünschten unsere Eltern, sie könnten uns in einen schalldichten Raum stecken. Ganz zu schweigen von all den armen, unglückseligen Patienten, denen ein Medizinstudent Blut abnimmt: Er hat zwar das erforderliche Wissen, aber noch lange nicht das Geschick, das nur mit der Übung kommt.

Wir nehmen Wissen in uns auf (wissen) und setzen dann das Gelernte in die Praxis um, bis es tief verwurzelt ist (wissen wie); auf diese Weise haben wir wohl fast alle Fähigkeiten erlernt, die sich jetzt wie ein Teil von uns anfühlen (inneres Wissen). Auch um zu lernen, wie man sein Leben verändern kann, braucht man Wissen und muss es umsetzen. Deshalb ist dieses Buch in drei Hauptabschnitte unterteilt.

In Teil I und Teil II werde ich Ideen aufeinander aufbauen und daraus ein größeres, umfassenderes Verständnismodell entwickeln, das Sie auf Ihre persönliche Situation übertragen können. Manche dieser Vorstellungen scheinen sich zu wiederholen; damit will ich Sie immer wieder an etwas erinnern, das Sie auf keinen Fall vergessen sollen. Wiederholung verstärkt die »Schaltungen« im Gehirn und bildet neue Nervenverbindungen aus, sodass Sie sich in Ihren schwachen Momenten nicht einreden, Sie wären eine Null und könnten nichts Großes erreichen. Und wenn Sie dann mit einer fundierten Wissensbasis ganz entspannt zu Teil III des Buches kommen, können Sie selbst erfahren, wie »wahr« das vorher Gelernte ist.

Teil I: Die Wissenschaft vom Ich

Wir beginnen mit einem Überblick über die philosophischen und wissenschaftlichen Paradigmen der neuesten Forschung hinsichtlich Themen wie »das Wesen der Wirklichkeit«, »wer bin ich«, »warum waren Veränderungen bislang für viele Menschen so schwierig«, »was ist für den Menschen möglich«. Teil I wird für Sie ganz leicht zu lesen sein – versprochen!

• In Kapitel 1 – »Das Quanten-Ich« – machen Sie sich ein wenig mit dem Thema Quantenphysik vertraut. Aber keine Angst: Ich fange damit an, weil Sie sich an das Konzept gewöhnen müssen, dass Ihr (subjektiver) Geist sich auf Ihre (objektive) Welt auswirkt. Wie der aus der Quantenphysik bekannte Beobachter-Effekt besagt, lenken wir unsere Energie genau dorthin, worauf wir zugleich unsere Aufmerksamkeit richten. Folglich haben Sie Einfluss auf die Welt der Materie (die im Übrigen hauptsächlich aus Energie besteht). Denken Sie einmal kurz über diese Vorstellung nach, dann konzentrieren Sie sich nämlich wahrscheinlich gleich auf das, was Sie sich wünschen, und nicht darauf, was Sie nicht möchten. Und womöglich denken Sie sogar: »Wenn ein Atom zu 99,99999 Prozent aus Energie und nur zu 0,00001 Prozent aus physischer Substanz besteht1, dann bin ich eher nichts als etwas! Warum also richte ich meine Aufmerksamkeit auf diesen winzigen Bruchteil der physischen Welt, wenn ich doch eigentlich viel mehr bin? Besteht meine größte Einschränkung vielleicht darin, dass ich meine gegenwärtige Realität darüber definiere, was ich mit meinen Sinnen wahrnehme?«

In den Kapiteln 2 bis 4 erforschen wir, was Wandel bedeutet – wie wir über unsere Umwelt, den Körper und die Zeit hinauswachsen.

• Wahrscheinlich haben Sie schon darüber nachgedacht, dass Ihre Gedanken Ihr Leben erschaffen. Doch in Kapitel 2 – »Das persönliche Umfeld überwinden« – geht es darum, wie Ihr Umfeld, wenn Sie dieser Außenwelt die Kontrolle über Ihre Gedanken und Gefühle überlassen, in Ihrem Gehirn Schaltkreise mit Mustern ausbildet, sodass Ihr Denken analog zu Vertrautem abläuft. So schaffen Sie immer mehr vom Gleichen; Sie verschalten Ihr Gehirn so, dass es Ihre Probleme und persönlichen Umstände reflektiert. Um etwas zu verändern, müssen Sie also größer sein als alles Physische, das mit Ihrem Leben zu tun hat, und über dieses Physische hinauswachsen.

• Kapitel 3: Dieser Abschnitt ist mit »Den Körper überwinden« betitelt und beschäftigt sich damit, wie wir unser Leben unbewusst auf der Basis erinnerter und verinnerlichter Verhaltensweisen, Gedanken und emotionaler Reaktionen leben. All das läuft wie ein Computerprogramm hinter der »Bühne« unserer bewussten Wahrnehmung ab. Deshalb ist positives Denken alleine nicht genug; denn ein Großteil unserer Persönlichkeit sitzt unter Umständen in Form von Negativität im Unterbewusstsein. Wenn Sie dieses Buch durchgelesen haben, wissen Sie, wie Sie auf das Betriebssystem Ihres Unterbewusstseins zugreifen und in diesen Programmierungen dauerhafte Veränderungen vornehmen können.

• Kapitel 4 – »Die Zeit überwinden«: Hier schauen wir uns an, wie wir entweder in Erwartung zukünftiger Ereignisse leben oder immer wieder vergangene Erinnerungen aufrufen (oder beides), bis der Körper schließlich meint, er lebe nicht in der Gegenwart, sondern in einer anderen Zeit. Wie neueste Forschungen vermuten lassen, sind wir von Natur aus fähig, allein durch unsere Gedanken das Gehirn und den Körper zu verändern; biologisch sieht das dann aus, als wäre etwas Zukünftiges bereits geschehen. Wir können Gedanken realer machen als alles andere, und so können wir uns selbst von der Gehirnzelle bis hin zu den Genen verändern – vorausgesetzt, wir haben das richtige Verständnis. Wenn Sie lernen, mit Hilfe Ihrer Aufmerksamkeit auf die Gegenwart zuzugreifen, treten Sie ein in das Quantenfeld, wo alles als Potenzial existiert.

• Kapitel 5 – »Überleben versus Schöpfung« – zeigt den Unterschied zwischen einem Leben im Überlebensmodus und einem Leben im Schöpfungsmodus auf. Der Überlebensmodus impliziert ein Leben voller Stress sowie eine materialistische Funktionsweise in dem Glauben, die Außenwelt sei realer als die Innenwelt. Wenn Sie unter Beschuss des Nervensystems stehen und mit einer neuronalen Kampf-oder-Flucht-Reaktion Ihr Überleben sichern wollen, berauscht von seinem chemischen Cocktail, sind Sie darauf programmiert, sich nur um Ihren eigenen Körper, um Menschen und Dinge in Ihrem Umfeld und um Ihre obsessive Fixierung auf die Zeit zu kümmern. Ihr Gehirn und Ihr Körper sind nicht im Gleichgewicht. Sie leben ein berechenbares, absehbares Leben. Doch wenn Sie sich wahrlich im eleganten Schöpfungsmodus befinden, sind Sie kein Körper, kein Ding, keine Zeit – Sie vergessen sich und werden zu reinem Bewusstsein, völlig befreit von den Fesseln der Identität, die sich anhand der äußeren Realität daran erinnern muss, wer sie vermeintlich ist.

Teil II: Gehirn und Meditation

• In Kapitel 6 – »Drei Gehirne: vom Denken übers Tun zum Sein« – geht es um das Konzept von den drei Gehirnen und um die Entwicklung vom Denken über das Tun zum Sein. Oder noch besser: Wenn Sie Ihre Umwelt, Ihren Körper und die Zeit vollkommen aus Ihrer Wahrnehmung ausschließen, können Sie direkt vom Denken zum Sein übergehen und müssen gar nichts tun. In diesem mentalen Zustand unterscheidet Ihr Gehirn nicht zwischen dem, was in der äußeren Realität passiert, und dem, was in Ihrer inneren mentalen Welt geschieht. »Proben« Sie also eine gewünschte Erfahrung nur mental, in Ihren Gedanken, dann erleben Sie die damit verbundenen Emotionen, noch bevor das eigentliche Ereignis sich physisch manifestiert hat. Jetzt begeben Sie sich in einen neuen Seinszustand, denn Ihr Geist und Ihr Körper arbeiten zusammen, ziehen »an einem Strang«. Und wenn Sie dann das Gefühl haben, eine potenzielle zukünftige Realität geschieht in dem Augenblick, wenn Sie sich darauf konzentrieren, überschreiben Sie Ihre automatischen Gewohnheiten, Einstellungen und andere unerwünschten, unterbewussten Programmierungen.

• Kapitel 7 – »Die Lücke«: In diesem Kapitel erforschen wir, wie wir uns von unseren erinnerten Emotionen, die zu unserer Persönlichkeit geworden sind, befreien und die Kluft zwischen unserem inneren, wahren Ich und dem, was wir nach außen in unseren sozialen Kontakten zeigen, überbrücken können. Jeder gelangt an einen Punkt, an dem er nicht mehr weiterlernt, und erkennt, dass nichts und niemand aus der Außenwelt diese Gefühle aus der Vergangenheit wegnehmen kann. Wenn Sie für jede Erfahrung, die Sie im Leben machen, das damit verbundene Gefühl bereits im Voraus wissen, kann nichts Neues passieren, denn Sie betrachten Ihr Leben aus der Vergangenheit heraus und nicht mit Blick auf die Zukunft. Dies ist die Weggabelung, an der die Seele sich entweder freimacht oder dem Vergessen anheimfällt. Sie lernen, Ihre Energie in Form von Emotionen freizusetzen, und schmälern damit die Kluft zwischen Ihrem nach außen gezeigten »Außen-Ich« und Ihrem wahren inneren Ich. So werden Sie letztlich transparent und durchsichtig. Entspricht der Augenschein dann Ihrem wahren Ich, sind Sie wahrhaft frei.

• Das abschließende Kapitel 8 von Teil II trägt den Titel »Meditation, Entmystifizierung des Mystischen und Wellen der Zukunft«. Hier möchte ich das »Mysterium« der Meditation entmystifizieren, damit Sie wissen, was Sie tun und warum Sie es tun. Dabei werden wir auch auf die sogenannte Brain-Wave- bzw. Gehirnwellen-Technologie zu sprechen kommen. In einfachen Worten erkläre ich Ihnen, wie sich das elektromagnetische Feld des Gehirns verändert, je nachdem ob Sie konzentriert oder aufgrund von Stressfaktoren in Ihrem Leben erregt sind. Sie lernen den wahren Sinn und Zweck der Meditation kennen: den analytischen Geist hinter sich zu lassen und ins Unterbewusstsein zu gelangen, um echte und dauerhafte Veränderungen zu bewirken. Falls Sie vom Meditieren aufstehen und immer noch dieselbe Person sind wie vorher, ist mit Ihnen auf keiner Ebene etwas passiert. Doch wenn Sie sich beim Meditieren mit etwas Höherem verbinden, können Sie Ihre Gedanken und Gefühle so miteinander zusammenbringen und diese Kohärenz verinnerlichen, dass nichts in der äußeren Wirklichkeit – nichts und niemand und auch keinerlei räumliche oder zeitliche Umstände – Sie von dieser Energieebene wieder wegbringen kann. Jetzt sind Sie Herrscher bzw. Herrscherin über Ihre Umwelt, Ihren Körper und die Zeit.

Teil III: Auf dem Weg zu Ihrer neuen Bestimmung

Die Informationen aus Teil I und II sollen Ihnen das nötige Wissen vermitteln, damit Sie in Teil III (dem »Wie es funktioniert«-Teil) das Gelernte anwenden und direkt erfahren. Nun geht es darum, sich in der Praxis zu üben – eine Achtsamkeits-Übung für den Alltag. Mit Hilfe des schrittweisen Meditationsprozesses sollen Sie die erlernten Theorien auch wirklich umsetzen.

Übrigens: Ist Ihr Geist bei der Erwähnung dieses mehrstufigen Prozesses ein bisschen zurückgeschreckt? Falls ja, dann ist es nicht so, wie Sie denken. Ja, Sie lernen zwar eine Abfolge von Schritten, aber schon bald werden Sie das Ganze als ein oder zwei einfache Schritte erleben, so wie Sie das auch bei anderen alltäglichen Handlungen tun. (Wenn Sie sich ins Auto setzen, stellen Sie erst einmal den Sitz richtig ein, schnallen sich an, prüfen die Stellung der Spiegel, starten den Motor, schalten die Lichter ein, legen den ersten oder den Rückwärtsgang ein, treten aufs Gaspedal etc. Diesen Ablauf haben Sie seit Ihren Fahrstunden immer wieder befolgt, und zwar ganz einfach und automatisch. Und ich verspreche Ihnen: Auch mit den einzelnen Schritten in Teil III wird das so sein.)

Vielleicht fragen Sie sich: »Warum brauche ich Teil I und II überhaupt? Ich fange direkt mit Teil III an.« Mir würde es wahrscheinlich genauso gehen. Aber ich wollte in den ersten beiden Teilen erst einmal das nötige Wissen vermitteln, damit im dritten Abschnitt nichts irgendwelchen Vermutungen, Spekulationen oder Glaubensgrundsätzen überlassen wird. Wenn Sie mit dem Meditieren beginnen, wissen Sie genau, was Sie da machen und warum. Hinter der praktischen Erfahrung des Umdenkens stehen dann mehr Kraft und bewusste Absicht.

Mit Hilfe der in Teil III vorgestellten Schritte fällt es Ihnen vielleicht leichter, die Ihnen angeborene Fähigkeit anzunehmen, das angeblich Unmögliche doch zu verändern und möglich zu machen. Vielleicht gestehen Sie sich sogar zu, potenzielle Realitäten in Betracht zu ziehen, an die Sie gar nicht gedacht haben, bevor Sie sich mit diesen neuen Konzepten beschäftigten. Wer weiß, vielleicht tun Sie dann das Ungewöhnliche?! Genau das ist mein Bestreben.

Ich verspreche Ihnen: Wenn Sie der Versuchung widerstehen, direkt mit Teil III anzufangen, bringt Ihnen das in Teil I und II Gelernte wirklich viel. Das habe ich auf den Workshops, die ich überall auf der Welt halte, immer wieder erlebt. Hat jemand das richtige Wissen voll und ganz verstanden und setzt es dann mit Hilfe effektiver Anweisungen in die Praxis um, geschehen wie von Zauberhand Veränderungen im Leben, und die Bemühungen tragen Früchte.

In Teil III lernen Sie, durch Meditation auf körperlicher und mentaler Ebene etwas zu verändern und im Außen einen entsprechenden Effekt zu erzielen. Und sobald Sie einmal merken, was genau es war, das im Inneren ein äußeres Resultat erbracht hat, tun Sie es immer wieder. Wenn Sie im Leben eine neue Erfahrung machen, lassen Sie die Energie zu, die Sie als höhere Emotion – Kraft, Ehrfurcht, unendliche Dankbarkeit – verspüren. Und diese Energie lässt Sie das Ganze immer wieder tun. Jetzt sind Sie auf dem Weg hin zu wahrer Weiterentwicklung.

Jeder der in Teil III beschriebenen Meditationsschritte steht in Bezug zu einer der vorher vermittelten Informationseinheiten. Da Ihnen der Sinn Ihres Tuns klar ist, sollte es keinerlei Ungewissheiten geben, durch die Sie Ihre Vision aus dem Blick verlieren.

Wie bei vielem anderen müssen Sie sich anfangs wahrscheinlich ganz bewusst darauf konzentrieren, in der Meditation Ihr Gehirn zu entwickeln. Während des Prozesses dürfen Sie nicht in Ihre typischen Verhaltensweisen verfallen; Sie müssen Ihre Gedanken auf das richten, was Sie gerade tun, anstatt sie zu irgendwelchen äußeren Unwichtigkeiten abschweifen zu lassen. So wird Ihr Tun auf Ihre bewusste Absicht abgestimmt.

Es wird ähnlich sein wie mit anderen Fertigkeiten, die Sie neu erlernen, sei das nun die thailändische Kochkunst, Golfspielen, Salsatanzen oder ein Auto mit manueller Schaltung zu fahren: Weil alles neu für Sie ist, müssen Sie regelmäßig üben sowie Geist und Körper trainieren, um sich die einzelnen Schritte zu merken.

Fast alle Anweisungen sind gut verdaulich, damit Geist und Körper zusammenarbeiten können. Haben Sie es erst einmal »kapiert«, verschmelzen die einzelnen Schritte zu einem reibungslosen Prozess. Der methodische, lineare Ansatz geht nahtlos in eine ganzheitliche, mühelose Praxis über. Hier ist persönliches Einlassen gefragt. Das ist manchmal mühsam, doch wenn Sie dranbleiben und Ihren Willen und Ihre Energie einbringen, können Sie sich schon bald über die Ergebnisse freuen.

Wenn Sie erst einmal wissen, dass Sie das »Wie« kennen, sind Sie auf dem Weg zur Meisterschaft. Ich bin überglücklich, weil viele Menschen auf der ganzen Welt anhand des in diesem Buch vermittelten Wissens ihr Leben nachweislich verändern. Mögen auch Sie sich ein neues Ich erschaffen und damit das neue Leben, das Sie sich ersehnen! Das wünsche ich mir von ganzem Herzen.

Und jetzt geht’s los …

Teil I
Die Wissenschaft vom Ich
Kapitel 1
Das Quanten-Ich

In den Anfängen der Physik wurde die Welt in Materie und Gedanken aufgeteilt, später dann in Materie und Energie, die als jeweils gänzlich voneinander Getrenntes betrachtet wurden … Was jedoch nicht stimmt! Dennoch hat diese Dualität von Geist/Materie unser frühes Weltbild geformt – ein Bild, in dem die Wirklichkeit im Wesentlichen vorherbestimmt war und der Mensch kaum in der Lage war, mit seinem Handeln, geschweige denn seinen Gedanken, etwas zu verändern.

