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Christian Dose

360 NEUSEELAND–TRÄUME

Tipps von Experten und Fans für einen traumhaften Aufenthalt am schönsten Ende der Welt


IMPRESSUM

360 NEUSEELAND-TRÄUME

Tipps von Experten und Fans für einen traumhaften Aufenthalt am schönsten Ende der Welt

Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek

Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der deutschen Nationalbibliografie. Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar

© 2017 360° medien gbr mettmann I Nachtigallenweg 1 I 40822 Mettmann

www.360grad-medien.de

Das Werk ist in allen seinen Teilen urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung sowie Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Der Inhalt des Werkes wurde sorgfältig recherchiert, ist jedoch teilweise der Subjektivität unterworfen und bleibt ohne Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität.

Redaktion und Lektorat: Christine Walter

Satz und Layout: Serpil Sevim-Haase

E-Book-Herstellung: Zeilenwert GmbH 2017

ISBN: 978-3-944921-85-3

Hergestellt in Deutschland

www.360grad-medien.de



Inhaltsverzeichnis

Cover

Titel

Impressum

Vorwort

Kia Ora!

Über dieses Buch

Unsere Jury

Neuseeland – Das „grüne Ende der Welt“

Natur & Outdoor

Nationalparks

Tierbeobachtungen

Strände der Nordinsel

Strände der Südinsel

Tageswanderungen

Mehrtageswanderungen

Seen

Wasserfälle

Abenteuer

Wintererlebnisse

Rundflüge

Radstrecken

Städte & Regionen

Auckland

Northland

Waikato & Bay of Plenty

Gisborne & Hawke's Bay

Taranaki & Manawatu-Wanganui

Wellington

Rund um Wellington

Tasman & Nelson

Canterbury

Christchurch

Otago

Southland

West Coast

Reisen & Übernachten

Traumstraßen

Campingplätze

Ungewöhnliche Übernachtungsplätze

Unterkünfte

Drehorte

Kultur & Lebensart

Maori-Kultur

Neuseeländische Spezialitäten

Restaurants

Persönlichkeiten

Künstler

Filme

Anhang

Service – Informationen A-Z

Stichwortverzeichnis

Bildnachweis

Danke

Vorwort
Kia Ora!

Montag frühmorgens auf dem Flughafen von Auckland auf der Nordinsel Neuseelands: Gerade bin ich aus Europa gelandet und warte auf meinen Anschlussflug auf die Südinsel. Plötzlich finde ich mich inmitten einer Gruppe von Neuseeländern wieder, die begeistert auf TV-Bildschirmen die Rugby-WM in Großbritannien verfolgen. Rugby ist der Nationalsport in Neuseeland schlechthin. Obwohl die „All Blacks“, wie die heimische Rugby-Nationalmannschaft liebevoll genannt wird, an diesem Morgen im Oktober 2015 nicht auf dem Platz steht, ist die Begeisterung der Fans so groß, dass sie mir als Ausländer gleich die Spielregeln erklären und mich mitfiebern lassen. Was für ein schönes „Kia Ora“, das Herzlich Willkommen in der Sprache der indigenen Maori.

Weitere Willkommenskultur folgt in 10.000 Metern Höhe über der Nordinsel: Aus der dichten Wolkendecke ragt ein schneebedeckter Berg empor. Schnell angle ich nach meiner Fotoausrüstung, mache ein paar Aufnahmen. Mein Sitznachbar erkennt meinen fragenden Blick und erklärt: Wir erhaschen einen Blick auf den Mount Ruapehu, den höchsten Berg im berühmten Tongariro National Park. Bis zum Anflug auf Nelson erklärt er mir die weiteren Naturschönheiten, die wir überfliegen, den schneebedeckten Gipfel des Vulkans Taranaki und die Marlborough Sounds der Südinsel. Am Ende lädt er mich ein, ihn einmal zu Hause zu besuchen.

Sehnsuchtsziel Neuseeland

Den Reisenden empfängt in Neuseeland eine selbstverständliche Gastfreundlichkeit, eingebettet in einen europäischen Lebensstil und geprägt von der faszinierenden Kultur der Maori. Das genaue Gegenteil symbolisiert zwar als Wappentier der sehr scheue und wenig heroische „Kiwi“, ein nicht flugfähiger Vogel. Die Neuseeländer lieben ihn aber trotzdem.

Vieles ist einfach liebenswert in Neuseeland. Kaum ein Land ist weiter entfernt von Europa als diese beiden Inseln im südwestlichen Pazifik. Kaum ein Land bietet so abwechslungsreiche Naturschönheiten: aktive Vulkane, gewaltige Fjorde, schneebedeckte Gipfel, atemberaubende Küstenstreifen, Südpazifik-Idyll. Abwechslungsreich ist auch die alte Kultur der Maori: die intim anmutende Begrüßungszeremonie des Nase-Aneinanderreibens einerseits, der furchteinflößende Kriegstanz Haka mit herausgestreckter Zappel-Zunge andererseits. Ihn führen die „All Blacks“ und andere Sportler noch heute vor jedem Spiel auf. Teilweise gehört es zum Pflichtprogramm an den Schulen.

Reiseland Neuseeland

Spätestens mit der Filmtrilogie „Herr der Ringe“ ist Neuseeland als Paradies für Naturfreunde und Abenteurer weltweit bekannt geworden. Doch noch immer finden sich Plätze, wo Besucher die Weite und die Faszination der Landschaft nahezu für sich allein genießen können.

360 Top-Ziele

Dieser Reiseführer stellt Ihnen die 360 schönsten Orte von „Aotearoa“ vor, dem „Land der langen weißen Wolke“. Wir möchten Sie inspirieren und Ihnen Orientierung bei Ihrer Reiseplanung bieten. Das neue Werk zeigt jeweils die Top10 in 36 Kategorien aus den Rubriken Natur & Outdoor, Städte & Regionen, Reisen & Übernachten sowie Kultur & Lebensart. Mit dem Buch erhalten Sie einen einzigartig breiten Erfahrungsschatz. Jede Kategorie enthält Tipps, die von Neuseeland-Experten und der Redaktion des etablierten Reisemagazins 360° Neuseeland sowie deren Facebook-Fans ausgewählt und empfohlen worden sind. Sehr viel einfacher lässt sich eine Reise nicht planen. Mit unseren 360 Reiseträumen von Neuseeland haben Sie einen Anhaltspunkt ganz nach Ihren Interessen – ob Wandern oder Abenteuer. Und welches ist nun der schönste Ort Neuseelands? Der Abel Tasman National Park im Norden der Südinsel ist das Highlight schlechthin, ergaben unsere große Befragung am Ende, nachdem die Favoriten in 36 Einzelkategorien ermittelt wurden. Mehr zur Entstehung des Buches finden Sie auf Seite 8.

Wichtig ist uns, dass wir neuen wie erfahrenen Fernreisenden ebenso praktische wie persönliche Impulse zu Neuseeland bieten. Enthalten sind daher auch zwölf kurzweilige Lese- und Reisegeschichten von Neuseeland-Insidern – gedacht als Liebeserklärungen an das vielleicht schönste Ende der Welt. Überdies vermitteln rund 400 hochwertige Fotos erste Impressionen, während Karten und ungezählte Link-Tipps bei der konkreten Reiseplanung helfen.

Das ganze Team wünschen Ihnen eine sehnsuchtsvolle Lektüre mit 360 Reiseträumen vom „Land der langen weißen Wolke“ – sowie hoffentlich bald auch eine gute Reise!

Kia Ora!

Christian Dose, im Februar 2017

Über dieses Buch

Dieser Reiseführer bietet Ihnen einen Kompass durch Neuseeland – von Cape Reinga auf der Nordinsel bis in die Catlins auf der Südinsel. Wir stellen Ihnen 360 Reiseträume in 36 Kategorien vor: die schönsten Plätze des Landes, romantische Strände, unvergessliche Wanderungen, Abenteuer pur und vieles mehr.

Mit diesem Buch navigieren Sie sich durch das Land und lernen es kennen.

1 Im ersten Kapitel „Natur & Outdoor“ erhalten Sie einen Überblick über die schönsten Nationalparks, Strände und Wanderwege sowie beispielsweise die besten Plätze zur Tierbeobachtung.

2 Im zweiten Kapitel „Städte & Regionen“ folgen Portraits der drei großen Städte Auckland, Wellington und Christchurch sowie der wichtigsten Orte in allen Regionen.

3 Kapitel 3 „Reisen & Übernachten“ umfasst Empfehlungen beispielsweise für Panoramastraßen, Campingplätze und Restaurants.

4 Im vierten Kapitel „Kultur & Lebensart“ lernen Sie den neuseeländischen Lifestyle, kulinarische Besonderheiten und die wichtigsten Persönlichkeiten des Landes kennen.

So wurden die 360 Reiseträume für Neuseeland ermittelt

 In einem Zeitraum von 18 Monaten haben die mittlerweile mehr als 3500 Mitglieder der Facebook-Gruppe „360° Neuseeland“ in 36 nichtrepräsentativen Umfragen ihre Favoriten gekürt.

 Im Anschluss nannte eine fachkundige Jury aus professionellen Reiseexperten wiederum ihre Lieblingsorte (Portraits der Jury ab Seite 10).

 Auf dieser Basis wählte der Autor schließlich die 360 wichtigsten Ziele für eine Traumreise nach Neuseeland aus.

 Am Ende fand eine zusätzliche Umfrage bei Reise-Fans und Reise-Profis statt, um aus einer Vorauswahl von 40 Zielen auf Basis der vorherigen Auswertungen den schönsten Ort Neuseelands zu ermitteln.

 Jede der 36 Kategorien besteht aus jeweils zehn Empfehlungen. Die zwei beliebtesten Tipps sind jeweils ausführlich auf zwei Seiten dargestellt, weitere zwei Empfehlungen mit je einer Seite und abschließend sechs weitere Tipps in kompakter Form. Link-Tipps und Landkarten sowie zwölf „Liebeserklärungen“ und „Lieblingsorte“ von ausgewiesenen Neuseeland-Kennern ergänzen die 360 Reisetipps für eine unvergessliche Reise an das „grüne Ende der Welt“.

Reiseträume in Neuseeland


Platz 1 Abel Tasman National Park
Platz 2 Lake Tekapo
Platz 3 Milford Sound
Platz 4 Coromandel Peninsula
Platz 5 Catlins Coast
Top2 Nationalparks Abel Tasman National Park, Fiordland National Park
Top2 Tierbeobachtungen Curio Bay/Porpoise Bay, Otago Peninsula
Top2 Tageswanderungen Tongariro Alpine Crossing, Abel Tasman National Park
Top2 Strände der Nordinsel Cathedral Cove, Ninety Mile Beach
Top2 Strände der Südinsel Wharariki Beach, Moeraki Boulders

Quelle: Umfragen unter Neuseeland-Fans und Reiseprofis


Unsere Jury

Michael Becker


Neuseeland und ist seitdem im Tourismus tätig. 1995 gründete er KEA Campers, eine Wohnmobil Vermietung. Das Unternehmen wurde zweimal hintereinander bei den Tourism Awards mit dem Titel „Bestes Tourismus Unternehmen Neuseelands“ ausgezeichnet. Seit 2010 ist er Mehrheits-Eigentümer von Wilderness Motorhomes - einer Premium Wohnmobil Vermietung, die ausschließlich deutsche Wohnmobile vermietet (Bürstner, Carado). Nicht nur durch seine Tätigkeit in der Tourismus Branche, sondern auch als leidenschaftlicher Motorradfahrer kennt er (fast) jede Ecke Neuseelands. Als alter Hamburger ist er immer noch Fan eines dort ansässigen Fußball Clubs mit Kult-Status. www.wilderness.co.nz

Christian Dose


… ist erfahrener Journalist und Kommunikationsberater sowie Reisevortragsreferent und Dozent. Der gebürtige Berliner erkundet die Welt seit seinem 20. Lebensjahr, als er erstmals in die USA reiste. Es folgten zahlreiche weitere Fernreisen, beispielsweise nach Nordamerika, Neuseeland und Australien sowie in den Nahen Osten und ins südliche Afrika. Hauptberuflich ist er als Berater für Public und Investor Relations tätig, zuvor war er unter anderem als Wirtschaftsredakteur aktiv. Er ist Absolvent der Berliner Journalisten-Schule und Betriebswirt (EBW); seit 2012 arbeitet er nebenberuflich als Reisejournalist, vornehmlich für den 360° medien Verlag zu den Ländern Australien, Neuseeland und Kanada. www.cd-reisen.de, www.traumziele-von-oben.de

Eva Hoetzel


… kam erstmals 2004 nach Neuseeland. Als Präsidentin der Deutsch-Neuseeländischen Gesellschaft e. V. fördert sie das interkulturelle Verständnis beider Länder, reiste gut zwanzig mal als Delegations- und Reiseleiterin nach Neuseeland und kennt „fast alles und jeden“ dort. Gerade ihre Nähe zur Jugend und Schirmherrin des „Sun & Fun“-Schülerprogramms, das einen kleinen Kreis von „Schülerbotschaftern“ beim Aufenthalt in neuseeländischen Schulen organisatorisch unterstützt, weist sie auch als Kennerin der Sport- und Abenteuerszene in Neuseeland aus. Ihren Beruf hat die einstmals Stuttgarter Anwältin in Deutschland inzwischen aufgegeben und sich mit Leidenschaft Neuseeland verschrieben. Dort beschäftigt sie sich als Fachautorin, liebt Fahrradfahren, Fischen und den Haka der All Blacks.

Jenny Menzel


… hat vor zehn Jahren ihr Diplom in Soziologie an den Nagel gehängt, um freiberuflich als Texterin und Lektorin zu arbeiten. Es ist die optimale Verbindung von Beruf und Lieblingsbeschäftigung, denn mit ihrer Familie geht sie fürs Leben gern auf Entdeckungsreisen. Sei es im Campervan in Neuseeland oder Japan, mit dem Zelt in Norwegen oder als Backpacker in Südostasien. Ihre Begeisterung über die Vielfalt und Schönheit der Welt möchte Jenny Menzel ihren drei Kindern zwischen zwei und zwölf Jahren mitgeben. Wenn die Dresdnerin nicht auf Reisen ist, schreibt sie darüber; auf Onlineportalen, in Reisemagazinen und in ihrem eigenen Neuseeland-Reiseblog. Soeben ist ihr fünftes Buch erschienen: „Neuseeland abseits der ausgetretenen Pfade. Die Südinsel“ (Verlag 360° medien mettmann). www.weltwunderer.de

Oliver Rube


… kam 2009 als Praktikant nach Neuseeland, wo er bis 2016 lebte. In seiner Zeit in Neuseeland hat der gebürtige Trierer an zahlreichen bilateralen Projekten in Wirtschaft, Politik und Kultur als Mitarbeiter der NZGBA mitgewirkt. Highlight war der Auftritt von Neuseeland als Gastland während der Frankfurter Buchmesse 2012. Zudem betreibt er als Teil eines Künstler-Kollektivs mit Mitgliedern aus Neuseeland, Hamburg und Zürich das OFF THE RADAR Music & Arts Festival, welches die Kunstszene aus Europa mit der Neuseelands verbindet.

