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ALEXANDER POHLE
ULRIKE NIEDERER
STEFAN BLANK

HERZSTÜCKE
AM BODENSEE
BESONDERES ABSEITS DER BEKANNTEN WEGE ENTDECKEN


LIEBE LESERIN,
LIEBER LESER,
Eigentlich ist es nicht schwierig, außergewöhnliche, kaum bekannte Orte rund um den Bodensee zu finden. Als ich mich schließlich aufmachte, habe ich aber nicht mit einer so großen Vielfalt einzigartiger Plätze gerechnet, von denen ich, ehrlich gesagt, noch nie zuvor gehört hatte. Der Bodenseeraum bietet eine so große Mannigfaltigkeit der Natur, Museen, Ausstellungen und Gastronomie, dass wirklich für jeden etwas dabei sein sollte. So wird der Seeblick vom Haldenhof in Überlingen sicher einen bleibenden Eindruck hinterlassen, auf der Halbinsel Höri besuchen Sie die Heimat vieler Künstler, und den fangfrischen Fisch in Immenstaad oder auf der Insel Reichenau sollten Sie sich auf keinen Fall entgehen lassen.

Viel Spaß beim Entdecken!


Inhalt
IMMER: EINE SÜNDE WERT!: MEINE LIEBLINGSLÄDEN ZUM ESSEN, TRINKEN UND EINKAUFEN
1 Café im Bootsverleih
2 Zu Gast bei den elf Räubern
3 Gin vom Bodensee
4 Der Torkel in Bodman
5 Das Esszimmer
6 Georg’s Fischerhütte
7 Essen mit Alpenpanorama im Haldenhof
8 Die flotte Flosse
9 Gemüse und Brot
10 Wie einst bei Tante Emma: s‘Lädele
11 Geschmack und Kultur am Gehrenberg
12 Das Burgrestaurant Gebhardsberg
13 Ein schwimmendes China-Restaurant
14 Gutes und Feines im Abaco
15 Biergarten mit Seeblick
16 Schlaf doch mal auf Stroh!
17 Runway 34, ein Restaurant im Flugzeug
18 Die Sommerlust
19 Schoggibox und Nudelbox
20 Die Kugel-Skulpturen
SO RICHTIG: DIE SEELE: BAUMELN LASSEN!: WELLNESS, ENTSPANNUNG UND UNTERKUNFT
21 Ein Landhotel mit Stern und Suiten
22 Wie früher beim Schulausflug
23 Einst ein Aufreger: das Aeschacher Bad
24 Friedensräume in historischer Villa
25 Schwimmen und Stand-up im Eichwald
26 Der Natursandstrand in Manzell
27 Teufelstisch und Strandbad
28 Indische Heilkunst am Bodensee
29 Seehotel mit kaiserlicher Vergangenheit
30 Baden wie vor 100 Jahren im »Mili«
31 Romantik im Papstgefängnis
32 Die Besenbeiz mit gläsernem Gastraum
33 Badi Bachdelle
34 Einfach mal nichts tun im Badi-Beizli
35 Ein Seebad auf Stelzen: die Badhütte
MAL WIEDER: ZEIT FÜR KULTUR!
36 Wo die Götter lachen und die Hexe grinst
37 Das kleine Museum in Hagnau
38 Der Bildhauer Peter Lenk
39 Das Mühlenweg Museum im Bahnhof
40 Berühmte Fundes aus der Jungsteinzeit
41 Von den Fuggern bis zu Martin Walser
42 Das Luftfahrt-Museum im Hangar
43 Kunst und Autos: das MAC Museum
44 Zeitreise mit Automobil und Traktor
45 Die älteste Dorfkirche
46 Die Kapelle des heiligen Blasius
47 Die Otto-Dix-Fenster
48 Das Museum Haus Dix
49 Geistesblitze im Suso-Haus
50 Das Neue Schloss Tettnang
51 Innehalten im Schloss Glarisegg
52 Ingenieurskunst des 19. Jahrhunderts
53 Das Kulturufer Friedrichshafen
54 Kulturplatz Bahnhof Fischbach
55 Charterschiff »MS Sonnenkönigin«
56 Fliegende Legenden in Altenrhein
57 Krippen aus vier Kontinenten
58 Das Rolls-Royce-Museum
59 Die Festspielbühne am Bodensee
60 Ein Abstecher ins 19. Jahrhundert
61 Das Napoleonmuseum
62 Maschinen aller Art im Saurer Museum
63 Kunst der Moderne im Würth Haus
64 Das Sandskulpturen-Festival
HEUTE: WILL ICH RAUS!
65 Der Hafen von Lindau
66 Ein Wasserturm als Technik-Denkmal
67 Das Naturschutzgebiet Eriskircher Ried
68 Zeppelin-Pfad und Zeppelin Museum
69 Der Aussichtsturm von Friedrichshafen
70 Paddeltour für die ganze Familie
71 Mit Pfeil und Bogen im Tal der Liebe
72 Der Abenteuerpark in Immenstaad
73 Das Winzertürmchen mit Blick auf den See
74 Meersburgs Magische Säule
75 Das hält der stärkste Baum nicht aus
76 Die sieben Churfirsten
77 FriedWald und Schloss Heiligenberg
78 Die Mettnau und die Liebesinsel
79 Ganz aus Holz: der Mettnau-Turm
80 Nackte Tatsachen am Zollhaus
81 Kampf um Europa und El Niño in Radolfzell
82 Frisches Gemüse – Bedienen Sie sich!
83 Jetzt fahr'n wir übern Gnadensee
84 Die Rappenlochschlucht
85 An der Mole – letzter Baum
86 Eine schöne Tour durchs Rheindelta
87 Der Naturpark Bregenz
88 Feuchtgebiete in der Harder Bucht
89 Einmal Lokführer sein – im Locorama!
90 Die Holzbrücke Dornbirner Ach
91 Festung und Kulturzentrum: der Munot
92 Die Hochwacht von Klingenzell
93 Die Altstadt von Eglisau
94 Wallfahrtsort mit Holzbrücke: Im Werd
95 Das Bürgerasyl in Stein am Rhein
96 Explosives Denkmal: der Kessel Stedi
97 Per Zahnradbahn nach Appenzell
98 Der längste Steg im Bodensee
99 Mit einem Bein in der Schweiz
100 Die hölzerne Rheinbrücke
IMMER
EINE SÜNDE WERT!
MEINE LIEBLINGSLÄDEN ZUM ESSEN, TRINKEN UND EINKAUFEN
1 Café im Bootsverleih
2 Zu Gast bei den elf Räubern
3 Gin vom Bodensee
4 Der Torkel in Bodman
5 Das Esszimmer
6 Georg’s Fischerhütte
7 Essen mit Alpenpanorama im Haldenhof
8 Die flotte Flosse
9 Gemüse und Brot
10 Wie einst bei Tante Emma: s‘Lädele
11 Geschmack und Kultur am Gehrenberg
12 Das Burgrestaurant Gebhardsberg
13 Ein schwimmendes China-Restaurant
14 Gutes und Feines im Abaco
15 Biergarten mit Seeblick
16 Schlaf doch mal auf Stroh!
17 Runway 34, ein Restaurant im Flugzeug
18 Die Sommerlust
19 Schoggibox und Nudelbox
20 Die Kugel-Skulpturen