Jetzt spulen wir vor zu unserem heutigen Physikverständnis, gemäß dem wir Teil eines gewaltigen, unsichtbaren Energiefeldes sind, in dem alle möglichen Realitäten enthalten sind und welches auf unsere Gedanken und Gefühle reagiert. Die moderne Wissenschaft untersucht die Beziehung zwischen Gedanken und Materie, und wir wollen ebendies auch im Hinblick auf unser eigenes Leben erforschen. Und so fragen wir uns: Kann ich mit Hilfe meines Geistes die Realität erschaffen? Und wenn ja, kann ich diese Fähigkeit erlernen und dazu nutzen, die Person zu werden, die ich gerne sein möchte, und mir das Leben zu erschaffen, das ich gerne leben möchte?

Seien wir einmal ehrlich: Niemand ist perfekt. Abgesehen davon, ob wir unser körperliches, emotionales oder spirituelles Ich verändern wollen, haben wir doch alle denselben Wunsch: Wir wollen das Leben als die Idealversion unserer selbst leben, wie wir sie uns vorstellen. Sobald wir vor dem Spiegel stehen und unsere Fettpölsterchen betrachten, sehen wir nicht nur das etwas zu wabbelige Bild im Spiegel. Je nach Stimmung sehen wir auch eine schlankere, fittere Version von uns selbst – oder auch eine schwerere, stämmigere Version. Welches dieser Bilder entspricht nun der Realität?

Wenn wir nachts im Bett den Tag noch einmal Revue passieren lassen und unsere Versuche überdenken, toleranter und weniger reaktiv zu sein, sehen wir nicht nur den Elternteil, der den Kindern gegenüber handgreiflich wurde, weil sie keine Ruhe gaben und einer einfachen Bitte nicht schnell genug nachkamen. Wir stellen uns entweder ein engelhaftes Wesen vor, dessen Geduld wie die eines unschuldigen Opfers auf der Folterbank über Gebühr strapaziert wurde, oder ein schreckliches Ungeheuer, welches das Selbstwertgefühl eines Kindes zerstört. Welches dieser Bilder entspricht nun der Wirklichkeit?

Die Antwort lautet: Alle diese Bilder entsprechen der Wahrheit – nicht nur die extremen, sondern ein unendlich großes Bilderspektrum mit positiven wie negativen Bildern. Wie kann das sein? Damit Sie besser verstehen, warum keine dieser Versionen des Selbst* wirklicher oder weniger wirklich ist als andere, muss ich mit dem überholten Verständnis von der Grundnatur der Wirklichkeit aufräumen und es durch ein neues ersetzen. [* In der amerikanischen Originalausgabe dieses Buches wird auf eine eindeutige Definition und Unterscheidung von »Selbst«, »Ich« und »Ego« verzichtet. Daher bleibt das Verständnis dieser Begriffe auch in der deutschen Übersetzung relativ offen.]

Das hört sich nach einer großen Sache an, und irgendwie ist es das auch, aber ich weiß auch: Der wahrscheinlichste Grund für Ihr Interesse an diesem Buch ist wohl, dass Ihre früheren Versuche, Ihr Leben nachhaltig zu verändern – sei es nun auf der physischen, emotionalen oder spirituellen Ebene –, Ihren Idealvorstellungen von sich selbst nicht gerecht wurden. Die Gründe dafür liegen wiederum eher in Ihren Überzeugungen darüber, wie das Leben so ist, als an irgendetwas anderem wie fehlende Willensstärke, Zeitmangel, zu wenig Mut oder Vorstellungskraft.

Um uns zu verändern, müssen wir immer zu einem neuen Verständnis unserer selbst und der Welt gelangen; wir müssen neues Wissen in uns aufnehmen und neue Erfahrungen machen können. Und genau dabei soll Ihnen dieses Buch helfen.

Was war nun die Grundursache für Ihren Misserfolg in der Vergangenheit? Sie haben etwas Wichtiges übersehen: Sie haben sich nicht auf ein Leben eingelassen, welches auf der Wahrheit basiert, dass Ihre Gedanken Konsequenzen haben und Ihre Realität erschaffen.

Wir alle sind gesegnete Wesen; wir alle können die Früchte unserer konstruktiven Bemühungen ernten. Wir müssen uns nicht mit unserer gegenwärtigen Realität abfinden; wir können eine neue erschaffen, wann immer wir wollen. Wir alle verfügen über diese Fähigkeit, denn unsere Gedanken beeinflussen unser Leben – im Guten wie im Schlechten.

Das haben Sie sicherlich alles schon einmal gehört, aber glauben Sie das auch »aus dem Bauch heraus«? Wenn wir wirklich davon überzeugt wären, dass unsere Gedanken in unserem Leben konkrete Auswirkungen haben, würden wir uns dann nicht sehr bemühen, nie etwas zu denken, das wir nicht erleben möchten? Und würden wir uns nicht darauf konzentrieren, was wir wollen, anstatt uns ständig obsessiv mit unseren Problemen zu beschäftigen?

Überlegen Sie einmal: Wenn Sie wirklich wüssten, dass dieses Prinzip der Wahrheit entspricht, würden Sie da auch nur einen Tag verstreichen lassen, ohne bewusst das von Ihnen angestrebte Schicksal zu erschaffen?

Wollen Sie Ihr Leben verändern?
Dann ändern Sie Ihre Überzeugungen von der Natur der Wirklichkeit!

Ich hoffe, dieses Buch verändert Ihre Sicht von der Funktionsweise der Welt und überzeugt Sie, dass Sie viel mehr vermögen, als Ihnen bislang bewusst war; es soll Sie dazu inspirieren, Ihr Wissen um die tiefgreifenden Auswirkungen Ihrer Gedanken und Überzeugungen auf Ihre Umwelt auch in die Tat umzusetzen.

Solange Sie Ihre Sichtweise Ihrer gegenwärtigen Realität nicht aufgeben, werden alle Veränderungen nur willkürlich geschehen und vorübergehender Natur sein. Ihre Vorstellungen davon, warum etwas passiert, müssen gründlich überholt werden, damit dauerhafte und erwünschte Ergebnisse erzielt werden können. Dazu müssen Sie sich einer neuen Interpretation von Realität und Wahrheit öffnen.

Um so zu denken und sich das Leben Ihrer Wahl zu erschaffen, möchte ich Ihnen als Hilfestellung ein bisschen Kosmologie vermitteln (die Lehre von der Struktur und Dynamik des Universums). Aber keine Sorge – es wird nur ein kleiner Grundkurs über das Wesen der Realität und die Entwicklung unserer Sichtweisen von der Vergangenheit bis in die Gegenwart. Das soll – kurz und einfach gefasst – erklären, wie Ihre Gedanken Ihr Schicksal formen können.

In diesem Kapitel steht vielleicht Ihre Bereitschaft auf dem Prüfstand, Vorstellungen, die Ihnen seit Jahren bewusst oder unterbewusst einprogrammiert worden sind, aufzugeben. Ihr neues Verständnis der Grundkräfte und Elemente, die die Realität ausmachen, stimmt nicht mehr mit der alten Vorstellung überein, wonach eine lineare Ordnung unsere Tage bestimmt. Stellen Sie sich darauf ein, dass Ihr bisheriges Verständnis grundlegend über den Haufen geworfen wird!

Wenn Sie sich diese neue Sichtweise zu eigen machen, wird sich sogar Ihre Grundverfassung als menschliches Wesen verändern. Ich wünsche mir, dass Sie danach nicht mehr derselbe Mensch wie am Anfang sind.

Sie sehen also, ich werde Sie vor Herausforderungen stellen, aber ich fühle mit Ihnen, denn auch ich musste meine Vorstellungen von dem, was wahr ist, aufgeben und den Sprung ins Unbekannte wagen. Um einen einfacheren Zugang zu dieser neuen Denkweise über das Wesen unserer Welt zu finden, wollen wir uns anschauen, wie sich unsere Weltsicht auf die frühe Überzeugung gründete, Geist und Materie seien zwei voneinander getrennte Phänomene.

Alles ist Materie, nichts ist Geist?
Alles ist Geist, nichts ist Materie?

Wissenschaftler und Philosophen gleichermaßen hatten schon immer ihre Schwierigkeiten damit, den Bogen zwischen der äußeren, physischen Welt und der inneren, mentalen Welt des Geistes zu schlagen und Zusammenhänge herzustellen. Für viele Menschen scheint der Geist auch heute noch nur sehr geringen bzw. keinen messbaren Einfluss auf die Welt der Materie zu haben. Wahrscheinlich herrscht allgemeiner Konsens darüber, dass die materielle Welt mit ihren Konsequenzen sich auf den Geist auswirkt; doch wie kann der Geist umgekehrt die soliden, festen Bestandteile physisch verändern? Geist und Materie scheinen voneinander getrennt zu sein – allerdings nur, bis sich unser Verständnis von der Existenzweise des Physisch-Festen wandelt.

Ein solcher Wandel hat stattgefunden, und zwar vor noch nicht allzu langer Zeit. Das historisch als »die Moderne« bezeichnete Zeitalter war zum großen Teil von der Überzeugung geprägt, die Grundnatur des Universums unterliege einer gewissen Ordnung und sei somit vorhersehbar, berechenbar und erklärbar.

Man denke beispielsweise an den Mathematiker und Philosophen René Descartes: Er entwickelte im 17. Jahrhundert eine ganze Reihe von Konzepten, die bis in unsere heutige Zeit für die Mathematik und andere Wissensbereiche von großer Relevanz sind (»Ich denke, also bin ich« – na, klingt das nicht irgendwie bekannt?). Doch im Rückblick richtete eine seiner Theorien letztendlich mehr Schaden als Nutzen an. Descartes war ein Verfechter des mechanistischen Weltbilds – eines Modells, in dem das Universum berechenbaren Gesetzen unterliegt.

Im Hinblick auf das menschliche Denken stand Descartes vor einer echten Herausforderung: Der menschliche Geist mit seinen allzu vielen Variablen ließ sich nicht so einfach an irgendwelche Gesetzmäßigkeiten anpassen. Descartes schaffte es nicht, sein Verständnis der physischen Welt mit der Welt des Geistes in Einklang zu bringen, obwohl beides existierte, und so ersann er ein höchst elegantes Gedankenspiel: Da, so seine Überlegung, der Geist nicht den Gesetzmäßigkeiten der objektiven, physischen Welt unterworfen sei, sei es nicht möglich, ihn naturwissenschaftlich zu erforschen. Das Studium der Materie lag im Zuständigkeitsbereich der Naturwissenschaften (alles ist Materie, nichts ist Geist); der Geist wiederum war das Werkzeug Gottes, und dafür war die Religion zuständig (alles ist Geist, nichts ist Materie).

Descartes begründete im Wesentlichen ein Glaubenssystem, das von einer Dualität zwischen dem Konzept des Geistes und dem Konzept der Materie ausging. Jahrhundertelang war diese Trennung die anerkannte Basis für das Verständnis des Wesens der Wirklichkeit.

Sir Isaac Newtons Experimente und Theorien taten ein Übriges, um die kartesischen Überzeugungen weiterzuführen. Der englische Mathematiker und Naturwissenschaftler untermauerte nicht nur das Konzept eines Universums, das wie eine Maschine funktionierte, sondern stellte auch eine Reihe von Gesetzmäßigkeiten auf, die besagten, der Mensch könne die Funktionsweise der Welt mit ihren geordneten Bahnen ganz genau bestimmen, berechnen und vorhersagen.

Gemäß der »klassischen« Newton’schen Physik war alles fest. Energie konnte man beispielsweise als Kraft verstehen, die Objekte in Bewegung versetzte oder den physischen Zustand von Materie veränderte. Doch wie wir noch sehen werden, ist Energie viel mehr als eine äußere, auf materielle Dinge angewandte Kraft. Energie ist das eigentliche Gewebe aller Materie und reagiert auf den Geist.

Somit führte die Arbeit von Descartes und Newton zu einem Denken der Vorbestimmtheit: Wenn die Wirklichkeit mechanistisch funktionierte, hatte der Mensch kaum Einfluss auf die Resultate. Die gesamte Wirklichkeit war von vornherein festgelegt.

Ist es angesichts dieser Weltsicht ein Wunder, dass der Mensch sich nur schwer vorstellen konnte, seine Handlungen, geschweige denn seine Gedanken bzw. der freie Wille spielten im großen Plan eine Rolle? Sogar heute noch wird der Mensch oft als »Opfer der Umstände« gesehen.

Diese Überzeugungen beherrschten jahrhundertelang das Denken der Menschen, und es bedurfte revolutionärer Denkansätze, um Descartes und Newton wirklich etwas entgegensetzen zu können.

Einstein hat nicht nur die Erde, sondern das Universum auf den Kopf gestellt

Etwa 200 Jahre nach Newton stellte Albert Einstein seine berühmte Gleichung E = mc2 auf; ihr zufolge stehen Energie und Materie in einem so grundlegenden Zusammenhang, dass sie ein und dasselbe sind. Im Wesentlichen wies seine Arbeit die vollkommene Austauschbarkeit von Materie und Energie nach – ein krasser Widerspruch zu Newton und Descartes, wodurch sich ein komplett neues Verständnis der Funktionsweise des Universums entwickelte.

Einstein hat nicht im Alleingang unser bis dahin geltendes Wirklichkeitsverständnis demontiert. Aber er untergrub die Grundlagen dieses Weltbildes, und das führte schließlich zum Niedergang einiger engstirniger, rigider Denkweisen. Seine Theorien setzten die Erforschung des verwirrenden Verhaltens von Licht in Gang. Wie Wissenschaftler beobachteten, verhält sich das Licht manchmal wie eine Welle (zum Beispiel wenn es um die Ecke »scheint«) und manchmal wie ein Teilchen. Wie kann Licht sowohl eine Welle als auch ein Teilchen sein? Nach Descartes und Newton war das nicht möglich – ein Phänomen musste entweder das eine oder das andere sein.

Schnell zeigte sich, dass das dualistische kartesische/Newton’sche Modell auf der grundlegendsten Ebene fehlerbehaftet war: auf der subatomaren Ebene (subatomar bezieht sich auf die Bestandteile von Atomen: Elektronen, Protonen, Neutronen etc.; sie sind die Bausteine aller physischen Materie). Die Grundbausteine unserer sogenannten physischen Welt sind, je nach Geisteshaltung des Beobachters, gleichzeitig Wellen (Energie) und Teilchen (physische Materie); darauf kommen wir noch zurück. Um die Funktionsweise der Welt zu verstehen, war ein Blick auf die allerkleinsten Bausteine erforderlich.

Aus diesen Experimenten entstand die neue Wissenschaft der Quantenphysik.

Den festen Boden, auf dem wir stehen …, gibt es nicht

Aus diesem Wandel ergab sich ein komplett neues Bild der Welt, in der wir leben; uns wurde der sprichwörtliche Teppich unter den Füßen weggezogen – unter den Füßen, die, wie wir meinten, auf festem Boden standen. Wie das? Erinnern Sie sich an die alten Atommodelle, bestehend aus Zahnstocher und Styroporkugeln? Vor der Quantenphysik bestanden Atome nach landläufiger Meinung aus einem relativ kleinen, festen Kern und kleineren, weniger substanziellen Objekten in diesem Kern bzw. um den Kern herum. Die Vorstellung, man könnte mit einem entsprechend leistungsstarken Instrument die subatomaren Partikel, die ein Atom ausmachen, messen (ihre Masse berechnen) und (ihre Menge) zählen, ließen sie so träge wie Kühe auf der Weide erscheinen. Atome bestanden allem Anschein nach aus fester Materie, oder etwa nicht?

Das klassische Atom


Abbildung 1A. Das »alte«, klassische Atommodell nach Newton. Hier geht es vor allem um das Stoffliche, also die Materie.

Wie das Quantenmodell gezeigt hat, könnte nichts weiter von der Wahrheit entfernt sein. Atome sind zum größten Teil leerer Raum, sie sind Energie. Man stelle sich vor: Alles Physische im Leben ist keineswegs feste Materie; es handelt sich vielmehr um Energiefelder bzw. Frequenzmuster mit Informationen. Alle Materie ist eher »nichts« (Energie) als »etwas« (Partikel).

Das Quanten-Atom


Abbildung 1B. Die »neue« Quantenversion des Atoms mit einer Elektronenwolke. Das Atom besteht zu 99,99999 Prozent aus Energie und zu 0,00001 Prozent aus Materie. Materiell betrachtet ist es praktisch nichts.

Das wirkliche Quanten-Atom


Abbildung 1C. Dieses Atommodel kommt der Wirklichkeit am nächsten: Materiell ist es »nichts«, aber potenziell ist es alles.

Noch ein Rätsel: Für subatomare Partikel und größere Objekte gelten unterschiedliche Regeln

Doch damit allein ließ sich das Wesen der Realität nicht erklären. Einstein und andere Forscher mussten ein Rätsel lösen: Materie verhielt sich anscheinend nicht immer gleich. Beim Beobachten und Messen der unendlich winzigen Welt des Atoms zeigte sich, dass die Grundbestandteile des Atoms auf der subatomaren Ebene nicht den Gesetzmäßigkeiten der klassischen Physik folgten wie die größeren Objekte.

Alles was im Zusammenhang mit Objekten aus der »großen« Welt passierte, war vorhersagbar, reproduzierbar und konstant. Als der legendäre Apfel vom Baum fiel und sich in Richtung auf den Mittelpunkt der Erde bewegte, bis er mit Newtons Kopf kollidierte, beschleunigte sich seine Masse mit einer konstanten Kraft. Doch das Verhalten von Elektronen als Partikel war ungewöhnlich und konnte nicht vorhergesagt werden. Wenn sie mit dem Atomkern interagierten und sich auf dessen Zentrum zubewegten, gewannen sie Energie hinzu bzw. verloren sie Energie, waren sichtbar und verschwanden und tauchten scheinbar überall auf, ohne Beschränkung durch Zeit und Raum.

Funktionierte die Welt des Mikro- und die Welt des Makrokosmos etwa auf Basis komplett unterschiedlicher Regeln? Da subatomare Partikel wie Elektronen die Bausteine von allem in der Natur ausmachten – wie konnten sie dann nach bestimmten Regeln funktionieren und die Dinge, die aus diesen Partikeln bestanden, nach ganz anderen Regeln?

Von Materie zu Energie: Partikel ziehen
die ultimative Verdünnisierungsshow ab

Auf der Ebene der Elektronen kann man energieabhängige Merkmale wie die Wellenlänge, die elektrische Spannung und Ähnliches messen, doch die Masse dieser Partikel ist so unendlich klein und existiert nur für eine so winzige Zeitspanne, dass sie praktisch gar nicht existent ist.