Privat wie auch beruflich hat Oliver viele Facetten von Aoteroa kennenlernen und tiefe Verbindungen mit den Menschen und dem Land erfahren. Er ist heute für den größten Importeur von Manuka Honig in Europa, Neuseelandhaus GmbH, in der Geschäftsleitung tätig. www.neuseeland-haus.de

Björn Spreitzer


… entdeckte zuerst als Backpacker Neuseeland als seine absolute Traumdestination. Nach mehreren Urlaubsbesuchen machte der gebürtige Oberpfälzer vor etwa sechs Jahren Auckland zu seiner neuen Heimat. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Zur Zeit arbeitet er als General Manager Americas & Europe für Tourism New Zealand (die neuseeländische Tourismus-Marketing-Organisation) in Los Angeles und ist für die Werbeaktivitäten in den Ländern USA, Kanada, Deutschland, Großbritannien und Brasilien verantwortlich. Seine zweite Heimat ist Waldsassen in der nördlichen Oberpfalz. www.tourismnewzealand.com

Monique Surges


… leitet seit 2001 die offiziell vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWI) anerkannte Repräsentanz der deutschen Wirtschaft. Als CEO der Außenhandelskammer Neuseeland (NZGBA) managt sie ihr Team in Auckland, ist jedoch oft unterwegs in Neuseeland und Deutschland. Die gebürtige Neuseeländerin spricht fließend Deutsch und weitere europäische Sprachen. Monique Surges ist immer gerne auf dem Fahrrad oder im BMW i3 unterwegs, wenn sie nicht gerade beim Skifahren ist.

www.neuseeland.ahk.de

Andreas Walter


… träumte schon in der Schulzeit in den 1980er-Jahren von einer Reise nach Neuseeland. Es sollte jedoch bis zum Jahreswechsel 2005 / 2006 dauern, bis er gemeinsam mit seiner Frau Christine das schönste Ende der Welt kennen- und liebengelernt hat. Die Eindrücke erwiesen sich als nachhaltig, denn nur zwei Jahre später gründeten beide den Verlag 360° medien und starteten im August 2008 das quartalsweise erscheinende Magazin 360° Neuseeland (www.360grad-neuseeland.de), um Aotearoa dauerhaft verbunden zu bleiben. Mittlerweile hat sich der Verlag zu einem etablierten Anbieter von hochwertiger Reiseliteratur in Form von Magazinen, Büchern, Kalendern und digitalen Plattformen, insbesondere für Neuseeland, Australien, Kanada, USA und das südliche Afrika, entwickelt.

Neuseeland – Das „grüne Ende der Welt“

„Aotearoa – Land der langen weißen Wolke“ nennen die Maori ihre Heimat. Verführerisch und verlockend. Kaum ein Reiseziel gilt so sehr als Sehnsuchtsziel wie Neuseeland, für uns Deutsche gern als „Ende der Welt“ tituliert und oftmals als eines der letzten Paradiese voll unberührter Natur gepriesen. Und so verführerisch und verlockend der traditionelle Name klingt, so vielfältig ist das Land im fernen Pazifik. Schneebedeckte Berggipfel treffen auf eine einzigartige Tierwelt, die ihresgleichen sucht. Schroffe Küstenlinien gesellen sich zu lieblichen verwunschenen Landschaften, einsame Strände und exzellente Wanderwege prägen das Bild, mondäne Städte und mächtige Fjorde bilden ungleiche Paare. Maori-Traditionen und Adrenalinkicks des 21. Jahrhunderts begeistern gleichermaßen. Vielfalt auf engstem Raum und in nahezu allen Dimensionen, gepaart mit entspannter Lebensfreude und einer perfekten Infrastruktur, macht Neuseeland zu einem Reiseziel par excellence.

Aus der Anfangszeit unseres Planeten

Die Urgewalten der erdgeschichtlichen Entwicklung sind in Neuseeland bis heute zu erleben. Vulkane und Erdbeben erschüttern immer wieder das Land, sorgen für horrende Schäden und bringen vor allem viel Leid über die einheimische Bevölkerung. Besonders in Erinnerung bleiben die Serie von Erdstößen, die im Jahr 2011 über Christchurch hereinbrachen, sowie die Beben vom November 2016 in Kaikoura. Die geografische Lage Neuseelands an der Grenze zweier Kontinentalplatten lässt die Erde beben, Vulkane ausbrechen und Gebirgsketten wie die Southern Alps entstehen. Die beiden Inseln liegen an der Grenze zwischen der Indisch-Australischen Platte und der Pazifischen Platte, die hier aufeinander stoßen. Seit mehr als 80 Millionen Jahren ist die Erde in Bewegung, seit sich die Landmasse vom Superkontinent Gondwana trennte und in die abgelegene Region im Pazifik driftete. Die abgeschiedene Lage und fehlende menschliche Besiedlung ließ die Natur sich viel länger ungestört entwickeln als in anderen Erdteilen. Gerade der flugunfähige Kiwi – der Nationalvogel des Landes – ist bis heute ein lebendes Beispiel für die lange Zeit der Isolation. Zugleich sind etwa 70 Prozent der Pflanzenwelt endemisch.

Die exponierte Lage an der Kante zweier Kontinentalplatten ist verantwortlich für diese Ereignisse. Und doch bringen sie nicht nur Schrecken über das Land: Sie machen die Landschaft unverwechselbar und locken Besucher aus aller Welt an. Spätestens die Verfilmungen der Tolkien-Romane „Der Herr der Ringe“ durch Star-Regisseur Peter Jackson hievten Neuseeland dank seiner prächtigen Natur in die Eliteklasse des internationalen Tourismus.

Die ersten Siedler und die stolze Maori-Kultur

Bewohner anderer pazifischer Inseln erreichten Aotearoa vermutlich vor etwa rund 1000 Jahren und besiedelten das Land in den folgenden Jahrhunderten allmählich. Im Vergleich zum relativ nahe gelegenen Australien, wo Aborigines schon vor 40.000 Jahren und mehr leben, also deutlich später. Die Mehrzahl der Maori wählte dabei die klimatisch günstigere Nordinsel. Vor allem die heutige Bay of Islands bildete den ersten Ballungsraum – ab dem 14. Jahrhundert entstanden dann auch erste kleine feste Siedlungen, die Pa (Wehrdörfer). Als erster Europäer erblickte der holländische Seefahrer Abel Tasman am 13. Dezember 1642 Aotearoa. Doch erst der berühmte britische Entdecker James Cook erkundete ab Oktober 1769 die beiden Inseln näher. Anschließend erreichten erste weiße Siedler – vor allem Walfänger – Neuseeland. Mit spürbaren Folgen auf der Seite der Maori und für die Natur. Zur Kronkolonie Großbritanniens wurde das Land mit dem Vertrag von Waitangi, der am 6. Februar 1840 in der Bay of Islands geschlossen wurde. Bis heute ist die Vereinbarung, die als erste Verfassung des Landes gilt und das Zusammenleben regeln sollte, heftig umstritten. Die Maori sind – wie viele weitere indigene Völker – bis heute deutlich benachteiligt. Entgegen der Befürchtungen aus dem 19. Jahrhundert ist die Lebensgemeinschaft bis heute aber nicht ausgestorben. Ganz im Gegenteil: Die Maori sind sich ihrer langen Tradition bewusst und versuchen, sie bis heute lebendig zu halten und auf sich aufmerksam zu machen. Mit Erfolg, wie die steigenden Angebote und Besucherzahlen von Touren und Ausflügen mit den Maori zeigen. Heute stellen die ursprünglichen Bewohner des Landes noch etwa 15 Prozent der insgesamt rund 4,7 Mio. Einwohner Neuseelands. Der Kriegstanz Haka ist dank der Rugby-Nationalmannschaft weltweit bekannt und zugleich Symbol für das gestiegene Ansehen und Selbstbewusstsein der Maori wie auch für das ganze Land. Gleichwohl gilt die indigene Bevölkerung noch immer als sozial und wirtschaftlich benachteiligt – mutmaßlich aber weniger stark als die Aborigines in Australien.


Modernes Urlaubsziel

Vor allem seit den Kino-Blockbustern von Regisseur Jackson boomt der Tourismus in Neuseeland und ist nach der prosperierenden Landwirtschaft – das Land ist beispielsweise wichtigster Milchexporteur der Welt – eine der wichtigsten Einnahmequellen. Doch schon seit jeher lockt die vielfältige Natur Menschen aus der ganzen Welt. Erster Touristenmagnet schon im 19. Jahrhundert: die Thermalquellen rund um Rotorua mit ihren heilenden Kräften. Heute ist das ganze Land auf seiner Länge von rund 1700 Kilometern touristisch erschlossen. Doch neben Hotspots wie der Bay of Islands und dem Tongariro National Park auf der Nordinsel und beispielsweise Abel Tasman National Park und dem weithin bekannten Milford Sound auf der Südinsel lässt sich in manchen Regionen noch die Ruhe des Landes genießen. So gelten etwa das East Cape auf der Nordinsel oder die Catlins im Südosten der Südinsel noch immer als Geheimtipps abseits der Hauptrouten.

Das Image als grünes Ziel pflegt Neuseeland schon jeher. Dem ersten Nationalpark – dem Tongariro National Park im Jahr 1887 – folgten bis heute weitere zwölf Nationalparks. Hinzu kommen zahlreiche Schutzgebiete und Regionen, die ebenfalls von den Rangern der Naturschutzbehörde DOC (Department of Conservation) gepflegt und kontrolliert werden. Mit Blick auf sein grünes Image setzte das Land beispielsweise auch schon früh auf regenerative Energien. Gleichwohl, angesichts des Booms gerade auch aus asiatischen Ländern sowie bei Kreuzfahrtpassagieren und Backpackern aus aller Welt, wurde die zuvor große Freiheit mittlerweile leicht zurückgeschraubt. Zum Schutz der Natur und mit Blick auf die Bedürfnisse der Einheimischen ist beispielsweise freies („wildes“) Campen an zahlreichen Stellen nicht mehr oder nur mit Einschränkungen erlaubt. Und schon länger ist die Zahl der Wanderer auf den mittlerweile neun beliebtesten Wanderwegen – den Great Walks – zumindest in der Hochsaison begrenzt.

Doch ungeachtet dieser kleinen Einschränkungen gibt es wohl kaum ein Reiseziel, das so einfach zu bereisen ist und zugleich mit so großer Vielfalt glänzen kann. Nahezu alle Klimazonen in einem Land sorgen für eine einzigartige Landschaft, die trotz aller Urlaubermassen und des technischen Fortschritts weitgehend unzerstört ist. Noch heute dürfte es einzelne Flecken in Neuseeland geben, auf die bislang nur wenige Menschen ihre Füße gesetzt haben. An diesem Image als grünem Paradies werden die Kiwis, wie die Neuseeländer mit Blick auf ihren ungewöhnlichen Nationalvogel auch genannt werden, festhalten.

Nicht zuletzt prägt die Pracht der Natur den Lebensstil der Kiwis, der an Entspanntheit, Hilfsbereitschaft und herzlicher Sympathie kaum zu übertreffen ist. „Boote und Berge“ könnte als Synonym für Lebensgefühl und hohen Freizeitspaß herhalten – für Einheimische und Touristen gleichermaßen. Sowohl das Meer, die Seen und die Wasserarme als auch Berge jegliche Form und Höhe prägen die Landschaft. Und haben dafür gesorgt, dass die Menschen in Neuseeland die Natur auf ganz unterschiedliche Art erleben können: beschaulich auf Wanderungen oder vom Kanu aus, abenteuerlich vom Jet-Boat oder beim Fallschirmsprung. Wohl kein anderes Land bietet so vielfältige Natur und Erlebnisse wie das „grüne Ende der Welt“.

Wichtige Links

www.newzealand.com

www.doc.govt.nz

www.tourism.net.nz

www.360grad-neuseeland.de

www.auswaertiges-amt.de

Neuseeland und Deutschland im Vergleich


Neuseeland Deutschland
Einwohner 4,69 Mio. 81,8 Mio.
Lebenserwartung 81,16 Jahre 80,89 Jahre
Bruttoinlandsprodukt pro Kopf 41.556 US$ 46.265 US$
Fläche 268.107 Quadratkilometer 357.376 Quadratkilometer
Bevölkerungsdichte 17 Einwohner pro Quadratkilometer 230 Einwohner pro Quadratkilometer
Küstenlinie 15.134 Kilometer 2389 Kilometer
Höchster Berg Aoraki/Mount Cook – 3724 Meter Zugspitze – 2962 Meter
Nationalfeiertag 6. Februar 3. Oktober
UNESCO-Welterbestätten 3 41

Quelle: Weltbank, Auswärtiges Amt, www.laenderdaten.de u. a.

Natur & Outdoor


Der Milford Sound wird gern als „achtes Weltwunder“ gepriesen.

Nationalparks

Tierbeobachtung

Strände der Nordinsel

Strände der Südinsel

Tageswanderungen

Mehrtageswanderungen

Seen

Wasserfälle

Abenteuer

Wintererlebnisse

Rundflüge

Radstrecken



Nationalparks


Die Küste des Abel Tasman National Park genießen Besucher vom Kanu oder Boot aus.

Ob feurige Vulkane, weißfunkelnde Gletscher oder goldgelb strahlende Strände: Neuseeland steht in erster Linie für unberührte Natur und eine überbordende Vielfalt der Flora und Fauna. Allein 13 Nationalparks sollen die Schönheit der Natur bewahren und künftigen Generationen näherbringen. Reisende kommen gerade in den Nationalparks der schöpferischen Kraft von Mutter Erde besonders nah. Mehr als 30.000 Quadratkilometer geschützte Natur – entsprechend etwa einem Zehntel des gesamten Fläche Neuseelands – warten nur darauf, auf kurzen oder langen Touren erkundet zu werden.

www.doc.govt.nz/​nationalparks

1 Abel Tasman – Sonniges Küstenparadies

Kann es einen schöneren Platz auf unserem Planeten als die Küste des Abel Tasman National Park geben? Grünglänzende riesige Farne wechseln sich ab mit goldgelben Sandstränden, Granit- und Marmorfelsen einzigartiger Prägung treffen auf dichten Regenwald mit hochgewachsenen Nikaupalmen, Robben schwimmen im Meer, während Wanderer in Lagunen mit türkis-grünem Wasser planschen und dem vielstimmigen Chor der Vögel lauschen. Und obendrein, nicht zu vergessen, so viele Sonnenstunden wie in diesem Nationalpark im Nordwesten der Südinsel gibt es sonst kaum in Neuseeland. Für viele der schönste Ort des Landes.

Es fällt wahrhaft schwer, das Besondere des Abel Tasman National Park zu bestimmen. Der Mix aus Landschaft, Flora und Fauna sowie Klima ist einfach zu perfekt. Kein Wunder, dass Heerscharen von Urlaubern ganzjährig den Küstenstreifen bevölkern. Neben der beeindruckenden Natur trägt auch das gute touristische Angebot zur Attraktivität des kleinsten neuseeländischen Nationalparks bei. Von gemütlichen Bootsfahrten bis hin zu geführten Mehr-Tages-Wanderungen – unter einer Vielzahl von Angeboten können Besucher wählen und der Natur je nach persönlicher Vorliebe näherkommen. Dank der zahlreichen Anbieter sowie der überschaubaren Größe des Parks lassen sich verschiedene Aktivitäten wie Wanderungen und Kajaktouren gut miteinander kombinieren. Schließlich ist der Park nur zu Fuß oder vom Wasser aus erreichbar.