01
CAFÉ IM BOOTSVERLEIH
Bei der kleinen Terrasse mit den Gartenstühlen vor dem Holzhäuschen handelt es sich nicht um ein Privatgrundstück. Im Gegenteil, denn hinter dem Anleger, direkt an dem kleinen Seepark von Kressbronn, befindet sich das Café des Bootsverleihs.
Das Auffälligste an der Uferpromenade von Kressbronn ist sicher der Glasbau des Bootsanlegers, dessen Formgebung einer Bodensee-Fähre nachempfunden und in dem ein Kiosk untergebracht ist. Unweit von hier, wo die Wiese des kleinen Seeparks endet und schon von Weitem gut zu sehen, warten die bunten Tretboote des Bootsverleihs auf Sie.
Voll auf ihre Kosten kommen sogar kleine wie große Ferrari-Fans. Allerdings nur durch Körpereinsatz, ganz umweltfreundlich mit Muskelkraft. Denn die Ferraris, die es hier zu mieten gibt, strotzen nicht durch Motorkraft, sondern sind knallrote Tretboote, mit denen Sie über den Bodensee »cruisen« können. Patentfreie Motorboote stehen aber ebenfalls zur Auswahl und können während der Saison jederzeit gemietet werden. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen möchten, reservieren Sie am besten im Voraus. Vor allem in den Ferien und zur Urlaubszeit zu empfehlen!
Sollte Ihnen der Sinn aber nicht nach Bootfahren stehen, ist vielleicht ein frischer Kaffee die Alternative. Auch wenn es von Weitem nicht wie ein Café aussieht, ist es in Wirklichkeit ein lauschiges Plätzchen, um in aller Ruhe zu entspannen. Während die einen sich auf dem Wasser austoben und Spaß haben, ist der herrliche Blick auf den See für die anderen sogar umsonst!
Der Bootsverleih Boot und Spaß ist im Übrigen noch an zwei weiteren Standorten am Bodensee vertreten. Wenn es Ihnen also in Kressbronn gefallen hat, dann können Sie Ihre nächste Tour ja von Langenargen beziehungsweise Friedrichshafen aus starten und dort ein Boot Ihrer Wahl mieten. Kaffee und Kuchen gibt‘s allerdings nur im Café in Kressbronn, in der Nähe des auffälligen Glasbaus des Anlegers!
Bootsverleih Boot und Spaß · Bodanstraße am Uferweg · 88079 Kressbronn www.bootundspass.de · Haltestelle: Bahnhof Kressbronn

02
ZU GAST BEI DEN ELF RÄUBERN
Am Fuß des Veitsburghanges, direkt unter dem Mehlsack und unterminierend-subversiv unterhalb des Arbeitsgerichts, ist nach Räuberart lauernd die »Burgschenke zu den 11 Räubern« – kurz: die Räuberhöhle – zu finden. In der »Höhle« ist wirklich jeder Gast willkommen.
Seit über 40 Jahren gibt es die Kneipe jetzt schon in so gut wie unveränderter Form. Zuvor aber wurde das bereits im Jahr 1396 errichtete Fachwerkhaus Obere Mang zur Tuchveredelung genutzt. Dabei wurden beispielsweise die feuchten Tücher außen an den vorkragenden Obergeschossen des Hauses zum Trocknen aufgehängt. Zur Brauerei und Gaststätte »Burgschenke zu den 11 Räubern« wurde das Haus dann im Jahr 1861 und schnell bekannt durch das gute Bier sowie den schönen Biergarten.
Die Räuberhöhle versteht sich bis heute nicht nur als Gastwirtschaft im eigentlichen Sinne, sondern als natürlich gewachsener Treffpunkt und soziale Begegnungsstätte. Hier sitzen alle Schichten der Gesellschaft an einem Tisch zusammen oder stehen nebeneinander an der Theke. Egal, ob als Obdachloser oder Chefarzt, als Oberstaatsanwalt oder Unter-die-Räder-Gekommener, es gibt keine Berührungsängste. Im Gegenteil, diejenigen zu einem Bier einzuladen, denen es gerade nicht so gut geht, ist fast schon Ehrensache. Hier haben alle miteinander Spaß, hier werden Sie geduzt.
Legendär: die belegten Seelen
Nachdem die Zukunft der Räuberhöhle lange Zeit ungewiss war, steht jetzt auch dank des Engagements des Fördervereins »Freunde der Räuberhöhle 2012 e. V.« fest, dass das bestehende Kneipenkonzept nach einer »sanften Sanierung« weiterhin von den Pächterinnen Biggi Bachmann und Vanessa Bachmann-Boscher fortgeführt wird. Zum Glück soll der Charakter der Kneipe erhalten bleiben. Das Highlight nach dem geplanten Umbau wird ein größerer Biergarten sein. Auch als »Nichträuber« sind Sie immer gern willkommen!
Gaststätte Die Räuberhöhle · So Ruhetag · Burgstraße 14 · 88212 Ravensburg · Tel. 07 51/3 34 56 Haltestelle: Bahnhof Ravensburg, Fußweg ca. 10 Min.

