Читать книгу: «Wasser hilft»
F. Batmanghelidj
Wasser hilft
Allergien – Asthma – Lupus
Ein Erfahrungsbuch

VAK Verlags GmbH
Titel der amerikanischen Originalausgabe:
Inhalt
Vorwort
1 Nie wieder Asthma
Anzeichen für Wassermangel im Körper
Hilfeschreie des Körpers nach Wasser
Das »Wassermangel-Management« des Körpers
2 Asthma und Allergien
Der Atemvorgang
Husten
3 Säure-Basen-Gleichgewicht und Asthma
4 Fragen und Antworten zu Asthma und Allergien
5 Erfahrungsberichte: Wie Wassertrinken Asthma und Allergien linderte
6 Lupus
Was ist Lupus?
Lupus: Überlebensstrategie eines ausgetrockneten Körpers
Dehydration und das Zusammenspiel von Geist, Körper und Immunsystem
7 Soforthilfe für Ertrunkene und Erstickende
Was Sie über Ersticken wissen sollten
Selbsthilfe bei drohendem Ersticken
8 Ernährung bei Asthma, Allergien und Lupus
Mineralien
Salz
Eiweiß (Proteine)
Eier
Milchprodukte
Fette
Obst, Gemüse und Sonnenlicht
Körperliche Bewegung
9 Die Qualität des Trinkwassers
Schlusswort
Anhang Wissenschaftliche Erklärung des medizinischen Wertes von Wasser zur Behandlung von Asthma, Allergien und Lupus
Über den Autor
Vorbemerkung des Verlags
Die in diesem Buch vorgestellten Informationen und Empfehlungen zur Versorgung des Körpers mit Wasser beruhen auf persönlichen Erfahrungen und auf umfangreichen Untersuchungen des Autors zum Thema.
Der Autor erteilt hier keine individuellen medizinischen Ratschläge, er empfiehlt keine Medikamente und fordert nicht dazu auf, verordnete Medikamente gegen den Rat des behandelnden Arztes abzusetzen – weder direkt noch indirekt. Die Absicht des Autors besteht einzig darin, auf der Grundlage der neuesten Erkenntnisse der Mikroanatomie und der molekularen Physiologie über die Bedeutung des Wassers für die Gesundheit aufzuklären. Er möchte seinen Beitrag dazu leisten, dass die Öffentlichkeit über die gesundheitsschädlichen Wirkungen der chronischen Austrocknung informiert wird.
Dieses Buch ist kein Ersatz für fundierte medizinische Beratung durch einen Arzt. Es ist im Gegenteil sehr erwünscht, dass man mit seinem Arzt über die Aussagen des Buches spricht. Wer die hier gegebenen Empfehlungen anwendet, tut dies in eigener Verantwortung. Man sollte sich dabei genau an die Anweisungen halten. Ernstlich erkrankte Menschen mit einer längeren Krankengeschichte und Patienten in ärztlicher Behandlung, besonders solche mit schweren Nierenerkrankungen, sollten die hier angebotenen Informationen nur unter Aufsicht ihres Arztes anwenden. Verlag und Autor können für die Anwendung der in diesem Buch beschriebenen Verfahrensweisen und Empfehlungen keine Garantie und keine Haftung übernehmen.
In Erfahrungsberichten amerikanischer Patienten werden zuweilen Namen von Medikamenten erwähnt; die amerikanischen Bezeichnungen wurden beibehalten, da es im Zusammenhang mit der „Wasserkur“ kaum von Bedeutung ist, welche Medikamente es genau waren, die den Betroffenen nicht geholfen haben.
Neben dem vorliegenden gibt es fünf weitere Bücher von Dr. Batmanghelidj über die gesundheitliche Bedeutsamkeit des Wassertrinkens:
– Wasser – die gesunde Lösung
– Die Wasserkur bei Übergewicht, Depression und Krebs
– Sie sind nicht krank, Sie sind durstig!
– Wassertrinken wirkt Wunder
– Wasser hilft
Jedes dieser Bücher steht für sich selbst und kann ohne Kenntnis der anderen gelesen werden. Sie haben unterschiedliche Schwerpunkte, kreisen aber alle um das gleiche Thema. Leserinnen und Lesern der anderen Bücher von Dr. Batmanghelidj wird daher einiges Bekannte begegnen, da die grundsätzlichen Aussagen zur Wichtigkeit des Wassertrinkens natürlich gleich bleiben. Das vorliegende Buch ist für Leser geschrieben, die von den im Titel genannten Themen betroffen sind.
Weitere Informationen und Erfahrungsberichte aus dem deutschsprachigen Raum sind im Internet unter www.wassertrinken.de nachzulesen.
Dieses Buch ist unserem Schöpfer in Ehrfurcht, Demut, Hingabe und Liebe gewidmet.
* * *
Die Wahrheit zu sagen ist nicht nur eine Verantwortung dir selbst und anderen gegenüber. Es ist eine Ehre, eine Pflicht und dein Vermächtnis an die kommenden Generationen. Es ist Teil ihres rechtmäßigen Erbes.
(Verfasser unbekannt)
Vorwort
Chronischer Wassermangel im menschlichen Körper kann sich auf so viele Arten manifestieren, wie die moderne Medizin »Krankheiten unbekannten Ursprungs« identifiziert hat.
Im Jahre 1999 veranstaltete die National Library of Medicine in Bethesda (Maryland, usa), eine Ausstellung zum Thema Asthma. Mit der im Folgenden zitierten Kernaussage dieser Ausstellung und mit einem Abriss der historischen Entwicklung unseres derzeitigen Verständnisses asthmatischer Erkrankungen möchte ich hier zeigen, dass, obgleich es diese Krankheit bereits seit Tausenden von Jahren gibt, an ihren Auswirkungen kaum etwas verändert wurde. Heute leiden mehr Menschen unter Asthma oder sterben daran als jemals zuvor. Die Ausstellung sollte jedoch zeigen: »Wir haben Fortschritte erzielt; wir haben so viele Medikamente entwickelt, die Asthmatikern das Leben erleichtern.« Es gab keinerlei Hinweise darauf, dass das »Gesundheitssystem« sich etwa bemühen würde, die Ursachen zu verstehen und eine natürliche Heilung für Asthma zu finden. Man beschränkt sich auf die Behandlung der Symptome von Asthma. Um den Eindruck zu erwecken, dass etwas Grundlegendes getan werde, sagt man, die Forschung konzentriere sich auf die Genetik und wolle so die Krankheit »festnageln«!
Die Ausstellung verdeutlicht die aktuelle Denkweise zum Thema Asthma, die auf »traditionellen Ansichten« basiert. Dieses Buch will jedoch eine andere Perspektive und einen anderen Ansatz zum Verständnis und zur natürlichen Vorbeugung und Heilung von Asthma bieten. Um den Unterschied zwischen überholtem Denken und den zukünftigen Möglichkeiten, die in diesem Buch angesprochen werden, zu unterstreichen, werde ich einige der »springenden Punkte« der Ausstellung wiedergeben. Wir beginnen mit der Zielsetzung der Ausstellung:
»Überall auf der Welt haben Menschen jeden Alters auf unterschiedliche Weise mit asthmatischen Beschwerden gekämpft, aber das Gefühl der Atemnot ist und bleibt das zentrale Phänomen der Krankheit. Heute ist Asthma ein ernstes, weit verbreitetes Problem, von dem circa 15 Millionen US-Amerikaner betroffen sind. Aber was ist Asthma eigentlich? Wer leidet unter Asthma und warum? Sind seine Verbreitung und seine Auswirkungen in unseren Tagen dramatisch angestiegen? Kann man diese Erkrankung in irgendeiner Form behandeln, verhindern oder heilen? Wie gehen Betroffene mit ihrem Leiden um?
Diese Ausstellung will darauf eine Antwort finden und untersucht Asthma deshalb sowohl unter medizinhistorischen Gesichtspunkten als auch im Hinblick auf seine Rolle in der Geschichte der Menschheit. Zeitliche und örtliche Lebensumstände entscheiden mit darüber, wie Menschen diese Krankheit erfahren. Heilkundige bekämpfen sie mit dem Wissen und den Heilmitteln ihrer jeweiligen Zeit. Menschen aus allen Bereichen sind hier vertreten – Poeten und Politiker, Ärzte und Volksführer, Sänger und Spitzensportler – sie alle reagierten mutig und oft auch kreativ auf die Herausforderung, ein produktives Leben mit Asthma führen zu müssen. Die Ausstellung schließt mit den Ressourcen, die heute zum Umgang mit Asthma zur Verfügung stehen, und mit einem Ausblick auf zukünftige Optionen.«
Danach wurden in der Ausstellung berühmte Asthmapatienten genannt: so der Komponist Ludwig van Beethoven, der russische Zar Peter der Große, frühere US-Präsidenten wie Calvin Coolidge, Theodore Roosevelt und John F. Kennedy sowie Schauspieler wie Elizabeth Taylor, Liza Minelli und Jason Alexander.
Hier nun einige der auf der Ausstellung gegebenen Informationen:
Das Wort Asthma ist griechischen Ursprungs und bedeutet Atemnot, Keuchen. Für die Chinesen war »ziehendes Atmen« wie alle anderen Krankheiten Symptom eines Ungleichgewichtes in den Lebenskräften, im Qi oder Chi. Mit Hilfe von Kräutern, Akupunktur, Moxibustion (Moxa ist eine Pflanze, die Chinesen zur Behandlung bestimmter Krankheiten auf der Haut verbrannten), Massage, bestimmten Ernährungs- und Übungsformen sorgten Ärzte für die Wiederherstellung des Chi. Die Behandlung konzentrierte sich nie nur auf ein einzelnes Organ oder System, sondern war immer auf den ganzen Menschen gerichtet.
»Das Sanskrit-Wort Prana bedeutet sowohl Wind und Seele als auch Atem, Lebensodem; die Verbindung von Seele und Atem deutet auf die enge Verknüpfung zwischen Körper, Geist und Seele in der Philosophie des Hinduismus hin. Das von frühen Hindu-Philosophen als spirituelle Disziplin entwickelte Yoga setzt das bewusste Steuern des Atems zum Vertiefen der Meditation ein. Die traditionelle indische Medizin unterrichtete Patienten in dieser Atemtechnik, damit sie ihre asthmatische Erkrankung selbst behandeln konnten.
