Читать книгу: «Tranceperlen»

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Zu diesem Buch steht ein Interview zum Lesen und Sprechen von Trancetexten als Audiodatei bereit:

www.carl-auer.de/tranceperlen

Ghita Benaguid (Hrsg.)

Tranceperlen

Hypnotherapie

von Frau zu Frau



Carl-Auer

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Themenreihe »Hypnose und Hypnotherapie«

hrsg. von Bernhard Trenkle

Reihengestaltung: Uwe Göbel

Umschlagfoto: © Katrin Berkenkamp, www.12zwoelf.de

Satz: Drißner-Design u. DTP, Meßstetten

Printed in Germany

Druck und Bindung: CPI books GmbH, Leck

Zweite Auflage, 2021

ISBN 978-3-8497-0270-0 (Printausgabe)

ISBN 978-3-8497-8179-8 (ePUB)

© 2019, 2021 Carl-Auer-Systeme Verlag

und Verlagsbuchhandlung GmbH, Heidelberg

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Inhalt

Dank

Geleitwort

I Einführung

Einstimmung

Ghita Benaguid

Zum Vorlesen der Texte

Ghita Benaguid

Milton H. Ericksons Hypnotherapie mit Frauen – aus Sicht seiner Tochter

Betty Alice Erickson

II Das Selbst stärken

Goldrichtig

Ghita Benaguid

Die Weisheit des Flusses

Liz Lorenz-Wallacher

Der Lebensbogen

Hanne Seemann

»Gut versorgt!« – Der Gang durch die inneren Räume

Elvira Muffler

Die ganz eigene Art

Stefanie Schramm

Gut genug – stark genug – klug genug

Claudia Wilhelm-Gößling

Innehalten: Im Fluss des Lebens

Ghita Benaguid

Die Rudertrance … zur Insel der Erkenntnis

Dorothea Thomaßen

Endlich zufrieden?!

Rosa Schuber

Worte werden Wirklichkeit – Märchen machen Trance

Reinhilde Freund

»Sie müssen nichts müssen – Sie können nichts falsch machen«

Dagmar Bieselt

III Den inneren weiblichen Anteilen begegnen

Das Kleid der Königin anziehen

Hanne Seemann

Ein Sommernachtstraum oder: Von der Kunst, eine Göttin zu sein

Kerstin Schnurre

Die Begegnung mit der inneren Frau

Elsbeth Freudenfeld

Schildkrötenritt – Die weiblichen Wurzeln finden

Claudia Weinspach

Vom Knüllen, Formen und Entfalten …

Hiltrud Bierbaum-Luttermann

Die dunkle Seite des Weiblichen – die wilde, ungezähmte Frau

Elsbeth Freudenfeld

IV Beziehungen gestalten

Ich und Du – und die Sehnsucht nach gelingender Ambivalenz

Martina Gross

Kraftquellen für Mütter

Anette Fahle

Getrennte Wege

Maria Schnell

»Nicht so wie meine Mutter …« – Eine Trance zur Abgrenzung und Versöhnung mit dem Bild der Mutter

Hiltrud Bierbaum-Luttermann

Dornröschens Erwachen

Anna Kaiser

Single sein – glücklich und zufrieden

Kathrin Stephan

V Körperliche Ressourcen aktivieren

Vom eigenen Körper gemocht werden

Frauke Niehues

Mein »Gewicht«

Anne M. Lang

Psychosomatik: Menstruations- und andere Beschwerden überwinden

Maria Schnell

Kinderkriegen – Sie wissen, wie es geht!

Cornelie Schweizer

Meine »Wechsel«-Jahre

Anne M. Lang

VI Trancen selbst gestalten

Die Placebo-Trance

Dorothea Thomaßen

Anstelle eines Schlusswortes: Die Perlen sammeln

Ghita Benaguid

Literatur

Über die Autorinnen

Über die Herausgeberin

Dank

Ein Buch von Frauen für Frauen … Zu gerne würde ich hier schreiben: »Mein besonderer Dank gilt dieser inspirierenden Ausbilderin … oder jener tollen Frau …« Tatsache ist aber, dass ich in den ersten Jahren meiner hypnotherapeutischen Ausbildung von Männern unterrichtet worden bin. Also: vielen Dank, liebe Kollegen, dass ihr mich ausgebildet und für die Hypnotherapie begeistert habt und dass ihr die Hypnotherapie nach Erickson in Deutschland zu dem gemacht habt, was sie heute ist!

Mein besonders herzlicher Dank gilt all meinen Kolleginnen, die sich von der Idee zu diesem Buch haben anstecken lassen und ihre Zeit und viel Freude in das Schreiben dieser Texte einfließen ließen.

Einen Sommer lang erhielt ich von ihnen immer neue erfrischende Trancen, die die Hitze der unerwartet heißen Sommertage 2018 in ein Feuerwerk von kreativen Ideen verwandelten.

Betty Alice Erickson verdanke ich einen sehr offenen und bereichernden E-Mail-Austausch über ihre Sicht der Hypnotherapie nach Milton H. Erickson. Leider verstarb sie im Januar 2019.

Ich danke Matthias Ohler, dem Geschäftsleiter des Carl-Auer Verlags, für unsere kurzweiligen realen und mentalen Spaziergänge am Rande der Hypnosetagungen, für ungezählte Sprachnachrichten und seinen beständigen Glauben an das Machbare. Ohne ihn würde dieses Buch jetzt noch nicht vorliegen.

Dem geduldigen Lektorat von Dr. Ralf Holtzmann und Veronika Licher verdankt das Buch die Einheitlichkeit in der Vielfalt.

Meinem Praxisteam und anderen befreundeten Kolleginnen und Kollegen danke ich für die Bereitschaft, mit meinen Texten in ihren Therapien zu arbeiten, und für all die konstruktiven Rückmeldungen und Erfahrungen, durch die die Texte reifen konnten.

Ghita Benaguid Bielefeld, im Januar 2019

Geleitwort

Tempora mutantur, nos et mutamur in illis oder Die Zeiten ändern sich, und wir ändern uns in ihnen …

Die M. E. G. wurde 1978 von zwei Männern und einer Frau gegründet. Das entsprach schon damals nicht mehr dem Geschlechterverhältnis in therapeutischen Berufen. In Bezug auf Hypnose aber war es außergewöhnlich, denn in der internationalen Hypnoseszene bekannt waren damals nur ganz wenige Frauen und an den Hypnosekongressen nahmen fast ausschließlich Männer teil. In den allerersten Jahren der M. E. G. war ich fast die einzige Frau in den Ausbildungsseminaren, und noch Anfang der 1980er-Jahre galt es als bemerkenswert, wenn sich mal Frauen in die männerdominierten Seminare »verirrt« hatten. Erst Anfang der 1990er-Jahre begann sich das Geschlechterverhältnis anzugleichen und dann umzukehren – in den Seminaren, unter den Mitgliedern der Hypnosegesellschaften, in deren Vorständen und seit wenigen Jahren nun auch im Vorstand der M. E. G.

So ist es nur konsequent, dass ein Hypnosebuch ausschließlich von Frauen geschrieben und herausgebracht wird. Wie es wohl den Männern damit geht? Werden sie davon etwas übernehmen, werden sie sich angleichen in bemühtem Co-Feminismus oder auf komplementärer Selbstständigkeit beharren? Zeichnet sich etwa eine neue Version von Ferenczis »Vater- und Mutterhypnose« (Martin u. Walter 2013) ab und werden spätere Hypnohistoriker dann eine bedeutsame Bewegung zu Beginn des 21. Jahrhunderts feststellen können? Die von einer »Männer-« hin zu einer »Frauen-Hypnose«?

Wie Henriette Walter und Marianne Martin bereits 2013 festgestellt haben, gab es schon immer Frauen in der Hypnose. Sie wurden nur selten wirklich wahrgenommen. Das hat sich in der M. E. G. und in den anderen Hypnosegesellschaften gründlich geändert. Dieses Buch legt auf seine Art weiter Zeugnis dafür ab. Mögen auch hypnophile Männer es lesen und Freude daran haben.

Alida Iost-Peter München, im Oktober 2018

IEinführung

Einstimmung

Ghita Benaguid

Als ich Anfang der 90er-Jahre parallel zum Psychologiestudium eine Ausbildung in klinischer Hypnose bei der Milton H. Erickson Gesellschaft (M. E. G.) machte, unterrichteten in meinen Grundseminaren ausschließlich Männer. Auch die Seminarteilnehmer waren überwiegend männlich. Noch auf der M. E. G.-Jahrestagung 2008 bedankte sich Luise Reddemann, Honorarprofessorin für Psychotraumatologie und psychologische Medizin an der Universität Klagenfurt, nach ihrem Hauptvortrag sehr für die Einladung und endete dann sinngemäß: »Aber mein feministischer Ego-State ist höchst unzufrieden! Schauen Sie sich das Programm an, von all den vielen Hauptvorträgen werden nur zwei von Frauen gehalten. Frauen, so geht das nicht, Frauen erhebt euch!«

Bereits 2010, als ich die M. E. G.-Regionalstelle Bielefeld von Paul Janouch übernahm, stellte sich das Geschlechterverhältnis in den Kursen zunehmend anders dar. Mittlerweile überwiegt der Frauenanteil in der gesamten Psychotherapie. Seit 2013 haben wir im Vorstand der M. E. G. eine Frauenführungsriege, und ständig kommen weitere sehr talentierte Hypnotherapie-Ausbilderinnen hinzu. Im Psychologiestudium und an den Ausbildungsinstituten werden mehr Frauen als Männer unterrichtet. Auch in der ambulanten Psychotherapie ist der Großteil des Klientels weiblich. Das ist Grund genug, ein Buch mit hypnotischen Texten von und für Frauen herauszugeben.

Im Jahr 1994, zu Beginn meiner Hypnotherapie-Ausbildung, war gerade das Buch Das Vergessen vergessen von Hildegard Klippstein mit Gruppeninduktionen nach Milton H. Erickson erschienen. Ich schätzte es sehr und lernte, die spezielle hypnotische/hypnotherapeutische Sprache und Erickson‘sche Kommunikation sowie den Aufbau von Tranceinduktionen mit Leichtigkeit zu verinnerlichen. Ebenso half es mir, zu Berufsbeginn in meinen damaligen Rehakliniken die ersten hypnotherapeutischen Gruppeninduktionen anzuleiten. Auch heute freuen sich viele Hypnose-Anfänger, wenn sie etwas Schriftliches in die Hand bekommen, was eine Tranceinduktion erleichtert. Solche Texte sind hilfreich, um mit der hypnotischen Sprache vertraut zu werden und die passenden Worte für eine Induktion zu wählen.

Anlässlich des M. E. G.- Tagungsthemas 2019 – »Gender, Sex und Identität: Hypnotherapie und Vielfalt« – kam mir die Idee, ein Buch mit Tranceinduktionen von und für Frauen herauszugeben. Meine Anfrage an die Ausbilderkolleginnen, ihre Lieblingstrancen zu veröffentlichen, fand großen Anklang.

Als ich nach und nach die Texte erhielt, erschien mir jeder wie ein Juwel, einzigartig und auf seine ganz eigene Art berührend. Ein Juwel kann vielfältig zerteilt werden, und doch zeigen dann die geschliffenen Einzelkristalle immer noch etwas von seiner Ursprungsschönheit. Im Gegensatz dazu besteht die Einmaligkeit einer Perle in ihrer Ganzheit. Dabei sind ihre Herkunft und das Material alles andere als edel: Ein Sandkorn oder ein anderer Fremdkörper, der in eine lebende Perlmuschel auf dem Meeresgrund gelangt, bildet den Ausgangspunkt eines langen Prozesses. Die Muschel legt eine Perlmuttschicht nach der anderen um diesen Fremdkörper, bis schließlich die Perle in ihrer ganzen Größe und Schönheit entstanden ist. Sie wächst im Verborgenen auf wundersame Weise Schicht für Schicht über Jahre heran. Erst wenn die Muschel durch Perlenfischer ans Licht gebracht und geöffnet wird, offenbart die Perle ihren besonderen Glanz.