Das macht die subatomare Welt so einzigartig. Sie besitzt nicht nur physische, sondern auch energetische Qualitäten. In Wahrheit existiert Materie auf der subatomaren Ebene nur als momentanes Phänomen. Sie ist so wenig greifbar, dass sie ständig auftaucht und wieder verschwindet: Sie erscheint in drei Dimensionen und entschwindet ins Nichts – ins Quantenfeld, in den Nicht-Raum, die Nicht-Zeit – und wird vom Partikel (Materie) zur Welle (Energie) transformiert und umgekehrt. Doch wohin verschwinden Partikel, wenn sie sich sozusagen in Luft auflösen?

Kollaps der Wellenfunktion


Abbildung 1D. Das Elektron existiert in einem Moment als Wahrscheinlichkeitswelle und zeigt sich im nächsten Moment als Festpartikel, verschwindet dann im Nichts und taucht woanders wieder auf.

Schöpfung der Wirklichkeit:
Energie reagiert auf zielgerichtete geistige Aufmerksamkeit

Noch einmal zurück zum alten Zahnstocher- und Styroporkugel-Modell des Atomaufbaus. Legte dieses Modell nicht nahe, die Elektronen auf Kreisbahnen um den Atomkern kreisten wie die Planeten um die Sonne? Wenn das stimmte, müsste man ihre Position bestimmen können, nicht wahr? Ja, könnte man sagen, aber nicht aus dem Grund, den wir angenommen hatten.

Die Quantenphysiker beobachteten folgendes Phänomen: Wer die winzigen Partikelchen, die die Atome bilden, beobachtet (bzw. misst), beeinflusst das Verhalten von Energie und Materie. Wie Quantenexperimente zeigten, existieren Elektronen gleichzeitig in einer unendlichen Zahl von Möglichkeiten in einem unsichtbaren Energiefeld. Doch erst wenn ein Beobachter bzw. Betrachter seine Aufmerksamkeit auf irgendeine Position eines beliebigen Elektrons richtet, taucht dieses Elektron auf. Anders ausgedrückt: Ein Partikel kann sich in der Realität – also dem gewöhnlichen, uns bekannten Raum-Zeit-Gefüge – erst dann manifestieren, wenn es beobachtet wird.1

Dieses Phänomen heißt in der Quantenphysik »Kollaps der Wellenfunktion« bzw. der »Beobachter-Effekt«. Wenn der Beobachter nach einem Elektron Ausschau hält, gibt es, wie wir inzwischen wissen, einen bestimmten Punkt in Zeit und Raum, an dem alle Möglichkeiten des Elektrons in einem physischen Ereignis kollabieren. Angesichts dieser Entdeckung kann man Geist und Materie nicht mehr als voneinander getrennte Phänomene betrachten; sie sind untrennbar miteinander verbunden, denn der subjektive Geist erzeugt messbare Veränderungen in der objektiven physischen Welt.

Wird Ihnen jetzt klar, warum dieses Kapitel die Überschrift »Das Quanten-Ich« trägt? Auf der subatomaren Ebene reagiert Energie auf den aufmerksam ausgerichteten Geist und wird zu Materie. Wie könnte sich Ihr Leben verändern, wenn Sie den Beobachter-Effekt gelenkt einsetzen könnten und unendlich viele Wahrscheinlichkeitswellen in die von Ihnen gewählte Realität kollabieren ließen? Könnten Sie sich dann zu einem besseren Beobachter des von Ihnen gewünschten Lebens mausern?

Unendlich viele mögliche Realitäten warten auf den Beobachter

Überlegen Sie einmal: Alles im physischen Universum besteht aus subatomaren Partikeln wie beispielsweise Elektronen. Solange diese Partikel als reines Potenzial existieren, sind sie ihrem Wesen nach im Zustand einer Welle und potenziell »alles« und »nichts«, bis sie beobachtet werden. Alles in unserer physischen Wirklichkeit existiert also als reines Potenzial.

Wenn subatomare Partikel an unendlich vielen Orten gleichzeitig existieren können, sind wir potenziell in der Lage, unendlich viele mögliche Realitäten in die Existenz kollabieren zu lassen. Anders gesagt: Wenn Sie sich irgendein zukünftiges Ereignis in Ihrem Leben entsprechend Ihren persönlichen Wünschen vorstellen können, existiert diese Realität als Möglichkeit im Quantenfeld und wartet darauf, von Ihnen beobachtet zu werden. Wenn Ihr Geist ein Elektron auftauchen lassen kann, kann er theoretisch alle Möglichkeiten erscheinen lassen.

Das Quantenfeld enthält also auch eine Realität, in der Sie gesund, wohlhabend und glücklich sind und über all die Eigenschaften und Fähigkeiten verfügen, die Sie Ihrem idealen Ich in Gedanken zuschreiben.

Bleiben Sie dabei, und Sie werden erkennen, dass Sie durch willentlich gerichtete Aufmerksamkeit, die ernsthafte Anwendung neuen Wissens und ständiges, tagtägliches mentales Wiederholen, also mit Ihrem Geist als Beobachter, Quantenpartikel kollabieren lassen und unendlich viele subatomare Wahrscheinlichkeitswellen in einem gewünschten physischen Ereignis, einer Erfahrung in Ihrem Leben, organisieren können.

Die Energie unendlicher Möglichkeiten wird vom Bewusstsein, Ihrem Geist, wie Ton geformt. Und wenn alle Materie aus Energie besteht, ist es sinnvoll, anzunehmen, dass Bewusstsein (der »Geist« im Sinne Newtons und Descartes’) und Energie (»Materie« entsprechend dem Quantenmodell) so eng miteinander verbunden sind, dass sie eins sind. Geist und Materie sind komplett miteinander verwoben und – um es in der Quantensprache auszudrücken – »verschränkt«. Ihr Bewusstsein (der Geist bzw. Verstand) beeinflusst die Energie (Materie), weil Ihr Bewusstsein Energie ist und Energie Bewusstsein hat. Sie haben die Macht, Materie zu beeinflussen, weil Sie auf der grundlegendsten Ebene Energie mit Bewusstsein sind. Sie sind Materie mit einem aufmerksamen Geist.

Gemäß dem Quantenmodell ist das physische Universum ein immaterielles, zusammenhängendes, einheitliches Informationsfeld, das potenziell alles, physisch aber nichts ist. Das Quantenuniversum wartet einfach auf einen bewussten Beobachter (ich oder Sie), der durch seinen Geist und sein Bewusstsein (die selbst wiederum Energie sind) auf die Energie in Form potenzieller Materie Einfluss nimmt und Wellen energetischer Wahrscheinlichkeiten in physischer Materie zusammenbringt. So wie die Möglichkeitswelle des Elektrons sich als Partikel in einem bestimmten momentanen Ereignis manifestiert, bringen wir als Beobachter ein Partikel oder ganze Partikelgruppen dazu, physische Erfahrungen in Form von Ereignissen zu manifestieren.

Diese Zusammenhänge sind entscheidend, um zu verstehen, wie man in seinem Leben etwas bewirken oder verändern kann. Haben Sie erst einmal gelernt, genauer zu beobachten, um willentlich auf Ihr Schicksal Einfluss zu nehmen, sind Sie auf dem besten Weg, zur Idealversion Ihrer selbst zu werden und Ihr ideales Leben zu leben.

Wir sind mit allem im Quantenfeld verbunden

Wie alles im Universum sind auch wir in gewissem Sinne mit einem Meer aus Informationen verbunden, das jenseits von physischem Raum und Zeit existiert. Auch wenn wir mit physischen Elementen im Quantenfeld gar nicht in Berührung oder in deren Nähe kommen, können wir sie beeinflussen und werden von ihnen beeinflusst. Der physische Körper besteht aus organisierten Energie- und Informationsmustern, vereint mit allem im Quantenfeld.

Sie und alle anderen Menschen senden ein ganz bestimmtes Energiemuster bzw. eine Signatur aus. Alles Materielle strahlt ständig spezifische Energiemuster aus, die Informationen tragen. Ihre schwankende mentale Verfassung verändert bewusst oder unbewusst diese Signatur von einem Moment zum anderen, denn Sie sind mehr als nur ein physischer Körper: Sie sind Bewusstsein, das über einen Körper und ein Gehirn unterschiedliche mentale Ebenen zum Ausdruck bringt.

Eine andere Sichtweise der gegenseitigen Verbundenheit zwischen Menschen und Quantenfeld ist das Konzept der Quantenverschränkung bzw. der nichtlokalen Quantenverbindung, welches im Wesentlichen besagt: Können zwei Partikel einmal irgendwie miteinander verbunden werden, dann stehen sie jenseits von Raum und Zeit immer miteinander in Verbindung. Alles, was einem dieser Partikel geschieht, geschieht auch dem anderen, selbst wenn sie räumlich voneinander getrennt sind. Da auch wir aus Partikeln bestehen, stehen wir also implizit alle jenseits von Raum und Zeit miteinander in Verbindung. Was wir anderen antun, tun wir auch uns selbst an.

Überlegen Sie einmal, welche Auswirkungen das hat! Wenn Sie dieses Konzept mit dem Verstand bzw. Geist begreifen, müssen Sie wohl auch annehmen, dass das »Ich«, das in einer wahrscheinlichen Zukunft existiert, bereits mit dem »Ich« im Hier und Jetzt in Verbindung steht – in einer Dimension jenseits von Raum und Zeit. Bleiben Sie dran! Nach der Lektüre dieses Buches kommt Ihnen diese Vorstellung ganz normal vor.

Verquere Wissenschaft:
Können wir die Vergangenheit beeinflussen?

Da wir über Distanzen und die Zeit hinaus alle miteinander verbunden sind, könnte man doch annehmen, dass alle Gedanken und Gefühle Einfluss auf vergangene Ereignisse in unserem Leben und auf erwünschte Ereignisse in unserer Zukunft nehmen können, oder nicht?

Im Juli 2000 führte der israelische Arzt Leonard Leibovici eine randomisierte, kontrollierte Doppelblindstudie an 3.393 Klinikpatienten durch, die in eine Kontrollgruppe und eine Interventionsgruppe aufgeteilt wurden. Er wollte herausfinden, wie sich Gebete auf ihren Zustand auswirkten.2

Gebetsexperimente sind großartige Beispiele dafür, wie sich der Geist über Entfernungen hinweg auf Materie auswirken kann. Aber nicht immer ist alles so, wie es scheint. Lesen Sie also weiter.

Nach dem Zufallsprinzip teilte Leibovici die Hälfte der an Sepsis Leidenden einer Gruppe zu, für die Gebete aufgesagt wurden; für die andere Hälfte wurde nicht gebetet. Die Ergebnisse wurden anhand von drei Vergleichen kategorisiert: Wie lang hielt die Infektion an? Wie lang blieben die Patienten im Krankenhaus? Wie viele starben an den Folgen der Infektion?

Bei den Patienten, für die gebetet wurde, ging die Entzündung schneller zurück, und sie mussten weniger lang im Krankenhaus bleiben. Bei der Mortalitätsrate gab es zwischen den beiden Gruppen keine statistisch signifikanten Unterschiede, wenngleich sie bei den Patienten der »Gebetsgruppe« ein bisschen niedriger war.

Daran lässt sich deutlich die Kraft des Gebetes ablesen. Diese Experimente zeigen auch, wie wir durch Gedanken und Gefühle eine Intention ins Quantenfeld senden können.

Allerdings gehört zu dieser Geschichte noch etwas Bemerkenswertes dazu: Kommt es Ihnen nicht komisch vor, dass weit mehr als 3000 Patienten gleichzeitig an einer Infektion gelitten haben sollen? Haperte es etwa an der Sterilisation des Krankenhauses, oder grassierte gerade eine ansteckende Krankheit? Des Rätsels Lösung: Gebetet wurde nicht für Patienten, die sich im Jahr 2000 infiziert hatten, sondern – ohne dass es die Betenden wussten – für Menschen, die auf einer Liste standen und zwischen 1990 und 1996 in diesem Krankenhaus stationär behandelt worden waren, also vier bis zehn Jahre vor dem Experiment! Der Zustand der Patienten, für die gebetet wurde, verbesserte sich bereits in den 1990er-Jahren aufgrund eines Experimentes, das Jahre später durchgeführt wurde. Oder anders ausgedrückt: Die Gesundheit der Patienten, für die im Jahr 2000 gebetet wurde, verbesserte sich nachweislich – allerdings traten diese Veränderungen schon Jahre vorher auf!

Wie eine statistische Analyse des Experiments nachwies, waren diese Effekte ganz und gar nicht zufallsbedingt. Und das zeigt, dass unsere willentliche Absicht, unsere Gedanken und Gefühle sowie unsere Gebete sich nicht nur auf die Gegenwart oder Zukunft auswirken, sondern sogar unsere Vergangenheit beeinflussen können.

Das führt uns zu der Frage: Wenn Sie um ein besseres Leben für sich selbst beten (bzw. sich auf eine entsprechende Absicht konzentrieren) würden, könnte das Auswirkungen auf Ihre Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft haben?

Das Quantengesetz besagt, dass alle Potenziale gleichzeitig existieren. Unser Denken und Fühlen wirkt sich auf alle Aspekte des Lebens aus, über Zeit und Raum hinaus.

Zustand des Seins oder Zustand des Geistes:
Wenn Geist und Körper eins sind

Im Rahmen dieses Buches verwende ich die Begriffe »Seinszustand« und »Geisteszustand« bzw. »Geisteshaltung« austauschbar. Wir können beispielsweise sagen, Ihre Gedanken und Ihre Gefühle erzeugen einen Seinszustand. Wenn ich die Begriffe »Seinszustand« und »Geisteszustand« verwende, meine ich damit, dass Ihr physischer Körper Teil dieses Zustands ist. Wie wir später noch sehen werden, befinden sich viele Menschen in einem Zustand, in dem der Körper zum Geist »geworden« ist: Sie werden fast ausschließlich von ihrem Körper und seinen Empfindungen beherrscht. Wenn ich also vom Beobachter spreche, der Einfluss nimmt, geht es nicht nur um das Gehirn, das die Materie »bearbeitet« und beeinflusst, sondern auch um den Körper. Ihr Seinszustand (wenn Körper und Geist eins sind) als Beobachter wirkt sich auf die Außenwelt aus.

Gedanken + Gefühle führen zu Ergebnissen im Reagenzglas

Wir kommunizieren mit dem Quantenfeld hauptsächlich über unsere Gedanken und Gefühle. Da unsere Gedanken selbst Energie sind – Sie wissen ja, die elektrischen Impulse, die das Gehirn generiert, können ganz einfach mit Methoden wie einem EEG gemessen werden –, sind sie eines der wichtigsten Mittel, um Signale ins Feld auszusenden.

Bevor ich hier ins Detail gehe, möchte ich Ihnen von einer bemerkenswerten Studie erzählen, die zeigt, wie sich Gedanken und Gefühle auf Materie auswirken.

Der Zellbiologe Glen Rein, Ph.D., testete in einer Versuchsreihe, inwieweit Heiler in der Lage sind, biologische Systeme zu beeinflussen. Da die DNA stabiler ist als beispielsweise Zellen oder Bakterienkulturen, ließ er die teilnehmenden Heiler Reagenzgläser mit DNA in der Hand halten.3 Die Studie wurde am HeartMath Research Center in Kalifornien durchgeführt. Dort fanden bereits ganz außerordentliche Forschungsprojekte über die Physiologie der Emotionen, die Interaktionen zwischen Herz und Gehirn und viele andere statt. Wie auch in anderen Untersuchungen wurde dabei im Wesentlichen eine spezielle Verbindung zwischen der emotionalen Verfassung und dem Herzrhythmus nachgewiesen. Negative Emotionen (beispielsweise Wut und Angst) führen zu einem unregelmäßigen, unorganisierten Herzrhythmus, positive Emotionen wie Liebe und Freude dagegen zu sehr geordneten, kohärenten Mustern, die von den HeartMath-Forschern als »Herzkohärenz« bezeichnet werden.

In Dr. Reins Experiment wurde zunächst eine Gruppe von zehn Personen untersucht, die sich mit am HeartMath-Institut gelehrten Techniken zum Aufbau der Herzkohärenz gut auskannten. Anhand dieser Techniken generierten sie starke, erhebende Gefühle wie Liebe und Wertschätzung und hielten dann zwei Minuten lang Glasröhren mit DNA-Proben in der Hand, die in entionisiertem Wasser schwammen. Bei der Analyse dieser Proben zeigten sich keine statistisch signifikanten Veränderungen.

Derselbe Versuch wurde nun mit einer zweiten Gruppe durchgeführt, die aus ausgebildeten Teilnehmern bestand. Sie erzeugten nicht nur positive Emotionen (ein Gefühl) der Liebe und Wertschätzung, sondern gleichzeitig eine Absicht bzw. Intention (einen Gedanken), die darauf gerichtet war, die DNA-Stränge entweder ab- oder aufzuwickeln. Hier konnten statistisch signifikante Veränderungen in der Form der DNA-Proben festgestellt werden, in manchen Fällen um bis zu 25 Prozent!

Eine dritte Gruppe, bestehend aus ausgebildeten Teilnehmern, sollte eine klare Absicht darauf richten, die DNA zu verändern, aber ohne in einen positiven emotionalen Zustand zu gehen. Sie arbeiteten also nur mit Gedanken (Absicht), um die Materie zu beeinflussen. Das Ergebnis? Es änderte sich nichts an den DNA-Proben.

Der positive emotionale Zustand der ersten Gruppe alleine konnte die DNA nicht verändern. Die klaren, absichtsvollen Gedanken einer anderen Gruppe, ohne Emotionen, hatte ebenso keinerlei Auswirkungen. Erst als die Versuchspersonen erhebende Emotionen und klare Ziele aufeinander abstimmten, konnten sie die beabsichtigten Effekte produzieren.

Ein absichtsvoller Gedanke braucht einen Energiespender, einen Katalysator – und diese Energie ist eine erhebende Emotion. Herz und Geist arbeiten zusammen. Gefühle und Gedanken sind in einem Seinszustand vereint. Wenn ein Seinszustand DNA-Stränge innerhalb von zwei Minuten ab- und aufwickeln kann, was sagt das über unsere Fähigkeit aus, die Wirklichkeit zu erschaffen?