03
SO SCHMECKT DER BODENSEE
Die Bodenseeregion ist nicht nur Deutschlands südlichstes Obstanbaugebiet, sondern auch eines der bedeutendsten. Deshalb hat die Kunst der Obstveredelung hier eine lange Tradition. So destilliert die Familie Senft bereits in der dritten Generation köstliche Edelbrände und vieles mehr.
Ein Besuch in der Destillerie in Salem-Rickenbach ist als Erlebnis für die ganze Familie angelegt: Es gibt Spielmöglichkeiten für die Kleinen, und die Großen können im Shop Köstlichkeiten anschauen oder gleich verschiedenste Edelbrände, Liköre, Whisky, Gin und Rum im Ausstellungsraum verkosten. Wenn Sie tiefer in die Welt der Destillate eintauchen wollen, dann sollten Sie an einem Tasting teilnehmen. Auf einer zweistündigen Entdeckungstour mit Silke und Herbert Senft durch die Brennerei und das Whiskylager erfahren Sie, wie eine Brennerei funktioniert und was „mit Fruchtauszug“ bedeutet.
Ein besonderes Erlebnis ist es, den Whisky direkt ab Fass zu verkosten. Dass das Obst für die Herstellung der Destillate aus eigenem Anbau stammt – auch das Getreide für den „ersten Whisky vom badischen Bodensee“ – ist für die Familie Senft Ehrensache. Selbst beim hauseigenen Gin achten sie auf Regionalität. So stammt der Wacholder von der Schwäbischen Alb und viele Botanicals wachsen auf der Insel Reichenau. Das Zuckerrohr für den Rum kommt zwar aus Jamaika, aber das Wasser natürlich direkt aus dem Bodensee.
Für die Familie Senft gilt, dass die Brennerküche nie stillsteht und alle Generationen mit großer Leidenschaft an neuen Kompositionen arbeiten. So destillierte Herbert Senft 2014 seinen ersten Gin, den „Gin 21“, den seine Tochter Silke als Edelbrand-Sommelière wunderbar beschreibt: „Ein milder Gin mit einem Aroma von Zitrusfrüchten, abgerundet mit Gewürzen und einem Hauch Wacholder“. Eine neue Idee ist Ginlikör, der auch einem süßen Gaumen den Gin-Genuss näherbringen soll. Sie dürfen gespannt sein!
Senft-Destillerie · Mo–Sa 8–20 Uhr · Dorfbachstraße 10 · 88682 Salem-Rickenbach Tel. 0 75 53/88 31 · www.senft-destillerie.de · am besten mit dem Auto

04
DER TORKEL IN BODMAN
In den Räumen des 1772 erbauten Weintorkels, genau da, wo früher die Reben gepresst wurden, Wein zu verkosten oder eine zünftige Brotzeit zu genießen, ist nichts Alltägliches. Freuen Sie sich auf Ihren Besuch in der historischen Lokalität.
Der Schlosstorkel in Bodman, die riesige Weinpresse, die 1823 unter Wiederverwendung gebrauchter Holzteile mit einem mächtigen Torkelbaum aufgebaut wurde, war bis in die 60er-Jahre des 20. Jahrhunderts zum Pressen des Weines aus dem »Bodmaner Königsweingarten« und für die Bereitung von Apfelmost in Gebrauch. In einem südlich angebauten Lagerraum wurde 1972 eine Gaststätte eingerichtet.
Heute wird in dem Gebäude ein Restaurant betrieben, in dem im Sommer auch Kunstausstellungen stattfinden. Der erste Wirt war kein Geringerer als der in Bodman ansässige Bildhauer Peter Lenk, der durch seine politisch provokanten und sozialkritischen Skulpturen und Reliefs in ganz Deutschland prominent wurde.
Rainer Kraus und sein Sohn Nicolai bauten die zuvor als Weinstube konzipierte Gaststätte zu einem Gourmet-Restaurant aus, das sie mehrere Jahre mit großem Erfolg führten. Die Wirtin »Morgiane« (Künstlername) setzte diese Tradition fort und erweiterte die gastronomische Ausrichtung des Torkel um literarische Einlagen. Für ihre Gäste las sie jeden Sonntag aus Paulo Coelhos Kultbuch »Der Alchimist« vor.
Seit 2010 wird das Lokal, während der Saison, vom erfahrenen Hotelier und Küchenmeister Dietmar Specht betrieben. Er hat die unterschiedlichen Konzepte gelungen miteinander vereint und führt den gräflichen Schlosstorkel nun als besondere Weinstube und exklusives Restaurant.
Einfach zu finden ist der außergewöhnliche Bau schon allein durch seine von Weitem zu sehende Fassade mit ihren vielen Löchern. Am besten parken Sie auf einem der großen Parkplätze direkt an der Uferpromenade oder fahren bis zur Straßeneinfahrt »Am Torkel« und suchen sich dort einen Parkplatz.
Torkelstube · Mitte März – Anfang Nov. (neue Öffnungszeiten auf Homepage erfragen) · Am Torkel 4 · 78351 Bodman-Ludwigshafen · www.torkelstube.de · Haltestelle: Bahnhof Ludwigshafen, Bus 7375