So entstand der Buchtitel Tranceperlen. Perlen galten schon im Altertum als besonders wertvoll und haben bis heute für Frauen eine hohe Attraktivität. Sie sind auch ein Symbol für Weiblichkeit und Fruchtbarkeit. Die Sandkorn-Metapher spiegelt darüber hinaus die hypnotherapeutische Haltung, das Problem von heute als den bestmöglichen Lösungsversuch der Vergangenheit anzusehen.

Allen Texten ist ihre Ressourcenorientierung gemeinsam. Sie sind entstanden aus der langjährigen hypnotherapeutischen Erfahrung der Autorinnen. Vier Themenbereiche beschäftigen sich mit Anliegen unserer Klientinnen, die uns häufig im Therapiealltag begegnen:

•Das Selbst stärken

•Den inneren weiblichen Anteilen begegnen

•Beziehungen gestalten

•Körperliche Ressourcen aktivieren

Den Schlussteil des Buches, »Trancen selbst gestalten«, bilden zwei Texte, die speziell für Kolleginnen geschrieben worden sind. Sie möchten Lust und Mut machen, selber kreativ zu werden und eigene Trancen zu entwickeln.

In einem Interview antwortet Milton Erickson auf die Frage, wie man ein guter Hypnotherapeut wird: »Versuchen Sie nicht, meine Stimme zu imitieren oder meinen Tonfall. Finden Sie Ihre eigene. Seien Sie einfach ganz natürlich Sie selbst.«

Die Vielfalt der Texte verdeutlicht Gemeinsamkeiten und Unterschiede im individuellen hypnotherapeutischen Vorgehen und eröffnet Ihnen die Möglichkeit, Ihren eigenen hypnotischen Stil zu finden.

Die Trancen ersetzen keine hypnotherapeutische Ausbildung oder eine adäquate psychotherapeutische Behandlung. Vielmehr richtet sich dieses Buch an Psychotherapeutinnen mit hypnotherapeutischen Vorerfahrungen, als Ergänzung zu einer Ausbildung. Wie alle therapeutischen Techniken sollten auch die vorliegenden Trancen in ein eindeutiges therapeutisches Setting eingebettet werden.

Ich hoffe, dass die Texte nicht nur gefallen und inspirieren, sondern auch laut vorgelesen werden. Stimme und Stimmklang sind ein wesentlicher Wirkfaktor bei gesprochenen Tranceinduktionen. Gleichzeitig nimmt es dem Phänomen Stimme seine Mehrdimensionalität, wenn ihre Beschreibung »nur« verschriftlicht wird. Daher haben wir uns entschieden, Ihnen zusätzlich ein Angebot auf dem auditiven Kanal zu machen. Ein Interview mit der hypnosystemisch ausgebildeten Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin Ronja Ernsting zum Thema »Trancen lesen« ergänzt diese Einführung (siehe S. 19).

Alle Autorinnen bewegen sich in der Tradition Milton Ericksons, der vor allem für seine indirekten hypnotischen Techniken bekannt geworden ist. Gerade im fortgeschrittenen Alter induzierte er Trancen vornehmlich indirekt als beiläufige Trancen und weniger mit formalen Verfahren. Seine Tochter Betty Alice Erickson beschreibt diese therapeutische Haltung und sein beiläufiges Vorgehen. So gibt es in diesem Buch doch auch einen Mann. Und natürlich würde es mich freuen, wenn die eine oder andere Perle auch das eine oder andere männliche Wesen anzieht. Denn gelungene Psychotherapie braucht Frauen und Männer.

Zum Vorlesen der Texte

Ghita Benaguid

Das Vorlesen und Erzählen von Bilderbüchern, Geschichten und Märchen ist eine alte Tradition, die in heutiger Zeit oft Kindern und ihren Eltern vorbehalten ist. »Wann hat Ihnen das letzte Mal jemand etwas vorgelesen?«, ist eine Frage, die ich in meinen Therapien oft zur Einleitung eines Wechsels des Gesprächssettings hin zu einer formaleren Tranceinduktion stelle. Viele Patientinnen sind gerührt: »Das ist lange her! Ich lese meinen Kindern vor. Für mich tut das selten jemand. Es ist so schön, wenn jemand für mich liest.« Ich antworte: »Mir kommt da gerade eine Geschichte in den Sinn, ich weiß noch nicht genau, ob und wie diese für Sie passend ist … Möchten Sie sie hören?« Wenn eine Zustimmung erfolgt, erwähne ich, dass es viele unterschiedliche Haltungen gibt und dass »Sie selbst, während Sie der Geschichte lauschen, am besten wissen, welche die für Sie in diesem Moment passendste ist«. Ich erwähne, dass mein Therapiesessel variabel verstellbar ist und dass es Wahlmöglichkeiten gibt zwischen eher aufrecht sitzender oder entspannt zurückgelehnter Sitzhaltung und dass die Haltung äußerlich wie innerlich jederzeit veränderbar ist. Auch Kissen und Decken stehen zur Verfügung, um es sich wirklich auf die ganz eigene Art bequem zu machen. Wichtig ist zudem der Hinweis, dass man natürlich jederzeit die Aufmerksamkeit wieder nach außen lenken und die Trance/Entspannung beenden kann.

Das Vorlesen von Geschichten vermittelt Zuwendung und Geborgenheit, es erinnert oft an Vorleserituale der Kindheit, beruhigt und regt die Fantasie an. Es löst vor allem auch unwillkürliche Suchprozesse auf unbewusster Ebene aus.

Milton Erickson ist insbesondere für seine indirekten hypnotischen Techniken bekannt geworden. Gerade im fortgeschrittenen Alter lag sein Focus mehr auf Konversationstrancen, als auf der Induktion formaler Trancen. Hypnotherapie nach Erickson entfaltet ihre Wirkung vor allem auf der Bilder- und Metaphernebene. Die speziellen hypnotischen Sprachmuster werden im sogenannten Milton-Modell beschrieben. Vertiefende Hinweise hierzu und zur Konstruktion von therapeutisch wirksamen Metaphern finden Sie in Benaguid und Schramm (2016).

Einige Besonderheiten der vorliegenden Texte möchte ich hervorheben:

Je nach Kontext kann bei Tranceinduktionen die Anredeform Sie oder Du gewählt werden. Die vorliegenden Texte handhaben das unterschiedlich, einige wählen für die Induktion und Exduktion das formalere Sie und wechseln während der Trance zum persönlicheren Du, um einen stärkeren Bezug zum Unbewussten oder zu jüngeren Ich-Anteilen zu ermöglichen. Natürlich können Sie alle Texte auch in die von Ihnen gewünschte Anredeform umformulieren.

Eine sprachliche Besonderheit der typischen Hypnosesprache sind die Einstreuungen. Darunter verstehen wir direkte Suggestionen, die in einen Trägertext verpackt werden: »Wie von selbst hebt und weitet sich der Körper beim Einatmen, um zu integrieren, was in Fluss ist, … wie Wellenbewegungen … genau … mir Zeit nehmen für mich selber, genau, jetzt!«

Auch die Stellvertretertechnik ist ein Spezialfall der Einstreuungen.

Es werden stellvertretend für die Klientin Metaphern oder Bilder genutzt, die ihre Wünsche und Werte symbolisieren, ohne diese explizit zu benennen. Eine Besonderheit im Deutschen, die in diesen Trancen genutzt wird, möchte ich hervorheben: Das Personalpronomen „sie“ ist beim Hören nicht vom Anredepronomen in der Höflichkeitsform „Sie“ zu unterscheiden. Man kann also sprachlich indirekt arbeiten: »Die Felsen, sie (Sie) stehen fest in der Brandung …«

Damit kann bei sensiblen Themen das Erzeugen von Widerstand verhindert werden. Die Klientin hat die Wahl, ob sie diese Textpassage auf sich bezieht oder nicht. Im Text sind die betreffenden Stellen mit beiden Schreibweisen versehen.

Das Vorlesen von Texten erlaubt auch der noch nicht so geübten Hypnoseanwenderin, sich zuerst einmal auf andere Aspekte der Tranceinduktion als die eigene Wortwahl zu konzentrieren. Auch erfahrene Hypnoseanwenderinnen können sich natürlich von den Ideen der Autorinnen inspirieren lassen. Denn in die vorliegenden Texte können passende Klientinnenmetaphern oder einzelne auf die Klientin abgestimmte Sätze leicht eingebaut werden.

Im Laufe der Zeit wird es durch das Vorlesen immer leichter fallen, sich diese besonderen hypnotherapeutischen Sprachmuster zu eigen zu machen und den eigenen therapeutischen Stil weiterzuentwickeln.

In den Texten werden Pausen so dargestellt:

•drei Punkte für kurze Pausen

•Absätze für längere Pausen

•Absatz plus Leerzeile für lange Pausen und/oder Themenwechsel

Besonders zu betonende Textstellen wurden im Text kursiv gesetzt.

Die durchschnittliche Sprechdauer aller Trancen beträgt 20–30 Minuten.

Die Texte können natürlich bezüglich Induktion und Exduktion den äußeren Rahmenbedingungen der Therapiesituation angepasst, Elemente ausgelassen oder wiederholt werden, Klientinnenmetaphern und speziell auf die Klientin ausgerichtete Schlagworte eingestreut werden.

Insofern kann die Dauer dieser Tranceinduktionen beträchtlich variieren.

Wichtig: Lesen oder hören Sie diese Texte niemals während einer Autofahrt oder während des Führens von Maschinen, um die für diese Tätigkeiten notwendige Aufmerksamkeit konzentriert aufrechtzuerhalten!

Milton Erickson war, nicht zuletzt aufgrund seiner Biografie und seiner vielfältigen körperlichen Beeinträchtigungen, ein Meister der Mehrebenenkommunikation. Er hatte eine hohe Fähigkeit entwickelt, verbale, non- und paraverbale Kommunikationsaspekte zugleich wahrnehmen zu können. Für die Entwicklung dieser Fähigkeit ist es hilfreich, sich im Sinne der Mehrebenenkommunikation nicht nur der verbalen, sondern auch der non- und paraverbalen Aspekte der Rapportgestaltung (vgl. ausführlich Benaguid u. Schramm 2016) bewusst zu werden, um diese mit Leichtigkeit einfließen zu lassen und neben den gelesenen Worten auch durch ein Pacing und Leading der Körpersprache zu fördern und aufrechtzuerhalten.

Das setzt eine genaue Beobachtung und Wahrnehmung auch kleinster, unwillkürlich entstehender Hinweisreize, der sogenannten Minimal Cues, auf allen Wahrnehmungsebenen voraus. Diese Antworten des unwillkürlichen Systems gilt es zu utilisieren, um sie dann verbal oder nonverbal zu pacen.

Zu den Minimal Cues zählen: Veränderung der Körperhaltung, Atembewegungen oder sich hörbar veränderndes Ein- oder Ausatmen, Augenbewegungen, Schluckreflexe, Speichelfluss und Tränenfluss.

Die Technik des defokussierten Sehens ermöglicht es der Therapeutin, das Blickfeld zu erweitern und den peripheren Gesichtssinn zu schärfen. Statt wie gewohnt das Gesicht des Gegenübers zu fokussieren, stellt die Beobachterin den Blick weit und blickt sozusagen durch das Gegenüber hindurch und kann so die unwillkürlichen Körpersignale leichter wahrnehmen.

Diese Fähigkeit, Informationen auf den unterschiedlichen Kommunikationsebenen parallel wahrnehmen zu können, ist eine Grundvoraussetzung für die Mehrebenenkommunikation und damit auch für die Aufrechterhaltung eines »Dialoges« während formaler Tranceinduktionen, seien sie vorgelesen oder im Therapiekontext frei entwickelt.