Die Ureinwohner Amerikas wandten andere Heilverfahren an und kombinierten spirituelle Heilmittel mit Kräutern und anderen Methoden der Volksheilkunde. Die Indianerstämme waren die ersten Völker, die Tabak als Heilmittel bei Asthma einsetzten; Tabak wurde in Europa erst später populär.« (Dieses Zitat stammt wie auch die folgenden aus der genannten Ausstellung.)
Gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts wurden fabrikmäßig hergestellte Medikamente entwickelt und großzügig angewandt. Diese enthielten hauptsächlich Alkohol, Morphium und Kokain. »Bis zum zwanzigsten Jahrhundert war das Rauchen von Zigaretten und Pfeifen die einzige Möglichkeit, Medikamente dahin zu bringen, wo sie wirken sollten: in die Bronchien und die Lunge. Als Asthmamedikament enthielten die Zigaretten Tabak oder Nitratpulver, Auszüge aus Stechapfel oder Kubeben.« (Kubeben sind kleine, pfefferartige Gewürzbeeren der auf Java und anderen indonesischen Inseln beheimateten Piper cubeba.)
Zur gleichen Zeit führte man Versuche mit Luft oder Dampf als Alternative zum Tabakrauch durch, um den Transport der Medikamente in die Lunge zu ermöglichen. Ein interessanter Punkt dabei ist, dass es bis Ende 1998 der pharmazeutischen Industrie gelang, Luft als Transportmittel für Medikamente in die Lunge nutzbar zu machen und dass allein in den USA 38 verschiedene Bronchodilatatoren auf den Markt gebracht wurden.
Aber trotz des in Anspruch genommenen Fortschritts und ständiger Forschung leiden heute mehr Menschen unter Asthma denn je. In den zwanzig Jahren zwischen 1975 und 1995 haben sich die Todesfälle durch Asthma unter der farbigen Bevölkerung in den USA fast verdreifacht (von unter 1,5 von 100 000 auf über 4 von 100 000 Todesfällen). Im gleichen Zeitraum hat sich die entsprechende Rate unter der weißen und asiatischen US-Bevölkerung verdoppelt.
Die drastische Zunahme der Asthmaerkrankungen zwischen 1980 und 1994 zeugt von den himmelschreienden Unzulänglichkeiten des präventiven Ansatzes für dieses Problem:
• In diesen vierzehn Jahren stieg die Anzahl der Asthmaerkrankungen unter Säuglingen und Kleinkindern bis zum vierten Lebensjahr unregelmäßig von 2 000 auf 6 000 pro 100 000 an – eine Steigerung um 300 Prozent!
• In der Altersgruppe 5–14 Jahre verdoppelte sich die Rate von 3500 auf über 7 000 pro 100 000.
• In der Altersgruppe 15–34 Jahre verdoppelte sich die Rate von 2500 auf 5 000 pro 100 000.
• In der Altersgruppe 35–64 Jahre erhöhte sich die Anzahl der Erkrankungen von circa 3 000 auf 4 000 pro 100 000.
• In der Altersgruppe 65 Jahre und älter stieg die Anzahl der Erkrankungen von 2400 auf 3 000 – eine Steigerung um 25 Prozent.
Asthma wird in unserer Gesellschaft ein zunehmend schwer wiegendes Problem. In einem Sonderbericht vom 23.02. 1998 ging die New York Daily News von allein 500 000 Asthmakranken unter den Einwohnern von New York aus und nannte die Krankheit den »heimlichen Mörder«. Die Ausstellung warf eine Reihe von Fragen auf und versuchte dann, diese so zu beantworten, wie es nach vorherrschender Meinung angemessen schien.
»Was ist Asthma? Vier eindeutige, sich allerdings überschneidende Antworten haben sich in der westlichen Medizin seit dem späten neunzehnten Jahrhundert bis zum heutigen Tag gehalten: Asthma als eine primäre Erkrankung der Lunge, als eine allergische Erkrankung, als eine durch Umweltbelastungen hervorgerufene Erkrankung und als eine durch emotionalen Stress verursachte Erkrankung.
Im Laufe der Zeit haben Asthmapatienten bei Lungenfachärzten, Allergologen, Allgemeinärzten und Psychologen Hilfe gesucht. Wie Patienten ihre Erkrankung erlebten, wurde immer dadurch beeinflusst, welchen Arzt, Psychologen oder anderen Heilkundigen sie aufsuchten und in welcher Zeit und an welchem Ort sie lebten.
Die aktuelle wissenschaftliche und klinische Denkweise integriert diese vier Perspektiven, indem sie betont, dass die Asthmakontrolle eine Kombination von Medikamenten, Reduzierung der belastenden Umweltbedingungen und Verbesserung der Selbsthilfemöglichkeiten der Patienten erfordert. Mittlerweile konzentriert sich die Forschung auf die Interaktionen zwischen Genetik, Umwelt und Immunsystem als Asthmaursache.« So weit die Unterlagen zur Ausstellung.
Das Washington Post Magazine stellte am 31.10. 1999 eine diesbezügliche Frage im Sinne all jener, die Asthma als genetische Krankheit sehen: »Asthma hat eine starke genetische Komponente, jedoch hat sich der Gen-Pool in nur zwei Jahrzehnten nicht verändert. Was haben wir getan, dass es für viele so schwer ist zu atmen?«
Von hier an beziehen wir uns auf das berühmte Zitat von Albert Einstein: »Die wichtigen Probleme, die wir haben, können nicht auf der gleichen Ebene des Denkens gelöst werden, auf der wir sie geschaffen haben.« Wir zeigen eine neue und fortschrittlichere wissenschaftliche Erklärungsmöglichkeit für Asthma auf. Sie, liebe Leserin und lieber Leser, sind aufgefordert, uns dabei zu unterstützen, dieses bis zum heutigen Tage bestehende Relikt medizinischer Unwissenheit aus der Liste der Krankheiten auszulöschen!
Alles, was wir tun müssen, ist uns von unbewussten kommerziellen Interessen frei zu machen und die motivierenden Kräfte der Empathie und Aufrichtigkeit auf unsere wissenschaftlichen Gedanken anzuwenden. Schließlich sollten und müssen wir betroffen sein angesichts der über 12 Millionen Kinder, die ständig unter der Angst des »Erstickens« leiden und vom Tode bedroht sind. Kein Elternteil sollte den schrecklichen Anblick seines nach Luft ringenden Kindes ertragen müssen, wenn eine einfache, natürliche und kostenlose Heilung von Asthma möglich ist. Dieses Buch stellt Ihnen diese Heilmethode vor.
Um möglichen Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen, habe ich viele Erfahrungsberichte in dieses Buch aufgenommen – so viele, dass meine Verleger meinten, es sei etwas zu viel des Guten. Das glaube ich nicht. Jeder dieser Berichte erzählt die Geschichte eines lange erwarteten Triumphes über einen der vielen »tödlichen Irrtümer« der so genannten »wissenschaftlichen« Medizin des zwanzigsten Jahrhunderts.
Im Kapitel über Lupus werde ich auch erklären, warum »Lupus« ein weiteres Etikett ist, das einer Vielzahl von gleichzeitig auftretenden Komplikationen einer chronischen, unbeabsichtigten Dehydration (Austrocknung) aufgeklebt wird.
| Dr. F. Batmanghelidj | März 2000 |
1
Nie wieder Asthma
Wasser, überall Wasser, und doch haben wir noch nicht genug getrunken.
Wasser, überall Wasser, und immer noch schreit unsere Lunge und ist eingesunken.
Eine der größten Tragödien in der Medizingeschichte ist die Annahme oder die unausgesprochene Voraussetzung, dass ein »trockener Mund« das einzige Anzeichen dafür sei, dass der Körper Wasser benötigt. Das gesamte Gebäude der modernen Medizin ist auch auf dieser brüchigen Annahme aufgebaut, die vielen Millionen Menschen einen schmerzhaften, vorzeitigen Tod bringt. Sie leiden, weil sie nicht wissen, dass sie einfach nur durstig sind.
Der menschliche Körper besitzt eine andere Logik hinsichtlich der Annahme »trockener Mund = Durst«, die zu den Eckpfeilern und Fundamenten der modernen Medizin gehört: Damit wir kauen und schlucken können und damit der Körper diese Aufgaben leichter ausführen kann und die Nahrung befeuchtet wird, kommt es zu einer starken Anregung des Speichelflusses, selbst wenn der restliche Körper unter Wassermangel leidet. Wasser ist für den Körper zu wichtig, als dass ein Mangel an Wasser nur durch das Gefühl eines trockenen Mundes signalisiert würde. Dieser Fehler im medizinischen Denken hat zu einem »Krankheitssystem« (statt Gesundheitssystem) geführt, das sich wie von selbst ausdehnt und auf dem Boden der Annahme gedeiht, dass die Menschen krank seien.
Es ist heute klinisch und wissenschaftlich erwiesen, dass der menschliche Körper viele andere eindeutige Möglichkeiten kennt, seinen allgemeinen oder lokalen Wasserbedarf zu zeigen. Je nachdem wo Wassermangel herrscht, entstehen zahlreiche lokal begrenzte Komplikationen – wie zum Beispiel Asthma.
Ehe ich näher auf Asthma, Allergien und Lupus eingehe, möchte ich beginnen mit einer allgemeinen Darstellung über Dehydration (Das Wort bedeutet in diesem Buch: Wasserentzug, Wassermangel, Austrocknung, Entwässerung des Körpers) und die vielen verschiedenen Arten, wie der menschliche Körper seinen inneren »Durst« manifestieren kann. Damit wir Asthma verstehen können, müssen wir uns auch der anderen Frühwarnsysteme für Wasserknappheit in den verschiedenen Teilen des Körpers bewusst werden. Eines möchte ich gleich klar stellen: Bei Austrocknung werden 66 Prozent des Wassers dem Inneren der Zellen des ausgetrockneten Gebiets entzogen, 26 Prozent werden der äußeren Umgebung der Zellen entzogen und nur 8 Prozent dem Blutkreislauf.
Da die Blutgefäße keine starren Röhren sind, sondern aus weichem und muskulärem Gewebe bestehen, ziehen sie sich an der »entleerten« Stelle zusammen und korrigieren damit den Verlust von 8 Prozent. Aus diesem Grund weisen routinemäßige Blutuntersuchungen bei den meisten symptomerzeugenden Zuständen von lokalem Wassermangel keine Abnormalität nach, obwohl der Patient sich so beeinträchtigt fühlt, dass er professionellen Rat sucht.