Wie das HeartMath-Experiment aufzeigt, reagiert das Quantenfeld nicht auf unsere Wünsche – unsere emotionalen Anforderungen – allein. Und es reagiert auch nicht auf bloße Ziele – unsere Gedanken. Es reagiert erst, wenn beides aufeinander abgestimmt bzw. kohärent ist, wenn also Gedanken und Emotionen dasselbe Signal aussenden. Kommen eine erhebende Emotion mit einem offenen Herzen und eine bewusste Intention mit einem klaren Gedanken zusammen, geben wir dem Feld das Signal, auf wundersame Weise zu reagieren.

Das Quantenfeld reagiert nicht auf das, was wir wollen; es reagiert auf das, was wir sind.

Gedanken und Gefühle senden unsere elektromagnetischen Signale ins Quantenfeld

Da jegliches Potenzial im Universum eine Wahrscheinlichkeitswelle mit einem elektromagnetischen Feld und natürlicherweise energetisch ist, dürften unsere Gedanken und Gefühle hier sinnvollerweise keine Ausnahme darstellen.

Ich finde es ganz hilfreich, sich Gedanken als die elektrische Ladung und Gefühle als die magnetische Ladung im Quantenfeld vorzustellen.4 Die Gedanken, die wir denken, senden ein elektrisches Signal ins Feld hinein. Die Gefühle, die wir erzeugen, ziehen Ereignisse wie ein Magnet zu uns. Gedanken und Gefühle zusammen führen zu einem Seinszustand, der eine elektromagnetische Signatur erzeugt, und diese beeinflusst jedes einzelne Atom in unserer Welt. Da sollten wir uns wirklich fragen: Was sende ich eigentlich tagtäglich (bewusst oder unbewusst) an Signalen aus?

Alle potenziellen Erfahrungen existieren als elektromagnetische Signaturen im Quantenfeld. Es gibt unzählige potenzielle elektromagnetische Signaturen: für Genialität, für Wohlstand, für Freiheit, für Gesundheit. Sie existieren bereits als energetisches Frequenzmuster. Wenn Sie nun Ihren Seinszustand verändern und dadurch ein elektromagnetisches Feld schaffen könnten, das zu diesem im Quantenfeld der Informationen vorhandenen Potenzial passt, könnte dann Ihr Körper womöglich von diesem Ereignis angezogen werden bzw. könnte dieses Ereignis Sie dann vielleicht finden?

Elektromagnetische Potenziale im Quantenfeld


Abbildung 1E. Alle potenziellen Erfahrungen existieren im Quantenfeld als Meer unendlicher Möglichkeiten. Wenn Sie Ihre elektromagnetische Signatur so verändern, dass sie zu einer bereits im Feld existierenden Signatur passt, wird Ihr Körper von diesem Ereignis angezogen, Sie wechseln in eine neue Zeitschiene hinein bzw. das Ereignis findet Sie in Ihrer neuen Realität.

Um Wandel zu erfahren, müssen wir ein neues Resultat mit einem neuen Geist betrachten

Unsere gewohnte Routine, vertraute Gedanken und Gefühle halten den immer gleichen Seinszustand aufrecht, der wiederum die immer selben Verhaltensweisen und die immer gleiche Realität erzeugt. Wenn wir also einen bestimmten Aspekt unserer Wirklichkeit verändern möchten, müssen wir neue Denk-, Fühl- und Handlungsweisen praktizieren. Wir müssen anders »sein«, was unsere Reaktionen auf Erfahrungen angeht. Wir müssen zu einer anderen Person »werden«. Wir müssen einen neuen Geisteszustand erschaffen …, wir müssen ein neues Resultat in dieser neuen Geisteshaltung betrachten.

Aus Quantensicht müssen wir als Betrachter bzw. Beobachter einen anderen Seinszustand und eine neue elektromagnetische Signatur erzeugen. Dann passen wir zu einer potenziellen Realität im Feld, die nur als elektromagnetisches Potenzial existiert. Sobald das, was wir sind bzw. was wir aussenden, zum elektromagnetischen Potenzial im Feld passt, werden wir von dieser potenziellen Realität angezogen bzw. sie findet uns.

Oh ja, ich weiß, wie frustrierend es ist, wenn das Leben anscheinend immer wieder dieselben negativen Ergebnisse mit nur geringfügigen Veränderungen produziert. Doch solange Sie dieselbe Person mit derselben elektromagnetischen Signatur bleiben, können Sie gar kein neues Resultat erwarten! Sein Leben zu verändern heißt, seine Energie zu verändern – seinen Geist und seine Emotionen einem ganz grundlegenden Wandel zu unterziehen.

Sie wollen, dass etwas Neues herauskommt? Dann müssen Sie mit dem gewohnten Selbst brechen und sich selbst neu erfinden.

Wandel erfordert Kohärenz: Gedanken und Gefühle aufeinander abstimmen

Was haben Ihr Seinszustand und ein Laser gemeinsam? Mit dieser Frage will ich noch etwas verdeutlichen, das Sie wissen müssen, um Ihr Leben verändern zu können.

Ein Laser stellt ein sehr kohärentes Signal dar. Das bedeutet in der Physik ein Signal, das aus »phasengleichen« Wellen besteht – die Wellentäler (tiefsten Punkte) und die Wellenkämme (höchsten Punkte) sind parallel. Solche kohärenten Wellen sind viel stärker.

Wellenmuster


Abbildung 1F. Phasengleiche, rhythmische Wellen sind viel stärker als außerphasige Wellen.

Wellen in einem Signal sind entweder aufeinander abgestimmt oder nicht, kohärent oder nicht. Das Gleiche gilt für Gedanken und Gefühle. Wie oft haben Sie schon versucht, etwas zu kreieren, und das Endergebnis gedanklich im Kopf für möglich gehalten, gefühlsmäßig im Herzen aber nicht? Was war das Resultat dieses inkohärenten, außerphasigen Signals, das Sie ausgesendet haben? Warum hat sich nichts manifestiert? Wie wir am Beispiel der HeartMath-Studie gesehen haben, können wir im Quantenfeld nur dann etwas kreieren, wenn Gedanken und Gefühle aufeinander abgestimmt sind.

So wie Wellen in einem Signal viel stärker sind, wenn sie kohärent sind, sind auch Gedanken und Gefühle viel stärker, wenn sie aufeinander ausgerichtet sind. Werden klare, fokussierte Gedanken über den jeweiligen Zweck von leidenschaftlichen, engagierten Gefühlen begleitet, senden Sie ein viel stärkeres elektromagnetisches Signal aus: Es zieht Sie zu der potenziellen Realität, die dem entspricht, was Sie sich wünschen.

Den Teilnehmern meiner Seminare erzähle ich oft von meiner Großmutter, die ich sehr verehrt habe. Sie war eine Italienerin alten Schlages und von katholischen Schuldgefühlen ebenso durchdrungen, wie sie an der traditionellen Zubereitung von Tomatensauce für die Spaghetti festhielt. Sie betete ständig um bestimmte Dinge und sinnierte bewusst über ein neues Leben, doch wegen der Schuldgefühle, die man ihr in ihrer Kindheit eingeimpft hatte, sandte sie ein widersprüchliches Signal aus. Und so manifestierte sie nur weitere Gründe für noch mehr Schuldgefühle.

Sollten auch Ihre Absichten und Wünsche bislang keine handgreiflichen Ergebnisse gezeitigt haben, haben wohl auch Sie eine inkohärente, widersprüchliche Botschaft ins Feld gesandt. Sie möchten vielleicht gerne wohlhabend sein. Mag sein, Sie haben auch »wohlhabende« Gedanken gedacht – aber arme Gefühle gehegt. Dann werden Sie keine finanziellen Reichtümer anziehen. Warum nicht? Weil Gedanken die Sprache des Gehirns sind und Gefühle die Sprache des Körpers. Sie denken das eine und fühlen das andere. Steht der Geist im Widerspruch zum Körper (oder umgekehrt), kann das Feld nicht konsistent und stimmig reagieren. Wenn dagegen Geist und Körper zusammenarbeiten, wenn die Gedanken und Gefühle aufeinander abgestimmt sind und wir uns in einem neuen Seinszustand befinden, dann senden wir auch ein kohärentes, stimmiges Signal über den unsichtbaren Äther.

Warum Quantenergebnisse eine Überraschung sein sollten

Jetzt wollen wir ein weiteres Puzzleteilchen an seinen Platz setzen: Damit sich unsere Realität verändert, müssen die Ergebnisse, die wir anziehen, für uns überraschend sein, ja uns in Erstaunen versetzen. Wir sollten nie voraussehen können, wie unsere Neuschöpfungen sich manifestieren; sie müssen uns sozusagen überrumpeln. Sie müssen uns aus dem Traum der Routine-Wirklichkeit, an die wir uns gewöhnt haben, aufwecken. Diese Manifestationen sollten uns ohne jeden Zweifel davon überzeugen, dass unser Bewusstsein mit dem Quantenfeld der Intelligenz in Kontakt getreten ist, damit wir das immer wieder tun. Das ist die Freude des schöpferischen Prozesses.

Warum sollten wir uns eine Quanten-Überraschung wünschen? Sobald man ein Ereignis vorhersagen kann, ist es nichts Neues, sondern etwas Routinemäßiges, Automatisches, und man hat es schon zigmal erlebt. Etwas Vorhersehbares und Abwägbares produziert auch immer wieder dasselbe bereits bekannte Ergebnis. Wenn Sie versuchen, die Kontrolle darüber zu haben, wie ein Ergebnis sich einstellt, sind Sie wieder in die traditionelle Newton’sche Physik verfallen, die Ereignisse vorherbestimmen will und bei der es immer um Ursache und Wirkung geht.

Was bedeutet dieses Verfallen in die Newton’sche Physik im Hinblick auf unsere Schöpferfähigkeit? Das äußere Umfeld kontrolliert dann das innere Umfeld (Gedanken/Gefühle). Das ist das Prinzip von Ursache und Wirkung.

Verändern Sie stattdessen Ihr inneres Umfeld – Ihre Art und Weise, zu denken und zu fühlen – und sehen Sie daraufhin, wie die äußere Umwelt sich dadurch verändert. Bemühen Sie sich, eine unbekannte, neue zukünftige Erfahrung zu schaffen. Und wenn dann ein unvorhergesehenes, für Sie günstiges Ereignis eintritt, werden Sie angenehm überrascht sein. Sie sind zum Quantenschöpfer geworden, haben den Schritt von »Ursache und Wirkung« hin zum »Verursachen einer Wirkung« getan.

Sie sollten eine klare Absicht Ihres Wunsches hegen, aber das ganze »Wie« dem unvorhersehbaren und unberechenbaren Quantenfeld überlassen. Lassen Sie zu, dass es in Ihrem Leben ein Ereignis in Szene setzt, so wie es für Sie passt. Wenn Sie überhaupt etwas erwarten, dann erwarten Sie das Unerwartete. Üben Sie sich in Hingabe und Vertrauen und lösen Sie sich von Ihrer Vorstellung, wie sich etwas Gewünschtes manifestieren solle.

Für die meisten Menschen ist dies die größte Hürde, die es zu überwinden gilt, denn wir Menschen versuchen immer, eine zukünftige Realität so zu erschaffen, wie sie in der Vergangenheit stattgefunden hat, um dadurch die Kontrolle zu behalten.

Quantenschöpfung: Erst Dank sagen, dann empfangen

Wir haben davon gesprochen, wie Gedanken und Gefühle aufeinander abgestimmt werden müssen, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen …, ohne sich darum zu kümmern, wie das geschehen soll – ein Vertrauensvorschuss, der nötig ist, wenn wir ein Leben voller Eintönigkeit und vorhersehbarer Resultate gegen ein Leben voller Freude, neuer Erfahrungen und Quanten-Überraschungen eintauschen wollen.

Doch es erfordert einen weiteren Vertrauensvorschuss, um das Gewünschte real zu machen.

Wann sind wir normalerweise dankbar? Die Antwort auf diese Frage lautet vielleicht: »Ich bin dankbar für meine Familie, mein schönes Zuhause, meine Freunde, meinen Arbeitsplatz.« Und was hat das alles gemeinsam? Es existiert bereits in Ihrem Leben.

Wir sind also normalerweise dankbar für das, was bereits geschehen oder in unserem Leben gegenwärtig ist. Wir sind konditioniert worden, zu glauben, für Freude, Dankbarkeit oder die Erfahrung der Liebe müsse es einen Grund geben; wir verlassen uns also darauf, dass die äußere Realität für veränderte innere Gefühle sorgt. Damit sind wir wieder bei Newton …

Das neue Realitätsmodell dagegen fordert uns (als Quantenschöpfer) dazu auf, etwas in uns selbst zu verändern – Geist und Körper, Gedanken und Gefühle –, und zwar bevor wir über unsere Sinne den physischen Beweis dafür wahrnehmen können.

Sind Sie in der Lage, Dank zu sagen und die erhebenden Emotionen, die mit einem gewünschten Ereignis einhergehen, bereits im Vorfeld zu fühlen? Können Sie sich diese Realität so umfassend vorstellen, dass Sie bereits jetzt in diesem zukünftigen Leben leben?

Hinsichtlich der Quantenschöpfung heißt das: Können Sie Dank sagen für etwas, das als Potenzial im Quantenfeld existiert, aber in Ihrer Wirklichkeit noch nicht geschehen ist? Falls ja, haben Sie den Schritt getan von Ursache und Wirkung (darauf warten, dass etwas Äußeres etwas in Ihrem Innern verändert) hin zum Verursachen einer Wirkung (etwas im Innern verändern, um einen Effekt im Außen zu erzielen).

Im Zustand der Dankbarkeit signalisieren Sie dem Feld, dass etwas bereits geschehen ist. Dankbarkeit ist mehr als ein intellektueller Gedankenprozess. Sie müssen das Gefühl haben, das Gewünschte sei bereits Teil Ihrer Realität. So müssen Sie Ihren Körper (der nur Gefühle versteht) davon überzeugen, dass er emotional bereits jetzt an den Gefühlen des zukünftigen Ereignisses Anteil hat.

Die universelle Intelligenz und das Quantenfeld

Ich hoffe, Sie sind inzwischen von einigen Grundkonzepten des Quantenmodells überzeugt: Jegliche physische Realität ist in erster Linie Energie, die in einem unermesslich großen, über Raum und Zeit hinweg in Verbindung stehenden Netz existiert. Dieses Netz, das Quantenfeld, enthält sämtliche Wahrscheinlichkeiten, die durch unsere Gedanken (Bewusstsein), Beobachtungen, Gefühle und unseren Seinszustand Wirklichkeit werden können.

Doch besteht die Realität wirklich aus nichts als indifferenten elektromagnetischen Kräften, die aufeinander reagieren? Ist der belebende Geist in uns wirklich nur eine Funktion aus Biologie und Willkür? Ich habe mich mit Leuten unterhalten, die diese Ansicht vertreten. Letztlich führen solche Gespräche zu einem Dialog, der so ähnlich verläuft:

Woher kommt die Intelligenz, die unser Herz schlagen lässt?

Das ist ein Teil des autonomen Nervensystems.

Wo befindet sich dieses System?

Im Gehirn. Das limbische System des Gehirns ist Teil des autonomen Nervensystems.

Und gibt es im Gehirn bestimmte Gewebe, die für den Herzschlag zuständig sind?

Ja.

Woraus bestehen diese Gewebe?

Aus Zellen.

Und woraus bestehen diese Zellen?

Aus Molekülen.

Woraus bestehen diese Moleküle?

Aus Atomen.

Und woraus bestehen diese Atome?

Aus subatomaren Partikeln.

Und woraus bestehen diese subatomaren Partikel hauptsächlich?

Aus Energie.

Wenn wir also zu dem Schluss kommen, unser physiologisches Vehikel sei aus dem Stoff gemacht, aus dem auch der Rest des Universums besteht, und diese Leute darauf gestoßen werden, dass das, was den Körper belebt, eine Form von Energie ist – nämlich dieselben 99,99999 Prozent an »Nichts«, die das physische Universum darstellen –, zucken sie entweder mit den Schultern und wenden sich ab oder sie erkennen, dass an dieser Vorstellung von einem vereinenden Prinzip, das die gesamte physische Realität durchzieht, etwas dran sein muss.

Zeugt es dann nicht wirklich von großer Ironie, dass wir unsere gesamte Aufmerksamkeit auf die 0,00001 Prozent der Realität lenken, die physisch sind? Entgeht uns da etwas?

Wenn dieses Nichts aus Energiewellen besteht, die Informationen tragen, und diese Kraft die physischen Strukturen und ihre Funktionsweise organisiert, können wir das Quantenfeld durchaus als unsichtbare Intelligenz bezeichnen. Und da Energie die Grundlage jeder physischen Realität ist, hat sich diese Intelligenz, von der soeben die Rede war, selbst in Form von Materie organisiert.

Nehmen Sie den oben angeführten Dialog als eine Art Vorlage her, wie diese Intelligenz die Realität konstruiert hat. Das Quantenfeld ist unsichtbare potenzielle Energie, die sich selbst von Energie zu subatomaren Partikeln über Atome und Moleküle zu allem organisieren kann. Physiologisch betrachtet organisiert sie Moleküle zu Zellen und weiter zu Geweben, Organen, ganzen Systemen und schließlich zum Körper als Ganzem. Anders ausgedrückt, senkt sich diese potenzielle Energie in einer Frequenz von Wellenmustern immer weiter ab, bis sie schließlich fest erscheint.

Diese universelle Intelligenz schenkt dem Feld und allem, was darin ist, Leben – auch Ihnen und mir. Diese Kraft ist derselbe universelle Geist, der jeden Aspekt des materiellen Universums belebt. Diese Intelligenz lässt unser Herz schlagen und unseren Magen die aufgenommene Nahrung verdauen; sie überwacht in jeder Sekunde eine Unzahl an chemischen Reaktionen, die in jeder Zelle ablaufen. Und dasselbe Bewusstsein bringt Bäume dazu, Früchte zu tragen, und lässt weit entfernte Galaxien entstehen und vergehen.

Diese Intelligenz existiert überall und zu jeder Zeit, sie wirkt in uns und um uns herum, und deshalb ist sie sowohl persönlicher als auch universeller Natur.