05
DAS ESSZIMMER
Direkt am Seerhein in Konstanz gelegen, steht das imposante Firmengebäude der ehemaligen Handelsfirma Stromeyer. Früher wurden hier Stoffe fabriziert, heute bietet das Gebäude Platz für Büros und Gastronomie. Neben dem ehemaligen Wasserturm gibt’s täglich frisch zubereitete Gerichte im »esszimmer«.
Seit 2011 wird im alten Pumpenhäusle am Wasserturm Stromeyersdorf angerichtet! Hier im »esszimmer« kreieren Lucia Blummer und ihre Mitarbeiter aus saisonalen, frischen Zutaten täglich einen wechselnden Mittagstisch und Menüs für besondere Anlässe. Salate, Suppen, Quiches, Hauptgerichte mit und ohne Fleisch oder süße Versuchungen im Glas sowie hausgemachte Kuchen.
Da der Gewerbemagnat Stromeyer mit der Wasserversorgung seiner Firma unzufrieden war, ließ er Ende des 19. Jahrhunderts von einem seinerzeit renommierten Industriearchitekten einen eigenen Wasserturm mit Pumpenhaus errichten. Stromeyer Zelte war damals lange Zeit der größte Arbeitgeber in Konstanz. Hier wurden im Winter Zirkuszelte renoviert und als eine der letzten bedeutenden Arbeiten die Überdachungen des Olympiastadions in München hergestellt. Im Jahr 1984 versinken die Gebäude schließlich in einen langen Dornröschenschlaf. Jahre später kauft ein junges Paar das Anwesen, und an dieser verwunschenen Ecke am Rande eines Hightech-Industriegebietes und des ältesten Naturschutzgebiets der Region entsteht ein Kleinod. Der Wasserturm mit Büros und 360 Grad Konferenzräumen und das »esszimmer«, das vielleicht kleinste Restaurant in Konstanz. Hier essen die Mitarbeiter der benachbarten Firmen zu Mittag, und Spaziergänger genießen besten italienischen Kaffee mit hausgemachtem Kuchen. Im Sommer wird abends gegrillt, es gibt Lesungen oder Hochzeitsfeiern, wo selbst die Brautväter baden gehen.
Das Restaurant und die Bleiche nebenan bieten Ihnen ein schönes Ambiente und einen gemütlichen Biergarten direkt am Seerhein.
esszimmer · Turmstraße 32 · 78467 Konstanz www.esszimmer-kn.de · Bus Linie 6, Haltestelle: Line-Eid-Str. Konstanz

06
GEORG’S FISCHERHÜTTE
Leckere Fischgerichte auf der Gartenterrasse direkt am See: Mögen Sie lieber Bodenseefische aus eigener Fischerei und Räucherei oder steht Ihnen der Sinn heute mehr nach Kaffee und Kuchen? Sie haben die Wahl.
Alles, was der Bodensee an Fisch zu bieten hat, wird in Georg’s Fischerhütte, nahe der Stiftskirche St. Peter und Paul, zu superleckeren Gerichten verarbeitet! Wer das nicht probiert hat, ist einfach selbst schuld, und wenn Sie zufällig in der Nähe sind, wenn die »Felchenwochen am Untersee« stattfinden, sollten Sie sich dieses Angebot nicht entgehen lassen. Wer es mindestens dreimal nutzt und seine Restaurant-Besuche mit einem Stempel im »Felchen-Pass« bestätigen lässt, kann zudem an einer Verlosung teilnehmen. Die Gastronomen verpflichten sich, nur fangfrischen Fisch aus dem Bodensee zuzubereiten. Sollten also einmal zu wenig Felchen in den Netzen der Fischer gelandet sein, werden andere Fischarten fürs Menü zum Einheitspreis verarbeitet. Vor einigen Jahren waren die Felchenfänge so stark zurückgegangen, dass die Aktionswochen sicherheitshalber sogar umbenannt worden sind in »Fischwochen Felchen & Co.« Georg’s Fischerhütte ist natürlich auch dabei!
An der nordwestlichen Spitze der Insel ist aber nicht nur das Fischrestaurant zu finden. Denn zwischen Feldern und Äckern liegt auch der Geheimtipp unter den Reichenauer Kirchen.
Mit ihren Doppeltürmen ist die Stiftskirche St. Peter und Paul schon von Weitem zu sehen. Im 12. Jahrhundert, hier in Reichenau-Niederzell fertiggestellt, reicht ihr Ursprung zurück bis ins 8. Jahrhundert. Zeigt die Kirche außen noch teilweise ihre romanischen Wurzeln, ist der Innenraum doch durchgehend im Stil des Rokoko gehalten. Ihr Schmuckstück ist aber das Apsisgemälde aus dem späten 11. Jahrhundert, auf dem Jesus thronend auf einem Regenbogen mit den Füßen auf dem Erdkreis abgebildet ist. Übrigens stehen drei der ältesten Kirchen Deutschlands auf der Reichenau, und von hier ging die Christianisierung Deutschlands aus.
Georg‘s Fischerhütte · In der Hauptsaison tgl. 12–20 Uhr, In der Vor- und Nachsaison tgl. 12–19 Uhr · Ruhetag Mo. · Fischergasse 5 · 78479 Reichenau Tel. 07534/71 69 · Haltestelle: Bahnhof Reichenau, Bus 7372

07
ALPENPANORAMA BEIM ESSEN IM HALDENHOF
Mitten in einem herrlichen Wandergebiet gelegen, bietet der Haldenhof nicht nur einen der schönsten Ausblicke auf den Bodensee, sondern auch eine einmalige Gartenwirtschaft.
Als Wirtschaftshof für die Burg Hohenfels errichtet, ging der Hof später in den Besitz des Spitals Überlingen über. Zunächst als Schupflehen verpachtet, wurde er dann in ein Erblehen umgewandelt. Wenn Sie, was zu erwarten ist, nicht genug bekommen können vom Blick über den östlichen Teil des Überlinger Sees und den Obersee, können Sie sich eines der Gästezimmer nehmen und übernachten. Bei Föhn ist das grandiose Alpenpanorama zu sehen. Heute präsentiert sich der Haldenhof, der seit 1999 von Familie Reineke-Regenscheit in zweiter Generation geführt wird, als gemütlicher Höhengasthof mit anerkannt gutbürgerlicher Küche und modernen Gästezimmern. Als Wanderer erreichen Sie den Haldenhof über Fußwege von Überlingen, Sipplingen und Ludwigshafen. Die große, schöne Außenterrasse wird von Schatten spendenden Bäumen umrankt, darunter die als Naturdenkmal eingetragene Burkhart-Linde. Benannt nach dem Minnesänger Burkhart von Hohenfels, einem Zeitgenossen des bekannten Walther von der Vogelweide. Beide haben den staufischen Hof im frühen Mittelalter mit ihren Liedern und Weisen erfreut.
Folgen Sie dem Wanderweg, der vor dieser alten Linde rechts den Berg hinunterführt, stoßen Sie nicht weit unterhalb der Gartenwirtschaft auf die Überreste der einstigen Burg Hohenfels. Seitdem sie von Bäumen und Sträuchern befreit wurde, bekommen Sie eine vage Vorstellung vom Aussehen der alten Burganlage, von der aber nur noch einige Mauerreste erhalten sind.
Einen kleinen »Geologischen Lehrpfad« mit gut aufbereiteten Hinweistafeln gibt es hier übrigens auch. Vom Bahnhof Sipplingen führt Sie dieser Weg vorbei an atemberaubenden Aussichtspunkten und Haifischzähnen, die von alten Urmeeren zeugen, hinauf zum Aussichtspunkt Haldenhof.
Gasthaus Haldenhof · März–Okt. · Haldenhofweg 51 · 88662 Überlingen-Bonndorf www.gasthaus-haldenhof.de · Haltestelle: Bahnhof Überlingen, Bus 7377, dann zu Fuß weiter