Der Abel Tasman National Park wurde 1942 eröffnet und erinnert an Abel Tasman. Der niederländische Entdecker lag 300 Jahre zuvor im Dezember des Jahres 1642 in der angrenzenden Golden Bay mit ihren weiten Sandstränden vor Anker und gilt als erster Europäer, der diese Region im südöstlichen Pazifik erreicht hat. Heute besuchen jährlich rund 180.000 Gäste den Park. Während der Besiedlung des Landes wurden Flora und Fauna im heutigen Schutzgebiet kräftig zerstört, etwa durch die Gier nach Holz und Weideland. Mit der Gründung des Parks versuchten die Ranger das rund 220 Quadratkilometer große Areal zu renaturieren. Der Einsatz hierfür lohnt sich: Heute erobern sich Farne und Regenwald ihren ursprünglichen Lebensraum zurück, die Tierwelt von Robbe über den laut plappernden Tui bis hin zu kleinen blauen Pinguinen wächst kontinuierlich.

www.abeltasman.co.nz

www.aquataxi.co.nz


2 Fiordland – Fjorde in einsamer Landschaft

Die gewaltige Schaffenskraft der Natur bringt Besucher regelmäßig zum Staunen: Steil aufragende Berge mit ihren schneeweißen Gipfeln und tiefe Täler unterhalb des Wasserspiegels prägen die Landschaft im größten Nationalpark Neuseelands. Insgesamt 14 Fjorde und zwei der tiefsten Seen des Landes umfasst der Fiordland National Park im Südwesten der Südinsel. Zusammen mit Wasserfällen, die teils mehrere hundert Meter hinabstürzen, und undurchdringbarem Regenwald ergibt sich eine Szenerie, die nahezu unvergleichlich ist. Selbst beim zweiten Besuch erscheinen die Naturgewalten so beeindruckend, als wären sie nicht von der Natur geschaffen, sondern das Werk eines talentierten Landschaftsplaners.

Die landschaftlich vielleicht spektakulärste Region ist in 500 Millionen Jahren von Eis, Schnee und Regen sowie tosenden Stürmen geformt worden. Den abschließenden Feinschliff verpasste ihr die letzte Eiszeit vor rund 10.000 Jahren, als Eismassen die Täler gruben, in die sich dann das Wasser des Pazifik ergoss. Auch wenn sich dafür der Begriff „Sound“ etabliert hat, handelt es sich um Fjorde ähnlich wie beispielsweise in Norwegen. Und obwohl die neuseeländischen Prachtexemplare nicht an die europäischen Dimensionen heranreichen, zählen die hiesigen Fjorde zu den beliebtesten Zielen der Besucher. Allen voran ist der Milford Sound wegen seiner guten Erreichbarkeit ein Touristenmagnet und täglich Ziel zahlreicher Busgruppen. Im angrenzenden Doubtful Sound, immerhin drei Mal so groß und mit 421 Metern der tiefste der 14 Sounds des Landes, geht es hingegen gemächlicher zu. Und im Dusky Sound bestehen für Urlauber gute Chance, die Natur nahezu für sich allein zu erleben. Der mit 44 Kilometer längste Fjord ist schließlich nur über anstrengende Wanderungen, per Boot oder aus der Luft erreichbar. Zudem durchziehen den Nationalpark zahlreiche kurze und längere Wanderwege wie der legendäre Milford Track.

Trotz der Besuchermassen im Milford Sound zählt der 1952 gegründete Nationalpark zu den am wenigsten erschlossenen Regionen des Landes. Die unwegsamen Wälder und teils kaum zu überwindenden Berge, gepaart mit heftigen Regenfällen von bis zu 6000 Millimeter pro Jahr, sind kein einladender Lebensraum. Im Gegensatz zum Menschen fühlen sich dafür die Tiere in dieser Pracht umso wohler: Während man auf die stechenden Sandflies getrost verzichten kann, zählen Robben, Delfine und Pinguine zu den Stars in den Fjorden. Zuweilen toben sich Wale an der Küste aus, während Vögel wie Keas und Kiwis den passenden Sound beisteuern.

www.realjourneys.co.nz

www.cruisemilfordnz.com


3 Tongariro – Feuerberge wie aus dem Bilderbuch

Die mächtigen Gipfel weisen bei guter Sicht schon von Weitem den Weg zur größten Attraktion der Nordinsel: Drei Vulkane bilden das Herzstück des Tongariro National Park. Seine Bedeutung bestätigt auch die UNESCO, die die Bergregion neben nur wenigen anderen Orten auf der Erde sowohl zum Natur- als auch zum Kulturerbe erklärt hat. Maori-Häuptling Te Heu Heu Tukino IV schenkte das Land in den 1880er-Jahren dem Staat, der auf Wunsch der Maori den ersten Nationalpark gründete. Wanderer durchqueren das Schutzgebiet heute auf mehreren beliebten Wegen (siehe „Tageswanderungen“, Seite 65, und „Mehrtageswanderungen“, Seite 80).

Bis heute kommen die drei Vulkane Ngauruhoe, Ruapehu und Tongariro nicht zur Ruhe. So stand im August 2012 über dem namensgebenden Krater eine hohe Aschewolke. Das größte Unglück indes ereignete sich an Weihnachten 1953, als ein überlaufender Kratersee eine Bahnbrücke einstürzen ließ und 151 Menschen eines heranrasenden Schnellzuges starben.

Die vulkanischen Aktivitäten begannen vor zwei Millionen Jahren, als Lava aus der pazifischen Erdplatte nach oben drang, ehe dann vor 200.000 Jahren Ruapehu und Tongariro entstanden. Mount Ngauruhoe hingegen bildete sich erst vor 2500 Jahren. Für die Maori nehmen die Feuerberge in ihrer Mythologie eine bedeutende Rolle ein. Spätestens die Film-Reihen „Herr der Ringe“ und „Hobbit“ machten den Nationalpark weltbekannt.

www.tongarirocrossing.org.nz

www.tongarirocrossing.com

www.adriftnz.co.nz

www.nationalpark.co.nz


4 Aoraki/Mount Cook – Höchster Berg des Landes

Edmund Hillary prägt bis heute die Geschichte des höchsten Berg Neuseelands: Am 3755 Meter hohen Aoraki/Mount Cook trainierte der wohl berühmtestes Sohn des Landes für seinen Gipfelsturm im Himalaya, wo er 1953 als erster Mensch den höchsten Berg der Erde bezwang. Weitere 18 Gipfel über 3000 Meter sowie fünf Gletscher umfasst der 1953 eingerichtete Nationalpark mit seinen zahlreichen Wanderwegen wie dem lohnenden Hooker Valley Track (siehe „Tageswanderungen“, Seite 70).

Der höchste Berg des Landes, dessen Gipfel erstmals 1899 erklommen wurde, nimmt in der Schöpfungsgeschichte eine bedeutende Rolle ein: Demnach sind die ganzjährig schneebedeckten Berge die Insassen des ersten Kanus, das im Sturm auf dem Pazifik kenterte und selbst zur neuseeländischen Südinsel wurde. In der Sprache der Maori hieß der höchste Gipfel „Wolkendurchbrecher“ (Aoraki) – heute wird der Doppelname verwendet. Der 700 Quadratkilometer große Park bildet zusammen mit Fiordland National Park im Süden, dem Westland Tai Poutini National Park an der Westküste sowie dem Mount Aspiring National Park die sogenannte Te Wahipounamu World Heritage Area, die zum Weltnaturerbe der UNESCO zählen. Der Name verweist auf die reichen Jade-Vorkommen in der Region – Te Wahipounamu steht für Jadeort.

www.mtcook.com

www.glacierexplorers.com

www.helicopter.co.nz

www.alpineguides.co.nz


5 Mount Aspiring


Die alpine Landschaft beherrscht der markante, an das Schweizer Matterhorn erinnernde Gipfel des Mount Aspiring. Der Mount Aspiring National Park im Herzen der Südinsel glänzt mit Wanderungen wie dem Rob Roy Valley Track und mehrtägigen Bergtouren wie dem leichten Routeburn Track (siehe „Tageswanderungen“, Seite 70 und „Mehrtageswanderungen“, Seite 76).

6 Nelson Lakes


Zwei Bergseen, zuweilen smaragd- oder türkisfarben glänzend, bilden das Herz des Nelson Lakes National Park. Geformt von eiszeitlichen Gletschern, prägen bis heute schneebedeckte Gipfel sowie dichter Wald die Landschaft. Die Konkurrenz des nahen Tasman National Park sorgt dafür, dass der Nationalpark bis heute vergleichsweise wenige Besucher zählt (siehe „Tasman & Nelson“, Seite 234).

7 Arthur’s Pass


Der Pass auf 920 Meter Höhe markiert nicht nur die Grenze zwischen den Regionen Canterbury und West Coast – er ist zugleich der schönste und höchstgelegene Weg über die Alpen. Im Arthur’s Pass National Park stehen Wanderern zahlreiche Wege offen. Zudem ist die Region mit ihren zahlreichen Gipfeln über 2000 Metern ein beliebtes Wintersportrevier. Überdies halten hier die Züge des „TranzAlpine“.

8 Paparoa National Park


Seine Gesteinsformationen in Streifenoptik sorgen für einen einprägsamen Spitznamen: Pfannkuchen-Steine. Die Pancake Rocks sind der Hauptanziehungspunkt im Paparoa National Park an der rauen Pazifikküste der Südinsel. Doch der 1987 gegründete Park bietet viel mehr, auch wenn viele Besucher an den Wasserfällen, Höhlen und bizarren Gesteinsformationen vorbei rauschen (siehe „West Coast“, Seite 282).

9 Te Urewera National Park


Nahezu mystisch präsentiert sich der dichte, oft in Nebel gehüllte Regenwald. Der Te Urewera National Park umfasst das größte zusammenhängende Waldgebiet der Nordinsel sowie den Lake Waikaremoana. Die Vegetation zieht sich hoch bis auf die Spitzen der Berge. Weite Teile sind trotz vieler Wanderwege wie dem Lake Waikaremoana Track bis heute unerschlossen (siehe „Gisborne & Hawke's Bay“, Seite 188).

10 Kahurangi


Die Maori nennen ihn „liebevoll behüteter Besitz“ – besser lässt sich der zweitgrößte Nationalpark kaum beschreiben. Dank seiner abgeschiedenen Lage im Nordwesten der Südinsel zieht der Karuhangi National Park trotz seiner vielfältigen Flora und Fauna kaum Besucher an: Mehr als 100 seltene Vogelarten wurden gezählt. Der Heaphy Track führt durch den Park (siehe „Mehrtageswanderungen“, Seite 80).

Tierbeobachtungen


Wale sind die Stars vor Kaikoura.

Neuseelands abgelegene Lage auf den Weltmeeren hat eine ganz eigene Tierwelt hervorgebracht. Besonders der Nationalvogel Kiwi mit seinem charakteristisch langen Schnabel ist ein echtes Unikat. Neben weiteren einzigartigen Vogelarten ziehen Wale, Delfine und Pinguine die Besucher in ihren Bann. Vielfach lassen sich die Tiere direkt vom Strand oder Wegesrand beobachten. Geführte Touren, auch per Boot, erhöhen die Chancen beim Wildlife-Spotting.

www.doc.govt.nz/​nature/​native-animals

11 Curio Bay/Porpoise Bay – Delfine und Pinguine

Keiner springt so anmutig durch das Wasser wie die kleinen und seltenen Hector Dolphins (Hector-Delfine). In den benachbarten Buchten Curio und Porpoise Bay kommen die maximal 1,50 Meter großen Meeressäuger teils bis auf zehn Meter nah an den Strand. Hector Dolphins leben ausschließlich in Neuseeland und sind mit gerade einmal 7000 Exemplaren eine der seltensten Delfinarten überhaupt – die kleinsten sind sie ohnehin. Im Sommer und Herbst sind die scheuen Delfine regelmäßig in den beiden Buchten in den Catlins (Südosten der Südinsel) anzutreffen, vorzugsweise am langen Sandstrand der Porpoise Bay. Die kleine Kolonie umfasst gerade einmal 20 Tiere, die dauerhaft in der Bucht leben. Zudem sind sie vor der Banks Peninsula bei Christchurch zu finden.

Doch für Reisende zählen die beiden Buchten nicht nur wegen der Delfine zu den schönsten Plätzen in Neuseeland, die einheimische Tierwelt zu erleben. Denn von der Aussichtsplattform lassen sich – gerade zum Sonnenuntergang – auch sehr gut Gelbaugenpinguine (Hoiho) beobachten, wenn sie abends aus dem Meer zurück an den Strand kehren. Trotz der rund 6000 bis 7000 Exemplare allein in Neuseeland zählen die bis zu 76 Zentimeter großen Geschöpfe zu einer der seltensten Arten. Außer auf der Südinsel leben die Meeresbewohner mit ihrem charakteristischen gelben Streifen sonst nur noch auf den subantarktischen Inselgruppen Auckland Islands und Campbell Island Group, die ebenfalls beide zu Neuseeland gehören.

Das Wildlife-Erlebnis komplettieren mächtige Seelöwen, die bis zu drei Meter lang und 400 Kilogramm schwer werden. Besucher sollten auch ihnen nicht zu nah kommen und sich schon gar nicht zwischen die gemütlich aussehenden Tiere und das Meer stellen – dann werden die Seelöwen schnell sehr aggressiv. Da sie keine Scheu vor Menschen zeigen, sollte der Mindestabstand nie unter zehn Meter sinken.

Wer die drei interessanten und leider vom Aussterben bedrohten Arten gesehen hat, auf den wartet mit dem Versteinerten Wald eine weitere Eigenheit der Natur (siehe „Strände der Südinsel“, Seite 58). Übernachtungsmöglichkeiten bestehen beispielsweise auf einem Campingplatz auf einer kleinen Landzunge zwischen den beiden Buchten und einem Hostel inmitten der Dünen (siehe „Campingplätze“, Seite 310).


12 Otago Peninsula – Tierische Tagestour

Mächtig und majestätisch zugleich gleiten die Albatrosse über die Klippen und weiter gen Parkplatz. So schnell und so groß, dass es schwer fällt, die Vögel zu fotografieren. Der Anblick der Flügel mit einer Spannweite von bis zu dreieinhalb Metern bleibt ohnehin gut in Erinnerung. Im Royal Albatross Centre auf der Otago Pensinsula erleben Urlauber die Vögel in voller Pracht.

Selbst wer schon kostenlos vom Parkplatz aus seinen Erfolgsmoment genießen konnte, sollte sich einer geführten Tour anschließen: Es ist weltweit der einzige Platz auf dem Festland, wo Reisende eine Kolonie von Albatrossen beobachten können. Mit den vorhandenen, kostenlosen Ferngläsern blicken Besucher aus einem unterirdischen Versteck auf das Spektakel – während der Brutzeit von Mitte September bis Ende November ist das Zentrum allerdings geschlossen. Die 90-minütigen Führungen beinhalten zudem einen kurzen Abstecher zu den ehemaligen Festungsanlagen aus dem Zweiten Weltkrieg, als Neuseeland aus Angst vor Russen und Japanern aufgerüstet hatte. Eine drehbare Kanone aus dieser Zeit ist der Höhepunkt der kleinen Ausstellung.

Der Besuch der Albatross-Kolonie lässt sich auf einer Tagestour über die 34 Kilometer lange Halbinsel gut mit einem Ausflug zu einer der verschiedenen Pinguin-Kolonien verbinden. Vor allem lohnen sich die geführten Touren im privat betriebenen Naturschutzreservat Penguin Place. Von der Gründung 1985 als Teil einer Schaffarm stieg die Zahl der brütenden Pärchen von acht auf zwischenzeitlich 36. Besucher laufen durch gut getarnte Gräben, um die watschelnden Gelbaugenpinguine möglichst wenig zu stören. Gerade nachmittags lohnt der Besuch. Unvergesslich bleibt, wenn sie aus dem Wasser empor kommen und über den Strand flitzen. Alternativ (oder zusätzlich) lassen sich zum Sonnenuntergang am kleinen Strand Pilots Beach unterhalb des Albatross Centre ebenfalls Pinguine beobachten. Auf eigene Faust, aber unter Aufsicht eines Rangers, warten Besucher hier allabendlich auf die Rückkehr der Zwergpinguine.