Wir können dieser Intelligenz nacheifern

Diese universelle Intelligenz verfügt über eben das Gewahrsein, das uns zu Individuen macht: Bewusstsein bzw. Achtsamkeit. Diese Kraft ist zwar universell und objektiv, besitzt aber ein Bewusstsein – ein Gewahrsein ihrer selbst und die Fähigkeit, sich im materiellen Universum zu bewegen und zu agieren.

Sie ist auf allen Ebenen bewusst; sie nimmt nicht nur sich selbst bewusst wahr, sondern auch Sie und mich. Da dieses Bewusstsein alles bemerkt, beobachtet es uns aufmerksam. Es nimmt unsere Träume, Verhaltensweisen und Wünsche wahr. Es bringt durch sein »Beobachten« alles in physische Form.

Was könnte ein solches Bewusstsein, das alles Leben erschaffen hat, das Energie und Willenskraft aufwendet, um alle unsere Körperfunktionen ständig zu regulieren und uns so am Leben zu erhalten, das sich so tief und beständig für uns interessiert, anderes sein als reine Liebe?

Wir haben von zwei Bewusstseinsaspekten gesprochen: vom objektiven Bewusstsein bzw. der Intelligenz des Feldes sowie vom subjektiven Bewusstsein, das ein sich seiner selbst bewusstes Individuum mit einem freien Willen ausmacht. Indem wir die Eigenschaften dieser Bewusstheit nachahmen und ihr nacheifern, werden wir zu Schöpfern. Fühlen wir uns in Resonanz mit dieser liebenden Intelligenz, dann werden wir so wie sie. Diese Intelligenz setzt ein Ereignis in Szene, eine energetische Antwort, die zu dem passt, was der subjektive Geist in das Quantenfeld schickt. Wenn unser Wille mit dem Willen dieser Intelligenz übereinstimmt, wenn unser Geist ihrem Geist entspricht, wenn unsere Liebe zum Leben auf ihre Liebe zum Leben abgestimmt ist, stellen wir dieses universelle Bewusstsein nach. Wir werden zu dieser höheren Macht, welche die Vergangenheit transzendiert, die Gegenwart heilt und die Türen in die Zukunft öffnet.

Wir bekommen zurück, was wir aussenden

Und so funktioniert dieses »Nachstellen« oder Inszenieren von Ereignissen in unserem Leben: Wenn wir Leid erfahren haben und dieses Leid in unserem Geist und unserem Körper festhalten, ihm durch unsere Gedanken und Gefühle Ausdruck verleihen, schicken wir genau diese energetische Signatur ins Feld hinaus. Die universelle Intelligenz sendet daraufhin als Antwort ein weiteres Ereignis, das dieselbe intellektuelle und emotionale Reaktion erneut produziert.

Unsere Gedanken senden das Signal aus (»Ich leide«), und unsere Emotionen (»Ich leide«) ziehen ein Ereignis an, das zu dieser emotionalen Frequenz passt – also einen guten Grund, zu leiden. Auf sehr reale Weise fordern wir ständig einen Beweis dafür ein, dass es diese universelle Intelligenz gibt, und sie sendet uns durch unser äußeres Umfeld ständig Feedback zurück. So viel Macht haben wir!

Die Kernfrage dieses Buches lautet: Warum senden wir keine Signale aus, die ein für uns positives Ergebnis zeitigen? Wie können wir uns verändern, damit das ausgesandte Signal zu dem passt, was wir gerne in unserem Leben manifestieren möchten? Veränderung geschieht, wenn wir ganz und gar davon überzeugt sind, dass wir durch die Entscheidung für einen Gedanken/ein Signal, das wir dann aussenden, eine beobachtbare, unerwartete Wirkung erzielen.

Diese objektive Intelligenz bestraft uns nicht für unsere Sünden (also unsere Gedanken, Gefühle und Handlungen), sondern durch sie. Ist es wirklich ein Wunder, wenn das Feld negativ reagiert? Es antwortet auf ein Signal, das auf den von einer unerwünschten Erfahrung in der Vergangenheit erzeugten Gedanken und Gefühlen (beispielsweise Leiden) beruht.

Wie oft haben auch Sie etwas Ähnliches gesagt: »Ich kann es einfach nicht glauben …, warum geschieht ausgerechnet mir das immer wieder?«

Ihr neues Verständnis vom Wesen der Wirklichkeit zeigt Ihnen, dass solche Aussagen Ihre Akzeptanz des Newton’schen/kartesischen Modells widerspiegeln, in dem Sie das Opfer von Ursache und Wirkung sind, nicht wahr? Erkennen Sie nun, dass Sie die Fähigkeit besitzen, selbst eine Wirkung zu verursachen? Dass Sie, anstatt wie oben zu reagieren, sich stattdessen fragen könnten: Wie kann ich andere Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen annehmen, damit ich die gewünschte Wirkung/das gewünschte Ergebnis erreiche?

Unsere Aufgabe besteht also darin, willentlich in den Bewusstseinszustand zu gehen, in dem wir uns mit der universellen Intelligenz verbinden, in direkten Kontakt mit dem Feld der Möglichkeiten gelangen können und ein klares Signal aussenden mit der Botschaft: Wir wollen uns wirklich verändern und die gewünschten Resultate – als Feedback – in unserem Leben manifestieren.

Die Bitte um Quanten-Feedback

Wenn Sie sich willentlich als Schöpfer betätigen, sollten Sie vom Quantenbewusstsein, mit dem Sie Kontakt aufgenommen haben, auch ein Zeichen erbitten. Haben Sie den Mut, um Synchronizitäten zu bitten, die mit dem gewünschten Ergebnis zu tun haben! Denn damit bringen Sie auch den Mut auf, wissen zu wollen, dass dieses Bewusstsein real und sich Ihrer Bemühungen bewusst ist. Wenn Sie das erst einmal akzeptieren, können Sie sich voller Freude und Inspiration schöpferisch betätigen.

Dieses Prinzip verlangt von uns, jenes aufzugeben, was wir zu wissen meinen, uns voller Hingabe dem Unbekannten zu überlassen und dann zu beobachten, welche Auswirkungen sich als Feedback in unserem Leben zeigen. So lernen wir am besten. Durch positive Anzeichen (also positive Veränderungen der äußeren Bedingungen) wissen wir: Was wir innerlich getan haben, war das Richtige. Und natürlich erinnern wir uns daran, was wir da gemacht haben, und können es immer wieder tun.

Sobald sich in unserem Leben also eine solche Rückmeldung einstellt, können wir wie ein Forscher vorgehen. Warum nicht sämtliche Veränderungen überwachen, damit wir die positiven Reaktionen des Universums auf unsere Bemühungen und einen Beweis unserer Macht erkennen?

Wie können wir nun mit diesem Bewusstseinszustand Verbindung aufnehmen?

Quantenphysik ist »Un-Sinn«

Gemäß der Newton’schen Physik gibt es immer linear abfolgende Interaktionen, die berechenbar und wiederholbar sind. Sie wissen schon: Wenn A+B=C, dann ist C+D+E=F.

Doch in der verrückten Welt der Quantenwirklichkeit kommuniziert alles und jedes mit einem höherdimensionalen Informationsfeld, das auf ganzheitliche Weise jenseits der uns bekannten Raum-Zeit-Dimension verschränkt ist. Wow!

Ein Grund für die so wenig greifbare Natur der Quantenphysik liegt in unserem sensorisch-basierten Denken. Sofern wir die Realität mit unseren Sinnen messen und immer wieder bestätigen lassen, stecken wir im Newton’schen Paradigma fest.

Das Quantenmodell dagegen erfordert ein Wirklichkeitsverständnis, das nicht auf unseren sinnlichen Wahrnehmungen beruht (Quantenphysik ist Un-Sinn). Wenn wir über das Quantenmodell eine zukünftige Wirklichkeit erschaffen, sollten unsere Sinne als Letzte erfahren, was der Geist erschaffen hat. Sensorisches Feedback ist das Allerletzte, was wir erfahren. Warum ist das so?

Das Quantum ist eine multidimensionale Realität, die jenseits unserer Sinne existiert, in einem Bereich, wo es nichts und niemanden und auch keine Zeit gibt. Wenn wir also diesen Bereich betreten und auf Grundlage dieses Paradigmas schöpferisch etwas erschaffen wollen, müssen wir unseren Körper erst einmal vergessen und auch für eine Weile unsere bewusste Wahrnehmung von der Außenwelt abziehen – also von allem, womit wir uns im Leben identifizieren. Ihre Ehefrau bzw. Ihr Ehemann, Ihre Kinder, Ihre Besitztümer und Ihre Probleme – all das gehört zu Ihrer Identität, und über all das identifizieren Sie sich mit der Außenwelt. Schließlich und endlich müssen Sie auch die lineare Zeit vergessen. Das bedeutet: In dem Moment, in dem Sie willentlich eine potenzielle zukünftige Erfahrung beobachten, müssen Sie so präsent sein, dass Ihr Geist nicht mehr zwischen Erinnerungen aus der Vergangenheit und den Erwartungen einer »üblichen und gewohnten« Zukunft hin und her schwankt.

Es ist schon lustig: Um unsere Realität (Umwelt) zu beeinflussen, unseren Körper zu heilen und ein zukünftiges Ereignis unserer persönlichen Zukunft zu verändern (Zeit), müssen wir genau diese Außenwelt vollkommen loslassen (nichts), ebenso unsere bewusste Wahrnehmung unseres Körpers aufgeben (niemand) … und die Zeit vergessen (Zeitlosigkeit) – wir müssen also zu reinem Bewusstsein werden.

Indem Sie das tun, sind Sie Herrscher über Ihre Umwelt, Ihren Körper und die Zeit (das nenne ich liebevoll »die Großen Drei«). Und da die Welt auf subatomarer Ebene aus reinem Bewusstsein besteht, können auch Sie nur durch reines Bewusstsein Zugang dazu finden. Sie können nicht als »jemand« die Tür zum Quantenfeld durchschreiten, sondern müssen es als »niemand« betreten.

Unser Gehirn hat von Natur aus die Fähigkeit, sich diese Fertigkeit zunutze zu machen. Verstehen Sie erst einmal, dass Sie über alles dafür Nötige verfügen, dann können Sie diese Welt hinter sich lassen und eine neue Wirklichkeit jenseits von Raum und Zeit betreten; Sie werden ganz natürlich dazu inspiriert, sie auf Ihr Leben anzuwenden.

Jenseits von Raum und Zeit

Jenseits von Raum und Zeit – was bedeutet das? Raum und Zeit sind vom Menschen geschaffene Konstrukte, um physische Phänomene über ihre Position und das Zeitgefühl erklären zu können. Wenn wir von einem Glas auf einem Tisch sprechen, setzen wir es zu seiner Position (Platz im Raum) und der Zeitspanne in Beziehung, in der es sich an diesem Platz befindet. Wir Menschen sind geradezu besessen von diesen beiden Vorstellungen: Wo wir sind und wie lange wir da schon sind; wie lange wir dort bleiben werden; wohin wir als Nächstes gehen. Obwohl wir Zeit nicht wirklich mit unseren Sinnen erfassen können, fühlen wir sie verstreichen, ähnlich wie wir unsere Position im Raum erfühlen: Wir »spüren« die Sekunden, Minuten und Stunden vergehen, so wie wir spüren, wie unser Körper in den Sessel gedrückt wird und die Füße auf dem Boden stehen.

Die unendlichen Wahrscheinlichkeiten von zu materialisierenden Wirklichkeiten im Quantenfeld liegen jenseits von Zeit und Raum, denn ein Potenzial existiert noch nicht. Und etwas Nichtexistentes hat weder eine Position noch nimmt es zeitweilig eine solche Position ein. Alles was nicht materiell existiert – also seine Wahrscheinlichkeitswellen nicht als Partikel realisiert hat –, existiert jenseits von Raum und Zeit.

Das Quantenfeld ist nichts als immaterielle Wahrscheinlichkeit, und so steht es außerhalb von Raum und Zeit. Sobald wir eine dieser unendlich vielen Möglichkeiten beobachten und materiell realisieren, wird sie mit diesen beiden Merkmalen versehen.

Sie wollen ins Feld? Dann müssen Sie sich in einen ähnlichen Zustand versetzen!

Toll, wir haben also die Macht, uns eine Realität aus dem Quantenfeld auszusuchen und sie in die materielle Wirklichkeit zu bringen. Aber irgendwie müssen wir erst einmal in dieses Feld hineingelangen. Wir stehen zwar immer damit in Verbindung – aber wie schaffen wir es, vom Feld eine Antwort zu bekommen? Wenn wir ständig Informationen in das Feld schicken und aus dem Feld Informationen erhalten, wie können wir diese Kommunikation effektiver gestalten?

Im späteren Verlauf dieses Buches wird noch ausgiebig die Rede davon sein, wie man in das Feld hineingelangt. An dieser Stelle müssen Sie einfach Folgendes wissen: Um Zugang zum Feld zu erlangen, das jenseits von Zeit und Raum existiert, müssen Sie sich in einen ähnlichen Zustand versetzen.

Haben Sie schon einmal erlebt, wie Zeit und Raum zu verschwinden scheinen? Erinnern Sie sich doch einmal an die Augenblicke, wenn Sie beim Autofahren im Kopf irgendein Problem wälzen. Dann denken Sie nicht mehr an Ihren Körper (Sie spüren sich nicht mehr bewusst im Raum), Sie denken nicht mehr über Ihre Umwelt nach (die Außenwelt verschwindet), und Sie vergessen die Zeit (Sie haben keine Ahnung, wie lange Sie in diesem tranceähnlichen Zustand waren).

In solchen Momenten stehen Sie an der Schwelle zur Tür, durch die Sie das Quantenfeld betreten und Zugang zur universellen Intelligenz erhalten können. Im Wesentlichen sind in solchen Augenblicken Ihre Gedanken realer als irgendetwas anderes.

In einem späteren Kapitel erkläre ich Ihnen, wie Sie regelmäßig in diesen Bewusstseinszustand gehen, Zugang zum Feld finden und direkter mit der alles belebenden universellen Energie kommunizieren können.

Neuer Geist – neues Leben

Im Lauf dieses Kapitels haben Sie die Vorstellung, Geist und Materie seien vollständig voneinander trennbar, aufgegeben und sich mit dem Quantenmodell vertraut gemacht, nach dem Geist und Materie untrennbar sind. Geist ist Materie, und Materie ist Geist.

Sooft Sie in der Vergangenheit also versucht haben, sich zu ändern, beruhte dies vielleicht auf einer grundsätzlichen Beschränkung. Wahrscheinlich waren es Ihrer Meinung nach immer die äußeren Umstände, die sich ändern mussten: »Hätte ich nicht so viele Verpflichtungen, könnte ich abnehmen, und dann wäre ich glücklich.« Diesen oder ähnliche Sätze haben wir alle schon einmal von uns gegeben. Wenn dies, dann das. Ursache und Wirkung.

Doch was wäre, wenn Sie Ihren Geist, Ihre Gedanken und Gefühle und Ihre Lebensweise, Ihr ganzes Sein außerhalb und jenseits zeitlicher und räumlicher Schranken verändern könnten? Wenn Sie damit der Zeit sozusagen voraus wären und die Auswirkungen dieser »inneren« Veränderungen in der »äußeren« Welt erkennen könnten?

Genau das können Sie! Ich und viele andere Menschen haben ihr Leben tiefgreifend und zum Positiven verändert, weil wir verstanden haben, dass ein veränderter, neuer Geist – und dadurch auch neue Erfahrungen und neue Erkenntnisse – einfach durch ein Brechen mit dem gewohnten Selbst, durch ein neues Ich, möglich ist. Wenn Sie Ihre Sinne überwinden und verstehen, dass Sie nicht von den Ketten der Vergangenheit gefesselt sind; wenn Sie ein Leben führen, das viel mehr ist als Ihr Körper, Ihre Umwelt und die Zeit – dann ist alles möglich. Die universelle Intelligenz, die allen Dingen Leben einhaucht, wird Ihnen Überraschungen und sehr viel Freude bereiten. Sie wünscht sich nichts mehr, als Ihnen Zugang zu dem zu gewähren, was Sie sich wünschen.

Auf einen Nenner gebracht, heißt das: Ändern Sie Ihren Geist, dann verändern Sie auch Ihr Leben!

Und ein Kind wird sie führen

Bevor es weitergeht, möchte ich Ihnen eine Geschichte erzählen, die sehr schön veranschaulicht, wie machtvoll und effektiv sich Ihr Kontakt mit der höheren Intelligenz auf wesentliche Veränderungen in Ihrem Leben auswirken kann.

Meine Kinder – sie sind inzwischen junge Erwachsene – haben auf ähnliche Weise meditiert, wie in Teil III dieses Buches beschrieben, und das führte zu ein paar bemerkenswerten Abenteuern. Schon in ihrer Kindheit sollten sie daran arbeiten, materielle Dinge oder Ereignisse, die sie gerne haben bzw. erleben wollten, selbst zu kreieren. Es gibt dabei allerdings auch eine Regel: Ich mische mich nicht ein und helfe ihnen auch nicht dabei, das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Sie müssen die beabsichtigten Realitäten selbst erschaffen – mit Hilfe ihres Geistes und der Kommunikation mit dem Quantenfeld.

Meine Tochter ist in den Zwanzigern und studiert Kunst. Einmal im Frühling fragte ich sie, was sie denn in der bevorstehenden Sommerpause gerne manifestieren wolle. Und sie hatte eine lange Liste an Wünschen … Sie wollte nicht etwa, wie eine typische College-Studentin, im Sommer ein bisschen jobben; stattdessen wollte sie in Italien arbeiten, Neues lernen und erleben, mindestens sechs italienische Städte kennenlernen und eine Woche bei Freunden in Florenz verbringen. Die ersten sechs Wochen der Sommerferien wollte sie für angemessenes Geld arbeiten und dann den Rest der Ferien zu Hause verbringen.

Ich lobte meine Tochter für ihre klare Vision ihrer Wünsche und erinnerte sie daran, dass die universelle Intelligenz schon irgendwie ihren Traumsommer manifestieren würde. Sie sollte sich um das »Was« kümmern, und ein höheres Bewusstsein würde das »Wie« arrangieren.