Üblicherweise schließen die meisten Menschen, während sie einer Tranceinduktion lauschen, die Augen. Damit entfällt das Sehen als einer der Hauptsinneskanäle. Die Aufmerksamkeit liegt dann vor allem auf dem auditiven Kanal. Über unseren Stimmklang vermitteln wir mehr als nur Worte.

Atempacing

Ein defokussierter Blick erleichtert das Beobachten der Atembewegungen und des Atemrhythmus der Klientin. Atempacing bedeutet, die Atemräume und den Atemrhythmus der Klientin visuell, vielleicht auch akustisch durch die Atemgeräusche wahrzunehmen und den eigenen Atemrhythmus vorübergehend anzugleichen. Oft passiert das ganz von selbst. Man beobachtet die Atembewegungen, wartet die Einatemphase ab, um dann die zu betonenden verbalen Suggestionen vorwiegend in die Ausatemphase der Klientin zu sprechen. Atempacing kann auch auf dem akustischen Kanal über die hörbare Atmung erfolgen. So kann die Therapeutin ein hörbares tiefes Einatmen der Klientin erst einmal in der eigenen Einatmung pacen, um dann ein hörbares Ausatmen im Sinne eines Leadings anzubieten.

Leadingangebote, die dazu einladen, das Tempo zu reduzieren, wieder mehr Atemraum zuzulassen und den Atem zu vertiefen, schaffen Freiraum für neue Entwicklungsprozesse.

Durch die phasenweise Übernahme des Atemrhythmus und die dadurch entstehende Verlangsamung des eigenen Sprechtempos macht man der Klientin ein nonverbales Angebot, das Gleiche zu tun, um innezuhalten und auf innere Prozesse zu fokussieren.

Wenn eine Atembeklemmung für die Klientin fühlbar oder auch für die Therapeutin hör- und/oder sichtbar ist, kann im Sinne des Pacings zunächst der Atemrhythmus übernommen werden, um dann durch eigene Atemveränderungen neue Leadingangebote zu machen.

Die Atempausen können zusätzlich im Text notiert sein. Wenn es inhaltlich um Ruhe, Innehalten, Lösen, Pausen geht, so folgen 3 bis 4 Atemzüge auf beiden Seiten, in denen tatsächliche Ruhe herrscht.

An dieser Stelle verweise ich auf ein Interview mit meiner Kollegin Ronja Ernsting, die als Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin auch in hypnosystemischer Kommunikation ausgebildet ist.1 Dort erläutern wir Fragen zum leichteren Sprechen und Lesen von Trancen, wie z. B.:

•Gibt es eine besondere Trancestimme oder eine Stimme in der Entspannung?

•Wie funktionieren Sprechen, Stimme und Atmung?

•Was macht die Stimme zum »individuellen Fingerabdruck« eines jeden Menschen?

•Wie gestaltet sich ein gesunder Umgang mit dem Sprech- und Stimmorgan?

•Wie bleibt man stimmlich gesund, trotz vieler sprecherischer Belastung?

•Welche Maßnahmen gibt es zur Stimmhygiene?

•Inwiefern unterstützt die Körperhaltung das Gesagte?

•Was sollte man beim Sprechen von Trancen beachten?

1 https://www.carl-auer.de/programm/artikel/titel/tranceperlen

Milton H. Ericksons Hypnotherapie mit Frauen – aus Sicht seiner Tochter

Betty Alice Erickson

Milton Erickson hatte große Freude daran, seinen persönlichen Beitrag zur Hypnose zu leisten. Vor seiner Zeit – und manchmal sogar heute noch – wurde Hypnose als etwas verstanden, das mit dem Klienten »gemacht« wurde, unter Verwendung von direkten Anweisungen. Obwohl es Situationen gibt, in denen dies angemessen sein kann, glaubte, lehrte und demonstrierte Erickson Hypnose stets als eine gegenseitige Erfahrung, als Kommunikation mit dem Unbewussten. Er definierte Hypnose oft als »einen veränderten inneren Bewusstseinszustand, in dem unnötige oder irrelevante äußere Reize in den Hintergrund treten und das Unbewusste zu deinem Nutzen kommunizieren kann«.

Unser Unbewusstes basiert oft auf Reaktionen, die es in der Vergangenheit erlernt hat – auch wenn diese manchmal für einen Erwachsenen nicht besonders nützlich sind. Das, was häufig als »Bauchgefühl« oder »Instinkt« bezeichnet wird, kann Teil eines »Frühwarnsystems« sein. Wir sind aufmerksam oder auch nicht – manchmal zu unserem eigenen Bedauern. Manchmal will unser Bewusstsein nicht akzeptieren, was wir »wirklich« wissen. Wir kennen alle die »Ich hätte es wissen müssen!«-Reaktion. In Wirklichkeit wussten wir es – wir haben nur nicht auf uns selbst gehört. Aber das Unbewusste ist auch offen für neue, nützliche Informationen. In der Therapie wird dies oft als »Heilung« bezeichnet.

Erickson erlernte Hypnose ursprünglich hauptsächlich mit weiblichen Personen. Er praktizierte sie ausführlich an seiner Schwester Bertha und meiner Mutter, Elisabeth. Ich selbst war mehr als dreißig Jahre lang seine Versuchsperson. Er war Mentor vieler Ärztinnen und Zahnärztinnen und erkannte bereits zu seiner Zeit, dass deren Denkweise viel komplexer ist als die typisch männliche. Eine seiner herausragenden Studentinnen, die bereits verstorbene Zahnärztin Kay Thompson, wurde die erste Präsidentin der Amerikanischen Gesellschaft für Klinische Hypnose – eine Organisation, die Erickson mit zwei seiner Kollegen gegründet hatte.

Erickson war sich immer dessen bewusst, dass die Geschlechter sehr unterschiedlich sind, sowohl physisch als auch – aufgrund ihrer Erfahrungen – im Sozialverhalten. Typischerweise fragen Frauen immer nach dem »Warum«. Vielleicht weil wir oft weniger Macht haben als Männer, richten wir viel Aufmerksamkeit auf emotionale Hinweise. Wir reagieren auch oft eher emotional als sachlich – denken Sie nur an den typisch männlich-weiblichen Wortwechsel: »Macht mich dieses Kleid nicht dick?« Oder einfach nur: »Sehe ich so gut aus?« Männern sieht man am Blick geradezu die Verzweiflung an, wenn sie versuchen, die »richtige« Antwort zu finden. Wenn wir eine alte Freundin wiedersehen, knüpfen wir an früher an, bewundern ihr Haar, fragen nach den Lebensumständen, erzählen ihr das Gleiche von uns. Männer klopfen sich einmal gegenseitig auf die Schulter und sagen: »Siehst gut aus, Kumpel!« Damit ist ihr Begrüßungsritual beendet.

Unterschiede ermöglichen aber auch gleichzeitig breitere Perspektiven – eine Grundlage von Ericksons Arbeit. Typischerweise wollen wir Frauen alles genauer wissen – das innerliche »Warum« interessiert uns mehr als die Anwendung von Techniken. Von Kind auf sind wir darauf gepolt, Gefühle zu erschließen. Wir lieben es, Gefühle zu diskutieren – unsere eigenen und die anderer. Erickson wusste dies und respektierte diese Eigenschaften. Er sprach oft von den verschiedenen »Sprachen«, die Frauen und Männer sprechen. Frauen benutzen von klein auf eine »vielschichtige« Sprache. Sogar beim Small Talk wissen Frauen meistens, was andere Frauen »wirklich meinen«. Erickson wusste auch, dass Trancen von Frauen »natürlicher« sind. Wir pusten auf das aufgeschlagene Knie, strahlen und sagen: »Alles wieder gut!«, während das Kind ein wenig verwundert schaut, aber die hilfreiche Information dankend annimmt.

In der Hypnose wendete Erickson zunächst formale Techniken an – »Ich möchte, dass Sie bequem sitzen, und mit jedem tiefen Atemzug kann es sich angenehmer anfühlen … Ja, so ist es gut!« –, um eine Tranceinduktion zu beginnen und dann zu vertiefen. Auch hier achtete er darauf, Worte und »Anweisungen« mit Bedacht zu wählen. »Ich möchte« ist eine Einladung (ein Angebot), keine Anweisung und kein Befehl. Der Klient kann es annehmen oder nicht. »Mit jedem Atemzug« – eine Binsenweisheit, denn jeder muss atmen! – ermöglicht er Autonomie und Kontrolle: »… kann es sich angenehmer anfühlen« – kann, nicht wird! »Wird« ist ein Befehl, »kann« eine Einladung. Der Klient hat es in der Hand, wie er sich fühlen möchte. Das wird subtil, aber in jedem Fall aufgenommen als ein Zeichen von Vertrauen.

Sogar Lob wählte Erickson vorsichtig. Er sagte immer »Genau!« – mit einem Lächeln in der Stimme. Ein Lächeln kann man sogar hören, wenn die Augen geschlossen sind. Dieses nicht wertende »Genau« in Verbindung mit einem Lächeln wird zu einem Lob des Klienten an sich selbst – was immer der beste Weg ist. »Gut!« impliziert immer verschiedene Bedeutungen. Der »Geber« begibt sich damit in eine wertende Position. Viele Menschen meinen, dass sie nicht »gut genug« sind, und wir sollten deshalb gut aufpassen, dass das Lob nicht auf diese Weise verstanden wird. Ich selbst sage auch immer »Genau!« mit einem Lächeln in der Stimme. Die Klienten schwören, ich hätte gesagt, sie machen es gut. Die Zuschauer oder die Videoaufnahme wissen es besser. Bei den Klienten kam immer an, dass das, was sie taten, gut sei – das ist ja auch die Intention –, aber die Bewertung kam von ihnen selbst.

Mit dieser Lesehilfe lassen sich viele von Ericksons veröffentlichten Induktionen untersuchen und weitere Beispiele für gestärkte Unabhängigkeit und Autonomie aufzeigen. Mit der Zeit vollzog Erickson einen kompletten Wechsel seiner Denkmuster hin zu beiläufigen Induktionen, die diese bestimmt noch fördern. Ich habe zunächst auch mit formalen Induktionen begonnen und glaube, dass es wichtig ist, diese zu erlernen. Ich habe Selbsthypnose für Geburten angewendet und auch in einer Hypnose-Geburtsgruppe meiner Hebamme gelehrt. Mir gefiel aber immer die Psychotherapie besser als die medizinischen Aspekte, und jetzt wende ich Hypnose hauptsächlich in der Psychotherapie an. Dabei arbeite ich inzwischen ausschließlich mit beiläufigen Induktionen.

Die Geschichten, für die Erickson legendär wurde, eignen sich hervorragend als Induktionen und tragen oft eine eigenständige therapeutische Aussage in sich. Und man kann ihnen nur schwer widerstehen. Wenn man einer Gruppe von 100 Menschen in gleichmäßigem Tonfall erzählt: »Es war einmal, vor sehr langer Zeit, in einem fernen Land, da lebte ein schöner Prinz …«, wird fast jeder einen tiefen Atemzug nehmen, sich zurücklehnen und auf eine wunderschöne Prinzessin warten, unterwegs einem oder zwei Drachen begegnen, aber sicher sein, dass es ein Happy End gibt. Die meisten haben hier schon eine eigene Trance kreiert.

Mit dieser simplen Einführung werden Erinnerungen an Geschichten geweckt – gehörte oder gelesene –, aus einer Zeit, in der die Welt noch in Ordnung war, egal welche Abenteuer anstanden. Was für ein großartiger innerer Ort für eine Trance! In der Einzelarbeit versuche ich, die Geschichten individuell für den Patienten zu gestalten.