Robben und Seelöwen komplettieren die Wildlife Tour. Neben organisierten Touren können sie auf eigene Faust direkt vom Strand aus beobachtet werden, etwa rund um Taiaroa Head oder auf einem Rundgang über das Schutzgebiet Penguin Place. Wer viel Zeit hat, verbringt zusätzlich noch eine Stunde im Meereslaboratorium New Zealand Marine Studies Centre & Aquarium.

www.albatross.org.nz

www.penguinplace.co.nz

www.marine.ac.nz


13 Kaikoura – Wale (fast) garantiert

Vor allem für Bootsfahrten zur Walbeobachtung ist die Kleinstadt Kaikoura an der Ostküste der Südinsel bekannt. Pott- und Buckelwale, Orcas und weitere Delfinarten sowie Pelzrobben fühlen sich hier wohl: Während das Meer zunächst leicht abfällt, stürzt der Boden draußen am Kaikoura Canyon steil auf rund 1000 Meter ab. Zugleich treffen an dieser Stelle warme Strömungen aus den Tropen auf kaltes Wasser aus der Antarktis. Ideale Bedingungen für ein nährstoffreiches Meer, das viele Meerestiere anlockt.

Die PS-starken Boote des von Maori geführten Anbieters Whale Watch Kaikoura sind mit einem Unterwasser-Mikrofon ausgestattet, um die Wale zu orten. Besucher sollten bedenken, dass bei den oft ausgebuchten Touren selten mehr als ein oder zwei Wale gesichtet werden und das Meer oft unruhig bis stürmisch ist (Tabletten gegen Seekrankheit mitnehmen). Wer wider Erwarten keinen Wal sieht, bekommt ein Teil des Geldes zurück. Alternativ werden Rundflüge per Helikopter angeboten.

Ebenfalls begehrt sind Bootstrips zu einer Kolonie von Dusky Dolphins. Wer den bis zu zwei Meter langen, grauen Delfinen besonders nah sein möchte, kann mit Schnorchel und Taucheranzug zu ihnen ins Wasser steigen. Anders als bei den Waltouren sind hier die Gruppen kleiner.

www.whalewatch.co.nz

www.encounterkaikoura.co.nz


14 Bay of Islands – Schwimmen mit Delfinen

Einen Lebenstraum erfüllen sich viele Reisende in der Bay of Islands: einmal gemeinsam mit verspielten Delfinen schwimmen! Die tropische Inselwelt ist ein ideales Revier für Begegnungen zwischen Tier und Mensch. Allerdings sollte Teilnehmern bewusst sein, dass Umweltschützer Bedenken gegen diese Art von Urlaubsvergnügen haben.

Gleichwohl: Es ist ein unvergesslicher Moment, den bis zu vier Meter großen und mehreren hundert Kilogramm schweren Meeressäugern nah zu sein und sie aus dem Wasser statt vom Boot aus zu beobachten. Ausgestattet mit Schnorchelbrille und wärmendem Tauchanzug geht es auf den halbtägigen Touren ins Wasser, wenn sich die Delfine nähern. Zu den Höhepunkten der Ausflüge zählt, wenn sich die grauen Bottlenose Dolphins sprichwörtlich austoben und bis zu neun Meter hoch aus dem Wasser springen. Oftmals schwimmen sie parallel zu den Ausflugsbooten und werden dabei bis zu 50 Stundenkilometer schnell. Neben den rund 450 Bootlenose Dolphins tümmeln sich an manchen Tagen auch Common Dolphins (Gemeine Delfine), Orcas und Wale sowie Seehunde und Pinguine zwischen den Inseln. Manche Anbieter schenken ihren Gästen eine kostenlose zweite Fahrt, wenn keine Delfine gesichtet werden.

www.dolphincruises.co.nz

www.sailingdolphins.co.nz


15 Oamaru


„Achtung Pinguin“ heißt es gelegentlich in Oamaru, wenn sich ein Pinguin in die Ostküstenstadt auf der Südinsel verirrt und durch die Straßen watschelt. Während es bei den Gelbaugenpinguinen in der Bushy Bay eher gemächlich zugeht, sitzen den Zwergpinguinen (Blue Penguins) abends bis zu 350 Zuschauer auf den kostenpflichtigen Tribünen bei. Besuche sind auch tagsüber möglich.

www.penguins.co.nz

16 Doubtful Sound


Gemütlich vom großen Schiff aus lässt sich Neuseelands Tierwelt im Doubtful Sound erleben (siehe „Southland“, Seite 270). Pelzrobben (Fur Seals) und Tümmler-Delfine (Bottlenose Dolphins) leben hier ganzjährig. Gerade bei Übernachtungskreuzfahrten stehen die Chancen gut, Dickschnabelpinguine (Fiordland Crested Pinguins) mit ihren gelben Streifen über den Augen zu beobachten.

www.realjourneys.co.nz

17 Stewart Island


Neuseelands Nationalvogel, der Kiwi, lockt die Besucher nach Stewart Island (siehe „Southland“, Seite 275). Auf der Insel südlich von Invercargill leben bis zu 20.000 der flugunfähigen Vögel, die trotz ihres markigen Zwitscherns nur schwer zu finden sind. Manchmal toben Kiwis quer durch den Ort. Alternativ werden geführte Touren angeboten.

www.ruggedyrange.com

www.kiwispotting.co.nz

18 Zealandia


Kiwis in Wellington? Das Naturschutzgebiet Zealandia im Westen der Hauptstadt gilt als einer der besten Plätze, die seltenen und scheuen Kiwis zu beobachten (siehe „Wellington“, Seite 213). Bei den abendlichen Führungen erleben Besucher neben Tuis und anderen Vögeln oft auch den nur 35 Zentimeter großen und bis zu 65 Zentimeter langen Kiwi.

www.visitzealandia.com

19 Akaroa


Die Halbinsel Banks Peninsula südöstlich von Christchurch ist eines der größten Reviere der kleinen Hector Dolphins. Neben regulären Bootsfahrten können Besucher auch zu den kleinen Meeresbewohnern ins Wasser steigen. Die Bucht von Akaroa ist somit eine gute Alternative zur Bay of Islands, um sich den Traum vom Schwimmen mit Delfinen zu erfüllen.

www.blackcat.co.nz

www.akaroadolphins.co.nz

20 Trounson Kauri Park


Kiwi trifft Kauri: In den unberührten Wäldern des Trounson Kauri Park fühlt sich Neuseelands Nationalvogel richtig wohl (siehe „Northland“, Seite 173). Rund 200 Kiwis sollen hier leben. Jeden Abend organisiert ein nahe gelegener Campingplatz gemeinsam mit dem DOC zweistündige geführte Wanderungen (auch für auswärtige Gäste). Eine gute Möglichkeit, Kiwis in der Natur zu sehen.

www.kauricoasttop10.co.nz

Strände der Nordinsel


Von Auckland aus dauert es keine Stunde bis zum Piha Beach.

Mehr als 15.000 Kilometer Küste prägen die beiden Hauptinseln Neuseelands. Der 200 Meter breite Ninety Mile Beach im Norden zählt zu den besonders beeindruckenden Stränden. Ebenso beliebt auf der Nordinsel: die zerklüftete Felslandschaft im Osten der Coromandel Peninsula, nur wenige Fahrstunden von Auckland entfernt. Indes ist bei der großen Vielfalt ein schöner und einsamer Platz am Meer selten weit entfernt – egal, wo man gerade reist.

21 Cathedral Cove – Felsgrotte am Strand

Eine Kathedrale am Strand? In der Tat, Urlauber können sie auf der Halbinsel Coromandel finden. Eine Höhle, deren Ausmaße sowie spitz zulaufende Wände und Decken tatsächlich an eine Kathedrale erinnern, ist die Hauptattraktion eines Strandes in der Nähe des Ausflugsorts Hahei an der Ostseite. Die riesige Höhle – passenderweise Cathedral Cave genannt – wurde in Millionen Jahren von Wind und Wasser geformt, Die Gezeiten haben nicht nur den rund 40 Meter hohen Kalkstein derart kreativ modelliert – sie sorgen auch dafür, dass die beeindruckende Felsformation am Strand nur bei Ebbe besucht werden kann, da die Klippen teils bis an die Wasserlinie heranreichen. Ein nur wenige Meter vor dem Strand liegender großer Felsen (genannt Te Hoho) macht sie zur perfekten Foto-Location.

Die Cathedral Cove ist entweder direkt von Hahei in rund 60 Minuten erreichbar und dann gut mit dem Besuch eines ganz in der Nähe liegenden, alten befestigten Dorf (Pa) der Maori kombinierbar. Außerdem können Besucher zur Cathedral Cove von einem nah liegenden Parkplatz problemlos zu Fuß in gut 30 Minuten gehen. Dieser Weg ist gut beschildert, eine steile Treppe führt hinunter zum Strand. Alternativ werden Bootstouren oder Ausflüge mit dem Kanu angeboten. Beides ermöglicht einen wohl noch besseren Blick auf die schroffe und sehenswerte Küstenlinie mit weiteren Höhlen und Grotten. Insgesamt rund 150.000 Besucher pro Jahr machen die Cathedral Cove zu einer der meistbesuchten Attraktionen in ganz Neuseeland. Der Strand – einer der landschaftlichen Höhepunkte der Halbinsel – ist zugleich ein schöner Picknick-Platz.

Das Gebiet rund um die Cathedral Cove wurde 1993 unter dem Maori-Namen Te Whanganui-A-Hei zum ersten Naturschutzgebiet an der Küste der Halbinsel Coromandel erklärt. Hahei liegt etwa 40 Kilometer von Whitianga entfernt. Wer die Cathedral Cove besucht, sollte einen Abstecher zum nah liegenden Hot Water Beach nicht auslassen. Auch der nahe Hahei Beach mit seinen Muschelfunden ist einen Abstecher wert, sofern die Tour zur Cathedral Cove nicht ohnehin dort startet.

www.cathedralcovecruises.co.nz


22 Ninety Mile Beach – Längster Strand des Landes

Beim Rennen um den schönsten Sonnenuntergang Neuseelands liegt der Ninety Mile Beach ganz vorn mit dabei. Hier erstrahlt die Sonne jeden Abend in einem anderen Glanz, der sich in den tosenden Wellen und im breiten, nassen Sand spiegelt. Dazu glühen die Dünen förmlich im letzten Tageslicht. Und mit viel Glück galoppiert noch eines der seltenen Wildpferde vorbei – Romantik pur. Bei einer Länge von tatsächlich nur 88 Kilometern (also entsprechend 55 Meilen, anders als der Name suggeriert) und einer Breite von bis zu 200 Metern findet hier jeder Besucher ein Plätzchen für sich, um das Lichterspektakel zu genießen.

Doch auch tagsüber ist ein Besuch am Ninety Mile Beach auf der Westseite der Aupouri Peninsula aufregend: Denn der breite Strand ist für den Straßenverkehr freigegeben. Ähnlich wie in St. Peter-Ording an der deutschen Nordseeküste dürfen Autos im Sand fahren. Aber Vorsicht: Die Polizei soll angeblich auch hier blitzen und so die Höchstgeschwindigkeit von 100 Stundenkilometern kontrollieren. Hinzu kommt, dass Mietwagenverleiher im Regelfall das Fahren außerhalb geteerter Straßen verbieten. Wenn überhaupt, ist es Mietern von Allrad-Fahrzeugen gestattet, über den Strand zu fahren. Und selbst mit Allrad-Fahrzeugen sind Besucher nicht vor dem Steckenbleiben im tiefen Sand oder in überschwemmten Gebieten gefeit. Autowracks sind blecherne Zeugen von den etlichen Unglücken. Daher ist es ratsam, einen der zahlreichen Parkplätze anzusteuern und die wenigen Meter zum breiten, leeren Stand zu Fuß zurückzulegen. Alternativ bieten zahlreiche Tourveranstalter, beispielsweise ab dem nahen Kaitaia Fahrten in speziell ausgerüsteten Bussen an. Diese organisierten Touren schließen meist den Besuch von Cape Reinga (siehe „Northland“, Seite 172) an der Nordspitze Neuseelands ein.

Der breite, flache Strand zieht beileibe nicht nur Urlauber an, sondern immer wieder auch professionelle Rennfahrer. So stellte der Australier Norman „Wizard“ Smith hier im Jahre 1932 einen neuen Geschwindigkeits-Weltrekord mit 264 Stundenkilometern auf. Heute finden regelmäßig Langstrecken-Laufrennen und Angelwettbewerbe statt. Bei Ebbe lässt sich beispielsweise nach Muscheln, den Tatua, graben. Für Neuseeländer eine echte Delikatesse. An einigen Stellen werden auch Quadtouren angeboten.

www.capereingatours.co.nz

www.sandsafaris.co.nz

www.harrisonscapereingatours.co.nz


23 Piha Beach – Strand der Auckländer

Stürmische Wellen rollen auf den dunklen, groben Quarzsand; ein rauer, aber romantischer Ort. Piha Beach entspricht bei Weitem nicht den gängigen Schönheitsidealen für einen perfekten Strand. Und gerade deswegen ist dieser Ort bei den Auckländern – ob gestresste Manager oder entspannte Aussteiger – besonders beliebt. Surfer schätzen die gute, stetige Brandung. Und im Hochsommer, wenn die Rettungsschwimmer Wache schieben, können sich auch Schwimmer weitgehend gefahrlos in die Wellen stürzen.

Die schroffen Klippen des Lion Rock zerteilen den Strand in zwei Teile und geben mit ihrer Löwenform ein gutes Fotomotiv ab. Die angrenzende Bucht des Karekare Beach dürfte gerade Filmfans wohl bekannt sein: Hier spielt die weltberühmte Anfangsszene aus dem Oscar-gekrönten Film „The Piano“ (siehe „Filme“, Seite 412, und „Drehorte“, Seite 345).

Piha Beach liegt etwa 30 Kilometer westlich von Auckland. Die schmale Straße dorthin führt durch die Waitakere Ranges (siehe „Auckland“, Seite 162), die mit ihren dichten Wäldern und einigen Kauri-Bäumen selbst ein lohnendes Ziel sind.

www.piha.co.nz


24 Tapotupotu Bay – Traumbucht an der Nordspitze

Kurz bevor Neuseeland endet, lockt eine traumhafte Bucht: Die Tapotupotu Bay liegt, fast noch unentdeckt, nur wenige Kilometer vom berühmten Cape Reinga entfernt. Eine schmale und hüglige Schotterstraße führt von der Hauptstraße gen Norden zur Bucht, die mit feinem Sandstrand und türkisfarbenem Wasser ihre Aufwartung macht.

Der Strand selbst lädt zum Entdecken ein. Ein kleiner, gezeitenabhängiger Strom schlängelt sich quer durch, Schwimmen, Angeln und Relaxen sind hier in weitgehender Einsamkeit und Ruhe möglich. Einige Klippen können erklommen werden und bieten eine schöne Sicht hinüber zu weiteren Buchten. „Schönheit der Natur, die puren Luxus bietet“, schreibt eine Besucherin über die Tapotupotu Bay später in ihrem Blog. Und passend dazu betreibt der DOC hier einen kleinen Campingplatz, den nördlichsten im ganzen Land (siehe „Campingplätze“, Seite 316).

Zugleich ist die Tapotupotu Bay ein guter Ausgangspunkt, sich der Nordspitze Neuseelands zu nähern: Hier startet ein knapp fünf Kilometer langer Wanderweg zum berühmten Leuchtturm von Cape Reinga. Gut zweieinhalb Stunden (eine Strecke) sollten Wanderer hierfür einplanen.