Dies erklärt auch, warum einige Patienten selbst nach ausgedehnten und teilweise extrem teuren Check-ups in renommierten Kliniken und Praxen (mit dem Ergebnis der Bescheinigung bester Gesundheit) bald darauf starben. Bluttests hatten die ihrem Tod zugrunde liegenden Schäden durch Austrocknung in lebenswichtigen Organen nicht angezeigt. Dazu muss man wissen, dass das zirkulierende Blut in der Leber im Großen und Ganzen relativ gut eingestellt wird. Ein funktionseinschränkender Wassermangel in einem entfernteren Bereich des Körpers – der vielleicht sogar durch Einschränkung der Blutzufuhr sozusagen vom Körper abgetrennt ist – zeigt sich nicht in den routinemäßigen Blutuntersuchungen, die zurzeit zur Bewertung von Gesundheitsproblemen herangezogen werden. Insofern sind die meisten Ergebnisse von Blutuntersuchungen bedeutungslos.
Um das Phänomen des Wassermangels zu verstehen, müssen wir erkennen, welche lebenswichtigen Aufgaben das Wasser hat und wie Austrocknung entsteht, wenn diese wichtigen Funktionen des Wassers in den symptomerzeugenden Gebieten des Körpers ausfallen. Seit zwanzig Jahren konzentriere ich mich voll und ganz auf dieses Thema und habe dabei wichtige Erkenntnisse über die verschiedenen Indikatoren des Körpers für chronische Dehydration gewonnen.
Es ist meine durch Forschungen belegte Überzeugung, dass der menschliche Körper drei Kategorien von Indikatoren besitzt, die als Stellvertreter oder Ergebnisse von Austrocknung in einigen Teilen des Körpers betrachtet werden sollten. Diese sind: Wahrnehmungsindikatoren, Hilfeschreie des Körpers nach Wasser sowie ein anpassungsfähiges »Wassermangel-Management« mit Wasserrationierung. Diese erst vor kurzem verstandenen Indikatoren der Dehydration sind eindeutig erkennbar – und sie sind alle vermeidbar, bevor ein irreversibler Schaden auftritt.
Anzeichen für Wassermangel im Körper
Das Gehirn selbst besteht zu 85 Prozent aus Wasser und reagiert am empfindlichsten auf Dehydration. Es zeigt einen Wassermangel durch eines der folgenden Merkmale:
• Das Gefühl von Müdigkeit, die nicht durch anstrengende Arbeit hervorgerufen wurde – in der extremen Form das chronische Müdigkeitssyndrom (CFS – chronic fatigue syndrome). Syndrom bedeutet, dass mindestens drei verschiedene Beschwerden gewöhnlich gemeinsam auftreten. Symptome sind zumeist verräterische Indikatoren schwerwiegender Probleme des Körpers aufgrund von Wassermangel. Dieses Thema wird im Abschnitt über Lupus vertieft, wo auch die Formel für die Energieerzeugung durch Wasser erläutert wird.
• Erröten. Wenn sich die Blutzufuhr zum Gehirn verstärkt, damit mehr Wasser dorthin gelangt, erhält auch das Gesicht mehr Blut. Die Arterien in Gesicht und Gehirn haben ein gemeinsames Versorgungsgefäß, da das Gesicht eine stärkere Durchblutung für die Kommunikation der Gesichtsnerven mit dem Gehirn benötigt.
• Gefühl der Irritation beim geringsten Anlass – nicht kontrollierbarer Zorn.
• Gefühl der Angst aus nichtigen Gründen – Angstneurose, Panikstörung oder Agoraphobie.
• Gefühl der Mutlosigkeit und Unzulänglichkeit (geringe Libido).
• Niedergeschlagenheit – in ihrer extremen Form Depression und Neigung zum Selbstmord.
• Starkes Verlangen nach Getränken, auch Alkohol, harten Drogen und Zigaretten.
Dies sind die Wahrnehmungsindikatoren dafür, dass Wassermangel einige Gehirnfunktionen beeinträchtigt. Wassermangel im Gehirn kann zu Beginn den Ausfall bestimmter Funktionen verursachen und schließlich zu den oben genannten allgemeinen und mentalen Beschwerden führen.
Hilfeschreie des Körpers nach Wasser
Zu der zweiten Gruppe der Krisensymptome und Zeichen eines Wasserbedarfs im Körper zählen verschiedene lokalisierte chronische Schmerzen wie etwa die folgenden:
• Sodbrennen
• Dyspepsie
• Rheumatoide Gelenkschmerzen
• Rückenschmerzen
• Migräne
• Schmerzen im Bein beim Gehen
• Fibromyalgie – Schmerzen der Muskeln und des Weichteilgewebes bis hin zur Muskeldystrophie
• Kolitisschmerzen und die damit verbundene Verstopfung
• Anginaschmerz – ein Zeichen größten Wassermangels in der Herz- und Lungenachse
• Morgendliche Übelkeit in der Schwangerschaft – sie deutet auf Durst des Fötus und der Mutter hin.
Schlechter Atem ist ebenfalls ein Zeichen für Wassermangel im Körper. Er wird durch die Fermentierung von Nahrung verursacht, die nicht aus dem Inneren des Magens herausgeschwemmt wurde, oder durch Gase, die den Darm verlassen und sich ihren Weg nach oben durch den Mund hinaus bahnen.
Die Bedeutung dieser Schmerzen und Symptome ist einfach. Bei Wassermangel in einem aktiven Teil des Körpers können die giftigen Abfallprodukte und Säuren, die durch den Gewebestoffwechsel entstehen, nicht ausgeschieden werden. Nervenendigungen registrieren die chemischen Umgebungsveränderungen über das Gehirn. Indem es einen der oben genannten klassischen Schmerzen erzeugt, versucht das Gehirn, das Bewusstsein über die drohenden Probleme zu informieren, die durch den lokalen Wassermangel verursacht werden. Bleibt der Wassermangel bestehen, wird das Gewebe dauerhaft geschädigt – etwa durch Darmkrebs, der mit chronischer Verstopfung und Kolitisschmerzen verbunden ist.
Die nach und nach entstehende Übersäuerung und Schäden durch den »unverdünnten« überschüssigen Säuregehalt führen dazu, dass der Körper lokalen Wassermangel durch Schmerzen signalisiert. Er will die Aktivität eingrenzen, um einen weiteren Aufbau von Säure und giftigen Abfallprodukten zu verhindern. Diese Schmerzen ähneln dem Pfeifen eines Rauchmelders, der davor warnt, dass ein Feuer Haus und Bewohner verbrennen kann. Schmerzen sollen unserem – zu sehr beschäftigten und vergesslichen – Bewusstsein mitteilen, dass die aufgebaute Säure in dem Gebiet bald die lokalen Zellen »verbrennen« und eine Übersäuerung bzw. Verätzung verursachen wird. Schmerzen sind sozusagen »Todesschreie der örtlichen Gene« angesichts ihres drohenden Untergangs. Normalerweise schwemmt Wasser die Säure fort und verhindert damit eine Anhäufung und daraus resultierende Schäden in dem jeweiligen Gebiet, genauso wie Wasser Feuer löscht.
Bis zu diesem Stadium der Gehirnfunktionen befindet sich alles im normalen Bereich der Körperphysiologie. Kurz gesagt: Schmerzen, die nicht durch Infektionen oder Verletzungen verursacht sind, bedeuten Wassermangel an dem Ort, wo sich der Schmerz zeigt. Schmerzen sind Hilfeschreie des Körpers nach Wasser, das benötigt wird, um den giftigen Abfall aus dem austrocknenden Gebiet zu entfernen. Das grundlegende Problem in der gegenwärtig praktizierten Form der Medizin ist die mangelnde Kenntnis um die Bedeutung und Wichtigkeit von Schmerzen als Durstsignale des Körpers.
Während der Körper nach Wasser schreit, wird die Ärzteschaft in die Irre geführt, nämlich dahin, chemische »Gifte« zu verschreiben, welche dazu führen können, dass Menschen unter Schmerzen und vorzeitig sterben. Die Anwendung dieser Substanzen führt häufig zu einer Verschlechterung der Körperphysiologie, da sie den falschen Eindruck hinterlassen, sie würden die Schmerzen beseitigen, aber sie korrigieren nicht das, was den Schmerz verursacht: Dehydration. Im Falle einer Verletzung schwillt der verletzte Bereich an – Anschwellen bedeutet, dass mehr Wasser an diese Stelle gebracht wird, und es ist das zusätzliche Wasser, das dafür sorgt, dass die Schmerzen nach der Verletzung zurückgehen und sogar ganz verschwinden.
Das »Wassermangel-Management« des Körpers
Der Körper verfügt über Programme zur Wasserrationierung bei Austrocknung. Die wichtigsten Wassermangel-Managementprogramme des Körpers (üblicherweise werden sie als Krankheiten bezeichnet) sind die folgenden:
• Asthma und Allergien
• Bluthochdruck
• Altersdiabetes
• Verstopfung und als Komplikation Schmerzen im Dickdarm, Kolitisschmerzen
• Autoimmunerkrankungen, zum Beispiel Lupus
Diese Beschwerden sind schwerwiegende Gesundheitsprobleme, die durch chronischen Wassermangel im menschlichen Körper erzeugt werden. (Weitere Informationen zu anderen Aspekten des chronischen Wassermangels im Körper enthält mein Buch Wasser – die gesunde Lösung.)
Anginaschmerz tritt häufig bei älteren Menschen mit Asthma auf. Er umfasst Kurzatmigkeit und auch die charakteristischen Herzschmerzen, die mit der reduzierten Luftaustauschkapazität und Atmungsproblemen der Asthmatiker in Verbindung gebracht werden. Mit anderen Worten, das automatisch arbeitende Herz erhält nicht ausreichend Wasser, um die giftigen Nebenprodukte auszuscheiden, die seine Funktionsfähigkeit beeinträchtigen, weil der Körper zur gleichen Zeit ein Wassermangel-Managementprogramm aktiviert hat, das den Luftstrom beeinflusst.
Sowohl die Lunge als auch der Herzmuskel zeigen einen entzündlichen Prozess, der durch Dehydration erzeugt wird – damit eine stärkere Mikrozirkulation an die Stellen gelangt, die ausgetrocknet sind. Dies ist die Bedeutung eines entzündlichen Prozesses: verstärkte Zirkulation zur Behebung des Problems. Entzündungen können durch Bakterien, Chemikalien oder eine Verletzung verursacht werden. Beim schmerzerzeugenden Wassermangel löst die Bildung örtlicher giftiger Chemikalien – molekulare Nebenprodukte des Stoffwechsels – in dem ausgetrockneten Gebiet die Schmerzen aus.