Diese Art von Trance in einem Text wiederzugeben, ist schwierig. Ein wesentlicher Faktor ist die Verbindung zum Gegenüber. Es gibt Menschen, zu denen wir sehr schnell und leicht Verbindung aufnehmen – manchmal wissen wir nicht einmal, warum. Man kann es als Charisma, Wärme, Erreichbarkeit oder mit einer Menge anderer Wörter bezeichnen – wir wissen genau, was gemeint ist, wenn wir es fühlen. Allgemeiner gesprochen: Wenn ein kleines Mädchen ein Bild malt und es mir zeigt, nimmt es Verbindung zu mir auf, und zwar auf die beste Art und Weise, die ihm möglich ist. Das ist sehr schön für uns beide.

Sich zu verbinden setzt voraus, dass man sich öffnet, und das wiederum birgt potenzielle Verletzlichkeit. Das kleine Mädchen ist stolz auf sein Bild, egal wie kritzelig es sein mag. Wenn ich seine Welt betrete, entsteht zwischen uns eine spezielle Verbindung, persönlich und gleichzeitig unpersönlich. Sie vertraut darauf, dass die ihre Version einer glücklichen Welt akzeptiert und wertgeschätzt wird. Die meisten Erwachsenen sind entzückt von kleinen Kindern und das Risiko, das das Kind eingeht, lohnt sich in der Regel.

In der Hypnose ist dies ein wenig anders. Wenn Erickson sich mit jemandem verband oder wenn ich es tue, bieten wir uns – metaphorisch gesprochen – einander an. Wenn dies nicht angenommen wird, hat das nichts mit uns als Person zu tun. Es ist schlicht und einfach in dem Moment nicht das, was die Klientin braucht. Es mag sich persönlich anfühlen, ist es aber nicht. Manche mögen Erdbeereis, manche Vanille.

Wer Hypnotherapeut werden will und den beiläufigen, dialogorientierten Stil lernen möchte, muss dies vor Augen haben: Auch wenn es sich noch so sehr persönlich anfühlen mag, man muss in seinem tiefsten Inneren die Überzeugung haben, dass jegliche »Ablehnung« gegenüber dem Therapeuten nichts mit einem selbst zu tun hat. Gefühle sind nicht unbedingt »richtig«. Fragen Sie irgendeine Mutter, ob ihr Baby niedlicher ist als Ihr eigenes – Sie kennen natürlich »die Wahrheit«. Und das ist noch eine harmlose und bisweilen sogar amüsante »Ablehnung« der Wirklichkeit.

Beiläufig induzierte Trancezustände können enorm kraftvoll sein, besonders für die Therapie. Vor Kurzem hielt ich darüber einen Vortrag an einer Universität. Demonstrationen sind immer besonders anschaulich, und ich arbeite gerne mit zwei Klientinnen. Die beiden Frauen saßen nahe nebeneinander, während ich jede von ihnen fragte, was sie gerne »bearbeiten« würde, wenn sie einen Zauberstab hätte. Eine von ihnen hatte ein harmloses Ziel – sie fragte sich, ob sie ihre Zeit an der Universität vergeudete. Die andere sagte, ihr Vater sei gerade ins Gefängnis gekommen. Sie wisse nicht, wie oder was sie fühlen solle. Sie wusste, warum er dort war, aber sie vermisste ihn, wollte, dass er nach Hause kam, hatte Mitleid mit ihrer Mutter. Sie bekam ihre Gefühle nicht sortiert und war durcheinander.

Ich konzentrierte mich hauptsächlich auf diese junge Frau, während ich sprach. In Kurzform: Ich sprach langsam, in einem freundlichen Ton, aber mit Nachdruck:

»Ich möchte, dass Sie sich beide einen Garten vorstellen – Ihren eigenen Garten. Sie können sich vorstellen, dass es ein magischer Garten ist. Es gibt dort Gras und Bäume und viele wunderschöne bunte Blumen. Alle Arten von Blumen …, … und es sind alles Ihre! Sie können genau die pflücken, die Sie möchten. Ringelblumen, Schwertlilien, Veilchen, so viele Blumen, Lilien, Rosen, Gänseblümchen …, … viele verschiedene Farben und Düfte.« Ich fuhr fort: »Sogar Orchideen! Normalerweise wachsen sie nicht in Gärten, aber hier schon. Weiße, lilafarbene! Sogar Blumen, von denen Erwachsene denken, es sei Unkraut …; … aber für Kinder sind sie wundervoll – wunderschöne leuchtend gelbe Butterblumen– süß duftender Klee.« Meine Stimme wurde sachlicher, blieb aber aufmerksam: »Es gibt auch giftiges Efeu und Brennnesseln und Disteln, die stechen. Sie wollen sich fernhalten vom giftigen Efeu, weil das Brennen lange andauert …, … aber Sie können es verschmerzen. Disteln und Brennnesseln sind noch unangenehmer, aber sie sind trotzdem da. Sogar wunderschöne Rosen haben Dornen.

Sie dürfen pflücken, was immer Sie wollen …, Lilien, Rosen, aber passen Sie auf die Stacheln auf! Sie können Gänseblümchen, scheue kleine Veilchen pflücken– nehmen Sie auch eine oder zwei Orchideen – sie sind selten und wunderhübsch. Und pflücken Sie auch Butterblumen! Sie sind leuchtende, fröhliche kleine Blumen. Nehmen Sie auch eine Brennnessel und ein paar Disteln mit, denn auch die wachsen in Ihrem Garten. Die Blumen sind wichtiger, aber Sie dürfen Sie auch nicht übersehen, also pflücken Sie ein paar hinzu.«

Hier stoppte ich und wartete. Kurz darauf beendeten beide Frauen ihre Trance. Als ich sie wieder reorientierte, fragte ich sie, was sie mir und dem Publikum sagen wollten. Die Frau, deren Vater ins Gefängnis gekommen war, sprach zuerst. Sie hatte ihren Blumenstrauß gepflückt, mit allen Blumen, die sie gerne hatte, wusste genau, wie sie sich nun fühlte, und bedankte sich mit einem großen freudestrahlenden Lächeln. Die Worte der anderen Frau waren viel allgemeiner und mehr Kognition als Emotion.

Als die Zuhörer eine Diskussion starten wollten, entgegnete ich ihnen, dass sie das, was sie gesehen und gehört hatten, reflektieren und zu ihrer eigenen Schlussfolgerung kommen sollten. Diese beiden jungen Frauen hatten gezeigt, wie man mit einer beiläufig induzierten Trance arbeitet, und alles war gut. Ich zerlege keine Lösungen anderer Menschen – erst recht nicht vor anderen. Wie Erickson oft zu sagen pflegte: »Manche Dinge lässt man am besten im Unbewussten – denn da können sie Ihnen wirklich helfen!«

Für mich war es sonnenklar, was die Frau mit dem inhaftierten Vater getan hatte. Sie hatte akzeptiert, dass sie machtlos war, außer bei der Entscheidung, wie sie reagieren wollte, und sie stellte fest, dass sie viel mehr Möglichkeiten hatte, als sie ursprünglich gedacht hatte. Es wäre falsch gewesen, den Gedanken zu verleugnen, »dass er ins Gefängnis gehört«, und tatsächlich konnte sie das auch nicht von der Hand weisen – aber dies konnte ein vorübergehender Schmerz sein oder auch nur ein unangenehmes Gefühl wie der Stich eines Rosendornes oder einer Distel. Jetzt hatte sie Möglichkeiten für sich gefunden, anstatt sich in »angemessenen« oder »richtigen« Gefühlen eingesperrt zu fühlen. Von der Fakultät erfuhr ich später, dass sie fröhlicher geworden war und wieder mehr am Unterricht teilnahm, also glaube ich, dass sie es geschafft hatte, Lösungen für sich zu finden. Die andere hatte ein vergleichsweise kleineres Problem – viele Hochschulstudenten fragen sich, ob sich der ganze Aufwand lohnt. Sie gab an, sie hätte sich entschieden, das Beste daraus zu machen, egal ob es das wert sei oder nicht. Beide hatten ihr Verhaltensrepertoire erweitert.

Hätte es sich um einen Mann gehandelt, hätte ich Bäume hinzugefügt oder Felsen – beide geben etwas her und sind im Kontext nicht so »weiblich«. Ein stattlicher Walnussbaum spendet Schutz und Nahrung für viele …, Felsen sind stark und nützlich, bauen und stützen …

Diese Art von Trance hat bestimmte Vorteile. Dazu gehört, dass sie den Klienten durch Metaphern und eine Geschichte, mit der sie sich identifizieren können – und sei es nur ansatzweise –, Optionen eröffnet, an die sie vorher nie gedacht hätte. Natürlich kann es auch sein, dass sie ihre eigene Lösung »erfindet«, das wäre der Idealfall.

Das Ziel einer Trance, einer Therapie, ist genau dies: Klienten Optionen zu eröffnen, auf die sie vorher nie gekommen wären, und darauf zu vertrauen, dass sie genau das tun werden, was das Beste für sie ist. Fast immer ist das auch der Fall. Außerdem fühlen sich Klienten bereichert und gestärkt, wenn sie sich selbst etwas Gutes getan haben und dafür die Lorbeeren einheimsen können … Und das ist der größte Gewinn, den man sich vorstellen kann.

Nachtrag

Mein Sohn behauptet, noch nie in einer hypnotischen Trance gewesen zu sein, obwohl er von der bereits verstorbenen Zahnärztin Kay Thompson, einer von Ericksons frühesten und talentiertesten Studentinnen, Schmerztherapie erlernt hat. Kay verbrachte mit ihm einige Stunden bei uns zu Hause und sollte mittels einer beiläufig induzierten Trance sein Leben im wahrsten Sinne des Wortes für immer verändern. Der damals fünf Jahre alte David war auf seinen ersten Zahnarztbesuch gut vorbereitet worden und wollte dem Zahnarzt stolz seine guten, gesunden Zähne zeigen. Der Zahnarzt wies ihn an, sich auf den Stuhl zu setzen, fixierte seine Arme und Beine und befahl ihm, kein Wort mehr zu sagen. Mein Sohn war sehr verängstigt und rief nach mir. Ich ging zu ihm, befreite ihn und rief dann meinen Vater an, erzählte ihm, was passiert war und fragte, was wir tun sollten. Er sagte: »Ruf Kay Thompson an!« Das tat ich. Erfreulicherweise war sie gerade auf dem Weg in die Stadt, in der wir lebten, um auf einer Konferenz zu referieren. Sie sagte, sie wolle sich darum kümmern. Sie bat mich, sie und einige andere zum Abendessen einzuladen. Ich sollte nichts sagen, und ich tat genau, was sie sagte.

Kay kam, begrüßte die anderen Gäste, und setzte sich dann mit David auf den Fußboden. Sie bauten etwas aus seinen Bauklötzen und bewunderten gegenseitig ihre Bauwerke. Kay saß auch beim Abendessen neben David und sprach die meiste Zeit mit ihm. Ein sehr merkwürdiges Abendessen – der »Ehrengast« ignorierte alle außer meinem fünfjährigen Sohn.

Bevor sie sich verabschiedete, nahm sie David auf ihren Schoß. Sie sah ihm in die Augen und sagte in diesem ganz speziellen, nachdrücklichen Ton: »David, weißt du, was ich bin?« Wieder einmal war die Wortwahl ausgesprochen bedeutsam. »Was« klingt seltsam – er weiß, wer: Mamas Freundin; aber »was«? David starrte sie an – offen und bereit für weitere Informationen. Kay fuhr fort: »Ich bin Zahnärztin.« David war verblüfft! Kay sprach weiter mit ihrer eigentlichen Botschaft: »Es gibt männliche und weibliche Zahnärzte. Es gibt gute und schlechte Zahnärzte!« Dann küsste sie ihn auf die Wange, nahm ihn vom Schoß und ging. Ich war genauso verblüfft und sagte kein Wort. Es wurde nie wieder darüber gesprochen.