25 Pakiri Beach


Vor allem Surfer und Pferdefreunde kommen am Pakiri Beach auf ihre Kosten: 14 Kilometer feinster und nahezu unberührter Sandstrand ziehen sich die Ostküste entlang. In den tosenden Wellen können sich Surfer austoben. Zugleich ist der Strand mit seiner umliegenden Buschlandschaft ein ideales Reitrevier. Pakiri Beach liegt etwa 90 Fahrminuten nördlich von Auckland.

26 Hot Water Beach


Am Strand mit seinen unterirdischen Quellen können sich Besucher bei Ebbe ihren eigenen Pool schaufeln. Dank der brodelnden Quellen füllen sich die Löcher im Sand sofort mit heißem Wasser. Der Hot Water Beach zählt zu den bekanntesten Strand-Attraktionen. In der Hochsaison sollen hunderte Menschen mit der Schaufel unterwegs sein. Angesichts der gefährlichen Strömungen vor Ort nach einer Gezeitentabelle fragen!

27 Whangamata Beach


Der sechs Kilometer lange Strand des Ferienortes ist ein echtes Paradies für Wassersportler. Urlauber können Surfboards und Kajaks mieten oder sich in der neuen Trendsportart Stand Up Paddling probieren. Whangamata ist zu Silvester ein beliebtes Ziel für jüngere Auckländer mit insgesamt bis zu 40.000 Besuchern. Auch während des gesamten Sommers zählt der Ort zu den populärsten an der Ostküste.

28 Muriwai Beach


Der größte Strand der Westküste ist für seine Kolonie Australischer Tölpel (Gannets) berühmt. Bis zu 1200 Vögel machen es sich am rund 50 Kilometer langen Muriwai Beach gemütlich. Der Ort zählt zu den wenigen auf dem Festland, wo sich die Tölpel – am besten von August bis März – beobachten lassen. Der schwarze Sandstrand mit bizarren Felsformationen liegt 45 Fahrminuten von Auckland entfernt.

29 Waipu Cove Beach


Der langgezogene Strand an der Bream Bay (30 Minuten südlich von Whangarei) allein lohnt schon einen Besuch. Besonders sehenswert ist aber auch die namensgebende Waipu Cave. In der Höhle befinden sich mit die längsten Stalaktiten des Landes, beleuchtet von Glühwürmchen. Der Besuch ist kostenlos. In der Nähe liegen die Sanddünen vom Mangawhai Harbour sowie das Schnorchelrevier im Marine Reserve an Cape Rodney.

30 Whale Bay


Der Strand bei Raglan an der Ostküste gilt als einer der weltweit besten Surfspots. Lange Wellen machen den perfekten Ritt auf dem Board möglich. Der Films „Endless Summer“ machte die Whale Bay international bekannt. Einsteiger können bei einer lokalen Surfschule erste Versuche starten. Für Nicht-Surfer stehen Aussichtsplattformen oder Kajaks zur Verfügung.

www.raglansurfingschool.co.nz

Strände der Südinsel


Archway Islands am Wharaiki Beach bestehen aus vier kleinen Felseninseln.

Wildumtoste Strände, einzigartige Steinformationen und malerische Buchten prägen die Südinsel. Zwar eignen sich nur wenige Stellen wie der Kaiteriteri Beach gut zum Baden. Dafür begeistern Delfine und Pinguine, etwa an der Curio Bay im Südosten, Jung und Alt gleichermaßen. Und nahezu mystisch wirken die Steinkugeln (Moeraki Boulders) bei Oamaru.

31 Wharariki Beach – Wilde Nordspitze

Der Takt von Ebbe und Flut bestimmt den Punkt, wann die Zeit reif ist für einen Besuch an einem Strand der Extraklasse: Wharariki Beach am Cape Farewell, dem Nordkap. So rau der Wind hier stürmen kann, so einladend ist dieser Platz an einem der vielen gefühlten Enden der Welt in Neuseeland. Allerdings ist ein Besuch nur im Zeitfenster von zwei Stunden vor Niedrigwasser bis zwei Stunden danach möglich. Nur dann erreichen Wanderer das Ende der Bucht: mit dem besten Blick über die zerklüftete Landschaft mit Klippen, Felsbögen, langen Stränden und Wanderdünen. Beim Blick aufs Meer fällt der Blick auf Archway Islands mit vier kleinen, steinernen Inseln. Quasi als I-Tüpfelchen statten Robben regelmäßig dem Strand einen Besuch ab. Nur zum Baden ist die malerische Bucht nicht gut geeignet.

Wer wenig Zeit hat, fährt vom Farewell Spit Visitor Centre mit angeschlossenem Café eine unbefestigte Piste sechs Kilometer direkt zum Parkplatz und läuft noch etwa 20 Minuten zum Wharariki Beach. Alternativ lohnt der drei Stunden dauernde Hilltop Walk, der am Besucherzentrum beginnt. Dieser Weg führt über das Weideland einer Farm, die vom DOC betrieben wird, weiter gen Steilkliff und zum Strand. Unter Umständen muss ein kleiner, kniehoher Bach durchquert werden. Der Hilltop Walk führt am nah gelegenen Parkplatz vorbei – Wanderer können hier möglicherweise andere Besucher um einen Shuttle zurück bitten.

Zudem kann diese Wanderung um einen bis zu vierstündigen Abstecher gen Farewell Spit erweitert werden. Die Landzunge wurde in Millionen Jahren von Sand, Wasser und Wind geformt. Die gewaltige Dünenlandschaft wächst hier gut 30 Kilometer ins Meer hinaus. Der größte Teil des bedeutenden Vogelschutzgebietes ist jedoch für Individualbesucher gesperrt. Nur die ersten vier Kilometer Küste sind frei zugänglich, allerdings werden täglich geführte Touren angeboten (siehe „Tasman & Nelson“, Seite 232). Auch das nahe Cape Farewell lohnt einen Besuch.

Das Café in Puponga auf dem Weg zum Wharariki Beach ist für Kuchen und Lunch sowie vor allem für seinen schönen Blick berühmt. Es fungiert auch als Besucherzentrum. Überdies werden in der Region geführte Reittouren mit Längen zwischen 90 Minuten und drei Stunden angeboten.

www.horsetreksnz.co.nz


32 Moeraki Boulders – Bizarre Kugeln

Auf den ersten Blick erinnern die grau-runden Felsen an überdimensionierte Murmeln, die am Strand versehentlich verstreut wurden. Mit ihrer ungleichförmigen Kacheloptik könnte es sich alternativ auch um steinerne Fußbälle handeln. Die Moeraki Boulders mit einem Durchmesser von bis zu zwei Metern am Koekohe Beach von Moeraki, rund 30 Kilometer südlich von Oamaru, zählen zu den eigenwilligsten Gesteinsformationen von Neuseeland – und zu den meistfotografierten ohnehin.

Wer hier nicht wenigstens einen kurzen Spaziergang vom etwa 300 Meter entfernten Parkplatz unternimmt, verpasst einen der schönsten Strände des Landes und eine echte Laune der Natur. Für die Maori symbolisieren die Felsen verschiedene essbare Gaben eines gesunkenen Kanus, das wiederum heute ein nah gelegenes Riff darstellt. So oder so – die Moeraki Boulders gehören zu einem der schönsten Abschnitte an der Ostküste. Wer es einrichten kann, plant seinen Besuch bei Ebbe – bei Flut liegen die bizarren Formationen teils unter Wasser. Zuweilen verirren sich die kleinen Hector-Delfine in die hiesigen Küstengewässer und komplettieren das Stranderlebnis.

Wissenschaftler datieren den Ursprung der tonnenschweren Kugeln auf etwa 65 Millionen Jahre zurück. Einst waren die Felsen Teil des Kliffs, das nach und nach vom Pazifik ausgewaschen wurde. Übrig blieben die Kugeln, deren zunächst glatte Oberfläche von der Erosion im Laufe der Jahrtausende ihr heutiges Muster erhielt. Durch die gesunkenen Meeresspiegel tauchten die Moeraki Boulders mit ihrem Kalkkristallkern schließlich an der Oberfläche auf. Heute sind leider nur noch die größten Felsen zu bestaunen – Souvenirjäger haben die kleineren Exemplare verbotenerweise als Urlaubserinnerung mit nach Hause genommen.

Ein Stopp an den Moeraki Boulders lässt sich gut mit einer Pause verbinden, als Picknick am Strand oder im angrenzenden Café. Zudem liegt im nahe gelegenen Fischerdorf Moeraki mit dem Restaurant Fleurs Place eine der besten Adressen des Landes (siehe „Restaurants“, Seite 384).

www.moerakiboulders.com

www.fleursplace.com


33 Curio Bay/Porpoise Bay – Weltweit einzigartig

In den einsamen Catlins im Südosten der Südinsel wetteifern viele Strände und Buchten um den Titel des schönsten Platzes am Wasser. Doch mit jährlich rund 100.000 Besuchern liegen die Curio Bay und die angrenzende Porpoise Bay in der Gunst der Besucher ganz eindeutig vorn. Hector Dolphins und Gelbaugenpinguine sowie zuweilen Wale verzücken Jung und Alt gleichermaßen (siehe „Tierbeobachtungen“, Seite 34).

Doch das ist nicht die einzige Sehenswürdigkeit: Überdies lockt die westlicher gelegene Curio Bay bei Ebbe mit einem Blick auf einen versteinerten Wald. Vor rund 180 Millionen Jahren, als Neuseeland noch Teil des Superkontinents Gondwana war, begruben Lava und Asche den Wald, der seinerzeit in einem Überschwemmungsgebiet lag. Heute bietet sich ein surrealer Anblick auf die Wattfläche mit ihren Fossilien. Die hiesige Pflanzenwelt ist beispielsweise mit unseren heutigen Kauri-Bäumen verwandt. Weltweit ist von den wenigen vergleichbaren Naturschauspielen kein anderer versteinerter Wald so gut erhalten wie hier an der Curio Bay. Das Betreten des rund zwölf Kilometer breiten Strandstreifens am Südostzipfel Neuseelands ist daher streng verboten, eine Aussichtsplattform wurde extra für Besucher errichtet.


34 Kaiteriteri Beach – Tor zum Nationalpark

Sanft rollen die türkis schimmernden Wellen auf den Strand, der sich in goldenem Glanz von seiner besten Seite zeigt. Links und rechts umschließen kleine Felsspitzen mit dichtem Bewuchs die Bucht. Am Ufer genießen Urlauber und Einheimische die wärmenden Sonnenstrahlen des Nachmittags, ganz friedlich und still präsentiert sich der Strand von Kaiteriteri. Der kleine Ferienort zählt zu den beliebtesten Zielen Neuseelands und ist wichtiger Ausgangspunkt für Ausflüge in den weithin bekannten Abel Tasman National Park (siehe „Nationalparks“, Seite 24, und „Tasman & Nelson“, Seite 228). Der Ort ist sehr beliebt – sowohl Stellplätze als auch Zimmer sollten daher möglichst frühzeitig gebucht werden.

So sehr der Strand zum Relaxen einlädt – erst auf einer kleinen Wanderung kommt die volle Pracht voll zur Geltung. In einer schmalen Lagune am rechten Ende sammelt sich das Wasser im schönsten Grünton. Von da aus geht es leicht bergan auf eine kleine Landzunge – von der Spitze genießen Besucher dann einen schönen Blick auf Kaiteriteri Beach sowie rechterhand auf Little Kaiteriteri Beach in der Bucht nebenan. Und abends kommen angeblich Pinguine vorbei – zumindest weist ein Schild auf sie hin.


35 Mosquito Bay


Fast wie am Ende der Welt und doch mittendrin im Abel Tasman National Park: Die kleine Bucht ist ausschließlich per Boot erreichbar. Selbst von der nahen, viel frequentierten Bark Bay führt kein Fußweg zur Mosquito Bay. Ideal für Tagesbesucher per Wassertaxi oder zum Übernachten (20 Stellplätze) für Reisende mit Kajak.

36 Bruce Bay


Auf halben Weg zwischen Haast und dem Fox Glacier liegt die zehn Kilometer lange Bucht, die von beiden Seiten von Felsen umgeben ist. Der Name Bruce Bay erinnert an das Schiff „Bruce“, das hier 1865 ankerte. Kapitän Gibson erkundete im Auftrag des Staates die Küsten und den nahen Hokarita River. Zudem transportierte das Schiff die Goldfunde aus der Region.

37 Punakaiki Beach


Dieser Strand an der windumtosten Westküste zählt für viele Reisende zum Pflichtprogramm. Punakaiki ist berühmt für seine Pancake Rocks und die Blowholes bei Flut. Die gestreiften Felsen erinnern an geschichtete Pfannkuchen und sind Ziel Nummer eins im Paparoa National Park (siehe „West Coast“, Seite 282, und „Nationalparks“, Seite 31). Besonders sehenswert ist der Strand zum Sonnenuntergang.

38 Tunnel Beach


Der Name ist Programm: Durch einen Tunnel, der im 19. Jahrhundert in den Fels geschlagen wurde, führt der Weg zum gleichnamigen Strand. Nur zwei Kilometer von Dunedin entfernt, ist der Tunnel Beach angesichts des abenteuerlichen Zugangs mit leichten Kletterpassagen selten stark bevölkert. Die Sandsteinklippen verleihen dem Ort eine romantisch-raue Atmosphäre. Bei Flut besser nicht hinlaufen.

39 Gillespies Beach


Den spektakulären Blick auf schneebedeckten Berge sollten Reisende bei gutem Wetter bei einem Abstecher zum Gillespies Beach, rund 20 Kilometer vom Fox Glacier, nicht verpassen. Mehrere Wanderungen führen durch die Bucht. Die beste Aussicht genießen Besucher von einer Lagune, 50 Minuten vom Parkplatz entfernt. Die längste Tour von rund dreieinhalb Stunden (hin und zurück) endet bei einer Seerobbenkolonie.

40 Boulder Beach


Der breite, mit Steinen gesäumte Strand ist ein Geheimtipp: Die kleine Insel Ulva Island, zehn Bootsminuten von Stewart Island entfernt, ist ein Vogelschutzgebiet und bietet nahezu unberührte Natur, beispielsweise am Boulder Beach. Austernfischer, Tuis und Kakas fühlen sich hier wohl. Auf geführten Touren stehen die Chancen höher, die scheuen Vögel zu erleben.

www.stewartislandwatertaxi.co.nz

www.ruggedyrange.com

Tageswanderungen


Eine der schönsten Tageswanderungen weltweit: Tongariro Alpine Crossing

Ab in die Natur! Schon auf kurzen Touren erleben Reisende die Pracht der neuseeländischen Natur. Duft und Farben der Pflanzen, klares Wasser in Flüssen und Seen, das Zwitschern der eigenwilligen einheimischen Vögel, dazu oft ein Panoramablick über Berge oder Küsten. Vielfach sind die Wege gut ausgebaut, so dass auch ungeübte Wanderer die Komfortzone ihres Autos verlassen und sich problemlos Flora und Fauna nähern können. Wanderwege zwischen drei und zehn Stunden zählen zu den schönsten Tagestouren Neuseelands – jeder von ihnen mit unvergesslichen Momenten.

www.doc.govt.nz/​parks-and-recreation/​things-to-do/​walking-and-tramping

41 Tongariro Alpine Crossing – Keiner ist schöner

Die Kontraste könnten stärker kaum sein: Innerhalb weniger Stunden bestaunen Wanderer smaragdfarbene Kraterseen, erleben dampfende Vulkane und durchqueren mondähnliche Landschaften. Die sechs- bis neunstündige Wanderung entlang des Tongariro Alpine Crossing Track gilt mit ihrer Schönheit und Vielfalt nicht nur als schönste Tageswanderung Neuseelands, sondern zählt auch weltweit zu den attraktivsten Wegen.