In diesem Buch gehe ich nur auf Asthma, Allergien und Lupus als die drei Komplikationen ein, die durch eine unregelmäßige Wasserzufuhr und als Folge des Ersetzens von Wasser durch fabrikmäßig erzeugte Getränke, die dem Körper eher schaden als nutzen, entstehen. Den Abschnitt über Lupus (eine Art »fressende« Flechte) habe ich in dieses Buch aufgenommen, da unter diesem Begriff mehrere gleichzeitig auftretende Indikatoren eines geschlossenen Wassermangel-Managementprogramms zusammengefasst und als Autoimmunerkrankung bezeichnet wurden, was eine Autoallergie des Körpers auf seine eigenen Gewebe impliziert. Diese Kategorisierung einer Reihe von Symptomen und Komplikationen eines chronischen Wassermangels im Körper als Autoimmunerkrankung macht es zwingend erforderlich, dass dieses Thema in diesem Buch zusätzlich zu Asthma und Allergien behandelt wird.
2
Asthma und Allergien
Der Atemvorgang
Um Asthma zu verstehen, muss man eine gewisse Vorstellung von der Anatomie der Lunge und der Brust haben. Die Abbildungen 1 bis 7 erklären die mechanischen Aspekte der Atmung. Darüber hinaus erkläre ich, wie die Luftmenge, die wir zum Atmen benötigen, durch eine unzureichende Wasserzufuhr beeinträchtigt wird.
Durchschnittlich atmen wir zwölfmal pro Minute und tauschen jedes Mal 500 Kubikzentimeter Luft aus. Der durchschnittliche Luftaustausch bei der normalen Atmung beträgt circa 6 000 Kubikzentimeter Luft pro Minute. Kurzatmige können bis zu fünfzigmal pro Minute atmen und dabei jeweils circa 3 000 bis 4 000 Kubikzentimeter einatmen – wenn ihre Luftwege offen sind. Sie können diese Luftaustauschfrequenz allerdings nicht sehr lange durchhalten. Die Physiologie der Ausatmung kann dabei nicht mithalten und die ausgetauschte Luftmenge sinkt drastisch.
Die nasalen Luftwege haben drei sehr wichtige Funktionen. Die Falten in der Mittelwand zwischen den beiden Durchgängen teilen den Luftstrom in drei Ströme auf jeder Seite mit engem Kontakt zur feuchten Schleimhaut. Dadurch wird die Luft feucht und auf eine angenehme Temperatur erwärmt; gleichzeitig werden gelöste Partikel herausgefiltert, die an der feuchten Oberfläche der Nasenschleimhaut haften bleiben.

Abbildung 1: Der Brustkorb enthält fünf Lungensegmente oder -lappen. Die beiden linken Lappen füllen die linke Seite des Brustkorbs aus. Die drei rechten Lappen, der obere, mittlere und untere Lappen, füllen den rechten Brustkorb aus. Die Lungen sind von der Brustwand durch eine dünne, seidige Membran, die Pleura (Brustfell), abgetrennt, wodurch sich die Lungenflügel ausdehnen und zusammenziehen können, ohne an der Brustwand zu haften. Das Herz liegt zwischen dem rechten und dem linken Lungenflügel, etwas mehr nach links.
Die Ausdehnung der Brust erzeugt ein Vakuum und zieht Luft in die Lungen

Abbildung 2: Der sozusagen auf dem Kopf stehende Bronchialbaum mit seinen kleineren Ästen – den Bronchiolen –, der sich nach unten und außen ausbreitet, dient als Gerüst für die unzähligen Alveolarsäckchen, in denen der Gasaustausch in der Lunge stattfindet. Von oben beginnend sorgen unterbrochene Knorpelringe für die feste, röhrenähnliche und gleichzeitig elastische Struktur und Form des Bronchialbaums. In seinen unteren Ausläufern bestehen die Bronchiolen aus knorpellosen Ringen weichen Muskel- und Fasergewebes. Bei Kindern sind die Luftröhren kleiner und der Knorpel ist weniger ausgeformt und fest. Deshalb können sich bei Kindern die Luftwege fester verschließen.

Abbildung 3: An den Bronchiolen sind die Alveolarsäckchen oder Alveolen befestigt. Sie ähneln Trauben, die mit ihren Stängelchen am Stängel festsitzen. In der Lunge sind diese Stängelchen und Stängel Luftröhren, durch die Luft in die Alveolen hinein- und wieder herausfließt. Bei Asthma ziehen sich die Bronchiolen zusammen und blockieren das Fließen der Luft nach oben und außen. Die Alveolarsäckchen bleiben übermäßig aufgeblasen. Stellen Sie sich statt Ihrer Lunge einmal Trauben vor, wobei die einzelnen Trauben der Lunge voller Luft anstelle von Saft sind. Wäre ihre Haut ausgetrocknet, würden sie einfallen und könnten ihre Funktion nicht mehr erfüllen. Deshalb sind bei Wassermangel die Alveolarsäckchen übermäßig mit Luft gefüllt und von der Außenluft »abgeschottet«: So können sie ihre Form und Feuchtigkeit bewahren. Nur bei guter Durchfeuchtung sind die Alveolarsäckchen für den Luftaustausch offen.

Abbildung 4: Die Brusthöhle ist nach unten abgedichtet und von der Bauchhöhle durch ein muskuläres »Gewölbe«, das Zwerchfell, getrennt. Zieht sich diese Wölbung zusammen, so wird sie flacher und zieht die unteren Rippen mit nach unten. Gleichzeitig drückt sie den Bauchinhalt nach unten, wodurch mehr Platz in der Brusthöhle erzeugt wird. Durch das so entstandene Vakuum wird Luft in die Lungen gezogen. So also atmen wir Luft in die Lunge ein.
Benutzen wir nur das Zwerchfell zum Einsaugen der Luft in die Lungen, wird dieser Vorgang als Bauchatmung bezeichnet. Die Bauchatmung ist eine flache Atmung; die Lungen werden nicht vollständig mit Luft versorgt. Die Bauchmuskeln unterstützen hier die Atmung, indem sie sich entspannen, wenn das Zwerchfell den Bauchinhalt nach unten drückt.

Abbildung 5: Nach dem Gasaustausch und während des Herauspressens der Luft in den Lungen nach außen entspannt sich das Zwerchfell und erlangt seine gewölbeähnliche Form. Die unteren Rippen kehren in ihre Ruheposition zurück und der elastische Rückstoß der Lungen presst die mit Luft gefüllten Lungenflügel zusammen. Die Luft wird bis zum Ende des Ausatmungsvorgangs herausgedrückt. Bei ruhiger Atmung werden normalerweise circa 500 Kubikzentimeter der Gesamtkapazität der Lunge von circa 5500 Kubikzentimetern ausgetauscht.
Beim tiefen Atmen ist die Brustwand selbst beteiligt, indem sie sich aktiv ausdehnt und wieder zusammenzieht. Die Rippen werden nach oben gezogen, um den Brustraum zu vergrößern. Bei einer sehr tiefen Atmung beträgt die ausgetauschte Luftmenge circa 3 000 bis 3 500 Kubikzentimeter.

Abbildung 6: Die Bewegungen der Brustwand und des Zwerchfells reichen nicht aus, um die Luft gleichmäßig aus den Alveolen (Alveolarsäckchen) in der gesamten Lunge herauszupressen. In der Lunge gibt es unzählige Alveolarsäckchen. Jedes einzelne muss die beim Einatmen aufgenommene Luft wieder abgeben. Hier ist das Geheimnis: Beim Einatmen zieht das gleiche Vakuum, das die Luft einzieht, auch winzige Wassermoleküle in alle Alveolarsäckchen ein. Wassertröpfchen haben die natürliche Eigenschaft, sich gegenseitig anzuziehen. Sie kommen zusammen und formen größere Wassertropfen, welche die Innenwände der Alveolarsäckchen bilden.
Die Kraft, welche die Wassermoleküle zusammenzieht, wird als Oberflächenspannung des Wassers bezeichnet. Diese Kraft wirkt auch auf die Wände der Alveolarsäckchen und zwingt sie sich zusammenzuziehen, wenn die Wassermoleküle sich zusammenbinden. Die Kraft, die durch die Oberflächenspannung des Wassers in den Alveolarsäckchen erzeugt wird, trägt zu der Rückstoßkontraktion des Lungengewebes selbst bei und sorgt dafür, dass sich die Alveolarsäckchen gleichmäßig in der gesamten Lunge zusammenziehen und einen großen Teil der in ihnen enthaltenen Luft herauspressen.
Leistungssportler und Schwerkranke, die ums Überleben kämpfen, zeigen deutlich, wie sehr die Atmung beansprucht wird, so durch schweres Atmen oder starke Expansion und Kontraktion der Brust. Patienten mit solchen Atemproblemen werden heute in einem Sauerstoffzelt oder durch künstliche Sauerstoffzufuhr über einen Nasenschlauch versorgt, damit ihr Kampf um Sauerstoff sich verringert. Junge Sportler haben die größte Lungenkapazität.
Husten
Bei Husten, der bei Menschen mit Atmungsproblemen auftritt, werden sehr schnell circa zwei Liter Luft in die Lunge eingezogen; anschließend schließen sich die Stimmbänder und der Kehldeckel (Epiglottis) auf der Luftröhre sehr eng. Gleichzeitig ziehen sich die Bauchmuskeln und die Muskeln, welche die Rippen miteinander verbinden, kraftvoll zusammen und üben großen Druck auf die Luft in den Lungen aus. Dann öffnen sich schlagartig Stimmbänder und Kehldeckel weit, die Luft in der Lunge bricht heraus und jedes lose Partikel in der Bahn wird zu einem Projektil mit einer Geschwindigkeit von circa 120 bis 160 Kilometern pro Stunde.
Der Husten ist eine Art Reinigungsmechanismus des Lungengewebes, das sich in ständigem Kontakt mit Partikeln befindet, die in der durch die Nase eintretenden Atemluft gelöst sind. Bei Lungeninfektionen und Reizung der Luftröhren (Bronchus und Bronchiolen) wird der Hustenreflex ausgelöst und der Betreffende kann bis zur Erschöpfung husten. Diese Art des Hustens ist normalerweise trocken und kann sehr lästig werden. Asthmatiker haben gewöhnlich einen solchen trockenen Husten, kurz bevor ihre Atemnot und das Ringen um Luft offensichtlich werden. Es ist dieser anfängliche Husten, der als primärer Indikator eines bevorstehenden Asthmaanfalls erkannt werden sollte. Der Husten scheint durch den gleichen Prozess verursacht zu werden, der die Schleimsekretion zum Verstopfen der Bronchiolen anregt.