08
DIE FLOTTE FLOSSE
Der Stehimbiss ist schön gelegen, direkt am Landungssteg in Immenstaad. Hier gibt ’s fangfrische, natur gebratene Bodenseefische im Brötchen oder ganze Fischgerichte. Lecker und preiswert!
Am Uferweg am winzigen Hafen ist plötzlich kein Weiterkommen. Gibt‘s da etwa Freibier? Nein, die Warteschlange gehört zum Fischimbiss. Wer hier geduldig wartet, weiß, die Fischspezialitäten sind es wert. Das Angebot reicht vom »Fischwecka« mit selbst gemachter Remouladensoße bis hin zum vielfältigen Fischteller samt Beilagen. Ein willkommener Rastplatz, wenn Sie auf dem Bodenseeradweg unterwegs sind und der plötzliche Hunger Sie überkommt!
Stammgäste wissen: In der Schlange wird links bestellt und rechts abgeholt.
Edith Dickreiter ist eine Fischerin vom Bodensee. Sie fängt nicht nur täglich den Fisch für ihren Stehimbiss »Die flotte Flosse«, sondern verkauft ihn während der Saison auch lecker zubereitet im Brötchen. Weit vor dem ersten Hahnenschrei klingelt dann jeden Morgen der Wecker. Als Meisterin des Fischereihandwerks holt sie täglich kurz nach vier Uhr morgens ihre Netze ein. Der Fang wird dann aufgeteilt. Ein Teil ist für den Stehimbiss vorgesehen, der Rest geht in den Hofverkauf.
In den letzten Jahren sind aber die Fischerträge dramatisch eingebrochen. Kretzer gibt es fast überhaupt keine mehr, Felchen nur noch die Hälfte, Aal und andere Arten ebenfalls deutlich weniger. Als Trinkwasserspeicher muss das Wasser des Sees sauber sein. Also werden Nitrate und Phosphate durch moderne Kläranlagen massiv herausgefiltert. »Damit sind andererseits zu wenige Nährstoffe da, die für reichliches Pflanzenwachstum sorgen. Dadurch wird die Nahrungskette unterbrochen, den Fischen fehlt es an Fressbarem und sie wachsen dementsprechend langsamer«, erklärt Edith Dickreiter. Diese Situation wird sich in den nächsten Jahren nicht wesentlich ändern, aus Sicht der Fischer wohl eher verschlechtern.
Flotte Flosse · Mitte April–Okt. Di–So. 11–20 Uhr, Seestraße West · Am Landungssteg 88090 Immenstaad · Tel. 0171/3 52 63 70 · www.fischerhaus-dickreiter.de/sites/fischimbiss.htm Haltestelle: Bahnhof Friedrichshafen, Bus 7395

09
GEMÜSE UND BROT
Nicht nur frisches Gemüse gibt’s auf der »Gemüseinsel«, sondern auch frische Backwaren in der Bäckerei, Konditorei und Cafébar »Laib & Seele«.
Das Abenteuer Reichenau beginnt schon mit der Anreise. Eine lange von Schwarzpappeln gesäumte Allee verbindet die Insel mit dem Festland und gibt den Blick auf das Schweizer Ufer sowie den Gnadensee frei.
Am Ende der Allee, direkt am Reichenau-Kanal, liegt auf der linken Seite die Burgruine Schopflen. Die ersten Bauten dieser von den Äbten des Klosters Reichenau erbauten Wasserburg stammen aus dem 11. Jahrhundert. 1312 von Abt Diethelm von Castell neu erbaut und 1366 im sogenannten »Konstanzer Fischerkrieg« zerstört, sind heute nur noch die zehn Meter hohen und 2,5 Meter starken Mauern der ehemaligen Burganlage erhalten. Sie dienen dem Naturschutzbund als Beobachtungsplattform.
Man sollte die Gelegen heit nutzen, sich an den vielen Ständen auf der Insel mit frischem Gemüse einzudecken.
Rechter Hand werden Sie von der Statue des heiligen Wanderbischofs St. Pirmin auf der Reichenau begrüßt. Kurz darauf erscheint oberhalb die erste der drei Reichenauer Kirchen, St. Georg. Genau gegenüber ist auch schon die Cafébar »Laib & Seele« zu finden. Ob wegen des frischen Brots oder wegen des leckeren Kaffees mit hausgemachtem Kuchen – wenn Sie hier Rast machen, werden Sie von Angebot und Ambiente begeistert sein!
Etwa hundert Gärtnerfamilien bauen auf der schönen Insel Gemüse und Kräuter an. Hier gedeihen je nach Jahreszeit die unterschiedlichsten Gemüsesorten, Salate und Kräuter. Von Aubergine bis Zucchini ist alles zu finden. Dementsprechend gibt es viele Möglichkeiten, sich mit Vitaminen einzudecken. Wenn Sie Ihr Auto gegenüber der Kirche St. Georg abstellen, bevor Sie die Insel erkunden, können Sie praktischerweise gleich zum Obst- und Gemüsekaufen gehen. Je nach Angebot, Uhrzeit und Sonneneinwirkung macht das vor oder nach dem Inselrundgang Sinn.
Laib & Seele · Zelleleweg 2 · 78479 Reichenau www.laibundseele.de · Haltestelle: Bahnhof Reichenau, Bus 7372