Den Mittelpunkt des Nationalparks bilden die drei Vulkane Tongariro, Ngauruhoe und Ruapehu, die bis heute immer wieder aktiv sind. Das Schutzgebiet wurde als erstes seiner Art in Neuseeland 1887 gegründet und war damit weltweit Vorreiter in Sachen Naturschutz. Angesichts seiner mythologischen wie ökologischen Bedeutung zählt der Park heute sowohl zum UNESCO-Kulturerbe als auch zum UNESCO-Naturerbe der Menschheit.

70.000 Wanderer nehmen alljährlich die 19 Kilometer lange Strecke in Angriff, die keinen Rundkurs darstellt. Insgesamt sind rund 2000 Höhenmeter, davon etwa 750 Meter bergauf, zu bewältigen. Nach dem Start durch eine karge Ebene führt der Weg langsam aufwärts. Nach Passieren der Soda Springs wird es über altem Lavagestein beschwerlicher. Einem steilen Anstieg folgt bei gutem Wetter ein grandioser Ausblick auf den weit entfernten Mount Taranaki an der Westküste. Trainierte Wanderer nehmen zusätzlich den dreistündigen Rundkurs auf den Mount Ngauruhoe mit, während die überwiegende Mehrheit direkt den South Crater ansteuert.

Nach der kargen Hochebene mit Blick auf die rote Spitze des Mount Ngauruhoe folgt ein steiler Anstieg zum Red Crater, ehe die höchste Stelle mit 1886 Meter erreicht wird. Schließlich folgt der Höhepunkt mit dem Blick auf den Emerald Lake. Dann beginnt der mehrstündige Schlussspurt, der teils sehr steil und somit streckenweise recht beschwerlich ausfällt. Wanderstöcke sind hilfreich. Auf den letzten Metern passieren die Wanderer noch einige heiße Quellen (Hot Springs), die aber nicht benutzt werden dürfen.

Wanderer sollten für die alpine Tour gut trainiert und ausgerüstet sein. Bustransfer zu Start- und Zielpunkt vorab organisieren. Geführte Touren sind buchbar.

www.tongarirocrossing.org.nz

www.tongarirocrossing.com

www.adriftnz.co.nz


42 Abel Tasman National Park – Grünes Paradies

Groß, größer, Baumfarne: Mit ihren eleganten weiten Wedeln und Kronen verzaubern die immer grünen Pflanzen die Wanderer im Abel Tasman National Park (siehe „Nationalparks“, Seite 24). Mit seinen Buchten und schroffen Felsformationen in der sonnenreichen Region gilt der Park als eine der schönsten Küstenlandschaften weltweit. Der 51 Kilometer lange Abel Tasman Coast Track entlang der Küste ist der beliebteste der neun Great Walks. Doch gerade diese Mehrtageswanderung eignet sich auch für Tagesgäste: Örtliche Veranstalter steuern mit Booten und Wassertaxis die Buchten an. So können sich Wanderer an jeder Stelle absetzen und später woanders abholen lassen. Die Touren in den Nationalpark – an der nördlichen Spitze der Südinsel – starten in den kleinen Städtchen Marahau und Kaiteriteri (siehe „Tasman & Nelson“, Seite 228, und „Strände der Südinsel“, Seite 59).

Zu den schönsten Abschnitten für Tagesgäste zählt die elf Kilometer lange Wanderung vom Medlands Beach an der Bark Bay zur Bucht The Anchorage. Die Boote passieren zumeist den Split Apple Rock. Der gespaltene Felsblock zählt zu den berühmtesten Felsformationen im Park. Ebenfalls auf vielen Fahrten zu bestaunen: die Seelöwenkolonie auf Tonga Island.

An der weiten Bark Bay startet die etwa vierstündige Wanderung. Mit ihrem goldglänzenden Sand ist die Bucht ein begehrter Picknickplatz. Von dort zieht sich der Weg langsam ansteigend durch dichten Regenwald. Schließlich erreichen Wanderer eine 47 Meter lange Hängebrücke über den Falls River. Einer der schönsten Blicke fällt auf die malerische Frenchman Bay, wo ein kleiner Fluss schwungvoll ins Meer mündet. Das klare Wasser lädt immer wieder zum Baden ein – beispielsweise an der Torrent Bay mit seiner gezeitenabhängigen Lagune.

Wie in den anderen Buchten mit dem türkisfarbenen Wasser gilt auch hier: bei Ebbe unten am Strand, bei Flut oben entlang. Ziel ist die halbkreisförmige Bucht von Anchorage. Von dort geht es dann mit dem Wassertaxi zurück nach Marahau oder Kaiteriteri. In Marahau oder Kaiteriteri finden sich Anbieter für Wander- und Kajaktouren. Das Angebot reicht vom reinen Transport bzw. Verleihen des Bootes bis hin zu organisierten Touren, die auf Wunsch Wanderungen und Kajaktouren kombinieren.

www.abeltasman.co.nz

www.aquataxi.co.nz

www.abeltasmantravel.co.nz


43 Milford Sound – Schnuppertour auf dem Track

Der Milford Track ist vermutlich die bekannteste Treckingtour der Welt. Über knapp 54 Kilometer schlängelt sich der Weg sich durch unwegsames, abgelegenes Terrain. Vom pittoresken Lake Te Anau geht es über den 1073 Meter hohen Mackinnon Pass bis zum Milford Sound. Teiletappen wie etwa beim Abel Tasman National Park sind unmöglich, da nur Start und Ziel öffentlich zugänglich sind. Allerdings bieten Outdoor-Anbieter mittlerweile geführte Tagestouren auf den ersten Kilometern an.

Die Schnuppertour startet mit einer Bootsfahrt über den Lake Te Anau. Nach einem Besuch im historischen Glade House mit kleinem Museum beginnt die Wanderung. Mit einer Länge von neun bis elf Kilometern ist sie für ungeübte Wanderer gut machbar. Über eine Brücke führt der Weg entlang des Clinton River in einen mystisch wirkenden Buchenwald. Nur unterbrochen von zwitschernden Vögeln genießen die kleinen Wandergruppen Stille und Schönheit der Natur. Smaragdgrünes Wasser lädt zum Fotografieren ein.

So sammeln Urlauber auf einer fünfstündigen Wanderung erste Impressionen entlang des berühmten Wanderwegs, ehe die Rückkehr via Boot nach Te Anau startet. Je nach Lust und Zeit können Teilnehmer vor der Abfahrt noch einen Abstecher über den Glade Burn Track machen – dort lockt ein traumhafter Blick auf den See, der Ausgangspunkt für viele Touren ist.

www.ultimatehikes.co.nz

www.realjourneys.co.nz


44 Rob Roy Valley Track – Gletscher und Keas

Der Ausblick am Ende des Weges ist wahrlich spektakulär: Besucher schauen direkt auf die steilen Hänge des Rob Roy Glacier im Mount Aspiring National Park (siehe „Nationalparks“, Seite 30). Und trotz des Panoramablicks vom Aussichtspunkt auf 760 Metern Höhe gilt die drei- bis vierstündige Wanderung noch eher als ein Geheimtipp.

Ausgangspunkt ist der Parkplatz Raspberry Creek, etwa eine Auto-Stunde von Wanaka entfernt (siehe „Otago“, Seite 260, und „Seen“, Seite 84). Nach dem Start überqueren Wanderer eine Hängebrücke am Zusammenfluss zweier Gletscherflüsse, ehe ein schöner Ausblick über das Matukituki Valley folgt. Dann geht es durch das Rob Roy Valley bergauf. Unterwegs lohnt ein Wasserfall als weiteres Fotomotiv. Nach etwa 75 Minuten lockt ein erster Blick auf den Gletscher. Irgendwann löst karge alpine Vegetation den Buchenwald ab, bis schließlich der spektakuläre Aussichtspunkt Rob Roy Glacier Lookout erreicht wird. Mit einer Gesamtlänge von zehn Kilometern sowie einem Höhenunterschied von 400 Metern ist der Rob Roy Valley Track vergleichsweise einfach. Manchmal unterhalten Keas die Wanderer.

Die Piste zum Parkplatz ist streckenweise nicht geteert, unter Umständen müssen kleine Flüsse durchquert werden. Daher besser einen Transport ab/bis Wanaka organisieren. Geführte Touren sind möglich.

www.alpineconnexions.co.nz

www.ecowanaka.co.nz


45 Kepler Track


Gebirge oder See? Auf zwei Etappen können Wanderer den Kepler Track am Lake Te Anau erkunden. Über 14 Kilometer geht es in zehn Stunden hoch zur Luxmore Hut auf 1085 Metern und zurück (siehe „Mehrtageswanderungen“, Seite 74). Wer Zeit sparen will, bucht für den Hinweg einen Helikopter. Nur drei Stunden zieht sich ein Weg am See, wenn man für den Hinweg das Wassertaxi bucht. www.fiordlandtours.co.nz

46 Hooker Valley Track


Ihr Ziel haben Wanderer auf diesem Weg fest im Blick: Der Hooker Valley Track steuert den Hooker Lake unterhalb des höchsten Bergs Neuseelands an. Und auf dem Weg fällt der Blick immer auf den Gipfel des Aoraki/ Mount Cook. Mit kleinen Eisbergen im See erleben Besucher den wohl schönsten Platz am Berg. Der drei Stunden lange und kaum ansteigende Weg führt über drei Hängebrücken.

47 Key Summit Routeburn Track


Auch wer im Fiordland National Park entlang der Milford Road nur wenig Zeit zum Wandern hat – für den etwa dreistündigen Weg zum Key Summit sollte Zeit sein. Von der Spitze aus erleben Wanderer einen famosen Blick über die alpine Landschaft des Fiordland National Park und den Routeburn Track. Auf dem Weg werden mehrere Vegetationszonen durchquert.

48 Coromandel Coastal Walkway


Der Küstenwanderweg Coromandel Coastal Walkway verbindet auf einer Länge von zehn Kilometern die Stony Bay mit der Fletcher Bay. Aufgrund der abgelegenen Lage sind hier, 53 Kilometer nördlich von Coromandel, wenige Wanderer unterwegs. Während der drei- bis vierstündigen Tour (einfache Strecke) genießen sie schöne Blicke auf Great Barrier Island sowie zum Mount Moehau. Shuttle für den Rückweg organisieren.

49 Queen Charlotte Track


Die erste Etappe ist die Schönste: Vom Startpunkt Ship Cove am Meer führt der Queen Charlotte Track zum Endeavour Inlet. Von der Spitze eines 400 Meter hohen Hügels genießen Wanderer einen Panoramablick über die Buchten in den Marlborough Sounds. Nach fünf Stunden ist der Anleger in der Furneaux Lodge erreicht, wo das Wassertaxi für den Rückweg nach Picton anlegt.

www.qctrack.co.nz

50 Auckland Coast to Coast Walk


Der Coast to Coast Walk führt quer durch größte Stadt Neuseelands. Rund vier Stunden sollten sich Urlauber für den 16 Kilometer langen Sightseeing-Trip durch Auckland einplanen. Unterwegs passieren sie Viaduct Harbour, den Garten der Domain sowie die Spitzen der Vulkankegel Mount Eden und One Tree Hill (siehe „Auckland“, Seite 161).

www.aucklandcouncil.govt.nz/​EN/parksfacilities/walkingtracks​

Mehrtageswanderungen


Neuseeland gilt als das Wanderparadies schlechthin. Ob Vulkane, Gletscher oder goldgelbe Strände: Die Auswahl an mehrtägigen Wanderungen ist so vielfältig wie wohl in keiner anderen Region der Welt. Schon 1908 wurde der Milford Track in der Fjordlandschaft als weltweit schönste Trekking-Strecke gewürdigt – ein Lob, das bis heute gilt und den Mythos vom Wanderparadies begründete. Die angeblich acht schönsten Wanderungen sowie eine Kajaktour auf einem der längsten Flüsse tragen heute das Signet „Great Walk“ – und locken jährlich rund 80.000 Wanderer an. Die Great Walks werden von der Naturschutzbehörde Department of Conservation (DOC) besonders gut gepflegt. Kritiker verteufeln sie schon als „Wanderautobahn“, weil sie mit Brücken und festen Passagen aus Holz versehen sind und so die Touristenmassen anziehen. Parallel zu den „Great Walks“ stehen zahlreiche weitere Trekking-Strecken zur Auswahl – beispielsweise der hochalpine Rees-Dart Track und dem pittoresken Queen Charlotte Walk in den Marlborough Sounds.

www.doc.govt.nz/​great-walks

51 Kepler Track – Gipfel mit Gletscherblick

Ungezählte Fernblicke lassen die Strapazen des langen steilen Anstiegs über hunderte Höhenmeter schnell vergessen: Der Abstecher zum 1472 Meter hohen Mount Luxmore am zweiten Tag ist gleich in doppelter Hinsicht der Höhepunkt des Kepler Track. Der Gipfel markiert den höchsten Punkt der im Regelfall viertägigen Tour. Zugleich erleben Wanderer den ultimativen Panoramablick über das Fiordland mit seinen Bergen und unberührten Wäldern, zwischen denen immer wieder Gletscher weißglänzend im Sonnenlicht erstrahlen.

Nicht nur auf dem Gipfel, der einen kurzen Umweg von der Hauptstrecke erfordert, genießen Wanderer immer wieder beeindruckende Ausblicke. Unvergesslich ist sicherlich der Anblick auf die beiden Schwesterseen Lake Te Anau und Lake Manapouri am ersten Tag, kurz bevor der Übernachtungsplatz in der Luxmore Hut erreicht wird. Ebenfalls auf der ersten Etappe führt der Weg entlang der bizarr erscheinenden Limestone Bluffs: In den teils überhängenden Kalksteinwänden sind Fossilien von Algen und Muscheln zu sehen. Neben dem Gipfel steht am zweiten Tag eine der längsten Gratwanderungen Neuseelands an, während Tag drei wiederum von Regenwald und Wasserfällen geprägt ist. Tag vier führt zurück in den Buchenwald und entlang des Lake Te Anau in den gleichnamigen Ort, der Start und Ziel zugleich ist.

Der Kepler Track wurde 1988 eröffnet, um die beliebten Weitwanderwege in der Umgebung – Milford und Routeburn Track – zu entlasten. In voller Länge umfasst der gute markierte Weg 70 Kilometer. Wer es sich leichter machen möchte oder Zeit sparen muss, kann mit Transfers per Bus und Wassertaxi 25 Kilometer einsparen. Neben dem kurzen Abstecher zum Gipfel des Mount Luxmore lohnen auch der Besuch der öffentlichen Tropfsteinhöhe Luxmore Caves (Tag 1) sowie der Wasserfälle Iris Burn (Tag 2) nah der zweiten Hütte. Neben drei festen Hütten existieren zwei Campingplätze. In der Hauptsaison („Great Walks Season“) von Ende Oktober bis Ende April müssen Schlafplätze in den Hütten bzw. auf den Zeltplätzen vorgebucht werden.

Örtliche Veranstalter organisieren auch Tagestouren. Besonders spektakulär: der Flug mit dem Helikopter hoch zur Luxmore Hut mit anschließendem Abstieg und einem Finale im Boot über den Lake Te Anau.

www.fiordlandtours.co.nz


52 Routeburn Track – Drei Tage im Weltnaturerbe

Gleich zwei Nationalparks der Gipfelklasse verbindet der Höhenwanderweg, den viele zu den weltweit schönsten alpinen Touren zählen: Auf vergleichsweise kurzen 32 Kilometern windet sich der Routeburn Track durch die spektakulären Berglandschaften des Mount Aspiring und des Fiordland National Park. Geformt von den Gletschern nach der letzten Eiszeit, gehört die Region zum Weltkulturerbe Te Wahipounamu South West New Zealand World Heritage Area.