Fünf Jahre später hatte David heftige Zahnschmerzen und es musste zahnärztlich einiges unternommen werden. Er wollte nie eine Betäubung, er wollte eigentlich immer nur seine Comics lesen. Und das tat er auch. Die Zahnärzte waren sehr zufrieden – ein pflegeleichter Patient, wenn man so will. Einmal sagte ich ihm, dass ich ihn sehr mutig fände, und ich bewunderte ihn dafür, dass er so viele zahnärztliche Eingriffe aushalten konnte, ohne auch nur einen Mucks von sich zu geben. Er schaute mich bloß an und sagte: »Ich habe Glück gehabt, Mama. Ich hatte immer nur gute Zahnärzte.«

Zwanzig Jahre später, nach Kays Tod, schrieb ich diese kleine Geschichte für ein Buch auf, das ihr zu Ehren herausgegeben wurde. Ich beschloss, sie David zu zeigen, er war zu der Zeit um die dreißig Jahre alt. Er las die Geschichte. Dann setzte er sich und las sie noch einmal. Ich beobachtete, wie seine Augen jedes einzelne Wort erfassten. Dann drehte er das Blatt um und legte es auf den Tisch. Er sagte: »Mutter, das ist niemals so passiert.« Er stand auf und verließ den Raum. Ich habe es ihm gegenüber nie wieder angesprochen. Es gibt, wenn man mich fragt, keinen Zweifel an der Wirkung einer Trance, die von einem Meister (bzw. einer Meisterin) auf beiläufige Weise induziert wurde!

IIDas Selbst stärken

Goldrichtig

Ghita Benaguid

Einführung

Selbstzweifel und Insuffizienzgefühle von Frauen: »Bin ich liebenswert, bin ich schön? Bin ich schlank genug?« beziehen sich oft auch auf ihr Äußeres. Ein Vergleich mit anderen Frauen fällt häufig zu ihren Ungunsten aus. Einerseits zum Mainstream gehören zu wollen und gleichzeitig die eigene Individualität zu leben, bindet Ressourcen. Solche Einstellungen sind allein kognitiv nur schwer zu verändern.

Eine konsequent ressourcenaktivierende hypnotherapeutische Haltung lädt ein, sich diesem Thema in Trance zu nähern und eröffnet einen leichteren Zugang zu Selbstannahme und Selbstliebe. Es entlastet, sich seinem inneren intuitiven und unwillkürlichen Erleben zuwenden zu können.

Statt den Selbstwert vor allem über das Außen zu stärken, ist es das Ziel, bei Selbstunsicherheit Vertrauen und Unterstützung im eigenen Inneren zu finden.

Über die Metapher der inneren Schatzkammer, die mit Hochkarätern gefüllt ist, von denen jeder für sich einzigartig und darum besonders wertvoll ist, wird die Frau angeleitet, einen Satz als Schlüssel zu ihrer Schatzkammer zu finden, ihr eigenes »Sesam öffne dich!«.

Induktion

Ich möchte Ihnen vorschlagen, sich erst einmal eine Haltung zu suchen, die Sie äußerlich wie innerlich jederzeit verändern können. In der es gut möglich ist, sich angenehm zu entspannen, vielleicht jetzt schon wahrzunehmen, wie die Füße im Moment Kontakt zum Boden haben, wo der Sessel den Körper berührt … und wo im Körper jetzt spürbar ist, dass Entspannung bereits angefangen hat, sich entwickelt, wie von selbst.

Während Sie mit einem Teil des Bewusstseins natürlich wahrnehmen können, was Sie umgibt im Außen, und Sie gleichzeitig ein Wissen darum in sich tragen, dass die Welt um uns herum sich weiterdreht auf ihre (Ihre) Art. Sodass Sie früher oder später die Augen schließen oder den Blick einfach irgendwo auf einem Punkt ruhen lassen können. Ebenso wie Sie die Lichtverhältnisse und die Dinge um Sie herum vor den inneren Augen sehen können und all das andere im Außen allmählich seinen Platz finden kann.

Und jetzt, wo die äußeren Augen geschlossen sind, können Sie mehr und mehr die inneren Augen für die inneren Bilder öffnen. Um dabei auch wahrzunehmen, was gerade im Außen hörbar ist, meine Stimme, Geräusche oder Klänge, vertraut oder unvertraut. Momente der Stille und gleichzeitig die Freiheit zu spüren, damit den Weg zur eigenen inneren Stimme leichter zugänglich zu machen, um wahrzunehmen, was anklingt … Und währenddessen mehr und mehr auf Ihre ganz spezielle Art Kontakt aufzunehmen, zu dem, was spürbar ist. So wie Sie die Atmung wahrnehmen können, die ganz von selbst von Geburt an in ihrem (Ihrem) ureigensten Rhythmus einströmt und ausströmt. Weil der Atemfluss Sie versorgt mit allem, was Sie brauchen, ohne dass Sie bewusst irgendetwas dafür tun müssen. Die Atmung von Geburt an, im Wachen wie im Schlafen, Sie versorgt mit Nährstoffen und all dem, was Sie brauchen. Einatmen … Ausatmen … und die Atempause … Sich zu erlauben, mit jedem Atemzug ein Stück mehr bei sich anzukommen. Mit jedem Atemzug innerlich ruhiger zu werden … und zugleich auf Ihre ganz eigene Art in eine passende Form von Wohlbefinden zu gehen.

… um vielleicht noch am Rande zu bemerken, wie die Dinge im Außen scheinbar wie von selbst weiter in den Hintergrund treten …

Trance

Und ich möchte Sie einladen, Zugang zu finden zu Ihrem intuitiven Wissen, zu Ihrem Körperwissen, in der Gewissheit, dass es eine Instanz in uns gibt, die manche das Unbewusste nennen, andere die innere Kraft … oder Sie selbst einfach Ihren eigenen Begriff dafür finden …

Was ich meine, ist der Teil des Bewusstseins, der Zugang hat zu allen Ressourcen und Fähigkeiten, zu Informationen, die helfen können, weil sie (Sie) über Erfahrungen verfügen …, über Eindrücke, … über innere Schatzkisten und ein aufrichtiges Erleben, das Sie begleiten kann in Momenten, wo Sie spüren, dass Sie ganz bei sich sind. Und diese tiefe Zutrauen in ein Vertrauen in sich selbst …, sich zu trauen …, sich zu vertrauen.

Vielleicht haben Sie Lust diesem Erleben einfach nachzuspüren … Nachspüren, welche Wahrnehmungen, welche Erlebnisse, welche Gedanken auftauchen, wenn Sie ganz bei sich in einem Zustand von vertrauensvoller Selbstsicherheit sind? Und wie fühlt es sich an, sich selbst sicher zu sein?

… Und immer leichter und leichter dieses innerlich spürbare Wissen zu empfinden, verbunden mit den Erfahrungen besonderer Momente, und dabei eine innere oder äußere Stimme aus vollster Überzeugung sagen zu hören »Doch! … Du kannst dir trauen«. Sich sicher zu fühlen und sich dabei sicher zu sein, dieses Erleben sicherlich mitzubringen, mitzubringen dahin, wo es sicher gut gebraucht wird …

… Und natürlich dabei ganz selbstverständlich das Vertrauen in sich, in die eigene Kraft … und die Freude aus der inneren Ruhe heraus, bei sich ganz sicher zu sein. In diesen besonderen Momenten, wo immer sie (Sie) im Leben auftauchen, im Kontakt mit sich und anderen …, im Alltag …, im Beruf wahrzunehmen und nachzuspüren: »Ja genau, genau so fühlt es sich an, wenn ich mir ganz sicher selbst vertraue.«

Und sich überraschen zu lassen, was auftaucht, wenn Sie an diesen besonderen Zustand denken, sich ganz sicher zu sein. In dem sicheren Wissen: »Ich bin gut, ich bin goldrichtig, so wie ich bin.« Um dieses klare Vertrauen in sich zu spüren … und was es verändert, im inneren Erleben mit den (alten) Wahrnehmungen …, der Atmung …, dem Bauchgefühl. Und auch zu spüren: die genau richtige Spannung, die damit verbunden ist, passend für den Moment der Sicherheit in sich – goldrichtig sein, in der Welt. Und wie erleben Sie diesen Zustand im Sein …, im Tun …, im Kontakt … Wahrnehmen zu können …, auf welchen Sinneskanälen sich das besonders deutlich erleben lässt? Sehen …? Hören …? Fühlen?

Vielleicht gibt es einen Geruch, der mit dieser sich vertrauenden Sicherheit verbunden ist, oder einen Geschmack und was alles zusammen dieses besondere Erleben ausmacht.

In dieser inneren Überzeugung: Ich bringe alles mit, was ich brauche! Es ist alles da! Alles was ich brauche, um mich zu trauen, um mir zu trauen … und das Vertrauen in das Zutrauen, sich zu trauen: in sich selbst zu vertrauen. In dem inneren Erleben der vertrauten Selbstsicherheit. Und wie das eine Lockerheit und Gelassenheit im Hier und Jetzt ermöglicht.

Und vielleicht tauchen Erinnerungen auf an märchenhafte Zeiten, an Schatzhöhlen mit einer lichtdurchfluteten Atmosphäre … Schatzkisten, ein schimmerndes Meer voll goldener und edel funkelnder Hochkaräter, brillant schimmernd, und dieser besondere Schimmer … Jeder Stein, jede Perle und jedes Schmuckstück ein Schatz, ein Unikum, einfach einzigartig … Ganz im Moment zu sein, »goldrichtig«.

… Und die Dinge im Außen sind scheinbar nur noch im Hintergrund, mehr und mehr bei sich selber sicher zu sein. In diesem Selbstvertrauen diese wunderbar stimmigen Sätze zu hören, die einem in Ihrer liebevollen Art besonders ans Herz gehen: »Du bist wunderbar, so wie du bist, du bist wertvoll, einfach einzigartig …«, dabei Ihrer inneren Richtigkeit vertrauend …

Mehr und mehr immer leichter wahrzunehmen: Was brauche ich an innerer Haltung? Was hilft mir an äußerer Haltung? Um immer dann, wenn ich mehr von dieser in mir selbstverständlichen Goldrichtigkeit erleben möchte, dieses Erleben im Innen wie Außen auf wundersame Art einfach annehmen zu können. »Ich bin wertvoll, … ich kann mir trauen …, das ist goldrichtig!«

Und für die eine ist es eine bestimmte Art der Körperhaltung …, sich selbst berühren auf die ganz eigene Art und Weise, und für die andere ist es ein geliebtes Schmuckstück, ein Satz, ein Klang, eine Melodie oder die Wahrnehmung eines bestimmten Geruchs, die es leichter machen, wie von selbst diesen Zustand zu vertiefen. Mehr und mehr ganz selbstverständlich von dieser inneren Stimmigkeit und der Schimmer von Gold. In sich sicher zu sein … und die Sicherheit, das Zutrauen, sich zu trauen, in sich … in sich sicher spüren zu können, in dem Wissen, »es ist alles da!« und dabei den ganz eigenen nur für Sie passenden Satz zu finden oder bereits gefunden zu haben, Ihr »Sesam öffne dich!«.

Exduktion

… und nun die Möglichkeit, einfach solange es guttut in diesem Zustand zu verweilen … und irgendwann selbst zu entscheiden, wann Sie die Sinne wieder bewusst mehr auf das Außen richten, wieder bewusster spüren, wie Sie hier im Raum sind, wie sich der Boden unter den Füßen anfühlt jetzt. Wieder bewusster wahrzunehmen, was Sie im Außen hören …, und einfach abzuwarten, wann die ersten kleinen willkürlichen Bewegungen passieren, sich zu recken und zu strecken, tief durchzuatmen, um dann nach und nach alle Sinne nach außen zu lenken und die Augen erst zu öffnen, wenn Sie wieder ganz im Hier und Jetzt sind.