Meine Tochter hat Übung darin, vorausschauend, bereits im Vorfeld der eigentlichen Erfahrung, zu denken und zu fühlen, und so sagte ich ihr nur, sie solle nicht nur täglich eine willentliche Absicht über diesen Sommer hegen – welche Leute sie sehen wollte, welche Ereignisse stattfinden würden, welche Plätze sie besuchen wollte –, sondern diese Erfahrungen auch fühlen und spüren. Sie sollte im Geist eine so klare und reale Vision erschaffen, dass der gedachte Gedanke zur Erfahrung würde und die Synapsen in ihrem Gehirn diese Informationen so verschalteten, als wären sie real.

Wenn sie nach wie vor die junge Frau »war«, die im Schlafsaal davon träumte, nach Italien zu gehen, dann war sie immer noch dieselbe Person, die in derselben Realität lebte. Es war zwar erst März, aber sie musste jetzt schon die junge Frau »sein«, die den halben Sommer in Italien verbracht hatte.

»Kein Problem«, sagte sie. Sie hatte bereits früher ähnliche Erfahrungen gemacht; da wollte sie in einem Musikvideo auftreten oder wünschte sich eine Einkaufsorgie. Beides manifestierte sich auf höchst elegante Weise.

Ich wies meine Tochter darauf hin, sie sei nachher nicht mehr dieselbe, wenn sie sich hinsetzte und diese Erfahrung auf der mentalen Ebene kreierte: »Du musst aufstehen, als hättest du gerade den besten Sommer deines Lebens verbracht.«

»Hab schon kapiert«, sagte sie.

Sie hatte verstanden, was ich ihr sagen wollte: Jeden Tag musste sie in einen neuen Seinszustand gehen. Und nach jedem mentalen Schöpfungsprozess sollte sie im Alltag voller Dankbarkeit sein – dem erhebenden Gefühl der Dankbarkeit über diese Erfahrung.

Ein paar Wochen später rief mich meine Tochter an: »Papa, die Uni bietet einen Sommerkurs in Geschichte in Italien an. Das Programm würde mich statt 7000 Dollar nur 4000 Dollar kosten. Kannst du mir da finanziell unter die Arme greifen?«

Nun, ich unterstütze meine Kinder gern, aber das war ja wohl nicht das, was sie als ursprüngliches Ziel genannt hatte. Sie versuchte, das Ergebnis dieses potenziellen Schicksals zu steuern, anstatt es dem Quantenfeld zu überlassen, die Ereignisse in die Wege zu leiten. Ich empfahl ihr, die Reise nach Italien wirklich zu leben, »italienisch« zu denken, zu fühlen, zu sprechen und zu träumen, bis sie ganz und gar in dieser Erfahrung aufging.

Ein paar Wochen später rief sie wieder an und war spürbar aufgeregt. Sie war in der Bibliothek gewesen und mit ihrem Kunstgeschichte-Lehrer ins Gespräch gekommen; irgendwann unterhielten sie sich auf Italienisch, beide konnten die Sprache fließend sprechen. Und da sagte ihr Lehrer: »Gerade fällt mir ein, einer meiner Kollegen braucht jemanden, der ein paar amerikanischen Studenten Grundkenntnisse in Italienisch beibringt, weil sie in diesem Sommer in Italien studieren wollen.«

Natürlich wurde meine Tochter engagiert. Man stelle sich vor: Sie würde fürs Unterrichten nicht nur bezahlt werden (inklusive aller Reisekosten), sondern auch sechs Wochen in sechs verschiedenen italienischen Städten verbringen, die letzte Woche davon in Florenz, und könnte die zweite Hälfte der Sommerferien zu Hause sein. Sie hatte es geschafft, ihren Traumjob und sämtliche Aspekte ihrer ursprünglichen Vision zu manifestieren.

Das war keine junge Frau, die sich hartnäckig um eine Chance bemühte – im Internet suchen, ihren Professoren hinterherjagen etc. Anstatt sich an Ursache und Wirkung zu halten, veränderte meine Tochter ihren Seinszustand so, dass sie eine Wirkung verursachte. Sie lebte nach dem Quantengesetz. Sie verband sich auf elektromagnetischer Ebene mit einem beabsichtigten Schicksal, das im Quantenfeld existierte, und daraufhin zog das zukünftige Ereignis ihren Körper an. Sie wurde von der Erfahrung gefunden. Das Ergebnis war nicht vorhersehbar, es trat auf eine für sie unerwartete Weise ein. Es war synchronistisch und es war zweifellos das Resultat ihrer inneren Bemühungen.

Überlegen Sie einmal: Welche Chancen warten da draußen nur darauf, Sie zu finden? Wer sind Sie in diesem Augenblick … und in jedem anderen Augenblick? Können Sie so, wie Sie sind, all das anziehen, was Sie sich wünschen?

Können Sie Ihren Seinszustand verändern? Und dann, wenn Sie sich einen neuen Geist zu eigen machen, Beobachter einer neuen Bestimmung sein? Um die Antworten auf diese Fragen geht es im Rest des Buches.

Kapitel 2
Das persönliche Umfeld überwinden

Inzwischen haben Sie wohl die Vorstellung akzeptiert, dass der subjektive Geist einen Einfluss auf die objektive Welt hat. Vielleicht hegen Sie auch wirklich die Überzeugung, ein Beobachter könne ein einzelnes Elektron einfach dazu bringen, sich von einer Energiewelle in ein Partikel zu verwandeln, und könne so Einfluss auf die subatomare Welt und ein bestimmtes Ereignis nehmen. Und auch die quantenmechanischen Experimente dürften für Sie stichhaltig sein; sie belegen, dass das Bewusstsein die winzig kleine Welt der Atome steuert, denn diese Elemente bestehen auf einer fundamentalen Ebene aus Bewusstsein und Energie. Das ist Quantenphysik in Aktion, nicht wahr?

Möglicherweise haben Sie aber auch mit dem Konzept eines Geistes, der reale, messbare Auswirkungen auf Ihr Leben hat, noch zu kämpfen und fragen sich: »Wie kann mein Geist größere Ereignisse beeinflussen und so mein Leben verändern? Wie kann ich Elektronen in ein bestimmtes Ereignis ›zusammenfallen‹ lassen und ›materialisieren‹ – in eine neue Erfahrung, die ich irgendwann in der Zukunft machen will?« Es wäre nicht verwunderlich, wenn Sie Ihre Fähigkeit, echte Lebenserfahrungen in der größeren Realität zu kreieren, durchaus erst einmal infrage stellen.

Ich möchte Ihnen auf praktische Weise ein Verständnis davon vermitteln, wie Sie anhand einer wissenschaftlichen Basis akzeptieren können, dass Ihre Gedanken die Schöpfer Ihrer Wirklichkeit sein können. Und die Zweifler unter Ihnen ziehen hoffentlich wenigstens die Möglichkeit in Betracht, dass Ihre Art zu denken sich unmittelbar auf Ihr Leben auswirkt.

Durch altvertraute Gedanken und Gefühle erschaffen Sie stets dieselbe altvertraute Wirklichkeit

Falls Sie dieses Paradigma als Möglichkeit in Betracht ziehen, müssten Sie auch folgende Aussage rein vernunftmäßig für möglich halten: Um etwas anderes als das Ihnen Altvertraute erschaffen zu können, müssen Sie Ihre routinemäßigen, altvertrauten Denkweisen und Gefühle verändern.

Denn mit den immer gleichen Gedanken und Gefühlen von gestern und vorgestern und vorvorgestern erschaffen Sie auch dauernd dieselben Lebensumstände, die in Ihnen beständig dieselben Emotionen hochkommen lassen, die wiederum entsprechende Gedanken erzeugen.

Jetzt lehne ich mich einmal ein bisschen aus dem Fenster und vergleiche diese Situation mit dem sprichwörtlichen Hamster im Laufrad. Indem Sie ständig (bewusst oder unbewusst) über Ihre Probleme nachdenken, schaffen Sie für sich immer wieder dieselben oder ähnliche Schwierigkeiten. Und vielleicht grübeln Sie so viel über Ihre Probleme nach, weil sie eben durch Ihre Gedanken überhaupt erst entstanden sind. Ihre Schwierigkeiten fühlen sich womöglich so real an, weil Sie immer wieder diese vertrauten Gefühle hegen, die das Problem in erster Linie erst erzeugt haben. Sofern Sie weiterhin entsprechend Ihren Lebensumständen denken und fühlen, bestätigen und verstärken Sie diese bestimmte Realität auch immer wieder.

In den nächsten Kapiteln geht es also darum, was Sie wissen und verstehen müssen, um sich verändern zu können.

Wachsen Sie über Ihr Umfeld, Ihren Körper und die Zeit hinaus, um sich zu verändern

Bei den meisten Menschen liegt der Fokus auf drei Dingen im Leben: auf ihrem Umfeld, ihrem Körper und der Zeit. Diese drei Elemente stehen bei ihnen nicht nur im Mittelpunkt, sondern sie denken auch analog.

Um aber Ihr gewohntes Ich aufzugeben und ein neues Ich zu erschaffen, müssen Sie über Ihre Lebensumstände hinausdenken, über die Gefühle, die Sie in Ihrem Körper verinnerlicht haben, hinauswachsen und in einer neuen »Zeitschiene« leben. Damit Sie sich verändern, müssen Sie in Ihren Gedanken ein ideales Bild von sich haben – ein Modell, dem Sie nacheifern können und das anders und besser ist als Ihr »heutiges« Ich in Ihrem spezifischen Umfeld, Ihrem Körper und der Zeit. Alle großen Persönlichkeiten der Geschichte wussten, wie das funktioniert. Auch Sie können sich zu einer großen Persönlichkeit in Ihrem Leben entwickeln, wenn Sie erst einmal die nachfolgend vorgestellten Konzepte und Techniken gemeistert haben.

In diesem Kapitel geht es vor allem darum, wie man sein Umfeld überwinden kann. Außerdem leisten wir schon einmal ein bisschen Vorarbeit für die beiden nachfolgenden Kapitel, die das Überwinden des Körpers und der Zeit zum Thema haben.

Unsere Erinnerungen schaffen unser inneres Umfeld

Bevor wir jetzt darauf eingehen, wie man sein gewohntes Ich aufgeben und ein neues Ich erschaffen kann, wollen wir einmal überlegen: Wie kam es überhaupt zu dieser Gewohnheit, immer wieder dasselbe zu denken und zu fühlen?

Um diese Frage zu beantworten, muss ich über das Gehirn sprechen – wo alle Gedanken und Gefühle ihren Ausgang nehmen. Gemäß den Theorien der modernen Neurowissenschaft reflektiert das Gehirn alles, was wir über unser Umfeld wissen. Sämtliche Informationen, die wir im Lauf unseres Lebens aufgenommen haben, werden in den synaptischen Verbindungen des Gehirns gespeichert. Die Beziehungen zu guten Bekannten, all unsere vertrauten Besitztümer, unsere bisherigen Wohnorte und Orte, die wir besucht haben, die unzähligen Erfahrungen, die wir im Lauf der Jahre gesammelt haben – all das ist in den Gehirnstrukturen verankert. Auch die Unmengen an Handlungen und Verhaltensweisen, die wir uns eingeprägt und verinnerlicht haben und immer wieder ausführen, haben sich den verschlungenen Windungen der »grauen Zellen« eingeprägt.

Und so spiegeln sich all unsere persönlichen Erfahrungen mit Menschen und Dingen zu bestimmten Zeiten und an bestimmten Orten buchstäblich im Neuronennetzwerk des Gehirns wider.

Diese »Erinnerungen« an Menschen und Dinge an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten nennen wir unser äußeres Umfeld. Das Gehirn eines Menschen entspricht in großen Teilen dessen Umfeld; in ihm ist unsere persönliche Vergangenheit aufgezeichnet, es ist ein Spiegelbild unseres bisherigen Lebens.

Im Wachzustand, während wir routinemäßig auf bestimmte Anreize von außen reagieren, aktiviert unser äußeres Umfeld diverse Schaltkreise im Gehirn. Darauf reagieren wir praktisch automatisch und denken (und reagieren) analog zu unserem Umfeld; es werden vertraute neuronale Netzwerke aktiviert, die im Gehirn fest verschaltete Erfahrungen der Vergangenheit widerspiegeln. Wir denken im Wesentlichen also automatisch immer wieder auf die uns aus unseren Erinnerungen vertraute Art und Weise.

Wenn unsere Gedanken unsere Realität bestimmen und wir immer wieder dasselbe denken (ein Produkt und ein Spiegelbild unserer Umwelt), erzeugen wir auch tagtäglich immer wieder dieselbe Realität. Unsere inneren Gedanken und Gefühle passen also genau zu unserem äußeren Leben, da ebendiese äußere Realität mit all ihren Problemen, Umständen und Bedingungen sich auf unsere innere Gedanken- und Gefühlswelt auswirkt.

Vertraute Erinnerungen lassen uns immer wieder dieselben Erfahrungen reproduzieren

Tag für Tag sehen Sie dieselben Leute (zum Beispiel Ihren Chef, Ihren Partner oder Ihre Partnerin, Ihre Kinder), tun immer wieder das Gleiche (zur Arbeit fahren, Aufgaben erledigen, Gymnastikprogramm durchziehen), gehen zu denselben Orten (in Ihr Lieblingscafé, in den Lebensmittelladen um die Ecke, an Ihren Arbeitsplatz), sehen dieselben Objekte (Ihr Auto, Ihr Haus, Ihre Zahnbürste … und auch Ihren Körper). Die vertrauten Erinnerungen aus dieser Ihnen bekannten Welt erinnern Sie auch daran, immer wieder dieselben Erfahrungen zu produzieren.

Man könnte sagen, die Umwelt steuert den Geist. Geist wird in der Neurowissenschaft als das Gehirn in Aktion definiert. Wenn Sie sich immer wieder geistig in Erinnerung rufen, wer Sie angeblich – in Bezug auf die Außenwelt – sind, erzeugen Sie auch immer wieder dieselbe Geisteshaltung. Ihre Identität wird durch all das Äußere definiert, da Sie sich ja mit all dem, was Ihre äußere Umwelt ausmacht, identifizieren. Sie beobachten also Ihre Realität mit einem Geist, der ihr entspricht, und »materialisieren« demnach auch die unendlich vielen Wahrscheinlichkeitswellen des Quantenfelds in Geschehnisse, die genau das Gehirn widerspiegeln, mit dem Sie Ihr Leben erfahren. Sie erschaffen immer wieder dasselbe.

Sie glauben vielleicht nicht, dass Ihre Umwelt und Ihre Gedanken sich so stark ähneln und Ihre Realität sich so leicht reproduzieren lässt. Doch überlegen Sie einmal: In Ihrem Gehirn ist Ihre komplette Vergangenheit aufgezeichnet, und Ihr Geist ist das Produkt Ihres Bewusstseins. In gewissem Sinne denken Sie also immer in der Vergangenheit. Sie reagieren mit demselben physischen Gehirn, das Ihren Erinnerungen entspricht, und erzeugen dadurch eine Geisteshaltung, die Ihrer Vergangenheit entspricht, weil Ihr Gehirn ganz automatisch auf bestehende Schaltkreise zugreift und damit das schon Bekannte und bereits gemachte Erfahrungen, also Vorhersagbares abruft. Gemäß dem Quantengesetz (das übrigens nach wie vor für Sie tätig ist) wird Ihre Vergangenheit nun zu Ihrer Zukunft.

Eine weitere Überlegung: Wenn Sie auf Basis vergangener Erinnerungen denken, können Sie auch nur vergangene Erfahrungen erzeugen. Durch all das Bekannte in Ihrem Leben denkt und fühlt das Gehirn in altvertrauten Bahnen und erschafft damit Ergebnisse, die man bereits kennt. Damit bekräftigen Sie immer wieder das Ihnen bereits bekannte Leben. Und da das Gehirn Ihrer Umwelt entspricht, docken sich Ihre Sinne jeden Morgen von Neuem an dieselbe Realität an und setzen jeden Morgen von Neuem denselben Bewusstseinsstrom in Gang.

All die Sinneseindrücke, die Ihr Gehirn aus der Außenwelt (also Sehen, Riechen, Hören, Tasten, Schmecken) aufnimmt und verarbeitet, bringen es dazu, entsprechend der bestens vertrauten Wirklichkeit zu denken. Sie machen die Augen auf und wissen, die Person, die da neben Ihnen im Bett liegt, ist Ihr Ehemann bzw. Ihre Ehefrau, eben weil Sie gemeinsame vergangene Erfahrungen miteinander teilen. Sie hören draußen vor der Tür den Hund bellen und wissen, das ist Ihr Hund, der Gassi gehen will. Und der Rücken, der Ihnen gerade einmal wieder wehtut? Das sind, wie Sie sich erinnern, dieselben Rückenschmerzen wie gestern. Sie assoziieren Ihre äußere, vertraute Welt mit Ihrem vermeintlichen Ich durch Ihre Erinnerungen an sich selbst in dieser bestimmten Raum-Zeit-Dimension.

Routine: Andocken an das Ich der Vergangenheit

Was machen die meisten Leute jeden Morgen, sobald sie sich über die Sinneswahrnehmungen, die sie daran erinnern, wer sie sind, wo sie sind etc., in ihre Realität »eingestöpselt« haben? Sie gehen unbewusst automatischen Verhaltensweisen und Routinen nach und bleiben mit diesem Ich der Vergangenheit verbunden.

Ein Beispiel: Wahrscheinlich wachen Sie immer auf derselben Seite Ihres Betts auf, ziehen wie gewohnt Ihren Bademantel an, schauen in den Spiegel und duschen wie immer, ganz automatisch. Dann machen Sie sich ein bisschen zurecht, damit Sie den Erwartungen entsprechen, und putzen sich die Zähne auf dieselbe Art wie immer. Sie trinken Ihren Kaffee aus Ihrer Lieblingstasse und essen wie gewohnt Ihr Müsli. Dann ziehen Sie die Jacke an, die Sie immer tragen, und machen den Reißverschluss zu, ganz unbewusst und ohne groß darüber nachzudenken.

Anschließend fahren Sie automatisch auf der gewohnten, für Sie günstigsten Route zur Arbeit. Dort machen Sie all das, was Sie aus der Erinnerung heraus so gut können. Sie treffen dieselben Leute, die auf dieselben emotionalen Knöpfe drücken, wodurch Sie über diese Leute, Ihre Arbeit und Ihr Leben immer wieder dasselbe denken.