3
Säure-Basen-Gleichgewicht und Asthma
Die wichtigen Probleme in unserem Leben können wir nicht auf dem Erkenntnisstand lösen, den wir hatten, als wir sie schufen.
ALBERT EINSTEIN
Wo liegt das ideale Säure-Basen-Gleichgewicht und wie erreicht man es? Ein pH-Wert von 7,4 in den Zellen und 7,3 bis 7,2 im Blut – das sind ideale Werte. Diese Zahlen werden von einer Skala zur Messung des Säuregehalts im Körper abgelesen. Der »saure« pH-Bereich liegt zwischen 1 und 7; dabei ist 1 saurer als 7. Zwischen 7 und 14 auf der Skala liegt der alkalische oder basische pH-Bereich; 7 ist weniger alkalisch als 14. Auf der pH-Skala ist der Wert 7 neutral. Daher muss der pH-Wert innerhalb und außerhalb der Zellen exakt im oben genannten Bereich bleiben, um die gesundheitserhaltenden Funktionen des Körpers sicherzustellen.
Bei Übersäuerung des Blutes beginnt der Körper drastische Symptome zu erzeugen. Laut Guytons Textbook of Medical Physiology liegt der untere Grenzwert bei 6,8 und der obere Grenzwert bei circa 8,0. Mit anderen Worten: Erreicht der pH-Wert im Blut circa 6,8 und bleibt einige Stunden lang auf diesem Wert, so kann der betreffende Mensch nur wenige Stunden überleben. Gleichermaßen wäre auch eine drastische Verschiebung in den alkalischen (basischen) Bereich lebensbedrohlich, so etwa einige Stunden lang ein pH-Wert von 8 im Blut. Jene Werbetreibenden und Verkäufer von den pH-Wert verändernden Filtern, die ihren Kunden raten, stark alkalisches Wasser zu trinken, sollten mit ihren Aussagen und Ratschlägen vorsichtiger umgehen. Sie könnten ihren arglosen Kunden schnell Schaden zufügen. Wer einen solchen Filter benutzt, sollte nicht ständig alkalisches Wasser trinken.
Der Körper besitzt viele säuregepufferte Mechanismen zur Regulierung seines inneren Säure-Basen-Gleichgewichts. Einer der wichtigsten Mechanismen zur Säure-Basen-Regulierung ist mit dem Atmungsprozess verknüpft.
Der Gasaustausch in den Lungen reguliert den Säuregehalt des Körpers. Hämoglobin ist ein sehr komplexes Molekül: Es liefert an das Lungengewebe Kohlendioxid, damit dieses über die Luft, welche den Körper verlassen soll, abgegeben wird; gleichzeitig nimmt es Sauerstoff für die Blutzirkulation im Körper auf. Jedes Hämoglobinmolekül besteht aus vier eisenhaltigen, miteinander verbundenen Einheiten (vergleiche Abbildung 7). Jedes rote Blutkörperchen enthält eine bestimmte Menge dieser Hämoglobinmoleküle – je nach Wirksamkeit der Blut bildenden Mechanismen.
Während eine solche Hämoglobineinheit sich um ihre eigene Achse dreht, gibt sie das Kohlendioxid, das sie von den außerhalb gelegenen Körperteilen aufgenommen hat, in die wässrige Umgebung in den roten Blutkörperchen ab; an seiner Stelle nimmt sie nun vier Sauerstoffmoleküle auf, die in das rote Blutkörperchen eindringen. Mit zunehmender Konzentration des freien Kohlendioxids in den roten Blutkörperchen entweicht es in die Luft in den Alveolarsäckchen. Wenn Kohlendioxid die Lungen verlässt, werden die Körperflüssigkeiten stärker alkalisch – eine ideale Situation für einen gesunden Körper.

Abbildung 7: Jedes Hämoglobinmolekül besteht aus vier eisenhaltigen, miteinander verbundenen Einheiten.
Hämoglobin hat eine weitere wichtige Aufgabe: Es sammelt überschüssige Wasserstoffatome – ein sehr starker Säurefaktor – und bindet diese an seine eigene Proteinstruktur; damit neutralisiert es deren schädlichen Säuregehalt. Bei Asthmaanfällen kann das Ausscheiden überschüssiger Wasserstoffatome in der geringen Menge ausgeatmeter Luft unter Umständen zu einer Übersäuerung führen. Daher ist die Atmung normalerweise lebenswichtig für das Säure-Basen-Gleichgewicht im Körper – sie ist bei weitem der wichtigste pH-regulierende Mechanismus, den der Körper besitzt. Die direkte Beziehung zwischen dem Luftaustausch in den Lungen und einer effektiven Regulierung des pH-Wertes ist auch mit ein Grund dafür, warum die Tiefenatmung in Gymnastikprogrammen und beim Yoga so betont wird.
Bei Asthmatikern ist dieser säureabbauende Mechanismus wegen der geringen Luftaustauschfrequenz in ihren Lungen unzureichend und bleibt eine tödliche Gefahrenquelle. Jedes Jahr sterben Tausende von Asthmatikern aufgrund dieses Ungleichgewichts in ihrer Körperphysiologie. Der tatsächliche »Todesschlag« findet im Gehirn statt, welches durch die unzureichende Sauerstoffversorgung und falsche pH-Wert-Regulierung und damit tödliche Übersäuerung der Gehirnzellenumgebung anschwillt.
Damit haben Sie nun einige Hinweise zur Bedeutung des Wassers bei der Atmung und beim Herauslassen der Luft aus unserer Lunge. Sie sollten auch wissen, dass Wasser lebenswichtig ist, damit die roten Blutkörperchen auf ihrem Weg durch die Lunge mehr Sauerstoff aufnehmen können. Wasser ist ebenfalls sehr wichtig für das Säure-Basen-Gleichgewicht der Nieren: Durch stärkere Urinbildung scheiden die Nieren die überschüssigen Wasserstoffionen aus, die andernfalls einige wichtige Teile in den Zellen, die den zusätzlichen Sauerstoff produzieren, übersäuern würden.
Salz ist ebenfalls für die Regulierung des Säure-Basen-Gleichgewichts im Körper, besonders der Gehirnzellen, lebenswichtig. Das Element Natrium im Salz ist an der Extraktion von Säureradikalen aus dem Inneren der Zellen zur Ausscheidung über die Nieren beteiligt. Natrium ist auch an der Bildung von Natrium bicarbonicum in der Magenschleimhaut beteiligt, wodurch diese vor der Magensäure geschützt wird. Auch die Bauchspeicheldrüse produziert Natriumbicarbonat, das gleichzeitig mit dem Eintreten des sauren Mageninhalts in den Darm in dessen oberen Teil ausgeschieden wird.
Ob Sie es glauben oder nicht, ein niedriger Natrium-(also Salz-)Gehalt Ihrer Nahrung kann alle diese Funktionen beeinträchtigen. Besonders Asthmatiker sollten hinsichtlich der schädlichen Auswirkungen einer salzarmen Ernährung vorsichtig sein. Meiner Meinung nach tritt Asthma größtenteils aufgrund der Kombination von geringer Salzaufnahme und einer sich manifestierenden Dehydration im Körper auf.
4
Fragen und Antworten zu Asthma und Allergien
Eine neue wissenschaftliche Wahrheit wird gewöhnlich nicht in einer solchen Form dargestellt, dass sie ihre Gegner überzeugen könnte. Vielmehr sterben die Gegner aus, und eine neue Generation ist mit der Wahrheit von Anfang an vertraut.
MAX PLANCK
Wenn ich darüber spreche, wie einfach nach meinem physiologischen Ansatz die heilende Wirkung des Wassers zur Behandlung von Asthma und Allergien zu nutzen ist, stellt man mir meist Fragen der nachfolgenden Art. Mit meinen Erklärungen möchte ich dazu beitragen, dass diese Erkenntnisse den zahlreichen asthmakranken Kindern und Erwachsenen und den Millionen Allergikern zugute kommen und dass sie verstehen lernen, warum Wasser das beste natürliche Heilmittel für Prävention und Behandlung dieser Erkrankungen ist.
Frage: Warum hat mir mein Arzt nie etwas von dieser »Wasserkur« bei Asthma gesagt?
Antwort: Wie Sie daraus ersehen, bleibt selbst uns als Medizinern noch viel zu lernen über die medizinischen Eigenschaften von Wasser und seine Bedeutung für unsere Gesundheit. Wasser, aus dem alles Leben stammt, ist der vereinigende Faktor, der den Lebewesen Leben schenkt. Viele Ärzte empfehlen »Flüssigkeit« aufzunehmen und gehen davon aus, dass jede Flüssigkeit, die Sie trinken, wie Wasser wirke. Dies wurde uns allen in der Schule beigebracht. Wir sind über die komplizierten Funktionen von Wasser im menschlichen Körper nicht gut informiert. Darüber hinaus sind wir nicht entschieden genug in unserer Anordnung der Flüssigkeitsaufnahme und machen keine genauen Mengenangaben. Wir verstehen die chronische (unbeabsichtigte) Dehydration bisher noch nicht genau. Es hat sich noch nicht herumgesprochen, dass die Wirkung einiger »Designer-Getränke«, die wir zu uns nehmen, nicht so gesundheitsfördernd für den Körper ist wie das einfache Wasser, das er braucht.
Wasser ist das grundlegende Element, das die normalen Funktionen aller Teile des Körpers verbindet und unseren Körper zu einer einzigartigen Erscheinung wasserabhängigen Lebens auf dem Land macht. Wasser ist sozusagen der Cashflow des Körpers. Und obwohl genug Wasser vorhanden ist, um unseren Durst zu löschen, und wir alle wissen, dass es gut für uns ist, kann der menschliche Körper immer noch chronisch austrocknen. Wir wissen nicht oder verstehen nicht, was mit unserem Körper passiert, wenn wir nicht regelmäßig Wasser trinken. Daher legen wir Lippenbekenntnisse über die Bedeutung von Wasser ab, versorgen unseren Körper aber in der Regel trotzdem nie ausreichend damit!