Gletscherseen und rauschende Wasserfälle sowie eine vielfältige Flora bis hin zu bunt leuchtenden Orchideen und 800 Jahre alte Südbuchen passieren die Wanderer. Besonders beeindruckend ist der Aufstieg zum blau schimmernden Lake Harris, gelegen auf 1255 Metern, der höchste Punkt der Tour. Zu den schönsten Passagen zählt am zweiten Tag die Strecke entlang des Hollyford Valley. Die gute Aussicht entschädigt für den teils mühevollen Weg, oftmals ungeschützt oberhalb der Baumgrenze. Entlang des Tracks sehen Wanderer häufig Keas, den einzigen alpinen Papagei der Welt, und mit viel Glück auch die flugunfähigen Takahe, die weitestgehend ausgestorben sind. Mehrere Hängebrücken sorgen gerade bei Wind und Regen für abenteuerliche Stimmung.

Die Strecke ist in beiden Richtungen begehbar, bevorzugt wird jedoch der Start in Glenorchy (nahe Queenstown) und dem Ziel an der Milford Road. Im Regelfall planen Wanderer drei Tage ein. Die insgesamt vier Hütten bzw. drei Campingstellen erlauben aber auch eine andere Streckenführung, zumal zahlreiche Abstecherlohnen wie beispielsweise zum Conical Hill oder zum Key Summit mit seinem bekannten Drei-Flüsse-Blick.

Für Wanderer, die mehr Komfort wünschen oder sich den Track auf eigene Faust nicht zutrauen, bieten mehrere Veranstalter auch geführte Touren. Neben Tagestouren gibt es Wanderungen mit Guide über den kompletten Kepler Track samt Übernachtung in Lodges. Im Winter ist der Routeburn Track nur teilweise begehbar, da auf manchen Passagen hohe Lawinengefahr besteht.

www.ultimatehikes.co.nz

www.nzwalks.com


53 Abel Tasman Coast Track – Liebling der Wanderer

Eine Natur, die Wanderer immer wieder zum Staunen und Innehalten bringt, gepaart mit einem vergleichsweise leichten Track und einer perfekten Infrastruktur: Kein Wunder, dass der 51 Kilometer lange Weg im Abel Tasman National Park der beliebteste unter den neun Great Walks des Landes ist. Rund 30.000 Wanderer im Jahr sind hier an der der Küste im Nordwesten der Südinsel unterwegs. Und dank des milden Klimas kann der Küstenwanderweg das ganze Jahr über genossen werden.

Für den Abel Tasman Coast Track sollten Wanderer rund drei bis fünf Tage einplanen. Drei feste Hütten sowie 18 Campingplätze bieten Schlafplätze, die in der Hauptsaison zwischen Oktober und April vorreserviert werden müssen. Der Küstenwanderweg schlängelt sich von Marahau gen Westen nach Wainui in der Golden Bay, kann aber in beiden Richtungen problemlos gewandert werden.

Dank der vielen Tagesbesucher und örtlichen Anbietern von Wassertaxis und Kajaktouren ist die Infrastruktur gut ausgebaut und manchen Besuchern sogar schon zu touristisch. Auch geführte Mehrtageswanderungen sind möglich.

www.abeltasman.co.nz

www.abeltasmantours.co.nz

www.abeltasmantravel.co.nz


54 Milford Track – Der Klassiker

Der 54 Kilometer lange Weg hat zu Beginn des 20. Jahrhunderts den Mythos von Neuseeland als Wanderparadies begründet. Nachdem erste Wanderer den Milford Track im Jahr 1889 passierten, würdigte ihn 1908 die renommierte Londoner Spectator-Zeitung als „schönsten Wanderweg der Welt“. Der Weg führt durch unberührten Regenwald in der Berg- und Gletscherwelt des Fiordland National Park von Te Anau bis zum gleichnamigen Fjord.

Zu den Höhepunkten zählen die Überquerung des 1073 Meter hohe Mackinnon Pass sowie die Mackay Falls. Ein Muss: der Abstecher zu den Sutherland Falls, die sich als Neuseelands höchster Wasserfall sehenswerte 580 Meter in die Tiefe stürzen. Unvergesslich ist am Ende der Blick auf den Milford Sound.

Zwar gilt die Viertagestour als „finest walk in the world“ – doch der Titel ist umstritten. Aufgrund des Andrangs müssen die Hütten in der Hauptsaison (wie bei anderen Great Walks) vorreserviert werden, allerdings ist jeweils nur eine Übernachtung gestattet. Zudem darf der Track nur westwärts gelaufen werden. Kosten fallen zudem für zwei Bootsfahrten an. Geführte Touren auf der ersten Etappe (siehe „Tageswanderungen“, Seite 68) sowie geführte mehrtägige Wanderungen mit Übernachtungen in Lodges werden angeboten.

www.ultimatehikes.co.nz

www.fiordlandwatertaxi.co.nz


55 Queen Charlotte Track


Dank vieler schöner Buchten gilt der Queen Charlotte Track in den Marlborough Sounds als eine der schönsten Wanderungen, die nicht zu den neun Great Walks zählen. Vom Ausgangspunkt Ship Cove, wo ein Denkmal an James Cook erinnert, laufen Wanderer in vier Nächten 70 Kilometer zurück nach Anakiwa (bei Picton). Bei Bedarf übernehmen Wassertaxis den Gepäck-Transport.

www.qctrack.co.nz

56 Heaphy Track


Inmitten des weniger populären Kahurangi National Park gilt der wenig frequentierte Heaphy Track als Hauptattraktion. Der 78 Kilometer lange Weg verbindet in vier bis fünf Tagen die Golden Bay mit der Westküste. In der abwechslungsreichen Landschaft mit wilden Flüssen und zahlreichen Nikau-Palmen stehen den jährlich rund 4000 Wanderern auf dem Great Walk sieben Hütten und neun Zeltplätze zur Verfügung.

57 Tongariro Northern Circuit


Während der 42 Kilometer fällt der Blick immer wieder auf den berühmten Mount Ngauruhoe und die prächtige Vulkanlandschaft des Tongariro National Park. Der Rundweg Tongariro Northern Circuit (einer der Great Walks) mit drei Übernachtungen ist die längere Version des Tongariro Alpine Crossing (siehe „Tageswanderungen“, Seite 64). In der Hochsaison müssen Schlafplätze vorab reserviert werden.

58 Rakiura Track


Ob Kiwi oder Tui – ein vielstimmiges Vogelorchester begleitet Wanderer auf dem 32 Kilometer langen Great Walk durch den Rakirura National Park auf Stewart Island. Der Rakiura Track führt in drei Tagen entlang der wilden Küsten zu einsamen Buchten und durch dichten Regenwald. Für Naturfans und Vogelkundler ist dieser Weg auf der vergleichsweise kleinen Insel der ultimative Geheimtipp.

59 Lake Waikaremoana Track


Der 46 Kilometer lange Weg zählt zu den einfacheren der neun Great Walks des Landes. In drei bis vier Tagen laufen Wanderer entlang des beliebten Lake Waikaremoana im Te Urewera National Park im Osten der Nordinsel (siehe „Gisborne & Hawke's Bay“, Seite 188). Neben den mächtigen Bäumen locken einsame Sandbuchten zum Schwimmen oder Angeln. Mit Schnee müssen Wanderer nahezu ganzjährig rechnen.

60 Rees-Dart Track


Mit seinen Flussdurchquerungen und bis zu achtstündigen Etappen gilt der 58 Kilometer Weg als einer der schwierigsten des Landes. Zu den Höhepunkten des quer durch den Mount Aspiring National Park verlaufenden Rees-Dart Track zählt der Abstecher zum Dart Glacier. Aufgrund der alpinen Lage ist gerade im Winter die Gefahr von Lawinen recht hoch.

Seen


Atemberaubende Szenerie: Lake Tekapo vor den Southern Alps

Mehrere hundert Seen strahlen in Neuseeland um die Wette. Urlaubern bleiben vor allem auf der Südinsel die einzigartigen Farben der Gletscherseen und die umliegenden Bergpanoramen in Erinnerung. Auf der Nordinsel findet sich indes der größte und einer der beschaulichsten Seen des Landes. Die Seen strahlen in verschiedenen leuchtenden Farben und animieren zu Bootsfahrten und Kajaktouren – oder einfach nur zum Seele-Baumeln-Lassen.

61 Lake Wanaka – Wassersport mit Bergblick

Ob Segler oder Paddler: Am viertgrößten See Neuseelands kommen Wassersportler voll auf ihre Kosten. Aber auch wer den Lake Wanaka nur geruhsam vom Boot aus erkunden oder gemächlich auf einer Wanderung genießen möchte, sollte Zeit mitbringen. Allein der Blick auf die Berge mit dem berühmten Mount Aspiring sowie die zahlreichen Buchten als verträumte Picknick-Plätze rechtfertigen einen längeren Aufenthalt am See mit dem sehenswerten Ort Wanaka am südlichen Ufer (siehe „Otago“, Seite 260). Der Name des Sees erinnert mutmaßlich an den früheren Maori-Häuptling Anaka („The place of Anaka“).

Sein kristallklares Wasser lässt den 45 Kilometer langen und bis zu zwölf Kilometer breiten See anmutig erscheinen. Die tiefste Stelle des Sees (311 Meter) liegt sogar unterhalb des Meeresspiegels. Entstanden sind Lake Wanaka und sein Nachbarsee Hawea vor 20.000 Jahren, als mächtige Gletscher die Region bedeckten und so die Landschaft formten. Mehrere Inseln inmitten des Sees sind als Schutzgebiet ausgewiesen und bieten Lebensraum für eine Fauna und Flora, die auf dem Festland ausgestorben ist. Auf Te Peka Karara (Stevensons Island) lebten beispielsweise noch einige Weka, die so die Rückkehr des flugunfähigen Vogels auf die gesamte Südinsel ermöglichten. Auf Mou Waho wiederum führt ein Wanderpfad zum Arethusa Pool, einem kleinen Süßwassersee rund 150 Meter hoch über dem Lake Wanaka. Der schönste Blick über den See bietet sich angeblich von der Glendhu Bay mit einem von Bäumen gesäumten Campingplatz. Und besonders sehenswert erscheint die Landschaft im Herbst, wenn sich die Blätter goldgelb färben und im warmen Licht der Sonne erstrahlen oder sich funkelnd im Kontrast zu den schneebedeckten Gipfeln im klaren Seewasser spiegeln.

Vom Ort Wanaka starten täglich Touren über den See und die angrenzenden Flüsse. Neben Bootsfahrten werden geführte Kajaktouren sowie Angelausflüge angeboten. Überdies können Segelboote geliehen werden. Abenteuerlicher verlaufen Jetboat- oder Rafting-Fahrten auf dem Clutha River, dem Ablauf des Sees und zweitlängsten Fluss des Landes.

www.lakewanaka.co.nz

www.glendhubaymotorcamp.co.nz

www.wanakacruises.co.nz

www.wanakakayaks.co.nz

www.fishcruisewanaka.co.nz

www.lakelandadventures.co.nz

www.ecoraft.co.nz


62 Lake Tekapo – die Farbe Türkis

Schon die Maori wussten um die beruhigende Kraft der Landschaft am türkis-schimmernden Gletschersee. Der Name Lake Tekapo leitet sich von den Maori-Wörtern „taka“ und „po“ für Schlafmatte und Nacht ab – was für einen bedeutenden Ort als Rastplatz spricht. Auch heute ist noch etwas von der stillen Atmosphäre zu spüren, die der Bergsee versprüht. Dazu sollten sich Besucher möglichst fernab des kleinen gleichnamigen Ortes bewegen, den viele Reisende für einen Zwischenstopp nutzen (siehe „Canterbury“, Seite 238). Denn die wahre Pracht kommt abseits der quirligen Hauptstraße zur Geltung, wenn keine Touristengruppen lärmen. Die Church of the Good Shepherd ist eines der Wahrzeichen des Sees. Hinzu kommt: Dank der klaren Luft – weitab jeder Großstadt und Fabrik – scheinen die Farben der Natur besonders intensiv zu strahlen. Nicht nur Fotografen kommen bei diesem Anblick ins Schwärmen.

Seine charakteristische Farbe verdankt Lake Tekapo (rund 700 Meter über dem Meeresspiegel gelegen) dem Schmelzwasser der nahen Gletscher, das über den Godley River in den See fließt. Darin werden seit Jahrtausenden feinste Gesteinspartikel transportiert, die sich am Grund des Sees ablagern und einfallendes Sonnenlicht brechen. Im Ergebnis ein Farbenspiel, das sich in dieser Klasse sonst nur am benachbarten Lake Pukaki (am Aoraki/Mount Cook) wiederholt.

Der etwa 25 Kilometer lange und bis zu sechs Kilometer breite Lake Tekapo ist der östlichste von drei Gletscherseen, die sich an der Ostflanke der Southern Alps entlangziehen. Zu dem Trio zählen noch der benachbarte Lake Pukaki sowie weiter westlich der Lake Ohau. Der Ablauf des Wassers am Tekapo River wird seit 1951 für ein kleines Wasserkraftwerk genutzt, das ursprünglich schon 1934 geplant wurde. Zur Nutzung der Wasserkraft wurde der See aufgestaut.

Den Lake Tekapo und seine Umgebung erkunden Besucher idealerweise zu Fuß auf einer der zahlreichen Wanderungen. Selbst bei einer kurzen Tour am Seeufer in Sichtweite des Ortes verspürt man die schon fast magische Stimmung. Legendär ist überdies ein 50-minütiger Rundflug namens „Grand Traverse“, der am See startet und bis zum höchsten Berg des Landes sowie zu den drei Gletschern Tasman, Franz Josef und Fox führt. Zudem werden Bootsfahrten und Reitausflüge angeboten.

www.tekapotourism.co.nz

www.airsafaris.co.nz

www.cruisetekapo.co.nz

www.tekaposprings.co.nz

www.maht.co.nz


63 Lake Matheson – See mit Aussicht

Spieglein, Spieglein: Es ist wahrlich nur ein kurzer Spaziergang vom Parkplatz zum Lake Matheson, wenige Kilometer vom Fox Glacier entfernt. Allerdings ist frühes Aufstehen Pflicht. Denn gerade zu früher Morgenstunde wird der kleine See seinem Ruf gerecht, die schönsten Spiegelungen der Southern Alps zu zeigen. Die kurzen Wanderungen zählen daher zu den beliebtesten Touren an der Westküste.

Voraussetzung ist allerdings ein möglichst wolkenfreier Himmel sowie wenig bis kein Wind, letzteres ist zumindest meist bei Sonnenaufgang oder -untergang zu erwarten. Für die berühmten Reflektionen von Aoraki/ Mount Cook und Mount Tasman sorgen die längliche Form des Lake Matheson und der umliegende Wald, dessen Ablagerungen das Wasser bräunlich färben. Der Weg rund um den kleinen See, der vor etwa 14.000 Jahren dank Verwerfungen des Fox Glacier entstand, dauert etwa 60 bis 90 Minuten. Und erst an der Spitze des Lake Matheson ist der „Blick der Blicke“ zu erhaschen. Doch auch der kürzere Weg zum Jetty Viewpoint verspricht bleibende Erinnerungen. Gute Fotos von den sich im See spiegelnden Berggipfeln sind begehrt (und wegen der Wetterkapriolen eher rar). Direkt am Weg zum See liegt das Café Matheson, das ganztägig geöffnet ist.

www.lakematheson.com


64 Lake Pukaki – Blick auf Aoraki/Mount Cook

Einen der schönsten Fotostopps (und vieles mehr) verpassen etliche Reisende, wenn sie auf einen Abstecher ins Landesinnere und zum höchsten Berg des Landes verzichten. Der Lake Pukaki als größter von drei nebeneinander liegenden Gletscherseen ist mit seinem türkis-schimmernden Wassern und dem Bergpanorama ein lohnendes Fotomotiv.