Die Weisheit des Flusses

Liz Lorenz-Wallacher

Einführung

Diese Trancegeschichte wurde 1995 von mir geschrieben und ist eine der wichtigsten Geschichten in meinem Seminar »Selbsthypnose und Biografiearbeit«.

Ein Teil der Trance basiert auf einer alten Sufi-Geschichte, die ich weiterentwickelt und immer wieder für unterschiedliche Thematiken adaptiert habe.

Induktion

Erlauben Sie sich, einen für Sie angenehmen und bequemen Platz im Raum einzunehmen … Vielleicht möchten Sie lieber sitzen und Ihre Hände bequem auf den Schoß oder die Armlehne Ihres Stuhls (Sessels) legen …

Vielleicht möchten Sie es auch genießen, behaglich auf dem Boden zu liegen … sich vielleicht angenehm in eine Decke einhüllen … Das Wichtigste ist …, dass Sie es sich so bequem wie möglich machen. Vielleicht spüren Sie an manchen Stellen die Berührung mit der Unterlage deutlicher als an anderen Stellen …, vielleicht spüren Sie, wie fest Ihre Füße auf dem Boden stehen … oder …, falls Sie liegen …, wie Ihre Fersen und Waden auf dem Boden aufliegen …

Sie können die Augen offen lassen oder schließen … das ist völlig gleichgültig …, denn Sie können mit offenen oder geschlossenen Augen in eine sehr angenehme wohltuende Trance gelangen …, denn die genau optimale …, für Sie im Moment stimmige Trancetiefe … kann jetzt beginnen, sich ganz von allein einzustellen … Sie können auch einfach abwarten, wann Ihre Augen vielleicht das Bedürfnis haben …, sich ganz von allein zu schließen …, einfach weil es behaglicher ist … und Ihnen erlaubt, die vielleicht jetzt schon beginnende Entspannung noch mehr zu genießen …

Mag sein, dass ab und an … das ein oder andere Geräusch zu hören ist … von draußen auch hier im Raum …, und Sie können sogar jedes Geräusch nutzen …, um behaglich und tief ein- und auszuatmen, um noch tiefer … in einen Trancezustand zu gelangen … Wenn Sie das Bedürfnis haben …, Ihre Körperhaltung zu verändern, … so können Sie das einfach tun … und wahrscheinlich spüren …, wie es Ihnen dann noch leichter fällt …, in diesen heilsamen, wohltuenden, erholsamen Trancezustand zu gelangen … und dabei … die genau für Sie passende Trancetiefe zu erleben …, die der Weisheit Ihres Unbewussten erlaubt …, diese Tranceerfahrung optimal für Sie zu nutzen …

Trance

… und vielleicht möchten Sie der Einladung folgen, dieser Geschichte zuzuhören …, dieser uralten Geschichte von einem geheimnisvollen Fluss …, der in einem fernen Land … in einem mächtigen Gebirge entspringt …

Sie können zuhören oder nicht, denn Ihr Unbewusstes kann zuhören …, auch dann …, wenn Ihr wachbewusster Verstand nicht zuhört …, und das für Sie auswählen und nutzbar machen …, was besonders hilfreich für Sie ist …

In diesem mächtigen Gebirge … so heißt es in den alten Überlieferungen … stehen direkt nebeneinander … zwei außergewöhnliche Berge … Anstatt zweier Gipfel, so erzählt man sich, … hätten diese beiden Berge zwei große flache Felsschalen gebildet, in denen sie das Wasser des Himmels sammelten … Und eines Tages …, nachdem die beiden Seen immer reichlich gefüllt waren …, hätten die beiden Berge beschlossen …, diesen Reichtum zu teilen …

Am Rand der Felsschalen … öffneten sie jeweils eine kleine Spalte … und ließen dort immer einen kleinen Teil des Wassers überfließen …

In zwei kleinen Rinnsalen … floss das Wasser nun die Felsen hinunter … und als beide Rinnsale am Fuß der Berge zusammentrafen …, vereinigten sie sich zu einem kleinen Bach …, der nun … dem natürlichen Gefälle folgend … seinen Weg ins Tal suchte, … zunächst noch durch Geröll- und Felslandschaften …, schließlich aber auch durch wunderschöne Bergwälder und Wiesen … Und wie Bäche so sind …, sie finden immer ihren Weg … Sie umfließen Hindernisse mit Leichtigkeit … und genießen ihre strömende Lebendigkeit … Eines Morgens schließlich … sah unser Bach in der glitzernden Morgensonne … die weite Landschaft am Fuß der Berge vor sich …, noch nie hatte er diese gesehen …, und voll Wonne genoss er es …, dort hineinzuströmen … und nun ruhiger und gemächlicher fließen zu können …, sich dabei in schwingenden, lebendigen Kurven zu bewegen …, denn in der Natur gibt es keine geraden Linien … Nach einer geraumen Zeit war aus dem Bach … ein schöner, breiter Fluss geworden …, der mit Neugier die unterschiedlichsten Landschaften … entdeckte … Mal floss er durch Wiesen, Felder … und vorbei an Hügeln …, er entdeckte unterschiedliche Tiere und Menschen an seinen Ufern …, durchquerte auf seinem Weg Dörfer und große Städte …, deren geschäftiges Treiben er mit Staunen beobachtete …

Die Menschen liebten es …, sich mit ihren Booten und Schiffen von ihm tragen zu lassen …, und der Fluss liebte es …, dabei seine große Kraft und Beweglichkeit zu spüren.

Manchmal saßen Menschen auch an seinem Ufer …, sie erzählten ihm aus ihrem Leben … von ihren Sorgen …, ihren Sehnsüchten und Freuden … Der Fluss hatte häufig Antworten für sie …, aber die Menschen konnten ihn nicht hören … Wenn sie aber gingen …, fühlten sie sich oft auf eigenartige Weise beruhigt, getröstet … und manchmal hatten sie sogar das Gefühl, dass ihnen … am Ufer des Flusses … plötzlich eine gute Idee … oder die Lösung eines Problems eingefallen war.

Der Fluss hatte im Lauf der Zeit … auch die verschiedenen Jahreszeiten erlebt …, er lächelte in sich hinein …, wenn er sich an den ersten Winter erinnerte …, den er erlebte …, das Entsetzen …, wie sein Wasser an der Oberfläche … bei den ersten starken Nachtfrösten … plötzlich zu Eis erstarrte … und wie er dann entdeckte …, dass er unter der Eisschicht … in seinen tieferen Schichten einfach weiterströmen konnte … Immer wieder hatte er sich gesagt: »Hab Geduld …, behalte deine Zuversicht … Es wird bestimmt auch wieder besser werden … eines Tages …«

Am liebsten erinnerte er sich aber … an das unbeschreibliche Glück …, als er nach dem ersten langen Winter … plötzlich spürte …, wie die Eisdecke langsam dünner und brüchiger wurde … und die ersten warmen Sonnenstrahlen des Frühlings … die Starre auflösten …, wie das Eis schließlich so dünn wurde …, dass er es … mit Leichtigkeit durchbrechen … und sich aus der Starre befreien konnte, … und dann dieses unbändige Gefühl der Freude und des Übermuts …, mit dem er sich damals über seine Ufer in die Wiesen hinein ausbreitete …, wie er dieses Glück genießen konnte …, sich wieder frei zu bewegen …, und danach wieder … in seinem Flussbett weiterströmte. Diese Gedanken zauberten dem Fluss ein Lächeln auf seine sanft gekräuselte Oberfläche …

Nachdem er dies nun schon viele Jahre erlebt hatte …, durch die verschiedensten Landschaften geflossen war …, den Wechsel der Jahreszeiten erlebt hatte … und all ihre Besonderheiten kannte …, da glaubte der Fluss …, dass es für ihn nicht mehr viel Neues zu lernen gäbe … und … dass er nun doch schon ein sehr erfahrener, weiser Fluss sei.

Eines Tages jedoch passierte etwas völlig Unerwartetes … er gelangte in eine Landschaft …, die er noch nie zuvor gesehen hatte … Wohin das Auge blickte … nur unendliche Weite aus trockenem Sand und Dünen … Der Fluss war in eine Wüste geflossen …

Der Fluss versuchte nun einfach weiterzufließen …, doch sein Wasser … versackte einfach im Sand … und so sehr er sich auch anstrengte, … er kam nicht voran … Bald schon war er völlig erschöpft … von dem vergeblichen Versuch … weiterzufließen …, da hörte er plötzlich ein lautes, etwas spöttisches Lachen über sich … Es war die Stimme des Wüstenwindes … und er sprach: »Ich beobachte dich schon eine ganze Weile … und ich sage dir … So kommst du nicht weiter … Du kannst nicht weiterfließen … Du musst dich verändern!« – »Wie soll ich mich verändern?« fragte der Fluss … »Ich muss fließen …, das ist meine Natur …, ich kann mich nicht ändern …« Da lachte die Stimme wieder und sagte: »Nun, wenn du dich nicht veränderst …, wirst du bald ein altes, brackiges Wasserloch sein …, also entscheide dich … Du musst dich verändern … und ich kann dir dabei helfen …, aber du musst mich darum bitten.« … In seiner Not und Verzweiflung bat der Fluss nun den Wüstenwind …, ihm zu helfen …

Da blies der Wüstenwind … mit seinem heißen Atem über den Fluss … und verdampfte ihn zu einer großen, schwarzen Regenwolke, die sich in die Luft erhob …, und auf seinen großen, starken Schwingen … trug der Wüstenwind … den Fluss über die Wüste …

Mit der Zeit entspannte der Fluss sich und begann …, diese Leichtigkeit … zu genießen, und er staunte über den … Weitblick und den … Überblick …, über die ganze Landschaft ringsum …, eine ganz neue Perspektive …, so wie er sie noch nie gesehen hatte … Er schaute auch weit nach vorn … und war da nicht ein zarter grüner Streif in der Ferne am Horizont …, der rasch näher zu kommen schien? … Und war dahinter … in der Ferne … nicht auch ein … großes weites Blau … bis zum Horizont? … Neugierig richtete er seinen Blick nun auch nach hinten … und zu seinem Erstaunen schien ihm …, dass in der Ferne … ganz schemenhaft … ein großes Gebirge zu erkennen sei …, und waren da nicht auch zwei seltsam geformte Berge? … In diesem Moment … tauchten Erinnerungen auf, … ein vages, glückliches Gefühl …, das er kannte … War er nicht schon einmal … als Wassertropfen durch die Luft getragen worden, … sanft aufgefangen in einem kristallklaren See?

Der grüne Streif … war bald als großer Wald zu erkennen, und … als sie dort ankamen …, ließ der Wüstenwind … die Wolke … sanft über dem Wald abregnen … Der Fluss sammelte sein Wasser in einem neuen Flussbett … und machte sich bereit weiterzuströmen … Er bedankte sich beim Wüstenwind für seine Hilfe … und für die reichen neuen Erfahrungen …, die ihn … ein für alle Mal … verändert hatten …, und doch war er auch er selbst geblieben …

»Ja, so ist es immer«, sagte der Wüstenwind, »ich kenne das schon seit uralten Zeiten …, die Wüste verändert jeden … so oder so …« Er lachte noch mal sein donnerndes Lachen … und brauste davon.

Schon bald darauf begannen die Menschen, sich wunderbare Geschichten über den Fluss zu erzählen. Immer öfter geschah es, dass sie hören konnten, was der Fluss ihnen antwortete, wenn sie wieder an seinem Ufer saßen und ihm ihre Fragen, Sehnsüchte und Sorgen erzählten … »Wenn du ganz still wirst«, so erzählten sie einander … »dann kannst du … tief in deinem Inneren … seine Antworten voller Weisheit … hören.«

Der Fluss aber hatte Sehnsucht … nach dem weiten Blau … Er wusste …, dass er über der Wüste den Ozean gesehen hatte …, und dorthin wollte er nun fließen … zum Meer …, der Heimat aller Flüsse dieser Welt.