10
WIE EINST BEI TANTE EMMA: S’LÄDELE
Nach der Post machte die Sparkasse zu, dann schloss auch noch der kleine Dorfladen. Deshalb gründeten die Einwohner von Öhningen- Schienen kurzerhand eine Genossenschaft, die seither den liebenswerten Tante-Emma-Laden im ehemaligen Milchhäusle von Schienen betreibt.
Um den Dorfbewohnern, aber auch den vielen Feriengästen und Wanderern den weiten Weg zum nächsten Supermarkt im benachbarten Moos zu ersparen, bringen seit der Eröffnung des »s‘Lädele« viele Zulieferer ihre frischen Erzeugnisse von der Halbinsel Höri hierher. Im jetzigen Dorfladen weiß man, von wem die Ware kommt, und das große Angebot an Eiern, Obst, warmem Holzofenbrot, Fisch oder Fleisch reicht jetzt wieder, um den täglichen Bedarf an Lebensmitteln der Anwohner zu decken. Hier gibt‘s aber nicht nur Lebensmittel, sondern auch eine Auswahl an Haushalts- und Kleinbedarf des täglichen Lebens. »s’Lädele« ist und soll aber ausdrücklich auch ein Ort sein, wo sich Jung und Alt aus dem Ort treffen können. Nicht nur, um Neuigkeiten auszutauschen, sondern auch, um das soziale Umfeld zu pflegen. Dass es optisch so ein Schmuckstück geworden ist, ist auch kein Zufall. Darum hat sich die Circus Ideas Company in Rielasingen gekümmert. Von Anfang an war klar, es sollte ein Musterhaus, ja ein Markenzeichen werden. Mit großen Markisen über den mit frischem Obst und Gemüse gefüllten Kisten vor der Tür und drinnen mit Regalen aus massivem Holz und einer Kasse, die ordentlich klingelt. Sogar der Schweizer Bühnenmaler Enrico Caspari, durch die Bregenzer Festspiele bekannt, war dazu bereit, die Fassade zu gestalten. Eine wirklich tolle Idee!
Schienen als Teilort der Gemeinde Öhningen liegt übrigens rund 700 Meter hoch am westlichen Bodensee. Es geht also ziemlich bergauf, und auf dem Weg hierher können Sie sich in Bankholzen den Kulturtreff Torkel anschauen. Der Besuch dieses historischen Fachwerkbaus und des gegenüberliegenden Schaugartens ist eine Pause wert.
S’Lädele Schienen · Mo–Sa 7.30–12.30 Uhr, Mo–Fr 17–19 Uhr Sonnenbergstraße 2 · 78337 Öhningen-Schienen www.laedele-schienen.de · Haltestelle: Bahnhof Radolfzell, Bus 7368

11
GESCHMACK UND KULTUR AM GEHRENBERG
Wenn Sie lecker essen gehen und vor allem im Sommer die grandiose Kulisse des Bodensees genießen möchten, sind Sie hier gut aufgehoben. Mit seinen uralten Schatten spendenden Bäumen lädt der große Biergarten zum Verweilen ein. Das Schweine- und Rindfleisch stammt garantiert von Tieren aus artgerechter Haltung. Aber auch das Kulturelle wird großgeschrieben. Neben dem imposanten Glasneubau liegt der Theaterstadl. Hier, wo angesagte Kinofilme ebenso gezeigt wie Theaterstücke aufgeführt werden, treten in regelmäßigen Abständen auch Live-Bands auf. Der Stadl eignet sich natürlich auch für Feiern und Hochzeiten und kann für entsprechende Anlässe angemietet werden.
Wirtshaus am Gehrenberg · Gehrenberg 1 · 88677 Markdorf www.gehrenberg.de · Haltestelle: Bahnhof Markdorf

12
DAS BURGRESTAURANT GEBHARDSBERG
Etwa im Jahr 1097 wurde mit dem Burgbau begonnen. Nach dem heiligen Gebhard benannt, beherbergt die Burg Gebhardsberg heute ein Restaurant der Spitzenklasse. Der besondere Standort wurde schon vor mehr als 900 Jahren als einer der schönsten Aussichtsplätze im gesamten Bodenseeraum geschätzt. Das »Burgrestaurant Gebhardsberg« bildet deshalb eine Art Symbiose aus herrlicher Aussicht und mittelalterlichem Ambiente, verbunden mit kulinarischen Köstlichkeiten und exzellenten Weinen. Außerdem ist es ein idealer Veranstaltungsort mit seinen zahlreichen Räumen und Sälen, die für Feierlichkeiten verschiedenster Art und Größenordnung bestens geeignet sind.
Burgrestaurant · Gebhardsberg 1 · A–6900 Bregenz · www.greber.cc/gebhardsberg/home/ Haltestelle: Bahnhof Bregenz, Bus Linie 12c