Darüber hinaus sorgen alle koffein- oder alkoholhaltigen Getränke für einen noch stärkeren Wasserentzug und können den Wasserbedarf des menschlichen Körpers keineswegs ersetzen. Koffein und Alkohol zwingen die Nieren, einige der Wasserreserven des Körpers auszuscheiden; es verlässt mehr Wasser den Körper, als in diesen Getränken enthalten ist. Heiße Getränke und Alkohol öffnen außerdem die Poren und verstärken den Wasserverlust über die Haut. Wir verlieren dabei auch etwas Salz, das Element, welches das Wasser im Körper bindet.
Frage: Dann muss ich also nur dafür sorgen, dass ich genug Wasser trinke, wenn ich durstig bin, richtig?
Antwort: Falsch. Wie ich bereits erklärt habe, ist der »trockene Mund« als Anzeichen für einen Wassermangel in unserem Körper nicht zuverlässig genug. Es gibt einen übergeordneten Mechanismus, der dafür sorgt, dass wir genug Speichel produzieren, selbst wenn unser Körper relativ ausgetrocknet ist. Es gibt hierfür zwei Gründe: Dies geschieht erstens, damit die aufgenommene Nahrung für das Kauen und Schlucken angefeuchtet wird, und zweitens, damit dem Magen durch etwas wässrigen alkalischen Speichel der Verdauungsvorgang und die Aufspaltung der Nahrung erleichtert wird, falls wir nicht kurz vor der Mahlzeit genug getrunken haben. Wenn wir ein Glas Wasser trinken, gelangt es normalerweise direkt in den Darm und wird innerhalb einer halben Stunde wieder in den Magen ausgeschieden (zurückgeleitet), um diesen auf die Nahrungsaufnahme vorzubereiten. Daher führt eine Austrocknung des Körpers, die in aller Stille Schäden verursacht, nicht unbedingt zu einem trockenen Mund.
Die falsche Vorstellung, dass der »trockene Mund« ein genauer Indikator für Wasserknappheit im Körper sei, hat die medizinische Forschung in den letzten 100 Jahren auf die falsche Fährte gelenkt. Zur Jahrhundertwende forcierte der englische Arzt Walter Bradford Cannon die breite Akzeptanz seiner sehr beschränkten Ansicht, dass das Gefühl eines trockenen Mundes das einzige Zeichen für Durst im menschlichen Körper sei. Einige Jahre zuvor hatte der französische Wissenschaftler Maurice Shiff festgestellt, dass Durst im Körper eine umfassendere Mangelempfindungen erzeuge. Jedoch konnte sich die Ansicht des Franzosen nicht durchsetzen. Hätten die Mediziner Shiffs Ansichten über die anderen Indikatoren der Dehydration zu dieser Zeit genauer studiert, wären wir heute 100 Jahre weiter in dem Spiel, das man erst jetzt zu verstehen beginnt.
Auch heute noch ist nicht allgemein bekannt, in welchem Stadium der menschliche Körper durstig ist und austrocknet. Die potentielle Zerstörung durch eine sich langsam aufbauende, unbeabsichtigte Dehydration in unseren Körpern wird immer noch falsch eingeschätzt, und zwar nur deshalb, weil wir nicht verstehen, auf welche Arten unser Körper tatsächlich Durst zeigt! Wir müssen verstehen, dass wir der Austrocknung vorbeugen müssen und nicht darauf warten dürfen, bis sie sich manifestiert. Wir müssen erkennen, dass Wassermangel sich nicht zwangsweise generalisieren muss, sondern dass einige spezielle Rationierungssysteme aufgebaut werden. Es gibt eindeutige Prioritäten für die Verteilung des vorhandenen Wassers und ein ausgesprochen »rücksichtsloses« Wasserverteilungsprogramm tritt automatisch in Kraft – das in einigen Fällen, bei Asthma, sogar zum Tod führen kann!
Meine klinischen Erfahrungen und wissenschaftlichen Forschungen sagen mir, dass der menschliche Körper eine Reihe verschiedener, hoch spezialisierter Notsignale für Durst besitzt. Wir müssen diese neu entdeckten Indikatoren eines Wassermangels in unserem Körper zur Kenntnis nehmen. Wasser als natürliches Heilmittel ist frei erhältlich; was Sie benötigen, um einige Ihrer gesundheitlichen Probleme zu kurieren, ist vielleicht nur eine geringfügige Veränderung ihrer täglichen Flüssigkeitsaufnahme. Sie gehen vermutlich davon aus, dass alle Flüssigkeiten für den menschlichen Körper gleichermaßen gut seien, genauso gut wie Wasser. Dass einige Getränke Wasser enthalten, heißt jedoch noch lange nicht, dass diese Getränke ähnlich wie Wasser wirken.
Frage: Was hat dies alles mit Asthma zu tun?
Antwort: Asthma und Allergien – Krankheiten, die hauptsächlich mit verschiedenen Antihistaminika behandelt werden – sind wichtige Indikatoren für Wassermangel im Körper. Histamin ist ein sehr wichtiger Neurotransmitter, der hauptsächlich den Durstmechanismus für eine erhöhte Wasseraufnahme reguliert. Es baut auch ein System zur Rationierung des im Körper verfügbaren Wassers bei Wassermangel auf. Histamin ist ein sehr kostbares Element, das im Wassermangel-Management des Körpers eingesetzt wird. Es ist bei uns vom ersten Moment des Lebens im Uterus an. Es ist die »Amme« des einzelligen Fötus. Es erleichtert das Fließen von Wasser und Nährstoffen zum befruchteten Ei und unterstützt es bei der Teilung in zwei Tochterzellen. Es erleichtert dann die Teilung der neuen Zellen während der Schwangerschaft, bis neun Monate später ein vollständig entwickeltes Kind geboren wird. Histamin ist ein Wachstumsfaktor im Körper; daher auch die stärkere Histaminproduktion im Körper von Kindern.
Histamin ist nicht der Bösewicht, als den man es gerne hinstellt. Bei Wassermangel steigt die Histaminproduktion und -aktivität beträchtlich an. In dieser Aktivitätsphase erzeugt Histamin auch die Notfall-Durstsignale und Indikatoren für die Programme der Wasserrationierung, die jetzt eingesetzt hat.
Eine erhöhte Histaminfreigabe in den Lungen verursacht Spasmen (Krämpfe) der Bronchiolen. Diese Bronchospasmen sorgen auf natürliche Art dafür, dass Wasser eingespart wird, welches normalerweise beim Atmen verdampfen würde. Der »Nebel«, den Sie im Winter vor Ihrem Mund sehen, wenn Sie bei kaltem Wetter ausatmen, besteht aus Wasser, das die Lungen beim Ausatmen verlässt.
Wir atmen ungefähr 720 Mal pro Stunde. Stellen Sie sich vor, wie viel Wasser wir beim Atmen in einer Stunde verlieren, an einem Tag, in einer Woche! Könnten wir lange leben, wenn wir den Wasserverlust aus unseren Lungen nicht ausgleichen würden? Wenn wir nicht dafür sorgen, dass dieser Wasserverlust ausgeglichen wird, wie soll dann der Körper mit dieser Krise umgehen? Zuerst werden sukzessive die Programme zum Wassermangel-Management des Körpers aktiviert. Bei einigen Menschen ist die Bronchienverengung – Asthma – die erste Reaktion auf Wassermangel. Kinder sind anfälliger für Asthma als Erwachsene. Ihre Körper wachsen noch ständig, und jede Zelle in einem wachsenden Körper benötigt 75 Prozent ihres Volumens an Wasser. Außerdem sind die Bronchialbäume bei Kindern kleiner und weniger starr; sie können noch leichter verengen als voll entwickelte Bronchialbäume mit einer festen Knorpelstütze. Auch die für eine Neuverteilung »anzapfbare« Wasserreserve ist im Körper von Kindern geringer. Aus diesen Gründen tritt bei Kindern, die unter Wassermangel leiden, eher Atemnot (Asthma) auf als bei Erwachsenen.
Asthmaanfälle bei körperlicher Betätigung und Stress gehören ebenfalls zum Wassereinsparungs- und Krisenmanagementprozess. Ein Asthmaanfall nach dem Essen ist ein klassischer Indikator für Wasserentzug. Wenn wir beim Essen kein Wasser trinken, um die in den Magen »gestopfte« Nahrung zu »verflüssigen« und zu verdauen, wird das für den Abschluss des Verdauungsprozesses benötigte Wasser vom restlichen Körper ausgeliehen. Dieses wiederholte »Schnorren« von Wasser an den verschiedensten Stellen wird bei bereits von Wassermangel bedrohten Menschen mit einer Prädisposition für Asthma einen Asthmaanfall beschleunigen.
Sowohl emotionaler als auch körperlicher Stress verursachen einen noch gravierenderen Wassermangel in einem bereits ausgetrockneten Körper. Das »freie« Wasser, das für neue Funktionen verfügbar ist, wird sehr schnell in den chemischen Reaktionen aufgebraucht, die zur Stressbewältigung oder (bei körperlicher Aktivität) zum Öffnen des muskulären Gefäßbettes in den Muskeln einsetzen. Daher haben Asthmatiker von Natur aus Angst vor Essen und Gymnastik.
Frage: Ich habe noch nicht genau verstanden, was Histamin bewirkt. Können Sie dies genauer erklären?
Antwort: Bei Wassermangel sorgt Histamin dafür, dass das im Körper verfügbare Wasser möglichst sparsam eingesetzt und nach Priorität der Aufgaben verteilt wird. Ist der Körper wieder besser mit Wasser versorgt, so werden Histaminproduktion und übermäßige -freigabe proportional gehemmt.
Die Wirkung von Wasserentzug und nachfolgender Wasserzufuhr auf die Geschwindigkeit dieser Histaminproduktion in den entsprechenden Zellen (= in allen Geweben vorhandene Mastzellen sowie basophile weiße Blutkörperchen, die zusammen mit den anderen weißen Blutkörperchen im Blut zirkulieren) wurde in mehreren Tierversuchen nachgewiesen. Bei Wassermangel stellen diese histaminproduzierenden Zellen verstärkt diesen chemischen Stoff her. Bei ausreichender Wasserversorgung reduzieren diese Zellen die Histaminproduktions- und -freigaberate. Physiologisch ist erwiesen, dass Wasser selbst sehr starke natürliche Antihistamin-Eigenschaften in den Körpern der meisten Lebewesen einschließlich des Menschen aufweist. Wissenschaftler waren sich dieser Tatsache schon seit vielen Jahren bewusst, aber der medizinische Berufstand tappt immer noch im Dunkeln; auch daher stammen unsere aktuellen Probleme mit dem Gesundheitssystem und seinen Kosten.