Selbst wer keine Zeit hat, am See entlang zum Aoraki/Mount Cook zu fahren, sollte am Parkplatz samt Informationszentrum am Highway SH8 eine kurze Pause einlegen. Vom schmalen Südufer blickt man dann auf die türkisfarbene Weite des Lake Pukaki und den dahinterliegenden höchsten Gipfel Neuseelands. Wie am östlich gelegenen Lake Tekapo, etwa 75 Fahrminuten entfernt, verleihen die Gletscher mit ihrem zermahlenen Felsen dem See seine beeindruckende Färbung. Wer tatsächlich auf die Stichstraße zum Nationalpark am Aoraki/Mount Cook abbiegt, findet mit Peter’s Lookout einen schönen Aussichtspunkt am Westufer des 30 Kilometer langen Sees. Mit der Schneeschmelze im Frühjahr legt der Lake Pukaki regelmäßig größenmäßig zu, um sich später wieder zurückzuziehen.


65 Lake Wakatipu


Im festen Takt schwankt der Wasserspiegel des Lake Wakatipu alle 27 Minuten um zwei Zentimeter. Doch nicht das Naturphänomen macht den See bei Queenstown so attraktiv, sondern die umliegenden Berge. Über Neuseelands längsten See fahren Ausflugsboote, etwa das Dampfschiff TSS Earnslaw (siehe „Otago“, Seite 265).

www.realjourneys.co.nz

www.southerndiscoveries.co.nz

66 Lake Taupo


Neuseelands größter See ist eine Caldera: Einst befand sich hier ein riesiger Vulkan, der vor 250.000 Jahren kollabierte. Besonders lohnend sind Ausflugsfahrten (siehe „Waikato & Bay of Plenty“, Seite 180). Zudem locken Aktivitäten von Angeln bis Kajakfahren sowie ein Abstecher zu den Huka Falls (siehe „Wasserfälle“, Seite 99).

www.ernestkemp.co.nz

www.sailbarbary.com

67 Lake Waikaremoana


Der erst vor 2000 Jahren entstandene See ist die größte Attraktion des Te Urewera National Park (siehe „Gisborne & Hawke's Bay“, Seite 188). Neben kurzen Wanderungen lässt er sich auf dem gleichnamigen Great Walk erkunden. Der Lake Waikaremoana ist umgeben von dichten Wäldern, die sich teils bis hoch in die Spitzen der bis zu 1400 Meter hohen Berge ziehen.

68 Lake Brunner


Rund 30 Kilometer südöstlich von Greymouth liegt der größte See der Westküste von Neuseelands Südinsel. Der Lake Brunner in einer ehemaligen Gletschermulde und der angrenzende Ort Moana erfreuen sich steigender Beliebtheit: Vor allem Einheimische wetteifern beim Angeln der Forellen. Ein Wanderweg führt durch einen kleinen Wald voller Glühwürmchen. Mit Sicherheit ein Ziel abseits der Touristenströme.

69 Lake Hawea


Wie sein bekannter Nachbarsee Lake Wanaka ist der Lake Hawea in zentraler Lage der Südinsel ein ehemaliges Gletscherbecken, geformt während der letzten Eiszeit. Zum Glück für die Besucher, die vor allem zum Angeln und für Bootstouren herkommen, steht der See im Schatten des bekannten Nachbarn – hier geht es um einiges ruhiger zu. Nach dem Bau eines Wasserkraftwerks wurde der Pegel um 20 Meter angehoben.

70 Lake Manapouri


Der zweitkleinste der fünf Gletscherseen im Süden der Südinsel ist als Tor zum Doubtful Sound bekannt: In Manapouri am gleichnamigen See legen die Boote ab, die die Besucher zunächst zum gigantischen Wasserkraftwerk und weiter über den Bergpass Wilmot zum Fjord bringen. Der Lake Manapouri – zweittiefster See des Landes – lässt sich gut per Kajak oder Boot sowie auf Wanderungen erkunden.

Wasserfälle


Unvergesslich: eine Bootsfahrt zu den Stirling Falls im Milford Sound

Nur an wenigen Orten kommt die Kraft der Natur so zum Tragen wie an rauschenden Wasserfällen. Ist Neuseeland schon gespickt mit sehenswerten Seen, so gilt dies erst recht für seine mächtigen Wasserfälle. Unvergesslich für viele Besucher sind die Wassermassen vor allem im berühmten Milford Sound auf der Südinsel, wo gleich mehrere der schönsten Wasserfälle in den Fjord fließen.

71 Whangarei Falls – Klassisch, aber schön

Nur wenige Minuten vom Zentrum des Städtchen Whangarei im Norden der Nordinsel entfernt, hat der Hatea River einen klassisch schönen Wasserfall geformt. Breit wie ein Vorhang stürzt der Fluss an den Whangarei Falls über Basaltklippen 26 Meter in die Tiefe.

Von drei Plattformen aus können Besucher einen Blick auf die Wasserfälle werfen. Sie sind angeblich so fotogen, dass sie zu den meistfotografierten Wasserfällen Neuseelands zählen. Umgeben von dichtem Buschland sind sie auch ein schöner Platz für ein Picknick oder eine Erholungspause.

Das natürliche Becken unterhalb der Klippen verspricht Badespaß. Aufgrund des subtropischen Klimas in der Region Northland führen die Whangarei Falls in regenarmen Sommermonaten regelmäßig wenig Wasser.

Mehrere Wanderwege unterschiedlicher Länge verlaufen rund um die Whangarei Falls oder verbinden dieses Kleinod mit weiteren sehenswerten Zielen in der Umgebung. Dazu zählen beispielsweise Spaziergänge entlang des schmalen, grün schimmernden Hatea River. Über rund drei Stunden (fünf Kilometer) erstreckt sich der Weg zu den 500 Jahre alten Kauri-Bäumen im AH Reed Memorial Kauri Park. Eine stabile Holzkonstruktion führt als Baumwipfelpfad in 23 Metern Höhe vergleichsweise nah an den Baumkronen der mächtigen Baumriesen vorbei.

Die Wasserfälle und vielen Grünanlagen wie die Kauri-Bäume sind die größten Attraktionen der Stadt Whangarei, die zugleich Hauptstadt der Region Northland ist. Einen Besuch lohnt auch das Uhrenmuseum Claphams Clock: Mit rund 1500 ausgestellten Zeitmessern ist sie die größte Uhrensammlung der südlichen Hemisphäre. Einen schönen Blick über die Stadt bietet sich vom Kriegerdenkmal auf dem 240 Meter hohen Mount Parihaka, wo sich einst eine Siedlung der Maori befand. Die Stadt, die aus touristischer Sicht weit weniger attraktiv ist als beispielsweise die nahe Bay of Islands, ist Geburtsort des in Australien aufgewachsenen Country-Sängers Keith Urban sowie der Weltumseglerin Laura Dekker, die als 14-Jährige auf einer umstrittenen Tour allein die Erde umsegelte.

www.claphamsclocks.com


72 Stirling Falls – Dusche unterm Wasserfall

So nah und so laut rauschend stürzt das Wasser 146 Meter in die Tiefe, dass die Passagiere der Ausflugsboote auf dem Milford Sound gefühlt direkt unter den Stirling Falls stehen. Und an manchen Tagen erleben die Urlauber nicht nur gefühlt eine Dusche: Denn zuweilen manövrieren die Kapitäne ihr Boot so, dass der Wasserfall tatsächlich auf einen Teil des Oberdecks prasselt. Ein unvergesslicher Moment. Die wenigen Minuten an den Wasserfällen gehören wohl zu spektakulärsten Augenblicken einer Rundfahrt auf dem berühmten Fjord. Zusammen mit den Delfinen und Seelöwen sowie dem markanten 1692 Meter hohen Mitre Peak gehören die Stirling Falls zu den Top-Attraktionen. Sie sind benannt nach Kapitän Stirling, der hier mit seiner HMS Cleopatra in den 1870er-Jahren kreuzte.

Neben den mit 160 Meter noch höheren Bowen Falls, nah dem lebhaften Hafen, sind sie die einzigen Wasserfälle, die permanent die steilen Berg- und Felswände herunterstürzen. Denn bei Regen oder nach der Schneeschmelze im Frühjahr verwandelt sich der Milford Sound in rauschendes Nass mit ungezählten Wasserfällen – ein kaum vorstellbares Naturspektakel. Angesichts von kaum fassbaren 6000 Millimeter Regen pro Jahr (zum Vergleich: Berlin kommt auf 580 Millimeter) gelten einige aber als „virtuelle permanente Wasserfälle“, da sie nahezu immer vorhanden sind. Dazu zählen beispielsweise auf der Südseite des Milford Sound die Fairy Falls und die Bridal Veil Falls.

Die Kapitäne der Schiffe im Milford Sound steuern im Regelfall alle genannten vier Wasserfälle an. Kein Tourist muss sich also sorgen, die nassen Highlights zu verpassen. Meist stoppen die Maschinen auch kurz, damit genügend Zeit für Fotos bleibt – besonders abenteuerlich natürlich an den Stirling Falls auf der Nordseite. Sie werden meist auf der Rückfahrt angelaufen, nachdem das Schiff durch Milford Sound gekreuzt ist. Die markante Landschaft zählt zu den bekanntesten Zielen in Neuseeland. Aufgrund ihrer scharfen Kontraste würdigte einst der englische Schriftsteller Rudyard Kipling den Fjord im Südwesten des Landes als „achtes Weltwunder“.

www.realjourneys.co.nz

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73 Purakaunui Falls – Wahrzeichen der Catlins

Nah dem südlichsten Punkt Neuseelands – dem Slope Point – stürzen sich mitten im Wald kaskadenartig die Purakaunui Falls in die Tiefe. Auch wenn sie mit etwa 20 Metern Höhe nicht sonderlich spektakulär daherkommen, ist der Anblick des über drei Stufen fließenden Wassers einen Abstecher wert. Zwei Plattformen ermöglichen einen guten Ausblick. Als Wahrzeichen der wenig bevölkerten Catlins verzierten sie auch schon eine Briefmarke der neuseeländischen Post. Die gern fotografierten Wasserfälle liegen etwa 17 Kilometer südwestlich von Owaka, nah dem Pazifik. Der nächste Parkplatz ist nur wenige Gehminuten entfernt.

Wer die Purakaunui Falls besucht, kann gleich noch weitere Plätze in der Umgebung anschauen, die eher in die Kategorie Geheimtipp fallen: Dazu zählen zunächst mit den McLean Falls und den Matai Falls zwei weitere Wasserfälle. Besonders eindrucksvoll erscheint auch Jack's Blowhole im Tunnel Rocks Scenic Reserve: Inmitten einer Schafweide spritzt das Wasser bei starkem Wellengang oder Flut aus einem rund 60 Meter breiten, 55 Meter tiefen Loch. Durch eine eingestürzte unterirdische Höhle ist Jack's Blowhole – benannt nach einem Maori-Häuptling – mit dem nur 200 Meter entfernten Meer verbunden.


74 Huka Falls – „Rauschende Gischt“

Durch eine schmale Schlucht, eng wie ein Trichter, presst der mächtige Waikato River pro Sekunde bis 220.000 Liter Wasser. Normalerweise bis zu 100 Meter breit, schrumpft der Fluss hier auf etwa 20 Meter und stürzt sich an den Huka Falls etwa zehn Meter in die Tiefe. Von einer Brücke sowie von beiden Seiten des Ufers aus lässt sich das rauschende Wasser gut beobachten. Die Gischt sprüht meterhoch auf – entsprechend nannten die Maori den Wasserfall nah der Stadt Taupo am gleichnamigen See „Rauschende Gischt“ (siehe „Waikato & Bay of Plenty“, Seite 180, und „Seen“, Seite 90). Von der Innenstadt dauert die Fahrt gerade einmal fünf Minuten, zu Fuß geht es entlang mehrerer Aussichtsplattformen über den Huka Falls Walkway in etwa 30 Minuten zu den bekannten Wasserfällen.

Eine abenteuerliche Bootsfahrt mit Tempo 80 führt zum unteren Ende der Huka Falls und bieten einen atemberaubenden Blick auf die rauschende Gischt. Die 30minütigen Fahrten mit dem PS-starken Jetboat über den Waikato River führen auch zum Aratiatia Dam und einem geothermalen Kraftwerk – aufregende Manöver im Fluss inbegriffen.

www.hukafallsjet.com

www.hukafallscruise.co.nz


75 Marokopa Falls


In der Nähe der bekannten Glühwürmchen-Höhlen von Waitomo auf der Nordinsel lohnt ein Abstecher zu den Marokopa Falls. Über mehrere Stufen strömt das Wasser rund 35 Meter in die Tiefe. Für die Naturschutzbehörde DOC zählen die Marokopa Falls zu den schönsten im Land. Der Parkplatz ist zehn Fußminuten entfernt. Nur einen Kilometer entfernt liegen die Piripiri Caves mit versteinerten Riesenaustern.

76 Humboldt Falls


Mit einer Fallhöhe von 275 Metern über drei Stufen zählen die Humboldt Falls zu den höchsten Wasserfällen des Landes. Von der berühmten Milford Road führt eine ungeteerte, 16 Kilometer lange Piste bis an den Rand des Hollyford Valley. Von hier sind es noch etwa 15 Minuten zu Fuß durch den Regenwald. Hier startet auch der berühmte Hollyford Track.

77 Wairere Falls


Die höchsten Wasserfälle der Nordinsel liegen nah der Bay of Plenty: Bei den Wairere Falls geht es für den gleichnamigen Fluss über zwei Kaskaden 153 Meter in die Tiefe. Vom Parkplatz dauert es rund 45 Minuten zu dem schmalen, aber tiefen Wassersturz. Weitere 45 Minuten entfernt bietet sich ein schöner Blick über die Ebene. Alternativ lohnt der drei- bis vierstündige Rundweg Wairere Falls Track.

78 Sutherland Falls


Nur wenige Besucher stoßen zu den angeblich fünfthöchsten Wasserfällen der Welt vor: Die Sutherland Falls stürzen sich 580 Meter in die Tiefe. Zu Fuß ist der höchste Wasserfall des Landes nur als Abstecher vom Milford Track erreichbar. Ansonsten ist der Blick aus der Luft möglich (siehe „Rundflüge“, Seite 126).

www.milfordhelicopters.com

www.realjourneys.co.nz

www.southernlakeshelicopters.co.nz

79 Taranaki Falls


Neben dem populären, ganztägigen Alpine Crossing können Wanderer im Tongariro National Park unter einer ganzen Reihe von Wanderungen wählen: Besonders attraktiv ist der zweistündige Weg (hin und zurück) zu den Taranaki Falls. Der Weg mit Start am Whakapapa Visitor Centre zu den 20 Meter hohen Wasserfällen bietet spektakuläre Blicke auf die drei Vulkankegel (siehe „Nationalparks“, Seite 28).

80 Devil`s Punchbowl Falls


Auf dem Weg zur höchsten Überquerung der Southern Alps, dem Arthur’s Pass, passieren Reisende auch die 131 Meter hohen Devil's Punchbowl Falls. Sie sind zwar auch von der Straße im Arthur’s Pass National Park zu erkennen. Einen besseren Blick auf die Wasserfälle verspricht hingegen eine einstündige Wanderung (hin und zurück), die über zwei Brücken und etliche Stufen zu einer Aussichtsplattform führt.

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Дата выхода на Литрес:
23 декабря 2023
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571 стр. 452 иллюстрации
ISBN:
9783944921853
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