13
EIN SCHWIMMENDES CHINA-RESTAURANT
Der Versuch der Familie HU, einen außergewöhnlichen Standort für ihr neues Restaurant zu finden, ist mehr als gelungen. Ein schwimmendes Restaurant auf dem Trockenen.
Als die chinesische Familie HU vor über 25 Jahren nach Österreich kam, fanden sie zunächst in Wien ein neues Zuhause. Schnell waren sie aber von Vorarlberg derart begeistert, dass sie umziehen wollten. Deshalb begann die Suche nach einem geeigneten Standort für ihr neues, chinesisches Lokal. Sie fanden es schließlich in Form eines ehemaligen Passagierschiffes, der »MS Höri«, die früher auf dem Bodensee unterwegs war. Nach gelungenem Schiffsumbau können seitdem im früheren Passagierraum und auf der Dachterrasse des Schiffs chinesische Spezialitäten gekostet werden. Lecker!
Die »MS Höri« war erst das zweite Doppelschrauben-Motorschiff, das die Bodanwerft gebaut hatte und ging 1927 auf Probefahrt. Zuerst aushilfsweise auf dem Untersee eingesetzt, wurde das Schiff Anfang 1928 von Konstanz aus für den Kursverkehr im Überlinger See eingesetzt. 1944 nach Luftangriffen schwer beschädigt, sank es in Ludwigshafen. Zur Reparatur auf die Konstanzer Werft gezogen, erfolgte die endgültige Instandsetzung von 1949 bis 1950 auf der Bodanwerft in Kressbronn. Um mehr Fahrgastraum zu schaffen, wurde dabei das Schiff um einen Vorschiffsaufbau und einen verlängerten Halbsalon erweitert. Jetzt glich die »MS Höri« aber eher einem großen Motorboot als einem Dampfer. Schließlich erhielt sie, wie schon ihr Schwesternschiff »MS Mainau« im Winter 1960/61 Seitenwulste zur Erhöhung der Stabilität und des Auftriebs. Die Tragfähigkeit wurde dadurch von 300 auf 400 Personen gesteigert, und am 27. Mai 1964 wurde sie in »MS Überlingen« umbenannt.
Nach ihrer endgültigen Ausmusterung, am 1. Juni 1969, wurde das Schiff an den Segelclub Marina Lindau verkauft und ging im Lindauer Hafen vor Anker.
HU BIN – Das schwimmende Restaurant · Di–Fr 11–14.30, 17.30–23 Uhr Sa, So. 11–23 Uhr, Rheinstraße 4 · A–6974 Gaißau www.hubin.at · Haltestelle: Bahnhof Rheineck, weiter zu Fuß oder mit dem Fahrrad

14
GUTES UND FEINES IM ABACO
Schokopralinen aus eigener Produktion oder über 30 Sorten leckeres Speiseeis gefällig? Oder doch lieber etwas Herzhaftes aus der Thai-Küche? All das in einem speziellen Ambiente, dafür steht das »Abaco« in der Innenstadt von Schaffhausen.
Eines der schönsten Kaffeehäuser von Schaffhausen ist wohl das »Abaco«. Das liegt einerseits am liebevoll gestalteten Interieur, aber auch am großen Angebot an selbst gemachtem Eis und handgefertigten Pralinen aus besten Zutaten. Zudem runden täglich frisch zubereitete thailändische Gerichte das Angebot ab und verwöhnen die Gäste jeden Mittag und Abend. Bei einem Besuch Schaffhausens ist das mit großer Hingabe geführte Lokal ein Muss, und wenn es nur für einen Zwischenstopp ist.
Das Angebot reicht vom klassischen Vanille- und Erdbeereis bis zu exotischen Fruchtcocktails aus Mango und Passionsfrucht. Ein besonderer Stolz sind die »Chocolat Kreationen«. Die verwendete Maracaiboschokolade besteht nämlich zu 74 Prozent aus Kakao von Kakaopflanzen von Venezuela bis Costa Rica. Für die Eisproduktion werden zudem ausschließlich Vollmilch und Schweizer Rahm verwendet sowie vollreife Früchte verarbeitet, um deren Geschmack optimal einzufangen.
Die leckeren Schokopralinen sind eine Sünde wert.
Mit der Namensgebung war die Idee, Gutes und Feines anzubieten geboren. Abaco ist der Name eines italienischen Barock-Komponisten des 17. Jahrhunderts. Er war ein großer Genießer. Den Betreibern des »Abaco« liegt es am Herzen, ein wenig Glück unter die Menschen zu bringen, denn Schokolade macht gesund und glücklich. Die Chocolat-Spezialitäten werden täglich mit viel Liebe nach alten Rezepten und Geheimnissen gefertigt. Kakaobohnen aus verschiedenen Provenienzen, frischer Schweizer Rahm und Schokolade verschmelzen zu ABACO Chocolatier Suisse. Hier können Sie Gast und Kunde werden, in einer traumhaften Welt der Schokoladenkultur.
Abaco Chocolat Manufactur · Mo ab 11 Uhr, Di–Sa ab 9 Uhr, So ab 13 Uhr Safrangasse 2 · CH–8200 Schaffhausen · www.abaco.ch · Haltestelle: Bahnhof Schaffhausen

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BIERGARTEN MIT SEEBLICK
Biergärten, vor allem so schön gelegene, gibt es auf der Südseite des Bodensees nur wenige. Der großzügige Platz, das gute Essen und nicht zuletzt der Blick auf Kreuzlingen sorgen für Hochgefühle!
Mögen Sie nach Feierabend oder einem langen Ausflug noch ein kühles Helles oder vielleicht auch etwas zu essen? Das Restaurant mit Fischspezialitäten, erlesener Weinauswahl und mit preisgekrönter Aussicht ist das ganze Jahr geöffnet. Der schöne Biergarten mit Erdinger Weißbier, Pizza und hausgemachter Pasta natürlich nur im Sommer. Die Terrasse, der entzückende Pavillon und das kleine, aber feine Restaurant bieten Ihnen unvergessliche Momente vor umwerfender Kulisse. Direkt am Ufer des Bodensees gelegen, offeriert das »Fischerhaus« eine frische, kreative und innovative Küche. Für die wechselnde Mittags- und Abendkarte werden nur hochwertige und ausgesuchte Produkte verwendet – wenn möglich von heimischen Produzenten. In den Sommermonaten wird neben regionalen Köstlichkeiten täglich fangfrischer Fisch serviert.
Das Seemuseum, das Schifffahrts- und Fischereimuseum am Bodensee liegt nicht weit entfernt, in der Nähe der berühmten Seeburg.
Am Bodensee-Rundwanderweg gelegen, ist die Etappe von Romanshorn bis hierher mit knapp 20 Kilometern eine der kürzesten. Sie verläuft sehr eben am Westufer des Bodensees entlang und ist ideal zum Ausspannen. Zwischen unzähligen Apfel- und Birnbäumen geht es durch den Kanton Thurgau, der im schweizerischen Volksmund auch »Mostindien« genannt wird. Dann kommen Sie in Kreuzlingen an, der Hauptstadt des gleichnamigen Bezirks des Kantons, die mit rund 17 500 Einwohnern die größte schweizerische Stadt am Bodensee ist. Wunderschön sind neben der Kreuzlinger Altstadt auch die vielen Schlösser und Herrenhäuser wie das Schloss Brunegg, die weiß strahlende Römerburg, das klassizistische Schloss Rosegg sowie die Felsenburg und das Felsenschlössli.
Biergarten Fischerhaus · Promenadenstraße 52 · CH–8280 Kreuzlingen www.fischerhaus.ch, www.seemuseum.ch Haltestelle: Bahnhof Kreuzlingen, weiter zu Fuß oder mit dem Fahrrad