Histamin reguliert in aller Stille auch die meisten wichtigen Funktionen des Immunsystems. Alle weißen Blutkörperchen sind auf ihrer Membran mit einer der beiden Empfängerpunktarten, die für diesen Neurotransmitter bekannt sind, ausgestattet. Diese Empfängerpunkte, die Rezeptoren, sind in ihrem Einfluss auf das Innere der jeweiligen Zelle hochspezifisch.
Ist das Histamin jedoch stärker zur Wasserregulierung aktiv, sind einige der auf Histamin angewiesenen regulatorischen Funktionen des Immunsystems gehemmt, damit die im Moment lebenswichtigeren Wassermangel-Managementprogramme ausgeführt werden können. Die Entwicklung dieses Hemmungsmechanismus ist einfach zu begründen. Er soll dafür sorgen, dass bei Dehydration und einer demzufolge erhöhten Histaminproduktion für das Wassermangel-Managementprogramm diese erhöhte Histaminproduktionsrate die Aktivität des Immunsystems nicht in der gleichen Art »aufheizt«, wie es bei einer Infektion der Fall wäre. Dieser Prozess erklärt auch, warum man bei einer Infektion unbedingt große Mengen Wasser trinken muss.
Frage: Wie unterdrückt denn überschüssiges Histamin das Immunsystem und verursacht Allergien?
Antwort: Im Knochenmark befinden sich sehr viele spezielle weiße Blutkörperchen, die auf Histamin empfindlich reagieren. Einige dieser weißen Blutkörperchen im Knochenmark hemmen und andere wiederum stimulieren die Aktivität der Mutterzellen im Knochenmark, welche alle im Blutkreislauf vorhandenen Zellen produzieren. Im Knochenmark befinden sich doppelt so viele hemmende wie das Immunsystem stimulierende weiße Blutkörperchen. Daher unterdrückt eine Dehydration, welche die Produktion und Freigabe eines Histaminüberschusses verursacht, auf lange Sicht automatisch das Immunsystem des Körpers – und zwar im Knochenmark. Aus diesem Grund fällt das Immunsystem auch bei anderen Krankheiten aus (so auch bei Krebs), wenn der Körper lange Zeit unter »Dürre« gelitten hat.
Jedoch wird selbst bei Unterdrückung des Immunsystems aufgrund überhöhter Histaminproduktion und -speicherung durch länger anhaltende Austrocknung ein Reiz für die Histaminfreigabe vonseiten des Immunsystems eine größere Histaminfreigabe in die Gewebe produzieren. Zur gleichen Zeit wird die Antikörperproduktion proportional gehemmt. Bei Wassermangel kann das Immunsystem nicht seine volle Wirkung bei den vielen Antigenen entfalten, welche die Luftwege und die Außenhäute des Auges überfluten, die ebenfalls ständig feucht gehalten werden müssen.
Bei Wassermangel würden die Häute der Nase und der Augen normalerweise austrocknen, wenn es nicht Histamin und seine untergeordneten chemischen Stoffe gäbe, die für eine stärkere Wasserverteilung an diese Organe sorgen. Es ist eine stärkere Sekretion der Tränendrüsen erforderlich, die nicht nur die Augen feucht halten, sondern auch die angreifenden Pollen von den empfindlichen Häuten der Augenlider und des Augapfels wegschwemmen. Es muss natürlich zu einer übersteigerten Histaminaktivität kommen, damit vermehrt Wasser auf die empfindlichen Häute, welche Augen und Nasenwege bedecken, gelangt.
Tränen und Nasensekrete müssen reichlich fließen, diese wässrigen Sekrete müssen auch die freiliegenden Membranen waschen und reinigen. Dies ist der einzige Weg, wie sich der Körper gegen verschiedene Arten feindlicher Pollen wehren kann, die nicht durch die entsprechenden (bei Wassermangel nicht in ausreichendem Maße vorhandenen) Antikörper neutralisiert werden können. Mit anderen Worten, die einzige Alternative zum Umgang mit angreifenden Pollen bei Wassermangel ist es, diese wegzuwaschen – aus diesem Grund kommt es zu dem unangenehmen Gefühl tränender Augen und laufender Nase. Pollenallergien sind Ergebnis chronischen Wassermangels im menschlichen Körper. Anderenfalls wäre es die Norm, dass jeder unter einer Allergie leidet! Allergische Reaktionen auf bestimmte Nahrungsmittel unterliegen dem gleichen Prinzip. Je »fester« unsere Nahrung ist (Aufspalten, Verdauung und Absorption fester Nahrung verbrauchen eine Menge Wasser), desto stärkere allergische Reaktionen können auftreten, wenn man unter Dehydration leidet.
Bitte bedenken Sie: Nicht jeder Mensch reagiert allergisch. Es ist die Norm, keine Allergie zu haben. Es ist die Norm, ausreichend mit Wasser versorgt zu sein. Es ist nur Ergebnis einer erfolgreichen Marketingstrategie der Getränkeindustrie, dass wir dazu neigen, wohlschmeckende, aber alles andere als gesundheitsförderliche Getränke statt des natürlichen Wassers zu uns zu nehmen, auf das unser Körper eigentlich eingestellt ist.
Frage: Wollen Sie damit sagen, dass man Asthma und Allergien verhindern kann, wenn man mehr Wasser trinkt?
Antwort: Ja, das können Sie ganz natürlich. Wenn Sie die Physiologie des menschlichen Körpers und die Rolle des Histamins bei der Wasserregulierung und im Wassermangel-Management verstehen, erkennen Sie, dass die chronische Austrocknung bei den meisten Menschen die primäre Ursache von Allergien und Asthma ist. Größere Wasseraufnahme – absichtlich und regelmäßig – wäre eine gute Vorbeugung und bevorzugte Behandlung. Alle Menschen, die unter Asthmaanfällen oder allergischen Reaktionen auf verschiedene Pollen oder Nahrungsmittel leiden, sollten die tägliche Wasseraufnahme strikter beachten. Dieser Personenkreis wird auch andere Indikatoren von Wassermangel aufweisen, die erkannt und entsprechend behandelt werden müssen, bevor ein schwerer Asthmaanfall möglicherweise lebensgefährlich wird. Vergessen Sie nicht, die chemischen Bahnen, die mit Austrocknung zu tun haben, haben kein »Gehirn«, sie stürzen kaskadenähnlich nach vorne. Sie werden tatsächlich »chemische Kaskaden« genannt. Diese durch Wassermangel hervorgerufenen chemischen Kaskaden töten jährlich mehrere Tausend Asthmatiker. Sie können leicht durch Wasser und Salz, zwei starke, natürliche Antihistaminika, »abgestellt« werden.
Bestimmte Chemikalien und giftige Gase können auch Atemnot oder Reizhusten auslösen, die auf einen drohenden Asthmaanfall hinweisen. Die Lungen werden verschlossen, um zu verhindern, dass ein giftiger chemischer Stoff in das Innere des Körpers gelangt, wo er empfindliche Zellen, insbesondere die Gehirnzellen, schädigen könnte.
Um Ihnen zu verdeutlichen, wie wichtig es ist wachsam zu sein, wenn man auf chemische Stoffe empfindlich reagiert, möchte ich Ihnen von mir selbst berichten. Mein Körper reagiert sehr empfindlich auf bestimmte chemische Stoffe. Jahrelang benutzte ich Cremes oder Sprays gegen Moskitos, wenn ich in Gebiete reiste, wo es die malariaübertragenden Moskitos gab. Ich stellte fest, dass einige dieser Cremes und Sprays zu einer Rötung und Schwellung meiner Haut führten. Ich benutzte sie daher nicht länger und passte besser auf, dass ich nicht mehr in Kontakt mit Moskitos kam.
Als junger Mann studierte ich in London an der St. Mary’s Hospital Medical School und arbeitete anschließend dort als Arzt. Dabei wurde mir eine schwache allergische Reaktion bewusst, wie ich glaubte auf die Chemikalien, mit denen ich in Kontakt kam. Ich achtete nicht besonders darauf, da die Reaktionen nicht ernsterer Art zu sein schienen. Ich reagierte auch empfindlich auf mein ledernes Uhrband. Wenn ich Sport trieb und das Lederband durch Schweiß feucht wurde, wurde auch die Haut unter dem Band rot, begann zu jucken und zeigte Schwellungen. Ich musste mir ein Metalluhrband zulegen. Die gleiche Hautreaktion trat auch in dem Bereich unter der Gesäßtasche auf, in der ich meine Brieftasche trug. Es hatte den Anschein, dass der Schweiß die Chemikalien, die zur Ledergerbung eingesetzt worden waren, herauslöste und diese bei Kontakt mit der Haut eine Entzündung oder Kontaktdermatitis auslösten.
Behalten Sie diese Geschichte der Chemikalienempfindlichkeit im Hinterkopf, während ich Ihnen einen wichtigen, aber bis heute nicht bedachten Auslösemechanismus für Asthmaanfälle vorstelle.
In den frühen sechziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts wurde das erste Antibiotikum gegen Pilzinfektionen auf den Markt gebracht. Es war mit dem Penicillin verwandt. Das Medikament band sich an die Keratinschicht der Haut, wodurch diese gegen das Eindringen des Pilzes resistent wurde. Ich testete es bei einem Nagelpilz, der sich in zwei Finger eines fünfjährigen Mädchens einfraß. Es vollbrachte Wunder und verhinderte das Ausbreiten des Pilzes auf die anderen Finger. Die Infektion klang nach wenigen Tagen ab.
Einige Zeit später bekam ich eine Pilzinfektion zwischen meinen Zehen. Ich spielte täglich mehrere Stunden Tennis und der Schweiß und die Feuchtigkeit müssen einen idealen Nährboden für die Pilzarten geboten haben, die man häufig in Duschräumen findet. Ich versuchte, die Infektion mit dem neu entdeckten Antibiotikum loszuwerden. Nach circa zwei Wochen begann ich allergisch auf das Medikament zu reagieren und mein Immunsystem reagierte auf die neue Keratin-Antibiotikum-Kombination. Mir fielen Haare an Beinen, Armen, Brust, Schultern und Nacken aus. Es gelang mir, einige Haare auf meinem Kopf zu retten, indem ich sofort mit einer Kortisonbehandlung begann.