Exduktion

Und ich werde nun eine Weile … nichts sagen …, sodass Sie die Trance in dieser Zeit einfach noch eine Weile … ganz für sich genießen können … (Pause von ca. zwei Minuten)

Und wenn Sie schließlich bereit sind …, sich wieder zu reorientieren …, dann können Sie das … auf die Ihnen vertraute Art und Weise tun … oder indem Sie einfach langsam … von zehn rückwärts bis eins zählen … und bei jeder Zahl rückwärts … ein klein wenig wacher werden …, und spätestens, wenn Sie bei eins angekommen sein werden …, werden Sie wieder ganz hellwach sein von Kopf bis Fuß … und die Augen öffnen …, sich ein wenig strecken und dehnen … und sich dann sehr erholt und erfrischt und hellwach fühlen.

Der Lebensbogen

Hanne Seemann2

Einführung

Die Metapher vom »Lebensbogen« ins therapeutische Spiel zu bringen, empfiehlt sich vor allem bei Patientinnen in der Lebensmitte und darüber hinaus. Oft haben psychische Probleme, insbesondere psychosomatische Störungen und Schmerzen, im Alter von 45 bis 50 angefangen oder haben sich in dieser Zeit erheblich verschlechtert, sodass die Betroffenen um Rat nachsuchen. Oft sind sie mit ihren Problemen schon eine ganze Weile in der therapeutischen Landschaft unterwegs und die Störung ist bereits chronisch geworden und hat sich von der Symptomatik her ausgebreitet. Die Symptome blockieren typischerweise das Voranschreiten in die Zukunft, besonders auffällig der Burn-out, Rückenschmerzen, Fibromyalgie, Panik- und Angststörungen. Und das in einem Lebensalter, wo die Frauen schon viel geleistet haben, sich »eigentlich« noch vital fühlen und noch einiges vorhaben – es geht aber nicht! Alles stagniert, ist mühsam und oft auch schmerzhaft, die Frauen sind verzweifelt und sagen: Wenn ich wieder gesund bin, habe ich noch dies und das vor. Oder aber, sie stecken fest und sind hauptsächlich mit den verschiedenen Therapien für ihre Beschwerden beschäftigt. Sehr oft trifft es Frauen, die vorher sehr aktiv, kompetent und erfolgreich waren und gerne gerade so weitergemacht hätten.

Der psychosomatische Hintergrund dieser Entwicklung ist Folgender: Es gibt in jedem Menschen eine Instanz – nennen wir sie Seele oder Unbewusstes –, die weiß: Das Leben soll rund werden, sich vervollständigen und bisherige Einseitigkeiten müssen nun ausgeglichen werden: Das bisher ungelebte Leben will hervortreten. Es drängt. Aber eben berufstechnisch zur Unzeit – und es lässt sich nur sehr schwer bis nach der Berentung vertrösten.

Hier hilft es zu sagen: Dazu erzähle ich Ihnen erst mal eine Geschichte und dann bereden wir, wie es ab jetzt weitergehen könnte.

Die Geschichte vom Lebensbogen kann einfach erzählt werden – allerdings sehr langsam! –, wobei die Patientinnen meistens ohne formelle Induktion in Trance gehen.

Trance: Die Geschichte vom Lebensbogen

Ich denke oft: Das Leben ist wie ein Regenbogen.

Manchmal ist der Regenbogen, den man da am Himmel sieht, brillant und farbig … wie das Leben in seiner Fülle. Und manchmal ist er ganz durchsichtig und fadenscheinig, sodass man ihn kaum erkennen kann, … wie das eigene Leben, wenn es einem durch die Finger rinnt.

Kennen Sie das kürzeste Märchen der Gebrüder Grimm?

Da sieht ein Mädchen am Himmel einen schönen Regenbogen und ruft dem alten Mann, der da auf einer Bank sitzt, zu: »Schau mal, ein Regenbogen!«

Und der Alte, das Kinn auf seinen Stock gestützt, sagt: »Ja, mein Kind … Wenn du an das Ende des Regenbogens kommst, findest du einen Schatz!«

Und das Mädchen macht sich auf den Weg.

Früher fand ich den alten Mann infam: Jeder weiß, dass man das Ende eines Regenbogens nicht finden kann!

Bis ich selbst älter wurde und mir die Weisheit dieser Geschichte aufging:

Es ist die Metapher vom Lebensbogen.

Wir leben in der Zeit … Das Auftauchen eines neuen Menschen in der äußeren Welt durchschneidet den Zeitpfeil … Immer wenn ein Kind geboren wird, ist das der Anfang eines Lebensbogens und ein Schatz, den das Kind findet, ohne es zu wissen.

Ebenso wenn wir sterben, … dann durchschneiden wir den Zeitpfeil wieder, und welchen Schatz wir dann finden werden, wissen wir auch nicht.

Dass Regenbögen, wenn wir sie vom Flugzeug aus sehen, rund und immer brillant sind … und dass das auch für Lebensbögen gilt, wenn man sie aus platonischer Sicht betrachtet, das wäre zu bedenken.

(Wenn die Patientin die Augen offen hat, kann man nun mit der Hand Bögen von links nach rechts in die Luft zu zeichnen, ebenso den Zeitpfeil als Grundlinie, aus dem der Bogen auf- und wieder absteigt.)

Jeder Mensch hat einen ganzen Bogen: … Wenn Kinder früh sterben, haben sie einen kleinen Bogen, … Menschen, die alt werden, einen großen.

Wo genau man sich auf seinem eigenen Bogen gerade befindet, weiß man nicht, außer man ist schon alt. Dann weiß man, dass der Bogen sich schon lang geneigt hat und auf sein Ende zuläuft.

Bei Ihnen (womit die Patientin angesprochen wird) denke ich (je nachdem wie alt sie ist), dass Sie schon ein kleines (oder ein ganzes) Stück über das Hochplateau Ihres Lebens hinweg sind.

Man kann also sagen: Ab jetzt geht es nur noch bergab

(Pause, damit die Patientin Zeit hat, zu seufzen)

und das ist gut so und sehr angenehm.

Erstens geht man bergabwärts langsamer, das schont die Knie, und zweitens hat man dabei einen weiten Blick auf die Landschaft ringsum, die da vor einem ausgebreitet liegt.

Wenn Sie so auf Ihre Zukunft schauen, merken Sie, dass Sie in viele verschiedene Richtungen gehen und ganz verschiedene Wege wählen können …, wenn Sie wollen.

Die Frage, die sich viele in der Mitte ihres Lebens stellen: »War das jetzt schon alles? Kommt noch was?«, rührt daher, dass sie glauben, es gehe gerade so weiter wie bisher.

Und das ist ein schwerer Denkfehler! … Weiter so wie bisher hat ja gerade dazu geführt, dass es überhaupt nicht weitergeht … Daher kommen die Blockaden und Stillstände und all die Beschwerden, die das Weitergehen verhindern.

Nun ist etwas anderes dran …, nämlich das Gegenteil, das die erste Bogenhälfte ergänzt.

Es ist ja jedem Bergsteiger klar: Der Aufstieg erfordert eine besondere Gangart: zielorientiert, planvoll, trittsicher, aufmerksam, um nicht abzustürzen … Hindernisse überwinden oder umgehen …, nach oben orientiert …, sich anstrengen, durchhalten, etwas erschaffen und Verpflichtungen einhalten.

Dann, in der Lebensmitte, kommt man auf dem Hochplateau des eigenen Lebensbogens an …, und hier hat man zum ersten Mal richtig freie Sicht in alle Richtungen.

Nun kann man, und sollte vielleicht auch, zum ersten Mal zurückschauen: … auf die Anfänge …, woher man gekommen ist …, welchen Weg man zurückgelegt hat …, und sollte sich selbst auf die Schulter klopfen: Ich bin noch am Leben und manches habe ich sogar gut gemacht!

Die Erträge können nun besichtigt werden.

Da braucht man vermutlich auch einigen Humor und Fehlerfreundlichkeit und Nachsicht mit sich selbst und ein paar anderen Leuten.

Diese Rückwendung in die Vergangenheit kann man sich leisten, denn von nun an wendet sich der Mensch herum und geht mutig über die Horizontalkurve in Richtung seiner Zukunft …, wobei ihm sehr bald der Blick zurück nicht mehr gelingt. Die Vergangenheit verschwindet auf der Rückseite des Berges …, aber sie gehört zu einem vollständigen Lebensbogen dazu und wird geehrt und geachtet und so ganz nebenbei auch mitgenommen.

Nun aber wieder zum freien Blick den Berg hinab, wo die weite Landschaft vor einem liegt mit all ihren Wegen und Pfaden und Wassern, die genau wie der Wanderer abwärts fließen.

An ihnen kann sich der Mensch ein Beispiel nehmen: Sie mäandern hierhin und dahin, bleiben eine Weile stehen, füllen einen Teich oder See und fließen weiter hinunter in den Fluss und später in das Meer.

Dort ist die Wanderung zu ihrem Ende gekommen … und nun verstehen Sie, warum ich Ihnen empfehle, langsam zu gehen und immer mal zu verweilen.

Kurz und gut: In der jetzt beginnenden Zukunft ist was anderes dran als bisher. Es geht darum, zu sich zu kommen und das eigene Sein zu spüren, zufrieden zu werden und am Ende auf ein vollständiges Leben zu schauen.

Exduktion

Nach dieser langen Geschichte, die auch noch langsam erzählt werden muss, können sich der Therapeut und seine Patientin den unerfüllten Träumen, Wünschen und Lebenslandschaften zuwenden. Dabei ist es wichtig, in imaginären Räumen zu bleiben und die Patientin nicht in die konkrete Realität entwischen zu lassen – außer sie sagt: »Also gut, ich werde mal sehen, ob ich mir nicht doch das Häuschen auf Borkum kaufe, um das ich schon so lang herumgeschlichen bin.«

2In leicht modifizierter Form zuerst erschienen in: Seemann 2018.

»Gut versorgt!« – Der Gang durch die inneren Räume

Elvira Muffler

Einführung

In Psychotherapie und Beratung begegnen wir so oft den Frauen, die erschöpft sind, die nicht aufhören können zu leisten oder zu kämpfen, die aber spüren, dass die Kraft nicht länger reicht. Frauen, deren Aufmerksamkeit mehr bei anderen als bei ihnen selbst ist, die sich wenig zutrauen, streng und oft abwertend mit sich umgehen, die sich oft selbst nicht wirklich für liebenswert halten. Frauen, die sich kaum trauen, ihre Wünsche wahrzunehmen, und wenn doch, diese schnell wieder abwehren, die darauf warten, dass ihre Partner, Kinder, Freundinnen oder Arbeitgeber gut zu ihnen sind und sie endlich besser versorgen. Immer wieder sind sie enttäuscht, wenn ihre Bedürfnisse nicht wahrgenommen und erfüllt werden.