Später eilen Sie nach Hause und essen schnell einen Happen, damit Sie schnell noch Ihre Lieblingssendung im Fernsehen anschauen können, um danach schnell ins Bett zu gehen, um schnell wieder von vorn zu beginnen. Hat sich Ihr Gehirn im Lauf des Tages überhaupt irgendwie verändert?

Wieso erwarten Sie eigentlich insgeheim, dass sich in Ihrem Leben irgendetwas Neues tut, obwohl Sie doch Tag für Tag dieselben Gedanken denken, dieselben Handlungen ausführen und dieselben Emotionen fühlen? Das hört sich doch nach völligem Unsinn – um nicht zu sagen: Wahnsinn – an, oder? Wir alle sind schon einmal Opfer dieser Art von beschränktem Leben geworden. Inzwischen müsste Ihnen klar sein, warum.

Auf das obige Beispiel angewandt, kann man sicherlich sagen, Sie reproduzieren Tag für Tag dieselbe Geisteshaltung. Und wenn, wie die Quantenwelt zeigt, die Umwelt eine Ausdehnung und Erweiterung Ihres Geistes ist (und Geist und Materie eins sind), ist klar: Solange Ihr Geist derselbe bleibt, verharrt auch Ihr Leben in seinem »Status quo«.

Wenn also Ihr Umfeld gleich bleibt und Sie durch die immer selben Gedanken darauf reagieren: Erzeugen Sie dadurch gemäß dem Quantenmodell nicht immer wieder dasselbe? Was eingebracht wird, bleibt gleich, also wird auch das, was dabei herauskommt, gleich bleiben. Wie sollen Sie da jemals etwas Neues erschaffen können?

Fest verankert in schlechten Zeiten

Indem Sie Ihr Leben Tag für Tag auf dieselbe Art und Weise leben und dieselben neuronalen Muster abspulen, passiert unter Umständen noch etwas: Sooft Sie in Reaktion auf die Ihnen vertraute Realität dieselbe Geisteshaltung reproduzieren (also dieselben Nervenzellen stimulieren, sodass Ihr Gehirn immer wieder gleich funktioniert), »verankern« Sie Ihr Gehirn fest mit den entsprechenden persönlichen Lebensumständen, ob sie nun gut oder schlecht sind.

Ein neurowissenschaftlicher Grundsatz namens Hebb‘sche Lernregel besagt im Wesentlichen: Nervenzellen, die gleichzeitig aktiv sind, reagieren aufeinander und »verdrahten« sich (»What fires together, wires together«). Wenn Sie immer wieder dieselben Nervenzellen aktivieren, fällt es diesen Zellen mit jedem Mal leichter, gemeinsam zu reagieren, und sie entwickeln mit der Zeit eine nachhaltige Beziehung zueinander.1

Mit dem Begriff »verankern« meine ich also: Neuronencluster wurden so oft immer wieder auf dieselbe Art und Weise aktiviert, dass sie sich zu dauerhaften Mustern zusammengefunden haben. Je aktiver diese Neuronennetzwerke sind, desto statischer werden ihre Aktivitätsverläufe. Und so wird mit der Zeit aus dem immer wieder gedachten Gedanken, aus dem Verhalten oder Gefühl eine automatische, unbewusste Gewohnheit. Wenn Ihre Umwelt Ihren Geist so stark beeinflusst, wird Ihr übliches Lebensumfeld zu Ihrer Gewohnheit.

Indem Sie also dieselben Gedanken, Handlungen und Gefühle ständig wiederholen, wird in Ihrem Gehirn mit der Zeit ein festes, begrenztes Muster verankert, das ein Spiegelbild Ihrer begrenzten Realität darstellt. Und so wird es für Sie immer natürlicher, dieselbe Geisteshaltung zu reproduzieren.

Aufgrund dieses unschuldigen Reaktionszyklus verstärkt Ihr Gehirn bzw. Ihr Geist die bestimmte Realität Ihrer Außenwelt immer mehr. Je öfter durch Reaktionen auf die äußeren Umstände dieselben Schaltkreise aktiviert werden, desto fester verankern Sie die entsprechende Geisteshaltung im Gehirn. Sie sind dann neurochemisch an Ihre Lebensumstände verhaftet und denken mit der Zeit entsprechend »beschränkt«, denn Ihr Gehirn aktiviert ja auch immer wieder eine begrenzte Anzahl an Schaltkreisen, die wiederum eine ganz spezifische mentale Signatur erzeugen: Ihre Persönlichkeit.

So gewöhnen Sie sich an Ihr vertrautes Ich

Diese neuronale Gewöhnung führt dazu, dass die beiden Realitäten des inneren Geistes und der äußeren Umwelt scheinbar nicht mehr voneinander getrennt werden können. Denken Sie beispielsweise ununterbrochen an Ihre Probleme, dann verschmelzen Ihr Geist und Ihr Leben miteinander. Die objektive Welt ist nun gefärbt von den Wahrnehmungen Ihres subjektiven Geistes, und damit passt sich die Realität ständig an. Sie verlieren sich in der Illusion des Traumes.

Auf solchen eingefahrenen Gleisen haben wir uns alle schon einmal bewegt, aber das Ganze geht noch weiter: Nicht nur Ihre Handlungen, sondern auch Ihre Einstellungen und Gefühle wiederholen sich. In gewissem Sinn sind Sie zum Sklaven Ihrer Umwelt geworden und haben ein »Gewohnheits-Ich« ausgebildet. Ihr Denken verläuft analog zu Ihren Lebensumständen, und so erzeugen Sie als Quantenbeobachter einen Geist, der lediglich die Umstände Ihrer speziellen Realität regelmäßig verstärkt. Sie reagieren nur noch auf Ihr äußeres, Ihnen wohlbekanntes, sich nie veränderndes Umfeld.

So sind Sie auf sehr reale Art und Weise eine Folge der äußeren Umstände geworden. Sie haben die Kontrolle über Ihre Bestimmung aufgegeben. Anders als die von Bill Murray verkörperte Figur in dem Film »Und täglich grüßt das Murmeltier« kämpfen Sie nicht einmal gegen die unaufhörliche Monotonie Ihres Lebens und Ihrer selbst an, und noch schlimmer: Sie sind kein Opfer einer mysteriösen und unsichtbaren Kraft, die Sie in diese Zeitschleife verbannt hat – Sie selbst haben die Schleife kreiert.

Die gute Nachricht lautet: Da Sie die Schleife ja geschaffen haben, können Sie sie auch wieder auflösen!

In der Quantenrealität erfordern Veränderungen im Leben einen grundlegenden Wandel unseres Denkens, Tuns und Fühlens. Wir müssen unseren Seinszustand verändern. Unsere Persönlichkeit wird im Wesentlichen von unseren Gedanken, Gefühlen und Verhaltensweisen bestimmt, und so erzeugt unsere Persönlichkeit unsere persönliche Realität. Um eine neue persönliche Realität, ein neues Leben, zu erschaffen, müssen wir eine neue Persönlichkeit kreieren, wir müssen zu einer anderen Person werden.

Veränderung bedeutet also ein »größeres« Denken und Handeln über unsere derzeitigen Umstände und unser gegenwärtiges Umfeld hinaus.

Größe ist, an einem Traum festzuhalten – ungeachtet der äußeren Umstände

Bevor wir nachforschen, wie wir über unsere Umwelt hinausdenken und damit unser gewohntes Ich hinter uns lassen können, möchte ich noch einmal betonen: Es ist tatsächlich möglich, über unsere derzeitige Realität hinauszudenken. Die Geschichtsbücher sind voll von Menschen, die genau das getan haben: der amerikanische Bürgerrechtler und Baptistenpfarrer Martin Luther King, Jr. (1929–1968); der schottische Freiheitskämpfer William Wallace (um 1270–1305); die Chemikerin und Physikerin Marie Curie (1867–1934); Mahatma Gandhi (1869–1948); der autodidaktische Erfinder Thomas Edison (1847–1931); und die französische Nationalheldin Jeanne d’Arc (um 1410–1431), um nur einige zu nennen. Sie alle stellten sich eine zukünftige Wirklichkeit vor, die als Potenzial im Quantenfeld existierte. Ihre Vision war in der inneren Welt der Möglichkeiten, jenseits der sinnlichen Wahrnehmung lebendig, und zur rechten Zeit setzten diese Menschen ihre Vorstellungen in die Wirklichkeit um.

Gemeinsam ist ihnen allen, dass ihr jeweiliger Traum, ihre Vision bzw. ihr Ziel viel größer war als sie selbst. Sie alle glaubten an eine zukünftige Bestimmung, die in ihrem Geist so real war, dass sie lebten, als hätte sich ihr Traum bereits erfüllt. Diesen Traum konnten sie zwar weder sehen noch hören, schmecken, riechen oder spüren, aber sie waren davon so besessen, dass ihr Handeln dieser potenziellen Realität schon vor deren zeitlicher Verwirklichung entsprach. Oder anders ausgedrückt: Sie verhielten sich, als wäre jenes, was sie sich im Geiste »vergegenwärtigten«, tatsächlich bereits Wirklichkeit.

Die Inder waren Anfang des 20. Jahrhunderts beispielsweise von der imperialistischen Kolonialherrschaft demoralisiert. Trotzdem glaubte Gandhi an eine Realität, die zu diesem Zeitpunkt im Leben seines Volkes noch nicht existierte. Mit ganzem Herzen vertrat er die Konzepte der Gleichheit, Freiheit und Gewaltlosigkeit, ohne jemals in seinen Überzeugungen zu schwanken.

Gandhi verfocht Freiheit für alle, obwohl damals die Realität unter der Tyrannei der britischen Herrschaft ganz anders aussah. Die traditionellen Überzeugungen jener Zeit standen im Widerspruch zu seinen Hoffnungen und Bestrebungen. Während der ersten Zeit seines Kampfes um ein neues Indien war die Erfahrung der Freiheit in der Realität nicht möglich. Dennoch ließ er sich durch gegenteilige äußere Anzeichen nicht von seinem Ideal abbringen.

Lange Zeit war für Gandhi in der Außenwelt nicht zu erkennen, dass er wirklich etwas veränderte. Doch nur selten ließ er sich von den äußeren Bedingungen beherrschen. Er glaubte an eine Zukunft, die er zwar mit seinen Sinnen noch nicht wahrnehmen und erleben konnte, die für ihn geistig aber so lebendig war, dass er gar nicht anders leben konnte. Er begrüßte das neue Leben der Zukunft schon, als er physisch noch sein gegenwärtiges Leben lebte. Seine Art und Weise, zu denken, zu handeln und zu fühlen, würde – so war ihm klar – die derzeitigen Bedingungen verwandeln. Und schließlich veränderte sich die Realität dank seiner Bemühungen tatsächlich.

Wenn unsere Verhaltensweisen unseren Absichten entsprechen und wir analog zu unseren Gedanken handeln; wenn unser Geist und unser Körper zusammenarbeiten; wenn unsere Worte und unsere Taten aufeinander abgestimmt sind …, dann verfügt jeder Einzelne von uns über ungeheure Macht.

Giganten der Geschichte: Warum ihre Träume »unrealistischer Unsinn« waren

Die größten Persönlichkeiten der Geschichten engagierten sich standhaft für ein zukünftiges Schicksal, ohne dafür von ihrer Umwelt direktes Feedback zu benötigen. Es war ihnen einfach egal, wenn ihnen ihre Sinne noch keine Hinweise auf den von ihnen gewünschten Wandel lieferten und es auch keine entsprechenden physischen Anzeichen dafür gab; sie erinnerten sich wohl täglich der Realität, auf die sie sich konzentrierten. Ihr Geist war ihrer aktuell existierenden Außenwelt vorausgeeilt, da diese Umwelt keine Kontrolle mehr über ihr Denken hatte. Sie waren im wahrsten Sinn des Wortes ihrer Zeit voraus.

All diese Berühmtheiten hatten noch etwas gemeinsam: Sie waren sich vollkommen klar, was sie genau wollten. (Und wie wir ja schon gehört haben, überlassen wir das Wie einem höheren Geist – und das wussten sie anscheinend.)

So mancher Zeitgenosse hat diese Persönlichkeiten als »unrealistisch« bezeichnet. Und es stimmt, sie waren völlig unrealistisch, und ebenso ihre Träume. Das von ihnen in ihren Gedanken, Handlungen und Emotionen verinnerlichte Ereignis war nicht realistisch, denn diese Realität fand noch nicht statt. Ignoranten und Zyniker verspotteten ihre Visionen vielleicht sogar als »Unsinn«, und diese Bedenkenträger hatten durchaus recht: Die Vision einer zukünftigen Wirklichkeit war »Un-Sinn«, denn sie existierte in einer Realität jenseits der Sinne.

Auch Jeanne d’Arc wurde als töricht, ja sogar verrückt angesehen. Ihre Vorstellungen stellten die Überzeugungen ihrer Zeit infrage und machten sie zu einer Bedrohung des herrschenden politischen Systems. Doch als ihre Vision sich dann tatsächlich manifestierte, wurde sie als tugendhaft und rechtschaffen gefeiert.

Wer an seinem Traum, ganz unabhängig vom jeweiligen Umfeld, festhält, ist eine große Persönlichkeit. Wir werden noch sehen, dass das Überwinden der Umwelt untrennbar mit dem Überwinden von Körper und Zeit verbunden ist. Gandhi ließ sich durch die äußeren Geschehnisse (Außenwelt) nicht von seinen Idealen abbringen, er scherte sich nicht um seine Gefühle und das, was ihm hätte zustoßen können (Körper), und es war ihm egal, wie lange es dauern würde, seinen Traum von der Freiheit in die Wirklichkeit umzusetzen (Zeit). Er wusste einfach: All das würde sich früher oder später seinen Absichten beugen.

Haben all diese Großen der Geschichte in ihrem geistigen Labor ihre Ideen vielleicht so ausgetüftelt, dass ihr Gehirn meinte, die Erfahrung wäre schon passiert? Können auch wir rein durch Gedankenkraft unser Ich verändern?

Der mentale Probelauf: Wie unsere Gedanken zu unserer Erfahrung werden können

Nach neurowissenschaftlichen Erkenntnissen können wir tatsächlich unser Gehirn verändern – und damit auch unsere Verhaltensweisen, Einstellungen und Überzeugungen –, einfach indem wir anders denken (also ohne im äußeren Umfeld etwas zu verändern). Durch mentales Proben (sich immer wieder vorstellen, wie man etwas Bestimmtes tut) können sich die Schaltkreise im Gehirn umorganisieren, sodass sie unsere Ziele widerspiegeln. Wir können unsere Gedanken so real gestalten, dass das Gehirn sich verändert und so ausschaut, als wäre das Ereignis in der physischen Wirklichkeit bereits eingetreten. Wir können das Gehirn vor jeglicher tatsächlicher Erfahrung in der Außenwelt verändern.

Dazu ein Beispiel: In meinem Buch »Schöpfer der Wirklichkeit« habe ich davon berichtet, wie Probanden, die mental fünf Tage hintereinander zwei Stunden täglich einhändige Fingerübungen fürs Klavier übten (und dabei nie ein echtes Klavier unter die Hände bekamen!), fast dieselben Veränderungen im Gehirn aufwiesen wie diejenigen Versuchsteilnehmer, die genau dieselben Fingerbewegungen physisch auf einer Klaviertastatur über denselben Zeitraum übten.2 Wie funktionelle Hirnscans nachwiesen, waren bei allen Teilnehmern im gleichen Gehirnbereich Neuronengruppen aktiviert und vergrößert worden. Die Gruppe, die ihre Tonleitern und Akkorde nur mental übte, konnte dabei ihr Gehirn um fast dieselbe Anzahl an Verschaltungen erweitern wie die Gruppe, die tatsächlich physisch übte.

Diese Studie zeigt zwei wichtige Punkte auf: Wir können durch Umdenken nicht nur unser Gehirn verändern. Das Gehirn unterscheidet nicht einmal zwischen der Innenwelt des Geistes und der tatsächlichen Erfahrung in der Außenwelt, wenn wir uns wirklich auf das eine Ziel fokussieren. So können unsere Gedanken zur Erfahrung werden.

Diese Vorstellung ist entscheidend für den Erfolg, wenn Sie versuchen, alte Gewohnheiten (verkrustete alte Nervenverbindungen) durch neue (frisch keimende Nervennetzwerke) zu ersetzen. Es lohnt sich also, sich einmal genauer anzuschauen, wie jene Versuchspersonen, die physisch nie auch nur eine Note gespielt, sondern nur mental geübt hatten, dieselben Lernprozesse durchliefen.

Egal ob wir physisch oder mental etwas Neues erlernen, es sind immer vier Elemente an der Veränderung des Gehirns beteiligt: Wissen erlernen – praktische Anleitung erhalten – aufmerksam sein – wiederholen.

Lernen schafft synaptische Verbindungen; Anweisungen beziehen den Körper mit ein, sodass eine neue Erfahrung stattfinden kann, die wiederum das Gehirn bereichert. Wenn wir dann auch noch mit Aufmerksamkeit dabei sind und die neuen Fähigkeiten durch Wiederholung regelmäßig praktizieren, verändert sich das Gehirn.

Die Gruppe, die physisch auf dem Klavier Tonleitern und Akkorde spielte, erzeugte neue Verschaltungen im Gehirn, weil sie dieser Formel folgte.

Auch die Teilnehmer, die mental übten, befolgten diesen Ablauf, bezogen aber den Körper nicht mit ein. Doch mental konnten sie sich einfach vorstellen, Klavier zu spielen. Nach wiederholtem mentalem Üben wiesen ihre Gehirne die gleichen neurologischen Veränderungen auf wie jene der Teilnehmer, die tatsächlich Klavier spielten. Neue Neuronennetzwerke wurden ausgebildet, und das zeigte: Sie hatten effektiv bereits Tonleitern und Akkorde auf dem Klavier geübt, ohne wirklich am Klavier zu sitzen. Ihre Gehirne existierten sozusagen in der Zukunft schon im Vorfeld des physischen Klavierspielens.