Viele Jahre später schwamm ich an einem Nachmittag im Spätsommer, als ich feststellte, dass ich von Stechmücken »aufgefressen« wurde. Statt nun das Vergnügen des Schwimmens sein zu lassen, griff ich nach einem Stechmückenabwehrmittel, das meine Schwägerin bei sich hatte, und sprühte Nacken und Schultern ein. Sofort ging mir die Dummheit dieser Tat auf. Meine Lippen schwollen an und wurden taub. Nur wenige Minuten später waren wir schon in der Notaufnahme des nächsten Krankenhauses. Ich bat die Schwester, mir zuerst eine Adrenalininjektion zu verabreichen und erst dann die Formulare auszufüllen. Sie schaute mir nur kurz ins Gesicht und brachte mich schleunigst zum Notarzt, der die Schwester sofort anwies, mir eine Injektion zu verabreichen, um ein weiteres Voranschreiten meiner allergischen Reaktion zu verhindern.
Nun wissen Sie also, dass ich medizinisches Wissen auch aus den Reaktionen meines Körpers in bestimmten Situationen gewinne, und ich achte auf seine Fähigkeit, sich an Elemente, die nicht gut für ihn sind, zu erinnern und diese wieder zu erkennen. Wir alle besitzen dieses »Körpergedächtnis«, das beispielsweise giftige Chemikalien erkennt. Wir müssen dieses Phänomen aber sorgfältig beachten. Wir alle müssen zu »Spürhunden« werden, wenn wir in unserer heutigen, kommerziell orientierten Gesellschaft gesund leben wollen, in der wir mehr und mehr dazu verleitet werden, chemische Produkte anzuwenden, die für unseren Körper angeblich gut sind.
Wie Sie aus der nun folgenden Geschichte ersehen können, wurde ich erneut Opfer von Chemikalien, die in einem stark beworbenen Produkt eingesetzt waren. Die Geschichte illustriert, das eine erworbene Allergie auf Chemikalien äußerst ernst zu nehmen ist.
Ich bin ein relativ gesunder Mensch. Ich gehe spazieren und treibe Sport, nicht so viel, wie ich sollte, aber immer wenn ich von meiner Arbeit fort kann, spiele ich Golf. Ich laufe das Grün ab und trage meine Schläger selbst. Am Ende fühle ich mich fast noch so frisch wie am Anfang. Ich leide nicht unter Kurzatmigkeit. Wenn ich nicht nach draußen kann, setze ich mich auf meinen Hometrainer und fahre 30 bis 90 Minuten Rad. Ich bin dann zwar schweißüberströmt, mir geht aber nicht die Luft aus.
Letzten Herbst in Florida fühlte ich plötzlich nachts, dass ich keine Luft mehr bekam, und erlitt einen typischen Asthmaanfall, während ich im Bett lag. Ich war überrascht und betroffen. Glücklicherweise hatte ich Wasser und Salz neben dem Bett. Ich trank zwei Gläser Wasser und gab einige Körner Meersalz auf meine Zunge. Die Kurzatmigkeit hörte rasch auf und verschwand innerhalb weniger Minuten. Der Vorfall war vorbei und ich vergaß ihn rasch.
Einige Nächte später jedoch hatte ich wieder das gleiche Symptom. Jetzt machte ich mir ernsthafte Sorgen, konnte aber nicht verstehen, woher dieses überraschende Problem kam.
Meine Frau ist Chinesin. Sie ist intelligent und liest viel. Wenn Sie eine Zeitschrift aufschlägt, kann sie stundenlang lesen, ohne einmal ihre Position zu verändern! Sie liest äußerst gerne neue Ideen und Ansichten. Sie hat sich die westliche Wertvorstellung angeeignet, dass man sich gesund erhalten und auf gutes Aussehen Wert legen sollte. Sie hat die Meinung akzeptiert, dass man, um sein jugendliches Aussehen zu bewahren, nicht etwa Wasser und Seife zur Gesichtsreinigung benutzt, sondern zahlreiche Cremes, welche die Feuchtigkeit in der Haut speichern.
Ich hatte nie den Verdacht gehabt, dass irgendetwas in ihren Kosmetika Auslöser für meine Beschwerden hätte sein können. Erst als sie erzählte, dass sie eine neue Kosmetikserie entdeckt habe, die wesentlich wirksamer und noch dazu weitaus billiger sei als die bisher verwendeten Produkte, wurde ich stutzig. Sie war besonders angetan von der Tatsache, dass eine Firma, die für ihre nicht Allergie auslösenden Seifen bekannt war, diese Produktserie entwickelt hatte.
Urplötzlich richtete sich meine Aufmerksamkeit auf den Zeitpunkt, an dem sie mit der Anwendung dieser Produkte begonnen hatte. Ich leistete einige Detektivarbeit und stellte fest, dass sie die Nachtcreme sehr großzügig verwendete, und zwar direkt bevor sie sich schlafen legte. Sie zeigte mir die Produkte und ich stellte fest, dass die Nachtcreme als Reiniger einen chemischen Stoff enthielt, der »alles entfernt, was die Poren verstopfen könnte«. Es war mir klar, dass mein Körper auf einen Bestandteil dieser Nachtcreme reagierte. Haftungsausschluss und Warnhinweise auf dem Cremetopf sowie die Empfehlung, bei geringsten Anzeichen einer Reaktion das Produkt abzusetzen, bestätigten mir, dass solche Probleme wie die meinigen auftreten konnten.
Ich hatte das starke Gefühl, dass diese neue Reinigungscreme, mit der ich natürlich jedes Mal in engen Kontakt kam, wenn ich mich dem Gesicht meiner Frau näherte, der Auslöser für meine Reaktion war. Mein Körper mochte nicht, was sie meinem Lungengewebe antat, und riet mir, davon wegzubleiben – auch wenn dies bedeutete, mich von dem Gesicht meiner Frau fern zu halten!
Ich bat meine Frau, die Creme nicht mehr zu benutzen. Sie war mit meinen Erklärungen nicht zu überzeugen und äußerte Ungläubigkeit. Schließlich hatte sie eine Menge Geld bezahlt, um einen Cremevorrat für einige Monate zu kaufen. Sie glaubte, wenn sie sich zurückhalten und nur wenig Creme auftragen würde, wäre dies harmlos und ich hätte nichts dagegen. Jedoch begann ich wieder zu husten, bekam Atemnot und einen Asthmaanfall, als ich mich das nächste Mal ihrem Gesicht näherte, das sie mit dieser Creme behandelt hatte. Jetzt begriff meine Frau, dass ein chemischer Stoff, der so gefährlich für meine Gesundheit war, auch ihre Gesundheit angreifen konnte. Sie benutzte diese Kosmetikserie nicht länger und verwendet jetzt eine »natürliche« Produktlinie, die keine chemischen Stoffe enthält. Ich hoffe sehr, dass sie nicht noch einmal von der Werbung getäuscht wird.
Die »Moral« dieser Geschichte ist eine zweifache: Erstens, seien Sie vorsichtig mit Kosmetika, die zu viele Inhaltsstoffe haben, wovon die meisten chemischer Art sind. Zweitens, informieren Sie sich über chemische Produkte, die sie gewohnheitsmäßig und über einen längeren Zeitraum anwenden. Ihr Körper wird früher oder später auf die Chemikalien in Kosmetika oder Sprays reagieren.
Natürlich unterscheiden sich Chemikalien, die Allergien auslösen, von natürlichen, pflanzlichen Produkten wie Pollen, bei denen der Körper gelernt hat, sie durch seine Armee von Antikörpern zu neutralisieren, die das »gegnerische« Protein angreifen und seine chemisch aktive »Oberfläche« abdecken. Wasser hilft ausreichend natürliche und wirksame Antikörper zu produzieren, welche die Antigene direkt an dem Ort, an dem sie in den Körper eindringen (Augen, Nase, Lunge usw.), neutralisieren.
Ein gut »bewässerter« Körper wird mehr als genug Antikörper produzieren, um sich gegen feindliche Eindringlinge wehren zu können, zum Beispiel auch gegen Hausstaubmilben und winzige Organismen, die sich Zugang zum Inneren des Körpers verschaffen. Die Reaktion des Körpers auf feindliche Chemikalien unterscheidet sich von seiner Reaktion gegen biologische Stoffe, die Proteine als Bestandteile haben.
Der Körper kann mit Antikörpern, die auf fremde Proteine spezialisiert sind, ein Verteidigungssystem errichten, er kann sich aber nicht gegen schädliche Gase und Chemikalien schützen. Daher konnte mir das chemische Lösungsmittel etwas anhaben, während ich auf Hausstaubmilben oder Pollen nicht allergisch reagiere. Gegen diese Partikel produziert mein Körper Antikörper, doch um zu verhindern, dass giftige Gase oder Chemikalien Zutritt erhalten, muss er einfach meine Lunge verschließen. Zu Ihrer Information: Das Organ, welches chemische Gifte verarbeitet und langsam abbaut, ist die Leber.
Frage: Wie können Sie behaupten, dass Wasser und Salz Asthma und Allergien heilen, wenn es doch heißt, dass sie genetisch bedingte Krankheiten seien?
Antwort: Die Forschung konzentriert sich immer stärker auf die genetischen Aspekte einer Krankheit. Aber was bedeutet es wirklich, wenn behauptet wird, dass Krankheiten genetisch gesehen unabwendbare Begleiterscheinungen des Lebens seien? Was Sie damit akzeptieren sollen, ist die Unterstellung, dass es Ihr eigener genetischer »Fehler« sei, wenn Sie gesundheitliche Beschwerden haben, und dass Sie bestenfalls damit rechnen dürfen, das unter Kontrolle zu bekommen, indem Sie sich einem kommerziellen Behandlungsprogramm unterwerfen.
Ich glaube, dass dieser Ansatz ein Vorspiegeln falscher Tatsachen und das Ergebnis vieler Jahre fehlgerichteter Forschung über die Ursache menschlicher Erkrankungen ist. Zunächst einmal hat sich das genetische Erbe der Menschheit im Laufe der Jahre nicht so drastisch und schnell verändert, dass es einen solch dramatischen Anstieg im Auftreten einiger Krankheiten rechtfertigen würde. Die Zahl der Krebskranken hat in den letzten 30 Jahren stark zugenommen, die Anzahl der Asthmaerkrankungen ist in den vergangenen 20 Jahren dramatisch angestiegen und auch Allergien, Lupus, was immer Sie wollen, treten wesentlich häufiger auf als noch vor 50 Jahren.
Бесплатный фрагмент закончился.