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SCHLAF DOCH MAL AUF STROH!
Strohhotel, Café, Mostgalerie – das sind die Bereiche des Landwirtschaftsbetriebs von Paul Stäheli, der diesen gemeinsam mit Hans Nagel führt. Hier können Sie nicht nur im Stroh, sondern manchmal sogar im Tipi, einem klassischen Indianerzelt, übernachten.
Wenn hier viel los ist, hilft schon mal die ganze Familie mit, die seit jeher den Landwirtschaftsbetrieb mit Milchwirtschaft und dem Anbau von Streuobst in der Nähe von Frasnacht führt. Schon sehr früh haben die ersten Pfahlbauer das milde Klima für sich und den Obstanbau genutzt. Von Frühling bis Herbst ist es einfach wunderschön, hier im Mostland.
Die »Mostgalerie«, so der Name der Herberge, bietet aber mehr als eine Schlafgelegenheit. Gruppen, die sich vorher angemeldet haben, erfahren hier viel rund um das Thema Most, Obst und Äpfel und können gleich vor Ort feine Produkte aus Eigenproduktion erwerben. Übernachten können Sie hier entweder im Stroh, auf Matratzen oder natürlich auch in einem ganz normalen Bett. Die Familie hat sich ganz der Region verschrieben. Die meisten Getränke und Desserts haben etwas mit Most, Obst oder der Region zu tun. Es gibt zahlreiche Apfel- und Birneneisvarianten. »Fior de Latte«, hergestellt mit Milch vom eigenen Hof ist ein Schlemmereis »ohne Reue«. Die Rezepturen hat ein Gelatier aus Italien eigens für das Café ausgearbeitet. Wenn frische, regionale und saisonale Produkte auf einfache Art verarbeitet und mit den richtigen Gewürzen veredelt werden, tritt der Eigengeschmack der Speisen auf wunderbare Weise zutage. Das fasziniert die Familie. Das Café, das in einem Teil der Scheune, der nicht mehr gebraucht wird, eingerichtet wurde, wird nur auf Voranmeldung für Gruppen geöffnet. Das ist Land-Lust pur, ein Ort wie geschaffen für stille Genießer.
Weiter entlang des Radwegs durch Hard kommt man an sehenswerten Fachwerkhäusern und der evangelischen Kirche vorbei, die durch ihre ungewöhnliche Bauform ins Auge sticht.
Strohhotel Familie Stäheli · Kratzern 39 · CH–9320 Frasnacht www.mostgalerie.ch · Haltestelle: Bahnhof Arbon-Seemoosriet, weiter zu Fuß oder mit dem Fahrrad

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EIN RESTAURANT IM FLUGZEUG: RUNWAY 34
Die Idee, aus dem Thema »Fliegen und Reisen« eine Erlebnisgastronomie zu machen, entstand schon vor Jahren, umgesetzt wurde sie nach dem Swissair-Grounding. Wenn Sie hier »einchecken«, erleben Sie Spitzengastronomie in außergewöhnlicher Umgebung.
Durch Zufall lernte der ehemalige Linienpilot Reto Seipel den Vollblut-Gastronomen Stefan Hunziker kennen. Gemeinsam entwickelten sie das Konzept für das »ultimative Flieger-Restaurant« und begannen mit der Suche nach geeigneten Flugzeugen. Schnell war eine passende Iljuschin 14 gefunden. Gebaut wurde sie 1957 in Taschkent. Das Flugzeug wurde damals mit einem dunkelgrünen Tarnanstrich an die sowjetische Luftwaffe ausgeliefert und war in Moskau-Chkalovsk, dem Kosmonauten-Ausbildungszentrum nordöstlich von Moskau, stationiert. Bis 1992 im Einsatz, wurde sie nach der Ausmusterung an eine Privatperson verkauft. 2002 wiederentdeckt, absolvierte das Flugzeug am 7. April 2005 erfolgreich einen Testflug und hat bis heute nach der Landung in der Schweiz 9160 Flugstunden auf dem Buckel. Als eines der größten Probleme des Projekts stellte sich für die Verantwortlichen damals die Beschaffung der Papiere dar, die nötig waren, um das Flugzeug zum einen in die Luft und zum anderen von Moskau nach Kloten zu bringen.
Im Hangar-Restaurant speist man direkt unter dem Flugzeug. Ein Muss für Flugzeugfans, die es sich leisten möchten. Am besten vorher reservieren. In der Smokers Lounge, im Innern des Flugzeugs, ist die beste Zigarrenmarke der Welt im Angebot.
Die Wahl des Architekten war dagegen denkbar einfach, denn das entsprechende Gebäude wurde vom Bruder und Architekten Andri Seipel drum herum geplant. Da bereits der erste Entwurf sämtliche Ansprüche erfüllte, konnte es bald losgehen. In fast allen Bereichen betraten die Gastronomen Neuland. Nicht nur bei der Planung, auch bezüglich des Standorts. Um so nahe am Flughafengelände bauen zu können, musste sogar eine Umzonung beantragt werden.
Runway 34 · Mo–Mi 11–14, 18–23 Uhr, Do, Fr 11–14, 18–24 Uhr, Sa 18–24 Uhr, So 11–23 Uhr Rohrholzstraße 67 · CH–8152 Glattbrugg-Opfikon www.runway34.ch · S-Bahn: S7, Haltestelle: Bahnhof Kloten Balsberg
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