Dank des vergrößerten menschlichen Stirn- bzw. Frontallappens und der einzigartigen Fähigkeit, Gedanken realer zu machen als alles andere, kann das Vorderhirn bzw. der Neocortex die »Lautstärke von draußen« herunterfahren, sodass nur noch ein einziger, auf ein bestimmtes Ziel gelenkter Gedanke verarbeitet wird. So können wir so starke mentale Bilder erzeugen, dass das Gehirn seine Verschaltungen verändert, ohne das tatsächliche Ereignis erlebt zu haben. Wenn wir in der Lage sind, unseren Geist unabhängig von unserer Umwelt zu ändern und uns dann unerschütterlich und mit beständiger Konzentration auf ein Ideal zu fokussieren, ist das Gehirn der Umwelt voraus.

Dieser sogenannte mentale Probelauf ist ein wichtiges Hilfsmittel in unserem Bemühen, unser gewohntes, altes Ich aufzugeben und ein neues Ich zu kreieren. Indem wir immer und immer wieder nur etwas ganz Bestimmtes im Sinn haben, kommt irgendwann der Moment, in dem der Gedanke zur Erfahrung wird. Dann haben sich die physischen Strukturen neu verschaltet, um den Gedanken als Erfahrung zu reflektieren. Genau dann verändert unser Denken unser Gehirn und damit auch unseren Geist.

Um erfolgreich ein neues Ich zu erschaffen, müssen wir unbedingt verstehen, dass neurologische Veränderungen auch dann stattfinden können, wenn es keinerlei physische Interaktionen in der Außenwelt gibt. Und die umfassenderen Auswirkungen des Fingerübungs-Experiments? Indem wir etwas, das wir uns wünschen, anhand dieses mentalen Probelaufs »einüben«, können wir unser Gehirn schon vor der konkreten Erfahrung verändern.

Wenn Sie Ihr Gehirn dahingehend beeinflussen können, sich bereits vor der Erfahrung eines beabsichtigten zukünftigen Ereignisses zu verändern, schaffen Sie dadurch die passenden neuronalen Schaltkreise, die es Ihnen ermöglichen, sich entsprechend Ihrer Absicht zu verhalten, noch bevor es in Ihrem Leben Wirklichkeit wird. Durch wiederholtes mentales Proben (einer besseren Denk-, Handlungs- oder Seinsweise) »installieren« Sie sozusagen die erforderlichen physischen Nervenleitungen, um sich auf das neue Ereignis physiologisch vorbereiten zu können.

Doch Sie tun sogar noch mehr. Die »Hardware« des Gehirns sind seine physischen Strukturen, seine Anatomie bis hin zu den Neuronen. Wenn Sie Ihre neurologische Hardware immer weiter installieren, verstärken und ausbauen, entsteht durch die Wiederholung ein Nervennetzwerk – eine neue »Software«. Wie bei einem Computer läuft dieses Programm (beispielsweise eine Verhaltensweise, eine Einstellung oder ein emotionaler Zustand) dann automatisch ab.

Sie haben Ihr Gehirn also auf die neue Erfahrung vorbereitet, und Ihr Geist ist dafür gerüstet, mit dieser Herausforderung umzugehen. Wenn Sie Ihren Geist verändern, verändert sich auch Ihr Gehirn. Und wenn Sie Ihr Gehirn verändern, verändert sich auch Ihr Geist.

Sofern Sie also einmal in die Situation kommen, ein Idealbild demonstrieren zu müssen, das gar nicht zu den aktuellen äußeren Umständen passt, können Sie durchaus mit unerschütterlicher Überzeugung entsprechend diesem Ideal denken und handeln. Je stärker Sie sich Ihr Verhalten in der Zukunft vorstellen, desto einfacher wird es für Sie sein, auf neue Art zu leben und zu sein.

Können Sie an eine Zukunft glauben, die Sie zwar mit Ihren Sinnen noch nicht sehen oder erfahren können, über die Sie aber schon so oft nachgedacht haben, dass Ihr Gehirn sich tatsächlich so verändert hat, als hätte die Erfahrung bereits vor dem physischen Ereignis in der Außenwelt stattgefunden? Falls ja, dann bewahrt Ihr Gehirn nicht mehr nur die Erinnerung an Ihre Vergangenheit, sondern zeigt Ihnen auch den Weg in die Zukunft.

Jetzt wissen Sie also, wie Sie durch Umdenken Ihr Gehirn verändern können. Sind Sie damit auch in der Lage, Ihren Körper so zu verändern, dass er »ausschaut«, als hätte er eine bestimmte Erfahrung ebenso schon vor dem tatsächlichen beabsichtigten Ereignis gemacht? Sind Sie wirklich so mächtig?

Bleiben Sie dran, dann werden Sie es erfahren!

Kapitel 3
Den Körper überwinden

Sie denken nicht im Vakuum. Bei jedem Gedanken läuft im Gehirn eine biochemische Reaktion ab – Sie produzieren eine chemische Verbindung. Das Gehirn sendet an den Körper bestimmte chemische Signale, sozusagen die Boten, die den Gedanken übermitteln. Daraufhin passt sich der Körper sofort an, löst die entsprechende Reaktion in Übereinstimmung mit dem Gedanken aus und schickt dem Gehirn eine Botschaft zurück, dass er jetzt genau so fühlt, wie das Gehirn denkt.

Um diesen Prozess verstehen zu können – wie Sie normalerweise analog zum Körper denken und wie man einen neuen Geist bilden kann –, muss man zunächst einmal anerkennen, welch große Rolle das Gehirn und seine chemischen Abläufe in unserem Leben spielen.

Wie die Forschung der letzten paar Jahrzehnte ergeben hat, interagieren das Gehirn und der Rest des Körpers über starke elektrochemische Signale. Zwischen unseren Ohren sitzt eine große Chemiefabrik, die unzählige Körperfunktionen aufeinander abstimmt. Aber keine Angst, das hier wird nur ein Chemie-Grundkurs, Sie müssen nur ein paar Begriffe kennen.

Alle Zellen haben Rezeptorstellen an der Außenseite, um Informationen von außen empfangen zu können. Passen die Chemie, die Frequenz und die elektrische Ladung zwischen einer solchen Rezeptorstelle und einem eingehenden Signal von außen zusammen, wird die Zelle sozusagen »eingeschaltet« und erledigt bestimmte Aufgaben.

Zellaktivitäten


Abbildung 3A. Eine Zelle mit Rezeptorstellen, die lebenswichtige Informationen von außen empfangen. Das Signal kann die Zelle dazu bringen, unzählige biologische Funktionen auszuführen.

Neurotransmitter, Neuropeptide und Hormone sind die chemischen Verbindungen, die im Gehirn und Körper für Ursachen und Wirkungen verantwortlich sind. Innerhalb von Millisekunden können diese drei unterschiedlichen Arten an chemischen Verbindungen, die als Liganden bezeichnet werden (abgeleitet vom lateinischen Wort »ligare« = »binden«), sich mit der Zelle verbinden, mit ihr interagieren bzw. sie beeinflussen.

• Neurotransmitter sind chemische Botenstoffe, die hauptsächlich Signale zwischen Nervenzellen übertragen und so für die Kommunikation zwischen Gehirn und Nervensystem sorgen. Es gibt verschiedene Arten von Neurotransmittern, die jeweils für eine bestimmte Aktivität zuständig sind: Manche erregen das Gehirn, andere beruhigen es, und wieder andere machen uns schläfrig oder wach. Sie können einem Neuron sagen, dass es sich von seiner derzeitigen Bindung losmachen oder sie festigen soll. Sie sind sogar in der Lage, die Botschaft umzuschreiben – noch während sie an ein Neuron gesandt wird –, sodass alle angebundenen Nervenzellen eine andere Botschaft erhalten.

• Neuropeptide, die zweite Art von Liganden, machen den Großteil dieser Botenstoffe aus. Die meisten Neuropeptide werden im Hypothalamus des Gehirns produziert (manche auch vom Immunsystem, wie neueste Forschungen gezeigt haben). Diese chemischen Verbindungen werden über die Hypophyse bzw. Hirnanhangdrüse geleitet, die daraufhin eine chemische Botschaft mit bestimmten Anweisungen an den Körper schickt.

• Auf ihrem Weg durch die Blutbahn heften sich die Neuropeptide an alle möglichen Gewebezellen an (in erster Linie Drüsen) und aktivieren die dritte Art von Liganden, die Hormone, die weiteren Einfluss auf unsere Gefühle ausüben. Neuropeptide und Hormone sind die chemischen Verbindungen, die für unsere Gefühle zuständig sind.

Für unsere Zwecke können Sie sich Neurotransmitter als chemische Botenstoffe vorstellen, die hauptsächlich aus dem Gehirn und dem Geist kommen. Neuropeptide sind die chemischen Signalgeber; sie fungieren als Brücke zwischen Gehirn und Körper, damit wir uns so fühlen, wie wir denken. Hormone wiederum sind die chemischen Verbindungen, die hauptsächlich mit den Gefühlen im Körper zu tun haben.

Übersicht über die Rolle der Liganden in Gehirn und Körper


Abbildung 3B. Neurotransmitter sind diverse chemische Botenstoffe zwischen Neuronen. Neuropeptide sind die chemischen Kuriere, die den verschiedenen Drüsen im Körper das Signal geben, Hormone zu produzieren.

Haben Sie zum Beispiel eine sexuelle Fantasie, treten alle drei in Aktion. Sobald Sie entsprechende Gedanken hegen, zaubert Ihr Gehirn ein paar Neurotransmitter hervor. Diese aktivieren ein ganzes Neuronennetzwerk, das wiederum in Ihrem Geist Bilder entstehen lässt. Diese chemischen Verbindungen setzen bestimmte Neuropeptide in der Blutbahn frei. Wenn diese die Geschlechtsdrüsen erreichen, heften sie sich an die Zellen dieser Gewebe an und aktivieren das Hormonsystem – und schon geht’s los. Sie haben im Geist Ihre Fantasie so real gestaltet, dass Ihr Körper sich für eine tatsächliche sexuelle Erfahrung rüstet (vor dem tatsächlichen Ereignis). So stark hängen Geist und Körper zusammen.

Falls Sie Ihren Sohn, der seit Kurzem den Führerschein hat, in Gedanken schon mit der neuen Beule im Auto konfrontieren wollen, läuft es ähnlich ab: Ihre Neurotransmitter setzen den Gedankenprozess im Gehirn in Gang, sodass eine bestimmte Geisteshaltung entsteht. Ihre Neuropeptide senden dem Körper bestimmte chemische Signale, und Sie regen sich daraufhin auf. Die Peptide gelangen zu Ihren Nebennieren, die daraufhin die Hormone Adrenalin und Cortisol ausschütten – und schon sind Sie »auf hundertachtzig«. Chemisch betrachtet ist Ihr Körper jetzt kampfbereit.

Die Gedanken- und Gefühlsschleife

Sie denken also alle möglichen Gedanken, und Ihr Gehirn aktiviert entsprechende Sequenzen, Muster und Kombinationen, die wiederum eine Ihren Gedanken entsprechende Geisteshaltung erzeugen. Sind diese neuronalen Netze aktiviert, produziert das Gehirn spezielle chemische Stoffe, deren Signatur genau zu ebendiesen Gedanken passt, sodass Sie das fühlen, was Sie gerade gedacht haben.

Hegen Sie also großartige, liebevolle oder freudige Gedanken, produzieren Sie auch die chemischen Verbindungen, die in Ihnen großartige, liebevolle oder freudige Gefühle auslösen. Dasselbe gilt für negative, ängstliche oder ungeduldige Gedanken: Innerhalb von Sekunden fühlen Sie sich negativ, ängstlich oder ungeduldig.

Zwischen Gehirn und Körper findet in jedem Augenblick eine gewisse Synchronizität statt. Wenn wir Gefühle entwickeln, die zu unserem Denken passen – das Gehirn kommuniziert ständig mit dem Körper –, entwickeln wir Denkweisen, die zu unseren Gefühlen passen. Das Gehirn wacht beständig über die Gefühle des Körpers und erzeugt anhand des chemischen Feedbacks weitere Gedanken, die wiederum den Gefühlen des Körpers entsprechende chemische Verbindungen produzieren. Wir fühlen uns also zunächst so, wie wir denken, und dann denken wir so, wie wir fühlen.

Zyklus von Denken und Fühlen


Abbildung 3C. Die neurochemische Beziehung zwischen Gehirn und Körper. Bestimmte Gedanken produzieren chemische Stoffe, die Gefühle auslösen, welche genau zu den Gedanken passen. Und wenn man sich dann so fühlt, wie man denkt, fängt man an, so zu denken, wie man fühlt. Dieser beständige Kreislauf erzeugt eine Feedback-Schleife; wir nennen sie »Seinszustand«.

Diese Vorstellung werden wir im Lauf des Buches noch eingehender erforschen. Sie müssen vor allem eines wissen: Die Gedanken haben in erster Linie mit dem Geist (und dem Gehirn) zu tun, die Gefühle stehen mit dem Körper in Verbindung. Wenn sich also die Gefühle des Körpers auf die Gedanken ausrichten, die auf einem bestimmten Seinszustand des Geistes beruhen, arbeiten Geist und Körper wie eine Einheit zusammen. Erinnern Sie sich: Sind Geist und Körper im Einklang, entsteht als Endprodukt ein »Seinszustand«. Man könnte auch sagen, der Prozess ständigen Denkens und Fühlens und ständigen Fühlens und Denkens erzeugt einen Seinszustand, der sich auf unsere Realität auswirkt.

Seinszustand bedeutet: Wir haben uns mit einem mental-emotionalen Zustand vertraut gemacht, einer Denk- und Gefühlsweise, die zu einem integralen Bestandteil der Ich-Identität geworden ist. Und so beschreiben wir uns – wer wir sind – über unsere Denkweise (und damit Gefühlsweise) bzw. Seinsweise im jeweiligen Moment: »Ich bin wütend; ich bin inspiriert; ich bin verunsichert; ich bin schlecht drauf …«

Doch bestimmte Gedanken und entsprechende Gefühle hegen wir seit Jahren und denken dann wiederum entsprechend diesen Gefühlen (der Hamster im Laufrad); diesen Seinszustand prägen wir uns ein, und so erklären wir mit Nachdruck: »Ich bin so und so …« Wir sind also an einem Punkt angelangt, an dem wir uns selbst als diesen Seinszustand definieren. Gedanken und Gefühle sind miteinander verschmolzen.

Wir sagen zum Beispiel: »Ich war schon immer faul; ich bin ein ängstlicher Mensch; ich bin nicht sehr selbstbewusst; ich habe zu wenig Selbstwertgefühl; ich fahre schnell aus der Haut und bin ungeduldig; ich bin keine große Leuchte« etc. Diese erinnerten Gefühle formen unsere Persönlichkeitsmerkmale.

Aufgepasst: Wenn unser Denken von Gefühlen geleitet wird bzw. wir nicht »größer«, also über unsere Gefühle hinausdenken können, ist keine Veränderung möglich! Veränderung heißt: über die Gefühle hinauszudenken. Veränderung heißt: über die vertrauten Gefühle des erinnerten Ich hinaus zu handeln.

Ein praktisches Beispiel: Sie fahren heute Morgen zur Arbeit und denken an das hitzige Streitgespräch mit einem Kollegen vor ein paar Tagen. Durch die Gedanken an diese Person und diese bestimmte Erfahrung werden im Gehirn chemische Stoffe ausgeschüttet, die im Körper zirkulieren. Und ganz schnell fühlen Sie sich genau so, wie Sie gedacht haben. Wahrscheinlich werden Sie wütend. Ihr Körper schickt eine Botschaft an Ihr Gehirn zurück: »Ich bin echt sauer.« Und natürlich wird Ihr Gehirn, das ja ständig mit dem Körper kommuniziert und die inneren chemischen Abläufe überwacht, von dieser plötzlichen Veränderung Ihrer Gefühle beeinflusst und denkt neue Gedanken (sobald Sie so fühlen, wie Sie denken, fangen Sie an zu denken, wie Sie fühlen). Unbewusst verstärken Sie ebendieses Gefühl, indem Sie auch weiterhin wütende und frustrierte Gedanken im Kopf haben – was Ihre Wut und Ihren Frust weiter verstärkt. Jetzt kontrollieren Ihre Gefühle Ihre Gedanken. Ihr Körper steuert Ihren Geist.

Dieser Kreislauf setzt sich weiter fort, Ihre Gedanken produzieren immer mehr chemische Signale für den Körper, welcher wiederum die chemischen Stoffe der Nebennieren aktiviert, die mit Ihren wütenden Gefühlen zu tun haben. Jetzt haben Sie eine echte Wut im Bauch und werden aggressiv. Sie laufen rot an, Sie haben einen Knoten im Magen, Ihr Kopf hämmert, und Ihre Muskeln verkrampfen sich. All diese intensiven Gefühle überfluten den Körper und verändern seine Physiologie; dieser chemische Cocktail setzt im Gehirn bestimmte Schaltkreise in Gang, was Sie dazu bringt, analog zu diesen Emotionen zu denken.

Jetzt sagen Sie Ihrem Kollegen im stillen geistigen Kämmerlein auf zehn verschiedene Arten so richtig die Meinung. Sie beschwören voller Empörung eine ganze Litanei an Vorkommnissen aus der Vergangenheit herauf, die Ihre derzeitige Aufregung rechtfertigen, und verfassen im Kopf einen Beschwerdebrief. In Ihrer geistigen Vorstellung haben Sie diesen Brief bereits Ihrem Chef übergeben, bevor Sie überhaupt in der Firma angekommen sind. Sie steigen wie benommen aus dem Auto und sind kurz davor, den Typen totzuschlagen.

Hallo, Sie wandelndes Modell eines Wutentbrannten, all das wurde von einem einzigen Gedanken ausgelöst! In diesem Moment scheint es schlichtweg unmöglich, über Ihre Gefühle hinauszudenken. Und deshalb fällt Veränderung so schwer.

Als Resultat dieser zyklisch verlaufenden Kommunikation zwischen Gehirn und Körper reagieren Sie tendenziell berechenbar auf solche Situationen. Sie erzeugen Muster aus denselben vertrauten Gedanken und Gefühlen, Sie verhalten sich unbewusst ganz automatisch, Sie sind in diese Routinen verstrickt. So funktioniert das chemische »Ich«.

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9783867287296
Издатель:
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Bookwire
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