Gleichzeitig gibt es eine große Ratlosigkeit, wie das gehen sollte, sich selbst besser zu versorgen, und manchmal gibt es sogar ein internes Verbot, dies zu tun. Gerne zitiere ich einen Satz, den ich selbst in meiner Ausbildung vor vielen Jahren von Hanne Seemann gehört habe: »Das Gegenteil von Tun ist nicht Nichtstun, das Gegenteil von Tun ist Sein.« Und ich frage meine Klientinnen, was sie davon halten. Häufig kommt darauf eine Reaktion wie: »Klingt gut! Aber wie geht das?!«

Diese Frauen brauchen eine Ermutigung, sich selbst gut versorgen zu können und sich selbst dafür die Erlaubnis zu geben, damit sie überhaupt auf die Suche gehen, was sie brauchen könnten. Ich unterstütze sie sehr gerne dabei, die Gestaltung ihres Lebens zu wagen, die Gestaltungsspielräume in ihrem Leben zu erkennen und diese auszufüllen und sich selbst mit den dazugehörenden Ecken und Kanten anzunehmen. Die Entdeckung der persönlichen Potenziale und die Lust an der Autonomie führen oft zu erstaunlichen Entwicklungen. Die folgende Trance verstehe ich (neben Aspekten des Pacing und diversen Reframings) im Sinne eines »Seeding«, in dessen Folge sich herausstellen wird, welche Aspekte für die Klientin besonders interessant, wirksam oder hilfreich sind, womit sie sich im Nachklang beschäftigen wird. Diese würde ich dann in den Folgeterminen aufgreifen und vertiefen.

Induktion

Machen Sie es sich bequem, … so wie Sie am besten sein … und die Aufmerksamkeit zu sich selbst nach innen richten können. Wenn Sie wollen, hören Sie mir ruhig zu, … wenn es für Sie angenehmer ist, … Ihren eigenen Gedanken, Bildern, … Worten zu folgen, … dann tun Sie ruhig das … So wie es für Sie jetzt gut und richtig ist. Und vielleicht ist es Ihnen auch angenehm, beides zugleich zu tun.

So viel Aufmerksamkeit bei anderen, … Tag für Tag, … bei denen, die Sie lieben und die Sie mögen, … aber auch bei all denen, die Ihnen gar nicht so wichtig sind …, und dann noch die ganz anderen … egal! … Jetzt ist die Zeit, … die Sie sich für sich selbst nehmen … So viel zu tun, … Zeit, sich zu lassen, … alles darf sein, wie es ist, … jetzt, … in dieser Zeit … und in diesem Raum …, die ganz Ihnen gehören …

Trance

»In den alten Zeiten, wo das Wünschen noch geholfen hat …«, ist der Beginn des ersten Satzes im ersten Märchen der Gebrüder Grimm … Ein wirklich wundersamer, ein magischer Satz … Erinnern Sie sich ruhig daran, wie es war … und wo es war …, als Sie das so genau wussten …, und wenn Sie wollen, nehmen Sie diesen Satz ruhig mit. … Wer weiß, … wofür Sie ihn vielleicht gut gebrauchen können …

Und vielleicht merken Sie schon jetzt: … Ihr Atem wird ruhiger … und tiefer … Ihr Atem, … der Sie jeden Tag … und jede Nacht genau so versorgt, wie Sie es grade brauchen …, ganz von selbst, … ganz eigenständig … immer gut versorgt … mit genau der richtigen Menge Sauerstoff, die Sie brauchen, … und genau der richtigen Menge Kohlendioxid, die Sie ausatmen …, weil Sie es nicht brauchen können … Wenn Sie wollen, … stellen Sie sich ruhig vor, wie Sie beim Einatmen … zusammen mit dem Sauerstoff … all das aufnehmen, was Sie brauchen, … und beim Ausatmen … zusammen mit dem Kohlendioxid … das hergeben, was Sie nicht brauchen … Gut versorgt, … mit jedem Atemzug gut versorgt … aus sich selbst heraus … immerzu …. Tag für Tag … Woche für Woche … Monat für Monat … Jahr für Jahr … immer schon … und jederzeit … Und Sie spüren: … die Ruhe wird mehr … Mehr und mehr Ruhe finden, denn: … die Ruhe liegt ja in Ihnen … Sie brauchen nur den Weg zu finden …, den Weg in Ihnen … zu dem Raum, …in dem die Ruhe wohnt, und … Kraft schöpfen, denn … die wohnt ja gleich im Raum nebenan, … dort, … wo die Ruhe wohnt …

Machen Sie sich ruhig auf den Weg, … wenn Sie Lust haben …, auf den Weg durch Ihre inneren Räume, … und stöbern Sie ruhig ein wenig herum und: … lassen Sie sich überraschen, … welche Schätze Sie in sich tragen! … Es ist ja alles da … Immer schon ist alles da, was Sie brauchen … Gut, sich zu erinnern, … alles, was ich brauche, ist ja da! … Nehmen Sie ruhig mit, was Sie brauchen … und was Sie nicht mehr brauchen, … laden Sie es irgendwo ab … Das räumt sich dann irgendwo hin … ganz von selbst …

Altbekannte Räume, … neue Räume, … fast vergessene Räume, … alles ist da! Wenn Räume sich schließen, … andere sich öffnen … kleine Räume … große Räume … Säle und Kammern … Vorräume und Nebenräume … Hinterzimmer … Innenräume und Außenräume … und natürlich auch die Zwischenräume … Manche heller …, manche dunkler …, manche chaotisch und … manche geordnet und klar … manche voller …, manche leerer … Gut versorgt … aus sich selbst heraus … aus den Schätzen der inneren Räume … Greifen Sie ruhig zu! … Es ist genug von allem da …

Manche haben Schatzkisten, … manche, wie z. B. Königinnen, haben Schatzkammern, … aber Sie haben so viele Räume … voller Schätze … Es ist ganz leicht und einfach, … Sie brauchen nur … sich zu sich selbst nach innen wenden, … sich Zeit nehmen für sich, … durch die inneren Räume schlendern und wissen: … alles ist da! Alles, was ich brauche, ist da!

Und in manchen dieser Räume wohnen auch die Anteile von Ihnen, die Sie selbst … und die Ihre Persönlichkeit ausmachen … Besuchen Sie sie ruhig alle! … Eine nach der anderen … die Schöne … die Starke … die Kluge … und auch die, die gar nicht so viel wissen will … die Tatkräftige … ja, und natürlich auch die Faule! … Die weiß, wie man sich auch mal in Ruhe lassen kann … die Disziplinierte … genauso wie die, die einfach mal alles lassen kann … die Humorvolle und die Alberne … genauso wie die, die keinen Spaß verträgt … die Traurige … die Schüchterne … und die Draufgängerin … die Schusslige … und die Patente … die Verlässliche … und vielleicht auch die Untreue … die Zugewandte … und die Selbstverliebte … die Kämpferin … und auch die Friedfertige … die, die sich durchsetzen kann … die, für die es keine Rolle spielt, … was andere denken, … die, die es allen recht machen will …, und all die anderen auch …, alle sind sie da … Sie brauchen sie bloß zu besuchen … Sie wissen genau, dass … jede ihre Berechtigung hat …, dass jede Ihre Zustimmung braucht, … weil … jede Teil von Ihnen ist …, begrüßen Sie sie ruhig alle …, versichern Sie jeder, dass … sie ihren sicheren Raum in Ihnen hat, … und seien Sie gewiss: … Sieentscheiden, … wann welche die Oberhand hat …, unterstützt von all den anderen … Die wissen, dass auch sie die Oberhand und die Unterstützung der anderen haben, … wenn sie dran sind … So gut versorgt … mit all diesen Teilen …, mit diesem starken Team …, alle sind sie für Sie da. … Und wer weiß, … wann man welche brauchen wird …

Manche vertrauter … und andere weniger …, manche sind fast noch Unbekannte! … Manche sind wie Mauerblümchen …, deren Schönheit und Anmut erst dann zu sehen ist, … wenn man sie (Sie) erkennt, … sich ihnen (Ihnen) zuwendet … Sie alle sind da, wenn Sie sie brauchen … Sie entscheiden, … wie viel Raum jede bekommt …, wann sie die Oberhand hat … Sie brauchen sich nur zu erinnern, … sich Zeit nehmen, … nach innen wenden …, durch die Räume schlendern … und die besuchen, die Sie brauchen, … das mitnehmen, … aus Ihren inneren Räumen …, was Sie brauchen, … von dort, wo es zu finden ist …

Frieden, … Freude, … Schalk und Übermut, … manchmal vielleicht auch die Kraft und die Lust zum Kämpfen, … manchmal neugierig, … manchmal vorsichtig, … manchmal in Beziehung zu anderen … und manchmal in Beziehung zu sich selbst … und manchmal auch beides zugleich. … Mal mehr von diesem … und mal mehr von jenem, … so, wie Sie es gerade brauchen.

Manche Menschen wissen ganz genau, … es ist ja keine Kunst, die schönen Seiten an sich zu lieben, … die, mit denen man sich gerne zeigt, … mit denen man glänzen kann … sie (Sie) wissen, … die Kunst der Liebe entsteht ja da, wo sie (Sie) auch die nicht perfekten Seiten, … die Unzulänglichkeiten …, die Wunden …, das Unfertige, … ja auch die Abgründe … mit liebevollem Blick betrachten …, milde … fürsorglich …, sie annehmen … und mögen. … Denn sie sind ja ein Teil von ihnen (Ihnen) … Und dann fällt es auch dem anderen leichter …, diese Seiten anzunehmen … sie (Sie) zu lieben. … Denn da entsteht sie, … die wahre Qualität der Liebe … Aber vielleicht ist das ja manchmal auch ganz anders …

Ganz in Ruhe … schlendern und stöbern, … genau wahrnehmen, was da ist, … mitnehmen, was Sie brauchen, … besuchen, wen Sie wollen, … sich überraschen lassen … und spüren: … alles, was Sie brauchen, ist da!

Vielleicht erscheint Ihnen im Rückblick auf Ihr bisheriges Leben … vom einen zu viel …, vom anderen zu wenig, … vielleicht gelingt es Ihnen jetzt …, milde und wohlwollend mit sich selbst … zu erkennen: … Sie haben das jeweils Beste gemacht, was zu jenem Zeitpunkt eben möglich war. … Verzeihlich mit sich selbst im Rückblick … und fürsorglich mit sich selbst im Jetzt: … versorgen Sie sich mit dem, was Sie brauchen, … was zu viel ist, wird weniger, … und was fehlt, kann dazukommen, … kann mehr werden. … Gut versorgt das Leben gestalten, … Ihre ganz eigenen Gestaltungsräume erkennen, … sie akzeptieren und ausfüllen. Immer wieder: Gestaltungsräume erkennen, … Gestaltungsräume akzeptieren … und Gestaltungsräume ausfüllen. … Es ist ja alles da.

Und dann gibt es diese andere Geschichte der Gebrüder Grimm3, die so tröstlich endet: »… da fielen auf einmal die Sterne vom Himmel und waren lauter blanke Taler. … Und ob es gleich sein Hemdlein weggegeben hatte, so hatte es ein neues an. … Und das war vom allerfeinsten Linnen. … Da sammelte es sich die Taler hinein … und war reich für sein Lebtag.

Exduktion

Nehmen Sie sich dann die Zeit, die Ihnen genau richtig erscheint, um sich von Ihrem Gang durch die inneren Räume langsam für jetzt zu verabschieden. … Nehmen Sie ruhig zwei, drei tiefe Atemzüge, um alles, was Sie an Hilfreichem gefunden haben, fest und sicher in sich zu verankern …, damit Sie dieses Gefühl jederzeit mit zwei, drei tiefen Atemzügen wiederholen können. … Sich verabschieden, jetzt, wohl wissend, dass Sie jederzeit an diesen Ort in sich zurückkehren können, … jederzeit auf einen Gang durch die inneren Räume gehen können, … wann immer Sie wollen, um sich gut zu versorgen. Und wenden Sie dann in Ihrer Zeit und auf Ihre Weise Ihre Aufmerksamkeit wieder von innen nach außen in diesen Raum, wo Sie in diesem Sessel sitzen. Und wenn Sie wollen und es Ihnen angenehm ist, können Sie sich ruhig ein bisschen recken und strecken oder auch gähnen, bevor Sie dann die Augen wieder öffnen.

3Siehe Grimm u. Grimm 1984, Bd. 3, S. 76.

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232 стр. 4 иллюстрации
ISBN:
9783849781798
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